COMMUNICATIONS LASER #17
May 21, 2012, 05:56:12 PM *
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Author Topic: [Das Muster vom Kampf der Kulturen... ]  (Read 13897 times)
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« on: March 25, 2007, 07:19:49 PM »

"Unsere westliche Zivilisation, geprägt durch Christentum, Aufklärung und den Humanismus, die muss jeder anerkennen, sonst hat er bei uns nichts zu suchen."  (Günther Beckstein, SZ, 1. Juli 2002)

"Wie erstaunlich ist der Wahnwitz jener Missionare, die, um »Wilden« Zivilisation und Bildung zu bringen, sie ihren Kirchenglauben lehren." (Leo Tolstoi, Tagebücher, 1910)

"Toleranz ist die höchste Form der Zivilisation." (Gilles Perrault)

"Derjenige, der zum erstenmal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." (Sigmund Freud)

"ich fick euch alle was labert ihr über [identität x] und [identität y] alter ich fick euch alle ihr huresohne" [identität z, 2007]

Quelle: http://royalbunker.com/mailorder/forum/mornlp_020.php?PHPSESSID=d89d46bffe360bd9f0706af6a56065e8
(15.03.2007: Link + Text nicht mehr verügbar)

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Quote
[...] Je weniger ein Mensch sich - wegen geringerer kognitiver Fähigkeiten - in einen anderen hineinversetzen kann, desto eher reagiert er eben mit Ablehnung.

...


Aus: "Kinder mit geringerem IQ neigen später eher zum Rassismus" Von Sebastian Herrmann (10.01.2012)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/intelligenz-kinder-mit-geringerem-iq-neigen-spaeter-eher-zum-rassismus-1.1254098

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Quote
[...] Wer ist „Wir“? Wer sind die „Anderen“? - Drei Neuerscheinungen zerpflücken das Theorem vom „Kampf der Kulturen“. Nur: wie viel ist damit gewonnen?

Das Muster vom Kampf der Kulturen ist „eine intellektuelle Kippfigur“, schreibt Nils Minkmar im lesenswerten Sammelband „Feindbilder“. Wenn man es „einmal im Sinn hat, deutet man alle Ereignisse nach diesem Muster“. Dann reduziert sich die Welt, mit all ihrer Komplexität, auf den Konflikt religiös-kultureller Identitäten. Die schroff abgegrenzten Identitäten, die als Ursache dieses Konfliktes behauptet werden, sind freilich erst Resultat der Verschärfung. Wenn man die vermeintlich essenzialistische Unvereinbarkeit von Identitäten nur lange genug behauptet, dann kriegt man ihn am Ende auch, den Clash of Civilisations.
Anders gesagt: Menschen, die heute nicht zu sagen vermögen, was sie von ihrem Nachbarn unterscheidet, können in ihm morgen schon den radikal Anderen sehen. Amartya Sen, Wirtschaftsnobelpreisträger und Harvard-Professor, hat diese Erfahrung erstmals als elfjähriger Junge in Indien gemacht. Bei ethnischen Unruhen machten Hindus auf Moslems Jagd und vice versa. Sen sah damals seinen ersten Mord. Vielleicht erklärt diese Erfahrung die Verve seines neuen Buches „Die Identitätsfalle“.
Sens Hauptthese, zu der er immer wieder zurückkehrt, ist so simpel wie vernünftig: Menschen waren noch nie einfache Produkte ihres kulturell-religiösen Herkommens und sind es heute weniger denn je. Mit einer solchen monokausalen Deutung missverstehe man die Menschen und die Welt. Jeder von uns ist Angehöriger einer Vielzahl von Gruppen. Niemand ist in einem derart trivialen Sinn „Moslem“, „Hindu“, „Westler“, „Christ“ oder „Asiate“, wie es das Postulat vom „Kampf der Kulturen“ unterstellt. Jeder Mensch, mag er noch so simpel gestrickt sein, hat „plurale Identitäten“. Unser Leben ist nicht nur Schicksal, auch unsere Identität unterliegt „freier Wahl“. In Wirklichkeit, so Sen, „treffen wir alle – und sei es auch nur stillschweigend – ständig Entscheidungen über die Prioritäten, die wir unseren verschiedenen Zugehörigkeiten und Mitgliedschaften beimessen“.
„Fremde Kulturen“, von außen scheinbar aus einem Guss, sind in sich selbst heterogen. Aus der Entfernung betrachtet gibt es „Österreichertum“. Von innen her gesehen habe ich mit Ewald Stadler kaum etwas gemein.
Die erste Schwierigkeit der These vom Kampf der Kulturen, insistiert Sen, besteht also schon in der Fragwürdigkeit, „ob es überhaupt möglich und signifikant ist, Menschen nach den Kulturen zu klassifizieren, denen sie angeblich ‚angehören‘. Diese Frage ergibt sich lange vor den Problemen, die wir mit der Ansicht haben, die solchermaßen in Schubladen diverser Kulturen sortierten Menschen müssten sich irgendwie in einem Gegensatz zueinander befinden.“
Freilich hat sich das identitäre Konzept in den vergangenen Jahren so weit durchgesetzt, dass der Reduktionismus, der ihm zugrunde liegt, kaum mehr auffällt. Längst argumentieren nicht nur die Anhänger der Kulturkampfthese auf dessen Grundlage, sondern auch deren Gegner. Ist der Kulturkämpfer der festen Überzeugung, Angehörige unterschiedlicher Großzivilisationen könnten nicht friktionsfrei miteinander auskommen, so lässt der gutmütige Multikulturalist den Optimismus nicht fahren, unterschiedliche Kulturen könnten bunt nebeneinander koexistieren. Aber dies ist oft kein Plädoyer für die Akzeptanz pluraler Identitäten, sondern, so Sen, für einen „pluralen Monokulturalismus“.
Damit komme aber der Multikulturalismus in Teufels Küche: „Wenn ein junges Mädchen aus einer konservativen Einwandererfamilie sich mit einem englischen jungen Mann verabreden möchte, ist das sicherlich ein multikultureller Schritt ... Wenn man im Namen der kulturellen Freiheit für den Multikulturalismus eintritt, kann man sich nicht standhaft und uneingeschränkt dafür aussprechen, jemand habe unerschütterlich an seiner überkommenen kulturellen Tradition festzuhalten.“

Sens Buch ist eine einzige Absage an das Konzept der Identitäten und an den damit verbundenen Reduktionismus. Immer wieder verweist er auf das Problem, dass selbst wohlmeinende Zeitgenossen Einwanderer stets als Mitglieder ihrer Community oder religiösen Ethnizität ansprechen und nicht als Bürger ihres eigenen Gemeinwesens. Im Umkehrschluss betonen auch Bürger moslemischer Religion in der Regel stets, „wir Muslime sind ja gar nicht so“, anstatt die Reduktion auf ihre muslimische Identität als solche zurückzuweisen. Schon diese Form der Zurückweisung bestätigt in einem gewissen Sinn den identitären Wahn, indem er die religiös-kulturelle Identität gegenüber allen anderen Ressourcen personaler Identität überbewertet.
Das Problem mit Kritiken wie jener von Sen, so richtig sie sein mögen, besteht darin, dass die Kritik die Probleme nicht aus der Welt schafft. Zuschreibungen dieser Art, seien sie Selbst- oder Fremdzuschreibungen, führen, einmal in die Welt gesetzt, ihr eigenes Leben, und ihnen ist mit Aufklärung nicht einfach beizukommen. Dass Identitäten immer fiktional sind, ändert nichts an ihrer substanziellen Macht. Auch produzierte Identitäten sind Identitäten. Ja, ihr Ursprung ist Fremdzuschreibung, die als Selbstzuschreibung zurückgespiegelt wird.
Über dieses Problem meditiert der linke New Yorker Sozialhistoriker Immanuel Wallerstein in seinem schmalen Bändchen „Die Barbarei der anderen“. Für Wallerstein ist der Kern des Dilemmas die Etablierung des anglo-europäischen Weltsystems in den vergangenen fünf Jahrhunderten, das mit dem gegenwärtigen Stand der Globalisierung zu einem „europäischen Universalismus“ wurde, gegen den „die Anderen“ mit Lokalismus und Partikularismus aufbegehren.
Der „europäische Universalismus“ ist für Wallerstein kein Universalismus, sondern nur eine raffiniertere Form des Kolonialismus. Darauf wiederum reagiere die „nicht-westliche Welt“, indem sie den Barbareivorwurf letztlich umkehrt: Die westlich-christliche Kultur wird ihrerseits als „fehlerhafte und minderwertige Form menschlichen Denkens“ verdammt. Gegen den „europäischen Universalismus“ will Wallerstein aber nicht den Lokalismus setzen, sondern einen „universalen Universalismus“. Einen solchen zu entwickeln, dazu will er die westlichen Intellektuellen anstacheln. Wallerstein selbst hat leider nicht sehr viel Konkretes dazu zu sagen, wie genau dieser „universale Universalismus“ beschaffen sein könnte.
Vielleicht ist schon einiges gewonnen, so kann man Seyla Benhabibs Essay „Der Kampf um die Kultur“ im Sammelband „Feindbilder“ verstehen, wenn man eine gewisse hermeneutische Sensibilität für die kulturellen Strategien der Underdogs entwickelt. Schließlich ist es schon eine Herausforderung, den „hochbrisanten politischen Konflikt“ nicht stetig zu verschärfen. Die „umgekehrte Globalisierung“, die Erfindung einer globalen muslimischen Gegentradition, mit der der Islamismus so erfolgreich war, muss überhaupt erst verstanden werden, was, so Benhabib, im jeweils konkreten Fall umso schwieriger ist, da Bedeutungen zunehmend in Fluss geraten. Der Schleier, ursprünglich Zeichen traditioneller Lokalkulturen, dann der weiblichen Unterordnung, hat heute unterschiedliche Bedeutungen angenommen und kann genauso ein Zeichen kultureller Autonomie aufbegehrender junger Frauen sein.
All diese Prozesse sollte man zu verstehen versuchen, statt reflexhaft auf sie zu reagieren.
Die simplen Reduktionismen des „Kulturkampfes“, das „Wir gegen sie“, das „Die einen gegen die anderen“, kurzum: der Jargon der Konfrontation hat die globalen Spannungen dramatisch verschärft. Alle Versuche, das Kippbild wieder aus dem Kopf zu bekommen, sind lobenswert, mag die Sache auch verdammt schwer sein. Um nochmals Amartya Sen zu zitieren: „Falsche Beschreibungen und falsche Vorstellungen können die Welt zerbrechlicher machen, als sie sein müsste.“


Aus: "Immanuel Wallerstein: Die Barbarei der anderen" Rezensent: Robert Misik (Falter; 21. März 2007)
Quelle: http://www.falter.at/rezensionen/detail.php?id=3667&SESSID=42cd7e69f779ca565c8200f9daaad182
« Last Edit: January 12, 2012, 01:17:56 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: March 27, 2007, 12:18:26 PM »

" ... #663 (+|-) (Wertung: -13)
Horst Seehofer, CSU
Kreuze raus aus dem Klassenzimmer, Imame weihen öffentliche Gebäude ein, japanische Autos auf den Straßen – das ist nicht unser Bayern. ..."

http://polit-bash.org/?663

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Quote
[...] Was wir damit als Teil unseres Selbst erleben, hängt also vom jeweiligen Kontext ab, und davon, welche Information vom Gehirn jeweils in unser Selbstmodell eingebettet wird.


Aus: "Neurophilosophie" (Stand: 03/2007)
Quelle: http://www.think-systems.ch/lebenslernpark/65_neurophilosophie.htm

« Last Edit: October 12, 2011, 10:03:16 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #2 on: March 31, 2007, 03:09:43 PM »

Quote
[...] "Margarete, genannt Gretchen, ist ein sehr junges Mädchen, das von dem älteren, respektablen Wissenschaftler Faust umworben wird. Nachdem sie sich schon mehrmals getroffen, auch geküsst, aber noch nicht miteinander geschlafen haben, kommt Gretchen auf einen Punkt zu sprechen, der für sie von äußerster Wichtigkeit ist: Gretchen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“ [...] Goethe stellt an dieser Stelle mit Gretchen und Faust zwei Entwürfe einander gegenüber: Zum einen das Mädchen aus einfachen traditionsbestimmten Verhältnissen, das den Glauben an Gott und kirchliche Religiosität als Zentrum auch des eigenen Selbstverständnisses übernommen hat; zum anderen der gelehrte Heinrich Faust, der im Sinne neuzeitlicher Subjektivität auch die überlieferte Religion in Frage stellt, und argumentiert, er könne die gleichen Gefühle für das Gute, Schöne und Anständige haben wie Gretchen. Diese Werte müssten aber nicht unbedingt von der Kanzel gepredigt werden, um beherzigt zu werden. Da zur Zeit von Goethe die christliche Religion und somit der Klerus einen mächtigen Einfluss auf die Menschen hatte, ging es bei der Gretchenfrage auch um die traditionelle Herrschaftsform. Somit wird durch die Gretchenfrage verklausuliert die Frage nach der Akzeptanz der aktuellen Verhältnisse gestellt. Da in dem Milieu, in dem Gretchen zuhause ist, die kirchliche Religion nicht nur eine theoretische Frage ist, sondern den Alltag, das gesamte soziale Leben und das ethische Denken umfasst, lässt ihre Frage nach Faustens religiösem Glauben also auch die Frage nach seiner Lebenspraxis und gesellschaftlichen Eingebundenheit mitschwingen."

http://de.wikipedia.org/wiki/Gretchenfrage  (15. August 2008)


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Quote
[...]  Einen konsequenten naturwissenschaftlich begründeten Rationalismus vertritt der Mathematiker und Philosoph Bertrand Russell in seinem berühmten Essay Why I Am Not A Christian (1927). Die Grundlage der Religion sei die Angst – vor dem Mysteriösen, vor der Niederlage, vor dem Tod. Angst sei der Vater der Grausamkeit und so nehme es nicht Wunder, dass Grausamkeit und Religion historisch Hand in Hand gegangen seien. Die Konzeption Gottes entspringe einem altertümlichen orientalischen Despotismus, die des freien Menschen unwürdig sei. Die Welt brauche keine Religion, sondern eine furchtlose Perspektive und freie Intelligenz.

Existenzialismus

Ähnlich argumentiert auch Jean-Paul Sartre mit seinem „atheistischen Existentialismus“. Für ihn ist Gott nichts als eine Bedrohung der menschlichen Freiheit. Der erste Schritt des Existenzialismus sei es, jeden Menschen in Besitz dessen, was er ist, zu bringen und auf ihm die gänzliche Verantwortung für seine Existenz ruhen zu lassen:

    Selbst wenn es einen Gott gäbe, würde das nichts ändern; das ist unser Standpunkt. Nicht, als ob wir glaubten, dass Gott existiert, aber wir denken, dass die Frage nicht die seiner Existenz ist. Der Mensch muss sich selber wieder finden und sich überzeugen, dass ihn nichts vor ihm selber retten kann, wäre es auch ein gültiger Beweis der Existenz Gottes.

Der deutsche Existenzphilosoph Karl Jaspers vertritt dagegen eine „existenziale Interpretation“, d.h. eine auf den einzelnen Menschen bezogene Auseinandersetzung mit dem Transzendenten und bezieht sich auf die „maßgebenden Menschen“ nach der Reihenfolge ihrer Bedeutung: Sokrates , Buddha, Konfuzius und Jesus. Offenbarungsglauben kritisiert er zugunsten eines philosophischen Glaubens, den das Individuum entwickeln muss und der keine Verheißung, sondern lediglich Selbstverantwortung mit sich bringt.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Religionskritik (03/2007)

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[...] Dirk Nockemann, ehemaliger Schill-Innensenator und Vorsitzender des Hamburger Landesverbandes der Deutschen Zentrumspartei, wird gemeinsam mit dem Terrorismusexperten Udo Ulfkotte mit einer konservativen und islamkritischen Partei bei der Hamburger Bürgerschaftswahl antreten. Ulfkotte strebt die Nachfolge von Innensenator Udo Nagel (parteilos) an. "Wir wollen alte, christliche Werte neu beleben", so Nockemann. Dazu zählt für sie zum Beispiel ein verpflichtender christlicher Religionsunterricht an den Schulen. Hamburg solle außerdem "eine No-Go-Area" für radikale Islamisten werden, so Nockemann. Dafür müsse der Druck auf diese Menschen erhöht werde. Intoleranz werde in Hamburg nicht geduldet.


Aus: "Islamkritische Partei geplant" (31. März 2007 )
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2007/03/31/716743.html

« Last Edit: October 02, 2009, 08:17:06 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #3 on: April 25, 2007, 12:32:59 PM »

Quote
[...] SPIEGEL ONLINE: Sie werfen den islamkritischen Autorinnen wie Necla Kelek und Seyran Ates vor, dass es ihnen bei ihren Auftritten auch um Selbstdarstellung geht. Sind sie nicht diejenigen, die für muslimische Frauen in die Bresche springen und die ersten, die Probleme offen aussprechen?

Feridun Zaimoglu: Ich habe nur kritisiert, dass in den Auslassungen der "Islamkritikerinnen" immer wieder nur der Islam Schuld an Problemen ist - für mich ein nicht nachvollziehbares, ziemlich plumpes Weltbild. Denn so einfach ist es nicht. Ich bin kein Ideologe und kein Eiferer und habe keine fixen Ideen. Meine Forderung ist lediglich: Schluss mit den Schuldzuweisungen. Man sollte nicht so tun, als wäre die Islamdebatte eine apokalyptische Schlacht zwischen Gut und Böse, bei der es darum geht, die bösen Orthodoxen niederzumachen, weil sie für alles "Nichtintegrative" stehen. Einige Politikerinnen haben sich nicht entblödet zu verkünden, dass das Kopftuch ein politisches Zeichen ist.

Aus: "INTEGRATION: "Die Idee eines deutschen Islam begeistert mich"" Das Interview führte Anna Reimann (24. April 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,479051,00.html


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[...] Jetzt melden sich wieder die zu Wort, die nichts verstanden haben. Jene Konservativen, die so tun, als könne man die Einwanderung rückgängig machen. Und jene Linken, in deren Augen schon die Beschreibung der Probleme, die Einwanderer verursachen, Fremdenfeindlichkeit schürt. Nur wir, die Kinder der Migranten, haben keine Stimme. Dabei könnten wir einiges klarstellen.

[...] Wir sind der Hysteriker und ihrer Mythen müde und wünschen uns, dass man Hoffnung macht und Kraft spendet. Die Einwanderer wollen ihre Integrations- oder einfach ihre Arbeitsleistung gewürdigt wissen. Einwanderung ist eben auch eine Herzenssache. Sage niemand, ein paar warme Worte täten ihre Wirkung nicht. Das kann man erst wissen, wenn man es mal probiert hat und nicht nur mit Ausweisung und Strafe droht.

[...] Natürlich hilft guter Wille allein nicht. Man muss unmissverständliche Leitregeln für alle Beteiligten aufstellen. Zum einen: Gewalt führt ins Abseits. Messer gehören in die Hand von Metzgern und Schächtern, es lassen sich damit sonst nur billige Augenblickstriumphe erdrohen. Zum anderen: Achtung zu haben ist das moralische Gebot der Stunde. Spätestens jetzt sollte man sich von dem Begriff »Respekt« verabschieden.

[...] Jobs, Regeln, Deutsch und freie Religion – das sind die Säulen einer neuen deutschen Gesellschaft. Der Aktionsplan dafür sieht so aus: zunächst ein emotionaler Appell auf hoher Ebene vom Innenminister, noch besser von der Bundeskanzlerin. Womöglich muss die Rede mit türkischen Untertiteln versehen sein. Zusammenarbeit mit der auflagenstärksten türkischen Zeitung Hürriyet. Die Bildungsoffensive muss die türkischen Haushalte, also die Eltern erreichen. Mehr Geld – natürlich –, damit die Kinder Deutschkurse bereits im Vorschulalter erhalten.

Es stimmt schon: Die Einheit ist noch nicht vollendet. Die heute lebenden Westdeutschen, Ostdeutschen und Fremddeutschen sind vielleicht nur Vorfahren des eigenartigen Volkes, das wir in dreißig Jahren abgeben werden. Dann wird zusammenwachsen, was zusammengehört.


Aus: "Mein Deutschland" Warum die Einwanderer auf ihre neue Heimat stolz sein können  - Von Feridun Zaimoglu (DIE ZEIT 12.04.2006 Nr.16)
Quelle: http://www.zeit.de/2006/16/01_leit_1_16?page=1

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Quote
[...] Am 2. Mai findet auf Einladung von Bundesinnenminister Schäuble in Berlin die zweite Islam-Konferenz statt. Die Konferenz soll ein Forum zur Verständigung zwischen dem Staat und Vertretern deutscher Muslime sein - nicht nur jener, die in Verbänden organisiert sind. Die Leitfrage ist, wie der Islam als Religionsgemeinschaft in die deutsche Verfassungsordnung zu integrieren ist.

Herr Zaimoglu, Sie haben die Zusammensetzung der Islam-Konferenz kritisiert. Was ist das Problem?

Zunächst einmal halte ich die Islam-Konferenz für einen historisch bedeutsamen Schritt, es geht in die richtige Richtung. Bei der ersten Islam-Konferenz im September war es allerdings schon eine etwas absurde Situation: Auf der einen Seite der großen Tafel saßen die deutschen Politiker und auf der anderen Seite saßen "wir". Es ging zu wie beim Besuch einer ausländischen Delegation. Aber darüber kann ich lächeln. Das Problem ist, dass an diesem Tisch so- genannte fromme Männer und sogenannte, in der medialen Inszenierung als Islamkritikerinnen gehypte Frauen zusammenkamen, säkulare Musliminnen, die sich bei diesem ersten Treffen der Islamkonferenz über die Neo-Musliminnen der zweiten und dritten Generation ausließen. Aber diese Neo-Musliminnen, um die es da ging, die fehlten, sie konnten sich nicht wehren und nicht selbst Stellung beziehen.

Und warum fehlten die?

Ich habe auch angefangen mich zu fragen: Warum blendet man sie aus? Der Schluss liegt nahe, dass man sie nicht dabei haben möchte, weil sie nicht ins Bild passen. Diese Zusammensetzung - auf der einen Seite die orthodoxen Männer und auf der anderen die säkularisierten Frauen - das ergibt zusammen genommen ein sehr primitives Bild vom Islam. Es ist genau das richtige für diejenigen, die die Welt gern in gut und böse einteilen.

Das heißt, die Zusammensetzung der Islam-Konferenz reproduziert gängige Klischees vom Islam?

Genau. Als Herr Schäuble sagte, der Islam ist ein Teil der deutschen Gesellschaft, habe ich mich sehr darüber gefreut. Lange wurde ja nur in Kategorien von "wir" und "ihr" gedacht und gesprochen, und das wird mit so einem Satz zunächst einmal aufgelöst. Aber wenn dem so sein soll, verstehe ich nicht, warum man immerhin ein paar tausend junge selbstbewusste Frauen, die keinesfalls entmündigt oder Vollzugsorgane von männlichen Anordnungen sind, vorführt und diffamiert und ihnen jegliche Beteiligung versagt. Als Privatmeinung bleibt es jedem unbenommen, den islamischen Mann für alle Übel dieser Welt zur Verantwortung zu ziehen. Aber die Entgleisungen und Diffamierungen der so genannten Islamkritikerinnen halte ich für bedenklich. Sie greifen diese jungen gläubigen Frauen ständig, unermüdlich an.

Frauen wie die Soziologin Necla Kelek oder die Rechtsanwältin Seyran Ates, die beide der Islam-Konferenz angehören, üben an vielen Stellen wichtige Kritik. Andererseits behaupten sie, man könne den Koran nicht anders als fundamentalistisch auslegen, und lassen die bestehenden Reform-Ansätze nicht gelten. Ist das das Problem?

Das größte Bollwerk gegen den Fundamentalismus sind die Volksfrommen in den Moscheeverbänden. Wenn man diese Menschen wegen ihrer Frömmigkeit und ihres Glaubens angreift, und wenn man sich nicht entblödet, sie immer und immer wieder aufzurufen, sich zu den Reformkräften zu schlagen, dann will man gar nicht sachlich argumentieren; man will Krawall schlagen. Es ist ja so, dass sich Feminismus und eine rechte Gesinnung nicht ausschließen, und es kann doch nicht sein, dass sich gewendete 68er, konservative Rechtspopulisten und rechte Feministinnen Hand in Hand zu Verteidigern, zu Fußsoldaten der abendländischen Zivilisation stilisieren. Man stellt die Legitimation der konservativen Verbände in Frage, weil sie für zu wenige Leute sprechen würden. Aber wieso kommt in der Presse keiner auf die Idee, sich diese Frage mal bei den so genannten Aufklärern zu stellen? Wen oder was repräsentieren die denn? Es wird ungerecht und unsauber argumentiert, es fehlt in der Auseinandersetzung an Sachlichkeit.

Haben Sie Vorschläge, welche Frauen man in die Islam-Konferenz berufen sollte?

Nein. Es geht nicht um mich oder um meinen Willen, es geht darum, dass die Islam-Konferenz, wenn sie ein demokratisches Forum sein will, nicht jene jungen gläubigen Frauen ausblenden kann, die sich selbstbewusst für das Schamtuch entschieden haben und sich explizit als deutsche Musliminnen begreifen. In dieser Szene gärt und brodelt es, man stößt da im Zusammenhang mit der Islam-Konferenz und den Auslassungen der so genannten Islamkritikerinnen auf großen Zorn.

Von Frauen wie Necla Kelek wird der demokratische Wille dieser Neo-Musliminnen in Frage gestellt. Die Politik scheint dieser Ansicht zu folgen.

Diese jungen Neo-Musliminnen sind doch längst viel weiter. Sie haben das Identitätsproblem hinter sich gebracht, daher rührt auch ihr Selbstbewusstsein. Die haben nichts zu tun mit so einem Blödsinn wie Grenzgängerei oder bin ich deutsch oder türkisch. Hinter den Umschreibungen der Islam-Kritikerinnen verbirgt sich eine ungeheuere Anmaßung und Arroganz. In den 740 Lesungen, die ich in den letzten zwölf Jahren gemacht habe, bin ich auf sehr viele dieser Frauen gestoßen: junge engagierte Neo-Musliminnen, die an der Basis arbeiten, in Frauenhäusern etwa, und die den Frauen der ersten Generation zur Seite stehen. Das sind Heldinnen des Alltags, die kennen sich wirklich mit den Problemen von Musliminnen in Deutschland aus. Aber sie passen nicht ins Bild, weil sie sich - vielleicht ja völlig zu recht - dagegen sperren, sich ins Feld irgendeines europäischen Feminismus zu begeben. Sie brauchen diesen Altfeminismus nicht, über den debattiert man ja auch im deutschen Feuilleton, gegen den wenden sich doch jüngere Frauen schon lange. Aber bei den jungen Neo-Musliminnen, die sich zu weit entfernen und sich mit enormem Selbstbewusstsein noch einmal ganz anders positionieren, tut man lieber so, als wären sie gar nicht existent. Oder man denunziert sie, wie die Islamkritikerinnen es tun, als blöde Frauen, die nur dem Manne gehorchen. Tatsächlich aber handelt es sich um eine breite, selbstbewusste Strömung, und diese Neo-Musliminnen säßen mit sehr viel mehr Berechtigung in der Islam-Konferenz als ich es tue.

Das Gespräch führte Michaela Schlagenwerth.



Aus: "INTERVIEW - Wo sind die jungen Schamtuchträgerinnen?" Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu kritisiert die Zusammensetzung der Islam-Konferenz" (Berliner Zeitung, 25.04.2007)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/feuilleton/648225.html

Feridun Zaimoğlu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feridun_Zaimo%C4%9Flu

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Quote
[...] In dieser Woche treffen sich die Vertreter der Islamkonferenz zum zweiten Mal in ihren Arbeitsgruppen. Es geht um die Integration der Muslime und somit um das Verhältnis der Religion, des Islam zur Gesellschaft, um Menschenrechte, die unteilbar sind, auch für muslimische Frauen und Männer. Es wird über europäische Werte wie die Religionsfreiheit gestritten und den säkularen Staat.

In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung setzt sich die Publizistin und Soziologin Necla Kelek („Die fremde Braut“) mit den Prämissen auseinander, unter denen diese Gespäche geführt werden. Ohne kritische Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext, dem Koran, islamischen Traditionen und Sitten, der Freiheitsfeindlichkeit und dem kollektivistischen Gesellschaftsmodell, das der Islam verfolgt, werde es keine Integration der Muslime in Europa geben. Islamwissenschaftlern wie Tariq Ramadan wirft sie Frauenfeindlichkeit und eine Gegenaufklärung vor, die das Ziel hat, die europäische Moderne zu islamisieren und den Westen zu diffamieren.

Der Islam, schreibt Kelek, „kennt keine Individualität, sein Menschenbild ist nicht gerüstet für die Moderne, die den selbstverantwortlichen Einzelnen braucht“. Als Dilemma des Islam beschreibt die Soziologin, „dass er im Persönlichen ein Weg zur Spiritualität sein kann, dass niemand das Erleben des Einzelnen in Frage stellen will, sich aber der einzelne Muslim als ein der Gemeinschaft verpflichtetes Sozialwesen verhält, das die eigene Anschauung für das Ganze hält.“

Necla Kelek wendet sich gegen Tariq Ramadan, einen Professor für Islamstudien an der Universität Oxford, den sie als prominenten „Vertreter der Antiaufklärung und der Restauration des Islam“ beschreibt. „Wie für Chomeini sind auch für Ramadan westliche Werte nichts anderes als Geißeln des Imperialismus“, schreibt die Autorin und zitiert den Oxford-Gelehrten: „Die westliche Lebensweise stützt sich auf und erhält sich durch die Verführung zur Aufstachelung der natürlichsten und primitivsten Instinkte des Menschen: sozialer Erfolg, Wille zur Macht, Drang zur Freiheit, Liebe zu Besitz, sexuelles Bedürfnis usw.“ Ramadan versuche, „die europäische Moderne zu islamisieren“.

Nach einer Kritik der „Ankaraner Schule“, einer Reformbewegung des Islam, die von der türkischen Religionsbehörde Diyanet gefördert wird, und der feministischen Koranauslegung, wie sie von Fatima Mernissi und Nahed Selim entwickelt wird, kommt Kelek auf die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“ zu sprechen, ein am 5. August 1990 von 45 Außenminister der Organisation der Islamischen Konferenz, des höchsten weltlichen Gremiums der Muslime, unterzeichnetes Dokument.

„Anders als in demokratischen Verfassungen“, schreib sie, „ist hier nicht vom Individuum die Rede, sondern von der Umma, der Gemeinschaft der Gläubigen, vom Kollektiv. In konsequenter Fortsetzung dessen erkennt die Erklärung der Muslime nur jene Rechte an, die im Koran festgelegt sind, und wertet - gemäß der Scharia - nur solche Taten als Verbrechen, über die auch Koran und Sunna gleichermaßen urteilen.“

Über den Islam in Europa zu reden, schließt Necla Kelek, heiße, ganz grundsätzlich über das Selbstverständnis Europas zu reden. Bei der geforderten Anerkennung der „Kultur des Islam“ gehe es um Freiheit, Säkularisierung und um Menschenrechte. „Können wir“, fragt sie, „wie Tariq Ramadan fordert, es den Muslimen überlassen, 'selbst zu entscheiden', was Integration für sie heißt?“


Aus: "Streitschrift: Was Integration für die Muslime heißt" 24. April 2007 (Den vollständigen Artikel finden Sie im Feuilleton der F.A.Z. vom Mittwoch, 25. April 2007)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E5A64EE3808CA4506BF85DF8B505EF0EB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Quote
[...] "Musliminnen, legt das Kopftuch ab", forderte die Grüne Ekin Deligöz - und erhielt prompt Hass-Mails und Morddrohungen. Im Interview spricht sie über muslimische Studentinnen, einen aufgeklärten Islam und die Debatte um das Kopftuch.

UniSPIEGEL: Frau Deligöz, warum wollen Sie muslimischen Frauen vorschreiben, wie sie sich zu kleiden haben?

Deligöz: Ich kann und will niemandem vorschreiben, wie er oder sie sich anzuziehen hat, aber ich kann eine Meinung dazu haben. Und beim Kopftuch steht für mich fest, dass es ein politisches Symbol ist, das ich ablehne. Es steht für eine bestimmte Haltung, die den Frauen eine bestimmte Rolle zuweist und auch politisch instrumentalisiert wird. Dagegen verwahre ich mich - gerade als Muslimin, weil ich nicht nur für mich das Kopftuch ablehne, sondern auch die Symbolik, die dahintersteckt.

UniSPIEGEL: Aber die Frauen, die das Kopftuch tragen, sagen, es sei für sie ein religiöses Symbol.

Deligöz: Der Umkehrschluss darf aber nicht sein, dass diejenigen, die das Kopftuch nicht tragen, schlechte Musliminnen sind. Und diese Freiheit zu sagen, ich bin keine schlechte Muslimin und auch gläubig, wenn ich kein Kopftuch trage, gehört für mich zu einem aufgeklärten europäischen Islam dazu, für den ich stehe. Außerdem fordere ich kein Verbot, sondern möchte die Debatte über die Kopftuch-Frage voranbringen. Das muss möglich sein, das muss die Gegenseite ertragen können - sie kann ja auch argumentieren.

UniSPIEGEL: Eine Studentin, die - zum Beispiel - Staatsanwältin werden will, und das mit Kopftuch, wird sich kaum Vorschriften machen lassen.

Deligöz: Sie sprechen von Frauen mit einer akademischen Ausbildung, die ein Kopftuch tragen. Es handelt sich um eine sehr, sehr kleine Minderheit, weil der Anteil an Akademikerinnen, wenn ich jetzt mal die türkischen Migranten nehme, gering ist. Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung bestätigt, dass immer mehr akademische Frauen aus ihrem Glauben heraus ihr Kopftuch tragen. Das klingt zunächst einmal gut. Dort steht aber auch, dass mehr als zehn Prozent der akademisch ausgebildeten Musliminnen einen Gottesstaat für richtig halten. Das ist mit der Verfassung nicht vereinbar - und dann ist es gut und richtig, so etwas offen zu thematisieren.

UniSPIEGEL: Sie haben das getan - und erhielten Morddrohungen. Wie sieht es denn mit der politischen Unterstützung hierzulande für Sie aus?

Deligöz: Ich habe breite Unterstützung erfahren von allen möglichen Seiten. Es geht darum, den Diskurs weiterzubringen: Wenn Migranten mit der Mehrheit der Gesellschaft zusammenwachsen wollen, dann müssen wir auch Tabus brechen und über Tabus reden.

UniSPIEGEL: Bekommen Sie auch Unterstützung von Muslimen?

Deligöz: Ja, sehr viel. Es gibt viele aufgeklärte Frauen, die nicht nur das Kopftuch ablehnen, sondern die damit verknüpften patriarchalischen Gesellschaftsformen. Das Kopftuch wird als Instrument eingesetzt. Und die wenigsten Frauen tragen es wohl vollkommen freiwillig. Wenn sie das tun könnten, dann wären wir schon einen Schritt weiter.

UniSPIEGEL: Es gibt mehrere muslimische Dachverbände. Haben Sie von denen Unterstützung bekommen?

Deligöz: Alle Verbände haben sich hinter mich gestellt, als es darum ging, sich von Gewaltdrohungen abzuwenden. In der Sache selber gibt es da natürlich intensive Debatten.

UniSPIEGEL: Sie sprachen vorhin von einem aufgeklärten Islam, den Sie befürworten. Wer ist da an Ihrer Seite?

Deligöz: Unterscheiden Sie zwischen den Menschen, die in Verbänden und Vereinen organisiert sind, und den Menschen, die es nicht sind. Die Masse der Migranten hier in diesem Land ist eben nicht in diesen Verbänden und Vereinen organisiert, sondern sie leben längst das, worüber wir reden - einen aufgeklärten Islam, der mit universellen Menschenrechten im Einklang ist und der die deutsche Verfassung akzeptiert hat.

Das Interview führte Per Hinrichs


Aus: "INTERVIEW ZUM KOPFTUCH-STREIT: "Wir müssen Tabus brechen"" (24. April 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,467451,00.html

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« Reply #4 on: May 02, 2007, 10:43:02 AM »

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[...] In Iran haben die Sittenwächter ihr striktes Vorgehen gegen modische Männer weiter verschärft. Westliche Haarschnitte, Make-up für Männer und das Färben und Zupfen der Augenbrauen seien künftig verboten, berichtete die Zeitung Etemad.

Entsprechende Anordnungen habe die Polizei in den Friseursalons des Landes erteilt. Männliche Friseure dürften außerdem keine Krawatten oder Fliegen mehr tragen. Bei Regelverstoß drohe den Friseuren der Entzug ihrer Lizenz.

[...] Viele junge Leute ließen sich ihren Haarschnitt von Laien-Friseuren verpassen. In Iran sind bei jungen Männern Irokesenschnitte mit viel Gel und gezupfte Augenbrauen im Trend.

[...] Frauen werden in Iran neuerdings auf der Straße angehalten, wenn sie sich nach Auffassung der Sittenpolizei in figurbetonter Kleidung oder nicht ausreichend verhüllt zeigen.

Schon am Tag nach Beginn der Kampagne wurden nach offiziellen Angaben knapp 1500 Frauen verwarnt. Bei Widerstand droht den Frauen Polizeigewahrsam.

Quote


30.04.2007 10:24:42

spacebob: Jippieehh

Willkommen im Mittelalter!



Aus: "Iran: Sittenwächter verbieten westliche Frisuren" (30.04.2007 )
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/131/112019/

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Quote
[...] Hessens Verfassungsrichter haben am Mittwoch kritische Fragen zum Kopftuchverbot für Landesbeamte gestellt. In einer mündlichen Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof in Wiesbaden wollten einzelne Mitglieder wissen, welche konkreten Gefahren die Landesregierung davon befürchte und warum das Verbot nicht auch für Angestellte gelte. Innenminister Volker Bouffier (CDU) erwiderte, das Gesetz solle das Vertrauen in die staatliche Neutralität sichern und ziele nicht allein auf das Kopftuch. Landesanwältin Ute Sacksofsky forderte eine Aufhebung des aus ihrer Sicht verfassungswidrigen Gesetzes. Ein Termin für eine Entscheidung wurde nicht genannt.

Der Landtag hatte im Herbst 2004 mit der absoluten Mehrheit der CDU den Beamten des Landes und der Kommunen untersagt, im Dienst Kleidungsstücke oder Symbole zu tragen, die das Vertrauen in die Neutralität des Staates gefährden könnten. Ähnliche Gesetze in anderen Bundesländern gelten nur für Lehrer und Hochschuldozenten. Innenminister Bouffier sagte am Mittwoch, er könne dies nicht nachvollziehen: Auch bei Richtern, Polizisten und anderen Beamten müsse der Bürger auf deren Neutralität vertrauen können. Politische Symbole aber zerstörten dieses Vertrauen.

Nach Ansicht der Landesanwältin ist aber das Gesetz selbst nicht neutral, denn es richte sich ausschließlich gegen das islamische Kopftuch. Sie verwies auf sein Zustandekommen: „Wenn Sie die parlamentarischen Protokolle lesen, kommt das Wort unendlich oft vor.“ Damit verstoße das Gesetz gegen die Glaubensfreiheit, benachteilige Frauen und bevorzuge die christliche Religion. Denn bei der Bewertung eines Symbols oder Kleidungsstücks ist laut Gesetz die „christlich und humanistisch geprägte abendländische Tradition des Landes Hessen“ zu berücksichtigen.

Das Kopftuch sei auch nicht durchweg Ausdruck eines fundamentalistischen Islamismus', sagte Sacksofsky. Studien belegten, dass viele Musliminnen es aus freien Stücken trügen. Die CDU- Landtagsfraktion, die das Gesetz eingebracht hatte, bestritt dies am Mittwoch: „Das Kopftuch ist zuallererst eine politische Demonstration und ein Symbol für Unterdrückung und Unfreiheit“, sagte die Abgeordnete Birgit Zeimetz-Lorz.

In den drei Jahren seines Bestehens ist das Gesetz laut Landesregierung erst einmal angewandt worden. Auf seiner Grundlage untersagte das Justizministerium einer Rechtsreferendarin in Offenbach, mit ihrem Kopftuch auf der Richterbank zu sitzen. Andere Stationen ihrer Ausbildung darf sie aber absolvieren.

Der Staatsgerichtshof entscheidet über Grundrechtsklagen und Verfassungsstreitigkeiten. Seine elf Mitglieder werden - genauso wie der als öffentlicher Kläger fungierende Landesanwalt - vom Landtag gewählt.


Aus: "Hessen: Verfassungsrichter stellen kritische Fragen zum Kopftuchverbot" (15. August 2007)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~E625AD472A1724D8BA0FEAA449F8CF510~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed
« Last Edit: August 16, 2007, 11:45:19 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #5 on: May 03, 2007, 11:11:57 AM »

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[...] Der Generalsekretär der großen Türken Gemeinde zu Berlin, Celal Altun, ist im Gegensatz zur Bundesregierung mit dem Verlauf der Islamkonferenz sehr unzufrieden. "Die Entwicklung gibt keine Hoffnung", sagte Altun der Berliner Zeitung. So würde das Aufenthaltsrecht während des Dialogs durch das Zuwanderungsgesetz weiter erschwert. Bei der Konferenz selbst würde nicht das breite Spektrum der Muslime berücksichtigt. "Muslimische Frauen sind durch die Kritikerinnen am Islam einseitig vertreten", so Altun mit Blick auf die im Gremium sitzende Soziologin Necla Kelek. Altun unterstützte den Schriftsteller Feridun Zaimoglu, der sich vor wenigen Tagen dafür ausgesprochen hatte, auch konservative Musliminnen für die Islamkonferenz zu gewinnen. "Deren Ausgrenzung ist paradox", sagte Altun. Er habe zudem den Eindruck, das Gremium sei nach politischem Ermessen zusammengesetzt.

Ähnlich reagierte Burhan Kesici von der konservativen Islamischen Föderation. "Die Zusammensetzung der Islamkonferenz ist problematisch, weil dort viele Islamkritikerinnen Mitglied sind", so Kesici zur Berliner Zeitung. Die konservativen Verbände würden sicherlich eine Muslimin mit Kopftuch finden und in das Gremium schicken, wenn es den Auftrag dazu gebe.

Der Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte dagegen der Berliner Zeitung: "Es bleibt bei der Zusammensetzung." Die Organisationen würden ohnehin nur für ihre Mitglieder sprechen. Außerdem sei zumindest die Mehrheit der türkischen Muslime nicht stark religiös. Erneut kündigte Kolat an, dass die Gemeinde ein Kompetenzzentrum der Religionen plane, wo Wissenschaftler sich mit dem Islam auseinandersetzen.


Aus: "Der Anfang eines steinigen Weges" Marlies Emmerich (Berliner Zeitung, 03.05.2007)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/650399.html

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[...]  Schiffauer bemängelt, in Deutschland werde die Zunahme des Kopftuch-Tragens mit einer Zunahme des konservativen Islams gleichgesetzt. "Wir verstricken uns in symbolische Konflikte", mahnt er und vermisst Pragmatismus. "Unsere Schulen haben wichtigere Sorgen als getrennten Schwimmunterricht." Politiker sollten weniger wie Juristen und mehr wie Soziologen denken.


Aus: "In muslimischer Szene ist vieles in Bewegung" Von  Claudia Utermann (01.05.2007)
Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/politik/objekt.php3?artikel_id=2807855


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[...] Welche Schwierigkeiten bei der Konferenz aufkommen könnten zeigte sich u.a. an der Forderung von Muslimen nach getrenntem Sportunterricht für Jungen und Mädchen noch vor der Konferenz.

Dies stieß bei der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung , Maria Böhmer (CDU) auf harte Kritik. „Dies sei alles andere als ein gelungener Auftakt für das zweite Zusammentreffen“, sagte Böhmer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir werden nicht zulassen, dass eine kleine Minderheit von Rückwärtsgewandten hier die Regeln ihrer Großväter zu installieren versucht", sagte sie. Kulturelle Vielfalt sei schön und bereichernd, betonte Böhmer, doch die Gleichberechtigung der Geschlechter sei "ein nicht verhandelbares Grundrecht".

Der neu gegründete Zentralrat der Ex- Muslime in Köln forderte ganz offen die Auflösung des Gremiums. Der Zentralrat warf den Beteiligten vor, nicht über die allgemeinen Probleme zu reden, wie eine bessere sprachliche oder berufliche Integration. Sondern vor allem über die von muslimischen Verbänden geforderte Sonderregelungen, wie Islam- Unterricht, den Bau von Moscheen und der nach Geschlechtern getrennte Sportunterricht. "Damit wird die Integration nicht gefördert, sondern dem Ausbau von parallelgesellschaftlichen Strukturen Vorschub geleistet".

Die Konferenz scheint nicht unter den besten Voraussetzungen in die nächste Runde zu gehen und die Beteiligten werden wohl noch einen langen Weg hinter sich bringen müssen. Der offizielle Diskussionsprozess ist auf zwei Jahre angelegt. Und nach der jetzigen Sachlage werden diese zwei Jahre auch notwendig sein.


Aus: "Ein Prozess von Jahren" Von Ivana Miolin (3. Mai 2007)
Quelle: http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=03052007ArtikelPolitik2

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[...] Einen Dialog stiften zwischen dem deutschen Staat und den hierzulande lebenden Moslems - das war es wohl, was sich Innenminister Schäuble gedacht hat, als er die Islamkonferenz einberief. Daraus geworden ist bislang etwas anderes, nämlich eine Art Gruppentherapie für die islamischen Wortführer selbst. Nun ist es für Nicht-Moslems ja auch eine Erkenntnis, dass der Islam in Deutschland keineswegs der monolithische Block ist, als den ihn manche gerne fürchten. Vielmehr eine höchst differenzierte Szene von Säkulären, gemäßigt Säkularen, Gläubigen, Tiefgläubigen, deren innere Widersprüche zu erleben auf der Gegenseite auch therapeutisch wirken kann. Insofern kann man Schäuble recht geben: Der wichtigste Erfolg dieses Dialogs ist, dass es ihn gibt. Gut, dass man über die Dinge redet - so ist das bei einer Therapie. (nz/dpa)

Aus: "(«Westfalenpost»: Dialog wichtigster Erfolg) => Presseschau: Schäuble-Therapie für Muslime" (NZ; 03. Mai 2007)
Quelle: http://www.netzeitung.de/deutschland/636070.html

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[...] Auf die Frage, weshalb der Zentralrat denn keine Frau zur Teilnahme an der Islamkonferenz gebeten habe, wurde übrigens mitgeteilt, die dafür in Betracht kommende Frau sei berufstätig, andere Frauen hätten im Haushalt zu tun. Vom Schriftsteller Feridun Zaimoglu wiederum, der sich mit dem Angebot, für eine fromme Muslima seinen Platz zu räumen, in die Zeitungen, wie er sagen würde, „gehypet“ hatte, war auf der Konferenz keine Rede, er selbst war erneut verhindert.

[...] Integration ist alles andere als eine abstrakte Formel, sondern der Inbegriff einer ganzen Reihe von Problemen, die von Bildung über Frauenrechten bis zum Verhältnis zur staatlichen Judikatur reichen. Wenn Klassenfahrten an deutschen Schulen nicht zustandekommen, weil muslimische Eltern das als glaubenswidrig empfinden; wenn nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums acht von hundert türkischen Frauen in einer erzwungenen Ehe leben; wenn Koedukation und mitunter sogar Bildung überhaupt von extremen Muslimen für entbehrlich gehalten wird, was heute im Sportunterricht einen Anlass finden mag und morgen in Geschichte oder Deutsch - Empfindlichkeit ist erfinderisch -, dann ist es, in den Worten von Berlins Innensenator Erhart Körting (SPD), tatsächlich nötig, die „Zeit der Höflichkeiten“ zu beenden.

[...] Eine der wichtigen Leistungen der Islamkonferenz ist es darum, sichtbar zu machen, mit wem man es bei denen eigentlich zu tun hat, die dem Staat Bedingungen setzen wollen, zu denen sie integrationsbereit wären. In diesem Hinsicht ist es bemerkenswert, dass der „Koordinierungsrat der Muslime“ es abgelehnt hat, die Werte, auf denen das Grundgesetz ruht, als auch für Muslime konsensfähig zu bezeichnen.

Man wisse nicht genau, was das sei, hieß es in der Konferenz. Aber dass sechsjährige Mädchen ein „Schamtuch“ zu tragen haben und als sexuelle Wesen nicht mit Jungen turnen dürfen, das weiß man schon. Die Bedeutung der Konferenz liegt darin, darauf zu bestehen, dass diese Diskrepanz zwischen politischem Beteiligungswillen, deklarierter Absicht zur Integration und Resistenz gegen die säkularen Prämissen dieses Gemeinwesens nicht akzeptabel ist.

Aus: "Extremer Islam: Der Schariavorbehalt" Von Jürgen Kaube (Text: F.A.Z., 03.05.2007, Nr. 102 / Seite 33)
Quelle: http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E5F1623A938A84127960F232FFC26433B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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[...] während man sich auf der Konferenz geschlossen zeigte, wurde hinter den Kulissen heftig gestritten. Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu hatte in der taz gedroht, seinen Platz bei der Islamkonferenz aufzugeben, sollte nicht eine selbstbewusste Kopftuchträgerin an der Runde teilnehmen dürfen. Mit seiner Kritik löste er eine neue Debatte aus und beendete die Zeit der Nettigkeiten. Denn Islamkritikerinnen wie Necla Kelek und Seyran Ates reagierten empört. Das Innenministerium jedoch versicherte der taz, dass über einen weiteren Platz für die umstrittene Kopftuchträgerin nachgedacht werde. Die aber war gestern nur im Hintergrund zu sehen.

Neben derlei öffentlich ausgetragenen Konflikten wird auch in den einzelnen Arbeitsgemeinschaften gestritten. Bei der Bearbeitung eines gemeinsamen Positionspapiers wird vom Innenministerium das Bekenntnis zur "Werteordnung der deutschen Gesellschaft" gefordert. Die Vertreter des neu gegründeten Koordinationsrats der Muslime (KRM) aber wollten das aber nicht unterzeichnet. "Der Ton wurde von Minute zu Minute rauer" erzählt die Zahnärztin Ezhar Cezairli, unabhängige Vertreterin. "Aber wir säkularen Muslime haben schließlich durchgesetzt, dass wir uns auf das Grundgesetz geeinigt haben", sagte Cezairli der taz.


Aus: "Dialog, 2. Versuch" CIGDEM AKYOL (taz vom 3.5.2007, S. 2, 110 Z.)
Quelle: http://www.taz.de/dx/2007/05/03/a0035.1/text.ges,1

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[...] Muslime, also Deutsche, die ihr grundgesetzlich geschütztes Recht auf freie Religionsausübung genießen wollen, müssen derzeit, insbesondere im Umfeld der Islamkonferenz, erleben, dass man ihnen allerlei Vorschriften, Tipps und Empfehlungen zum besseren Frommsein ins Stammbuch schreibt: Sie sollten besser einheitlich organisiert sein, nämlich so wie die christlichen Kirchen; sie sollten sich in ihrer Außendarstellung, was also Moscheenarchitektur und Muezzinrufe angeht, grundsätzlich und überhaupt in allem bescheidener geben als, sagen wir, die Katholiken in Bayern; und sie müssten, das empfiehlt heute jeder Zeitungsleser, eine Reformation ihrer Religion vollziehen.

Diese Empfehlung geht umso leichter von den Lippen, als längst vergessen ist, welche blutigen Begleiterscheinungen die europäische Reformation zeitigte und dass diese Kosten von Nichtmuslimen ohnehin nicht zu tragen wären. Wer einer Religion nicht angehört, kann alles Mögliche von ihr fordern. Und wer als Atheist im staatlichen deutschen Klassenzimmer immer die Kruzifixe, manchmal das Morgengebet und häufig Nonnen und Priester in Tracht erlebt hat, die unterwegs waren, Religionsunterricht zu erteilen, kann sich nur wundern, mit welcher Verve nun plötzlich gegen die Zurschaustellung religiöser Symbole im Klassenraum vorgegangen wird.

Auch die allgemeine und brennende Sorge um das Wohlergehen und Fortkommen von Mädchen aus muslimischen Migrantenfamilien ist schön, aber überraschend: Jahrzehntelang hat dieses Thema wirklich keinen interessiert, Schulen, Jugendämter, Vereine hätten sich doch schon längst mal um die Förderung türkischer Frauen und Mädchen kümmern können.

Die öffentliche Rede über den Islam in Deutschland klingt immer noch so, als wolle jemand exotische Pflanzenarten importieren: von Besonderheiten, Anpassungsschwierigkeiten und wechselseitigen Prozessen ist die Rede, als gingen nicht längst Millionen von deutschen Migranten in die Moschee zum Beten, ohne dass unser Land auch nur irgendeinen Schaden davon genommen hätte. Aber selbst erfahrenen Journalisten entfährt es bei den Berichten zur Islamkonferenz: "die Deutschen sagen", "die Muslime sagen". Es wird noch lange dauern, bis die schon 1949 erdachte und garantierte Möglichkeit, dass man als deutscher Staatsbürger auch etwas anderes sein mag als ein Christ, sich in der Sprache niederschlägt.

Das Bemühen, den Islam zu kommentieren und unserem Bild gemäß zu korrigieren, übertrumpft derzeit die gebotene Zurückhaltung im Umgang mit einer Religion, der man nicht angehört, und verstellt vor allem den Blick auf die gegenwärtig besorgniserregenden Probleme und Perversionen in den westlichen Demokratien.


Aus: "INTEGRATIONSPROBLEME: Der Hochmut des Westens" Von Nils Minkmar
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,481268,00.html

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[...] KÖLN. Der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) hat den deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble aufgefordert, die Islamkonferenz aufzulösen und stattdessen den Integrationsgipfel voranzubringen. Die Islamkonferenz fördere nicht die Integration von Zuwanderern, sondern behindere sie, schreibt der ZdE in seiner heutigen Presseerklärung.

Anstatt gegenüber den Anhängern der islamischen Herrschaftskultur die Prinzipien einer freiheitlichen und säkular-demokratischen Gesellschaft deutlich zu machen, spiele der deutsche Staat mit der Islamkonferenz den Islamisten in die Hände. Gesprochen werde nicht etwa über eine Verbesserung der Sprachintegration und der beruflichen Ausbildung, die allen Zuwanderern zu Gute käme, sondern über die Verfestigung und Ausweitung von Islamisierungstendenzen in Deutschland wie Moscheebau, Islamunterricht, Schächten, geschlechtsgetrennter Sportunterricht, islamkonforme Berichterstattung etc. Damit werde nicht die Integration gefördert, sondern dem Ausbau von parallelgesellschaftlichen Strukturen Vorschub geleistet.

Mit Nachdruck wandte sich der ZdE gegen die staatlich geförderte Schariatisierung des öffentlichen Raumes. Er wertete es als Skandal, dass „dogmatische Kopftuchträgerinnen mit ihrem überkommenen Geschlechterrollenmodell" hierzulande als selbstbewusste „Vorreiterinnen der Emanzipation" geschönt würden. Integriert werden könnten nur anpassungsbereite Menschen, die moderne demokratische Lebensregeln akzeptieren und sich mit ihnen identifizieren. Grundanforderung hierfür sei die Anerkennung, „dass Religion Privatsache ist und islamische Organisationen somit nicht als politische Interessenverbände mit Alleinvertretungsanspruch agieren können."


Aus: "Ex-Muslime fordern Auflösung der Islamkonferenz" (hpd; 30 Apr 2007)
Quelle: http://hpd-online.de/node/1816

« Last Edit: May 08, 2007, 11:23:06 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #6 on: May 08, 2007, 11:54:01 AM »

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[...] Peter Sellers ist ein Schelm. Auf eine Interviewfrage zu seiner Persönlichkeit hat der Schauspieler einmal geantwortet, dass er früher eine Persönlichkeit gehabt habe - diese habe er sich aber operativ entfernen lassen. Glücklich, wer derlei von sich behaupten kann. So ganz ohne Persönlichkeit nämlich entzieht man sich einer wachsenden Gefahr: dem Bedürfnis, sein Gegenüber in enge Schubladen zu stecken. Besonders seit den Terroranschlägen des 11. September ist ein solches Phänomen vermehrt zu beobachten. Waren menschliche Identitäten zuvor noch zusammengesetzt aus Dutzenden Einzelbausteinen - Nationalität, soziale Stellung oder politische Überzeugungen -, so wird im "Kampf der Kulturen" nur noch nach einem Kennzeichen gerastert: der religiösen Zugehörigkeit.

Diese Erfahrung hat zumindest der 1933 in Indien geborene Ökonom Amartya Sen gemacht. In seinem gerade erschienenen Buch "Die Identitätsfalle" warnt der Nobelpreisträger eindringlich davor, menschliche Individuen in zu kleine und farblose Kulturkästchen hineinzuzwängen. Diese nämlich seien mitverantwortlich für die Zuspitzung eines nur oberflächlich religiös codierten Konflikts. Einzig eine erneute Freisetzung des Ichs könne das Steigerungsspiel von Terror und Antiterror durchbrechen. "Die große Hoffnung auf Eintracht in unserer aufgewühlten Welt", so Sen, "beruht auf der Pluralität unserer Identitäten, die sich überschneiden und allen eindeutigen Abgrenzungen entgegenstehen."

Für Amartya Sen ist eine solche Betrachtung der Welt nicht neu. Als Ökonom hat er des Öfteren auf die Bedeutung komplexer Subjekte im Kontext klassischer Marktsituationen verwiesen. War es ihm bis dato jedoch nur darum gegangen, argumentative Lücken in der sogenannten Public Choice Theory aufzuzeigen, indem er daran erinnerte, dass Individuen nicht primär nach marktrationalen Überlegungen, sondern nach persönlichen und kollektiven Entscheidungsmerkmalen agierten, so hat er diese Gedanken nun auf die aktuelle politische Situation übertragen.

Individuen, so Sens Leitidee, richteten ihr Handeln für gewöhnlich nicht nach Glauben und Bekenntnis aus, sondern lassen sich von einer Vielzahl von Einzelkriterien leiten. Ein streng abgrenzbarer Ich-Kern, wie ihn etwa Samuel Huntington in seiner populären Schrift über den "Clash" der Zivilisationen" voraussetzt, ist für den engagierten Wirtschaftswissenschaftler ein Phantom.

Wenn es kein eindeutiges religiöses Ich gibt, dann gibt es auch keinen eindeutigen Religionskrieg, so lautet die Schlussfolgerung aus Sens anregendem Gedankenspiel. Wer künftig den "Kampf der Kulturen" entschärfen wolle, der solle daher nicht einfach das Konzept umdrehen und statt auf Kampf auf Dialog setzen; vielmehr gelte es zu hinterfragen, ob sich die Menschheit tatsächlich in klar voneinander abgrenzbare Kulturen unterteilen lässt. Ein solcher Glaube, so Sen, "vernebelt nicht nur die Gehirne derer, die die These vom Kampf bereitwillig unterstützen, sondern auch derjenigen, die sie in Zweifel ziehen möchten, sich dabei aber an die Grenzen des vorher festgelegten Bezugsrahmens halten".

Amartya Sens Essay mit Überlegungen zu Politik, Philosophie, Kulturgeschichte, Wirtschaftstheorie und Globalisierung ist im besten Sinne radikal. Er legt die Wurzeln einer populären wie gefährlichen Denkungsart frei. Das hochgeschätzte Gerede vom "Kampf der Kulturen" zehrt von logischen Fehlern. Dass die "Identitätsfalle" ein lieb gewonnenes Geplapper wie das von der Frontstellung der Religionen zum Schweigen bringen könnte, ist zu bezweifeln.


Aus: "Gott ist nicht die Antwort" von Ralf Hanselle (06.05.2007)
Quelle: http://www.ftd.de/karriere_management/rezensionen/:Gott%20Antwort/196100.html

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« Reply #7 on: June 06, 2007, 09:13:40 AM »

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[...] Das Gericht wies die Klage der muslimischen Lehrerin ab, deren Einstellung als Beamtin auf Probe wegen des Kopftuchs abgelehnt worden war. Mit dem Tragen des Kopftuchs aus religiösen Gründen gebe die 28-jährige Deutsche ein Bekenntnis zum Islam ab, und verstoße damit gegen das staatliche Neutralitätsgebot an den Schulen, hieß es in der Begründung des Verwaltungsgerichts.

Die junge Frau hatte ihr zweites Staatsexamen mit der Note 1,9 bestanden. Ihr Weg in den Staatsdienst schien bereits beschlossene Sache, als der Düsseldorfer Bezirksregierung im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass die gebürtige Türkin ein Kopftuch trägt. Weil sie sich weigerte, das konfliktträchtige Stück Stoff in der Schule abzunehmen, sprach ihr die Behörde die Eignung für das Lehramt ab. Nun ist sie arbeitslos und überlegt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen oder in ein anderes Bundesland zu wechseln.

Das Gericht hatte sich unterdessen mit der Frage zu beschäftigen, was ein "islamisches" Kopftuch ist. Denn die Klägerin hatte zugesichert, eine modische Variante "ohne Assoziationen zum Islam" tragen zu wollen. Allerdings müssten Ohren und Haare vollständig bedeckt sein. Ohnehin sei ihr Kopftuch mehr ein kulturelles Bekenntnis und schon gar kein Unterdrückungs-Symbol: Sie habe es gegen den Willen ihres Vaters zu tragen begonnen. Das Gericht befand aber, die Kopftuch-Varianten unterschieden sich nicht wesentlich vom "islamischen" Kopftuch. Erst im April hatte das Arbeitsgericht Herne die Klage einer türkischen Lehrerin abgewiesen, der gekündigt worden war, weil sie ein Kopftuch trug.

Das Kopftuch-Verbot missachten in NRW insgesamt zwölf Lehrerinnen. Der Streit mit den Behörden dauert schon ein Jahr. Zum 1. Juni 2006 war das neue Schulgesetz gültig geworden - und von den Bezirksregierungen so ausgelegt worden, dass das Tragen des Kopftuches im Unterricht verboten ist. Neben den Lehrerinnen gibt es noch sieben Referendarinnen im Land, die mit Kopftuch unterrichten. Bei ihnen scheint das Verfahren vergleichsweise einfach, sollten sie sich weiterhin weigern, ihre Kopfbedeckung abzulegen: "Die werden dann nicht in den Schuldienst übernommen", erklärte ein Sprecher des Schulministeriums in Düsseldorf.

Am 29. Juni muss das Düsseldorfer Arbeitsgericht einen weiteren Fall entscheiden. Eine Düsseldorfer Sozialpädagogin war nach dem Kopftuchverbot mit einer Baskenmütze in der Schule erschienen.



Aus: "Düsseldorf: Deutsche Muslimin scheitert mit ihrer Klage: Gericht bestätigt Kopftuch-Verbot" (05.06.2007)
Quelle: http://www.wdr.de/themen/politik/nrw/kopftuch_streit/070605.jhtml?rubrikenstyle=politik

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[...] Kruzifix-Beschluss (umgangssprachlich auch Kruzifix-Urteil) wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts genannt, mit der Teile der Bayerischen Volksschulordnung für verfassungswidrig erklärt und für nichtig erklärt wurden, wonach in jedem Klassenzimmer der Volksschulen in Bayern ein Kruzifix oder zumindest ein Kreuz anzubringen war. Der Kruzifix-Beschluss ist eine bedeutsame Entscheidung zum Verhältnis von Religion und Staat in Deutschland.

Beschwerdeführend waren drei Schüler sowie deren Eltern, die Anhänger der anthroposophischen Weltanschauung und gegen eine christliche Einwirkung auf ihre Kinder durch die Kruzifixe waren.

Das Gericht sah die durch das Grundgesetz uneingeschränkt gewährte Religions- und Glaubensfreiheit der Schüler aus Art. 4 GG verletzt, hier die sog. negative Glaubensfreiheit. In diese dürfe der einfache (Landes-)Gesetzgeber nicht im Rahmen sonst oft vorhandener Grundrechtsschranken eingreifen. Darüber hinaus hob das Gericht hervor, dass der Staat nicht nur eine religiöse Neutralitätspflicht aus der Verfassung habe (Art. 4 GG und Art. 140 GG, Art. 137 Abs. 1 Weimarer Reichsverfassung). Er könne sich vielmehr nicht selbst auf Religionsfreiheit oder eine bestimmte Weltanschauung berufen (hier also die christliche), da jedenfalls der Staat keine Religion hat und keine Grundrechte haben kann.

[...] Für die Rechtsentwicklung in Deutschland ist die Kruzifix-Entscheidung v.a. deshalb bedeutsam, weil das Verfassungsgericht konkretisierende Prinzipien für die Neutralitätspraxis in der Schule formulierte:

    * Neutralität durch Selbstrestriktion, wonach der Staat im Sinne der o.a. Kriterien nicht selbst eine weltanschauliche Position beziehen darf, wie es sonst ein Bürger als Grundrechtsträger tut,
    * Neutralität durch Pluralität, wonach der Staat das Nebeneinander der Religionen im Lichte einer toleranten und gegenseitigen Akzeptanz dulden und fördern soll,
    * keine Neutralität durch Sterilität, wonach der Staat nicht völlig teilnahmslos den Weltanschauungen gegenüber steht oder etwa seinen Bediensteten jegliche religiöse Betätigung untersagt. (Dies ist in der späteren Kopftuch-Entscheidung im Ergebnis fortgeführt, jedoch in Details eingeschränkt worden).

    * Das christliche Kreuz ist kein lediglich kulturelles Symbol und kein überreligiöses Symbol für Humanität oder Barmherzigkeit. Es ist das Symbol einer spezifischen Religion.
    * Art. 4 GG schützt davor, dass der Bürger in einem staatlich geschaffenen Pflichtraum (Schulpflicht) dem Einfluss eines bestimmten Glaubens ausgesetzt wird, ohne sich diesem entziehen zu können.
    * Auch für Personen im Sonderrechtsverhältnis wie etwa Schüler gilt das Grundrecht der Religionsfreiheit uneingeschränkt.
    * Bei Kindern unter 14 Jahren, die sich nicht auf die Religionsfreiheit berufen können, wird durch das "Kreuz in der Schule" die Freiheit der Eltern verletzt, ihre Kinder im Sinne einer bestimmten Weltanschauung zu erziehen (Art. 6 Abs. 2 GG – Erziehungsfreiheit).
    * Die Religionsfreiheit der Schüler bzw. das Erziehungsrecht der Eltern untereinander ist zu einem "schonenden Ausgleich" nach den Grundsätzen praktischer Konkordanz zu bringen.


Aus: "Kruzifix-Beschluss" (06/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kruzifix-Beschluss

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« Reply #8 on: June 11, 2007, 02:49:24 PM »

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[...] Berlin - In der zweiten Halbzeit stand das Spiel der A-Jugend von TuS Makkabi, einem jüdischen Fußballverein, und dem TSV Helgoland mit vorwiegend muslimischen Spielern kurz vor dem Abbruch.

Nach einem 0:2-Pausenrückstand entlud sich der Frust der Helgoländer in groben Fouls und wüsten Beleidigungen. »Guck nicht so hässlich, du Scheißjude, ich ficke deine Mutter«, bekam Christopher Jeckl von seinem Gegenspieler ins Gesicht geschleudert.

Zwei Makkabi-Spieler wurden nach dem Match im November 2006 bespuckt und körperlich angegriffen, eine Strafanzeige wollten sie nicht stellen. Ronald Popp, Trainer des TuS Makkabi: »Die Jungs haben sich aus Angst geweigert. Es kam zu bedrohlichen Äußerungen wie: Wir finden euch auch, wenn ihr uns anzeigt.«

Zwei Monate vorher waren die antisemitischen Ausfälle für die zweite Herrenmannschaft des TuS Makkabi noch unerträglicher – diesmal beim Spiel gegen den VSG Glienicke im Osten Berlins. Nachdem Fans »Jude verrecke« und »Wir bauen eine UBahn nach Auschwitz« gebrüllt hatten und der Schiedsrichter gegen die braunen Krakeeler nicht eingeschritten war, verließ die jüdische Mannschaft den Platz. [...]

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Hormone, Adrenalin, Dummheit und keine Perspetive
Verfasst von ben_ am So, 10/06/2007 - 11:55.

Ohne die Taten verharmlosen zu wollen, aber. Ich komme aus einer Stadt in der der allergrößte Teil der türkischen Jugendlichen Aramäer und damit Christen sind, und ich kann aus meiner eigenen Jugend berichten, dass die sich auch nicht anders verhalten. Ungebildete pubertierende Kerle aus einem sozial benachteiligten Umfeld sind wenig zimperlich. Hormone und Adrenalin bis zur Oberkante der Unterlippe, keine Erfolg, keine Perspektive und Anerkennung gibt es nur von anderen ungebildeten pubertierenden Kerlen der gleichen Ethnie - da ist Gewalt ein leichter Weg.

"Gewalt ist nun mal die ökonomischste und einfachste Art und Weise, Erfolgserlebnisse und Macht zu erleben. Aggression und Gewalt sind für diese Jugendlichen eine hoch ökonomische Überlebensstrategie.“

Quote
[Hier wächst eine Generation auf, die „Opfer“ als Schimpfwort kennt. Das ist bezeichnend. Denn sie sind Opfer, auch wenn sie es nicht wahrnehmen. Sie sind Opfer eines Schulsystems, das Gleichtaktung und Abgrenzung fördert. Dumme bleiben unter Dummen und Schlaue unter Schlauen dumm. Sie sind Opfer eines Wirtschaftssystems, das den Schwachen keine Chance gibt. Das Ergebnis sind elitäre Wichtigtuer, die BWL mit Philosophie verwechseln und eine ghettoisierte Masse ohne Perspektive, die sich ihr Weltbild aus der Bildzeitung und den Talkshows zusammenzimmert. Und die Kinder dieser Menschen blicken nun auf unsere durchökonomisierte Gesellschaft und orientieren sich an ihr. Oliver Lück formuliert dies im spOn-Interview so: „Gewalt ist nun mal die ökonomischste und einfachste Art und Weise, Erfolgserlebnisse und Macht zu erleben. Aggression und Gewalt sind für diese Jugendlichen eine hoch ökonomische Überlebensstrategie.“ Denn nichts anderes lehrt der Markt: das Recht des Stärkeren. In einer Gesellschaft, die sich im großen Maße mit der Ökonomie identifiziert, sind solche Auswüchse nicht wirklich überraschend. Im Grunde sind die Checker in Neukölln also „nur“ sehr konsequent und haben scheinbar begriffen, wie Deutschland tickt. Ich könnte ihnen fast gratulieren zu diesem Scharfsinn, aber das Thema ist zu ernst für Ironie.

Quote
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung zitiert heute Detlev Buck, den Regisseur des Films “Knallhart” (dpa-Meldung):

    “Das Recht des Stärkeren wird ihnen [den gewalttätigen Jugendlichen] doch in der Gesellschaft vorgelebt, sodass man schon die Frage stellen darf, wer eigentlich brutaler ist, die Jugendlichen in Neukölln oder so mancher Banker oder Manager, wo es oft gleichzeitig um Aktiengewinne in Millionenhöhe und um die Vernichtung von Tausenden von Arbeitsplätzen geht”, meint Buck. “Das ist doch das große Tehema in unserer Gesellschaft, da wird Radikalität vorgelebt bis zum Exzess.”

achim
03.04.2006 17:09

Quote
Uhf. Heftiges Zeug, ne?

Brachte mich wieder auf ein Gefühl: Hilflosigkeit. Wenn man, wie viele hier, offen ist für anderen (z.B. Ausländer) und klug genug ist zu wissen daß keine diese Probleme nur 1 Ursache hat, oder nur 1 einfache Lösung, was macht man dann? Wenn ich solche Probleme beobachte, ich denke 1000 Sachen gleichzeitig, sehe 1000 Sachen die geändert werden sollten, 1000 Möglichkeiten wie es schlechter oder besser werden könnte. Wo fang ich an, 1. es zu verstehen und 2. es zu ändern?

Zynisch betratchtet, ich wünsch mir ich wäre blöd genug um einfach “scheiss Ausländer!” sagen zu können. Oder vielleicht “wer arbeiten will findet was!” Davon kriegt man zumindest kein Kopfweh.
Matt
07.04.2006 00:12

Quote
Ich hasse Blogs. Ich hasse sie, wenn ich 220 Kommentare mit dem Versatzstück „es handelt sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem“ zusammenfassen kann. [...]
Fabian
08.04.2006 13:00

Quote
Also ich habe ehrlich gesagt den Überblick verloren: wer ist denn nun schuld? Das System an sich, die integrationsunwilligen Einwanderer, die verblödenden Medien, das Schulsystem insbesondere die Hauptschulen, die Lehrerinnen, die Kids selber, die Einwanderungspolitik, das ganze Land, die Schweden oder die rumschwabulierenden Intelektuellen in Blogs wie diesem?
kasos
09.04.2006 23:56

Quelle:  http://www.spreeblick.com/2006/04/02/du-opfer/
(242 Kommentare zu “Du Opfer!” (Stand: 2007.06.11))




Und weil man sich ja schlecht selber auf die Schnauze hauen kann, suchen sich diese Jungs nuneinmal ANDERE. In meiner Heimatstadt waren das zumeist die Russen, denen das nur gelegen kam, weil sie in der selben Situation waren. Und auch die waren kein Moslems.

Wir haben zuerst ein Problem mit ungebildeten, pubertierenden Kerlen aus sozial Benachteiligten Umfeldern. Gegen wen sich diese Gruppen richten scheint mir fast willkürlich und richtet sich danach, welcher Sündenbock gerade zur Stelle ist.

(Nachtrag: und wer mal am Wochenende in einen Zug mit Fußballfans geraten ist, die gerade von einem verlorenen Auswärtsspiel auf dem Weg nach Hause sind, der weiß, dass Gewalt und Verherrlichung des Nationalsozialismus auch da nicht unüblich sind.
Ich durfte das einmal mit den Fans von Borussia Mönchengladbach selber erleben, die nach 20 Minuten Fahrt und mehreren Bier anfingen, aus voller Kehle die Rückeroberung Ostpreußens zu fordern.)


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Quote
das gleiche paradoxe findet
Verfasst von flexton am So, 10/06/2007 - 10:40.

das gleiche paradoxe findet man auch in russland oder sonstwo. denen sollte mal jemand sagen das die die ersten waren die vom deutschen "herrenmenschen" gegängelt wurden. naja hass und unklugheit findet eben seine kanäle in diversen dingen.. das angebot an ideologien ist ja groß.


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auf youtube...
Verfasst von Hipper am Mo, 11/06/2007 - 07:28.

..kann man sich die entsprechenden Zeugnisse des Hasses anschauen - man geben einfach nur die Suchbegriffe "Araber + Juden" ein. Eine Entwicklung, die nicht wirklich überrascht, wenn man sich die progromartigen Vorfälle vor Augen führt, die sich unlängst in Frankreich ereigneten.

Übrigens ist Faschismus und Rassenhass keine Frage der Nationalität, sondern der (Un-)Geisteshaltung.

PS: Komisch das die deutschen Medien diese Videos ansonsten kaum thematesieren...na ja da sind halt keine Bundeswehrsoldaten zu sehen....


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to ben
Verfasst von ärztin am So, 10/06/2007 - 16:53.

Adrenalin ist auch ein Hormon.


Aus: "»Hitler gefällt mir«" Von Joachim Wagner (DIE ZEIT, 07.06.2007 Nr. 24)
Quelle: http://www.zeit.de/2007/24/Muslim-Antisemitismus

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Quote
Männlichkeit umfasst kulturell dem Mann zugeschriebene Eigenschaften. Dabei steht Männlichkeit dem Begriffspol Weiblichkeit gegenüber und ist wie diese ein kulturell-ideologisch verdichtetes Verständnis (im Gegensatz zum „Mannsein“, was die tatsächlich gelebte Vielfalt repräsentiert). Die über Männlichkeit den Männern zugeschriebenen Eigenschaften unterliegen unter anderem dem kulturellen und sozialen Wandel (vgl. Weib und Frau); sie werden mit den biologisch männlichen Merkmalen als verbunden angesehen (vgl. Männchen). Inwieweit diese Zuschreibungen für sozialisiert oder angeboren (oder sogar "natürlich" bzw. "göttlich gewollt") erachtet werden, unterliegt ebenfalls dem sozialen Wandel. Unterschiedliche Religionen, Weltanschauungen und wissenschaftliche Positionen bieten dazu verschiedenste Modelle als Antworten an. Im wissenschaftlichen Bereich beschäftigen sich vor allem die Gender Studies mit diesen Fragen.
Aus: "Männlichkeit" (06/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nnlichkeit

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Quote
[...] EY EY IHR HURESÖHNE ICH FICK EUCH ALLEEE WAS LABERT IHR [identität x] ALTER ICH FICK EUCH MAN IHR HUNDE KOMMT BLASEN MAN ICH FICK EUR MÜTTERN ALTER KOMMT DOCH BLASEN WEN IHR SO GROSE FRESE HABT KOMMT BLASEN MAN KOMMT BLASEN MAN IHR HUNDEFICKER WAS WAS LABERT IHR [identität x] MAN ICH WERD EURE MÜTTERN FICKEN ALTER KOMMT BLASEN MAN

[identität y] / - / [ort x] / Sonntag, 30. April 2006 9:44

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[...] ich fick euch alle was labert ihr über [identität x] und [identität x] alter ich fick euch alle ihr huresohne ihr könt nix nur schreiben wer das geschriben hat der sol mal vor eine [identität x] sagen der wird gefickt oder der sol mal vor mir sagen alter ich fick seine mutter kommt alle blasen wer was gehgen [identität x] hat der sol mal bei mir kommen wallah ich fick der jenige der was gehgen [identität x] hat was labert ihr da fürn mül kommt sagt doch vor eine [identität x] sag nur eine mal scheiß [identität x] der wird dir zeigen was scheiß [identität x] ist du hund ich fick alle wer was gehgen [identität x] hat alter und dir [identität x] fick euch auch ihr huresohne kommt blasen ey ich werd deine mutter ein blasen alter du hundeficker deine mutter werd ich ficken du hundefickker hahahahahahahahahahahahaahahhaahhahahahahahahaah KOMMT ALLE BLASEN ALTER ICH WERD EUCH ALLE FICKEN MAN WAS LABERT IHR HIR KOMMT BEI MIR IN BERLIN WALLAH ICH WERD EURE MÜTTERN FICKEN IHR HUNDESÖHNE NUR WER WAS GEHGEN [identität x] HAT ICH WERD MEINE SCHWANZ IN DEINE MUTTER IHR ARSCHLOCH REIN STECKEN KOMMT BLASEN ALTER HAUT MAL AB MAN ICH WERD DEINE KLEINE SCHWESTER FICKEN MAN DU HUND WAS LABERD IHR DA ÜBER [identität x] IHR HUNDEFICKER WER DAS GEDCHRIBEN HAT DER SOL MAL BEI MIR KOMMEN UND DIE WÖRTER SAGEN ALTER ICH WERD DENN INS ARSCHLOCH FICKEN KOMMT BLASEN IHT HUNDE JALLAH BYE IHR HUNDEFICKER

[identität] / [identität]@hotmail.de / [ort x] / Sonntag, 30. April 2006 8:57

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ihr affenkinder Was seit ihr über haupt für votzen [identität x]???
[identität y] / / Freitag, 28. April 2006 13:38

-.-

ich ficke [identität x] [identität y]
ich bin [identität x]  ich ficke [identität y] beharte möpsis o yeahhhhhhhhhhh komm on
[identität x] / [identität x]@hotmail.com / [ort x] / Montag, 24. April 2006 13:09

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Fuck die [identität x] ficken deine ganze [identität y] familie du [identität z]...
[identität x] / [identität x]@hotmail.com / [ort x] / Montag, 17. April 2006 15:56

Bruchstücke aus: "ROYALBUNKER /mailorder:  Forum: M.O.R. : N.L.P. - Kommentare... " (~2006)


Quelle: http://royalbunker.com/mailorder/forum/mornlp_020.php?PHPSESSID=d89d46bffe360bd9f0706af6a56065e8
(15.03.2007: Link + Text nicht mehr verügbar (gelöscht (?))...


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Quote
Als Nahostkonflikt bezeichnet man den bis heute ungelösten Konflikt zwischen Arabern und Israel (und im weiteren Sinne zwischen einer arabischen Fraktion aus Ägypten, Syrien, Jordanien, Libanon) sowie dem Irak und Iran mit Israel. Seine Geschichte ist definiert als der Zeitraum vom Beginn der zionistischen Einwanderung nach Palästina im 19. Jahrhundert bis heute. [...]
http://de.wikipedia.org/wiki/Nahostkonflikt

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Quote
Die psychische Identität stellt keine wie auch immer geartete eindeutige Essenz oder ein unveränderliches Wesen dar. Im Gegenteil: Identität als psychologisches Konzept geht geradezu davon aus, dass sich ein Mensch mit etwas "identifiziert", also ein äußeres Merkmal einer bestehenden Gruppenidentität als sein eigenes Wesensmerkmal annimmt.
Aus: "Identität" (06/2007)
http://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4t

« Last Edit: June 11, 2007, 03:31:59 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #9 on: July 02, 2007, 11:43:45 AM »

Quote
[...] (DCRS/IH) Am Sonntag den 3. Juni berichtete DCRS über den österreichischen Parteichef der FPÖ Christian Strache, der Ausländer als „vom Licht angezogene Motten“ bezeichnete.
Nun legt Strache nach. Er behauptet der Kulturkampf zwischen christlicher, europäischer Kultur und dem Islam habe längst begonnen. Moslems pflegten einen „Rassismus gegen Christen und die europäische Kultur“. Der Islamismus sei daher der „Faschismus des 21. Jahrhunderts“.
 
Weiter erklärte Strache, dass der Islam wichtige Erkenntnisse der Aufklärung, wie die Trennung von Staat und Religion und die Gewaltenteilung innerhalb eines politischen Systems nicht unterstütze und praktiziere. Wörtlich sagte der Österreicher, der Islam ist „Politik, Gesetz und Religion“ in einem.
 
Strache fordere daher für sein Land ein Bauverbot für Minaretten und Deutsch als Pflichtsprache für Predigten. Weiterhin müsse ein jährlicher Bericht über die „Islamisierung in Österreich“ erstellt werden.
 
Außerdem fordert Strache, dass finanzielle Familienförderung nur für Staatsbürger geleistet werde.


Aus: "Heinz Christian Strache legt nach: Kampf der Kulturen hat längst begonnen" (05. June 2007)
Quelle: http://www.dcrs.de/news/1099/69.html

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CHiLLi: In der Debatte wird oft der Huntington’sche „Kampf der Kulturen“ bemüht. Spielen unterschiedliche Kulturen hier eine Rolle?
Corinna Milborn: Kultur in dieser Debatte allzu oft einfach das Wort, das man heute dafür verwendet, wozu man vor sechzig Jahren Rasse gesagt hat. Ein neues Wort für eine alte Diskussion. Wenn man also von einem Dialog der Kulturen spricht, was ja auch unsere Bundesregierung macht, dann muss sich schon fragen, welche Kulturen hier miteinander reden und wer zu welcher Kultur gehört. Es wird immer so getan, als wäre Kultur etwas Monolithisches, in das man hineingeboren wird und das man dann nie wieder ablegt. Das ist aber völlig falsch. Kultur ist etwas, das sich dauernd verändert, vor allem durch Einwanderung.


Aus: "„Wir leben in keiner friedlichen Welt“ - Corinna Milborn über Einwanderung als Sündenbockpolitik und den G8-Gipfel" (19. Juni 2007)
Quelle: http://www.chilli.cc/index.php?noframes=1&id=72-1-433&from=

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[...] Nach Ansicht zahlreicher muslimischer Geistlicher und Politiker ist Rushdies Ehrung durch die Queen eine „Beleidigung für 1,5 Milliarden Moslems“

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syntron-de | 1548 Kommentare (21.06.2007 18:32)
Was für eine Geisteshaltung?
Egal was ein Mensch über wen oder was schreibt, darf es niemals zur Gewalt führen. Kritik an seinen Schriften kann gerechtfertigt sein, aber MEHR nicht. In einem zivilisierten Land darf niemand (niemand!) nur wegen seiner Äußerungen mit dem Tode bedroht werden. Die religiösen Äußerungen in vielen Ländern fallen auf die zurück, die sie gemacht haben. Wenn ähnliche Kritik an Jesus oder dem Papst ähnlich geahndet würde, hätten wir massenhafte Attentate auf der Welt. Wo bleiben in Deutschland die Proteste der entsprechenden geistlichen Führer gegen die Gewaltandrohungen gegen den Schriftsteller oder gegen England. Wir leben in freien Demokratien und nicht mehr im Mittelalter!

Quote
Darkey | 104 Kommentare (22.06.2007 10:44)
Monoperspektiv
Es gibt keinen Grund, sich bei uns auf das hohe Ross des Liberalimus zu setzen. Noch 1971 stand der Kirchenkritiker Deschner in Deutschland wegen „Kirchenbeschimpfung“ vor Gericht. Wenn der Autor des Artikels fragt, wieviele der muslimischen Politiker Die satanischen Verse jemals gelesen haben, muss er sich auch fragen lassen, ob seine Kenntnisse des Koran ausreichend sind, zu beurteilen, was einen gläubigen Muslim beleidigt. Huntingtons Begriff des „Kampf der Kulturen“ wirkt aus der Feder eines Kulturredakteurs etwas befremdlich, passt jedoch zur monoperspektiven Aussage des Artikels.

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edewecht | 1624 Kommentare (21.06.2007 17:48)
wem nutzen die Proteste?
Mir kommen die meisten Proteste gegen Rushdie, die Karikaturen usw. usw. doch sehr gelenkt vor. So kann man die Bevölkerung von existierenden Problemen ablenken und binden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass gebildete Moslems sich so manipulieren lassen, es sei denn, sie profitieren von diesen Protesten.

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archelys | 187 Kommentare (21.06.2007 16:47)
Ich schäme mich
für jene, die einem Schriftsteller mit dem Tode drohen, und für diese, die hochmütig dagegen angehen.

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Wini (21.06.2007 16:14)
Differenzieren
Das würde uns gut tun. Wer provozieren will (br. Königshaus) der wird auch die Folgen tragen müssen. Kritik an einer Person oder an einem Staat oder einer Religion muss nicht in provokanter Art und Weise erfolgen. Denn dann geht es nur um Macht und sonst nichts.

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NickNolte | 185 Kommentare (21.06.2007 23:05)
Ich fühle mich auch beleidigt
Durch die Aufforderung, Großbritannien zu vernichten und der Rechtfertigung der Ermordung Unbeteiligter, wegen nichts anderem als der Anerkennung und Würdigung eines ganzen Lebens voll harter Arbeit und großartiger Leistungen. Vielleicht haben islamische Fanatiker vor allem damit ein Problem?

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Modernist | 48 Kommentare (21.06.2007 21:39)
Freude
Wärend ich das so lese, freue ich mich schon auf das Paradies, den mir der Islam bietet - wenn er erst eine Weltreligion ist (freiwillig konvertiere ich nicht!). Dort wird dann nie mehr jemand beleidigt, und wenn doch: Todesstrafe! und der Unfriede ist gelöst. Einfach eine sehr friedliche Lösung. Sollte allerdings nicht der Islam gewinnen, sonder die "Demokraten" so freue ich mich auch. Besteht irgendein Verdacht auf eine Straftat, wird der Beschuldigte einfach nach Quantanamo gebracht. Dort verhört (nichts schlimmes Isolation für ein Jahr, Hitze, Kälte abwechselnd, verprügeln, beleidigen, Elektroschocks, Waterboarding - genehmigte Methoden eben) bis er alles zugiebt und sein Urteil unterschreibt. Auch dann sind wir die Straftäter los. Einfach Friedlich und schön. Der Menschheit sei Dank



Aus: "Sir Salman: Proteste gegen Rushdies Ritterschlag" Von Jochen Krauß (21.06.07)
Quelle: http://www.focus.de/kultur/buecher/sir-salman_aid_64040.html

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Quote
[...] Während meiner Kindheit in Vancouver bin ich immer samstags in eine islamische Schule gegangen. Mir wurde dort beigebracht, dass man Juden nicht trauen könne, weil sie nicht an Allah glaubten. Außerdem denke der Jude nur ans Geschäft. Aber als ich mich in meiner Nachbarschaft umsah, waren die meisten Geschäftsschilder in asiatischen Sprachen verfasst: Mandarin, Kantonesisch, Japanisch und Urdu - kein Hebräisch. Ich musste kürzlich wieder an diese Situation denken, als ich erfuhr, dass Salman Rushdie, der Autor von "Die satanischen Verse", von der englischen Queen zum Ritter geschlagen werden soll und der pakistanische Religionsminister darauf meinte, dass in Anbetracht der Tatsache, wie Rushdie den Islam beleidigt habe, Selbstmordattentate während der Zeremonie verständlich seien.

Als eine Muslimin sollte ich besser auch beleidigt sein - aber eher wegen dieser absurden Reaktion. Ich bin beleidigt, weil es nicht das erste Mal ist, dass westliche Ehrungen nur auf Gewalt stoßen. 1979, als der pakistanische Physiker Abdus Salam als erster Muslim einen wissenschaftlichen Nobelpreis bekam, begann er seine Dankesrede mit einem Vers aus dem Koran. Dennoch wurde Salam danach nicht in sein Land gelassen. Ich bin beleidigt, weil jedes Jahr mehr Frauen in Pakistan ermordet werden, weil sie angeblich die Familienehre verletzt haben. Ich bin beleidigt, weil im April die Mullahs in einer extremistischen Moschee in Pakistan eine Fatwa über die Umarmung zweier Menschen ausgesprochen haben.

Die Tourismusministerin hatte sich von ihrem Fallschirmlehrer nach einem erfolgreichen Sprung umarmen lassen. Der Sprung fand im Rahmen einer französischen Spendenaktion zugunsten der Opfer des Erdbebens in Pakistan im Jahr 2005 statt. Ich bin beleidigt, weil es eine Fatwa gibt, die Frauen dazu verurteilt, zu Hause zu bleiben und sich jederzeit zu bedecken. Ich bin beleidigt, weil sie Inhaber von Musik- und Videogeschäften dazu zwangen, ihre Läden zu schließen. Ich bin beleidigt, weil die Regierung diese wahnsinnigen Geistlichen mit Samthandschuhen anfasst, da sie andernfalls mit Selbstmordattentaten drohen. Ich bin beleidigt, weil am Sonntag mindestens 35 Muslime von anderen Muslimen bei einem Bombenangriff in Kabul und 80 Muslime in Bagdad in Stücke gerissen wurden, ohne dass Pakistan seine Glaubensgenossen öffentlich betrauert hat. Ich bin beleidigt, weil bei diesem mörderischen Blutbad ein atheistischer Professor namens Salman Rushdie wichtiger ist als das Schicksal all der vielen Muslime.

Ich bin auch beleidigt, weil so viele andere Muslime nicht beleidigt sind und gegen diese selbst ernannten Botschafter Gottes demonstrieren. Wir werden uns wundern, wenn der Islam eines Tages von Fundamentalisten erobert wird und wir immer noch mit der Möglichkeit hadern, uns selbst in der Masse gegen sie zur Wehr zu setzen. Wir sind einfach nur stumm.

Ich sage nicht, dass es einfach ist, sich gegen die Einschüchterungen zu wehren. Der vergangene Frühling hat es der muslimischen Welt noch schwerer gemacht. Ein 56 Mitglieder starkes Komitee der islamischen Länder hat den UN-Menschenrechtsrat dazu gebracht, eine Resolution gegen die Diffamierung von Religionen zu erlassen. Pakistan führte die Initiative an. Die Resolution erlaubt nun extremistischen Regimen, die Freiheit von Menschen noch weiter zu unterdrücken - und das unter dem Deckmantel des internationalen Rechts.

Nur einmal ließen die Menschen in Pakistan sich von den Politikern und den Geistlichen nicht mundtot machen. Als im vergangenen Jahr Bürgergesellschaften drei Jahrzehnte alte frauenfeindliche Gesetze auf sehr vorsichtige und sensible Weise untersuchten, haben selbst die Mullahs angedeutet, dass die Vorschriften möglicherweise nicht aus dem Koran und nicht von Gott stammen, sondern von Männern gemacht wurden. Es ist höchste Zeit, die Scheinheiligkeit im Namen des Islam zu verbannen. Salman Rushdie ist nicht das Problem. Die Muslime selbst sind es. Das erste Kopfgeld für Rushdie belief sich auf zwei Millionen Dollar, dann 2,5 Millionen. Und es steigt weiter. Die iranische Regierung sagte, dass das Geld gut angelegt sei. Es sieht so aus, als hätten nicht nur Juden ein Händchen fürs Geschäft.



Aus: ""Ich fühle mich beleidigt" - Eine Muslimin zu den muslimische Reaktionen auf den Ritterschlag für den Autor der "Satanischen Verse": Nicht Salman Rushdie ist das Problem" (22. Juni 2007)
(Irshad Manji, DER STANDARD/Printausgabe, 23./24.06.2007)
Irshad Manji ist Autorin des Buches "Plädoyer für einen aufgeklärten Islam", das ihr in einer Rezension der "New York Times" den 'Ehrentitel' "Osama bin Ladens schlimmster Alptraum" eintrug; die 1968 als Tochter eines Inders und einer Ägypterin geborene Publizistin musste 1972 mit iher Familie aus Idi Amins Uganda fliehen und lebt seither in Kanda; derzeit ist sie Forschungsstipendiatin an der US-Universität Yale.
Erstpublikation der Orginalfassung: "The Australian"; Übersetzung: Iris Marx
Quelle: http://derstandard.at/Text/?id=2931596
« Last Edit: August 19, 2007, 05:30:40 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #10 on: July 02, 2007, 12:18:09 PM »

Quote
[...] Ein Gespenst geht um im Hollywood-Kino. Es trägt ein Präzisionsgewehr mit Zielfernrohr und spricht Französisch ohne Akzent, es ruft: „Ah, merde, il est échappé!“ in sein Funkmikrofon und raucht, wenn wir nicht hinsehen, importierte Gauloises ohne Filter.

Im Ernst: Nicht nur in „Stirb langsam 4.0“, auch in mittleren Action-Produktionen wie Lee Tamahoris „Next“, der in ein paar Wochen ins Kino kommt, sind die Schurken der unteren Kommandoebene fast alle Franzosen.

[...] Sollte das eine neue Phase im Kampf der Kulturen sein? Uns kommt ein furchtbarer Verdacht: Schließlich hat jedes größere Studioprojekt eine Vorlaufzeit von drei, vier Jahren. Und vor genau vier Jahren, im Frühling 2003, als amerikanische Panzer und Kampfbomber zum letzten Schlag gegen den Superbösewicht Saddam Hussein ausholten, war der patriotische Teil Hollywoods gerade besonders sauer auf die Franzosen, die partout nicht in der „Koalition der Willigen“ mittun wollten. Ein Rotwein-Boykott wurde ausgerufen, die halbe Academy verzichtete demonstrativ auf Camembert (der Rest isst sowieso keinen Käse), und in den Hirnen trendbewusster Drehbuchautoren reiften, wie sich jetzt zeigt, furchtbare Pläne.

Stellen wir uns eine Skript-Konferenz in einem typischen Produzentenbüro vor, im Spätherbst 2003. „Jungs, wir müssen den Bösen in der Story endlich eine Adresse geben. Es können nicht alles Amerikaner sein, das wäre Nestbeschmutzung.“ - „Wie wär's mit Arabern?“ - „Vergiss es. Wir haben schon genug Ärger mit denen. Außerdem befreien wir sie ja gerade.“ - „Vielleicht Russen?“ - „No way. Die hatten wir fünfzig Jahre lang. Die sind durch.“ - „Dann Deutsche!“ - „Nazis? Die kann ich seit ,Indiana Jones 3' einfach nicht mehr sehen.“ - „Nehmen wir doch Polen oder Tschechen.“ - „Spinnst du? Das sind Freunde, die gehören zur Koalition der Willigen!“ - „Habt ihr schon mal an Franzosen gedacht?“ - „Das ist es. Froschfresser! Old Europe! Ich hasse diese Typen. Und lasst sie ruhig Französisch reden, das versteht kein Mensch, aber jeder begreift, dass sie was gegen Amerika aushecken. Habt ihr vielleicht jemanden in der Kartei, der aussieht wie dieser Oberfranzose, dieser Chirac?“

Quote
nichts neues
Harald Rechert (rechert)
28.06.2007, 15:27
Boesewichte hatten in Hollywood schon immer einen Franzoesischen Akzent. Ich erinnere an die "Restaurant-Software" in Matrix 2 und 3 oder die Intriganten in der Handelsallianz in Star Wars Episode 2.
Die Abneigung zwischen Franzosen und Amerikanern beruht auf Gegenseitigkeit und wird sicherlich auf beiden Seiten schon lange im Film karikiert.
 
-.-

einfaches Denken
Michael J.G. Unger (blnbuddy)
28.06.2007, 14:04
Hoffentlich verwechseln einfache Gemüter nicht wieder die Filme mit der Wirklichkeit, wie leider in der Vergangenheit immer wieder passiert!


Aus: "Kino: Die coolsten Killer kommen aus Paris" (Text: kil / F.A.Z., 28.06.2007, Nr. 147 / Seite 38)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/Doc~EFF5409ACC66C4F6DB071AF9DDE15ED08~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Reply #11 on: July 02, 2007, 12:45:33 PM »

Quote
[...] Ihr habt den Islam aus der Zeit unseres Propheten vergessen!, wetterte dieser Prediger. Das ist der Grund für die Teuerung, die Pest und die Niederlagen. Sabbernd und Speichel sprühend geißelte er die Menschen:

"Kaffee zu trinken ist Sünde, o ihr Gläubigen! Unser Prophet und Heiliger hat gewusst, dass Kaffee den Verstand benebelt, den Magen durchlöchert, Kreuzweh hervorbringt und unfruchtbar macht. Kaffeehäuser sind Plätze für vergnügungssüchtige Reiche, die Knie an Knie zusammenhocken und Sittenlosigkeiten jeder Art begehen."

Orhan Pamuk lässt dies Märchen einen Hund erzählen, der sich fragt: Warum räsoniert ein Prediger so über den Islam? Warum macht er die Kaffeehäuser schlecht?

Seine Abneigung gegen den öffentlichen Genuss des Kaffees ist so irrational wie seine Abneigung gegen Hunde, denkt sich der Hund. Denn der Prophet mochte eben Katzen statt Hunde. Einmal hat er sogar ein Stück von seinem Rock abgeschnitten, um eine Katze nicht zu wecken, die auf seinem Schoß eingeschlafen war. So weit Orhan Pamuks Märchen.

Der Islam ist wie die Katze des Propheten: Die einen wollen sie nicht wecken und alles so lassen, wie es war; die anderen mögen das undankbare Tier nicht, wecken es auf und schauen, dass sie ihren Alltag genießen können.

Einmal im Jahr, wenn sich das Meer langsam erwärmt, treffen sich deutsche und türkische Journalisten und sprechen über die Katze des Propheten. Die Türken, vor allem die in Deutschland lebenden, erzählen, wie sich in Istanbul langsam der Alltag verändert. Die Prediger aus der Provinz besetzen die Köpfe der Menschen.

Immer mehr Frauen tragen das Kopftuch, wenn auch ein modisches und teures; der Alkohol verschwindet langsam aus dem Alltag, vor allem im Fastenmonat; die Stadtverwaltung untersagt Bikini-Werbung auf den Plakatwänden.

Dabei ist der Kaffeehaus-Islam statt des Prinzipien-Islams nicht nur die Hoffnung vieler Intellektueller in der Türkei, sondern auch in den arabischen Ländern. "Ich wünsche mir eine Brücke übers Mittelmeer", träumt Professor Tarik Bary aus Kairo. Gerade die Pragmatiker in Ägypten erhoffen den Erfolg der Türkei als Modell eines islamischen Landes, das vom Westen akzeptiert wird.

"Die Türkei erinnert uns an eine Frau, die mit einem Mann zusammenlebt, ihn aber nicht heiraten darf", spielt der Ägypter auf die EU-Verhandlungen an, die aus arabischer Sicht den Stolz der Türkei verletzten: "Hier der türkische Student, dort der europäische Herr!"

Für die Araber sei der türkische Islam, also der Kaffeehaus-Islam, wie ein Hobby, das man mag und pflegt; es habe nichts zu tun mit den radikalen Muslim-Brüdern in Arabien, sagt der ägyptische Professor. So schauen die Araber, die klugen zumindest, gebannt auf die Europäer und fragen:

Schafft es Europa, auch einen nicht-christlichen Staat aufzunehmen?

Ist Europa bereit, die Demokratie in einem nicht-christlichen Land zu fördern (oder geht es davon aus, dass Islam und Demokratie unvereinbar sind)?

Gelingt es Europa, den Islam zu bändigen und mit der modernen Welt zu versöhnen?

Kommen die Türkei und die EU nicht zusammen, wird es kein islamisches Land schaffen. Die Türkei ist das Modell für die modernen Iraner, Ägypter und Marokkaner, für alle, die aus den Beduinenzelten aufbrechen wollen. Scheitert gar die türkische Demokratie, die am besten entwickelte der islamischen Welt, hätte dies fatale Folgen – auch für uns.

In Jordanien schwört man Blutrache nach einem Auto-Unfall: Der Kampf der Kulturen tobt schon in den islamischen Gesellschaften. Offen ist nur: Lösen ihn die islamischen Gesellschaften selber? Oder tragen sie ihn zwischen die Völker – und damit auch zu uns?


Aus: "Gedanken zur Zeit Türkei und Islam" Es gibt nicht einen Islam. Es gibt Muslime, die Raki trinken, es gibt Muslime, die streng sind und alle Regeln beachten. Was das für uns bedeutet, war Thema eines Kongresses in der Türkei. Von Paul-Josef Raue (Samstag, 23.06.2007)
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472071/artid/6898893
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« Reply #12 on: July 02, 2007, 12:51:20 PM »

Quote
[...] Neben leichter Kost befasst sich die Grande Nation im Kino leidenschaftlich mit dem Thema Integration. Die erste Regiearbeit des Schauspielers Roschdy Zem "Mauvaise foi" ist spannend, weil sie von der Last der Herkunft und Tradition erzählt. Clara ist Jüdin und mit dem Araber Ismael zusammen. Als die beiden ein Kind bekommen, sind sie durch ihre Familien gezwungen, sich mit Beschneidung, dem Ramadan und anderem zu befassen. Diese unbeholfenen, verkrampften Versuche, ihre eigene Identität zu wahren, führen zu kleinen Lügen in dieser bitter-süßen Liebesgeschichte. Roschdy Zem ist selbst Sohn marokkanischer Einwanderer und weiß, wovon er erzählt. Auch in "Mon frère se marie" des Schweizers Jean-Stéphane Bron findet der Kampf der Kulturen zwischen Asien und Europa innerhalb der Familie statt. capa


Aus: "Nicht nur l’amour: Die 7. Französische Filmwoche zeigt, was unsere Nachbarn sonst noch bewegt" (capa; 14.06.2007)
Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10953483/63369/
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« Reply #13 on: July 22, 2007, 12:14:36 PM »

Quote
[...] Vor der Preisverleihung hatte ein sichtlich und hörbar gebrechlich gewordener Marcel Reich-Ranicki aus Briefen und Schriften des 1786 in Frankfurt geborenen und 1837 im Pariser Exil gestorbenen Börne vorgelesen, der trotz aller Widrigkeiten feststellte: „Ich will ein Deutscher bleiben, mit all seinen Mängeln und Auswüchsen.“

Anschließend pries Helmut Markwort, der gemäß der Satzung des Preises nicht nur als Laudator, sondern auch als einziger Preisrichter fungierte, Henryk M. Broder als einen Publizisten, „der schreibt, wie Börne es verlangt“. Der Deutsche, so habe Börne in einem Brief aus Paris geschrieben, liebe den sanften Tadel und die stillen Vorwürfe; er, Börne, jedoch wolle ihnen „eine Stange zwischen die Rippen stoßen“. Markwort nutzte die Gelegenheit, um vor dem Islamismus als dem gefährlichsten Extremismus des 21. Jahrhunderts zu warnen, vor den demagogischen Fanatikern und deren Mitläufern, von denen jedes diktatorische System getragen werde.

Ein sichtlich gut gelaunter Preisträger verzichtete in seiner Dankesrede zunächst demonstrativ auf jede Bescheidenheit und bescheinigte Markwort, eine gute Wahl getroffen zu haben. Anschließend machte Broder sein vorheriges Nachdenken über den Inhalt seiner Rede öffentlich – er habe überlegt, ob er über einen seiner Lieblingspläne reden solle, eine Maßnahme zur Bekämpfung der Entvölkerung Ostdeutschlands, in deren Rahmen fünf Millionen Asiaten ins Land gelassen und mit jeweils 1000 Euro Startkapital ausgestattet würden.

Dann aber kam Broder doch noch zur Sache: Die Toleranz, beispielsweise gegenüber „zukünftigen Völkermördern“ wie dem iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadineschad, sei „eine Untugend, die den Verstand ausgeschaltet habe“. Toleranz, so Broder weiter, sei „die preiswerte Alternative zum aufrechten Gang“. Die „Toleranzkeule“, mit der der Rücksichtslose um sich schlage, um sich seinen Raum zu erkämpfen, dürfte eine bewusste Anspielung auf die Walser’sche „Moralkeule“ gewesen sein, die in der Paulskirchen-Friedenspreisrede von 1998 der Auslöser eines monatelangen erbitterten Streits gewesen war. Auch eine Attacke gegen den politisch korrekten Nobelpreisträger Günter Grass durfte nicht fehlen.

„Ist nur ein toter Polemiker ein guter Polemiker?“, hatte Helmut Markwort gefragt. Und Broder hatte in seiner Rede immer wieder die rhetorische Frage gestellt, ob er es sei, der verrückt geworden sei oder all die anderen da draußen. Den Vormittag jedenfalls beschloss er mit einem Text des im Jahr 2005 verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch. Dort heißt es: „Ich sing für die Verrückten/Die seitlich Umgeknickten/Die eines Tags nach vorne fallen/Und unbemerkt von allen/An ihrem Tisch in Küchen sitzen/Und keiner Weltanschauung nützen.“


Aus: "Eine Stange zwischen die Rippen - Publizist Henryk M. Broder ist mit dem Ludwig-Börne-Preis 2007 ausgezeichnet worden." (29.6.2007)
Quelle: http://www.zeit.de/online/2007/26/L-Broder

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[...] Broder wittert alles und jeden, der Menschen für dumm verkaufen will. Das hat ihn als Polemiker berühmt gemacht.

Deshalb schreibt Broder gegen alle, die vor dem Islamismus einknicken. Erst wenn auch Frauen in Saudi-Arabien Bikinis tragen dürfen, ist die Toleranz Europas nicht mehr eine einseitige gegenüber der muslimischen Welt. Amerika ist da kämpferischer, findet Broder und provoziert. „Amerika macht zwar vieles falsch, aber zum Schluss doch das Richtige“, sagt Broder. Dass er mit seiner jüdischen Familie vor den Nazis gerettet wurde, dazu hat Amerika beigetragen.

[...] Henryk M. Broder: "Anti-Amerikanismus ist kein deutsches Phänomen. Das gibt’s überall in Europa, aber er hat eine deutsche Komponente. Der Studienrat, der von einem schwarzen amerikanischen Soldaten befreit wurde, hat einen Groll auf Amerika. Nein, erstmal bin ich von Natur aus pro-amerikanisch. So wie ich pro-sowjetisch bin, weil, wenn ich mich recht erinnere, meine Mutter von den Russen befreit wurde und mein Vater von den Amerikanern. Also in dieser Familie war kein Platz für anti-amerikanische oder anti-russische Ressentiments."

"Gegen das Ressentiment haben die Amerikaner keine Chance – eben so wenig wie die Juden, so Broder: "Der Anti-Amerikanismus hat die gleiche soziale und psychologische Struktur wie der Antisemitismus: Arme Juden wurden verachtet, weil sie arm waren. Reiche Juden wurden verachtet, weil sie Ausbeuter waren. Revolutionäre Juden waren das zersetzende Element der Gesellschaft. Konservative Juden standen dem Fortschritt im Wege. Das ist das Ressentiment."

Was ihn jetzt aufregt, - und dazu holt er die Mohamed – Karikaturen herbei -, ist die Entschuldigung Europas für diese Karikaturen: ein Einknicken vor der Gewalt der Strasse in der muslimischen Welt, ein Verrat der Meinungsfreiheit: "Es hat keinen Fall vorher gegeben," sagt Broder, "da Vertreter der muslimischen Welt sich in einer solchen massiven Welle der Empörung erhoben, um gegen etwas zu protestieren, das im Westen stattgefunden hat. Die meisten Demonstranten hätten ja größte Mühe gehabt, auf einem Globus Dänemark zu zeigen. Also, es hat eine Welle der Empörung gegeben, und wie hat der Westen auf diese Welle der Empörung reagiert? Mit Entschuldigungen, mit Zurücknahmen. Keine einzige englische Zeitung z.B. hat es gewagt, diese Karikaturen nachzudrucken. Dafür hat aber der englische Außenminister Straw erklärt, das sei ein schändlicher Akt gewesen. Er hat sich für etwas entschuldigt, das gar nicht stattgefunden hat."

Belege für diese Art von Kapitulation liest Broder fast täglich in der deutschen Presse. Da wird er mit einer Dosis an Political Correctness konfrontiert, die er unerträglich findet. Mal sind Terroristen fehlgeleitete Idealisten, mal wird begrüßt, dass muslimische Mädchen mit amtlichem Segen vom Schwimmunterricht abgemeldet werden, und geradezu absurd findet Broder, dass so genannte Ehrenmorde kulturell relativiert werden: "Es kann nicht hingenommen werden," - so Broder - "es geht einfach nicht, dass jemand, der aus Anatolien her kommt, wenn er z.B. auf die Idee kommt, ein Mitglied seiner Familie zu misshandeln oder vielleicht seine Tochter umzubringen, weil sie sich unsittlich benommen hat, es geht nicht an, dass der mildernde Umstände zugesprochen bekommt, was bei deutschen Gerichten gang und gebe ist, die ein Allgäuer Bauer nie bekommen würde, wenn der seine Tochter malträtieren oder umbringen würde. Der kulturelle Hintergrund dient heute als Ausrede für alles."

Broder selbst ist Migrant, kam vor 50 Jahren mit seinen Eltern aus Polen in die Bundesrepublik. Am wohlsten fühlt er sich in Holland , wo er schon als Jugendlicher war, weil er dort, anders als in der damaligen Bundesrepublik, den liberalen Umgang mit Minderheiten kennenlernte. Diese Liberalität verteidigt er auch heute und versteht deshalb jene Muslime nicht, die die Vorteile dieser Liberalität für sich zwar nutzen, aber zugleich verachten.

Broder wünscht Europa noch multikultureller, noch vermischter, aber nicht auf Kosten seiner Freiheit. Es wäre ein absoluter Rückfall, wenn aus Angst vor beleidigten Muslimen religiöse Gefühle wieder als etwas Unantastbares gelten, das nicht verletzt werden darf: "Was soll man denn sonst verletzen, wenn nicht religiöse Gefühle? Seit wann kennen Leute, die sich der Aufklärung verpflichtet fühlen, Rücksichten auf religiöse Gefühle? Meine Gefühle als Nicht-Religiöser werden auch ständig verletzt, meine Gefühle werden verletzt, wenn im Iran 16-jährige Homosexuelle aufgehängt werden."

Oder wenn in Amsterdam der Regisseur Theo van Gogh von einem Islamisten ermordet wird, weil sein Film über die Lage der muslimischen Frau den Koran beleidigt habe. Das Drehbuch stammte von der Muslimin Ayaan Hirsi Ali, für Broder „die Jeanne d’Arc des 21. Jahrhunderts“: "Ayaan Hirsi Ali ist einfach großartig. Sie besteht auf den Werten, - sie als Somalierin, als Afrikanerin, als Frau, als Muslima, - besteht auf den Werten, die für viele Europäer völlig bedeutungslos geworden sind."

So habe man lange hingenommen, dass Lehrerinnen, weil unverschleiert, „Schlampen“ und „Nutten“ genannt werden, kritisiert Broder. Dieses Verhalten von muslimischen Schülern überhaupt zu benennen, gilt schon als tabu, und deshalb tut er es.

Henryk M. Broder: "Das ist nichts, was ich sozusagen mache, um die Welt zu verbessern oder um den Guten zum Sieg über das Böse zu verhelfen. Das ist mir eigentlich vollkommen egal."
Samuel Schirmbeck: "Das glaube ich nicht."
Henryk M. Broder: "Doch, doch, doch. Das ist mir alles vollkommen egal. Ich rege mich manchmal auf, manchmal finde ich Sachen komisch, manchmal finde ich Sachen lästig, und manchmal denke ich, das kann man denen nicht durchgehen lassen."

"Hurra, wir kapitulieren!“ – seine jüngste Streitschrift ist seit Monaten in Deutschland ein Bestseller. Mal sehen, wen er in der Frankfurter Paulskirche im Namen Börnes der „Lust am Einknicken“ überführen wird.

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Der Ludwig-Börne-Preis wird seit 1994 vergeben. Zu den bisherigen Trägern gehören der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der
frühere "Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein und der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger. Im vergangenen Jahr wurde der Journalist und Autor Wolfgang Büscher mit dem Preis geehrt.

Benannt ist der Preis nach dem Schriftsteller und Journalisten Ludwig Börne, der als Wegbereiter des politischen Feuilletons gilt. Börne wurde als Löb Baruch 1786 in Frankfurt am Main geboren und starb 1837 im Pariser Exil.


Aus: "Notorischer Nörgler und wacher Demokrat - Henryk M. Broder erhält Börne-Preis" Ein Beitrag von Samuel Schirmbeck für "hauptsache kultur" (24.06.2007)
Quelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5982&key=standard_document_31664360

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[...] Der Journalist Henryk Broder hat ein Buch "von der Lust am Einknicken" geschrieben. Gemeint ist die Selbstaufgabe Europas vor den moslemischen Horden - die von den europäischen Polit-Eliten und Medien bereitwillig hingenommene, ja sogar feige vorangetriebene Islamisierung Europas. Es geht also um ein Phantom, das wenig mit der Wirklichkeit und viel mit einer besonders böswilligen Form der Kriegspropaganda zu tun hat.

Das Thema ist nicht wirklich neu und schon gar nicht originell. Die britische Historikerin Gisèle Littman, bekannter unter ihrem Künstlernamen Bat Ye'or, hat seit 2004 in einer Fülle gleichförmiger Artikel und einem Buch (1) beschrieben, "how Europe became Eurabia", wie Europa zu Eurabia wurde. Man beachte die Vergangenheitsform: Der Prozess ist bereits abgeschlossen. Behauptet zumindest die Autorin, die darüber hinaus meint, der gegenwärtige Verrat der europäischen Eliten sei sehr viel schlimmer als das britisch-französische Einknicken vor Hitler in München 1938 (2).

Artikelüberschriften wie "How Europe Died" (3), "While Europe Slept" (4), "Europe's Suicide?" (5), "The Slow Death of Europe" (6), "Eurabia is no Fairytale" (7), "The Rapid Islamization of Europe" (8), "Eurabian Nightmares" (9), "Goodbye Europe, Hello Eurabia" (10), "The Muslim Brotherhood's Conquest of Europe" (11), "Why Al-Qaeda Will Dominate the European Union" (12) und "France: The Republic of Paristan" (13) - solche Artikelüberschriften erinnern mich an die reißerischen Titel antisemitischer Broschüren der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Und die Liste dieser Headlines, die oft so klingen, als kämen sie direkt aus einem Irrenhaus oder von einem Besäufnis pubertierender Jugendlicher mit einem ziemlich schrägen Humor, ließe sich noch lange fortsetzen. Jeden Moment erwarte ich die Parole "Die Moslems sind unser Unglück" (14) und den Kampfruf "Europa erwache!"

Denn dass Europa endlich erwachen und sich dem von den USA und Israel angeführten neuen Kreuzzug gegen die islamische Welt anschließen möge, das erhoffen sie sich alle als Ergebnis ihrer Klagen und Alarmrufe. Keiner von ihnen macht daraus ein Geheimnis. Letztlich auch Broder nicht, selbst wenn er seine Bekenntnisse zur Notwendigkeit des Straflagers Guantanamo, zu den segensreichen Folgen des Irakkrieges und zur Berechtigung des Einsatzes von Atomwaffen gegen den Iran etwas verdruckst und hintenherum vorträgt, als schäme er sich doch noch ein ganz klein bisschen über sich selbst. Broder leistet seinen Beitrag zum antiislamischen Kreuzzug vorzugsweise, indem er dessen Kritiker mit Schmutz bewirft, ohne selbst mit allerletzter Klarheit Farbe zu bekennen, worauf er eigentlich konkret hinaus will. Statt direkt für den von den Neokonservativen ausgerufenen "Weltkrieg" zu werben, lästert Broder lieber, dass sich Bin Laden über jede Antikriegsdemonstration freue. (S. 137) Und die Schlussfolgerung, bitte?

Broder schreibt zu Guantanamo: "Die Vorstellung, ein Unschuldiger könnte jahrelang festgehalten werden, ist ein Albtraum. Andererseits übersteigt die Idee, man könnte dem Terror nur mit rechtsstaatlichen Mitteln beikommen, die Grenzen zum Irrealen. Es ist, als ob man die Feuerwehr auffordern würde, sich bei ihren Einsätzen an die Straßenverkehrsordnung zu halten und auf keinen Fall eine rote Ampel zu überfahren. (...) Gegenüber Terroristen 'fair' zu sein, auf verdeckte Ermittlungen zu verzichten und im Verfahren alle Quellen offen zu legen, käme einem Verzicht auf eine Verfolgung gleich." (S. 124) - Die Rede ist, wohlgemerkt, von Guantanamo, dessen Gefangene überhaupt nie mit gerichtlich nachprüfbaren Vorwürfen und irgendeiner noch so unperfekten Form von Verfahren konfrontiert werden. Weiß Broder das nicht, oder verdrängt er es einfach nur? Und woher bezieht er seine Gewissheit, dass die US-Regierung mit ihrem "Krieg gegen den Terrorismus" Feuerwehr ist - und nicht etwa Brandstifter?

Den sachlich zutreffenden Hinweis, dass der "Krieg gegen den Terror" jetzt schon um ein Vielfaches mehr Menschenleben gekostet hat als der Terror selbst, kontert Broder mit dem Gegenargument: "Solche Fragen sind nicht zynisch, sie sind dumm. Denn in dieser Rechnung sind die irakischen Opfer des Saddam-Regimes nicht enthalten, hunderttausende von Menschen, die verfolgt, gefoltert und getötet wurden." (S. 134) - Mit runden Zahlen ist Broder sehr flott, Quellen nennt er meist nicht, wie auch in diesem Fall. Wie auch immer: Über den tyrannischen Charakter des Saddam-Regimes muss und kann nicht gestritten werden. Tatsache ist aber, dass sich unter der US-Besatzung eine Situation entwickelt hat, die von einer großen Mehrheit der Iraker als noch erheblich schlimmer als die früheren Zustände empfunden wird. Einem Bericht des UNO-Hochkommissars für Flüchtlinge zufolge haben seit Kriegsbeginn (März 2003) mehr als 1,6 Millionen Iraker das Land verlassen. Laut New York Times vom 8. Dezember 2006 beträgt die Auswanderungsrate im Tagesdurchschnitt 3.000 Menschen, ein Vielfaches mehr als zur Zeit Saddam Husseins.

Grundsätzlich ist die Idee, man dürfe und müsse moslemische Länder überfallen, um deren Bevölkerung zwangsweise zu "befreien", pervers und menschenfeindlich. Im Fall Iraks kommt hinzu, dass der Angriff ausgerechnet einen Staat traf, in dem islamische Fundamentalisten denkbar wenig zu sagen hatten - und ganz sicher weitaus weniger als derzeit.

Zur "Option" eines amerikanisch-israelischen Atomschlags gegen Iran schreibt Broder: "Das Berliner Büro der 'Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges' hat ein Papier veröffentlicht, in dem die Folgen eines amerikanischen Atomschlags gegen den Iran beschrieben werden: Mehr als zwei Millionen Menschen würden in den ersten 48 Stunden sterben, eine Million würde schwere Verletzungen erleiden. Zehn Millionen würden verstrahlt. Nur eine Frage wurde in dem Papier weder gestellt noch beantwortet: Was wären die Folgeschäden eines iranischen Atomschlages?" (S. 158)

Was versucht uns der Dichter damit zu sagen? Dass ein Atomschlag gegen den Iran immer noch vergleichsweise das geringere Übel, also "sittlich geboten" ist, wie es der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht 1976 bezüglich der Anwendung der Folter formuliert hatte? Oder was sonst? Der Autor verrät es uns nicht, und er möchte es sich offenbar selbst auch gar nicht so genau eingestehen. Denn sonst bekäme er vielleicht doch beim Blick in den Spiegel, beispielsweise während des Rasierens, ernsthafte Probleme.

Wohlverstanden: Die Rede ist von iranischen Atomwaffen, die selbst in den kühnsten Phantasien neokonservativer Kriegshetzer zumindest derzeit gar nicht existieren und die es nach offiziellen amerikanischen und israelischen Schätzungen auch in den nächsten Jahren nicht geben wird. Die Behauptung, Teheran strebe die Entwicklung solcher Waffen aber immerhin an, obwohl es stets das genaue Gegenteil behauptet, ist reine Glaubenssache. Es gibt dafür nicht die geringsten Beweise. Verglichen damit waren die seinerzeitigen kriegsbegründenden Erzählungen über Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen, die später nie gefunden wurden, geradezu grundsolide und hochwissenschaftlich.

Daniel Bax diagnostiziert Broders "psychische Störung" als Hysterie. (15). Mir scheint diese Deutung zwar nicht absolut ausgeschlossen, aber doch unwahrscheinlich. Broder wirkt auf mich in keinem einzigen Moment seines Buches wie jemand, der ernsthaft an das glaubt, was er schreibt. Ich denke, er spielt den Hysteriker lediglich, um dem Zweck zu dienen, den er für den guten hält: literweise Benzin ins entfachte Feuer des "Clash of Civilizations" zu kippen.

Ich will diesen Verdacht auch begründen: Henryk Broder und ich sind derselbe Jahrgang (1946), er knapp zwei Monate jünger als ich. Wir haben also die selben Abschnitte deutscher Nachkriegsgeschichte im selben Alter erlebt. Anfang der 70er Jahre, als ich der Redaktion einer linken Zeitschrift angehörte, hat Henryk Broder, der damals ehrenvolle Fehden mit deutschen Rechten und "Ewiggestrigen" austrug, punktuell mit uns zusammengearbeitet. Ich will damit sagen: Henryk Broder weiß, wovon die Rede ist. Er kennt den gesamten rechten und rechtsextremen Diskurs. Und er merkt vermutlich auch heute noch ganz genau, wenn er sich aus dem Dreck bedient, gegen den er in früheren Jahren angekämpft hat. Wie fühlt man sich denn als Rechtspopulist, der verzweifelt so tut, als wäre er ein geistig minderbemittelter Leserbriefschreiber der BILD-Zeitung? Also kein intellektuell begabter Journalist von 60 Jahren mit einem großen Erfahrungshintergrund, sondern bloß ein ganz armes Würstchen, das außer einem Sack von blödsinnigen Ressentiments nicht viel vorzuweisen hat?

Ein konkretes Beispiel. Broder schreibt, gleich zu Beginn seines Buches, es gehe "um 1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen" (S. 13). "Unvorhersehbare Reaktionen" meint im Kontext, da ist gar kein Zweifel möglich, alle Arten von Gewalttätigkeit, bis hin zum Terrorismus. (16) - 1,5 Milliarden Individuen, von denen Broder doch höchstens einen Bruchteil persönlich kennt. 1,5 Milliarden Individuen, denen Broder exakt die selben Eigenschaften zuschreibt. Menschen völlig unterschiedlicher Kulturen, zwischen denen es riesige Unterschiede auch in religiöser Hinsicht gibt.

Welcher Mensch, und wäre sein IQ noch so niedrig, kann ernsthaft einen solchen Quatsch glauben? Und es geht ja dabei nicht um heitere, harmlose, womöglich sogar selbstironische Vorurteile, wie etwa, dass alle Schotten geizig oder alle Touristen in Brighton schwul seien. Sondern es geht um die Ausgestaltung eines Feindbildes, und zwar letztlich mit knallharten militärischen Konsequenzen. Also um ein widerwärtiges Spiel mit Hunderttausenden von Toten, um nur die Untergrenze zu kennzeichnen.

Ein weiteres konkretes Beispiel. Broder lobt den Fleiß und Bildungshunger der in Deutschland lebenden Vietnamesen und fragt, warum es - seiner Ansicht nach - die Moslems denn nicht ebenso machen. Als Antwort schreibt er: "Vielleicht weil sie" (die Vietnamesen) "aus einer Kultur kommen, in der Arbeit und Lernen zu den primären Tugenden gehören, während es bei den Moslems aus der Türkei und den arabischen Ländern (natürlich mit Abstufungen) vor allem die Ehre, der Respekt und die Unterwerfung sind. Hier stößt eine Kultur des Fleißes und der Betriebsamkeit mit einer Kultur der Scham und der Schande zusammen, die auf jede 'Provokation' beleidigt und aggressiv reagiert." (S. 113)

Ich halte jede Wette, dass Broder, der zwar möglicherweise ein bösartiger Mensch, aber doch alles andere als ein Idiot ist, es besser weiß. Aber selbst wenn nicht: Er müsste nur das Branchenbuch einer deutschen Großstadt zur Hand nehmen, um sich von der Existenz einer Vielzahl kleiner und großer türkischer Geschäftsleute, iranischer Ärzte, und was sonst noch Zeichen einer "Kultur des Fleißes und der Betriebsamkeit" sein mögen, zu überzeugen. Geh rein in einen türkischen Imbiss, sprich mit den Leuten, mach dir ein Bild von ihrem harten Arbeitspensum - und hör auf, Hunderttausende von Menschen zu diffamieren!

Doch, wie gesagt, ich glaube nicht, dass Broder diesen Ratschlag wirklich braucht. Er weiß es. Er hat in Wirklichkeit gar keine persönliche Vorurteile gegen Moslems. Er spielt "aus übergeordneten Interessen" den Ausländerfeind, ohne wirklich einer zu sein. Das macht sein Tun nicht besser, sondern schlimmer.

(Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken. Verlag Wolf Jobst Siedler jr., Berlin. 2006.)

Knut Mellenthin

Erweiterte Fassung eines Artikels, der demnächst in Nr. 1/2007 der Vierteljahreszeitschrift Wissenschaft und Frieden erscheint

Anmerkungen:

1) Bat Ye'or: Eurabia, The Euro-Arab Axis. 2005. Bat Ye'or hat den Begriff "Eurabia" zwar nicht erfunden, wohl aber dessen Anwendung als Schimpfwort für die angebliche "Islamisierung" Europas. Sie behauptet, dass seit der sogenannten Ölkrise von 1973 eine geheime Verschwörung zwischen den europäischen und arabischen Eliten bestehe. Europa habe sich dadurch vom Bündnis mit den USA gelöst und sei "in den arabisch-islamischen Einflussbereich übergewechselt". Deshalb führe Europa, so Bat Ye'or, einen "versteckten Krieg gegen Israel". Als hervorragenden Beweis nennt sie, dass die Europäer die Forderung nach einem Palästinenserstaat akzeptieren.
Ein unübersehbares Netz von Websiten propagiert die "Eurabia"-Ideologie und treibt auf dieser Linie rechtspopulistische "Volksaufklärung". Broders Arbeiten werden dort vielfach zitiert. Einige Beispiele:
www.eurabia.blogse.nl/
www.politicallyincorrect.de/
www.europenews.blogg.de/
www.buergerbewegungen.de/islamheute-2.pdf
www.akte-islam.de/1.html
Henryk Broder selbst betreibt mit einigen Freunden die Website
www.achgut.com/dadgdx/
auf der häufig empfehlende Links zu Texten der "Eurabia"-Ideologen zu finden sind.

2) Bat Ye'or: Beyond Munich - The Spirit of Eurabia. In: FrontPageMagazine.com, July 2, 2004. Das Online-Magazin FrontPage ist ein wichtiger Treffpunkt dieser politischen Strömung. Der Artikel war das Transkript eines Vortrags, den die Autorin auf einem Seminar im Französischen Senat gehalten hatte.

3) Sebastian Villar Rodriguez im FrontPageMagazine, 20.9.2005

4) David Forsmark im FrontPageMagazine, 3.5.2006. Der Autor besprach dort das Buch "While Europe Slept: How Radical Islam is Destroying the West from Within" von Bruce Bawer.

5) Interview mit Morten Messerschmidt im FrontPageMagazine, 26.4.2006. Messerschmidt ist Parlamentsabgeordneter der nationalistischen, rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei, die sich gegen Einwanderung und Multikulturalismus einsetzt.

6) Guy Millière im FrontPageMagazine, 26.4.2006

7) Bruce Bawer im FrontPageMagazine, 18.4.2006

8) Robert Spencer im FrontPageMagazine, 18.9.2004. - Den Wahlsieg der spanischen Sozialisten im März 2004 bezeichnete Spencer als den "größten Sieg der radikalen Moslems seit dem 11. September oder sogar seit der Khomeini-Revolution im Iran". "Osama bin Laden ist dadurch praktisch spanischer Außenminister geworden." (The Rise of "Eurabia", FrontPageMagazine, 18.3.2004)
Spencer ist offiziell verantwortlich für die sehr aufwendig und arbeitsintensiv gemachten antiislamischen Webseiten Jihad Watch und Dhimmi Watch. Der Umfang dieser stets aktuellen Seiten übersteigt bei weitem die Möglichkeiten eines Individuums und lässt den Verdacht auf Geldgeber und Organisatoren zu.

9) Andrew G. Bostom im FrontPageMagazine, 13.3.2006

10) Lowell Ponte im FrontPageMagazine, 28.3.2006. Der Autor malt auf die von Rechtsaußen bekannte vulgär-demographische Weise das Aussterben der Europäer an die Wand.

11) Lorenzo Vidino im FrontPageMagazine, 14.3.2005. Der Autor ist stellvertretender Direktor beim Investigative Project in Washington, das sich als "Antiterror-Forschungsinstitut" bezeichnet, und Autor des neokonservativen Online-Magazins National Review.

12) Der frühere tschechische Präsident Pavel Kohout im FrontPageMagazine, 7.10.2004

13) Pete Fisher im FrontPageMagazine, 7.11.2005.

14) "Die Juden sind unser Unglück", behauptete der deutsche Historiker und Reichtagsabgeordnete Heinrich von Treitschke (1834 - 1896) in seinem 1879 veröffentlichten Artikel "Unsere Aussichten". Der Satz wurde zum Motto des deutschen Antisemitismus. Broder hat sich inzwischen immerhin zu der Parole "Die Europäer sind unser Unglück" vorgearbeitet. So die Headline eines Textes, den er am 28.7.2004 auf seine Website setzte. Broder beklagte sich dort bitter über die europäische Kritik an Israels "Sperranlage", in Israel offiziell als "Fence", Zaun, verniedlicht.

15) "Humoristische Hasspredigt". Im taz Magazin vom 18.11.2006.

16) Als Modell für die allen 1,5 Milliarden Moslems der Welt unterstellte Verbindung von "chronischem Beleidigtsein" und "unvorhersehbaren Reaktionen" gelten Broder die Proteste gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen. Er schreibt: "Millionen von Moslems, die keine Gelegenheit hatten, auch nur einen Blick auf die Zeichnungen zu werfen, und die nicht einmal wissen, wo Dänemark liegt, demonstrieren gegen die Kränkung des Propheten, angefeuert von Imamen, die eine eigene Agenda haben." (S. 18) - "Millionen"? Woher nimmt Broder das? Er verrät es nicht. 100.000, höchstens 150.000 Demonstranten weltweit dürfte der Realität nahe kommen. Im Rückblick ist erstaunlich, wie klein die meisten der Demonstrationen (Anfang Februar 2006) waren. In Djakarta, der Hauptstadt Indonesiens (das Land mit der größten Moslembevölkerung der Welt), 300 Menschen. 2.000 bis 5.000 Protestierer in der bengalischen Hauptstadt Dhaka, einer Stadt mit über sechs Millionen Einwohnern. Ungefähr ebenso viele in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, einem Land, in dem es mehrere große islamistische Oppositionsparteien gibt. Ein paar hundert Menschen im afghanischen Kabul. 3.000 Demonstranten in Kairo, einer Stadt mit über 15 Millionen Einwohnern. Die größten Proteste fanden in Beirut und in der marokkanischen Hauptstadt Rabat mit jeweils etwa 20.000 Teilnehmern statt. "Millionen"?
Broder und die Fakten: nicht gerade eine Traumpaarung. An mehreren Stellen seines Buches (u.a. S. 45) behauptet Broder, es gebe in Deutschland "mehr als 2.000 Moscheen". Aus dem Kontext wird deutlich, dass er diese Zahl reichlich groß findet und meint, dass weitere nicht mehr benötigt werden. Das Online-Lexikon Wikipedia schreibt, dass es im Bundesgebiet mehr als 2.600 Räumlichkeiten gibt, die von Moslems religiös genutzt werden. Überwiegend handelt es sich um Gebetsräume in Wohnhäusern, ehemaligen Garagen oder Lagerräumen und ähnliche Provisorien, von denen viele vom immer noch diskriminierten Status der moslemischen Religionsgemeinschaft zeugen. Nur 143 der Objekte seien "echte" Moscheen, so Wikipedia. Also eigene Sakralbauten. Erst seit wenigen Jahren bauen moslemische Gemeinden in Deutschland verstärkt wirkliche Moscheen - und stoßen dabei auf ähnliche Akzeptanzprobleme wie früher die deutschen Juden bei der Errichtung ihrer Synagogen.


Aus: "Broders Kampf gegen den Untergang des Abendlandes" Von Knut Mellenthin (1.1.2007)
Quelle: http://www.knutmellenthin.de/artikel/aktuell/aktuelle-artikel/broders-kampf-gegen-den-untergang-des-abendlandes-112007.html

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Henryk Modest Broder (* als Henryk Marcin Broder am 20. August 1946 in Katowice, Polen)[1] ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.
http://de.wikipedia.org/wiki/Henryk_Broder

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Knut Mellenthin (* 3. Juli 1946 in Wolfsburg) ist ein deutscher Journalist und lebt in Hamburg.
http://de.wikipedia.org/wiki/Knut_Mellenthin


« Last Edit: July 22, 2007, 12:54:55 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #14 on: August 14, 2007, 03:57:44 PM »

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[...] Einziger Programmpunkt der am Mittwoch in Brisbane gegründeten „Pauline's United Australia Party“ ist ein Einwanderungsverbot für Muslime.


Aus: " Australien: Partei will Muslimen Einwanderung verbieten" (15. August 2007)
Quelle: http://www.welt.de/politik/article1107466/Partei_will_Muslimen_Einwanderung_verbieten.html


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[...] Der niederländische Parlamentarier Geert Wilders hat in einem Kommentar für die Tageszeitung “Volkskrant” gefordert, man müsse den “Koran verbieten”.

Hintergrund sind Angriffe auf einen jungen Mann namens Ehsan Jami, der eine Vereinigung der Ex-Muslime gebildet hatte. Jami, ursprünglich iranischer Herkunft, war am 4. August von drei Männern nach dem Verlassen eines Supermarkts zusammengeschlagen worden.
Jami steht seither unter Personenschutz. Geert Wilders begrüßt dies und ergänzt:

    De kern van het probleem is de fascistische islam, de zieke ideologie van Allah en Mohammed zoals neergelegd in de islamitische Mein Kampf: de Koran. … Verbied dat ellendige boek zoals ook Mein Kampf verboden is! Geef zo een signaal aan de overvallers van Jami en andere islamisten dat de Koran in ons land nooit en te nimmer als inspiratie of excuus voor geweld mag worden gebruikt.

Will heissen: “Der Kern des Problems ist der faschistische Islam, die kranke Ideologie von Allah und Mohammed, wie sie im islamischen ‘Mein Kampf’ niedergelegt ist: im Koran. … Verbietet dieses elende Buch, so wie auch Mein Kampf verboten ist! Gebt denjenigen, die Jami überfallen haben, und anderen Islamisten ein Signal, dass der Koran in unserem Land niemals als Inspiration oder Rechtfertigung von Gewalt benutzt werden darf. ”

Na toll! Und um diese Selbstverständlichkeit durchzusetzen - dass religiöse Empfindamkeiten keine Rechtfertigung für Gewalt sein können -, muss man das heilige Buch der Muslime verbieten?

Die Partei von Herrn Wilders heißt “Partij voor de Vrihjheed” - Freiheitspartei! Schöne Liberale sind das, die solche Signale senden möchten.

Ausserdem wäre ich sehr dankbar, wenn die verharmlosenden Nazi-Vergleiche endlich unterbleiben könnten. Das ist wirklich langsam widerlich. “Mein Kampf” ist ein rassistisches Welteroberungs- und Völkermordprogramm. Der Koran ist das ausserordentlich vielschichtige Gründungsbuch einer universalistischen Offenbarungsreligion, deren Eroberungen und Gewaltexzesse ein würdiges Thema sind, aber mit exterminatorischem Rassismus Hitlerscher Art nichts zu tun haben.

Wenn man die Gewalt der jungen Lumpen, die einen (in ihren Augen) Apostaten zusammenschlagen, mit einem Koranverbot beantwortet (oder auch nur mit dem populistischen Ruf danach), bestätigt man sie darin, dass sie den Koran richtig ausgelegt haben.

Aber genau das will der feine Herr Wilders ja. Er ist selbst ein Hassprediger, der berechtigte Kritik am Islam und an der Mentalität junger Muslime für seine paranoide Angstpropaganda benutzt. So endet sein Artikel:

    “Ich habe genug vom Islam in den Niederlanden: keine muslimischen Immigranten mehr. Ich habe genug von der Verherung Allahs in Holland: keine Moscheen mehr. Ich habe genug vom Koran in Hollan: verbietet das faschistische Buch.”

Natürlich weiss Wilders ganz genau, dass es nicht möglich ist, den Koran zu verbieten. Es ist ihm letztlich ganz egal. Er ist ein liberaler Ayatollah. Seine Parole heißt: Es gibt keinen moderaten Islam.”
Er will den Bürgerkrieg herbeireden. Er ist der beste Partner der verhetzten jungen Marokkaner, die die Gesellschaft hassen, in der sie aufgewachsen sind. Er surft elegant auf den Ängsten einer verunsicherten Gesellschaft.

Wir müssen die freiheitliche Ordnung in Europa gegen die Islamisten und gegen Hetzer wie Geert Wilders verteidigen, die ihnen in die Hände arbeiten.

Ehsan Jami hat andere Verteidiger verdient.

Quote
Ist ihnen schon in den Sinn gekommen, daß Wilders recht hat, und sie gegen Wilders hetzen?
Kommentar von egon | 08.08.2007 | 5:29

Quote
“Und um diese Selbstverständlichkeit durchzusetzen…”
Es sind zwei Fragen:

- Wie gehen wir mit Muslimen um, die aufgrund ihres Glaubens den Koran auch in seinen gesetzes- und (unserer) moralwidrigen Vorgaben folgen?

- Wie gehen wir mit einem Buch um, dass literalgläubige Moslems zu gesetzes- und (unserer) moralwidrigen Handlungen auffordert?

Ne, drei:

- Warum müssen “Selbstverständlichkeiten” eigentlich erst durchgesetzt werden?

Es ist nicht der erste Ernstfall in Holland, und schon gar nicht in der Welt.
Herr Wilders ist für mich kein Hetzer, sondern jemand, der die breitere Öffentlichkeit mal darauf aufmerksam macht, was da so alles im Koran STEHT!

“der verhetzten jungen Marokkaner…”
…die Jungs selbst sind die Hetzer, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich finde ihren Kommentar leider sehr nebeldeutsch…
Kommentar von Sebastian D. R. | 08.08.2007 | 5:49

Quote
Schon das Verbot von ‘Mein Kampf’ ist übrigens eine zweifelhafte Maßnahme:

"Publish and debunk this relic of history" (July 27, 2007)
thttp://www.timesonline.co.uk/tol/comment/columnists/ben_macintyre/article2148193.ece
Kommentar von AM | 08.08.2007 | 6:11

Quote
Endlich mal ein Politiker, der den Anstand hat solche Probleme mal beim Namen zu nennen ! Herr Wilders hat Recht, das der Islam in Europa zu einen SEHR GROßEN PROBLEM geworden ist ! Schade das es nicht mehr Politiker gibt, die wirklich mal solche Missstände aufzeigen und dagegen vorgehen !
Anstatt wie es hier Herr J.L mal wieder in diesem Bericht macht, hätte man sich mit diesem Thema mal intensiver beschäftigen sollen und dann hätte man ( Er ) auch bemerkt, das Herr Wilders, was das Islam Problem betrifft, gar nicht so unrecht hat !
Andere Verteiger für Ehsan Jami, muß man erstmal finden, denn wie gesagt, die meisten Politiker trauen sich ja gar nicht, für solche Menschen sich richtig einzusetzen, weil sie ja nicht den Mut haben, solche Probleme beim Namen zu nennnen !
Kommentar von Andreas | 08.08.2007 | 6:45

Quote
Der Stossrichtung von Herrn Wilders Aussagen ist übrigens nicht ganz neu.
Alice Schwarzer hat bereits den Koran mit “Mein Kampf” verglichen.
“Nennen wir’s Faschismus ohne Duce oder Führer …. Den Europäern fällt es schwer, in den Spiegel des Islamo-Faschismus zu blicken und darin die Fratze der eigenen Geschichte auszumachen” (Josef Joffe, März 2004)
ect.pp… [...]

Kommentar von Sebastian D. R. | 08.08.2007 | 7:18

Quote
Der Bürgerkrieg kommt sowieso.
Wenn nicht jetzt, dann spätestens in 15 Jahren.
Nur die, die ihn zu verantworten haben, sind dann alt , tot oder in Forida, wie immer.
Kommentar von Logos | 08.08.2007 | 8:03

Quote
Alle Leserbriefe hier stoßen in das gleiche Horn. Ich persönlich habe die drei Hauptwerke von Ayatholla Khomeni gelesen, und muss auch sagen daß es (wie der Koran) zu 100% mit Hitlers “mein Kampf” zu vergleichen ist. Ohne die allergeringste Abstriche. Wegschauen und Schönreden erlebten wir schon 1932 mit dem bekannten Ergebnis. Heutzutage ist ein gleichartiger Zustand wie 1932 vorhanden. Es wird nicht ein Jahr dauern, sondern 10 bis 20, aber dann haben wier wieder den Schlamassel.
Kommentar von Karl Kaes | 08.08.2007 | 8:18

Quote
“Wie die Zeitung «Al-Watan» am Sonntag berichtete, kontaktierte die saudi-arabische Botschaft in Den Haag nun das niederländische Aussenministerium und verlangte eine Entschuldigung. “”
http://www.20min.ch/news/ausland/story/28391690

Quote
Saudis toben über Koranschändung (18.02.07)

Saudi-Arabien dringt nach den Koranschmähungen eines niederländischen Abgeordneten auf ein Eingreifen der Regierung in Den Haag.

Der Chef der Anti-Einwanderer-Partei PPV, Geert Wilders, hatte Muslime in den Niederlanden zuletzt aufgefordert, die Hälfte des Korans wegzuwerfen, falls sie im Land bleiben wollten.

Wie die Zeitung «Al-Watan» am Sonntag berichtete, kontaktierte die saudi-arabische Botschaft in Den Haag nun das niederländische Aussenministerium und verlangte eine Entschuldigung.

«Die Botschaft hat die niederländische Seite aufgefordert, solche Erklärungen und Handlungen zu stoppen», meldete das saudi- arabische Blatt weiter. Die beiden heiligsten Stätten des Islam liegen in Saudi-Arabien.

Wilders, der seit dem Mord an dem Filmemacher und Islamkritiker Theo van Gogh 2004 unter strenger Bewachung lebt, hatte in einem Interview auch gegen den Propheten Mohammed gewettert.

«Wenn Mohammed heute noch leben würde, könnte ich mir vorstellen, dass ich ihn als Extremisten geteert und gefedert aus dem Land jagen würde», sagte er der Zeitung «De Pers».


Quelle: SDA/ATS

Kommentar von Sebastian D. R. | 08.08.2007 | 8:26

Quote
Wilders ist ein Hassprediger. Er ruft öffentlich zum Hass gegen eine Minderheit auf. Das ist geistige Brandstiftung und Volksverhetzung. Aber was rege ich mich eigentlich auf, 95% aller Beiträge hier stammen ja eh von PI-Leuten.
Kommentar von mc | 08.08.2007 | 8:27

Quote
@mc
Stimmt mc! Was regen Sie sich auf? Ich empfehle Ihnen den “MuslimMarkt” als neue Startseite: das schont die Nerven!
Kommentar von lebowski | 08.08.2007 | 8:35

Quote
Lieber Jörg Lau, das ist mal ein merkwürdiger Kommentar. Sie tun so, als hätten Sie nicht längst wie viele andere gemerkt, daß etwas im schwange ist. Solche Gewächse wie Wilders sind eben das Ergebnis des jahrelangen Wegsehens und der Gleichgültigkeit. Natürlich hoffen Sie, daß sich die Islamproblematik durch Diskusionen und diese sinnlosen Konferenzen in Luft auflöst, der Bürgerkrieg kommt trotzdem. Noch nie in der Geschichte wurde eine derartige Konfrontation ohne Gewalt gelöst, Herr Wilders braucht nichts herbeizureden.
Kommentar von Riccardo | 08.08.2007 | 8:36

Quote
Im realpolitischen Sinne ist es schier unmöglich, den Koran zu verbieten. Wilders ist sich dessen sicher bewusst.
Ich begrüsse es wenn er in dieser durchaus markigen Form sein Missfallen äussert und es ist auch nötig diesen harschen Kontrapunkt zu setzen. Gäbe es solche statements aus der westlichen Welt nicht, würden wir ohne WENN und ABER islamisiert werden.
Durch solche Äusserungen wird den Muslimen, die es verfolgen, vor Augen geführt, dass es kulturelle GRENZEN gibt.
Die Ursachen für Wilders Unbehagen sind Dinge die in Holland geschehen sind - NICHT in Saudi-Arabien, Pakistan oder Afghanistan. Wir verlieren nur allzuleicht aus den Augen, dass es nicht die Europäer sind, die mit der Bibel unterm Arm in Pakistan Kirchen bauen wollen oder dort Ex-Christen verprügeln.
Die Aussage Wilders, er habe genug vom Koran in Holland, ist keine Hetze sondern gesunder Menschenverstand.
ODER WAREN ETWA DIE AUFKLÄRER, DIE UNSERE EIGENE GESCHICHTE VOM JOCH DER KIRCHENAUTORITÄT BEFREIT HABEN AUCH ALLES HETZE  ?
Kommentar von tati | 08.08.2007 | 8:45

Quote
Ob der Koran verboten gehört, eine gute Frage. Doch die Vergleiche mit “Mein Kampf” sind berechtigt. Ich habe nach einem Erlebnis mit einem arabischen Bekannten ein Interesse am Koran entwickelt und ihn gelesen. Als Fazit kann ich sagen das der Koran die Verkörperung einer Menschen verachtenden Ideologie ist, die Ihre Anhänger über alle anderen Menschen stellt. Ähnlich wie es die Nazis mit ihren Herrenmenschen Ansichten getan haben. Nicht nur ein Blick in den Koran sondern vor allem auch auf die Geschichte, die Ausbreitung des Islams, sollte einem bewusst machen mit welcher Gewalt und auch Heimtücke sich dieser Politglaube verbreitet hat.
Gerade heutzutage ist der naive Umgang mit dem Islam umso erstaunlicher, das Wissen über die langfristigen Ziele und dem was uns blühen wird wenn hier erstmal eine Muslimische Mehrheitsgesellschaft lebt, lässt sich durch den Koran und die Geschichte ablesen. Doch wem das zu anstregend ist der kann auch gerne mal die aktuelle Situation der Hindus in Kaschmir, einen Buddhisten in Süd-Thailand oder einen Christen im nahen Osten fragen was passiert wenn der Islam erstmal an Schlagstärke gewonnen hat. Aber selbst das würde vermutlich die Politik und die anderen Appeasementen nicht von Ihrem Weg abbringen.
Kommentar von Valkyrie Profile | 08.08.2007 | 8:55

Quote
An die Adresse des Bloggers Jörg Lau gerichtet:

Im Koran heißt es u.a.:

Sure 5 Vers 51:
O ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Beschützern (in der Koran-Übersetzung der Ahmadiyya-Gemeinde ist von „Freunden“ statt von „Beschützern“ die Rede). Sie sind einander Beschützer. Und wer sie von euch zu Beschützern nimmt, der gehört wahrlich zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.

Sure 2 Vers 221:
Und heiratet keine Götzenanbeterinnen, ehe sie glauben. Und eine gläubige Dienerin ist besser als eine Götzenanbeterin, mag sie euch auch noch so gut gefallen. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzenanbetern, ehe sie glauben. Und ein gläubiger Diener ist besser als ein Götzenanbeter, mag er euch auch noch so gut gefallen. Jene rufen zum Feuer, doch Allah ruft zum Paradies und zur Verzeihung mit Seiner Erlaubnis und macht den Menschen Seine Zeichen klar, damit sie Seiner gedenken mögen.



Dieser Vers (2:221), wie auch der zuvor zitierte (5:51), zeigt wie kaum ein anderer die Ähnlichkeit zwischen Islam und National-Sozialismus auf.
Und es sind u.a. diese beiden Verse, die verständlich machen, warum der “Gröfaz” Adolf Hitler laut einer Aussage seines Architekten Albert Speer den Islam für „die ideale Religion“ gehalten hat, nimmt der Koran in diesen beiden Versen doch wesentliche ideologische Elemente des National-Sozialismus vorweg, nämlich den Judenhass der Nazis (Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden) wie auch, wenngleich in abgewandelter Form, die Nürnberger Rassengesetze (Und heiratet keine Götzenanbeterinnen), was dem Verbots-Gesetz der Nazis, Juden oder Jüdinnen zu heiraten, verblüffend ähnlich klingt.

Der Koran repräsentiert den National-Sozialismus in seiner Urform !!

Eckhardt Kiwitt
Freising
Kommentar von Eckhardt Kiwitt | 08.08.2007 | 9:09

Quote
Der Islam ist totalitär, demokratie- und verfassungsinkompatibel, z.B. aufgrund der Sharia. Die Hetze im Koran gegen die Nichtmuslime (”Ungläubigen”) sowie die islamische Forderung an die “Umma” (Gemeinschaft der Muslime), im Dschihad die Ungläubigen zu bekämpfen und auf ihren Gebieten einen Gottesstaat zu errichten, könnte man ohne weiteres als Anstiftung zu extremistischen Terror gegen Nichtmuslime auffassen.

Wann wird der Islam in Deutschland endlich verboten?
Kommentar von Heinrich Koch | 08.08.2007 | 10:14

Quote
Ein alter Vorschlag (nicht nur) von mir :-)

Nur weil ein Verbot massive Probleme auslösen könnte darf man sich keine Denkverbote auferlegen lieber Herr Lau.
Wenn es um Scientology geht hat man in D-Land weit weniger Skrupel.

In jedem Fall sollte man den Muslimen in Europa signalisieren, unsere Geduld ist bald am Ende.
Kommentar von Tuotrams | 09.08.2007 | 12:23

Quote
@ Alle: Diese moralische Mehrheit hier lehrt mich das Grausen.
Kommentar von Jörg Lau | 09.08.2007 | 12:33

Quote
Also mich auch!
Kommentar von J.S. | 09.08.2007 | 12:47

Quote
@ Jörg Lau

Hier was wirklich grausiges:
Quote
[...] Im September 2006 hatte ich für den "Figaro" einen Artikel geschrieben mit dem Titel "Was muss die freie Welt gegen die Einschüchterungen der Islamisten tun?" Der Artikel war ein scharfer Widerspruch gegen den Druck des Islam auf den Alltag der westlichen Länder. Die extremen Erscheinungsformen dieser Religion wurden dabei kritisiert. Mit dem Artikel nahm ich ein verfassungsmäßiges und ebenso ein intellektuelles Recht in Anspruch. Der Ton war lebhaft und ironisch. In der Geschichte der europäischen Intellektuellen hat die antireligiöse Kritik durch Philosophen und Schriftsteller eine gut belegte Tradition. Die Feststellung, diese Kritik sei ein Element der Freiheit, ist dabei nicht ausreichend: Die Kritik fördert vielmehr die Freiheit. Mein Artikel war also in dieser Hinsicht für einen Europäer nichts Ungewöhnliches.

Sehr schnell jedoch wurde ich mit Todesdrohungen eingedeckt. Im Fernsehsender al-Dschasira gab mich der einflussreiche Prediger Yusuf al-Qaradawi namentlich der öffentlichen Schande preis. Mehr noch: Auf der offiziellen Website des Dschihadismus, Al Hesbah, wurde ich zum Tode verurteilt. Es erging ein Appell an alle Muslime der Welt, mir den Kopf abzuschneiden: "Diesem Schwein, das es gewagt hat, Mohammed zu kritisieren, muss der Kopf vom Leib getrennt werden." Diesem Todesurteil hinzugefügt wurden mein Foto, meine Adresse, meine Telefonnummer, die Adressen meiner verschiedenen Lehrtätigkeiten und eine genaue Wegbeschreibung zu meiner Wohnung. Die Mörder brauchten sich nur noch zu bedienen. Die Anweisung zum Mord und die Anfahrtsskizze wurden in der ganzen Welt verteilt, natürlich auch in den Vororten von Paris mit ihren islamistischen Netzwerken.

In diesem Augenblick brach mein Leben zusammen, ebenso das Leben meiner Frau und unserer Kinder. Die Familie wurde unverzüglich unter Polizeischutz gestellt. Gleichzeitig mussten wir unser Haus verlassen: Ein Foto davon war tatsächlich auf der Website der Terroristen zu sehen. Wir mussten uns verstecken, jeden Tag an einem anderen Ort, auf der Flucht, als wären wir Banditen. Man muss sich das einmal vorstellen: Wir konnten uns in unserm eigenen Land nicht mehr auf die Straße wagen; so schrieb die Polizei es uns vor, die uns in diesem Leben im Untergrund begleitete.

Wir hatten keinen festen Wohnsitz mehr; am Morgen wussten wir nicht, wo wir am Abend schlafen würden. Jeden Tag galt es, eine andere Zufluchtsstätte zu finden. Wir waren - unter dem Schutz des Staates - in unserm eigenen Land auf der Flucht, obwohl wir nichts verbrochen hatten. Wir konnten nur noch bei Nacht aus dem Haus, auf die Straße, einkaufen, irgendwohin spazierengehen, Freunde besuchen. Ich konnte nicht mehr zur Arbeit gehen: Von meiner Tätigkeit als Philosophielehrer wurde ich entbunden. Wir waren zwar noch am Leben, aber nicht mehr im Leben.

Diese Zeit der Treibjagd, dieses Vagabundieren ohne Tisch und Bett, als Nichtsesshafte, dauerte länger als einen Monat. Dann erlaubten die Behörden meiner Frau und mir, in unser altes Haus zurückzukehren, aber nur unter der Bedingung, dass wir dort im Dunkeln wohnten, Fenster und Türen geschlossen hielten, nicht mehr ausgingen und überhaupt den Eindruck erweckten, das Haus sei unbewohnt. Außerdem mussten wir es verkaufen.

Vom 20. September an war dieses Haus plötzlich wichtig genug, dauernd, rund um die Uhr, von der Gendarmerie bewacht zu werden. Ein oder manchmal zwei Mannschaftswagen und durchgehend mehrere Polizisten, gelegentlich mit automatischen Waffen, behielten das Haus im Auge. Die ganze Straße befand sich bis zum Tag unseres Auszugs Ende Dezember im Belagerungszustand.

[...] Ich bin Redaktionsmitglied der von Jean Paul Sartre gegründeten Zeitschrift "Les Temps Modernes", und als solcher sage ich: Noch nie wurde im modernen Frankreich ein Intellektueller wegen seiner Schriften verurteilt. Demzufolge musste auch noch niemand in Frankreich so leben, wie ich jetzt lebe: zurückgezogen in den Untergrund, beschützt von der Polizei, um einem Todesurteil zu entgehen, das Fanatiker im Ausland verhängt haben.

Die Polizei hat mich ermahnt, misstrauisch gegen jedermann zu sein. Das hat eine außerordentlich unschöne Konsequenz: Die Morddrohung, die über meinen Haupt schwebt, zwingt mich dazu, jeden anderen, vor allem wenn er arabisch aussieht, für verdächtig zu halten, für einen potenziellen Mörder, einen Menschen, der mich vom Leben zum Tod befördern möchte.

Ein normales Leben wird mir für alle Zeiten verschlossen bleiben: In dem kleinen südfranzösischen Dorf, in dem ich derzeit lebe, darf ich niemanden sehen, keine Bekannten haben; ich kann morgens nicht einfach aus dem Haus und Brot kaufen oder eine Zeitung, ich darf nicht ins Bistro, um da einen Kaffee oder ein Glas Rotwein zu trinken; ich muss meine Gewohnheiten aufgeben, ich darf nicht mehr Pétanque spielen auf dem Platz unter den Platanen; ich darf nicht mehr durchs Dorf spazierengehen, die Hände in den Hosentaschen, einfach so; ich darf nicht zum Arzt, nicht zum Zahnarzt, nicht zum Friseur. Bei den allernormalsten Alltagsaktivitäten zerbreche ich mir den Kopf, alles, was einfach war, ist jetzt kompliziert. Ich bin ein politischer Flüchtling in meinem Land.
Aus: "PUBLIZIST ROBERT REDEKER: Leben mit der Fatwa" (29. Juli 2007)
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,496745,00.html

Kommentar von Stossdämpfer | 09.08.2007 | 12:57

Quote
[...] In den letzten hundert Jahren hat sich die Weltbevölkerung des Islam VERNEUNFACHT (!!!), von ca. 150 Millionen auf nunmehr etwa 1,4 Milliarden. Es gibt welche, die werten das als Erfolgsrezept, das man auch im Westen zur Unterminierung anwenden kann (”wenn wir mal die Mehrheit haben…”).
Solche Leute sind unfähig zu erkennen, dass der Islam nur ein Gebilde ist, das quasi-parasitär hauptsächlich von Öleinnahmen und westlicher Entwicklungshilfe lebt (bzw. im Westen von sozialer und steuerlicher Umverteilung).

Das Rad der Zeit wird dem Islam alle Knochen brechen, daran besteht nicht der geringste Zweifel, weil eine so dämliche und menschenfeindliche Ideologie (”Theologie” oder “Philosophie” wäre geschmeichelt) ganz einfach nicht konform geht mit allen evolutionären Erfordernissen zum Selbsterhalt.
Die Frage ist nur, ob sich diese kaputte “Organisation” schmerzfrei auflösen kann, also wie der Kommunismus durch eine relativ gewaltlose Implosion zu Grunde geht. Ich halte das für äusserst unwahrscheinlich.
Kommentar von iceman | 09.08.2007 | 1:10

Quote
@jörg lau

Ich stelle mir von Tag zu Tag immer wieder die Frage, ob wirklich alles so negativ ist mit dem Islam, oder ob ich mich vielleicht in etwas hineinsteigere. So ein blog kann ja Ressentiments auch verstärken, wenn sich Inhalte wiederholen.
Was bleibt und bei ALLEM Verständnis nicht zu leugnen ist, das ist die Tatsache, dass die NEGATIVEN Impulse aus dem Umfeld des Islam kommen. Die Themen sind unerschöpflich von Afghanistan bis Türkei, von Burka bis Pinguin, von Fatwa bis Djihad.
WIR REAGIEREN NUR.
Auch der Fall Wilders ist eine REAKTION.
Warum bringen Sie, Herr Lau, mit @all den MORALISCHEN ZEIGEFINGER ins Spiel?
Niemand hiert lehrt Ihnen das Grausen, ausser Sie sich selbst.
Niemand hier im blog bedroht irgendeinen Moslem in seinem Glauben. Niemand führt Attentate durch.
ABER WIR WERDEN BEDROHT — vielleicht nicht ich persönlich, aber JEDER, der ÖFFENTLICH den Islam kritisiert.
Sie wissen, dass so etwas lebengefährlich ist.
DAS ist die REALITÄT.
Solange es nur EINEN von 1 MILLARDE Moslems gibt, der sich rechtfertigt, uns mit dem Hinweis auf den Koran bedrohen zu können, ist es EINER ZUVIEL.
In der Wirklichkeit sind es aber TAUSENDE mit MILLIONEN von Sympathisanten.
Das Problem ist nicht Wilder, das Problem sind die Typen die Holländische ex-Muslime verprügeln oder Kritiker ermorden.
Kommentar von tati | 09.08.2007 | 1:27

Quote
@ Phygos

“Beim Islam handelt es sich nämlich mitnichten um eine Religion, sondern um eine imperialistische und in vielen Anknüpfungspunkten faschistoide und menschenverachtende Ideologie mit Allmachtsanspruch.”

Wieso “entweder-oder”? Der Islam ist für die meisten Muslime eben in erster Linie eine Religion. Darauf kommt es an, denn wäre er nur eine politische Überzeugung, wäre sie leichter abzulehnen und stärkerem Wandel unterworfen. Die Starrheit des Islam -bei allen verschiedenen Strömungen- ergibt sich daraus, dass der Koran GOTTES Wort enthält und kein Parteiprogramm.
Kommentar von Stossdämpfer | 09.08.2007 | 1:56

Quote
Wenn wir unsere Freiheit kaputt machen, aus Angst das der Islam unsere Freiheit kaputt macht, was haben wir dann gewonnen?
Wir sind drauf und dran den selben Fehler wie damals bei der RAF zu machen. Damals gab es die ersten Antiterrorgesetze und wir waren auf dem besten Weg in einen Polizeistaat.
Wer hätte etwas davon gehabt, wenn die Bundesrepublik zum Polizeistaat geworden wäre? Natürlich die DDR, deren Bürger ganz sicher keine Lust mehr gehabt hätten in einen Polizeistaat zu flüchten.
Heute wissen wir, das die DDR die RAF massiv unterstützt hat. Also aufpassen und kühlen Kopf bewahren.
Kommentar von J.S. | 09.08.2007 | 1:57

Quote
[...] stellen sie sich -Gott bewahre!- einen islamistischen Terroranschlag mit zig Toten in Berlin oder Frankfurt vor.

Der deutsche Michel (Schlagzeile der BILD,etc.) würde nach einer harten Hand verlangen.

Das würde einen Dammbruch in Sachen Antiterrorgesetze bedeuten und die meisten Kritiker Schäubles würden schweigen.
Er selbst könnte sagen: “Seht ihr, ich habe zurecht gewarnt!”
und hätte freie Hand…
Kommentar von Stossdämpfer | 09.08.2007 | 2:07

Quote
[...] Wir brauchen eh keinen Polizeistaat, oder Anti-Terror Gesetze. Wir brauchen ordentliche Ausländergesetze, die Integrationsverweigerer ausweisen, und den Familiennachzug aus islamischen Ländern stoppen. Die RAF war ein ganz anderes Problem.

Weiters sollte der Islam wie sämtliche andere totalitäre Ideologien und Organisationen verboten bzw geächtet werden. Es geht nicht um ein Koran-Verbot, was im Internet-Zeitalter sowieso unmöglich ist. Es geht um die Ächtung. Der Staat muß demonstrieren: Wir dulden hier keine totalitären Ideologien im Lande!

Jörg Lau und andere argumentieren mit der normativen Kraft des Faktischen: Der Islam ist inzwischen faktisch so stark, daß wir unsere Normen anpassen müssen.

Pustekuchen. Das Übel muß bekämpft werden, egal wie groß es auch sei!
Kommentar von egon | 09.08.2007 | 2:13

Quote
@Jörg Lau
“Die deutsche Geschichte hat viele Menschen so nachdenklich gemacht, dass sie hinter jedweder kritischen Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und Religionen gleich Rassismus und Ablehnung wittern.” schreibt sehr zutreffend Arzu Toker in einem Artikel vom 08.08.07 der linken “Neue Rheinische Zeitung”. Wie weit sind Sie diesem Denkmuster verfallen? “Die Linke in Deutschland tendiert gleichzeitig dazu, einen verkappten Größenwahn zu pflegen in dem Sinne, dass sie den Rest der Welt und insbesondere alle „kritisierten Minderheiten“ als Opfer betrachtet, die sie zu schützen hat.” schreibt Toker weiter, ferner meint sie zutreffend “Das Grundgesetz darf nicht zugunsten irgendeiner Religion unterschiedlich angewendet werden. Weder die Menschenwürde noch die sich daraus ableitbaren Grundrechte individueller Selbstbestimmung und Freiheit sind teilbar. Sie stehen nicht zur Disposition.” Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass an eben diesen Grundrechten gerade massiv gerüttelt wird? Herr Lau, ich bin kein Opfer und ich lasse mir schon gar nicht vorschreiben, wie ich zu denken habe. ICH kenne das alles schon, aber Kulturrelativisten wissen alles besser, wirklich ALLES (zumindest meine sie das)! Egal ob sie über die Geschichte meines Volkes (Kurden) sprechen, Kulturrelativisten reagieren auf unsere eigene Kritik an unserer Herkunftskultur oder am Islam beleidigt, als ob wir sie persönlich angegriffen hätten und unsere Kritik nur Unruhe und Ablehnung schaffe. Dies schreibt nicht nur Toker, dieser Erfahrung kann ich mich in vollem Umfang anschließen! Es nervt! Das sollte nicht Ihr Stil sein, deshalb befreien Sie sich von solchen Denkmustern!

Ich bin wirklich erstaunt, wieviel teils naive Vorstellungen es insbesondere in Deutschland immer noch über den Islam gibt. Ich bin schon vor Jahren vom “wahren Glauben” abgefallen und bereue dies, trotz anfänglich erheblicher Probleme, von ganzem Herzen nicht. Als mittlerweile deutscher Staatsbürger warne ich alle meine Mitbürger vor jedweder Beschönigung oder verklärten Idealisierung des Islam! Der pakistanische Arzt, Rationalist und Aufklärer Dr. Younus Shaikh stellte einmal zutreffend fest: “Islam ist ein organisiertes Verbrechen gegen die Menschlichkeit!” Er hat RECHT!

Auch mir geht die Forderung von Geert Wilders derzeit zu weit und auch er wird wissen, dass sie derzeit kaum durchsetzbar wäre, aber es ist gut, dass dieses brisante Thema mit allen seinen Begleiterscheinungen nicht mehr verschämt totgeschwiegen wird. Ich hatte mir eigentlich geschworen, mich niemals mehr mit diesem Thema auseinandersetzen zu wollen, aber ich stelle mittlerweile fest, dass mich die Realität eingeholt hat und es anscheinend unvermeidbar geworden ist, Stellung zu beziehen. Ich stehe ohne “wenn und aber” zu diesem Land und seinen Menschen und ich denke, dass es vielen meiner (ehemaligen) Landsleute ebenso geht. Es gibt jedenfalls mehr davon, als hier allgemein angenommen wird! Unterstützen Sie den ZdE (Zentralrat der Ex-Muslime) - unsere Kinder werden es Ihnen danken!

[...] Was sind bitte “PI-Leute”? MUSS man das wissen? Kann es mir bitte jemand erklären?

// Anmerkung on:
Quote

PI
"News gegen den Mainstream · Proamerikanisch · Proisraelisch · Gegen die Islamisierung Europas · Für Grundgesetz und Menschenrechte"
http://www.politicallyincorrect.de/

// Anmerkung off:

Abschließend möchte ich noch ein Zitat des hochgeschätzten Philosophen Immanuel Kant erwähnen: “Es gibt Irrtümer, die man nicht widerlegen kann. Man muss den verkehrten Kopf in Erkenntnisse führen, die ihn aufklären; alsdann verliert sich der Irrtum von selbst.” Dies gilt an alle hier, nämlich dass man mit Hass allein keine Aufklärung betreiben kann. Betrachten Sie daher nicht jede(n) Muslim(a)* als Todfeind, er weiß es manchmal (noch) nicht besser! Klären Sie ihn auf!

* Ist das politisch korrekt? :)
Kommentar von Hassan Kal | 09.08.2007 | 2:30


Quote
Ich habe nichts gegen eine Kritik, die den Boden der Sachlichkeit nicht verlässt, was jedoch hier von 95 % der Diskutanten abgeliefert wird, ist absoluter Schwachsinn und ist in der Tat nicht mehr sehr weit vom rassistischen Gejohle auf PI entfernt. Die Werte, die von den hier vertretenen Marktschreiern angeblich verteidigt werden, werden von selbigen mit Füßen getreten.
Kommentar von mc | 09.08.2007 | 8:37

Quote
Also um es erstmal klarzustellen: ich bin kein Muslime.
Ich empfinde den Islam auch als sehr aggressive Religion. Wenn ich sehe wie die da unten wegen jedem bisschen einen Riesenaufstand machen und es dort ein Rache-hin-und-her gibt, da wird mir schlecht.

ABER: Hier wird des Öfteren der Koran zitiert. Schön und gut, aber das ist aus dem Zusammenhang gerissen und belegt gar nichts.

Das hat hier auch nichts mit ein- oder zweideutigkeit zu tun. In Der Bibel findet man ähnliche Verse, und dennoch ruft die Bibel zum Frieden auf “Wer zum Schwert greift wird durch das Schwert umkommen”, heißt es unter anderen oder “Sie werden Ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden” oder “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”.

Und dennoch gibt es die besagten ähnelnden Verse. Aber um diese richtig zu verstehen, muss man den geschichtlichen Hintergrund verstehen, die Bibel als Ganzes kennen und den Zusammenhang sehen. Dann wird einem klar warum es zu dieser Zeit so gesagt wurde und warum das Volk Gottes so handeln sollte (z.B. keine götzendienerischen Ausländerinnen als Frauen zu nehmen).

Das einfach aus dem Zusammenhang zu reißen und als stichhaltiges Beweis der Gewaltverherrlichung der Religion zu nehmen, finde ich absolut unkorrekt.

Genauso würde ich es mit dem Koran vermuten. Ich kenne ihn nicht im Zusammenhang, aber ich kann mir auch kaum vorstellen, dass er zum Ausdruck bringen will, dass man gegen Christen und Juden hetzen soll.

Dass dies dennoch vom Islam ausgeht, ist ohne Zweifel. Beweise finden wir jeden Tag und es sind KEINE Einzelfälle!

Der Islam ist KEINE friedfertige Religion!

Dies aber dem Koran zuzuschreiben, finde ich, wie schon gesagt, nicht passend.
Denn jemand der sich Christ NENNT, muss noch lange kein Christ sein, was heißt, dass er die Bibel vielleicht gar nicht kennt oder nur Zusammenhangslos und Unvollständig oder sich eh nicht danach richtet.

So sehe ich es auch beim Islam, die Mehrheit wird den koran nicht im Zusammenhang kennen, sich solche Verse rausgreifen, wie hier zitiert wurden, und dies als Rechtfertigung Ihres Hasses und der Gewalt nehmen.

Ist eine wirklich hässliche Religion!
Kommentar von B B | 09.08.2007 | 8:52

Quote
Es gibt hier einige Leute, die es wohl nur wegen der “historischen Belastung” ablehnen würden, jedem Moslem einen gelben Halbmond auf die Jacke zu kleben,
Kommentar von AM | 09.08.2007 | 9:26

Quote
@mc:
Es wirkt nicht gerade überzeugend, wenn Sie jeden, der Ihnen nicht zu 100% zustimmt, als “Rassisten” beleidigen. Ihre Forderung nach Sachlichkeit machen Sie damit unglaubwürdig.

Sie verwenden auch an dieser Stelle eine verbreitete islamistische Taktik: Gehen einem die Argumente aus, versucht man es mit moralischer Stigmatisierung. Sie sollten schon aus eigenem Interesse an Ihrer Diskussionskultur arbeiten, denn Moralkeulen dieser Art funktionieren nicht mehr.
Kommentar von Wachtmeister | 09.08.2007 | 9:26

Quote
Für mich wurde in diesem Weblog bereits seit langer Zeit die Ebene der Sachlichkeit verlassen. Die Mehrzahl dieser die Ebene der Sachlichkeit verlassenden Menschen sind radikale christliche oder nichtchristliche islamfeindliche kriminelle Elemente, die zu Hass und Intoleranz aufrufen.
Kommentar von mc | 09.08.2007 | 9:28

Quote
@AM (#62)

Sie mögen recht haben damit, dass es vielfach nur ungenügende Differenzierung gibt. Ich selbst kenne eine ganze Reihe sehr gut integrierter Muslime in Deutschland. Aus traditionellen Gründen wären diese sicherlich auch nicht glücklich über ein Verbot des Koran.

Aber nur die wenigsten von ihnen beteiligen sich aktiv an der Debatte oder wagen gar, ihren Brüdern und Schwestern im Glauben Kontra zu geben. Der Grund ist einfach: Wer das tut, wird schnell als Apostat bezeichnet und ‘zum Abschuss freigegeben’.

Ich habe auch schon Kritik von Muslimen vernommen, die z.B. die Bevormundung durch die islamischen Verbände in Deutschland nicht ertragen können und nicht verstehen, warum wir uns das gefallen lassen. Schließlich seien sie aus ihren Heimatländern nach Deutschland gekommen, um solcher religiösen Bevormundung (und Verfolgung) zu entfliehen.

Konsequenterweise ziehen manche der Immigranten weiter in die USA, nach Kanada oder Australien. Das allerdings ist ein Armutszeugnis für Europa! Und ein Zeichen dafür, dass die Freiheit, die sich die Partei von Herrn Wilders - allem Populismus zum Trotz - auf die Fahnen geschrieben hat, in Europa nicht existiert.
Kommentar von Hermes | 09.08.2007 | 9:44

Quote
““Mein Kampf” ist ein rassistisches Welteroberungs- und Völkermordprogramm.”

Und der Koran? Wie vom höchsten Gericht der Schweiz bestätigt, ist das Ziel des Islams die Welteroberung.

Auszug aus der Urteilsbegründung:
Seite 24:
„In seiner Anzeige (…) machte der Geschädigte geltend, dem Islam werde durch den Satz ‚Der Islam bekennt sich klar dazu, die Weltherrschaft anzustreben’ unterschoben, was einst die Nazis dem Judentum vorgeworfen hätten. (…) Der Begriff Islam bedeutet nach Duden ‚die im Koran verkündete Religion“, wobei einem Leser aber auch ohne Konsultierung eines Lexikons klar sein muss, dass nicht von den Angehörigen des islamischen Religion, sondern von deren religiöser Grundlage die Rede ist. (…) Der Islam möchte, dass alle Menschen Muslime werden.

Seite 28:
„Die implizite Aussage, dass sich der Terrorismus auf im Koran enthaltene Aufforderungen zur Islamisierung der Welt abstützt, mag Muslime unangenehm berühren oder gar verletzen. Dessen ungeachtet werden Muslime dadurch jedoch nicht in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise diskriminiert oder herabgesetzt.“

—-

Alles klar?
Kommentar von FreeSpeech | 09.08.2007 | 10:18

Quote
Auch diese Verse hier sind als Welteroberungsprogramm ausgelegt worden. Ströme von Blut waren die Folge. Bibel verbieten? Ich frage das als Christ?
Matthäus-Evangelium:

28,18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

28,19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

28,20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Kommentar von Joerg Lau | 09.08.2007 | 10:36

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Herr Lau

Ist Ihnen jemand bekannt, der die Bibel an die Stelle des Grundgesetzes stellen will? Mir nicht. Beim Koran schon.
Kommentar von FreeSpeech | 09.08.2007 | 10:43

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@ Freespeech: Alle Christen stellen selbstverständlich die Bibel über das Grundgesetz. Sie ist Gottes Wort. Das heisst nicht, dass sie sich der Verfassung nicht verpflichtet fühlen (”gebt dem Kaiser…”).
Was soll das heissen, den Koran an Stelle des Grundgesetzes zu stellen? Der Koran ist kein Gesetzeswerk - meinen Sie also die Scharia? Auch die ist kein Kodex, in dem sie herumblättern und Lebensweisheiten entnehmen können.
Jeder fromme Mensch hat das recht, sein Buch über das Grundgesetz zu stellen. Oder Harry Potter, oder den neuen John Le Carré oder Proust. Es kommt darauf an, ob er sich ans Gesetz hält, der Rest ist Gedankenfreiheit.
Kommentar von Jörg Lau | 09.08.2007 | 10:54

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@Jörg Lau:
Jede Aussage mit universellem Anspruch ist ein “Welteroberungsprogramm”. Nicht nur Islam und Christentum streben die universelle Verbreitung und Akzeptanz ihrer jeweiligen Weltanschauungen an, sondern auch Sozialismus, Liberalismus, Aufklärung, Kommunismus etc.
Da alle diese Weltanschauungen zueinander mehr oder weniger im Widerspruch zueinander stehen, kommt es zu Konflikten. Diesen Konflikten kann man nicht ausweichen, ohne selbst zu kapitulieren.

Ich werfe dem Islam seinen universellen Anspruch nicht vor. Ich werfe dem Islam vor, daß seine Inhalte dem von mir geteilten universellen Anspruch der Vernunft widersprechen. Ich befinde mich somit im Konflikt mit dem Islam (in allen seinen Formen), und Sie tun es auch, auch wenn Sie es vielleicht nicht offen zugeben.

Islamische und islamistische Funktionäre haben zutreffend erkannt, daß Islamkritik, Aufklärung, Säkularismus etc. einen Angriff auf den Islam darstellen. Das ist sozusagen unser “Welteroberungsprogramm”, denn auch der Anspruch der Aufklärung ist universell. Setzt sie sich durch, dann ist der Koran nur noch die Schrift eines Warlords des 7. Jhd. Natürlich kann das kein überzeugter Muslim wollen. Die Bekämpfung des Westens und der Aufklärung, die er repräsentiert, wird als Selbstverteidigung verstanden.

Eine Win-Win-Lösung gibt es hier nicht, nur einen Gewinner und einen Verlierer. Es sind entweder alle Menschen frei und gleich geboren, oder sie sind es nicht. Die Wirklichkeit kann entweder durch Beobachtung und Schlußfolgerung oder durch Offenbarung erklärt werden, nicht durch beides gleichzeitig. Der Erfolg der Aufklärung ist die Niederlage des Islam, und umgekehrt.
Kommentar von Wachtmeister | 09.08.2007 | 11:06

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Also Herr Lau, jetzt werden Ihre Vergleiche wirklich haarsträubend, mal abgesehen das Sie eine erhebliche Unkenntnis hinsichtlich des Korans und Islams zeigen. Ich weis schon gar nicht was ich darauf schreiben soll, also mir ist noch nie ein Christ begegnet der die Bibel über das Grundgesetz stellt, aber viele Moslems. Was versuchen Sie mit einer solchen Relativierung zu erreichen?
Kommentar von Valkyrie Profile | 09.08.2007 | 11:11

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@ Wallküre: Ich bereite der Islamisierung Europas den Boden. Ich will die Scharia in Deutschland einführen. Ich bin ein heimlicher Konvertit wie Professor Rohe. In meinem Schrank habe ich einen Bart zum Umhängen und einen Teppich zum Ausrollen, damit ich meine täglichen Gebete im ZEIT-Büro verrichten kann. Mein Schreibtisch ist übrigens nach Mekka ausgericht.
Die Bibel über das Grundgesetz stellen - und sich doch dem Gesetz fügen, das ist die Formel, verstehen Sie? Es ist eine in der Tat offene Frage, ob Muslime zu solch einer Haltung auch fähig sind. Aber Sie werden es nicht glauben: Ich kenne welche.
Kommentar von Jörg Lau | 09.08.2007 | 11:17

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Zuerst gehen die Argumente aus, dann kommt der Sarkasmus, und dann werden unangenehme Stellungnahmen gelöscht.

Bravo!
Kommentar von xxx | 09.08.2007 | 11:25

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@Jörg Lau, Valkyrie Profile
Ein Christ muß die Bibel höher bewerten als das Grundgesetz, da diese nach christlichem Glauben von einer höheren Autorität inspiriert ist das das Grundgesetz. Bei Muslimen ist das ebenfalls der Fall.

Der Vergleich hinkt trotzdem, da Bibel und Koran sehr unterschiedliche Inhalte und Ansprüche haben. Die Bibel ist nach christlicher Auffassung eine Sammlung von Schrifften, die von Menschen verfasst wurden und im NT über das weitgehend jenseitsorientierte Leben des Jesus von Nazareth berichten. Die politischen Implikationen sind minimal.

Der Koran ist nach islamischer Auffassung das unmittelbare und für alle Zeiten gültige Wort Gottes. Aus dem Koran bzw. Ahadith ergeben sich zahlreiche absolute und kaum relativierbare politische Implikationen und detaillierte Vorschriften für alle Bereiche des Lebens. Widersprüche zwischen GG und Islam zeigen sich besonders deutlich in den Bereichen Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit sowie rechtliche Gleichheit von Mann und Frau. Wenn es hier überhaupt eine GG-konforme Islaminterpretation gibt, dann ist diese eine absolute Randmeinung.

Wer anderer Meinung ist, beantworte bitte zwei Fragen:
- Hat ein Muslim im Islam das Recht, den Islam aufzugeben und z.B. Atheist zu werden?
- Hat ein Muslim im Islam das Recht, den Koran oder Mohammed abzulehnen oder öffentlich zu kritisieren?

Wenn mir jemand einen Mainstream-Geistlichen nennen kann, der beides bejaht (bitte mit Verweis auf einen entsprechenden Text), dann ziehe ich mein Argument zurück.
Kommentar von Wachtmeister | 09.08.2007 | 11:26

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Sehr geehrter Herr Lau,

ich schätze Sie und ihre Kommentare zu Islam und Islamismus in der Regel sehr.
Aber in diesem Punkt irren Sie (siehe Posting Nr. 80) - der Koran ist sehr wohl auch RECHTSBUCH, eben nicht nur spirituelle Botschaft - das unterscheidet ihn GRUNDSÄTZLICH vom Neuen Testament. Koran und Scharia sind keine Gegensätze, sondern der Islam baut auf der Scharia auf, konkretisiert sie lediglich in einigen Punkten- am deutlichsten wird dieser Zusammenhang im FAMILIENRECHT, also dem Rechtsbereich, der unsere INTIMSTEN und GRUNDLEGENDSTEN sozialen Spielregeln bestimmt.

Auch das ALTE TESTAMENT war bei den Juden ursprünglich spiritueller Text, als auch die formulierte Rechtsordnung der jüdischen Gesellschaft - denn in traditionalen Gesellschaften fallen weltliche und geistliche Ordnung in eins.

Erst die Erfahrung des Judentums im dominant christlichen Europa, vor allem aber der geographisch-politische Bruch nach dem Untergang des alten Israel im Kampf gegen die Römer nach der Zeitenwende, haben das Judentum aus dieser ursprünglich einheitlichen Rechts- und Geistesordnung gelöst.
Aber noch nach 1800 wurde im europäischen Judentum diskutiert, inwieweit man sich den neuen, christlich inspirierten Ideen der Aufklärung und einer Teilung von weltlicher und geistlicher Ordnung öffnen durfte.

Das nicht verstehen zu können, ist der Hauptgrund für die GRUNDLEGENDE FEHLEINSCHÄTZUNG des Islam durch (ehemals) links-liberale westliche Intellektuelle - sie machen den Fehler, den Islam mit dem geisteshistorischen Erfahrungen des christianisierten Europas messen zu wollen.
Kommentar von Molinocampo | 09.08.2007 | 11:36

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@Lebowski

Das Problem ist ja wohl nicht, dass die breite Masse der Muslime unfähig ist, den koran differenziert zu interpretieren, sondern dass diejenigen, die die Deutungshoheit haben, mehrheitlich eine orthodoxe und fundamentalisistische Auslegung des Korans predigen. Im übrigen gab es sehr wohl intellektuelle Strömungen, die versucht haben, den Koran in EInklang mit dem Gedankengut der griechischen Philosophie zu bringen (es handelt sich dabei um die Mutaziliten). Diese Strömung hat sich leider nicht durchsetzen können.
Man sollte aber auf keinen Fall vergessen, dass die Geschichte der islamischen Philosophie sehr viel reicher und vielschichtiger ist, als die traurige Gegenwart und Verarmung der islamischen Welt es scheinen lässt.
Kommentar von Eipott | 09.08.2007 | 11:49

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@ Molinocampo:
Ich sehe den Koran keineswegs als bloss spirituelle Botschaft. Er ist Gebetssammlung, Predigtbrevier, Geschichtsbuch, Psalmenregister, Dichtung, Revision der Bibel, etc…
Das NT ist kein Gesetzesbuch, aber Gebote und Weisungen erhält es auch. Ein Clou im Unterschied zum Koran ist, dass es vier Autoren hat, die ihre Perspektive auf ein Heilsgeschehen bieten. Da hat die kritische Forschung einen ganz anderen Ansatzpunkt als bei einem Text, von dem die Tradition behauptet, er sei durch den Engel Gabriel offenbart.
Was Sie über das Judentum sagen, kommt mir sehr entgegen: Die Muslime stehen durch ihre europäische Diaspora vor der gleichen Frage, vor dem gleichen Loyalitätsproblem, vor den gleichen Identitätsverlustängsten - bei allen sonstigen Unterschieden.
Ich bin wirklich weit entfernt davon, die Krise des Islam mit europäischen Erfahrungen zu parallelisieren.
Der Islam ist in Europa, und er muss ein Teil unserer Ordnung werden. Er wird nicht wieder verschwinden. Verbieten und Rausschmeissen wird es einfach nicht geben - also was machen wir?
Kommentar von Jörg Lau | 09.08.2007 | 11:51

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Ach Herr Lau, auch ich kenne Moslems (zumeist Aleviten) die keine Probleme mit dem Grundgesetz haben. Nur sollten Sie Ihren Intellektuellen Freundeskreis nicht einfach als Maßstab nehmen. Mir sind schon viele Araber und Türken begegnet die von Ihrer Abscheu gegenüber unserer Gesellschaft keinen hehl gemacht haben. Vielleicht sollten Sie sich mal öfters in ein Problemviertel begeben (aber bitte mit dem ÖPNV) dann können Sie sehen wie es mittlerweile hier aussieht. Unterhalten Sie sich mal mit Lehrern einer Hauptschule eine beliebigen Westdeutschen Großstadt. Angesichts der zukünftigen Demografischen Entwicklung werden die Probleme sicher nicht weniger. Diese Entwicklung hängen mit dem Islam und dem darauf bestehenden Kulturkreis zusammen. Ob Deutschland nun zum islamischen Staat wird oder einfach nur der Verwahrlosung hinnein fällt ist sicher für Talkrunden ein tolles Thema, aber für mich zählt nur die Auswirkung in der Praxis. Die es meinen Kindern nicht ermöglichen wird in einer Humanen und angenehmen Gesellschaft zu leben. Da können Sie noch so viel Polemik und Haarspalterei betreiben, ich habe als Bürger das Recht auf diese Entwicklung hinzuweisen.
Kommentar von Valkyrie Profile | 09.08.2007 | 12:05

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@ Valkyrie: Was mich aufregt: Sie schneien hier rein und haben sich offenbar nicht einmal 10 Minuten umgeschaut, und schon tun Sie so, als würden Sie wahnsinnige Tabus brechen, wenn Sie den Islam kritisieren. Ich mache hier seit Jahr und Tag nichts anderes. Ich schreibe über Ehrenmorde, Fatwas, Beschenidungen, Terrorismus, Islamkonferenzen, Gewalt. Lesen Sie doch erst mal was, bevor Sie sich beschweren.
Kommentar von Jörg Lau | 09.08.2007 | 12:11

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Damit wir uns nicht “persönliche Erfahrungen” um die Ohren schlagen müssen:

http://www.forumamfreitag.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,5559190,00.html
79 Prozent der Bundesbürger haben den Eindruck, dass die meisten bei uns lebenden Muslime nicht genug tun, um sich hier einzugliedern. Für nur 10 Prozent gehen die Bemühungen weit genug und 11 Prozent können oder wollen dies nicht einschätzen.

Eindeutiger geht´s nimmer.

“Verbieten und Rausschmeissen wird es einfach nicht geben - also was machen wir?”

-bestehende Gesetze nutzen
§ 55 Ermessensausweisung
(1) Ein Ausländer kann ausgewiesen werden, wenn sein Aufenthalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung oder sonstige erhebliche Interessen der Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigt.

-Integrationsverweigerer, Kriminelle, Islamisten und Sozialbetrüger im Regelfall ausweisen. Einfacher Beschluß im Bundestag.

-Familiennachzug stoppen. Es gibt weder ein Menschenrecht auf Aufenthalt in einem fremden Land, noch einen Anspruch auf Familiennachzug.

Das Problem läßt sich lösen. Auf legale Art und friedlich. Man muß es nur WOLLEN. Daß die Bevölkerung mit erdrutschaftiger Mehrheit will, darüber besteht kein Zweifel. Diese Maßnahmen würden den Islam auf ein Randproblem wie Scientology reduzieren. Was der Islam sonst auf der Welt so treibt kann uns egal sein. Ob sie in Karatschi oder Teheran toben - nicht unser Schaden.

ps:
Zur ökonomischen Sinnhaftigkeit des Aufenthaltes der Moslems der ZEIT-Herausgeber:
http://www.zeit.de/2004/41/01__leit_1_41?page=all
Kommentar von zen | 09.08.2007 | 12:41

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Der Koran ist ein Jahrhunderte alter Text, die Islamisten von denen hier alle so große Angst zu haben scheinen, sind Interpretanten dieses Textes, sie interprätieren ihn im Sinne ihrer heutigen Interessen, würde man dia Bibel auch so interprätieren kämme auch so eine protofaschistische ideologie heraus (z.b Christliche Fundamentalisten in den USA).
Die Frage ist doch eher wieso diese Menschen sich gezwungen sehen den Islam so militant und Menschenverrachtend zu Interpretieren…
Hat es nichts mit der Struktur des Globalen Systems zu tun???
Sie sind nicht die andere Seite der Medaille des multi-kulti Menschenrechtlers…..verköpern sie nicht dessen versteckten Rassismus (in diesem Forum nicht so versteckt)
Faschisten sind die die jeglichen Antagonismus aus der Gesellschaft entfernen wollen und eine pseudo-homogenität konstruieren wollen…was in Auschwitz endet….
wieder mal hört es sich so an als wenn der Volkskörper gereinigt wird (von Juden,Moslems,Türken,Koran) alle probleme dieser Geselschaft gelöst werden (Arbeitslosigkeit,Harz 4,Renten etc.)
Vorsicht nicht zum dritten mal aufbrechen zu diesen Kampf um Identität und Homogenität…..
sonst muß wir erneut ein D-Day her……..
Kommentar von solon | 09.08.2007 | 12:52

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[...] Das Erstaunliche ist doch: Selbst aus dem Aufruf von Jesus hat man eine Berechtigung zum Heiligen Krieg, zur gewalttätigen Konversion und zu unglaublichen Schlächtereien herausgelesen. Das ist doch genau mein Punkt! Verstehen Sie? Die Gewaltgeschichte einer Offenbarunsgreligion hat auch mit der Schrift zu tun, aber sie läßt sich nicht aus einer Bibelstelle oder einer Sure 1:1 ableiten. Weder ist eine Religion mit einem Folteropfer als Messias gefeit gegen Exzesse, noch ist eine Religion mit einem als Heerführer erfolgreichem Clanchef als Gründer dazu verdammt, immer wieder Exzesse zu verüben.
In meinem Islam-Ausfatz habe ich geschrieben, der Islam müsse seine Gewaltgeschichte endlich aufarbeiten. Aber wenn mit ein paar Surenzitaten eh schon alles klar ist, können wir das ja auch lassen und gemütlich dem 4. Weltkrieg entgegendämmern.
Kommentar von Jörg Lau | 09.08.2007 | 3:00

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[...]Sehr geehrter Herr Lau,

Aus gegebenem Anlass waren Sie, Herr Lau, gegenüber der großen Mehrzahl ihrer Bloggemeinschaft mutig. - Sehr lobenswert. Die Reaktionen allerdings, mit allem Vorlauf in diesem Blog, vorhersehbar! Natürlich genau so vorhersehbar wie die üblichen Vorurteile und Argumentationsmuster.

Suren des Koran werden, ohne Kontext, zerstückelt und völlig entstellt wiedergegeben und gegen die klaren und einfachen fünf Gebote des muslimischen Glaubens und die absolute Grundhaltung, “Individuelle Entscheidungsfreiheit in Glaubensfragen”, in Stellung gebracht. Das “Ehrenmordproblem” wird als inhärent muslimisches oder gar koranisches abgehandelt, obwohl bei uns täglich “aus verlorener Ehre” und noch vielen anderen, viel niedrigeren Beweggründen getötet und gemordet wird. Man scheut sich nicht, mit falschen Zahlen das Problem künstlich zu vergrößern.
Bezüglich des aus dem Koran abgeleiteten kirchlichen Rechtes wird ein grundsätzliche Unvereinbarkeit mit dem Recht unseres säkularen Staates postuliert, obwohl Millionen muslimischer Bürger und Migranten in der EU und deren Kirchengemeinden genau das Gegenteil jeden Tag beweisen.

Die übelste aller Schlagwortkeulen gegen den Islam und die Muslime, sie seien im Grund eine Analogiebildung zu den Faschisten und Nationalsozialisten, sie wird gerne und geradezu genüsslich ausgepackt, von Leuten, deren Argumente und Vorschläge zum Umgang mit den europäischen Muslimen und ihrem Glaubensbuch dazu eine wahrlich viel größere Nähe vermuten lassen.

Zum 8.Mai 1945, die Deutschen hatten bedingungslos kapituliert, brach in Algerien ein Aufstand der Einheimischen gegen die Kolonialmacht Frankreich los.
Trotz der Résistance Erfahrung, Muslime und nun nach Autonomie strebende Algerier hatten in grosser Zahl für das freie Frankreich gekämpft, beklagte sich die veröffentlichte Meinung von links bis rechts, vor allem über die ca.100 getöteten und 100 “bestialisch” misshandelten Europäer. Die im Rahmen der “Gegenmaßnahmen” mindestens getöteten 6000-7000 Algerier, die unter den Aufständischen angerichteten Blutbäder, Folterungen, drakonischen Strafen, sie blieben unbeobachtet und unbeschrieben, ihr Anliegen unverstanden. Dazu mussten erst einmal nochmals Hunderttausende ihr Leben lassen.

Wenige Intellektuelle hatten damals den Mut, gegen die krassierende Überheblichkeit der eigenen Gesellschaft, gegen die ausufernde Selbstermächtigung zur Beleidigung und Vorurteil, anzuschreiben, obwohl das damals so nötig war, wie es heute wieder absolut notwendig ist. Ihr Blog beweist es, schon seit geraumer Zeit. - Die geistige Pest breitet sich in unsrem Denken aus und ist leider hochinfektiös.

Grüße

Christoph Leusch
Kommentar von Christoph Leusch | 09.08.2007 | 3:56


Aus: "Holländischer Politiker: “Verbietet den Koran!”" Jörg Lau
Quelle: http://blog.zeit.de/joerglau/2007/08/08/hollandischer-politiker-verbietet-den-koran_666

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[...] Zwei Polizisten in Zivil mussten am Mittwoch den dritten Vortragsabend der Reihe "Vielfalt ist machbar" schützen. Im Internet hatten radikale christliche Islamkritiker dazu aufgerufen, "zahlreich zu erscheinen" und die "Mujahedin-Vasallen auf Kurs zu bringen". Die Rede von Hayrettin Aydin, dem Geschäftsführer der Muslimischen Akademie in Deutschland, wurde dann zwar von provokativen Fragen begleitet, ansonsten blieb es jedoch ruhig.

Anders am 12. Juli: In Sendling wurde die Rede von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) auf einer Bürgerversammlung über den geplanten Moscheebau am Gotzinger Platz massiv gestört. Man habe ihn "abgewatscht und niedergebuht", heißt es triumphierend im Internet. Vorige Woche kam es dann bei einem Vortrag im Rahmen der städtischen Islam-Reihe zum Eklat.

Etwa sieben Personen hatten einen Vortrag des Erlanger Jura-Professors und Islamwissenschaftlers Mathias Rohe regelrecht gesprengt. Bei der Diskussionsrunde, berichtet Veranstalterin Margret Spohn von der Stelle für interkulturelle Arbeit der Stadt, wurden die Störer immer lauter. Sie hätten andere "niedergeschrien".

Als ein muslimischer Zuhörer ebenfalls in scharfem Tonfall antwortete, entstand ein Tumult. "Ich hatte Angst, dass es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommen könnte", sagt die Organisatorin. Er sei von "pöbelhaften Herumschreiern" bedrängt worden, bestätigt auch Rohe. Schließlich brach Spohn die Veranstaltung vorzeitig ab. "Ich finde es entsetzlich, dass es in unserer Stadt Situationen gibt, in denen ein Redner nicht mehr reden kann", sagt sie.

Wenige Tage nach dem Vortrag erhielt Rohe dann per E-Mail eine anonyme Morddrohung, in der es hieß, für sein Tun könne es nur die Todesstrafe geben. Der Wissenschaftler ist einer der Hauptinitiatoren für den staatlichen Islamunterricht in Bayern und arbeitet in der Islamkonferenz der Bundesregierung mit. Rohe will die Polizei einschalten.

Auf zwei Internetseiten wurde über den Abend berichtet und Rohe "Scharia-Verniedlichung" vorgeworfen. In ihrem Onlineauftritt kündigte die Münchner Gruppe "Deus Vult Amorem" (Gott will die Liebe) an, das ganze Jahr über auf zahlreichen Vorträgen "als unliebsame Opponenten zu erscheinen" und "dem Political-Correctness-Geschwätz durch unbequeme Fragen ordentlich Paroli zu bieten".

"Deus vult" war der Schlachtruf des Ersten Kreuzzuges 1096. Auf der Homepage wird der Koran als "religiöse Hetzschrift" bezeichnet. Hauptziel der Eiferer in München ist es, den Bau der Moschee am Gotzinger Platz zu verhindern.

Auf der Titelseite einer Homepage posiert der 42-Jährige Münchner Stefan U. in einem Kreuzritter-Kostüm. Die gesprengte Veranstaltung sei "unglücklich gelaufen", sagte U., der sich als Katholik bezeichnet, der SZ. Er habe lediglich Argumente vorgetragen und sich am Tumult nicht beteiligt. "Ich trete nicht auf, damit die Veranstaltung auseinanderfliegt", sagt U., "das sollen keine Sabotageakte sein." Er wolle nur "die gezielte Fehlinformation des Islam entlarven".

Die meisten Redner auf solchen Vorträgen seien schließlich "eingefleischte Mohammedaner", die den aggressiven politischen Islam in Deutschland etablieren wollten. Am heutigen Freitag will der Oberbürgermeister-Kandidat der CSU, Josef Schmid, am Gotzinger Platz über die Moschee sprechen - die Islamfeinde haben sich im Netz schon angekündigt.


Aus: "Hetze gegen Muslime" - Anonyme Morddrohung gegen Islamkundler. Kleine Gruppen radikaler christlicher Islamfeinde stören systematisch Veranstaltungen, die sich mit Muslimen befassen. Ein Redner erhielt eine Morddrohung - Von Marc Widmann und Roland Preuß (SZ vom 27.07.07)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/muenchen/artikel/534/125347/


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[...] Dass Menschen, Völker, Staaten, politideologische Systeme und Religionen sich bisweilen gegenseitig bekämpfen und bekriegen, ist nichts Neues, sondern der Standardfall von Geschichte. Dass aber der Angegriffene weder den Angriff noch den Angreifer identifizieren kann oder will, ist ein gewisses Novum - insbesondere im Zeitalter der medialen “Information” und globalen Massenkommunikation. Nun findet seit Beginn des 21. Jahrhunderts vor den Augen der Weltöffentlichkeit eine in dieser Art und Dimension noch nie gekannte Doppeloffensive statt - nämlich die des jihadistischen Terrors gegen die westliche Zivilgesellschaft von aussen bei gleichzeitiger islamischer Unterwanderung/Eroberung derselben von innen - und es scheint, als wüssten die Betroffenen überhaupt nicht, wie ihnen geschieht... Längst müsste für das christlich-aufklärerisch geprägte Abendland auf politischer, rechtsstaatlicher, soziologischer und geistlicher Ebene der kollektive “Verteidigungsfall” ausgerufen werden. Denn was passiert, wenn niemand mehr die Ausbildungslager von al Quaida ausheben, hochgefährlichen Theokratien die Atombombe aus der Hand schlagen, die systematische Islamisierung Europas aufhalten, die schleichende Ausbreitung der Scharia untersagen, den weiteren Bau potentiell verfassungswidriger Versammlungsstätten (Moscheen) aus Sicherheitsgründen “einfrieren“, der rechtswidrigen Diskriminierung der Frau, der Verbreitung religiöser Hetzschriften, der Bildung von Gegengesellschaften, der Vertreibung oder Unterdrückung nicht-muslimischer Minder- (oder auch Mehr-)heiten entgegenwirken will?

Wer da meint, Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand seien vom Himmel gefallen und ein natürlicher, abendländischer Ewigkeitszustand auf Erden, der müsste angesichts der Nachrichtenlage über In- und Ausland eigentlich schon längst eines Besseren belehrt worden sein. Vor allem Europa, aber auch Amerika und der gesamt Rest der nicht-muslimischen Welt werden sich schon sehr bald und sehr entschlossen auf die Hinterbeine stellen müssen, um einer langsamen Übernahme durch den radikalen Islam noch entgehen zu können. Es wird einer ebenso ungeheuerlichen wie unverzüglichen gemeinsamen Anstrengung auf sämtlichen Gebieten bedürfen, um dieses gewaltige Problem des 21. Jahrhunderts noch halbwegs in den Griff zu bekommen, bevor es zu spät ist.

 
"Deus vult!" - "Gott will (es)!" lautete im Jahre 1099 der Aufruf Papst Urbans an die ersten Kreuzritter mit dem Ziel, die christlichen Pilger im Heiligen Land vor den regelmäßigen Überfällen der Seldschuken zu schützen und die weitere gewaltsame Eroberung ehemals christlicher Regionen durch den mohammedanischen Islam zu stoppen. Heute ist es höchste Zeit, wieder zu reagieren und das Abendland sowie alle anderen vom radikalen Koran-Islam Bedrohten zu schützen und zu verteidigen. Die heutigen "Waffen" müssen aber lauten: Konsequente, gemeinsam abgestimmte Aussenpolitik der westlichen Staaten gegenüber islamischen Regimen mit harten Forderungskatalogen bezüglich der Einhaltung der allgemeinen Menschenrechte sowie konsequente, ebenfalls gemeinsam abgestimmte Innenpolitik der westlichen Staaten unter Durchsetzung des jeweiligen Rechtsstaats mit besonderer Beachtung der Grenzen freiheitlicher Gesetzgebung, rückhaltlose und wahrheitsgetreue Information der Bürger über Inhalte und Zielsetzung des Koran-Islam, stärkere Einbindung und Förderung der "non-Koran- Moslems" (z.B. Aleviten) sowie Versuch der Re-Evangelisierung des eigenen Landes und behutsame christliche Mission gegenüber Mohammedanern, die wir auf friedliche und gutartige Weise von der Umklammerung des "Propheten" zu BEFREIEN versuchen sollten. Auch wenn dies auf den ersten Blick naiv und aussichtslos erscheinen möge, eindrucksvolle Beispiele belegen immer wieder, dass es mit Hilfe des Gebets sowie tatkräftigen persönlichen Einsatzes möglich ist und unendlich gute Früchte tragen kann. "Deus vult caritatem" - "Gott will die Liebe" - sollte aber hierbei der heutige Leitspruch - in Abwandlung des einstigen Kampf-Aufrufes zu einem "Liebesaufruf" - lauten. Oder wie ein Ex-Radikal-Moslem und heute christlicher Missionar es immer formuliert: "Die Herzen für die Moslems weit auf, aber für die Religion verbarrikadieren!" Denn wahre Liebe beginnt erst mit der Benennung von (auch unangenehmen) Wahrheiten und ihrer Konfrontation - nicht mit konfliktscheuer Defensive und oberflächlichem Schein-Gekuschel. Was wir also brauchen, ist ein Kreuzzug der Aufklärung und Information!

 

DeusVultCaritatem ist kein Verein, keine Partei, keine Organisation und kein Orden, sondern eine Idee/Überzeugung/Gesinnung, der sich anschließen kann, wer immer sich mit ihr identifiziert. Diese Idee gewährt aber keinen Raum für rechts- oder linksextremistisches, nationalistisches, faschistisches, rassistisches, sektiererisches oder jegliches andere Gedankengut, das sich nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes sowie im Geiste unserer christlich-abendländischen Wertvorstellungen befindet. DVC distanziert sich ausdrücklich von  jeglicher unlegitimierter Gewalt  und heißt zudem alle Muslime willkommen, die von den brachialen Glaubensforderungen des Koran abrücken wollen bzw. ihre eigene friedfertige Spiritualität entwickelt haben. Denn eines sollten wir uns alle auch offen und ehrlich eingestehen: NICHT ALLES von dem, was Muslime an unserer westlichen Lebensweise kritisieren, ist falsch, sondern MANCHE Kritik hält uns - wenn auch in Form einer überschießenden religiösen Gegenreaktion - nur den Spiegel vor und kann auch als Wink Gottes verstanden werden, unsere eigenen diversen Irrwege zu verlassen, uns zu sammeln und wieder zu ihm zurückzukehren - zusammen mit den Muslimen. Allerdings nicht zu dem Gott, wie Mohammed ihn definiert hat, sondern Jesus Christus.


Aus: "Die Erklärung" (Autor?, Datum ? (Stand: 14.08.2007))
Quelle: http://www.deusvult.info/Erklaerung.htm

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http://de.wikipedia.org/wiki/Deus_lo_vult

http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Kreuzzug

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http://watchblogislamophobie.wordpress.com/

http://www.politicallyincorrect.de

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