COMMUNICATIONS LASER #17
July 21, 2017, 03:55:15 PM *
Welcome, Guest. Please login or register.

Login with username, password and session length
News: LASER#17 | TEXT MEMORY UNIT | ZITAT MONTAGEN | TEXT DATENBANK
=> BRUCHSTUECK-TEXT, SELEKTIVES GEDANKEN ARCHIV, UNGEORDNETE FELDFORSCHUNG, AMBIVALENZ, MENTALITAETSGESCHICHTE, GEHIRN ESKAPADEN, ZITATE, SPUREN, ASSOZIATIONEN, TUNNELREALITAET
 
   Home   Help Search Login Register  
Pages: [1] 2   Go Down
  Print  
Author Topic: [Kiel Gaarden... (Notizen, Fraktales Logbuch)]  (Read 19981 times)
0 Members and 1 Guest are viewing this topic.
lemonhorse
Administrator
Full Member
*****
Offline Offline

Posts: 183


« on: March 24, 2007, 02:56:25 PM »


(2009)

Bild aus:  Space Echo - Visuelle Erkundschaftungen > Gaarden
=> http://www.subfrequenz.net/visuals/thumbnails.php?album=29

-.-

Quote
[...] Zum ersten Mal dokumentarisch erwähnt wird Gaarden im 12 Jahrhundert. Das heutige Gaarden ist entstanden aus den beiden Dörfern Hemminghestorpe und Wulvesbrooke. Der Name "Gaarden" ergab sich, da ein großes Gebiet beider Dörfer einst als Garten verpachtet war.

[...] Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Gaarden dörflich geprägt. Das änderte sich, als Kiel 1871 zum Reichskriegshafen ernannt wurde und am Ostufer der Kieler Förde in Gaarden und Dietrichsdorf drei Großwerften entstanden: Die Firma Howaldt, die Kaiserliche Werftund die 1865 gegründete "Norddeutsche Schiffbau AG". Bis zum Ersten Weltkrieg lebte und wuchs der Stadtteil vor allem durch die enorme Aufrüstung der kaiserlichen Kriegsmarine. Schnell entstanden neue Straßenzüge mit großen Mietshäusern für die Arbeiter, mit Einzelhandelsgeschäften, Gaststätten, Werkstätten und Betrieben zur Versorgung der wachsenden Bevölkerung. So waren es 1871 noch 2715 Einwohner waren es im Jahr 1910 schon über 30000 Einwohner.

[...]  In den 1920er Jahren litten Gaarden und seine Bevölkerung schwer unter der Umstrukturierung der Werftindustrie und den wirtschaftlichen Krisen. Eine Blüte und ein Aufschwung wie im letzten Jahrzehnt des alten Jahrhunderts kamen nicht wieder.

Im zweiten Weltkrieg wurde Gaarden durch die Bombenangriffe schwer verwüstet. Eines der Hauptziele der Allierten waren natürlich die Werftanlagen. Es wurden aber auch viele Wohnhäuser Opfer des Bombenhagels.

[...] Der Name „Vinetaplatz“, nach dem Kreuzer „Vineta“, dessen Name wiederum auf die einer Sage zufolge vor der Odermündung in der Ostsee versunkene Handelsstadt Vineta zurückgeht, wurde als Gemeinderatsbeschluss am 28. Januar 1903 in der „ Kieler Zeitung“ veröffentlicht. Die Form des Vinetaplatzes war bereits durch Fluchtlinien vor 1900 festgelegt worden und galt dann nach dem Willen der neuen Stadtväter als das "neue Herz" Gaardens.

Wie bei vielen anderen Plätzen und Straßen geschehen, ereilte auch den Vinetaplatz die Propagandamaschinerie der Nationalsozialisten. Laut einem Plan aus den Jahren 1940/41, sollte der Vinetaplatz zum Aufmarschplatz für das „Dritte Reich“ werden. Goebbels beabsichtigte die schon schiefen Häuser an der Elisabethstraße abzureißen, den Vinetaplatz bis zur Schulstraße zu erweitern und eine Fläche für bis zu 20000 Menschen erbauen zu lassen. Aus diesen Großmachtsplänen ist allerdings nichts geworden.

Während des 2. Weltkrieges fast völlig zerstört brauchte es eine sehr lange Zeit, bis der Vinetaplatz wieder völlig neu gestaltet und aufgebaut wurde. So sollte dieser dann als Markt, Treffpunkt und Veranstaltungsplatz von Gaarden gelten. Erst am 28. November 1986 nahmen ihn die Gaardener im Rahmen eines von ihnen gestalteten Festes nach einer sehr langen Planungs- und Bauphase wieder in Besitz.

Seit Mai 2000 wird Gaarden als eines von deutschlandweit 331 "Soziale-Stadt-Gebieten" gefördert. Gaarden ist ein Stadtteil mit gewachsenen Strukturen. Seine Geschichte ist eng mit der Geschichte der Kieler Werftindustrie verzahnt. Die starke Abhängigkeit von der Werftindustrie hat diesen Stadtteil nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in den sozialen Beziehungen, Qualifikationen und in der kulturellen Zusammensetzung der Bevölkerung geprägt.

[...] Gaarden, besonders Gaarden-Ost, gilt nach wie vor als ein sozialer Brennpunkt. Der Anteil an Arbeitslosen und Menschen mit niedrigem Einkommen ist dort sehr hoch. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa 30%. Auch ist der Ausländeranteil in Gaarden überdurchschnittlich hoch [...] Im Vergleich zur gesamten Stadt Kiel sind hier doppelt so viele Menschen arbeitslos und überdurchschnittlich viele Menschen leben von Sozialhilfe. Das bedeutet für die Gaardenerinnen und Gaardener, dass sie sich viel stärker als anderswo in Kiel mit den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen in ihrem Stadtteil auseinandersetzen müssen.

...


Aus: "Gaarden von Anfang an bis zum 2. Weltkrieg" Autor ?, (Datum ?)
Quelle: http://www.kielive.de/city/show_data.php?id=00000035&blink=http://www.kielive.de/city/show_city.php


« Last Edit: September 03, 2009, 01:30:29 PM by lemonhorse » Logged
lemonhorse
Administrator
Full Member
*****
Offline Offline

Posts: 183


« Reply #1 on: April 27, 2007, 07:19:26 AM »

Nachts 2:14  - das Fenster ist auf Kipp. Irgend etwas hat mich geweckt: eine Frau unten in der Straße schreit lauthals die Hauswand gegenüber an. Mal sehen ob da unten alles ok ist: meinen verschlafenen Augen hilft das rot-gelbe Licht der Straßenlaterne. Die Frau ist jung, torkelt ein paar schritte vor und wieder zurück. Sie ist schön. Die Sprache ist mir zwar nicht geläufig, aber ich vermute quasi im Halbschlaf: es sind bittere Anklagen, Flüche der Liebe. Das Haus gegenüber schweigt. Sie geht weiter ihrer Wege - noch eine ganze Weile sind die klagenden Worte immer leiser werdend aus den umliegenden Seitenstraßen zu hören.

« Last Edit: September 03, 2009, 01:31:26 PM by lemonhorse » Logged
lemonhorse
Administrator
Full Member
*****
Offline Offline

Posts: 183


« Reply #2 on: July 17, 2007, 11:51:53 AM »

* Short wird der Rechner gestohlen, während er bei den Nachbarn TV sieht, aber ein neuer Rechner ist schnell organisiert und auch eine gebrauchte Wlan-Karte.

* Soener freut sich über die neue Wohnung in der Elli und schleift den alten Holzfußöden ab...

* Thomasio hat nach der Arbeit den besten Ausblick in ganz Kiel.

« Last Edit: August 13, 2007, 07:39:57 PM by lemonhorse » Logged
lemonhorse
Administrator
Full Member
*****
Offline Offline

Posts: 183


« Reply #3 on: November 11, 2007, 10:31:17 PM »



November. Es ist kalt. Vor ein paar Jahren konnte ich zu dieser Jahreszeit in so mancher unterkühlten Nacht einen kaputten, ausgelaugten, mit Drogen vollgepumpten Menschen auf dem warmen Kachelboden der Bank am Vinetaplatz antreffen. Die warme Sparkassenluft nahm dankbar die Ausdünstungen eines schlafenden und betäubten Körpers entgegen. Die Sparkasse am Vinetaplatz war noch 24 Stunden geöffnet - so wie sonst auch alle anderen Sparkassenfilialen in Kiel. Doch nun ist die Sparkasse am Vinetaplatz vorsorglich verschlossen, damit in dem Gebäude der Automation die Luft frisch bleibt. So sitzen die beiden alten Männer mit ergrautem Haar eben in der Sparkasse in der Augustenstrasse. Bis die 2 Ordnungshüter kommen und für Ordnung und Sicherheit sorgen. Sofort imaginiere ich im Geiste eine Frau in einem dunkelgrünen Bademantel, der Fernseher läuft, sie steht im Wohnzimmer, ein Vogel piepst sein klägliches Lebenszeichen in einem kleinen vollgeschissenen Vogelkäfig. Sie hat einen Telefonhörer in der Hand und Lockenwickler im leicht ergrauten Haar. Von ihrem Fenster aus sieht sie eine Ordnungswidrigkeit schräg gegenüber in der Bank und schildert einem gelangweilten Beamten den verwerflichen Zustand. Genau in jenem Moment schiebe ich meine Chipkarte in die Geldmaschine alsdann hinter mir die automatische Schiebetür aufgeht und die zwei Ordnungshüter gut kenntlich an der Uniform die Bühne des Geldhauses betreten:

Ordnungshüter1 zum alten verlotterten Mann1:
“Was ist denn das hier? - Sie haben hier ja geraucht!”

Alter verlotterter Mann 1: “(Unverständliches Gestammel)”

Ordnungshüter 2 zum alten verlotterten Mann 2:
“Was ist das hier, ein Bier oder was?!”

Alter verlotterter Mann 2: (leise) “joa nee…”

Ich habe längst verinnerlicht, das die beheizte Filiale mit ihren geruchsneutralen Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern nicht entweiht und besudelt werden darf, somit drehe ich mich nicht um sondern warte darauf, das die Maschine mit ihrem wohlbekannten Föhngeräusch das begehrte Papierstück ausspuckt. Ich drehe mich nicht um, denn es muss ja alles seine Ordnung haben. Die Filiale darf nicht nach Rauch duften, nicht nach Bier, Schweiß und Urin stinken, die wärmende Luft ist nur für Menschen gedacht, die sich waschen, die ein Konto haben, ein gültigen Personalausweis - und denen so oder so ein Dach über dem Kopf zur Verfügung steht. Menschen die eine eigene Matratze haben, Menschen die genug Ordnung in ihrem Leben ihr eigenen nennen können, Menschen die erfolgreich allgemein anerkannten Werte anhäufen können, Menschen bei denen die imaginäre Frau gegenüber nicht misstrauisch wird. Die Scheißhaufen der Hunde liegen mit Sicherheit zu Hauf auf dem Bürgersteig vor dem Eingang, die Unordnung ist da draußen, aber nicht in der 24 Stunden beheitzeten Bankfiliale. Noch immer bin ich verwundert wie makellos ich meine schlichte Rolle einstudiert habe. Wie geschmeidig ich mich in die allgemeine Ordnung einfüge. Was wäre, wenn ich mich entgrenze, wenn ich die Konzeption von meiner Identität als Spukgestalt in meinem Hirn abtue? - Ich wäre die Frau gegenüber am Fenster. Ich wäre die zwei Ordnungshüter. Ich wäre die beiden alten besoffenen Männer. Aber mein Kostüm ist gerade der unbeteiligte Passant, der noch schnell einen 50iger aus dem Automaten zieht um dann, als stummter Beobachter, seiner Wege geht - derweil die 2 Ordnungshüter noch immer aktiv die Ordnung hüten. Die zwei alten Männer haben, ob sie es wollen oder nicht, ihre Rolle ebenfalls ohne Tadel einstudiert, sie schleichen schuldbewusst in gebückter Haltung mit stammelnden Worten vor der staatlichen Autorität zur automatischen sich öffnenden Schiebetür, damit dann am Einsatzwagen die Personalien aufgenommen werden können.

Wenn ich in der Sparkasse von innen nach außen will, öffnet sich die Tür wie von Geisterhand allein - sobald ich aber von außen nach innen will, nur durch eine datentechnische Authentifizierung. Es ist ein Mechanismus, eingebaut in den Alltag der Dinge.

    Dave Bowman: Hello, HAL do you read me, HAL?
    HAL: Affirmative, Dave, I read you.
    Dave Bowman: Open the pod bay doors, HAL.
    HAL: I’m sorry Dave, I’m afraid I can’t do that.
    Dave Bowman: What’s the problem?
    HAL: I think you know what the problem is just as well as I do.

[http://de.wikipedia.org/wiki/HAL_9000]

« Last Edit: July 22, 2009, 09:42:05 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
Thomasio
LASER#17 Ambivalenzen
Newbie
*
Offline Offline

Posts: 41


« Reply #4 on: January 21, 2008, 09:10:31 PM »

  Manchmal gibt es keine schönere Tragikkomödie, als nach einem langen Arbeitstag müde und genervt an einer endlos langen Schlange bei Sky an der Kasse zu stehen. Während eine Handvoll seelischer und körperlicher Bedürfnisse nach ihrer Befriedigung schreien und die kostbare Zeit in den wenigen Freiheitsstunden dahin rennen, bedarf es als krönenden Abschluss noch eine letzte Prise Geduld. Während es nur wenige Zentimeter vorwärts geht – was bleibt einem anderes übrig, als seine Umwelt als besonderes Erlebnis wahrzunehmen. Vor mir steht ein Pärchen, deren Gesichter so einzigartig sind, dass ich mich frage, warum sie in keinem Kaurismäkifilm mitspielen. Die Frau; groß und mager, mit hölzernen Schritten, eingefallenen Wangen, graues Haar, darüber eine Pudelmütze und eine Brille, deren Gläser an Glasbausteine erinnern. Ihr Mann; einen Kopf kleiner, Schirmmütze, rosa Wangen, kindliche Augen und eine Art sich zu bewegen, als würde er seit Lebzeiten sich nur auf Befehl seiner Frau hin vom Fleck rühren. Schon zwischen den Regalen waren wir uns mehrmals begegnet. Immer wieder überprüften sie Haltbarkeitsdatum, Preis und Angebot, tauschten ihre Entdeckungen in flüsternder Heimlichtuerei aus und verabschiedeten sich traurig von den Produkten, die sie sich nicht leisten konnten.
  Vor ihnen steht eine kleine dicke Mama mit ihrer kleinen dicken Tochter, die mit eingeschnappter Jammerstimme ihre Mutter tyrannisiert. Als die Mutter nach dem Preis eines ganz bestimmten Schokoriegels fragt, sagt die Tochter;
  „70 Cents!“
  „Stimmt doch gar nicht.“
  „Doch.“
  „Da steht sechzig.“
  „Nein. Siebzig.“
  „Sechzig.“
  „Siebzig.“
  „Sechzig.“
  „Aber wieso fragst du denn?“ 
  Ich blicke um mich, die Schlange hat sich inzwischen verdoppelt und führt in einem langen Schlenker bis zu den Spirituosen. Die ersten Stimmen werden laut und fordern in ihrer unnachahmlichen Direktheit nach einer weiteren Kasse. Einige halten nur ihren Altglasbon in der Hand, da sie den ganzen Tag über Pfandflaschen gesammelt haben, ein notgeborener Dazuverdienst, den man immer häufiger beobachten kann. In all den Gesichtern erkenne ich einige wieder, die ich seit Jahren auf den Straßen oder hier bei Sky antreffe; anonyme Straßenbekannte, von denen man weder Namen noch Geschichte kennt. Bei den Meisten ist anzunehmen, dass sie Gaarden niemals verlasen werden.
  Aber nichts desto trotz bin ich müde. Innerlich sporne ich schon die in meinen Augen viel zu langsame Kassiererin an. Doch dann denke ich, dass auch sie am Fließband sitzt und den ganzen Tag über roboterhafte Bewegungen macht. Dabei zieht sie schon in fliegenden Bewegungen unser individuelles Abendessen über den Scanner und nimmt sich für jeden, der an der Schlange steht und sie mit entnervt flehenden Augen anstarrt, noch so viel Zeit, um einen kurzen Augenkonktakt herzustellen. Ich empfinde plötzlich einen ungeheuren Respekt vor ihr, denn selbst denjenigen, die mit ihrer stürmenden Oettingerfahne haltlos ans Band torkeln und minutenlang in ihren Taschen nach dem Kleingeld suchen, empfängt sie mit einem kurzen, durchlässigen Lächeln, als wüsste sie über etwas Bescheid, was keiner Beschönigung mehr bedarf.




« Last Edit: January 29, 2008, 08:37:44 PM by Thomasio » Logged
Thomasio
LASER#17 Ambivalenzen
Newbie
*
Offline Offline

Posts: 41


« Reply #5 on: February 11, 2008, 06:56:16 PM »

 Auf dem Weg zu Aldi. Es regnet. Unter der Überdachung vor der Sparkasse steht ein Mann mit einer Frau. Beide trinken Oettinger aus der Dose. Sie scheinen zu verhandeln.
  "Bist du rasiert?"
  "Nein, bin ich nicht!"
« Last Edit: March 20, 2008, 12:30:52 AM by Thomasio » Logged
lemonhorse
Administrator
Full Member
*****
Offline Offline

Posts: 183


« Reply #6 on: February 14, 2008, 04:57:55 PM »

Die zwei jungen Damen ziehen den jungen Mann an Jacke und Rucksack. Er wehrt sich wiederwillig und versucht noch in die Linie 11 zu flüchten. Der zarte weibliche Sog an seiner Jacke ist stärker als sein Wille zur bedingungslosen Flucht. Der Busfahrer schließt die Türen. Nun stehen sie zu dritt verloren an der Bushaltestelle. Es ist gerade dunkel geworden. Junge Frau (1, laut): "Eääy - merkst Du noch was!?!", Junge Frau (2): "Es geht nicht um dich!" - Junger Mann, leise: "(...undeutliches unterschwellig aggressives Stammeln...)". Frau (1, sehr laut): "Nicht ich, du bist egoistisch, weißt Du das?!". Der junger Mann stellt sich an die Wand und pinkelt an diese und sagt gar nichts. Die junge Frau klingt zunehmend verzweifelter: "Es geht um die Kinder!... [xxx] kommt in die Sonderschule!" -  Junger Mann, leise: "(undeutliches Stammeln...)". Frau (1, wieder sehr laut): "Du denkst wohl ich bin eine dumme Fotze oder was?! - Du denkst wohl...". Sie verschwinden hinter einer Hausecke. Die Linie 31 kommt.

« Last Edit: March 01, 2008, 01:57:29 PM by lemonhorse » Logged
Thomasio
LASER#17 Ambivalenzen
Newbie
*
Offline Offline

Posts: 41


« Reply #7 on: March 19, 2008, 06:32:25 PM »

  Schon an der ersten Ampel nimmt die Fahrt eine ungewollte Kehrtwendung. Neben mir kommt ein roter Passat zum Stehen, darin zwei Männer mit anklagenden Blicken, die in ihrer unnachahmlichen Direktheit auf mich gerichtet sind. Gleich darauf schiebt sich eine rote Kelle zwischen unseren Blickkontakt; Polizei. Ich zucke mit den Schultern, um ihnen durch den Stummfilm, der uns voneinander trennt, meine Ahnungslosigkeit zu verbildlichen, aber er deutet an, dass ich Ihnen folgen soll. Seltsam, denke ich, was habe ich denn getan, ich bin doch gerade erst los gefahren? Was hätte ich denn alles auf diesen fünfzig Metern falsch machen müssen, um von der ausführenden Staatsgewalt angehalten zu werden?! Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass ich den Wagen überladen habe..., schließlich bin ich auf den Weg zum Recyclinghof, um den letzten Müllrest von unserer Ufo – Baustelle los zu werden. Ob sie mir das glauben werden? 
  Was bleibt mir anderes übrig, als dem Passat zu folgen, auf dessen Heckseite das Schild `Bitte folgen` leuchtet. Zufälligerweise fahren Sie sogar in die Richtung, in die ich ohnehin wollte, doch kurz vor der nächsten Kreuzung fahren sie auf einen kleinen Parkplatz, direkt vor einem Kindergarten. Ein hoch gewachsener, stämmig gebauter Mann mit groben Gesichtszügen und ernsten Augen steigt aus und kommt zu mir an die herunter gekurbelte Scheibe. Er zeigt mir seine Dienstmarke und fordert mich auf, Führerschein, Ausweis und Zulassungspapiere auszuhändigen.     
  „Sie wissen, warum wir Sie anhalten?“ fragt er mich, nachdem er meine Papiere an seinen Kollegen weiter gereicht hat. In seiner Stimme schwingt eine denkwürdige Selbstsicherheit mit.
  „Ehrlich gesagt, nein.“
  Er drückt seinen großen Kopf noch dichter an mich heran und gibt sich alle Mühe, sehr eindringlich zu wirken. 
  „Sie haben einen sehr glasigen Blick.“ sagt er und scheint innerlich schon zu triumphieren, als hätten sie den meist gesuchten Drogendealer dieser Stadt an der Angel.
  Ich behaupte, dass ich immer so aussehe und noch müde bin.   
  „...und ein bisschen blutunterlaufen sind die Augen auch.“ fügt er hinzu. 
  „Das hat nichts zu bedeuten.“ erwidere ich. „Ich hab empfindliche Augen. Außerdem arbeite ich als Tischler und habe viel mit Holzstaub...“
  „Haben Sie heute Cannabis konsumiert?“ unterbricht er mich.
  „Nein.“
  „Gestern.“
  „Nein.“
  „Wann das letzte Mal?“
  Ich muss überlegen und finde die Situation absurd, so dass sich wahrscheinlich irgendwo in der letzten Ecke meines Mundwinkels ein klitzekleines Lächeln andeutet,
welches ich stark zu bekämpfen versuche, um meine ehrlichen Antworten nicht in ihrer
Glaubwürdigkeit zu mindern.   
  Aber genau das scheint er entdeckt zu haben.
  „Steigen Sie mal aus!“ fordert er mich auf. „Ich glaube, wir machen mal eine kleine Urinprobe.“ 
  Ich steige aus und fast zeitgleich bricht ein stürmisches Schneetreiben über uns ein.
  „Und wo?“ frage ich. „Etwa hier?“
  „Ja.“ sagt er. „Oder wir nehmen Sie mit aufs Revier.“
  „Ist aber ganz schön kalt.“
  Sein Kollege steigt aus dem Wagen und zieht sich die Gummihandschuhe über.
  „Was ist? Will er nicht?“ ruft er und kommt mit ausufernden Schritten auf uns zu gestapft.
  „Moment mal...“ sage ich. „Das habe ich nicht gesagt...“
  „Und wenn Sie sich dann immer noch weigern, werden wir eine Blutabnahme anordnen...“
  „Okay.“ sage ich und merke, dass die Beiden ziemlich angespannt sind und es ratsam wäre, mit ihnen zu kooperieren.
  Ich ziehe mit einen von den Beiden los, um zwischen dem kargen Wintergestrüpp eine angeordnete Pinkelpause einzulegen. Auf halben Weg fällt ihm ein, dass er mich noch gar nicht durchsucht hat, und fordert mich auf, meine Taschen nach außen zu kehren. Da ich schon den kleinen Plastikbecher in der Hand halte, frage ich ihn, ob er ihn kurz halten kann, und hole alles aus den Taschen heraus. Das scheint ihn aber nicht zu befriedigen, so dass er anfängt, selbst Hand anzulegen, weshalb er mir den Plastikbecher wieder geben muss, um wiederum freie Hand zu haben.
  „Als Schutzmann wird man ziemlich oft verarscht...“ murmelt er, fast wie eine mitleidsheischende Rechtfertigung gemeint, und tastet mich nun am ganzen Körper ab, während die ersten Zaungäste am Kindergarten das seltsame Parkplatztreiben beobachten. 
  Wir setzen unseren Weg fort und er schlägt einen Platz vor, den ich aber nicht
einladend finde. Das Schneetreiben wird immer heftiger. Nach einigem Hin und Her werden wir uns bei der Platzwahl einig und schließlich versuche ich mitten im heftigen Flockenwirbel, zwischen schimmeligen Backsteinresten und nackten Winterbüschen, ein paar Tropfen heraus zu quetschen, während ein paar Meter hinter mir ein Zivilpolizist mit Gummihandschuhen steht und auf meinen goldenen Urinstrahl wartet. Aber es ist kalt und ich muss überhaupt nicht. Andererseits habe ich noch eine Menge vor an diesem Tag und will es schnell über die Bühne bringen. Es reicht gerade für eine kleine Pfütze. Doch mein Schutzmann findet die Menge erstaunlich und meint frohlockend, dass es für mindestens zwanzig Proben reichen würde.
  Auf dem Weg zurück kommentiert er eine rauchende Kindergärtnerin in verächtlichem Ton als  `scheiß Raucher` und fragt mich, ob ich auch rauchen würde. Das müsse alles bald ein Ende nehmen, schließt er das Thema ab und stellt sich mit der Urinprobe an den offenen Kofferraum. Sein Kollege steht daneben und blickt skeptisch in den tiefgrauen Himmel, aus dem es nicht aufhört zu schneien. Beide wirken auf einer gedrückten Art wie unter Strom, unterschwellig aufgeladen, jederzeit darauf gefasst, in eine Situation zu kommen, die jeden Moment eskalieren könnte.
  Währenddessen wird ein Tropfen Urin mit einer Pipette in ein kleines weißes Gerät getröpfelt. Wir stehen zu dritt um den Kofferraum und starren schweigsam auf mein frisch ausgeschiedenes Stoffwechselabbauprodukt, auch Harn genannt, der sich jetzt nach dem Prinzip der Antigen-Antikörper-Reaktion farblich verändern sollte, um die Konzentration gesuchter Substanzen anzuzeigen. 
  Jetzt heißt es; warten.
  Zwischendurch streifen mich ihre Blicke, in denen nach wie vor ihre Zuversicht geschrieben steht, dass der Test für mich negativ ausfallen wird.
  Eine Kindergärtnerin fragt nach, wann sie mit ihrem Auto wegfahren, da sie gleich...   
  „Polizei!“ heißt die knappe Antwort.
  „Oh!“ macht sie und entfernt sich wieder.
  Wir warten.
  Nichts passiert.
. Mein Urinrest wird in den nächsten Gully gekippt.
  „Schönen Tag noch!“ sagt einer von Ihnen, bevor sie einsteigen.
  Sie sind sichtlich enttäuscht.
« Last Edit: March 20, 2008, 12:33:15 AM by Thomasio » Logged
Thomasio
LASER#17 Ambivalenzen
Newbie
*
Offline Offline

Posts: 41


« Reply #8 on: March 23, 2008, 11:08:11 PM »

  Gegen zwei Uhr geht es los, es nähern sich die ersten laut aufstampfenden Schritte vom oberen Ende der Straße und bleiben in der Nähe der 94 stehen. Ein Streit bricht aus, oder er geht weiter... 
  „Ey! – Ey! – Ey!“ schreit eine schneidende Männerstimme.
  „Halt die Fresse!“ kommt es schlagartig zurück, dumpf und aggressiv, in diesem unverkennbaren Leierslang. 
  Schnelle laufende Schritte, eine Flasche zerschellt auf den Boden, dann ein Geräusch, als würde jemand mit dem Kopf gegen ein Auto schlagen.   
  Eine Frau mischt sich ein. Wieder fliegen emotionsgeladene Stimmen durch die Nacht, die windstill und kalt ist. Die wie ausgespuckten Sätze schießen durch die Straßenschlucht und jagen ihren Hall bis in den vierten Stock hinauf. Jetzt kommt ein kläffendes Hundegebell dazu und jemand schreit `Aus!`, zieht wahrscheinlich an der kurzen Leine, denn es folgt ein gequältes Gejaule, und dann noch einmal; `Aus!` 
  „Du Dreckskerl! Und dir hab ich vertraut! Du....“
  Sie ist besoffen, ihre Stimme überschlägt sich in rasender Verletztheit.
  „Aus! Hab ich gesagt!“
  „Hau mit deinem Köter ab!“
  Jemand entfernt sich, mit weinerlichen Selbstgesprächen, immer leiser werdend...
  Ein Wagen biegt mit quietschenden Reifen in die Straße ein und fährt mit rasender Geschwindigkeit, die auf dem Pflasterstein ein Trommelfeuer aus holprigen Schlägen veranstaltet, die ganze Straße hinauf, macht eine Vollbremsung und biegt ab. Das
Blaulicht flackert im schwachen Widerschein an der Raufasertapete, während
hastige Laufschritte und Rufe von ihrer Flucht erzählen...   
  Dann ist es still.
  Eine halbe Stunde später geht es wieder los. Diesmal ist es eine Gruppe von vier Männern, die aus der gegensätzlichen Richtung kommen. Alle sind ausnahmslos besoffen oder angetrunken. Eine Mischung aus Grölen und Singen, als wolle man den Toleranzbereich der Schlafenden austesten. Aus mir unerfindlichen Gründen fängt einer aufgeregt zu palavern an. Einer will, dass er aufhört, der andere macht weiter. Die Stimmen sind nicht mehr zu unterscheiden. Kein Satz geht über fünf Wörter hinaus, aber jedes Wort kommt tief aus dem Bauch. Jetzt scheint man sich zu schubsen, einer taumelt oder fällt zu Boden, vielleicht tritt einer nach... Wieder ruft jemand, der nicht schlafen kann, die Polizei, wieder fangen Leute zu laufen an, wieder brettert ein Wagen die Straße hinauf... 
  So geht es weiter, im dreißig Minutentakt. Schritte, Schreie, manchmal auch Schläge..., Menschen die sich unablässig ihren Frust ins Gesicht brüllen, ihre blinde Anklage raus lassen. Mal hört man Gesprächsfetzen, mal Unverständliches, mal angefangene Artikulierungen, die von den Emotionen überrollt werden. Irgendjemand hat jemanden betrogen, einer hat nicht gezahlt, ein anderer kommt nicht mit dem Stoff rüber, sie ist schwanger und er macht sich aus dem Staub, will von alledem nichts wissen, aber dennoch mit ihr vögeln, und die Kohle ist noch nicht drauf und der vierte Entzug wurde abgebrochen... – und irgendwann im dritten oder vierten Akt dieser Nacht, als es wieder Streit gibt und keine Partei nachlässt, fängt eine ältere Frau mit der krächzenden Stimme einer Krähe zu lachen an. Was für ein Lachen! Es ist jenseits von Allem. Ich kann nicht anders, als mir vorzustellen, wie sie dabei ihren schmalen, abgemagerten Oberkörper nach hinten wirft, um sich ganz diesem tiefen, dreckigen Lachen hinzugeben. Es wird mit jeder weiteren Salve lauter und steigert sich in ihrer zynischen Verachtung für die Szene, die sich vor ihren Augen abspielt. Sie weiß, dass gleich wieder die Bullen kommen, und dass sich Morgen wieder alle vertragen haben, bevor sie sich in der nächsten Nacht wieder streiten werden, und dass sich ihr haltloses Leben ständig wiederholen wird – und sie lacht...
« Last Edit: March 24, 2008, 11:36:11 AM by Thomasio » Logged
Thomasio
LASER#17 Ambivalenzen
Newbie
*
Offline Offline

Posts: 41


« Reply #9 on: May 14, 2008, 11:28:54 AM »

  Das gewohnte Bild bei Sky. Nur eine Kasse ist auf, an ihr staut sich die Schlange bis zum spanischen Rotwein. Es geht so langsam vorwärts, dass man sich schon überlegt, ob man die Sachen, die man kaufen will, wirklich braucht. Aber das Gerücht geht herum, dass  bald eine neue Kasse aufgemacht wird. Alarmiert stellen sich die Ersten in die besten Ausgangspositionen und halten Ausschau nach der zweiten, erlösenden Kassiererin. Ein Mann und eine Frau, beide um die dreißig, machen sich lautstark bemerkbar und fordern endlich das Freizeichen der zweiten Kasse. Er ist groß und schlank, breitschultrig und tätowiert, hat grobe, knochige Gesichtszüge, und einen stechenden Blick, als wäre er jederzeit für eine Schlägerei zu haben. Sein Gesicht ist von der Sonne gerötet und in den schmalen Augen spielt ein frühlingshafter Glanz mit unbewussten Impulsen der derberen Art. Sie ist größer, trägt das blonde, fettige Haar zum lieblosen Zopf, trägt aufopfernd die Kornflaschen, und wischt sich immer wieder über das bleiche, leicht schwitzige Gesicht, in denen sich violette Augenringe eingenistet haben. Sie ist unruhig, wechselt ständig das Standbein, wippt ihren Oberkörper zu einer nervös flatternden Beruhigungsmelodie, und geht dabei regelmäßig leicht in die Knie, als müsste sie dringend auf Toilette. Während sie stellvertretend beim jungen Kassierer – ein kleiner, schmalschultriger Auszubildender mit treuen Augen und glatten, arglosen Gesichtszügen – für einen schnelleren Ablauf kämpfen, traut dieser sich, schon das dritte Mal nach Verstärkung klingelnd, nicht mehr, den Kopf zu heben, aus Angst, unter dem Gewicht der anklagenden Glotzblicke zusammen zu brechen.   
  Hinter dem immer nervöser werdenden Paar steht ein Mann, Ende Vierzig, Schnauzer und Pausbacken, mit brutzelnden Denkfalten, die sich schwer über die dunklen Schlitzaugen hängen. Seine Hände haben sich in sanften Fäusten um den Einkaufswagen gedreht, und zwischen den schweren Atemzügen kann man ein leichtes Zischen vernehmen. 
  Während in der Schlange sich jene Atmosphäre ausdehnt, in der sich unter der Oberfläche das Potenzial eines anarchischen Ausbruches sammelt, humpelt eine Frau mittleren Alters in einer verrückt – verlorenen Sorglosigkeit vorbei und singt; 
  „Der Schuh ist im Eimer, im Eimer – Karl Otto, Karl Otto!“
  Die Kassiererin kommt, die halbe Schlange springt auf die andere Seite, die Kasse ist eröffnet und wir stehen in derselben Reihenfolge. Die hochprozentigen Flaschen schießen über den Scanner und die Frau mit den blonden Zopf beugt sich mit jenem `Mal sehen, ob es reicht` – Buckel über die ausgebreitete Handfläche, in der das Kleingeld liegt, und blinzelt immer wieder mit verengten Pupillen zum angezeigten Betrag auf den Display. 
  „Scheiße!“ stöhnt sie und greift hastig in ihre Taschen.   
  „Ich dreh durch!“ ruft der Mann mit Schnauzer, und seine Bassstimme lässt jeden Halbschlummer aufschrecken. „Eben noch den Lauten machen und jetzt nicht Zahlenkönnen oder was?!“ 
  „Doch, ich kann zahlen...“ ruft sie zurück, mit hoher, schwacher Stimme, und geht wieder in die Knie, eine Bewegung mit morbider Anmut, während ihre langen Arme in den Taschen versinken. „Gleich...“ Sie wendet sich an ihren Typen, der die Kornflaschen schon in den Händen hält und nur hilflos mit den Schultern zuckt. „Hast du noch dreißig Cents?“ fragt sie, und ihre Stimme stürzt wie ein abgeschossener Vogel zu Boden.
  Der Dicke dreht sich zu mir, schüttelt seinen schwitzigen Mammutkopf und fordert mich zur Verschwörung auf. Er scheint ebenso vom ersten warmen Frühlingseinbruch einen Sonnenstich abbekommen zu haben. Sein Gesicht ist krebsrot. Ich erkenne ihn trotzdem wieder. Vor zwei Jahren saßen wir in derselben Maßnahme vom Arbeitsamt und haben dort zusammen Bingo gespielt. Aber er scheint sich nicht zu erinnern.
  „Vielleicht solltet ihr euch mal nicht den ganzen Tag mit Drogen voll pumpen!“ ruft er provokant. 
  Jetzt hört die Frau mit dem Suchen auf und baut sich vor ihm auf.
  „Wir nehmen überhaupt keine Drogen!“
  „Ja, das sieht man!“
  „Wirklich nicht!“
  Jetzt mischt sich ihr Freund ein.
  „Aber selbst saufen, oder was?“ ruft er und zeigt demonstrativ in dessen Einkaufswagen, in denen zwölf Flaschen Oettinger auf Reisen sind.   
  „Wissen Sie, was viel schlimmer ist?“ ruft sie. „Leute wie Sie, die irgendwann nur noch verbittert auf der Couch sitzen, Bier trinken und fernsehen...“ 
  „Woher willst du eigentlich wissen, was ich abends in meiner Butze mache?“ 
  „Das sieht man doch!“
  „Das ich nicht lache, du bist doch derart zugedröhnt, dass du noch nicht mal...“
  „Das stimmt überhaupt nicht!“
  „Hast du heute eigentlich schon mal in den Spiegel geguckt?“ 
  „Ja, hab ich!“ ruft sie stolz zurück. „Und ich weiß, dass ich schön bin!“
« Last Edit: May 15, 2008, 12:15:22 AM by Thomasio » Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 8411

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #10 on: May 25, 2008, 08:18:32 PM »

Quote
[...] Die Hintermänner wurden in Mettenhof festgenommen, die Dealer in Gaarden.


Aus: "Fahndern gelang Schlag gegen Kokainhandel" (Kieler Nachrichten, 24.05.2008)
Quelle: http://www.kn-online.de/artikel/2364518

-.-

Quote
[...]  Kiel (ots) - Bereits am Donnerstag, dem 08 Mai, ist es im Stadtteil Gaarden zu einem Überfall mit einem Messer auf einen 47-Jährigen gekommen. Der Mann erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen.

    Gegen 23 Uhr drangen zwei maskierte Personen gewaltsam in die Wohnung des Geschädigten in der Johannesstraße ein. Dort stach ein Täter mehrfach auf sein Opfer ein. Anschließend raubten sie dem Verletzten Bargeld und eine geringe Menge Betäubungsmittel, ehe sie unerkannt flüchten konnten.

[...] Das Opfer konnte sich schwer verletzt zu einem Nachbarn retten, der den Rettungsdienst und die Polizei alarmierte. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern verlief zunächst ergebnislos. Nach umfangreichen Ermittlungen der Kripo Kiel und Hinweisen aus der Bevölkerung, konnten jedoch am Freitag, dem 16. Mai drei Tatverdächtige festgenommen werden.

    Mittlerweile befinden sich zwei 15 und 21 Jahre alte Kieler in Untersuchungshaft.

[...]


Aus: "POL-KI: 080520.1 Kiel: Drei Festnahmen nach schwerem Raub" (20.05.2008)
Quelle: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/14626/1194919/polizeidirektion_kiel

« Last Edit: May 29, 2008, 08:45:21 PM by lemonhorse » Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 8411

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #11 on: May 29, 2008, 08:40:27 PM »

Quote
[...]

Quote
Kiel-Gaarden???
Hallo!
Fange zum WS in Kiel an und habe nun eine Wohnung in Kiel-Gaarden gefunden. Wolte fragen, was Gaarden für einen Ruf hat und ob es sich lohnt dort hin zu ziehen. Würde mich freuen, wenn mir jemand weiter helfen könnte.
Lg.Ina (23. August 2005 22:57)


Quote
Re: Kiel-Gaarden???
Hi Ina,

ich studiere zwar nicht in Kiel, hab in der Stadt aber über 20 Jahre gewohnt bis es mir zu langweilig geworden ist und ich nach HH gezogen bin...

Lass dich dadurch nicht abschrecken, denn Kiel is am MEER und eine ganz "große" Stadt im Sommer... zu deinem Glück musst du dir in KIEL eine Wohnung suchen und nicht in einer Stadt wo die Mieten ins unbezahlbare gehen.... : )

Zu Gaarden: die Lage ist recht zentral, es gibt es viel viel schönere Viertel wie z.B. Südfriedhof, in der Nähe vom Stadtpark oder Gegend bei der "Holtenauer Straße (wo auch mehr Deutsche zu finden sind.)

Wo wohnst du jetzt ? Bist du an der FH oder Uni angenommen worden ? Welcher Studiengang ?

Grüße Basti (23. August 2005 23:22)


Quote
Von: Gero | 24. August 2005 00:21
Re: Kiel-Gaarden
In Gaarden gibt es günstige Wohnungen - der Nachteil ist allerdings, dass die Atmosphäre dort nicht besonders gut ist - kein Flair. Ziehmlich viele sozialhilfeempfänger und alkoholiker - merkt man, dass es den Leuten dort nicht so gut geht. Auch sonst spielt sich das Leben eher auf dem Westufer ab. Ich würde dir Gegenden wie Südfriedhof, Schreventeich, Blücherplatz empfehlen. Gaarden ist nun aber nicht die schlechteste Wahl, da du eben günstig wohnen kannst und du eingentlich alles mit dem Fahrrad gut erreichen kannst. Innerhalb Gaardens gibt es acuh noch Unterschiede. Solltest du an der FH studieren, wäre das eine weiterer Vorteil, da die auch am Ostufer liegt. Guten Start.


[...]

Quote
Von: Siestras238  | 29. August 2005 14:22
Re: Kiel-Gaarden???
Hallo!

Ich absolviere gerade ein Praktikum in Kiel-Gaarden und habe mittlerweile einen recht guten Einblick ins Gaardener Leben bekommen.
Mir persönlich ging es anfangs als ich nach Kiel kam nicht anders als vielen, zieh bloß nicht nach Gaarden wurde mir gesagt.
Durch mein Praktikum habe ich mit vielen Gaardenern Kontakt und kann sagen das es ein Statdteil ist mit vielen Nationalitäten. Dies macht sich zudem bemerkbar das man Internationale Geschäfte hat und ein buntes kullinarisches Angebot.
Zwar kann man nicht leugnen das viele in Gaarden lebenden Menschen am Existenzminimum leben und sich das wiederum im Stadtbild wiederspiegelt, aber es gibt trotzdem viele Menschen die etwas in Gaarden verändern und bewegen wollen.
Was nämlich die wenigsten Nicht-Gaardener wissen ist das es viele Veranstaltungen auch auf dem Ostufer gibt und zahlreiche Einrichtungen die verschiedenste Sachen auf die Beine stellen, mir ging es vor meinem Praktikum nicht anders.
Ich will Gaarden auf diesem Wege nicht Wünderschön reden, doch finde ich das es zu leicht ist zu behaupten das in Gaarden nur die sozial Schwachen und Ausländer leben (Gaardens Bevölkerung ist bunt gemischt, in jeder hinsicht) und alles ach wie schrecklich sei. Sicherlich passieren hier Dinge die nicht toll sind aber ich habe bis jetzt ein wirklich positives Bild gewonnen von dem Stadtteil.
Ich könnte noch vieles mehr über Gaarden berichten, denn wie sich der Stadtteil gibt "Gaarden...bunt & vielfältig" so vielschichtig muss man ihn auch betrachten.
LG Anja


Quote
Von: GeGe  | 29. August 2005 14:32
Re: Kiel-Gaarden???
einige vermieter in gaarden bieten ihre wohnungen die erste drei monate oder sogar das erste habe jahr mietfrei an - das soll was heißen.
gaarden ist nicht wirklich zentral und genießt einen relativ schlechten ruf, ein freund von mir wohnte dort, nachts bin ich da nicht alleine auf die straße gegangen, sonst gin es eigentlich.


[...]

Quote
Von: TYRAS007 | 19. August 2006 01:32
Re: Kiel-Gaarden???
Hallo,

klar ist Gaarden nicht der Hit, aber wir waren auch schon auf Wonungssuche. Einige sind echt der Hammer, keine Ausstattung und Miete zu hoch. In Mettenhof rennen Sie Dir hinterher wenn Du eine Wonung willst, kannst sogar eine EBK fordern, die bauen die ein .. lol .. Aber Gaarden ist ok und die Türken oder was das sonst alles so wohnt auch, Multi .... Außerdem habe ich noch nie einen Türken morgens um 07:00 Uhr am Kiosk mit der Dose Bier gesehen, komisch oder ? Deutsche sehe ich oft :-)

Gruß
Andreas


Quote
Von: ...Sieisgutesmädchen...  | 07. Mai 2008 09:31
Re: Kiel-Gaarden???
Ich habe mal in Mettenhof gewohnt..und wohne jetzt gute 10jahre in Gaarden.

Ja es stimmt das es hier viele Alkoholiker gibt aber wo ist es anderes.?..? bei uns sitzen sie draußen und relexen und woanderes auch oder in deren Wohnung.
Über mettenhof kann ich nur sagen das es dort nachts mal schießereien gibt und denn findet man mal eine Leiche im See also meine meinung über Mettenhof ist SEHR SCHLECHT...!





Aus: "Foren - Studieren / Wohnen in Kiel >> Kiel-Gaarden???" (2005)
Quelle: http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?59,107651

-.-


Quote
[...]

Quote
Von: Mickey85 | 02. September 2007 23:08
Gaarden wirklich so schlimm?
Hallo,

habe mal hier im Forum gelesen, das Gaarden (hoffe es ist richtig geschrieben) der total schlime Stadtteil sein soll...
Warum eigentlich?

Also ich kenn mich ja in Kiel net aus...
Aber wollte nur mal wissen, welche Stadtteile denn wirklich net gehen und wo es sogar einer Art Ghetto ähnelt...

Liebe Grüsse...


[...]

Quote
[...] Von: Claudette84 | 03. September 2007 11:24

Re: Gaarden wirklich so schlimm?
Ich bin neulich nachts mit dem Auto durch Gaarden gefahren, weil ich wissen wollte, ob es wirklich so schlimm ist.
Ist es.
Kein Scherz: Innerhalb von 5 Minuten sind wir an 3 "Türkencliquen" vorbeigefahren, ein Punk hat eine Bierflasche auf unser Auto geworfen und in diversen Hauseingängen standen vermummte Männer rum.
Kann alles Zufall gewesen sein, aber mir hat es als Eindruck gereicht.
Als Mann ist das vielleicht nicht so schlimm, aber als Frau würde ich mich nicht trauen, da nachts von einer Bushaltestelle nach Hause zu gehen..


Quote
Von: gast  | 03. September 2007 14:01
Re: Gaarden wirklich so schlimm?

Ich würde Gaarden auch eher meiden. Zumal es teilweise auf dem Ostufer liegt und sich alles in Kiel auf dem Westufer abspielt.

Wik, Südfriedhof, Schrevenpark, Düsternbrook/Blücherplatz, Ravensberg usw. sind nett zu wohnen und wesentlich näher an der Uni.


Quote
Von: Mickey85  | 03. September 2007 14:23
Re: Gaarden wirklich so schlimm?
ach du liebe güte!

Danke für eure Antworten....also ne da will ich nicht hin! Bekomme ja schon beim lesen Angst! ;-)

Hab mich auch schon hewundert warum die Wohnungen so viel günstiger sind...
jetzt weiss ich es ja... :-)


[...]

Quote
Von: Mickey85  | 03. September 2007 21:05
Re: Gaarden wirklich so schlimm?

Gibt es denn noch andere Stadtteile die so ähnlich sind wie Gaarden?



Quote
Von: CLaudette84  | 04. September 2007 09:38
Re: Gaarden wirklich so schlimm?

Mettenhof ist eigentlich nicht überall hässlich und man bekommt riesige Wohnungen für wenig Geld.
Leider ziehen günstige Preise auch entsprechende Bewohner an.. Wenn man durchfährt, sollte man sich über Menschen mit Einkaufswagen voller Bieflaschen nicht wundern.
Finde ich aber immer noch besser als Gaarden..



[...]

Quote
Von: Mukkel (IP-Adresse bekannt) | 17. Mai 2008 00:18
Re: Gaarden wirklich so schlimm?

[...] Ich bin Deutsche und lebe in Gaarden seit 10 Jahen. Mir ist noch nichts passiert. [...] Ach ja!!!! Es gibt in Gaarden keine Disco!!!!



Aus: "Foren - Studieren / Wohnen in Kiel >> Gaarden wirklich so schlimm?" (2007)
Quelle: http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?59,450165

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 8411

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #12 on: June 08, 2008, 11:11:23 AM »

Quote
[...] Kiel – Sieben mysteriöse Schüsse im Treppenhaus eines Gaardener Mehrfamilienhauses standen gestern im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Kieler Amtsgericht. Mysteriös deshalb, weil außer dem Pistolenschützen keiner im Saal wusste, warum sie überhaupt abgefeuert wurden. Wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde der 36-jährige Angeklagte zu neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
Als Auflage für die dreijährige Bewährungszeit muss der selbstständige Gärtner, in dessen Umfeld nach dem Vorfall vom 17. Juni 2007 auch noch eine abgesägte Schrotflinte und ein weiteres Gewehr nebst 200 Schuss Munition sichergestellt wurden, 700 Euro Geldbuße an eine Blindenhilfsorganisation zahlen.
Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags gegen den vielfach vorbestraften Mann ermittelt. Doch die Projektile waren damals soweit vom mutmaßlichen Gegner, einem Nachbarn des Angeklagten, in Briefkästen und in der Wand eingeschlagen, dass der Tatvorwurf am Ende auf Waffendelikte beschränkt wurde.
In diesem Punkt war der vor Gericht sichtlich um Seriosität bemühte Angeklagte im schwarzen Anzug mit Krawatte geständig. Von Einsicht konnte dagegen keine Rede sein: Es sei doch bewiesen, dass er richtig gehandelt habe, erklärte der bekennende Schütze. Denn der andere, der fortwährend seine Familie bedroht und beleidigt habe, sei doch ebenfalls bewaffnet gewesen.
Nach der Schießerei hatte die Polizei die Waffen, eine Gasmaske, MG-Munition, Pfefferspray und Handfesseln auf einem Dachboden in der Bielenbergstraße und in einem Kleingarten in Gaarden sichergestellt. Früher in der Türkei seien sie jagen gegangen, begründete der Angeklagte die Anhäufung des Arsenals, das seinem Stiefvater gehöre. Der habe seine Pistole („Walther PPK Kaliber 7,65“) samt Munition jahrelang im Kinderzimmer auf dem Kleiderschrank gehortet.
Nach dieser belastenden Aussage darf nun auch der Stiefvater mit einem Ermittlungsverfahren rechnen, ließ die Staatsanwältin durchblicken. (gey)


Aus: "Neun Monate für sieben Schüsse im Treppenhaus" (Kieler Nachrichten vom 21.05.2008 01:00:00)
Quelle: http://www.kn-online.de/artikel/2362728

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 8411

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #13 on: November 25, 2008, 03:47:50 PM »

Quote
[...] Kiel (ots) - Am vergangenen Samstag machten Polizisten im Stadtteil Gaarden-Ost eine ungewöhnliche Entdeckung. Sie fanden in einer Brötchentüte ein Drogenversteck der etwas anderen Art.

    Gegen 13 Uhr führten Einsatzkräfte des so genannten Brennpunktdienstes des 4. Polizeireviers Kiel eine Personenkontrolle auf dem Vinetaplatz durch. Auf einem dortigen Pfeiler entdeckten die Beamten zwei prall gefüllte Brötchentüten. Auffällig hieran war lediglich, dass diese Tüten keinem der anwesenden Personen gehörte - was im Nachhinein auch nicht verwunderlich schien. In jeder Tüte befand sich ein ausgehöhltes und mit Haschischbrocken gefülltes Brötchen. Insgesamt fanden die Beamten in den beiden Schrippen 27 kleine Brocken des Rauschmittels.

Die "Drogenbrötchen" wurden beschlagnahmt und der Vernichtung zugeführt.

[...]


Aus: "POL-KI: 081103.1 Kiel: Diese Brötchen waren nicht zum Essen gedacht..." (03.11.2008)
Quelle: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/14626/1294317/polizeidirektion_kiel

« Last Edit: September 03, 2009, 01:33:16 PM by lemonhorse » Logged
lemonhorse
Administrator
Full Member
*****
Offline Offline

Posts: 183


« Reply #14 on: December 18, 2008, 05:30:19 PM »

Posted in Realitaets.Tunnel on December 17th, 2008 by lemonhorse

[Kiel Gaarden, Supermakt am Karlstal, KVG Linien, Neuronale Daten]

Grünes Licht und kaltnass beschlagene Scheiben. Zum Glück hatte ich den roten Eimer schon griffbereit als sich mein Magen entleerte. Heute wandelte sich mitten im Dezember der visuelle Inhalt, welcher mir aus dem kalten Kieler Nebel in meine neuronale Empfangsstation gekrochen kommt. Im Supermarkt der verwegenen Gestalten erblicke ich phantasierte Ölgemälde und einzigartige hypnotisch hochstilisiert Filmszenen in innerer Zeitlupe. Die Vorlagen dazu sind echt: das kaputte Gesicht versteckt unter einer alten Sonnenbrille unter Neonlicht in Lederkluft. Er steht vor dem Süßigkeitenregal für mich Model. Ruhig und konzentriert schiebt er die Brille nach oben um all die Schokoriegel genau in Augenschein zu nehmen. Langsam geht er dabei in die Knie und die hell braunen Cowboystiefel drehen sich dabei langsam auf dem Kachelboden, das fettige hellblonde Haar fällt ihm trotz hochgeschobener Sonnenbrille in die Augen. Später tritt der Erinnerung noch die markant seidig-dürre jungen Frau hinzu, die mir morgens am Hauptbahnhof einen zerbrechlichen Blick zugeworfen hat.
Der Atem und der Rauch im Torbogen des Hauseingangs, Menschen gehen vorüber im Gespräch, jemand lacht vergessen. Der ganze Rausch - und Klangpegel von Stadtakustik.
Und ich sitze im Bus und denke: wenn ich Liebe empfinde, so können es meinetwegen auch Botenstoffe im Nervensystem sein. Die Botenstoffe aber verdoppeln sich im Sinn zu mehr als Botenstoff, wenn ich den Botenstoff fühle und über ihn nachdenke. Und wenn ich von einer Situation niedergeschmettert bin, so realisiere ich auch eine solche Situation in ihrer Heftigkeit - bei genügend Geistesgegenwart denke ich womöglich über diese Situation mein teil hinzu.
Zugegeben, das sich der schmutzige Abend von einem achtlos vorbeiziehenden in einen einzigartigen verwandelt, habe ich allerdings nicht im Griff. Ich gehe noch ein paar Schritte auf der feuchten Kopfsteinpflasterstrasse. Es ist ein leichtes dann tief einzuatmen.
Logged
Pages: [1] 2   Go Up
  Print  
 
Jump to:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2015, Simple Machines Valid XHTML 1.0! Valid CSS!