COMMUNICATIONS LASER #17
May 21, 2012, 05:50:24 PM *
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Author Topic: [Gefechte zur Sexualität... (Notizen)]  (Read 5754 times)
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« Reply #30 on: November 23, 2009, 11:14:28 AM »

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[...] Bunny Munro sieht gut aus, ist unheimlich cool und hat eine nachgerade hypnotisch-elektrisierende Wirkung auf Frauen. Leider hat Bunny Munro den uncoolsten Job der Welt; er ist Haustürvertreter für Kosmetikartikel. Dafür bringt ihm dieser Job jede Menge Gelegenheiten, reihenweise frustrierte Hausfrauen zu verführen. Und das mehrmals am Tag. Woche für Woche. Jahr für Jahr. Und es hätte noch ewig so weitergehen können.

...


Aus: "Blixa Bargeld liest Nick Cave" (Hörbuch-Rezension), 19. Oktober 2009
Von    C. Stotz (Esslingen)
http://www.amazon.de/Tod-Bunny-Munro-Nick-Cave/dp/3462041290

-.-

Quote
[...] Der "Bad Sex"-Award zeichnet jedes Jahr Bücher mit überflüssigen und weitschweifigen Sex-Beschreibungen in Romanen aus.

Seit 17 Jahren gib es diese "Auszeichnung" und Nick Cave wäre mit dem Preis für seinen Roman "The Death of Bunny Munro" in illustrer Gesellschaft. Bereits Tom Wolfe erhielt den Award.

Die Nominierten dieses Jahres sind auch keine Unbekannten in der Literaurszene: unter anderem Philip Roth, Amos Oz und Jonathan Littell.


Aus: ""Bad Sex"-Buchpreis: Sänger Nick Cave nominiert" (20.11.09)
Quelle: http://www.shortnews.de/start.cfm?id=800455

-.-

Quote
[...]  Eine Frau fehlt in Bunnys Fantasien: Madonna. Warum taucht sie nicht auf?

Nick Cave: Ähm ... Ich denke nicht, dass Madonna die Sorte Frau ist, die Bunny antörnt.

Warum nicht?

Nick Cave: Weil Bunny ein schwacher, aber lüsterner Charakter ist. Und Avril Lavigne und Kylie Minogue verkörpern im Gegensatz zu Madonna ein Muster von Unschuld, das darauf wartet, entehrt zu werden.

Madonna lässt keinen Raum für Fantasien. Sie hat die volle Kontrolle.

Nick Cave: Nun, Madonna wird durch die Medien präsentiert als mächtige Frau, sexuell befreit, stark, und ich denke, diese Sorte Frau macht Bunny Munro Angst. Übrigens, was an diesem Buch für mich interessant war, war die Reaktion von Frauen darauf. Es gab Frauen, die von dem Buch wirklich angepisst waren und darin einfach ein Stück machistischen Mülls sahen. Und manche Frauen kamen zu mir und sahen das Buch als feministischen Roman, ein Buch, das wirklich einen Teil der männlichen Psyche freilegt, von dem sie immer geahnt haben, dass es ihn gibt. Es gab auch einige skurrile Reaktionen.

Zum Beispiel?

Nick Cave: Einige Frauen haben gesagt, sie finden Bunny Munro irgendwie sexy.

Ach. Sie haben die Unschuld an ihm entdeckt, die entehrt werden will?

Nick Cave: Viele Männer haben zu mir gesagt, dass sie wirklich etwas von sich selbst in diesem Charakter erkannt haben, was meine Absicht war. Und andere, denen ich das nahegelegt habe, fühlten sich angegriffen. Ich sagte zu einem Deutschen, der mich interviewte: „Schau, du hast eine Seite von ihm in dir“, und er rief: „Nein! Hab ich nicht!“

[...]


Aus: "Nick Cave: "Ein Konzert ist Folter für mich"" Interview: Kolja Reichert 
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 22.11.2009)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/pop/Sonntag-Nick-Cave;art971,2955159

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« Reply #31 on: March 25, 2010, 03:52:15 PM »

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[...] Als der deutsch-ukrainische Blogger Alexander Wolodarski sich Anfang November von Nürnberg aus auf den Weg nach Kiew machte, dachte er sicher nicht daran, dass er dort noch Weihnachten verbringen würde. Zudem im Gefängnis. Wolodarski protestierte gegen die "Nationale Moral-Kommission", indem er sich vor dem ukrainischen Parlament entkleidete und mit einer Bekannten Geschlechtsverkehr simulierte. Die ukrainische Polizei verhaftete den 22-Jährigen. Seitdem sitzt Wolodarski, der eigentlich in Nürnberg studiert, in Haft, wegen "groben Unfugs" soll ihm der Prozess gemacht werden. Dafür drohen nach ukrainischem Gesetz bis zu vier Jahre Haft.

Die harte Reaktion auf den Protest hat in der Ukraine und in Russland für Aufsehen gesorgt: In beiden Ländern formierten sich Unterstützergruppen. Aber auch die "Nationale ukrainische Expertenkommission zu Fragen des Schutzes der öffentlichen Moral", so der volle Titel der Institution, gegen die Wolodarski protestierte, ist in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Denn das Treiben dieses Gremiums gefährdet nach Meinung von Menschenrechtlern und Künstlern zunehmend die Freiheit der Meinungsäußerung in dem Land, das sich seit der Orangen Revolution nach außen hin gerne als frei und demokratisch präsentiert.

Die 2004 von der ukrainischen Regierung eingesetzte Kommission hat das Recht, "die Tätigkeit von Medien und juristischen Subjekten zu überprüfen, die Produkte mit sexuellem oder erotischem Charakter herstellen oder Elemente von Gewalt und Brutalität tragen". Zwar betont Kommissionsleiter Wasili Kostizki, sein Gremium könne nichts "verbieten", sondern nur beurteilen. Aber die "Urteile" der Kommission werden von den Rechtsschutzorganen verwendet, um Verbote auszusprechen. Der 53-jährige Kostizki sieht sich als Moralwächter mit einer Mission: "Imperien gingen nicht zugrunde, weil es an Geld fehlte, sondern weil der Verlust der moralischen Prinzipien die Staaten von innen zerstörten", hat er in einem Interview gesagt.

Die Kommission hat, das muss man ihr zugute halten, ein Druckverbot von Adolf Hitlers "Mein Kampf" und anderer antisemitischer Literatur durchgesetzt. Die 35 Mitglieder konzentrieren sich jedoch vor allem auf Inhalte in Fernsehen und Internet, die ihrer Meinung nach die nationale Moral bedrohen. Besonders bei der jüngeren Generation wächst der Unmut. Alleine die Tatsache, dass die Kommission die US-Serie "Simpsons" überprüfte, führte dazu, dass der Sender M1 aus Angst vor einem möglichen Verbot keine weitere Lizenz für die Serie erwarb. Im September verbot die Kommission die Ausstrahlung eines Anti-AIDS-Spots mit der Begründung, der Spruch "Jeder Sex ist gut - wenn er geschützt ist" enthalte "Anzeichen der Verletzung von ethischen Normen und kann der moralischen Gesundheit der Bevölkerung Schaden zufügen."

Internationale Aufmerksamkeit zog die Entscheidung der Kommission auf sich, die Ausstrahlung des Films "Brüno" von Sacha Baron Cohen wegen pornographischer Inhalte zu verbieten. Die Entscheidung wurde zwar nicht näher begründet, ukrainische Medien berichteten aber darüber, dass der eigentliche Grund die Darstellung homosexueller Praktiken gewesen sei. In einer von der Kommission erarbeiteten Definition von Pornografie und Erotik firmieren homosexuelle Handlungen unter der Rubrik "anormal und entartet".

Zuletzt nahmen sich die Moralwächter einer Damien-Hirst-Ausstellung in Kiew an. Hirst reagierte wütend: "Nach allem, was ich über diese Kommission weiß, würden sie sogar die Bibel verbieten!" Da war Hirst schlecht informiert, denn gerade die Bibel gehört zu den wichtigsten Grundpfeilern der Kommission. Im vorigen Jahr unterzeichnete Kostizki ein Memorandum mit dem Rat der ukrainischen Kirchen, in dem die Moralwächter ihren Unmut über "Pseudowerte wie die ,freie Liebe', die Legalisierung der Unzucht und sexueller Abweichungen" äußerten.

Menschenrechtler laufen inzwischen Sturm gegen die Moralwächter. Von der ukrainischen Helsinki-Gruppe für Menschenrechte erhielt die Kommission die "Distel des Jahres". Mit jedem Jahr, so die Menschenrechtler, weite die Kommission ihre Tätigkeit aus und werde eine "immer größere Gefahr für die freie Meinungsäußerung". Besonders kritisieren die Menschenrechtler die Praxis, dass die Kommission meist nur die Entscheidungen veröffentliche, nicht aber die Argumentation. So ließen sich die Bewertungen nicht nachvollziehen. "Wir haben es mit einer Erneuerung der Zensur in Presse und Kunst zu tun, wie wir sie zuletzt zu Zeiten der Sowjetunion gesehen haben", sagte ein Anwalt der Gruppe.

Mit dieser Einschätzung ist besonders die junge Generation einverstanden, zu der auch Alexander Wolodarski gehört. "In unserem Land wird es bald außer Talkshows mit politischen Missgeburten jedweder Art nichts mehr zu sehen oder zu lesen geben", stellt einer seiner Blogger-Kollege fest: "Es lebe der ukrainische Irrsinn, auf Wiedersehen Europa."

Alexander Wolodarski wurde übrigens am 18. Dezember aus der Untersuchungshaft entlassen, darf aber das Land bis zum Beginn seines Prozesses nicht verlassen.

(SZ vom 24.12.2009/holz)


Aus: "Blogger in der Ukraine Wo Homosexualität als ''entartet'' gilt" Von Moritz Gathmann (26.12.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/computer/266/498559/text/

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« Reply #32 on: May 12, 2010, 11:06:38 AM »

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[...] LISSABON apn | Mit ungewöhnlicher Deutlichkeit hat Papst Benedikt XVI. die Kirche selbst für den Skandal um pädophile Priester verantwortlich gemacht. "Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von äußeren Feinden. Sie wurde von den Sünden innerhalb der Kirche geboren", sagte er am Dienstag auf dem Flug zu einem Besuch in Portugal vor mitreisenden Journalisten.

Damit distanzierte sich das katholische Kirchenoberhaupt von der anfänglichen Reaktion der Kirche auf den Missbrauchsskandal. Der Vatikan hatte zunächst Kräfte von außen - Medien, Homosexuellen-Aktivisten und Abtreibungsbefürworter- vorgeworfen, die Missbrauchsfälle zu instrumentalisieren, um einen Feldzug gegen Kirche und Papst zu führen.

Die Kirche habe schon immer unter inneren Problemen zu leiden gehabt, räumte der Papst ein. Was man aber heute sehe, sei "wirklich entsetzlich". Zugleich setzte sich Benedikt für eine tiefgreifende Säuberung und Buße innerhalb der Kirche ein, es müsse Verzeihen, aber auch Gerechtigkeit geben.

[...] In Malta, das Benedikt vor gut drei Wochen besucht hatte, war er mit mehreren Missbrauchsopfern zusammengetroffen.

...


Aus: "Der Papst wird selbstkritisch" (11.05.2010)
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/der-papst-wird-selbstkritisch/


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[...] BERLIN taz | Vielleicht lässt sich die Debatte um Züchtigungen und sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche so zusammenfassen: Alle Fälle taugen für Skandale. Was früher unter der nachtklammen Decke der peinsamen Verschwiegenheit gehalten worden wäre, ist nicht mehr zu verheimlichen. Kein Priester kann sich noch erlauben, ein ihm schutzbefohlenes Kind sexuell zu berühren, ohne zu wissen, dass ihm dies Job und den Leumund kosten kann.

Keine noch so gottesfürchtige Eltern können es sich mehr leisten, im Namen des Herrn und der Seligkeit des Klerus die Leiden seines Kindes für unwichtig zu halten. Was - hauptsächlich - unter katholischen Amtsdächern geschah und geschieht, ist nicht mehr okay. Das ist die Differenz zu den Fünfziger-, Sechziger- und Siebziegerjahren, das ist die Differenz zu allen Zeiten, in denen der Klerus glaubte, mit seinen Schäfchen im Grunde alles machen zu können.


Mittlerweile ist die Debatte um Kirche und Körper weit über die Kreise der ohnehin Interessierten hinausgewachsen. Einlassungen wie von Bischöfen, in den Neunzigerjahren seien Ohrfeigen ("Watschn") noch gang und gäbe gewesen, Hinweise von kirchlichen Würdenträgern, man habe in den Sechzigerjahren züchtigende, demütigende Gewalt gegen Kinder und Jugendliche für ein gewöhnliches, offenbar erfolgversprechendes Erziehungsmittel gehalten, ernten kein Verständnis mehr, sondern allenfalls respektarmes Lachen und bitteres Entsetzen.

 Ob die Skandale um sadistisch anmutende Gewalt und sexuellen Missbrauch, als deren prominentestes Opfer, besser: prominentester Täter, völlig zu Recht der Augsburger Bischof Walter Mixa auf der Strecke blieb, dem katholischen Klerus einen Reformprozess aufhalsen, ob all diese Vorfälle eine Art jesuanisch inspirierte Wende im römisch-katholischen Klerus einleiten, ist natürlich offen. Die frohe Botschaft aber mag lauten: In einer säkularen Gesellschaft, in einem Staat, in dem der Klerus nicht mehr die Definitionsmacht über das hat, was schicklich und was unreinlich ist, kann einem das einerlei sein.

Beiden hiesigen Kirchen geht es wie den therapeutischen Disziplinen, etwa wie der Psychoanalyse: Sie wirken nicht aus sich selbst heraus plausibel, sondern müssen sich dauernd erklären. Ein homosexueller Patient, der an gewissen Formen antischwulen Selbsthasses leidet, wird jede therapeutische Kur meiden, die den Verzicht auf das homosexuelle Begehren bewirken will. So wird es den christlichen Amtskirchen auch ergehen: Wer sich in die hinein begibt und statt der Botschaft von jesuanischer Gesamtgeborgenheit nur Drohungen erleiden muss, Angst erlebt und Gewalt, wird sie meiden - und seinen oder ihren höchstpersönlichen Christenglauben nicht mehr in den offiziellen Großreligionsgemeinschaften ausleben.

Das ist im Übrigen eine Entwicklung, die dem Vatikan Kummer bereitet. Worte aus diesem Hause haben selbst bei einer CDU-Kanzlerin wie Angela Merkel nicht dieses außerpolitische Gewicht, das sich über die Welt stellt und mehr ein Befehl ist denn eine Meinung. Eine Kirche, reformiert oder nicht, die ihre Mitglieder unzufrieden macht, kann auf Gefolgschaft nicht vertrauen, wenn in ihr das allermeiste schiefläuft: Bange machen gilt nicht mehr, Gott sei Dank.

Die Missbrauchsskandale, die in den vergangenen Monaten ruchbar gewordenen sind, sind auch ein ferner Widerhall auf die Rolle der Kirchen in der Nachkriegszeit. Zur Erinnerung: Beide Kirchen hatten auf ihre Weise sich auf die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland einen Reim gemacht. Sie begannen mit dem, was später Vergangenheitsbewältigung genannt wurde. Und den Grund für das Übel des völkischen Regimes erkannten sie in der Entfesselung des Bösen - und das Böse, so findet es sich in einer Fülle von Schriften sowohl der katholischen wie der evangelischen Kirche der Nachkriegszeit, war das Sexuelle, die Freizügigkeit, die Begünstigung des Leiblichen, die Entfesselung.

Die sexuelle Verklemmung, die die Bewegung der Achtundsechziger abzutragen hatte, war auch eine christlich gestiftete, und zwar eine, die in den späten Vierzigerjahren wurzelt. Die Kirchen in Union mit den Regierungen Konrad Adenauers trugen maßgeblich dazu bei, dass die Bundesrepublik die Nazigesetzgebung zu Homosexualität beibehielt. Die Kirchen waren es, die die Abtreibung in den Rang eines Kapitalverbrechens hoben - und bis heute können es katholische Bischöfe nicht lassen, Frauen, die eine Schwangerschaft mit einer Abtreibung unterbrachen, mit Holocausttätern gleichzusetzen. Beide Kirchen, zuvörderst die katholische, haben nichts unversucht gelassen, das Sexuelle zu verteufeln - und der römische Zweig des Christlichen hält Sex für ein Begehren, das nur dann nicht sündig ist, wenn es der Fortpflanzung dient.

Was es mit der römisch-katholischen Aufrichtigkeit auf sich hat, wenn es ums Sexuelle geht, erfährt die Öffentlichkeit nun an den Fällen sexuellen Missbrauchs, die bis in die Jetztzeit reichen. Man hört: Das Personal des Klerus kommt erst dann richtig auf Touren, ist eine sexuelle Verheißung mit Strafen, mit Sünden und mit Verboten behaftet. Wir erfahren: In den Reihen der Kirche werden nicht jene Männer Priester, die sich, schwer genug, auf ein zölibatäres Verständnis des Christendienstes einlassen möchten, sondern vor allem Männer, denen eine bürgerliche Existenz als schwule Person zu beschwerlich ist - und lieber unter zölibatären Falschzeichen das leben, was sie nicht Sexualität nennen und im Praktischen wohl in erster Linie masturbatorischen Handlungen nahekommt. Selbstbefriedigung an sich und gern mit anderen, gerichtet auf Mädchen oder Jungs.

Wie gesagt: Ideologische Apparate wie die Kirche bieten auch Tröstliches, Gutes, Schönes. All das Soziale, das Barmherzige, das Anteilnehmende. Doch wir, das Publikum, erkennen in diesen Diensten oft nur den Vorwand für das Eigentliche, das Gewalttätige, das Verhüllte, das Verklemmte. Und das ist, weltlichem Verständnis gemäß, nichts als Heuchelei. Man fragt sich: Und diese Kirchen maßen sich an, moralische Leitplanken zu setzen und immer dann besonders laut zu werden, wenn sogenannte Werte berührt sind? Hat die katholische Kirche nicht allmählich genügend Gründe, kleinlaut zu werden und vernehmlichere Tonlagen erst dann wieder anzuschlagen, wenn sie den eigenen Laden einer gründlichen Inventur unterzogen hat?

Wahrscheinlich ist der römische Klerus samt seinen deutschen Filialen von solch einer Läuterung so weit entfernt wie die Philister selbst von der biblischen Botschaft. Zuversicht stiften zumindest die viel lebendigeren protestantischen Kirchen. "Seid fruchtbar und mehret euch" wird in diesen christlichen Zweigen nicht mehr als Kampfformel missbraucht: als Credo des Christlichen, das nicht auf die Lust des Lebens vertraut, sondern als Fingerzeig, das sexuelle Durcheinander in Hinblick auf die Kinderproduktion zu sortieren. Das biblische Schnipselchen meint ohnehin, modern gedeutet, nur dies: Seid als Christen so, dass ihr für die jesuanische Botschaft einstehen könnt - und sammelt um euch herum mehr Menschen, die diesem Programm dienen möchten. Eben nur als Satz, der über jeder jesuanischen Tafel schweben könnte, nicht als Anmutung, die aus dem Sexuellen alles aussparen möchte, das in die Zeugungsformel nicht passen kann.

Dass insofern auch die protestantischen Kirchen nicht mehr ein Hort für jene sein können, die bekennenderweise die Verfolgung Homosexueller gutheißen - wie etwa die besonders in Osteuropa tätigen, missionarisch orientierten Freikirchen -, wäre nur logisch. Die schwedisch-lutherische Kirche hat diese Freiheit sich genommen: Wer aus ihr austrat, weil sie nicht Mitglied einer Institution sein wollen, die eine lesbische Theologin wie Eva Brunne zur Bischöfin von Stockholm wählte, kann nicht bedingungslos wieder in den Schoß der Kirche zurück. Er oder sie sollen sich erklären - und sagen, was sie bewog, eine Glaubensgemeinschaft zu verlassen, weil diese in ihrer Mehrheit nicht bereit ist, Homosexuelle zu entwerten, zu diskriminieren, zum Schweigen zu bringen.

So weit sind die deutschen protestantischen Kirchen noch nicht. Aber immerhin: Sie anerkennen das Institut der Eingetragenen Lebenspartnerschaft, das allein ist ein gravierender Unterschied zu katholischen Einrichtungen. In den protestantischen Kirchen hingegen können Christinnen und Christen zu PastorInnen gewählt werden, die lesbisch oder schwul sind. Und die mit ihren PartnerInnen im Pfarrhaus zusammenleben möchten. Für viele Christen ist allein diese Vorstellung noch eine Zumutung.

Aber was solls, ließe sich argumentieren: Jesus Christus von Nazareth war in seiner Zeit nichts als eine solche. Zumutungen sind der Grund für die Gründung dieser Religion gewesen. Das, zumindest das, sollte man ernst nehmen.




Aus: "Kirche und Körper - Ihr könnt uns mal" VON JAN FEDDERSEN (12.05.2010)
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/schwerpunkt-kirchentag/artikelseite/1/ihr-koennt-uns-mal/

« Last Edit: May 12, 2010, 11:12:59 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #33 on: September 02, 2010, 12:38:48 PM »

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[...] Es begann 1891 mit einer Sexparty und endete mit blutigen Duellen: Ein Historiker hat einen schlüpfrigen Skandal am deutschen Kaiserhof recherchiert. Die Arbeit gibt Einblick in das bizarre Intimleben der Hohenzollern.


[...] im Jahr 1996 stieß der Forscher Tobias Bringmann durch Zufall im Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin auf Polizeiakten, in denen Ermittlungsberichte zur "Kotze-Affäre" abgelegt sind. Die deftigsten Passagen mochte er "aus Anstand" allerdings nicht zitieren.

Wippermann geht nun mutiger vor. Insgesamt 246 Briefe konnte er ausfindig machen, in denen ungeschminkt von "vögeln", "69-Stellung" und Oralsex unter Höflingen die Rede ist.

Zugleich arbeitet der Forscher heraus, welch absurde Dynamik der Skandal bekam: Befeuert vom starren Ehr- und Männlichkeitsbegriff der Zeit, endeten die fünf Jahre andauernden Querelen in einem blutigen Finale: Mehrere Duellanten schossen sich Kugeln in den Leib.

[...] Noch sind längst nicht alle Winkel der Affäre ausgeleuchtet. Eine vollständige Erforschung steht noch aus.


Aus: "Swingerclub im Grunewald" Von Matthias Schulz (1.9.2010 )
Quelle: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/14181/swingerclub_im_grunewald.html

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« Reply #34 on: October 26, 2010, 10:39:29 AM »

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[...] Castellammare di Stabia - Ein Verbot von Miniröcken und ähnlich aufreizender Kleidung sorgt in der kampanischen Hafenstadt Castellammare di Stabia für Wirbel. Mit einem sittsamen Sit-In demonstrierte am Montagabend ein gutes Dutzend Frauen der Stadt am Vesuv gegen den Plan ihres konservativen Bürgermeisters Luigi Bobbio.

Bobbio will solch knappe Bekleidung und ähnliche Verstöße gegen den öffentlichen "Anstand" mit Geldstrafen von 25 bis zu 500 Euro belegen - vor allem, wenn dabei auch noch Reizwäsche sichtbar wird. Miniröcke bleiben aber erlaubt, so lange sie nicht zu kurz sind, wie Bobbio versicherte. "Es geht um gesunden Menschenverstand und Anstand", sagte er.

Die Demonstration linker Frauen vor dem Rathaus ließ der Bürgermeister von einer starken Polizeipräsenz flankieren, wie italienische Medien berichteten. Der Stadtrat nahm die Vorlage an. Die Vorschriften träten sofort in Kraft, sagte Bürgermeister Bobbio.

Der Bürgermeister will auch Fluchen und Gotteslästerung in der Öffentlichkeit und das Ballspielen in den Parkanlagen unter Strafe stellen. Er folgt damit vielen anderen Stadtoberen Italiens, denen die Regierung in Rom freie Hand gibt für kommunale Verbote, wenn es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung in ihrer Gemeinde geht.

luk/dpa/apn


Aus: "Süditalien: Frauen gehen gegen Minirockverbot auf die Straße" (25.10.2010)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,725273,00.html

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« Reply #35 on: November 22, 2010, 11:00:58 AM »

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[...] BERLIN taz | Revolutionäre Töne aus dem Vatikan: Papst Benedikt XVI. bricht mit dem bisherigen totalen Präservativtabu und sieht wenigstens in Einzelfällen den Gebrauch von Kondomen als moralisch gerechtfertigt an. Dies jedenfalls ist die Position, die er in dem Interviewbuch "Das Licht der Welt" bezieht.

Am Wochenende wurden zentrale Passagen des von dem deutschen Journalisten Peter Seewald mit Ratzinger geführten Interviews bekannt; so veröffentlichte der Osservatore Romano am Sonntag Auszüge aus dem Werk, das in 18 Sprachen gleichzeitig auf den Markt kommen wird.

Zum Präservativ heißt es dort einigermaßen verschwurbelt, in der Sache aber deutlich, dass es "einzelne begründete Ausnahmen" geben könne: "zum Beispiel wenn ein Prostituierter ein Kondom benutzt". Dies könne "ein erster Schritt der Moralisierung sein, ein erster Akt der Verantwortlichkeit, um von Neuem das Bewusstsein für die Tatsache zu entwickeln, dass nicht alles erlaubt ist und man nicht all das tun kann, was man will".

Zugleich stellt der Papst pflichtgemäß klar, Präservative seien nicht "die wahre Weise, um die HIV-Infektion zu verhindern"; dafür nämlich sei weiterhin "eine Humanisierung der Sexualität nötig". Dennoch argumentiert Ratzinger diesmal ganz anders als noch im März 2009 bei seinem Afrikabesuch. Damals hatte er schon auf der Hinreise mit einer Stellungnahme für Unverständnis und Empörung gesorgt.

"Man kann das Aidsproblem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln", hatte Benedikt damals erklärt. "Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem", behauptete er, Rettung verspreche allein ein "spirituelles und menschliches Erwachen" sowie die "Freundschaft für die Leidenden". Ganz anders klingt die neue Position, in der ausgerechnet das von der Katholischen Kirche als Symbol sexueller Verantwortungslosigkeit verdammt Präservativ zum Instrument einer verantwortlicheren Sexualität ernannt wird.

Natürlich stellt Ratzinger weiterhin klar, dass die von Papst Paul VI. verfasste Enzyklika "Humanae vitae" von 1968 weiterhin gültig bleibt. Dort wurde jede Form der Empfängnisverhütung verdammt. ...


Aus: "Papst erlaubt Kondome - Safer Sex für Stricher" VON MICHAEL BRAUN (21.11.2010)
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/die-sexuelle-revolution-des-papstes/

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« Reply #36 on: May 12, 2011, 09:10:52 AM »

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[...] Seit sich der studierte Theologe und Religionslehrer im letzten Jahr zunächst als schwul outete, und dann die katholische Kirche in seinem Buch Der heilige Schein öffentlich für ihren Umgang mit Homosexualität kritisierte, scheiden sich an ihm die Geistlichen. Zwar bekam Berger viel Rückendeckung für sein Buch, auch in Zuschriften von katholischen Priestern. Gleichzeitig begannen radikal Konservative in Internetforen wie kreuz.net aber eine regelrechte Hetzjagd gegen den 43-Jährigen. Sie bezeichneten ihn als "homo-gestört" und "notorischen Lügner" und forderten Joachim Kardinal Meisner zu Konsequenzen auf. Der umstrittene Kardinal ließ sich nicht lange bitten: Am Donnerstag vor einer Woche entzog der Kölner Erzbischof Berger die Lehrerlaubnis für das Fach katholische Religion.

Mit dieser Entscheidung führt der als Hardliner bekannte Meisner seine konservative Linie fort. Der Kölner Kardinal ist seit 22 Jahren im Amt, gilt als einer, der Kritiker gerne aussortiert und für den Homosexualität gegen die Schöpfungsordnung verstößt. Damit spiegelt Meisner in der katholischen Kirche die offizielle Meinung – sogar die des Papstes – wider. Lange Jahre galt die Lehre des katholischen Katechismus, der das Ausleben von homosexuellen Handlungen als schwere Sünde sieht, die bloße Neigung allerdings noch nicht. 2005 veröffentlichte dann der Vatikan ein Dokument, das nicht nur offen schwul lebenden Katholiken die Priesterweihe verweigert, sondern auch solchen, die "tief sitzende homosexuelle Tendenzen" haben. Das Paradoxe: In dem gleichen Dokument fordert die katholische Kirche dazu auf, Homosexuelle nicht zu diskriminieren.

... Den Moment der Verbannung wird David Berger wohl nie wieder vergessen: Es war etwa halb zwölf, Berger hatte gerade eine Freistunde und machte sich einen Kaffee in dem schmalen Durchgangsraum neben dem Lehrerzimmer am Ville-Gymnasium in Erftstadt-Liblar, wo er seit elf Jahren Deutsch und Religion unterrichtet. Die Erzdiözese hatte zwei Briefe gleichzeitig raus geschickt, einen an die Schule und einen an Bergers Privatwohnung. Weil Berger den ganzen Morgen in der Schule war, wusste die Schulleitung vor ihm Bescheid. Stellvertreter Martin Sina kam in die Kaffeebar, bat ihn in sein Dienstzimmer und legte ihm das Schreiben vor: Von einem auf den anderen Tag durfte Berger seine sieben Religionsklassen nicht mehr unterrichten.

... Winfried Jansen, Gemeindepfarrer in Erftstadt, glaubt, dass sich die Kirche mit dem Entzug der Lehrerlaubnis selbst ins Abseits manövriert. Er hat früher selbst an dem Gymnasium in Liblar unterrichtet, ist auch jetzt noch einmal in der Woche da. "Herr Berger hat einen guten Religionsunterricht gemacht, ihn mitten im Schuljahr abzuziehen ist nicht in Ordnung", sagt er. Aber die, die ihm einst zur Karriere verholfen hätten, fühlten sich jetzt nun mal verraten.

... David Berger traf der Rausschmiss hart. Mit seinem Kummer blieb er jedoch nicht allein, seine Schüler ergriffen für ihn die Initiative. Unter anderem Niklas Kohlgraf. Der 17-Jährige saß mehrere Jahre im Religionsunterricht von Berger. "Ich habe mit Religion eigentlich nichts am Hut, aber bei ihm hat es sogar Spaß gemacht", sagt der Schüler. "Außerdem ist Herr Berger menschlich einfach super. Er ist mehr der Kumpeltyp und nicht umsonst Vertrauenslehrer an unserer Schule." Kohlgraf hat auf Facebook die Gruppe "Wir stehen hinter David Berger" gegründet. Innerhalb von vier Tagen ist sie auf 800 Mitglieder gewachsen, darunter viele Schüler Bergers. So wie Thomas Zingsheim. Auch er hatte Berger zwei Jahre lang in Religion. "Herr Berger hat sich im Unterricht nie negativ gegen die Kirche geäußert. Auch seine sexuelle Einstellung war nie Thema", sagt der 16-Jährige. "Die meisten halten ihn für den besten Relilehrer an der Schule, deshalb wollen wir ihn zurück."

...

Quote
    mcharlie
    12.05.2011 um 8:31 Uhr

gleiches recht etc.

Es laufen nun zahlreiche Debatten über Bürger mit Migrationshintergrund. in diesen wird gefordert, dass sie sich zur deutschen Verfassung bekennen und diese hier auch leben (was ich befürworte).
Ich finde das sollte auch für diese katholiken gelten.


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    christoph.
    12.05.2011 um 8:51 Uhr

... "Der Kardinal duldet nicht, dass man als Religionslehrer seine Homosexualität so offen nach außen trägt".

Schwul zu sein scheint nicht das Problem zu sein in der katholischen Kirche, aber das sich dazu bekennen. Deckt sich mit dem Bild, was man in den letzten Jahren gewinnen konnte.


Quote
    freiheit79
    12.05.2011 um 9:38 Uhr

Es hat sich anscheinend nicht viel geändert...

Der Papst/die Kirche ist unfehlbar und alle Kritiker werden entfernt. Eine uralte und zugegebenermaßen erfolgreiche Strategie.


Quote
    Zenj
    12.05.2011 um 9:52 Uhr

Todesstrafe für Homosexuelle

In 48 Stunden könnte das ugandische Parlament über ein brutales neues Gesetz abstimmen, das Homosexualität mit dem Tod bestraft. Tausenden von Ugandern könnte die Hinrichtung drohen -- einfach nur, weil sie homosexuell sind. ...


Quote
    sklavenkoch
    12.05.2011 um 9:56 Uhr

... Im Übrigen ist es ja ein Widerspruch in sich, wenn Homosexualität nicht zu Gottes Schöpfung gehören soll, auf die er wohlwollend runter blickt. Mit ist schon klar, warum ich diesen "Laden" vor 30 Jahren verlassen habe.



Aus: "Du sollst nicht schwul sein" Von Britta Beeger (12.5.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-05/homsexualitaet-lehrer-religion

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« Reply #37 on: September 21, 2011, 03:32:42 PM »

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[...] Das US-Verteidigungsministerium hebt die Order an Soldaten auf, über ihre Homosexualität zu schweigen. Damit gehört das "Don´t ask, don´t tell"-Gesetz zur Vergangenheit.  ....

„Mit Wirkung von Dienstag“, schreibt der Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, Clifford Stanley, in einem Memorandum, „ist das ,DADT’ aufgehoben und verliert seine Gültigkeit.“ Nach fast 18 Jahren des Banns dürfen sich Schwule im US-Militär künftig zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen.

Wenngleich Diskriminierung der informellen Art nicht mit einem formalen Akt aus der Welt zu schaffen sein wird, können sich die bisher in Heimlichkeit gehaltenen Soldaten und Soldatinnen auf die neue Regelung stützen. Demnach sollen Aussagen zur sexuellen Orientierung oder gesetzeskonformes homosexuelles Verhalten kein Grund zur Ablehnung in Institutionen der US-Armee mehr sein. Es bleibe dabei, dass die sexuelle Orientierung als Privatangelegenheit betrachtet werde. In Bewerbungsverfahren dürfe die sexuelle Orientierung keine Rolle spielen.

...


Aus: "US-Soldaten dürfen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen" Von Barbara Junge (21.09.2011)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/us-soldaten-duerfen-zu-ihrer-sexuellen-orientierung-stehen/4628752.html

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[...] Was die Positionen zur Homosexualität angeht, ist man sich natürlich kein Stück nähergekommen. „Wir haben die Möglichkeit genutzt, unsere unterschiedlichen Standpunkte auszutauschen“, sagte Steinert. Der Lesben- und Schwulenverband tritt für sexuelle Selbstbestimmung des Menschen ein und dafür, dass die Grundrechte von Homosexuellen von allen respektiert werden.

Für die katholische Kirche gilt Homosexualität als eine „objektiv ungeordnete Neigung“. Homosexualität verstoße gegen das Naturgesetz, weil sie nicht auf die „Weitergabe des Lebens“ gerichtet ist. Deshalb seien Homosexuelle zur Keuschheit „gerufen“. So steht es im Katechismus. Dort steht aber auch, dass Homosexuellen mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen ist. „Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“

Darauf berief sich Erzbischof Woelki im Gespräch mit dem LSVD und hob hervor, „dass er persönlich und die katholische Kirche insgesamt keineswegs Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren oder ausschließen wollen“. Vom Ideal der Ehe zwischen Mann und Frau werde man trotzdem nicht abweichen und diesem Ideal auch in kirchlichen Einrichtungen „Rechnungen tragen“.

...


Aus: "Katholische Kirche - Unterschiedlich, aber friedlich" Von Claudia Keller (16.09.2011)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/unterschiedlich-aber-friedlich/4617972.html

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« Reply #38 on: October 26, 2011, 08:40:03 AM »

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[...] Die Bundesprüfstelle habe die im Grundgesetz geschützte Kunstfreiheit von Rammstein in ihrer Entscheidung nicht hinreichend berücksichtigt, entschieden die Kölner Richter. Die erforderliche Abwägung von Kunstfreiheit und Jugendgefährdung sei daher nicht ordnungsgemäß vorgenommen worden. (Az.: 22 K 8391/09)

Damit bestätigte das Kölner Gericht im Wesentlichen seine schon im Mai 2010 ergangene Eilentscheidung, die den Vertrieb des Albums vorläufig ermöglicht hatte. Die Bundesprüfstelle hatte im November 2009 das gesamte Album indiziert, da sie ein Bild im Booklet und das Lied "Ich tu dir weh" für jugendgefährdend hielt.

Zur Begründung hieß es, die Band animiere auf dem Album zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und verbreite gefährdende Sado-Maso-Praktiken. Gegen das Kölner Urteil kann binnen eines Monats ein Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster gestellt werden.

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25.10.2011 um 18:30 Uhr, agt schreibt

... Es wird Zeit, diese Prüfstelle endgültig abzuschaffen. Im Internetzeitalter wirkt eine Indizierung sowieso im doppelten Sinne kontraproduktiv. Zum einen wird durch die Indizierung das Interesse geweckt, zum anderen der legale Vertrieb erheblich eingeschränkt. Die indizierten Werke werden daher vermehrt illegal aus dem Internet geladen ... Die Bundesprüfstelle ist ein trauriges Relikt aus den spießigen 50er Jahren. Eine der ersten Indizierungen betraf damals übrigens ein Tarzan Comic...




Aus: "Urteil zum Rammstein-Album: Liebe ist doch für alle da" (25.10.2011)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/urteil-zum-rammstein-album-liebe-ist-doch-fuer-alle-da-1.1172929

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« Reply #39 on: November 16, 2011, 11:26:23 AM »

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[...] Schlecht belichtet und lieblos in Szene gesetzt sind die Fotos, die derzeit viele Ägypter in Aufregung versetzen. Der künstlerische Wert ist nebensächlich. Was zählt, ist das Motiv: eine Frau, beinahe nackt, nur mit Netzstrümpfen und roten Schuhen bekleidet. Ein Pin-up-Girl, wie es im Internet auf Tausenden Websites zu sehen ist. Auch in Ägypten.

Doch dieses Bild ist anders. Die Frau, die hier posiert, ist kein anonymes Nacktmodell, dass islamistische Konservative als Erscheinung westlicher Verkommenheit verdammen könnten. Die Frau ist Ägypterin, sie lebt in Ägypten. Zumindest gibt sie das an. Sie hat die Fotos auf ihrem Blog unter ihrem Namen veröffentlicht. Sie heißt Aliaa Magda Elmahdy und sagt: "Mein Körper gehört mir."

Das Bild ist ein Affront, denn in Ägypten herrscht Zensur. Das war unter dem Mubarak-Regime so, und es ist nach dem Sturz des Diktators unter dem jetzt herrschenden Militärrat nicht viel besser geworden. Presse- und Meinungsfreiheit sind weiterhin eingeschränkt. Nacktheit und Sexualität sind gesellschaftliche Tabus. Wer darüber spricht, muss um seine Sicherheit fürchten. Das gilt für Aliaa Magda Elmahdy und für andere Aktivisten, die im Internet aufbegehren.

Blogger und Twitter-Nutzer hatten maßgeblichen Anteil daran, dass das Mubarak-Regime zusammenfiel. Nun müssen sie einsehen, dass der Sturz des Herrschers nicht automatisch das gesellschaftliche Klima verändert hat. Ägypten bleibt konservativ. Und der Einfluss der Religion wächst.

Fernsehshows religiöser Prediger erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Zahl der Kopftücher in der Öffentlichkeit steigt, wie ein Video auf Youtube eindrücklich zeigt. Zu sehen sind die Absolventinnen der Universität Kairo im Laufe der Zeit - zunehmend verschleiert.

Mubarak hatte sich gegenüber dem Westen stets damit gerühmt, die Islamisten in die Schranken gewiesen zu haben. Er ließ die Muslimbrüder einsperren. Aber andere religiöse Strömungen wie die Salafisten hatten weitgehend freie Hand. Solange sie keine politische Teilnahme einforderten, ließ das Regime sie gewähren. Nach dem Sturz beanspruchen sie nun beides: politischen und gesellschaftlichen Einfluss.

Hinzu kommt, dass viele Ägypter, die einst als Gastarbeiter in Saudi-Arabien arbeiteten, in ihr Land zurückkehren. Sie bringen nicht nur Geld mit, sondern auch die konservative wahhabitische Auslegung des Islam, wie sie in Saudi-Arabien gelebt wird.

Mit zunehmendem Selbstbewusstsein vertreten islamistische Konservative ihre radikalen Ansichten. So verlangte Abdel Monem al-Shahat, der Sprecher einer salafistischen Gruppe, von einer Fernsehmoderatorin, dass diese ein Kopftuch anziehen müsse. Andernfalls werde er ihr kein Interview geben.

Es sind solche religiösen Eiferer, die Aliaa Magda Elmahdy provozieren möchte. In einem der Bilder bedecken gelbe Balken ihre Augen, ihren Mund und ihre Scham. "Die Balken sollen unsere Zensur von Wissen, Ausdruck und Sexualität darstellen", erklärt die Bloggerin. Auf ihrer Facebook-Seite legt sie nach. Dort tritt sie auf einem Bild mit ihrem Schuh auf ein am Boden liegendes Kopftuch.

Schuhe zu zeigen allein gilt in der islamischen Welt schon als Beleidigung. Damit auf ein religiöses Symbol wie das Kopftuch zu treten, ist für viele Ägypter unfassbar. Sie werde in der Hölle landen, heißt es in einigen Kommentaren unter den Bildern. Wie solle man Respekt vor ihr haben, wenn sie selbst keinen Respekt vor anderen und deren Religion habe?

Elmahdys Antwort: "Ich trete auf niemanden. Ich trete auf ein Stück Stoff, dass die Versklavung von Frauen repräsentiert." Sie wende sich gegen die Gesellschaft, die auf "Gewalt, Rassismus, sexueller Belästigung und Heuchelei" aufgebaut sei. Laut ihres Profils bei Twitter sieht sich Elmahdy als "säkulare, liberale, feministische, vegetarische, individualistische Ägypterin". Außerdem ist sie nach eigenen Angaben seit ihrem sechzehnten Lebensjahr Atheistin.

Wer sich so outet, begeht gesellschaftlichen Suizid. Auf Atheismus oder den "Abfall vom Glauben" steht im Islam die Todesstrafe. Säkular und liberal sind für die Konservativen Reizworte, Feminismus sowieso. Vegetarier ist man allenfalls, weil man sich kein Fleisch leisten kann. Und vor dem Individualismus stehen in Ägypten traditionell der starke Bezug zur Familie und zur Gemeinschaft. Elmahdy aber schreibt: "Meine Familie hat kein Anrecht auf meinen Körper oder meine Handlungen."

Die Reaktionen sind zwiespältig. Während viele Kommentatoren im Internet den Mut der Aktivistin bewundern, halten andere die Identität der Frau für eine Fälschung. Andere verachten Elmahdy und werfen ihr vor, bloß süchtig nach Aufmerksamkeit zu sein.

Sich so zu zeigen, sei kein Zeichen für Mut, sondern für fehlende Bescheidenheit, schreibt Twitter-Userin @reemAwad. Nackt sei nicht gleich frei, heißt es immer wieder. User @Elna7as_pasha schreibt: "Sollte sie so auf die Straße gehen, würde ich das als Einschränkung meiner eigenen Freiheit sehen."

Einige fürchten gar, Elmahdys Nacktbilder gefährdeten den Ruf der Liberalen. Sie liefere Islamisten genügend Material, um den Ruf der liberalen Aktivisten zu schädigen. Wenn das Nacktsein Liberalismus bedeute, würden sich viele von liberalen Ideen abwenden, zitiert die Online-Zeitung Bikyamasr einen Aktivisten. Der Trend zum Konservativen werde sich verstärken.

Elmahdy schreckt das nicht ab. Und sie ist nicht allein. In ihrem Blog hat sie auch ein Foto eines nackten Mannes hochgeladen. Bei Facebook forderte sie Männer dazu auf, wie Frauen Kopftücher zu tragen, um Solidarität mit diesen zu zeigen. Nach dem Motto: Gleiche Rechte und Pflichten für alle.

Eine neu gegründete Facebook-Gruppe fordert mehr Rechte für Homosexuelle in Ägypten. Ihr sind schon mehr als 1300 Mitglieder beigetreten - wenn auch teils nur deshalb, um Hasstiraden gegen Schwule und Lesben veröffentlichen zu können. Die Initiatoren haben angekündigt, am 1. Januar den Tahrir-Platz in Kairo besetzen zu wollen, der als Symbol für die Befreiung vom Mubarak-Regime gilt.


Aus: "Seht her, ich bin nackt, akzeptiert mich!" Von Jan Hendrik Hinzel (15.11.2011)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/bloggerin-kaempft-fuer-meinungsfreiheit-in-aegypten-seht-her-ich-bin-nackt-akzeptiert-mich-1.1189432

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[...] Nackte Solidarität mit Aliaa Magda Elmahdy. Am Wochenende haben Dutzende Frauen in Israel ihre Unterstützung für die 20-jährige Ägypterin bekundet. ... Elmahdy hatte Ägypten in Aufruhr versetzt, weil sie Ende Oktober Aktfotos von sich im Internet veröffentlichte. Die junge Bloggerin trägt auf den Bildern nichts - außer Nylonstrümpfen und roten Ballerina-Schuhen. Doch damit beging sie einen kalkulierten Tabubruch. Sie wollte provozieren, protestieren, für freie Kunst und Ausdrucksfreiheit.

Doch mit derart scharfer Kritik hat sie nicht gerechnet. In Ägypten, einem Land, in dem es sogar verpönt ist, wenn sich Paare in der Öffentlichkeit küssen, tobt eine heftige Debatte. Elmahdy wurde als Prostituierte bezeichnet, als geistig gestört, die junge Frau erhielt Dutzende Todesdrohungen. Dass sich Elmahdy und ihr Freund, der Blogger Karim Amer, öffentlich als Paar zeigen, obwohl sie nicht verheiratet sind, empfinden viele Kritiker zusätzlich als Angriff auf die "gesellschaftlichen Werte" Ägyptens.

Unter dem Motto "Liebe ohne Grenzen" hat jetzt die Israelin Or Tepler via Facebook zu einem Fotoshooting aufgerufen. Sie war über die vielen ablehnenden Reaktionen auf Elmahdys Fotoveröffentlichung erschrocken und angewidert. Dem israelischen Nachrichtenportal Ynet sagte die 28-Jährige, es sei ihr auf die Nerven gegangen, dass Elmahdy so viele verächtliche, abwertende Kommentare und Todesdrohungen bekommen habe.

Ungefähr 40 Frauen waren es schließlich, die nach Teplers Facebook-Aufruf an diesem Wochenende bewiesen, dass Elmahdy über Landesgrenzen hinweg viele Unterstützer in der Welt hat und nicht alleine steht mit ihrer Kritik. 100 Frauen hatten sich laut Ynet angemeldet.

Doch ob diese Stimmen vom Erzfeind in Ägypten Gehör finden, scheint zumindest fraglich. Der Kunst- und Medienwissenschaftsstudentin Elmahdy drohen in ihrer Heimat sogar rechtliche Konsequenzen: Mehrere ägyptische Anwälte bezichtigen sie und ihren Freund der Unmoral. Sie würden die Religion missachten. Noch ist allerdings nicht klar, ob auch wirklich Anklage erhoben wird.

Elmahdy jedenfalls gibt sich unerschrocken: In einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN erklärte sie noch einmal, warum sie nackt im Internet posiert. Sie habe zugestimmt, das Foto über Twitter zu veröffentlichen, "weil ich mich nicht schäme eine Frau in einer Gesellschaft zu sein, in der Frauen nichts anderes als Sex-Objekte sind, die tagtäglich von Männern belästigt werden." Die Männer in Ägypten wüssten nichts über Sex oder die Wichtigkeit einer Frau. "Das Foto ist ein Ausdruck meiner selbst und ich sehe den menschlichen Körper als die beste künstlerische Umsetzung davon", erklärt sie.

Mit Politik habe sie vor der Revolution in Ägypten nichts zu tun gehabt. "Ich ging zum ersten Mal am 27. März demonstrieren, weil ich dabei sein wollte", sagte sie CNN. "Ich dachte, ich könnte die Zukunft Ägyptens ändern. Ich wollte nicht still sein."

Die Realität in Ägypten hat sie jedoch schnell wieder eingeholt. Das Medienbüro der Jugendbewegung, die im vergangenen Februar mit ihren Demonstrationsaufrufen zur Entmachtung von Präsident Mubarak beigetragen hatte, hat sich schon von Elmahdy distanziert: Sie habe der Bewegung nie angehört.

Quote
21.11.2011 um 13:21 Uhr hirnhygiene schreibt:

Es ist also eine "Verhöhnung" irgendeines Glaubens, wenn man den Menschen so abbildet wie ihn der (angebliche) Gott geschaffen hat? Dann hat entweder dieser sogenannte Gott mächtig einen an der Waffel oder seine Follower.



Quote
21.11.2011 um 12:23 Uhr, toxicbuddha schreibt

Verhöhnung des Islam durch Israelis ist bestimmt sehr hilfreich

Diese Aktion hilft den Frauen in Ägypten bestimmt weiter, wird sie doch zwangsläufig als Verhöhnung der islamischen Moral durch die Freunde aus Israel aufgefasst werden. Zum Hohn nennt man die Verhöhnung dann noch Solidarität.


Quote
21.11.2011 um 13:18 Uhr, Kante77 schreibt @ toxibuddha

"Verhöhnung des Islam durch Israelis ist bestimmt sehr hilfreich"

Ah, die alte Leier!
Als in den 60er Jahren die Frauen in Deutschland auf die Straße gingen und sich die Büstenhalter vom Leib rissen um damit symbolisch sich vom alten vornehmlich katholischen Rollenbild der Frau zu verabschieden war das natürlich supi. Das war zwar auch eine Verhöhnung der katholischen Moral und meines erachtens richtig. Aber beim Islam ist das natürlich was anderes, da soll man gefälligst sensibler sein, hm?
Respekt vor diesen Frauen, respekt vor der Ägypterin...





Aus: "Nackte Solidarität" Von Sebastian Gierke (21.11.2011)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/unterstuetzung-fuer-aegyptische-bloggerin-nackte-solidaritaet-1.1195301

« Last Edit: November 21, 2011, 01:58:54 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #40 on: May 10, 2012, 08:57:29 AM »

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[...] US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals öffentlich dafür eingesetzt, dass Schwule und Lesben heiraten können. Seine Meinung darüber habe sich im Laufe der Jahre "weiterentwickelt", sagte Obama in einem Interview des Senders ABC. Obama sagte, dass es sich um seine persönliche Auffassung handele. Die Entscheidung über deren Einführung sollte weiterhin den einzelnen Bundesstaaten überlassen werden.

Seine Meinungsänderung verdanke er nicht zuletzt seinen Töchtern, die Freunde mit gleichgeschlechtlichen Eltern hätten. "Es gab Zeiten, in denen wir am Essenstisch saßen und uns über ihre Freunde und deren Eltern unterhielten. Und Malia und Sasha konnten einfach nicht nachvollziehen, warum die Eltern ihrer Freunde anders behandelt werden sollten", sagte Obama. "Es macht für sie einfach keinen Sinn und offen gesagt, das ist die Art und Weise, wie man eine neue Sichtweise gewinnt." Er sei überzeugt davon, dass im Laufe der Zeit immer mehr Amerikaner gleichgeschlechtliche Ehen akzeptieren würden.

Vor vier Jahren hatte sich Obama im Wahlkampf noch gegen die Eheschließung zwischen Homosexuellen ausgesprochen. Zuletzt hatte das Weiße Haus stets erklärt, dass sich Obamas Haltung in dieser Frage "entwickelt".

... Obamas wahrscheinlicher republikanischer Herausforderer bei den Wahlen, Mitt Romney, teilte umgehend mit, er lehne die Homo-Ehe ab und wolle gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht anerkennen. Bei Bürgerrechtlern und Homosexuellen-Verbänden war der Jubel dagegen groß. Rea Carey von der National Gay and Lesbian Task Force sagte, Obama habe "Geschichte geschrieben".

Unterstützung erhielt Obama unter anderem auch von dem New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der weder den Demokraten noch den Republikanern angehört. "Dies ist ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte der amerikanischen Bürgerrechte", sagte Bloomberg.

...

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    Pumpernickel
    10.05.2012 um 8:54 Uhr

Bald gibt es nur noch die Arschficker. Den Nachwuchs zeugen dann die Asiaten und die westliche Bevölkerung stirbt dann an Aids.

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    studentD
    10.05.2012 um 9:41 Uhr

... Manchmal fragt man sich, insbesondere in Foren, mit wem man eigentlich in seinem Land zusammenleben muss....


Quote
    whale
    10.05.2012 um 9:08 Uhr

Ich gehe davon aus, dass sich meine Antwort auf diesen unsäglichen "Kommentar" erledigt haben wird, weil er wohl berechtigterweise hier nicht lange stehen wird. Vielleicht aber sollte er doch stehen bleiben, als Beleg dafür, dass das Thema Gleichbehandlung/Akzeptanz von Homosexuellen längst noch nicht erledigt ist...

...


Quote
    Gerry10
    10.05.2012 um 9:10 Uhr

... "Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun."

Orson Welles



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    Ataraxis
    10.05.2012 um 9:19 Uhr

21. Erstens geht es um die Freiheit ...

von Schwulen und Lesben. Gerade in den USA ist man schnell zur Stelle wenn ansonsten auf der Welt "Freedom" & "Democracy" fehlen.

Zweitens, steht der Gleichstellung religiöse Bedenken entgegen, dürften diese in einem sekulären Staat keine Beachtung finden.

Drittens ist es unerträglich, dass Menschen, die es nicht angeht über die Liebe und Zusammenleben Anderer voll und ganz entscheiden sollen.

Aber in Staaten, die vor wenigen Jahrzehnten Ehen zwischen Schwarzen und Weißen unterbunden haben, ist dieser Gedankensprung wahrscheinlich ein wenig zu viel verlangt!

Ich würde dagegen fordern, dass im US-Schulunterricht das Buch "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins gelehrt werden muss. Vielleicht würden wir dann in 2-3 Generationen erleben, dass auch in Fragen von "Freiheit" und "Demokratie" Vernunft einzieht!

PS
Haben die Republikaner/Evangelikalen & Anti-Schwulen vielleicht nie begriffen, dass "Freiheit" und "Demokratie" gerade der Schutz von Minderheiten und Andersgläubigen beinhalten?

... Go Obama!


Quote
    klapilz
    10.05.2012 um 9:27 Uhr

Warum wollen Homos überhaupt heiraten?

Dieses kulturübergreifende Ritual ergibt nur im Kontext der Heterosexualität einen Sinn und gesellschaftlichen Nutzen.

Homos können auch so zusammenleben und ihr privaten Beziehungen notariell regeln. Ein übergeordnetes gesellschaftliches Interesse besteht nicht.


Quote
    christygoe
    10.05.2012 um 9:28 Uhr

Don't feed the troll...

würde ich sagen.



Aus: "Obama sagt Ja zur Homo-Ehe" (10.05.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-05/usa-obama-homosexuelle-ehe



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