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« on: March 14, 2007, 01:58:30 PM » |
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[...] Der Tango ist kein vornehmer Tanz. Der Tango ist ein Kind der Hafenkneipen. Im Tango drücken die Vergessenen am unteren Rand der Gesellschaft ihr Leiden aus, das passte so gar nicht ins kaiserliche Kunstverständnis.
Aber der Tango, das Rinnsteinkind, wie Kaiser Wilhelm II. ihn nannte, wollte sich zum Ärger des Kaisers in seinem Siegeszug einfach nicht mehr stoppen lassen. Der Kaiser fürchtete um die preußische Staatskultur. Der Anlass: Die Gräfin von Schwerin-Löwitz, Gattin des Landtagspräsidenten, veranstaltete einen Tango-Tee. Auf dem Parkett in sinnlichen Verschlingungen mit ihren Tänzerinnen Amtsträger, Diplomaten und hohe Militärs. Gipfel des Skandals: Veranstaltungsort war der Preußische Landtag.
Da griff der Kaiser durch. Wenigstens seine Lieblingsuntertanen, die Soldaten, sollten dem sündigen Treiben fernbleiben. Am 20. November 1913 erging ein Erlass, nach dem es Offizieren in Uniform verboten war, den Tango zu tanzen.
Viel Gelegenheit gab es ohnehin nicht mehr. Der Erste Weltkrieg verwüstete Europa. Danach gab es keinen Kaiser mehr. Aber immer noch den Tango.
...
Aus: "Kalenderblatt: 20.11.1913: Kein Tango für Offiziere" (Veröffentlicht: 21.11.2007) Quelle: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/783/kein_tango_fuer_offiziere.html-.- [...] Sie können nicht verstehen, warum sie vor Publikum aus den "Vagina-Monologen" lesen, das Wort selbst aber nicht aussprechen durften: "Es ist nicht geschmacklos oder unangemessen, das Wort Vagina zu sagen", sagt Megan Reback, "es war wichtig für mich, es auf der Bühne loszuwerden." Sie hält es für sinnlos, wenn eine Schulleitung von ihr erwarte, nicht über ihren Körper zu sprechen - "es ist meiner", so Megan.
Aus: "US-SCHÜLERINNEN: Rausschmiss wegen "Vagina"" - Eine Schule nahe New York hat drei 16-Jährige vom Unterricht suspendiert, weil sie bei einer Lesung das böse V-Wort aussprachen (SPON; 07. März 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,470361,00.html-.- [...] Washington - "Ich finde, dass homosexuelle Handlungen zwischen zwei Personen unmoralisch sind und dass wir unmoralische Handlungen nicht dulden sollten", sagte Generalstabschef Pace der "Chicago Tribune". Er zog Vergleiche zwischen Homosexualität und Ehebruch: Er persönlich halte es genauso wenig für richtig, Homosexualität in der Armee zu tolerieren, wie man bei Ehebruch wegsehen solle.
[...] Nancy Pelosi, zeigte sich enttäuscht über Paces Bewertung. Das Militär müsse seine Grundsätze überdenken und Schwulen und Lesben den Dienst erlauben. Das Militär brauche Patrioten aus allen Bereichen der Gesellschaft.
[...] Der republikanische Sprecher des Pentagon, Bryan Whitman, nannte Paces Äußerungen eine persönliche Meinung. Wichtig sei, dass es weiterh Richtlinie im Militär bleibe, Leute aufgrund fehlerhaften Verhaltens vom Dienst zu entbinden - und nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.
Aus: "HOMOSEXUALITÄT IM MILITÄR: US-Generalstabschef provoziert Schwulen-Streit" (SPON; 13. März 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,471551,00.html-.- [...] Günter Kießling (* 20. Oktober 1925 in Frankfurt (Oder)) war General der Bundeswehr und wurde der breiten Öffentlichkeit erst durch die Umstände seiner Entlassung bekannt.
Kießling war im Zweiten Weltkrieg als Leutnant der Infanterie an der Ostfront. Nach dem Krieg trat er zunächst in den Bundesgrenzschutz ein und wechselte dann zur Bundeswehr. Er wurde 1971 im Alter von 46 Jahren zum jüngsten General der Bundeswehr. Vor seiner Entlassung war er Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte und Stellvertreter des Obersten Alliierten Befehlshabers Europa.
1983 wurde Kießling im Geheimen der Homosexualität bezichtigt, was damals noch, als Geheimnisträger und sehr hoher Militär, zu seiner vorzeitigen Pensionierung führte. Die Vorwürfe stellten sich beim Aufdecken der Kießling-Affäre 1984 aber als haltlos heraus und er wurde rehabilitiert, für kurze Zeit wieder in Dienst gestellt und mit dem „Großen Zapfenstreich“ in den ehrenhaften Ruhestand versetzt.
Zum Jubiläum der Bundeswehr 1985 war er als einziger Vier-Sterne-General nicht eingeladen.
Aus: "Günter Kießling" (03/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Kie%C3%9Fling-.- [...] Der polnische Erziehungsminister Roman Giertych will „homosexuelle Propaganda“ an Schulen unter Strafe stellen. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Regierung solle innerhalb eines Monats eingebracht werden, sagte Giertychs Stellvertreter Miroslaw Orzechowski am Dienstag vor Journalisten in Warschau.
Das Ministerium sieht sich durch die polnische Verfassung bestärkt, in der der besondere Schutz der Familie hervorgehoben wird. An mehreren Schulen seien Flugblätter aufgetaucht, die etwa küssende Männer zeigten, sagte Orzechowski. „Wir müssen Einfluss ausüben, wenn wir noch können, und nicht erst, wenn es zu spät ist“, sagte er. Kinder und Jugendliche im Schulalter seien leicht zu beeinflussen.
Aus: "Polen: Strafen für „homosexuelle Propaganda“ an Schulen?" (13. März 2007 ) Quelle: http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/Doc~E50F253651FE847198850CD0D67769CB1~ATpl~Ecommon~Scontent.html-.- [...] Stimmt das polnische Parlament zu, werden alle Publikationen, selbst Aufklärungsmaterial, über homosexuelle Beziehungen an polnischen Schulen unter Strafe gestellt. Vizebildungsminister Miroslaw Orzechowski erläutert: "Die polnische Verfassung sagt, dass der Staat die Familien schützen soll. Schon deshalb sind wir zu diesem Schritt verpflichtet. In den Schulen sind Kinder, die für homosexuelle Agitation anfällig sein könnten. Und damit richtet sich die homosexuelle Propaganda direkt gegen die elementaren Interessen unseres Staates."
[...] Polens Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski glaubt, dass es in der polnischen Rechtskoalition eine breite Mehrheit für das geplante Gesetz aus dem Hause des erzkonservativen Bildungsministers Giertych geben wird. Auch sieht er offenbar keine Gefahr, dass Polen wegen Intoleranz an den europäischen Pranger gestellt werden könnte: "Ich habe schon mehrfach gesagt: Ich bin für Toleranz. Aber jungen Menschen in den Schulen einen homosexuellen Lebensstil als Alternative zum normalen Leben vorzuschlagen, das ist schon übertrieben. Derartige Initiativen an den Schulen muss man beenden."
Giertych hatte schon auf der Heidelberger EU-Bildungsministerkonferenz für einen Eklat gesorgt. Zum völligen Unverständnis seiner europäischen Amtskollegen forderte Giertych dabei nicht nur - wie er sagte - ein europaweites Verbot homosexueller Propaganda, sondern auch die Bestrafung von jeder Form der Abtreibung.
Aus: "Polen will "homosexuelle Agitation" verbieten: "Ich bin für Toleranz, aber ..."" (14.03.2007) Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6511738_,00.html-.- [...] Homophobie (von gr. homo: gleich; phóbos: Angst, Phobie) bezeichnet eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit. Homophobie wird in den Sozialwissenschaften zusammen mit Phänomenen wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Sexismus unter den Begriff gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gefasst.
[...] Der Soziologe Dr. Michael Bochow vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung schreibt zu einer Studie aus dem Jahre 1991: In einer vom Bundesministerium für Forschung und Technologie finanzierten Repräsentativbefragung stimmten 1991 42 Prozent der Westdeutschen und 36 Prozent der Ostdeutschen der vorgegebenen Aussage zu: „In der Gegenwart von Homosexuellen kann einem körperlich unwohl werden.“ Unter ArbeiterInnen und RentnerInnen stimmte die Hälfte der Befragten zu (Bochow 1993). Wird ein Gesamtbild der Einzelergebnisse der Befragung von 2222 Deutschen versucht, so kann geschlußfolgert werden, daß noch mindestens ein Drittel der deutschen Bevölkerung als stark schwulenfeindlich eingestuft werden muß; ein weiteres Drittel ist ambivalent, d.h. nicht durchgängig antihomosexuell, aber keinesfalls frei von ablehnenden oder klischeehaften Einstellungen. Die Untersuchung liefert allerdings auch eindeutige Hinweise darauf, daß die Schwulenfeindlichkeit der (west-)deutschen Gesellschaft seit den siebziger Jahren abgenommen hat.
[...] Die Tiefenpsychologische Perspektive: Die Anfälligkeit für diesen sozialpsychologischen Mechanismus ist nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt. Denn, so die Sicht der Tiefenpsychologie, Homophobie dient der Abwehr von Ängsten, und das umso stärker, je geringer das Selbstwertgefühl eines Menschen ist, je geringer seine soziale Integration und je schlechter seine soziale Lage ist. Die Ängste der diskriminierenden Menschen werden allerdings nicht direkt spürbar, weshalb die These, dass Angst die Hauptursache für Diskriminierungen sei, für viele zunächst schwer nachvollziehbar ist. Die Tiefenpsychologie benennt folgende unbewussten Ängste und Bedürfnisse, die mithilfe von Homophobie aus dem Bewusstsein ferngehalten würden:
* Angst vor eigenen lesbischen bzw. schwulen Zügen Die Angst vor homosexuellen Anteilen der eigenen Sexualität sei einer der Gründe für Diskriminierungen Homosexueller. Dafür sprächen auch Untersuchungen mit rechtsextremen Jugendgruppen, die Gewalt gegen Schwule ausüben und sich betont hart und männlich geben (beachte, dass solche Jugendgruppen nicht mit „den“ Skinheads gleichzusetzen sind, da diese politisch sehr heterogen sind). Unterschwellige homoerotische Tendenzen, die es in solchen Männerbünden auch gebe, würden bei diesen Jugendlichen eine „weit überdurchschnittliche Angst vor der eigenen Homosexualität“ wecken. [17] Rauchfleisch[18] vertritt die Ansicht, dass es oft gar nicht so sehr um eigene homosexuelle Anteile gehe, sondern um die immer auch vorhandenen passiv-rezeptiven Anteile, die diese Jugendlichen fälschlicherweise als Weiblichkeit verstehen und diese wiederum fälschlicherweise als Homosexualität. Der Angst vor eigenen homosexuellen Anteilen liege oft eine noch größere Angst zugrunde, nämlich die Angst, emotional berührt zu werden. * Angst vor sozialer Unsicherheit und Streben nach Macht Menschen in einer sozio-ökonomisch schwierigen Lage würden allgegenwärtige (heterosexistische) gesellschaftliche Normvorstellungen eher übernehmen, da der Einklang mit solchen Normverstellungen einerseits Sicherheit vermittelt und andererseits mit Homosexuellen eine Gruppe gefunden ist, die vermeintlich noch schwächer ist. * Angst vor der Infragestellung zentraler Normvorstellungen Homosexuelle Orientierungen und v. a. ein offen homosexuelles Leben forderten tradierte, konservative gesellschaftliche Normvorstellungen heraus. Nach sozialpsychologischen Untersuchungen von Adorno et al.[19] haben wir alle Tendenzen, auf ungewohnte Verhaltensweisen mit Verunsicherung und oft auch Aggressivität zu reagieren. Hinzu komme, dass man diejenigen, die von den Regeln abweichen, nicht nur verachte oder hasse, sondern auch häufig unbewusst etwas um ihren Freiraum beneide. * Angst vor dem „Angriff“ auf die traditionelle Familie Dass zwei Lesben oder zwei Schwule intim und partnerschaftlich zusammenleben, sei ein Affront aus Sicht von Menschen, die sich als einzige Form des Zusammenlebens die von Mann und Frau vorstellen können. Zwar pflegen heutzutage auch heterosexuelle Paare oft nicht die traditionelle Rollenhierarchie einer Kleinfamilie, aber diese Rollenhierarchie werde durch homosexuelle Paare sichtbarer infrage gestellt. Männer in einer Partnerschaft mit traditioneller Rollenverteilung fühlten sich häufiger als Frauen davon bedroht, dass in homosexuellen Beziehungen die Rechte und Pflichten immer wieder neu ausgehandelt werden müssten und es dadurch keine festen Machtpositionen gebe. * Angst vor Infragestellung des gängigen Männlichkeitsideals Es geht hier nicht primär darum, dass manche Schwule sich effeminiert („feminin“) verhalten, sondern darum, dass Schwule oft auch „weiche“ Seiten leben, die viele heterosexuelle Männer sich nicht erlauben, obwohl sie sie – so Rauchfleisch – gleichermaßen besitzen. Zudem fühlten sich diejenigen heterosexuellen Männer, deren Verhältnis zu anderen Männern hauptsächlich von Rivalität geprägt ist, oft davon provoziert, dass ein Schwuler mit einem anderen Mann intim verbunden ist. Der Glaube, dass Geschlechterrollen und Männlichkeit durch Homosexualität drastisch infrage gestellt würden, führe zu einer tiefgreifenden Verunsicherung der Betroffenen, die sie sich aber nicht eingestehen, sondern durch Abwertung Homosexueller abwehren. * Das „Abweichende“ schlechthin Zum einen stellen Lesben und Schwule durch ihre sexuelle Orientierung und z. T. durch ihre Lebensweisen Normen infrage, so dass sie in eine Außenseiterposition gedrängt würden. Zum anderen ist aus der Sozialpsychologie bekannt, dass Aggressionen, die eigentlich Autoritäten gelten, auf vermeintlich Schwächere, auf Minderheiten umgelenkt werden (s. o.: Adorno). Studien[20] belegen, dass solche Aggressionen schnell auf andere Minderheiten verschoben werden können, beispielsweise auf Juden oder Ausländer.
Aus: "Homophobie" (03/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie-.- [...] Der Begriff Stereotyp (von griech. στερεός, stereós „fest, hart, haltbar, räumlich“ und τύπος, týpos „-artig“) tritt in verschiedenen Zusammenhängen mit unterschiedlicher Bedeutung auf. Allen Bedeutungen ist gemeinsam, dass ein bestimmtes gleich bleibendes oder häufig vorkommendes Muster bezeichnet werden soll, ähnlich der umgangssprachlichen Wendung „Schema F“. Ein Stereotyp kann als eine griffige Zusammenfassung von Eigenschaften oder Verhaltensweisen aufgefasst werden, die häufig einen hohen Wiedererkennungswert hat, dabei aber in aller Regel für sich genommen den gemeinten Sachverhalt sehr vereinfacht. Somit steht es in engem Bedeutungszusammenhang zum Klischee oder Vorurteil.
[...] In der Psychologie übernimmt das Stereotyp verschiedene Aufgaben, als:
* Orientierungsystem (vereinfachte Entscheidung für eine kognitive Ökonomie) * Anpassungssystem (in einer Gruppe werden Konflikte verringert) * System zur Aufrechterhaltung des Selbst (zur Selbstdefinition und Selbstverankerung)
Außerdem gibt es in Bezug auf Gruppen verschiedene Theorien:
1. Komplexitäts-Extremitäts-Theorie: Je mehr Dimensionen ein Urteilsgegenstand hat, desto weniger extrem ist das Gesamturteil. Stereotype haben wenige Dimensionen und fallen deshalb eher extrem aus (positiv oder negativ). 2. Reizklassifikationstheorie: Beim Zuordnen von Gegenständen in vorgegebene Kategorien wird der Unterschied in der Kategorie verkleinert, während er zwischen den Kategorien größer wird. Da Stereotype auf einer Urteilsverzerrung beruhen, tritt eben dieser Effekt auf. 3. Theorie der vermuteten Merkmale: Den Mitgliedern der eigenen Gruppe werden eher positive, den Mitgliedern anderer Gruppen eher negative Merkmale zugeordnet. Stereotype heben die positiven Eigenschaften einer Gruppe noch hervor (oder auch die negativen). 4. theoretischer Ansatz der Erwartungsabweichung: Es gibt bestimmte Merkmale, die man Gruppenmitgliedern zuschreibt − bei einer Abweichung ändert man seine Einstellung in die erfahrene Richtung. Stellt ein Beobachter fest, dass eine andere Person positiv von seiner Erwartung abweicht, wird er sie noch positiver beurteilen.
Beispiele: Japaner würden sich eher eine Hand abhacken lassen, als ein schlechtes Wort über ihre Firma zu verlieren. Franzosen sind die besten Liebhaber. Stolz wie ein Spanier. Tempramentvoll wie Italiener. Geizig wie Schotten. Engländer trinken um 5 immer Tee
Aus: "Stereotyp" (03/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Stereotyp_%28allgemein%29
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« Last Edit: September 02, 2010, 12:29:24 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #1 on: June 07, 2007, 07:33:22 AM » |
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[...] Wie immer in solchen Fällen, wenn sich hohe Gerichte an den kulturellen Niederungen der Jugendgesellschaft versuchen, kam am Ende eine Realsatire heraus. So verlinkte die "New York Times" den O-Ton des Urteils auf ihrer Website nur mit Verletzungswarnung: "Dieser Text enthält möglicherweise anstößige Sprache." Fürwahr: Die Richter schrieben auf 53 Seiten unter dem Aktenzeichen 06-1760 insgesamt 23-mal "fuck" und 15-mal "shit" - als wollten sie die FCC nur noch extra reizen.
Stein des Anstoßes war besagter Bono-Ausruf. Zahlreiche Zuschauer der NBC-Übertragung beschwerten sich damals bei der FCC über "fucking". Die Behörde fand daran anfangs nichts Anstößiges; Bonos Worte seien "flüchtig und isoliert" gewesen, keineswegs "sexueller Natur", was die Zensoren auf den Plan gerufen hätte. Fünf Monate später jedoch revidierte die FCC: "Fuck" in "all seinen Varianten" sei "eine der vulgärsten, krassesten und explizitesten Beschreibungen sexueller Aktivität", ekelten sich die Sittenwächter.
Von einer Strafe sahen sie dennoch ab. Statt dessen ordneten sie an, "Live"-Übertragungen fortan um ein paar Sekunden zu verzögern, um missliebiges Vokabular notfalls auszublenden.
[...] Ein Kandidat der Reality-Show "Survivor" beschimpfte einen Rivalen im CBS-Frühstücksfernsehen als "bullshitter". Beliebt waren auch die Cops der inzwischen ausgelaufenen Krimiserie "NYPD Blue", die "bullshit", "dick" und "dickhead" im TV-Abendprogramm erst salonfähig machten.
[...] All diese Beispiele zitiert das Gericht munter - und mit erkennbarem Amüsement. So schrieb die Vorsitzende Rosemary Pooler unter Hinweis auf den zum Klassiker erhobenen Kriegsfilm von Steven Spielberg: "Obwohl die Kommission alle Varianten von 'fuck' und 'shit' also für mutmaßlich unanständig und profan erklärt hat, war der wiederholte Einsatz dieser Worte in 'Der Soldat James Ryan' weder unanständig noch profan." Eine Beobachtung, die in Hollywood gut ankam, wo die Autoren-Gewerkschaften in lauten Jubel ausbrachen.
Der Krieg zwischen Moralaposteln und Fluchfreunden ist in den USA nichts Neues - und auch kaum eine Spezialität der christlich-konservativen Regierung George W. Bushs. Der erste Aufsehen erregende Fall kam der FCC 1975 ins Visier, unter dem Republikaner Gerald Ford. Damals ging es um den Satiriker George Carlin, der bei einem nachmittäglichen Radio-Monolog sieben "Drecksworte" dekliniert hatte: "shit", "piss", "fuck", "cunt" (Fotze), "cocksucker", "motherfucker" und "tits".
Die FCC erklärte Carlins Liste für "widerwärtig", da sie "sexuelle und anale Aktivitäten und Organe" beschreibe. Der Streit schaukelte sich bis zum Obersten US-Gerichtshof hoch, der der FCC schließlich Recht gab: Die Kommission dürfe durchaus verhindern, "dass ein Schwein in die gute Stube kommt", ohne konkret nachzuweisen, "dass das Schwein obszön ist".
Aber auch unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton waren die Sittenwächter aktiv. 1996 erließ der Kongress ein Gesetz, der anstößiges Material im Äther und im Internet unter Strafe stellte.
Unter Bush und dem republikanischen Kongress wurden sich die FCC-Bußgelder selbst für Ausrutscher im Fernsehen oder Radio dramatisch erhöht. Schimpfworte sind dort grundsätzlich zwischen sechs Uhr früh und 22 Uhr abends verboten.
[...] Doch das letzte (Schimpf-)Wort ist natürlich längst nicht gesprochen. Janet Jacksons "Garberobendefekt" von 2004, der eine Welle schärferer Bußen auslöste, steht demnächst vor einem anderen Berufungsgericht zur Verhandlung an. Und während die Networks das jetzige Urteil beklatschten, schrie die FCC vor Empörung laut auf - und droht nun notfalls mit dem Gang vors US-Verfassungsgericht.
"Ich kann nur schwer verstehen, dass das New Yorker Gericht amerikanischen Familien sagt, man könne ohne Weiteres 'fuck' und 'shit' sagen", schäumte FCC-Chef Kevin Martin. Er tat das in einer Presseerklärung, die das Wort "fuck" sechsmal enthielt und das Wort "shit" viermal. Und das mitten am Nachmittag.
Aus: "SCHIMPFWORT-URTEIL IN DEN USA: Schöne @&$#¿¥%!" Aus Los Angeles berichtet Marc Pitzke (SPON; 06. Juni 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,487084,00.html
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« Reply #2 on: June 07, 2007, 07:39:25 AM » |
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[...] Die Vulgarität [vulg.] (das Vulgärsein) ist die Eigenschaft des Gewöhnlichen, Niederen oder auch Unflätigen bzw. Unkultivierten. Als vulgär im letzteren Sinne werden insbesondere Sprachelemente, Verhaltensmuster und Handlungen bezeichnet, die bezüglich der vorherrschenden Normen als tabu gelten. Beispiele sind Vulgärsprache, grobe Umgangsformen, rüpelhaftes Benehmen, geräuschvolles Aufstoßen (so genanntes „Rülpsen“), öffentliches Grölen, Urinieren im öffentlichen Raum etc.
Dennoch bedeutet - weniger drastisch - das Vulgäre in seiner Bedeutung (nach dem französischen Wort vulgaire = gewöhnlich, was wiederum aus dem lateinischen vulgus/volgus = Volk abgeleitet wurde) auch "das Gewöhnliche", "das dem einfachen Volk (als Gegensatz zum Adel) Entstammende". In diesem Sinne sind auch Begriffe wie Vulgärlatein zu verstehen: eben die lateinische Sprache des einfachen Volkes.
„Vulgarität“ im engeren Sinn wird dann eher dem „gemeinen Volk“ (lateinisch: dem profanum vulgus) zugeschrieben.
Theodor W. Adorno spricht von Vulgarität im Kontext menschlicher Integration vom "Einverstandensein mit der eigenen Erniedrigung".
Martin Heidegger benutzt in Sein und Zeit den Begriff „vulgäre Gewissensauslegung“, um die Rede vom Gewissen nach landläufiger, gewöhnlicher Auffassung vom ontologisch gefassten Gewissenbegriff abzuheben.
Aus: "Vulgarität" (06/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vulg%C3%A4r-.- [...] In der Vulgärsprache werden insbesondere Begriffe und Formulierungen verwandt, die in der gepflegten Umgangssprache tabu sind, weil sie Bereiche betreffen, die im jeweiligen sozialen Umfeld mit Scham und/oder Ekel besetzt sind. Heute sind das vor allem Begriffe aus der Fäkalsprache, sowie sexuelle und Gewalt-Begriffe, die hier unbekümmert oder sogar demonstrativ Verwendung finden, während sie in der gehobenen Umgangssprache aus Scham und politischer Korrektheit vermieden würden, d.h. umschrieben würden oder durch Metaphern ersetzt würden, die als harmloser gelten. In der Vulgärsprache werden dagegen z.T. selbst für harmlose Themen Vulgarismen metaphorisch verwandt.
Aus: "Vulgärsprache" (06/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vulg%C3%A4rsprache
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« Reply #3 on: June 19, 2007, 01:54:24 PM » |
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In der Huffington Post hält Lisa Wade, promovierte Soziologin mit einem zusätzlichen MA in Human Sexuality, ein Plädoyer für mehr Sex in den amerikanischen Medien. Dem grundsätzlich zuzustimmen fällt nicht schwer, aber ihre Begründung zeigt, dass der guten Frau Doktor ein paar Nachhilfestunden in Semiotik ganz gut anstünden. Zitat: In the U.S. media, all of this [gemeint: die Mannigfalt, das Chaos, die Höhen und Tiefen der sexuellen Realität] is reduced to a fake, formulaic system of symbols and referents. This reduction strips sex down to less than what it is. And this is what I mean when I say there should be more sex on the screen. Nun, es ist eine Eigenschaft der Sprache und aller sprachähnlichen Symbolsysteme, dass sie die Wirklichkeit in Forme(l)n einfangen und ihrer chaotischen Vielfalt berauben. Das ist ihre wesentliche Funktion. Erst die Abstraktion vom originalen, unwiederholbaren, unnachahmlichen Wahrnehmen und Erleben erzeugt das Symbol—oder sprechen wir lieber vom Signifikanten—, das/der in Umlauf gebracht und in der Kommunikation verwendet werden kann. Lacan spricht von einer notwendigen Verdrängung des Realen durch den Signifikanten, ohne die es keine symbolische Ordnung und mithin keine Kultur geben kann. Eine Kritik aber, die darüber jammert, das die Kultur an die Stelle der Natur getreten ist, brauchen wir nicht ernst zu nehmen. Kommt dazu, dass Frau Wade das Wort 'referents' offensichtlich ohne Wissen um seine Bedeutung verwendet, obwohl sie bereits in der Wikipedia eine brauchbare Definition von 'referent' gefunden hätte: "The object which is named by a reference, or to which the reference points, is the referent." (Wikipedia sv. Referent) Der Referent eines Zeichens ist das, was gemäss Lacan, Eco und anderen, auf ewig unerreichbar bleibt, nämlich das Nichtzeichenhafte, auf das das Zeichen verweist, in unserem Zusammenhang also der Reale Sex. Wie gesagt, es ist nachvollziehbar und absolut legitim, eine Veränderung des herrschenden Zeichen- und Symbolsystems der amerikanischen Medien in Bezug auf 'Sex'—wobei 'Sex' selbst immer nur ein Konzept, nie eine Realität ist—zu fordern. Doch diese Forderung kann nicht darauf abzielen, eine verzerrte Repräsentation durch eine transparente Wiedergabe zu ersetzen; eine solche wäre bloss eine fundamentalistische oder bestenfalls romantische Chimäre. Das ganze Plädoyer bringt sich übrigens am Ende selbst zu Fall: Statt sich gegen den puritanischen Mainstream zu stellen, wie es der reisserische Titel suggeriert, schwenkt Frau Wade am Ende genau in diesen ein. Die Forderung 'mehr Sex in den Medien' verstanden als 'ein nuancierteres Bild vom Sex in den Medien' dient nicht dazu, mehr Sex im realen Leben zu ermöglichen, sondern genau zum Gegenteil, weniger Sex bei Teenagern. Teenager sollen in den Medien erfahren, wie vielfältig und wunderbar, aber auch wie gefährlich und schmerzhaft Sex sein kann, und sich dann sagen: Eine solche Erfahrung macht man nicht einfach so, sondern nur, wenn man wählerisch ist und wartet, bis Zeit, Ort und Partner stimmen. Ein frommer Wunsch, Frau Doktor, ein frommer Wunsch! Link: There is Not Enough Sex in American Media http://www.huffingtonpost.com/lisa-wade/there-is-not-enough-sex-i_b_52398.htmlAus: "Plädoyer für mehr Sex in den amerikanischen Medien" Von Beta @ 14:26 Quelle: http://alpha.blueblog.ch/log/plaedoyer-fuer-mehr-sex-in-den-amerikanischen-medien.html
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« Reply #4 on: July 11, 2007, 02:54:07 PM » |
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[...] Politicians' sex lives are a source of endless entertainment. Last night another right-wing senator - David Vitter - was snared in the DC Madam Scandal. Evidently the good Baptist was paying prostitutes for sex while he was holding press conferences on the Sanctity of Heterosexual Marriage.
I was reading an interesting account in Der Spiegel about the ultra-conservative Bavarian politician Horst Seehofer - a man who evidently had so much time on his hands in Berlin that he started a second family with another woman - when I came across this paragraph (print version only):
"Man kann die Frage stellen, ob es richtig ist, Politiker nach ihrem Privatleben zu beurteilen; einiges spricht dagegen. Ein liederlicher Ehemann kann ein passabler Politiker sein, umgekehrt gilt die Sache genauso. Bill Clinton liess sich im Oval Office mit der 21-jährigen Praktikantin Monica Lewinksy ein und war trotzdem ein erfolgreicher Präsident. George W. Bush führt, was man weiss, ein vorbildliches Eheleben, aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Geschichte ein gnädiges Zeugnis über seine Amtsjahre ausstellen wird." (one can ask whether it's fair to judge politicians by how they conduct themselves in their private lives; there are reasons to think otherwise. A philandering husband can be a decent politician, and the reverse is also true. Bill Clinton got involved in the Oval Office with the 21-year old intern Monica Lewinksy, but was a successful president anyway. As far as we know, George W. Bush is faithful in his marriage, but it is unlikely that history will judge his presidency favorably.)
I couldn't care less whether a political leader is faithful in his/her marriage. Some of the most successful politicians were notorious adulterers - FDR, JFK, Willy Brandt. What is unacceptable is the hypocrisy of Seehofer or Vitter - politicians who demonize gays and lesbians, and who routinely attack feminists. They deserve the humilation meted out by the press.
From: "The Sex Lives of Politicians" (Posted by David Vickrey on July 10, 2007) Source: http://www.dialoginternational.com/dialog_international/2007/07/the-sex-lives-o.html
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« Reply #5 on: September 17, 2007, 01:30:48 PM » |
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[...] 14.453 Nutzer des Online-Sozialnetzes Facebook haben sich einer im Juni gegründeten Gruppe namens "Hey, Facebook, breastfeeding is not obscene" (nur zugänglich für Registrierte) angeschlossen. Sie protestieren damit gegen die Zensur von Fotos, die stillende Mütter zeigen, durch den Community-Betreiber. Die so genannten Lactivists (von lat. lac maternum, Muttermilch) meinen, das Löschen derartiger Darstellungen sei diskriminierend. Die Protestwelle nahm ihren Anfang, als die Kanadierin Karen Speed nach eigenen Angaben von Facebook benachrichtigt wurde, sie habe ein Foto hochgeladen, das gegen die Nutzungsbedingungen verstoße. Dieses sei entfernt worden. Fotos, die Nacktheit, Drogenkonsum oder andere Obszönitäten enthielten, seien nicht zugelassen. Die Kanadierin beteuert, das gelöschte Foto sei nicht in ihrem Profil enthalten gewesen, sondern in ihrem persönlichen Album. Es zeige keine nackten Personen und auch keinen Drogenkonsum. In ihrem Blog veröffentlicht Speed zudem ein nach ihren Angaben von Facebook inkriminiertes Foto, das sie beim Stillen ihrer Kinder zeigt. (anw/c't) 14. September 2007 15:40 Das Problem ist nicht das "Stillen", das Problem ist, die Frauen hatten ... William Zard (mehr als 1000 Beiträge seit 13.06.05)
... zuvor ganz offenkundig Sex! ... oder glaubt irgendwer hier an die "unbefleckte Empfängnis"!? ;)
14. September 2007 16:09 Solche Bilder sind pavers! Das gehört verboten! Der_Wombat (11 Beiträge seit 14.09.07)
Und die Frau anzeigen!
Es gibt Handlungen, die sind halt nötig. z.B. Stillen. Ich sehe ein, dass das sinnvoll ist, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass dann die Kinder gesünder sind (besseres Immunsystem).
Aber davon BILDER machen?
Ich finde das ganz schön pavers!
Was kommt als nächstes?
linda-14-beim-frauenarzt.jpg
oder so?
Ich sehe hier die Persönlichkeitsrechte und die Menschenwürde des Kindes verletzt, und finde, man sollte sowas als Kinderpornographie einstufen und unter Strafe stellen...
14. September 2007 15:42 Obszön sind eher die Mütter flare----* (mehr als 1000 Beiträge seit 08.12.04)
die für ihr Recht kämpfen, sich und ihren Säugling auf derartigen Seiten ablichten zu lassen und das Persönlichkeitsrecht dieses jungen Menschen gleich mal zum eigene Vorteil auszulegen.
Dem Nachwuchs wird der Sprung zum medialen Superstar ja sozusagen gleich mit in die Wiege gelegt, von einem intimen Vertrauensverhältnis kann jedenfalls nicht mehr die Rede sein. Peinlich, einfach nur peinlich. 14. September 2007 15:45 ich will keine stillenden muetter sehen Apple Konvertit (6 Beiträge seit 14.09.07)
das ist privatsache. ich lauf auch nicht auf der strasse rum und zeig allen, wie toll ich pinkeln kann.
deshalb: ++ facebook.
14. September 2007 16:07 Sind das alles Trolle...? swapo (mehr als 1000 Beiträge seit 15.02.03)
Sind das alles Trolle oder hier tatsächlich ein Treffpunkt stockverklemmter Idioten, die das Ernähren eines Babys, auf die nachwievor beste Weise, mit öffentlichem Pinkeln und Kacken gleichstellen? Eine möglicherweise kurz entblößte Brust -- auf den Fotos ist jedenfalls nichts auch nur ansatzweise anstößiges zu sehen, schließlich ist da ein Baby vor -- ist ekelig?
Wenn das auch nur ansatzweise representative Aussagen sein sollten, wird mir so einiges klar. 14. September 2007 16:42 Unverständnis detlev (15 Beiträge seit 27.10.00)
Ich habe über Reaktionen auf die Nachricht und auf die erwähnten Beiträge in MSNBC, etc. nicht schlecht gestaunt.
Offensichtlich wissen hier viele Leute nicht, dass die allermeisten Frauen ihre Babys stillen, wenn sie hungrig sind, und nicht wenn es dem Halbgewalkten im U-Bahnsitz nebenan passend erscheint. Was das Geltungsbedürfnis angeht, kann ich mir das Stillen als Mittel zum Zweck nur schwer vorstellen. Wenn überhaupt, dann wahrscheinlich bei 0.1% der Mütter.
Ferner, in Nordamerika gibt es andere Rahmenbedingungen. Die Lobby der Chemiekonzerne, die "Formula" (künstliche Muttermilch) herstellen, allen voran Nestlé, ist sehr stark. Das geht damit los, dass Bildungsminister TV-Werbung pro Muttermilch schon mal zurücknehmen liessen. 6 Wochen vor dem Entbindungstermin beginnt man, Probierpackungen mit künstlicher Milch ungefragt zu erhalten. Selbst in der Entbindungsklinik muss man aufpassen und an die Babykrippe ein Schild "Breastfeeding only" haften, sonst kriegen die das Zeug in der Baby-Station, während die Mutter schläft. Das ist das Default. Währenddessen bezahlen die Krankenversicherungen in der Regel nur 2 Tage Krankenhausaufenthalt nach der Entbindung. Am 3. Tag findet die Umstellung von Collostrum auf richtige Milch statt, das geschieht nicht ohne Lücken und genau da sitzen die jungen Eltern zu Hause allein mit den ganzen Proben und verzweifeln weil der Säugling vor Hunger schreit. Die Rechnung geht viel zu oft auf und so werden viele Babys ungeplant auf künstliche Milch umgestellt. Daher ist es kein Wunder, dass stillende Mütter dort eine radikalere Haltung entwickeln. 14. September 2007 16:27 Ich glaube, das ist so eine Diskussion ... Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04) ... bei der man schon verloren hat, sobald man sich darauf einläßt. Kapituliert, Männer! Da gibt es weder mit "Softie-Anbiederung" noch mit "Macho-No-Ma'am-Gehabe" einen Blumentopf zu gewinnen, wie man's macht man machts verkehrt. Lauft um euer Leben, wenn eine Frau zum Stillen ansetzt! Höchstens mit jahrzehntelangen Zen-Buddhismus-Übungen im gleichzeitigen Hin- und Wegschauen, und der Kunst des ganz natürlichen aufmerksamen Ignorierens hat man vielleicht eine geringe Chance davonzukommen. Aber ein einziger falscher Blick und ihr seid geliefert! Frauen können die Angst sich in diesem Moment falsch zu benehmen geradezu riechen, was meint ihr denn warum die für das Recht in der Öffentlichkeit, und sei es während eine weltweiten Fersehübertragung, zu stillen, so kämpfen? Wer liebt nicht eine Situation in der man immer Recht hat, egal was man tut? Vielleicht war das früher mal anders, aber die Zeiten sind laaaaange vorbei --- und ehrlichgesagt, glaube ich, war das für Männer schon immer eine peinliche Situation. 14. September 2007 17:10 Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ... Kalessin (818 Beiträge seit 11.04.00) Edna Krabappel schrieb am 14. September 2007 16:27 > Vielleicht war das früher mal anders, aber die Zeiten sind laaaaange > vorbei --- und ehrlichgesagt, glaube ich, war das für Männer schon > immer eine peinliche Situation. Wieso ist denn einer der natürlichsten Vorgänge der Welt peinlich? Ich bin selbst ein Mann, und habe mich vor ein paar Wochen im Zug sehr nett mit einer Frau unterhalten, deren Sprößling erst stinkig und laut, später satt, zufrieden und leise war. Und eben weil die Fütterung dazwischen so natürlich und eben nicht(!) peinlich war, hatte ich es weder nötig zu gaffen noch gekünstelt wegzusehen. Wie viele Sachen wird das Stillen erst zu einem Thema wenn wir es zu einem machen. Die weibliche Brust ist nun einmal ganz explizit so gestaltet, daß sie zur Fütterung des neugeborenen Nachwuchses dient. Auch wenn viele Frauen ein wenig Privatsphäre dabei vorziehen, sollen sie das Kind hungern lassen, weil das grade nicht geht (z.B. im Zugabteil)? Ich für meinen Teil freue mich darüber, nicht im superprüden Amerika zu leben. Und Männer, denen Stillen schon peinlich ist, sollten mal tief nachdenken, *warum* es ihnen peinlich ist, und ob sie nicht vielleicht noch tiefergehende persönliche Probleme haben. Übrigens hilft auch Zivildienst in Alten- und Pflegeheimen enorm, den ganzen Themenkomplex "Körper(-funktionen), Fortpflanzung und Tod" in Perspektive zu rücken... die Schulen können es ja anscheinend nicht, und im Elternhaus wird da auch noch zuviel tabuisiert. Kalessin 14. September 2007 17:25 Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ... michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07) In jedem ICE gibt es Abteile zum wickeln! Können die sich nicht auch zum stillen zurückziehen? Wenn sie es nicht können ist das eine Art Kampferklärung an diejenigen, die sich dadurch gestört fühlen könnten (Nicht jeder Zugreisende hat ein westliches Werteverständnis). Wer Kinder aber mißbraucht um politische Ziele durchzusetzen, ist nicht erziehungsfähig. 15. September 2007 1:23 Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ... yenzi (mehr als 1000 Beiträge seit 03.05.01) michael_kohlhaas schrieb am 14. September 2007 17:25 > In jedem ICE gibt es Abteile zum wickeln! Können die sich nicht auch > zum stillen zurückziehen? Wenn sie es nicht können ist das eine Art > Kampferklärung an diejenigen, die sich dadurch gestört fühlen könnten > (Nicht jeder Zugreisende hat ein westliches Werteverständnis). Kannst Du Dich nicht zum Texte schreiben hinter Deine Firewall zurückziehen? Und den Text dann am besten gleich nach >dev null. 15. September 2007 15:58 Redeverbot? michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)
Das ist kein Argument, was im Spiegel (des kategorischen Imperativ) bestand haben würde.
14. September 2007 18:02 Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ... Zeitkind, info@zeitkind.de (mehr als 1000 Beiträge seit 07.01.00) Blödsinn. Schaff dir erst mal Kinder an und dann will ich sehen, wie du jedes Mal ein Zelt aufbaust, wenn der/die Kleine Hunger hat. Mal abgesehen - schlag doch gleich noch mal "Milchstau" nach. Was ist bei euch eigentlich schief gelaufen? 14. September 2007 18:15 Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ... Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04) Zeitkind schrieb am 14. September 2007 18:02 > Schaff dir erst mal Kinder an und dann will ich sehen, wie du jedes > Mal ein Zelt aufbaust, wenn der/die Kleine Hunger hat. Wo, bitte, habe ich das denn gefordert? Ich glaube ihr von der "Frau kann, ja, soll und muß stillen wo sie geht und steht"-Fraktion seht so langsam den Wald vor Bäumen nicht mehr. > Mal abgesehen > - schlag doch gleich noch mal "Milchstau" nach. Das belustigt mich jetzt aber doch ein wenig. Ich habe schon einige stillende Mütter gesehen die ihr Kind nicht dabei hatten. Zur Vermeidung des Milchstaus ist aber noch keine auf die Idee gekommen die Pumpe in der U-Bahn anzulegen. > Was ist bei euch eigentlich schief gelaufen? Ich habe keine Ahnung, schlag doch mal was vor, ist bestimmt interessant im heise Forum analysiert zu werden! 14. September 2007 16:49 An die Verklemmten hier LaoLao (mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.02) Die ganzen Christen hier im Forum sind schon witzig. Mir wäre das ja peinlich völlig verquere und idiotische Christen"moral" sowie absolute Prüderie und lachhafte Verklemmtheit öffentlich rumzuposauen. Wer was nicht sehen will darf gerne wegschauen. Außerdem ist weder Nacktheit noch ein Baby beim futtern, noch poppen und alles andere natürliche irgendwie auch nur ansatzweise anrüchig (außer für jüdisch/christliche versaute Existenzen). Naja, sind eben alles Leute die auch noch in der Sauna den Rollkragenpulli anlassen und sich über jeden Kram aufregen und den BH der Nachbarin echauffieren weil die indoktrinierte Gesellschaft das eben so haben will. Halt du sie doof, ich halt sie arm...funktioniert immer noch. Ein Glück wohn ich außerhalb des Machtbereichs der Judensekten und bin in einem Land groß geworden was solch jüdische/christliche Scheißhausmoral über Bord geworfen hatte. Olaf 14. September 2007 16:58 Miniröcke für Männer! michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07) > Wer was nicht sehen will darf gerne wegschauen. Außerdem ist weder > Nacktheit noch ein Baby beim futtern, noch poppen und alles andere > natürliche irgendwie auch nur ansatzweise anrüchig (außer für > jüdisch/christliche versaute Existenzen). Also ich will keine auf der Straße vor dem Kindergarten koppulierenden Paare sehen. Zumindest tagsüber. Echt nicht. > Ein Glück wohn ich außerhalb des Machtbereichs der Judensekten und > bin in einem Land groß geworden was solch jüdische/christliche > Scheißhausmoral über Bord geworfen hatte. Oha, da outet sich ein Neonazi: "Judensekten"! Oder die Fraktion "Burkas für alle?". Im jüdischen Glauben werden Männer beschnitten, Afrikanische Völker machen das bei Frauen. > Olaf Nun lieber Olaf, Du darfst jetzt abstimmen: -- rot für Frauenbeschneidung ++ grün für Männerbeschneidung Fresse halten für gegen "beides ist Körperverletzung, insofern haben die Christen Recht". [...] 14. September 2007 17:03 Re: Miniröcke für Männer! AcidDust (mehr als 1000 Beiträge seit 23.05.02) michael_kohlhaas schrieb am 14. September 2007 16:58 > Fresse halten für gegen "beides ist Körperverletzung, insofern haben > die Christen Recht". > > Ob du richtig stehst, siehst du wenn die Mindestzahl an Bewertungen > erreicht ist. Ich raff nicht was du mit deinem Text sagen wolltest? Außer der Nazikeule kam leider nicht viel dabei rum. Auf einen blöden Text einen noch blöderen zu schreiben kann auch nur bei Heise.de passieren. * AD 14. September 2007 18:12 Re: Miniröcke für Männer! Konsument2001 (mehr als 1000 Beiträge seit 17.01.01)
AcidDust schrieb am 14. September 2007 17:03
> Ich raff nicht
daran wird es liegen ..
14. September 2007 17:12 Re: Miniröcke für Männer! LaoLao (mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.02)
michael_kohlhaas schrieb am 14. September 2007 16:58
> Also ich will keine auf der Straße vor dem Kindergarten > koppulierenden Paare sehen. Zumindest tagsüber. Echt nicht. >
Dann guck eben weg. Nur weil der Pator oder deine verklemmte jüdisch/christlich versaute Umgebung das mal so sagte, ist das völlig unrelevant und wenn man völlig natürliche Verhaltensweisen nicht sehen will, ist man außer verklemmt auch noch ganz schön bescheuert.
> > Ein Glück wohn ich außerhalb des Machtbereichs der Judensekten und > > bin in einem Land groß geworden was solch jüdische/christliche > > Scheißhausmoral über Bord geworfen hatte.
> Oha, da outet sich ein Neonazi: "Judensekten"! Oder die Fraktion > "Burkas für alle?". Im jüdischen Glauben werden Männer beschnitten, > Afrikanische Völker machen das bei Frauen. >
Man ist also ein Neonazi wenn man Christen als Judensekte bezeichnet, was sie ja eindeutig sind. Und Burkas, sowie Beschneidung sind mindestens genauso bescheuert wie "ich will aber nichts sehen wo der Christensektenführer nein zu sagte". Na du bist auf jeden Fall ein ziemlich verschrobener Vogel.
> > Olaf > > Nun lieber Olaf, Du darfst jetzt abstimmen: >
Ich stimme nicht für oder gegen absoluten Schwachsinn ab. Leute wie du machen das aber sicher gerne.
Komiker gibt's hier.
Olaf
14. September 2007 17:07 Re: An die Verklemmten hier Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04) Schamgefühl ist also *komplett* unnatürlich? Interessante These ... 14. September 2007 17:25 er/sie/es hat's !!!!!!!! Labernase (753 Beiträge seit 14.08.00)
Edna Krabappel schrieb am 14. September 2007 17:07
> Schamgefühl ist also *komplett* unnatürlich? > > Interessante These ...
janz jenau!!
LaNa
14. September 2007 17:31 Re: An die Verklemmten hier flare----* (mehr als 1000 Beiträge seit 08.12.04)
wie du an obiger Antwort siehst, ist es nicht nur wegen der Überwachung sinnvoll, die Koffer zu packen. Wir leben in einer schamlosen Gesellschaft.
15. September 2007 10:30 Und die Moslems? azr (mehr als 1000 Beiträge seit 30.05.01)
Warum schimpfst Du über Juden und Christen, die in der Summe völlig harmlos sind?
15. September 2007 13:31 Armer Ossi (kwT) Colonel_Panic (39 Beiträge seit 21.11.04)
Mehr fällt mir da nicht ein. CP 15. September 2007 17:20 Du machst es Dir zu leicht.. Horst Tonaff, Horst Tonaff (916 Beiträge seit 20.01.05) http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13529829&forum_id=124039 wieso kannst du hier nachlesen. 15. September 2007 17:12 Du machst es Dir zu leicht .. Horst Tonaff, Horst Tonaff (913 Beiträge seit 20.01.05)
ziehst aus unvollständigen Beobachtungen vorschnelle Schlüsse und posaunst diese auf überaus plumpe und arrogante Weise heraus. Das fängt schon mal damit an, dass Du die 3 Buchreligionen als einzige monotheistische Religionen bezeichnest.
Davon abgesehen braucht es keinen Jahwe, Gott, Allah, Ra oder Zarathustra um Titten, Mumu und Schwanz als sexuellen Reiz zu empfinden. Und nur weil man gewisse Standpunkte des religiösen Spektrums ablehnt, heißt das ja noch lange nicht, dass alles was diese Leute in den letzten 2000 Jahren gemacht haben dadurch automatisch ausgemachter Schwachsinn ist. Die gesellschaftliche Konvention das ganze nach Möglichkeit eingepackt zu lassen ist auch vom ästethischen Standpunkt her schlüssig.
Ich z.B. möchte einfach nicht den ganzen Tag Titten sehen, weil ich sonst ständig geil wäre. Und irgendwann würde ich mich wohl so dran gewöhnen Titten zu sehen, dass es mir weniger gefiele, wenn meine Freundin sich auszieht. Von daher finde ich unsere Kleiderordnung doch ganz OK so. Und auch wenn ich nicht verstehe was gewisse Menschen so toll daran finden ihren Schniedel am FKK-Strand zu schwenken habe ich kein Problem damit, mich in der Sauna auszuziehen. Und danach halt wieder an. Mein Gott ^^ wo ist das Problem?
Mal soviel zum Thema sexueller Reiz, zu dem ich eine stillende Brust nicht zählen will. Ich persönlich finde das eher abregend als erregend. Wer aber über mehr Feingefühl als Du verfügt, der weiß auch, dass ein Blick sehr viel sagen kann. Nimm den Flirt als Beispiel. Oder stell Dir vor, jemand starrt der hübschen Kollegin dauernd auf den Arsch. Aus diesem Grund ist es mir persönlich peinlich eine stillende Frau zu sehen weil ein Blick auf die Titten i.d.R mit sexuellem Interesse assoziert wird. Und sexuelles Interesse signalisiere ich ungern in nicht angebrachtem Maß. Das ist eine Frage von Stil und Ästhetik und wer dafür einen Sinn hat, der lässt die Titten wenn möglich drin. 14. September 2007 17:07 Besser kann man Milch nicht verpacken ... DrD (mehr als 1000 Beiträge seit 25.12.05)
Was für ein Zirkus wegen nix. Kopf -> Tisch
14. September 2007 20:46 Oh Gott, nackte Haut nichtglauben (mehr als 1000 Beiträge seit 07.11.01)
Terror von jungen Müttern? Wolfgang, übernehmen Sie!
Hallo?
Ich finde es toll, das Mütter das Baby natürlich ernähren und nicht diesen künstlichen Dreck verwenden.
Muttermilch stärkt das Immunsystem des Babys und als kleiner Nebeneffekt kann die soziale Bindung zwischen Mutter und Baby gestärkt werden.
Wenn ich hier lese "Scheiss Feminismus", "ich pinkle auch nicht, ist aber auch ein Urbedürfnis" dann sage ich :
- Frauen geniessen während und nach (eine gewisse Zeit ;-) ) der Schwangerschaft Narrenfreiheit. - Seid ein wenig toleranter. Den Müttern macht es sicher keinen Spass in aller Öffentlichkeit die Brust zu geben. Wenn das Baby Hunger hat dann will es gestillt werden. Oder gehört ihr bei Stillverweigerung der Mutter zu denen die sich über das schreiende Baby aufregen? - Wir brauchen Kinder. Die sollen uns mal unsere Rente sichern. Je besser das Umfeld, umso mehr Kinder gibt es. Stillen und die ganze "Problematik" drum ist nur ein klitzekleines Puzzleteil von Ganzen, aber wenn ich hier die Teilreaktionen sehe. Kinderfeindlich^3. - In Zürich gibts mittlerweile Gastronomiebetriebe, die im Geschäft stillende Mütter vor die Tür setzen. - ein bisschen Busen in der Öffentlichkeit->böse. Ein Neunjähriger mit Sturmgewehr und Sternenbanner im Hintergrund->sehr gut (thx an den Poster des Vergleichs) - helft den Müttern mit den Kinderwagen beim Ein- und Aussteigen. Ich beobachte immer wieder wie sich Menschen darüber aufregen, wenn Mütter mit dem Kinderwagen die Eingänge zu Zügen oder Bussen blockieren. Aber helfen? Fehlanzeige. Euch bricht kein Zacken von der Krone ab wenn ihr helft!
Ich als Mann habe mit stillenden Müttern in der Öffentlichkeit kein Problem und sehe auch keinerlei Form mit sexuellem Hintergrund dahinter. Ist doch ein schönes Bild : Eine stillende Mutter, das Baby das zufrieden an der Warze nuckelt.
Dies sollten mehr Menschen so sehen, dann gäbe es auch keinen solchen Aufstand darum.
rgds nichtglauben
15. September 2007 3:33 Es ist einfach nur eklig, wenn Horstausprag (5 Beiträge seit 13.04.07)
sich Leute draußen nen Kaffee holen, auch noch "ToGo", ekelhaft. Öffentliche Nahrungsaufnahme sollte verboten werden, jeder sollte in einen 1x1m großen Raum essen und trinken und mich nicht damit auf der Straße belästigen, widerlich...am besten kauen die dann auch noch mit offnem Mund.
P.S.: Hoffe die Ironie war offensichtlich. 14. September 2007 19:51 Kein Wunder dass hier keine Kinder mehr geboren werden Finesse (mehr als 1000 Beiträge seit 13.04.01)
bei soviel Ablehnung des natürlichsten der Welt. Da wird flugs das Stillen ins Reich des "Privaten" und sexuellen verfrachtet. Gehts noch? Mit der gleichen Argumentation darf die Mutter auch klein Fläschchen in der Öffentlichkeit geben.
Das Stillen von Kindern ist etwas ganz natürliches, genauso wie das Geben von Essen. Meine Güte, wo sind wir nur gelandet.
Aber dann sich lustig machen, wenn die Amerikaner einer Mutter die Milch im Fläschchen wegnimmt beim Zoll aufgrund Terrorverdacht - hätte sie ihr Kind selber stillen dürfen (also ohne verklemmte Moral) wäre das Problem gar nicht aufgetaucht.
Ab wann sind spielende Kinder am Strand tabu? Ab wann müssen sich alle Menschen selbst im Sommer wieder total züchtig anziehen? Ab wann kommt der Kuppeleiparagraph wieder?
Ich sehe mit Schrecken wohin wir uns bewegen. 15. September 2007 10:55 Wenn man keine Ahnung hat... vandaalen, vandaalen@gmx.net (112 Beiträge seit 08.09.02) Man kann hier sehr genau beobachten, wer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch keinen Nachwuchs hat... Jeder, der sich darüber echauffiert, das Mütter in manchen Situationen in der Öffentlichkeit stillen, der sollte sich darüber im Klaren sein, daß sich die Nahrungsaufnahme eines Säuglings nict steuern lässt. Auch wenn es gewisse Regelmässigkeiten gibt, so hat das Kind nicht immer alle X Stunden Hunger, sondern auch mal zwischendurch, bzw. zu anderen Zeiten. Meine Tochter ist jetzt gute zwei Wochen alt. Auch wenn meine Freundin sicher keine zartbesaitete Person ist, könnt Ihr mir glauben, daß sie es bestimmt nicht drauf anlegt unser Kind in aller Öffentlichkeit zu stillen. Ganz im Gegenteil versucht sie sogar das Haus möglichst direkt nach dem letzten Stillen zu verlassen. Wo immer es geht, versucht sie zum Stillen einen Platz zu finden, der ein gewisses Maß an Privatsphäre bietet. Es ist nämlich nicht so, daß sie so unglaublich stolz drauf wäre ihre 1000-fach vergrösserten Brüste einem peinlich berührten Computerforumsleser zu präsentieren. ;-) Allerdings muss ich sagen, daß ich nicht möchte, daß die frühesten Erinnerungen, meines Kindes ans Essen mit öffentlichen Toiletten verbunden sind. ;-) Desweiteren sind die Leute, die sich hier über das Stillen beschweren - ich könnte drauf wetten - die ersten sind, von denen wir böse Blicke ernten, weil das Kind im Café, der U-Bahn, im Supermarkt, usw. wie am Spieß schreit, weil es Hunger hat. Ca. 10 Minuten lang bekommt man es noch beruhigt, danach ist aber wirklich Schluss und die Kleine so unglaublich sauer, daß man erstmal Zeit braucht, sie zu beruhigen, bevor sie auch nur dran denkt zu trinken. Manchmal hilft auch Fencheltee... Die Flasche ist keine Alternative, was mehrere Gründe hat. Ersatznahrung macht fett. In der Muttermilch sind unglaublich viele Antikörper, die das Kind vor Krankheiten schützen. Wenn das Kind an die Flasche gewöhnt ist, kann es sein, daß man es nicht mehr an die Brust bekommt, weil es einfacher ist aus der Flasche zu trinken. Um mal nur drei zu nennen. Mal ganz abgesehen davon, daß ich hier niemandem, aber auch wirklich Null Prozent, nicht nur den Männern, abkaufe, daß er nicht ab und zu ins Gebüsch pinkelt, und sei es nur auf einem Rastplatz, finde ich es doch eher minderintelektuell das Bedürfnis nach Nahrung eines instinktiv handelnden Säuglings, mit dem Ausscheiden von nachhaltig stinkenden Körperflüssigkeiten in Hauseingänge (jeder sollte einmal an einem Sonntagmorgen in die Zülpicher Straße in Köln reingerochen haben), oder sogar noch besser des Onanierens in der Öffentlichkeit, von Erwachsenen, denen man ein gewisses Mass an rationalem Denken andichtet könnte, zu vergleichen. (Watt fürn Satz... ;-) Ich warte hier eigentlich nur noch auf die Gleichsetzung mit Mord, Kindesmissbrauch, oder Terrorismus... Ausserdem sieht man von der Brust doch nicht mehr, als man sehen würde, wenn meine Freundin im knappen Bikini rumlaufen würde. Oder sollten sich die beiden bis zum Abstillen, nach ca. 6 Monaten, nicht mehr vor die Tür bewegen, damit Ihr Euch besser fühlt? Am Ende geht es doch nur um das Wohl meines Kindes. Da nehme ich es gerne in Kauf, wenn sich irgendwelche verklemmten Gestalten peinlich berührt fühlen. Meist sind es auch gerade die, die Rücksichtnahme am lautesten einklagen, genau die, die sie am leisesten einlösen. Gruß hb 15. September 2007 17:50 Enteutert! michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)
Ich will mir das gar nicht ansehen. Das ist etwas so privates, dass es wie bei einer Geburt, niemanden etwas angeht ausser den direkt Beteiligten ...
War Maria Exhibitionistin?
Oder lag es am Überwachungswahn (Volkszählung)?
15. September 2007 16:59 Andere benutzen halt Verhütungsmittel... der_realistische (637 Beiträge seit 16.09.03) und freuen sich dann, wenn am Ende des Monats noch Geld da ist - und nicht umgekehrt, so wie bei den vielen bemitleidenswerten "stolzen" Eltern... 15. September 2007 17:38 Re: Andere benutzen halt Verhütungsmittel... michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07) .. oder leben gar enthaltsam! 15. September 2007 17:17 Jo, ist ja auch OK so. Horst Tonaff, Horst Tonaff (914 Beiträge seit 20.01.05) Trotzdem ist es unesthätisch und zudem stillos Bilder davon bewusst im Internet zu publizieren. Ob das jetzt aus jugendschutzgründen wegzensiert gehört ist eine ganz andere Sache. Geschmacklos ist es allemal. 15. September 2007 17:39 Re: Jo, ist ja auch OK so. michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)
Es ist ein "Politisches Statement", also "Missbrauch der Kinder" aus emanzipatorischem Wahn heraus!
Aus: "Stillende Mütter protestieren gegen Facebook" (14.09.2007) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96014-.- [...] Das Neugeborene schreit. Es hat Hunger. Mit dem Stillen bis zu Hause warten, würde zu lange dauern. Also setzt sich die 18-jährige Mutter in einer Grünanlage auf die Parkbank und legt das zwei Wochen alte Baby an die Brust. Zwei Mitarbeiter vom Ordnungsamt nähern sich - ein Mann und eine Frau. Sie möge damit aufhören, ergreift die Frau das Wort. Dem Mann ist das Verhalten seiner Kollegin sichtlich unangenehm. Doch die lässt nicht locker. Die entblößte Brust zu zeigen sei "Erregung öffentlichen Ärgernisses". Wenn die 18-Jährige damit nicht aufhöre, drohe ihr ein Bußgeld. Die verstörte Mutter stillt das Baby trotzdem zu Ende. Zur Kasse gebeten wird sie letztlich nicht.
Der Vorfall hat sich nach Darstellung des Hebammenverbandes in den Mittagsstunden des 23. Juni in einer Grünfläche an der Schillerpromenade in Neukölln ereignet. Die junge Frau erzählt ihrer Hebamme Corry Finné davon. Finné bestärkt die 18-Jährige: Es gebe kein Gesetze, die das Stillen in der Öffentlichkeit verbiete. Sie rät ihr, sich beim Ordnungsamt zu beschweren. Dort bittet die junge Frau vergangenen Donnerstag, im Dienstplan nachzuschauen, wer an dem besagten Tag Dienst hatte. Freundlich, aber bestimmt lässt man sie abblitzen: Die Routen der Zweier-Streifen ließen sich nur im Groben nachvollziehen.
In einem offenen Brief fordert die Vorsitzende des Hebammenverbandes, Ulrike von Haldenwang, den Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) nun auf, Stellung zu beziehen. Außerdem möge er dafür sorgen, dass sich so was in seinem Bezirk nicht wiederhole.
Doch damit geht die Geschichte erst richtig los. Ein solcher Vorfall sei dem Ordnungsamt nicht bekannt - weder am 23. Juni noch an einem anderen Tag, poltert Buschkowsky auf Nachfrage. Wieso sei er sich so sicher? "Natürlich habe ich das Ordnungsamt mit den Vorwürfen konfrontiert." Am 23. Juni seien ausschließlich mit Frauen besetzte Streifen unterwegs gewesen. Bei maximal vier Streifen pro Tag also eine überschaubare Größe. "Alle haben gesagt, so was würden sie nicht machen."
Buschkowsky redet sich richtig in Rage. Er traue seinen Mitarbeitern einiges zu. "Dass sie während der Dienstzeit mal einen Kaffee trinken gehen oder ein Eis essen. Auch dass sie sich mal hinter einem Busch verstecken, um einen Hund beim Kacken zu erwischen. Aber ich glaube nicht, dass sie eine Mutter am Stillen hindern." Und wenn sie es doch getan haben? "Solche Schwachköpfe arbeiten nicht bei uns", so Buschkowsky überzeugt. Wenn aber doch? "Dann würde ich sie 100 Kniebeugen machen lassen, damit sie zu Verstand kommen."
Die Verbandsvorsitzende Haldenwang ist empört: Für die 18-Jährige sei das eine doppelte Beschämung. Die Hebamme Finné sagt: "Ich lege für die junge Mutter meine Hand ins Feuer." Der Betroffenen selbst fällt dazu nichts mehr ein: "Ist das krass".
Aus: "Aufruhr ums Stillen" (08.07.2009) Quelle: http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/aufruhr-ums-stillen/
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[...] Die malaysische Regierung fordert, dass Künstlerinnen sich bei ihren Auftritten vom Oberkörper bis zu den Knien bedecken. Im Vorfeld des geplanten Konzerts hatte es heftige Kontroversen um die Kleidung der Popsängerin gegeben. Die Tageszeitung "New Straits Times" forderte, für Beyoncé sollten die gleichen Auflagen gelten wie zuvor für Gwen Stefani.
Diese war zu ihrem Auftritt im August in ungewöhnlich züchtiger Kleidung auf der Bühne erschienen: Nach Protesten von rund 10.000 muslimischen Studenten verhüllte sie ihre nackte Haut unter ihren Miniröcken und knappen Tops mit Jacken und Leggings.
Aus: "ZU FREIZÜGIG: Muslimische Studenten protestieren gegen Beyoncé" (01. Oktober 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,508908,00.html-.- [...] Gymnophobie bezeichnet die pathologische und irrational erlebte Angst vor eigener oder fremder Nacktheit. Damit handelt es sich um eine spezifische Phobie, die mit übertriebenem Schamgefühl nicht gleichzusetzen ist, auch wenn sie oft als solches fehlgedeutet wird.
Diese Angst nackte Menschen zu sehen oder selbst nackt gesehen zu werden, tritt auch unter jenen Rahmenbedingungen auf, in denen dies sozial erlaubt ist, so dass z.B. Saunabesuche nicht möglich sind. In Extremfällen können deswegen - auch wenn niemand vor dem Haus ist - nicht einmal im Hochsommer Vorhänge oder Fenster geöffnet werden, da jemand plötzlich doch kommen könnte.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gymnophobie (10/2007) -.- [...] Das deutsche Wort Scham leitet sich ab von althochdeutsch scama bzw. angelsächsisch scamu. „Scham“ (lat. pudendum = „das, wessen man sich schämen sollte“) bedeutete neben „Schamgefühl“ auch „Beschämung“ oder „Schande“.
Das Wort hat eine seelisch-emotionale Bedeutung.
[...] Aufgrund der Bedeutung sozialer Verbundenheit zu anderen Menschen wirkt sich die Scham nicht nur in ex post empfundenen Schamgefühlen, sondern auch präventiv in starken Vermeidungsgefühlen aus, die auftreten, wenn man sich in Gedanken mit Dingen beschäftigt, deren Realisierung die akute Gefahr des Ausschlusses aus der Gruppe hervorbringen würde. Deshalb spielt die Scham vor allem bei gesellschaftlichen Tabuthemen eine Rolle, insbesondere dort, wo das Individuum bei wichtigen Bedürfnissen die größte Diskrepanz zu dem bemerkt, was gesellschaftlich akzeptiert ist.
Dies ist in hohem Maße beim Thema Sexualität der Fall. Schamgefühle stehen häufig mit Sexualität in Verbindung, und werden deshalb auch leicht mit ihr vermischt, bis hin zur Bezeichnung des Schoßes der Frau als „Scham“. Jedoch ist Scham nicht sexueller Natur, sondern die Angst vor Ehrverlust in ihrer eindringlichsten Form.
Scham kann auch für die Situation oder das Verhalten eines Dritten empfunden werden. Diese Fremdscham kommt in zwei Fallgruppen vor: Man schämt sich stellvertretend für jemanden – vorzugsweise aus der eigenen Gemeinschaft –, der selbst keine Scham empfindet, oder man schämt sich zusammen mit einer anderen Person. Charakteristisch für die Fremdscham ist, dass man sich gerade nicht für sich, sein Verhalten oder eine selbst beeinflusste Situation schämt.
[...] Das Schamgefühl gehört zur psychischen Grundausstattung des Menschen. Seine neurotische Übersteigerung oder Verlagerung ist Anzeichen einer seelischen Störung.
In der Geschichte der Menschwerdung hat das Phänomen der Scham möglicherweise mit dem aufrechten Gang sowie mit der zeitlichen Entgrenzung der Fortpflanzungsbereitschaft zu tun, ist allerdings auch stark kulturabhängig, was zum Beispiel das Fehlen von Brustbedeckung bei vielen Naturvölkern zeigt.
[...] Die falsche Scham ist die Neigung, Scham zu empfinden wegen Dingen, die zwar gut und notwendig, jedoch bei diversen Dritten „verrufen“ sind. Im Gegensatz zur falschen irrt die wahre Scham in keinem Falle, da sie mit Gewissenhaftigkeit und Ehrgefühl zusammenhängt.
Man kann sich auch vor sich selber schämen (vor seinem „besseren Ich“) oder vor einem Gott. In der Literatur bevorzugt der Mensch oft Schmach und Schande vor den Menschen gegenüber einer Verletzung seines Gewissens (vgl. Schillers Jungfrau von Orleans und E. v. Wildenbruchs Claudia).
Für die äußeren Geschlechtsorgane der Frau gibt es neben dem anatomischen Fachbegriff Vulva viele derbe Ausdrücke. Um diese zu vermeiden, wurde „Scham“ als treffend empfunden, als einem derjenigen Körperteile geltend, die schon früh in der Menschheitsgeschichte und in fast allen Kulturkreisen dem Anblick anderer entzogen wurden. Ein fast untergegangenes Wort dafür ist (zum Beispiel in Luthers Bibelübersetzung) die „Blöße“.
Auch beim Mann besteht diese Verlegenheit, und vergleichbar keuschere Ausdrücke fanden sich auch hier („Schritt“, in gehobener Sprache „Männlichkeit“ oder „Gemächt“).
Aus: "Schamgefühl" (10/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schamgef%C3%BChl-.- [...] In einer Schamkultur muss sich der Geschädigte selber um Wiedergutmachung kümmern. Scham hat zu empfinden, wem Unrecht zugefügt wurde.
In einer schamorientierten Kultur gilt nicht ein ruhiges Gewissen, sondern die öffentliche Wertschätzung als höchstes Gut. Demzufolge sind Vergehen, die niemand bemerkt, kein Grund, sich zu schämen. Bereits im China des 13. Jahrhunderts soll laut dem Asienreisenden Marco Polo eine öffentliche Beleidigung den Betroffenen dazu gebracht haben, sich der Scham wegen vor dem Haus seines Gegners zu erhängen. Damit wolle er seine Verachtung diesem gegenüber ausdrücken und seinen eigenen Gesichtsverlust in der Gesellschaft verhindern. Im Jenseits würde ihm Gerechtigkeit widerfahren.
[...] Japanische Eltern erziehen ihre Kinder dahingehend, Auffallen zu vermeiden. Wer auffällt, isoliert sich. Die Ermahnung lautet deshalb oft: „Tu das nicht, sonst lachen dich die anderen aus!“
Ein Beispiel für diese Einstellung ist der Aufwand, der um einen japanischen Touristen betrieben wurde, der in Rothenburg ob der Tauber ein Graffiti hinterließ. Da er seinen Namen und seine Adresse aufgeschrieben hatte, war er von anderen japanischen Touristen leicht zu identifizieren und wurde in den japanischen Medien massiv gedrängt, sich bei Rothenburgs Bürgermeister zu entschuldigen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als auf eigene Kosten noch einmal nach Deutschland zu fliegen und sich bei dem (verwunderten) Bürgermeister zu entschuldigen.
Nach den Mechanismen von Schamkulturen funktionierte auch der Nationalsozialismus, wie im Forschungsprojekt Geschichte und Erinnerung durch die Analyse von Interviews mit NS-Anhängern deutlich wurde.
[...]
Aus: "Scham- und Schuldkultur" (10/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schamkultur-.- [...] Der Begriff Schande (veraltet auch Schmach) bezeichnet zunächst eine außerordentlich schlechte Meinung, welche Dritte vom (vor allem moralischen) Unwert der Handlung einer Person haben. Sie entspricht einer schweren, nahezu unaustilglichen Befleckung (vgl. Schandmal).
Ihr Gegenteil ist die Ehre.
Aus: "Schande" (10/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schande-.- [...] Ehre bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit (einer Person), sie kann jemandem als Mitglied eines Kollektivs zuerkannt werden (Ehre des Weibes, des Edelmannes, des Handwerkers u. a. m.), sie kann aber auch (etwa durch die Nobilitierung oder eine Ordensverleihung) vom dazu Berechtigten zugesprochen werden (The Queen is the fountain of honour).
[...] Durch Missachtung seines Kollektivs wird der Einzelne, durch Missachtung des Einzelnen wird sein Kollektiv getroffen (vgl. die Ehrverletzung) - anders als z. B. beim Ruhm. Beim "Verlust der Ehre" ist auch von „Gesichtsverlust“ die Rede, was sich auf den Verlust von Ansehen innerhalb des Kollektivs bezieht.
„Verletzte Ehre“ wurde und wird in Gesellschaften/Kulturkreisen, in denen das Ansehen eines familiären, ethnischen oder religiösen Kollektivs über das Wertesystem des Individualismus gestellt wird, unter offener Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien (Gewaltmonopol des Staates) auf gewaltsame Weise „wiederhergestellt“ (vgl. Rache, Duell, Ehrenmord).
Das Streben einer Person nach Ruhm oder Ehre führte und führt nicht selten zu persönlichen und äußeren Konflikten.
Das Gegenteil der Ehre ist die Schande. In der westlichen Welt ist hiermit oft der Verlust an Würde oder eine persönliche Blamage gemeint.
Aus: "Ehre" (10/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ehre-.- [...] der Mensch ist ein historisches, ein sich veränderndes Wesen. Mit ihm wandelt sich auch das, was „das Menschliche“ ist, wandelt sich sein Selbstverständnis. Aus diesem Grunde legt sich der Mensch in die Geschichte hinein immer wieder neu aus.
Die Frage des Menschen nach sich selbst läßt sich deshalb nur in der Geschichte beant-worten. Dennoch ist sie nicht der vollständigen Relativität preisgegeben. Zwar entwirft der Mensch selbst das Bild von sich und gestaltet sich nach diesem Bild. Dennoch sind seinem Selbstentwurf, der Interpretation von sich selbst Grenzen gegeben. Auf grund-sätzliche Weise bleibt der Mensch verwiesen: auf einen Leib, auf eine Psyche, auf eine umgebende (auch soziale) Welt. Diese sind ihm und seinem Nachdenken über sich vor-gegeben, an ihnen reibt er sich, an ihnen bestimmt er sich. Daß die Grenzen verschieb-bar sind, ist kein Einwand gegen ihre prinzipielle Widerständigkeit. Eine spezifische Art der Begegnung mit ihnen schafft aber – unabhängig von allem historischen Wandel – menschliche Konstanten. Wie die Begegnung und darauffolgende Selbstbestimmung geschieht, ist veränderbar – nicht aber, daß sie geschieht. Und daß sie sich vollzieht, ist allen Menschen gleich. Nur aus diesem Grunde läßt sich überhaupt von einer gemeinsamen Spezies Mensch sprechen und nicht nur von einzelnen Individuen, Völkern, Kulturen. Nur deshalb läßt sich von einer Geschichte der Menschheit sprechen. Im fortlaufenden Wandel bleibt auch Konstantes. In diesem Sinne ist immer wieder vom „Wesen“ des Menschen ge-sprochen worden. Doch macht diese Rede wenig Sinn, versteht man unter „Wesen“ ein ahistorisches Ding, dem alle veränderbaren Eigenschaften des Menschen nur zufällig hinzukommen. Das Wesen muß vielmehr selbst historisch gedacht werden. Deshalb kann es sich bei dem „Wesen“ des Menschen nur um strukturelle Gleichheiten handeln, die zwar allen Menschen gemein sind, die sich aber dennoch innerhalb der Geschichte auf verschiedene Weise äußern oder erscheinen können. In diesem Sinne besitzt der Mensch echte universale Eigenschaften und Merkmale – Merkmale, über die alle Menschen gleichermaßen verfügen und die dennoch nicht a-historisch und unveränderlich sind. Diese bieten sogar eine gute Ansatzfläche, um sich der Frage nach dem Menschen zu nähern. Denn die Eigenschaften sind nicht nur Folge dessen, was der Mensch ist, sie bringen umgekehrt dieses Wesen auch zum Ausdruck. In ihnen veräußert sich der Mensch, wird sein Wesen sichtbar. In Anbetracht dieses Umstands ist der Mensch etwa als das sprachfähige, planmäßig handelnde und variabel gestaltende Wesen charakterisiert worden.1 Neben diesen – auf Geist, Vernunft und Selbstbewußtheit verweisenden – Merkmalen zeichnet sich der Mensch noch durch eine Reihe von Eigenschaften anderer Art aus. Diese sind im Gegensatz zu erstgenannten dadurch bestimmt, daß sich der Mensch mit ihnen nicht auf der Höhe seiner (geistigen) Fähigkeiten befindet, weshalb sie grundsätzlich auch nicht entwicklungsfähig sind. Es sind Eigenschaften, die ihm mehr ,passieren’, als daß er über sie bewußt verfügt. La-chen und Weinen sind etwa solche menschlichen Eigenschaften. Doch trotzdem sie ech-te Krisensituationen darstellen, in denen sich der Mensch mit seinem Körper in einem desorganisierten Verhältnis befindet, stellen sie menschliche Monopole dar.2In ähnlicher Weise wie Lachen und Weinen ist auch Scham eine Eigenschaft, mit der sich der Mensch zwar nicht auf der Höhe seiner Fähigkeiten befindet, die aber dennoch das, was der Mensch ist, zur Erscheinung bringt. Kein anderes Wesen außer dem Men-schen schämt sich. Und umgekehrt ist ein Wesen, das sich nicht schämen kann, auch kein Mensch. Scham ist ein zentrales Merkmal, durch das sich der Mensch auszeichnet und das ihn von anderen Lebewesen unterscheidet. Es kommt nicht einfach zu dem, was er ist, hinzu; vielmehr charakterisiert sich der Mensch auch und im besonderen dadurch, daß er sich schämen kann. Als solches ist Scham eine echte Grundmöglichkeit des Menschlichen überhaupt, und, gleichwohl sie im Laufe der Geschichte auf äußerst un-terschiedliche Weise erscheint, eine menschliche Konstante. In diesem Sinne kann man von Scham als einem menschlichen „Wesensmerkmal“ sprechen.
[...]
Scham in der Moderne: [...] Schaminhalte haben sich hier also bloß verschoben. In ähnlicher Weise konstatieren Kühn/Raub/Titze: „Als Kennzeichen moderner pluralis-tischer Gesellschaften kristallisiert sich eine Tendenz zur ‚Schamlosigkeit‘ heraus, die im Zusammenhang mit einer Auflösung bislang traditionell verbindlicher Wertorientie-rungen steht.“607 Hierfür spricht nach Michael Raub sowohl die „öffentliche Nacktheit als Alltäglichkeit“ als auch die „Offenheit im geistig-seelischen Bereich, die keine Ta-bus und Schamgrenzen mehr zu kennen scheint“ und „derer man sich früher ‚zu Tode‘ geschämt hätte“, womit er vor allem auf die TV-Talkshows anspielt.608 „Vieles, was früher als anstößig galt, wird heute, wenn auch nicht immer akzeptiert, so doch schmun-zelnd oder sensationsgierig toleriert. Der Druck auf den einzelnen nimmt ab, sich seiner Handlungen, Wünsche und Phantasien schämen zu müssen.“609 Als Ursache für diese Entwicklung benennt Raub den raschen Wertewandel und zunehmenden Wer-terelativismus: Die Verbindlichkeit zahlreicher traditioneller Normen und Werte nimmt ab, an ihre Stelle treten individuelle Orientierungen und verschiedenste Verhaltenswei-sen. Verletzungen von Normen, die früher Scham verursacht haben, werden nicht mehr oder zumindest seltener zum Schamanlaß, wenn über die Gültigkeit der Normen keine Einigkeit innerhalb einer Gesellschaft besteht. Auch die Zunahme von ich-bezogenen Werten wie „Selbstverwirklichung“ zu Ungunsten sozialer, das Individuum einschrän-kender, Tugenden führt zum tendenziellen Rückgang von Scham. Doch Raubs Fazit schränkt die These von der schamlosen Moderne ein: „Scham ist zweifellos (in man-chen Lebensbereichen und Lebensäußerungen) rückläufig.“610 Die Abnahme von Scham betrifft nur einige, längst nicht alle Bereiche. Aus diesem Grund ist Scham nach Raub durchaus kein obsoletes Gefühl in der Moderne. Vielmehr verschiebt sich Scham und nimmt „im Zusammenhang mit veränderten gesellschaftlichen Idealen und Konven-tionen neue Formen“ an. In körperlichen und sexuellen Bereichen läßt Scham zwar nach, verschwindet aber nicht, sondern nimmt selbst neue Formen an.611Ganz ähnlich wie Raub argumentiert Ariane Schorn. Liberalere Bekleidungsregeln und Umgangsformen, der freizügigere Umgang mit dem Körper und Sexualität oder auch Exhibitionen im TV dürfen nicht zu dem Schluß verleiten, daß es sich bei der modernen um eine schamlose Gesellschaft handelt. Scham ist nach Schorn auch in der Gegenwart kein marginaler Affekt: „Einiges scheint mir vielmehr dafür zu sprechen, daß wir nicht schamloser geworden sind, sondern daß sich die Inhalte und Anlässe der Scham histo-risch gewandelt haben.“612Die Moderne gibt sich häufig nur den Anschein, schamlos zu sein. Bei genauer und dif-ferenzierter Betrachtungsweise stellt sich heraus, daß die Rede von der Schamlosigkeit des 20. Jahrhunderts zwar weit verbreitet, empirisch jedoch in keiner Weise belegt ist.613 Die Gründe für diese Rede liegen denn auch nicht in realen Entwicklungen be-gründet. Sie gehen vielmehr auf den Fehler zurück, das Nachlassen der Scham in ‚klas-sischen’ Bereichen wie Nacktheit oder Sexualität zu generalisieren auf andere Scham-formen oder die Scham überhaupt. Jedoch prägen sich unterschiedliche Schamformen zur gleichen Zeit ganz verschieden aus und folgen durchaus nicht der gleichen Entwick-lung.614 Von der Entwicklung der Scham oder von der generellen Schamlosigkeit der Moderne kann deshalb nicht die Rede sein. Stattdessen müssen die verschiedenen Vari-anten von Scham separat betrachtet werden. Einen solchen Weg geht etwa Hans Peter Dreitzel, der daraufhin für die Moderne eine ambivalente Situation verzeichnet. Nach Dreitzel setzt sich im Bereich des emotionalen Ausdrucksverhaltens der Eliassche Zivi-lisationsprozeß ungebrochen fort615, in anderen Bereichen aber, etwa dem der Umgangs-formen, hat ein „Informalisierungsprozeß“ eingesetzt, läßt Scham an Bedeutung nach.616Vieles spricht zudem dafür, daß auch ‚klassische’ Schambereiche nach wie vor zum Anlaß von Scham werden. So wird zwar scheinbar überall über Sexualität gesprochen, doch in vielen Kontexten wird weiterhin schamvoll geschwiegen. Ratgeberlektüre à la „Was mag mein Freund/meine Freundin beim Sex“ wäre kaum nötig, würden die Part-ner sich darüber austauschen. Auch etwa im Rahmen von medizinischen Beratungen unterbleiben aus Scham oft Informationen zu Auswirkungen einer Krankheit auf das Sexualleben.617 Auch öffentliche Nacktheit wird weiterhin durchaus nicht grenzenlos akzeptiert: „In der öffentlichen Sauna darf man sich nackt präsentieren, der Nacktläufer von Freiburg aber, der unbekleidet an Baggerseen joggte, bekam einen Prozeß an den Hals. [...] Im Swingerklub ist ein erigierter Penis Alltag, der Mann, der sich im Park entblößt, wird wegen Exhibitionismus angezeigt.“618 Noch nicht einmal der TV-Exhibitionismus ist so offen und ohne Scham, wie es den Anschein macht. Denn: „In dem Moment, da die Intimität kommerziell verwertet wird, ist sie einfach nicht mehr intim.“619 Die Intimität und Rückhaltlosigkeit innerhalb des „Big-Brother“-Containers etwa erscheint als bloß vorgespielte: Die Bewohner des Containers spielen (sich) – als Rollen, sie setzen sich in Szene, inszenieren sich. In der Rolle stellen sie sich dar, ‚hin-ter’ der Rolle verbergen sie sich und bewahren mithin Schamreservate. Erst wenn die einzelnen Varianten von Scham separat, nicht Scham insgesamt betrach-tet wird, können Verschiebungen zwischen den Varianten in den Blick kommen. Deut-lich wird dann, daß der nachlassenden Bedeutung bestimmter Schaminhalte eine zu-nehmende Bedeutung anderer oder das Entstehen ganz neuer Schaminhalte entgegen-stehen kann. Verschiebungen dieser Art lassen sich besonders gut im Bereich der Kör-perscham beobachten. Zwar ruft etwa öffentliche Nacktheit deutlich weniger Scham als in früheren Kulturepochen oder auch nur als vor 50 Jahren hervor. Andererseits unter-steht der Körper nun neuen und sehr viel strengeren Normen als früher, die ihn mögli-cherweise sogar häufiger zur Quelle von Scham werden lassen. So ist die Scham über den nicht makellosen, durchtrainierten, jugendlich-straffen Körper vor allem ein moder-nes Phänomen. Der unbearbeitete Körper ist ein zentraler Auslöser von Scham. Insbe-sondere der erotische Körper gerät ins Zielfeld der Scham.620 Frisur, Kleidung, Körper-behaarung, Körpergeruch und nicht zuletzt Körpergewicht unterliegen gegenwärtig sehr viel stärkerer Kontrolle und spielen eine sehr viel größere Rolle für das Schamempfin-den als noch vor einigen Jahrzehnten. Im Zentrum der Scham steht hierbei insbesondere für Frauen die Attraktivität ihres Körpers. Schämten Frauen sich früher etwa einer öf-fentlichen Entblößung am Strand, weil ihnen die sexuelle Wirkung unangenehm war, meiden sie heute die selbe Entblößung aus der Scham heraus, mit ihrem Körper nicht den Schönheitsnormen entsprechen.621 Dies gilt sogar für die Genitalien: Scham nicht über öffentliche Sichtbarkeit, sondern über vermeintliche Unattraktivität mündet in ge-nitalen Schönheitsoperationen622; eine Scham, die vielleicht spezifisch für moderne Ge-sellschaften und in anderen Kulturen unbekannt ist. Auch für Männer haben sich in den letzten Jahrzehnten die Schaminhalte verschoben. Nicht die öffentliche Erektion ist mehr „das Nonplusultra der Peinlichkeit“623, sondern das Fehlen sexuellen Erfolges, die (vermeintlich) ungenügende Größe der Genitalien und Impotenz. 624
[...] Kulturen haben nicht nur Einfluß darauf, was wie stark zum Schamanlaß wird, sondern auch, wie Scham bewertet wird. Hier zeichnet sich in der Moderne ein Bruch gegenüber vielen (vielleicht sogar allen) anderen Kulturen ab. Gilt Scham in anderen Kulturen als ein positives, wünschenswertes, mit förderlichen Funktionen ausgestattetes Phäno-men627, so hat die Moderne eine genau konträre Auffassung von Scham. Scham gilt, im Alltag wie innerhalb der Wissenschaften, weitgehend als etwas Negatives, Schädliches wenn nicht Pathologisches. „Scham ist eine unerwünschte Emotion. Dies spiegelt sich z.B. in einem Erziehungsideal, demzufolge Kinder möglichst schamfrei sozialisiert werden sollten. Sich beispielsweise seiner ‚natürlichen’ Nacktheit zu schämen, gilt hier als ‚falsche Scham’.“628 Scham ist dem modernen Menschen ein Zeichen von Schwä-che, Minderwertigkeit und Unterlegenheit und wird schließlich zum Makel, der auf das Schamsubjekt zurückfällt. Scham beeinträchtigt insbesondere die (für moderne Gesell-schaften typische) Norm der allzeit souveränen Individualität; sie beschädigt deshalb das Selbstbild und das Bild, das andere vom Schamsubjekt haben. Aus dieser negativen Bewertung heraus wird Scham in der Moderne zu einem Phänomen, das in besonderem Maß vor anderen, aber zudem auch vor sich selbst verborgen wird. „Inmitten einer Kul-tur, die der Expressivität des Individuums soviel Raum wie keine andere geschaffen hat, wird Scham zum ‚heimlichen Rest‘ der Persönlichkeit, zu einer darstellungsunfähigen Empfindung, für die ein Ritual der Entlastung kaum mehr zur Verfügung steht. [...] Sie selbst wird das Verborgene, das sie in anderen Gesellschaften bewacht hat, sie sanktio-niert ihren eigenen Ausdruck.“629Auf diese Weise wird Scham selbst zu einem Ereignis, dessen sich der Mensch schämt. Scham selbst wird zu einem neuen Schaminhalt, der für die Moderne charakteristisch ist. Sie wird nun der Aspekt, dem gegenüber – wird sie der Identität zugerechnet – der Mensch eine ambivalente Haltung einnimmt: „Ich bin’s, aber ich bin’s doch nicht“. Scham ist das, was sich aus der personalen Einheit herauslöst, über das der Mensch nicht mehr verfügen kann, das ihn von sich entfremdet – und eben doch zu ihm gehört. In diesem Sinne stellt Hans Peter Duerr in Bezug auf die Körperscham fest: „[...] in un-serer Zeit schämt man sich oft mehr über die Scham als über die Nacktheit“.630
[...] Es gehört zur Kultur der Moderne, daß sie Scham in besonderem Maß verbirgt und Schamlosigkeit suggeriert. Hierdurch unterscheidet sie sich von anderen Kulturen. Auch unterscheidet sie sich darin, welche Eigenschaften und Ereignisse wie intensiv zum Schamanlaß werden. Insgesamt aber ist Scham in modernen Gesellschaften kaum ein weniger typisches, jedoch auch kein typischeres Phänomen als in anderen Gesellschaf-ten. Sie tritt lediglich in anderen Formen und Varianten auf, und sie tritt häufiger unein-gestanden und verborgen auf.
Aus: "Theorie der Scham. Eine anthropologische Perspektive auf ein menschliches Charakteristikum" Anja Lietzmann (2003) Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Sozialwissenschaften in der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen Quelle: http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2003/935/pdf/Anja_Lietzmann_-_Scham.pdf
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« Reply #7 on: October 29, 2007, 01:13:17 PM » |
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[...] Besondere Bedeutung hatte Krafft-Ebing für die wissenschaftliche Betrachtung der Homosexualität. Auf die Homosexualität als noch wenig erforschtes Arbeitsgebiet wurde Krafft-Ebing (nach eigenem Erkunden in einem Brief an diesen) durch die Schriften Karl Heinrich Ulrichs gebracht, dem er vorspiegelte, er unterstütze seine Theorie vom „Urning“ als quasi drittem Geschlecht. Im 19. Jahrhundert galt die Homosexualität weiten Kreisen der Öffentlichkeit und vor allem der Kirchen als Ausdruck einer unmoralischen Geisteshaltung und Lebensweise, als Folge von Verführung, sexueller Übersättigung oder degenerierter Erbanlagen (Dekadenztheorie). Sie wurde in einigen Ländern, vor allem in England und in Preußen, als Verbrechen gegen die Sittlichkeit mit harten Gefängnisstrafen geahndet. (Opfer dieser Gesetzgebung wurde u. a. Oscar Wilde.) Dagegen war sie seit der Einführung des Code Civil durch Napoleon in den Königreichen Hannover und Bayern und anderen deutschen Ländern straffrei. Krafft-Ebing gelangte einerseits als Gerichtsarzt, andererseits als Irrenarzt zu großer Publizität. Seine durch Kriminalfälle und in der Psychiatrie gewonnenen Forschungen stellten Homosexuelle als erblich belastete Perverse dar, die für ihre angeborene Inversion des Sexualtriebes nicht verantwortlich seien, also auch nicht in die Hände des Strafrichters, dafür aber in die der Nervenärzte gehörten. Diesen erschloss er damit einen neues „Patientengut“ für die Zwangsbehandlung und für Forschungsexperimente.
In Psychopathia Sexualis definiert er die Homosexualität als angeborene neuropsychopathische Störung – also als eine erbliche Nervenkrankheit. Diese Diagnose erlaubte es ihm, sich für eine vollkommene Straffreiheit der Homosexualität auszusprechen, da Homosexuelle für ihre „Missbildung“ nicht selbst verantwortlich seien und die Homosexualität nicht ansteckend sei. Allerdings wurde Homosexualität dadurch erst pathologisiert und homosexuelle Menschen für unzurechnungsfähig erklärt. Obwohl Krafft-Ebing zu seiner Zeit als maßgebliche Instanz auf dem Gebiet der Gerichtsmedizin galt, blieb diese Theorie für die Straflosigkeit folgenlos, da vor allem kirchlich-konservative Kreise auf die moralische Ächtung der Homosexuellen nicht verzichten wollten.
Aus: "Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, genannt von Ebing" (10/2007) Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, genannt von Ebing (* 14. August 1840 in Mannheim; † 22. Dezember 1902 in Graz) war ein deutsch-österreichischer Psychiater und Rechtsmediziner. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Krafft-Ebing
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« Reply #8 on: November 15, 2007, 11:34:48 AM » |
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[...] Beim „Father-Daughter Purity Ball“ in Peoria im Mittleren Westen, auf halbem Wege zwischen Chicago und St. Louis, versprechen zu Ballköniginnen herausgeputzte Töchter im Alter von elf bis knapp zwanzig Jahren ihren ebenfalls festlich gekleideten Vätern, keinen Sex vor der Ehe zu haben. [...] Mit nachsichtigem Lächeln verfolgen die Väter, wie ihre aufgeregt kichernden Töchter durch den Saal schwirren, sich in ihren Ballkleidern gefallen und in Grüppchen auf die Toilette rennen, um Make-up und Frisur zu kontrollieren. Selbst von den Jüngsten haben einige für den Festabend stundenlang bei der Kosmetikerin und beim Friseur gesessen. Manche sind zurechtgemacht wie Märchenprinzessinnen, bis hin zur silbernen Krone zwischen den Korkenzieherlocken. Andere sehen ziemlich sexy aus in ihren figurbetonten Abendkleidern. Das Keuschheitsgebot verbietet es nicht, viel Dekolleté und Bein zu zeigen. Selbst schwarz lackierte Fingernägel und hochhackige Pumps mit Leopardenmuster sind erlaubt. „Die Gelegenheit zum festlichen Auftritt ist zweifellos ein entscheidender Grund dafür, dass der Ball bei den Mädchen so gut ankommt“, sagt Janet Hellige vom „Christian Center“ in Peoria. Die Mitorganisatorin des Balls hat die Idee dafür aus Colorado Springs, wo das Pastorenehepaar Randy und Lisa Wilson 1998 den ersten „Purity Ball“ veranstaltete. Mittlerweile versendet die Organisation „Abstinence Clearinghouse“ in South Dakota jährlich Hunderte von Ratgebern zur Planung von Väter-Töchter-Bällen. Die Vereinigung mit Lobbybüro in Washington bildet die Speerspitze einer Bewegung, die amerikanische Jugendliche zum Verzicht auf Sex vor der Ehe bewegen will. Gefördert wird die Verbreitung der „Abstinence-Only-Lehre“, die Kondome und andere Verhütungsmittel ablehnt, mit Millionenbeträgen aus der amerikanischen Staatskasse. Selbst Bill Clinton, dem sein Abenteuer mit Monica Lewinsky beinahe das Amt gekostet hätte, unterstützte die Programme. Schon mehr als 2,4 Millionen amerikanische Jugendliche haben gelobt, auf Sex vor der Ehe zu verzichten, frohlockt die christliche Abstinenzbewegung „True Love Waits“ (Wahre Liebe wartet). Einen kurzfristigen Erfolg haben die Enthaltsamkeitsversprechen durchaus. Nach der bislang umfassendsten Studie, die dazu vorliegt, lassen sich Jugendliche, die Enthaltsamkeit geloben, im Durchschnitt eineinhalb Jahre länger bis zum ersten Geschlechtsverkehr Zeit. Aber nur 12 Prozent von ihnen warten tatsächlich bis zur Hochzeitsnacht. Und diejenigen, die das Versprechen brechen, neigen offenbar zu besonders riskantem Sexualverhalten. So förderte die „National Langitudinal Study of Adolescent Health“ zutage, dass Teenager, die Keuschheitsgelübde ablegen, sich häufiger Geschlechtskrankheiten zuziehen. Vermutlich, weil sie es nicht gelernt haben, Kondome zu benutzen, wenn „es“ dann doch passiert, sagen die Forscher. Kritiker der „Abstinence-Only-Lehre“ werfen den christlichen Moralwächtern deshalb vor, in unverantwortlicher Weise die Augen vor der Realität zu verschließen. [...] Zusätzliche Kritik speziell an den Keuschheitsbällen gibt es wegen der romantischen Verklärung des patriarchalischen Frauen- und Familienbildes, das die Veranstalter propagieren. „Gott hat bestimmt, dass der Mann der Beschützer und Repräsentant der Familie ist“, sagt Sara James, eine der Aktiven am „Christian Center“ in Peoria. Deshalb sei es der Vater, der mit der Tochter zum Ball komme. Die Mutter sei „im Geiste“ dabei und bereite die Tochter im Übrigen zu Hause auf ihre „heilige“ Rolle als Ehefrau und Mutter vor. [...] Wie streng Väter aber über ihre Töchter wachen sollten, darüber ist man auf dem „Purity Ball“ in Peoria durchaus unterschiedlicher Ansicht. Zu den konservativsten Vätern dürfte Carl Müller zählen, der mit seiner elf Jahre alten Tochter Emilie da ist. Der 42 Jahre alte Elektriker und seine Frau schicken Emilie und ihre beiden anderen Töchter nicht zur Schule. „Durch Heimunterricht können wir sie am besten auf ein christliches Leben vorbereiten.“ Auch Verabredungen mit Jungen wird es für die drei Mädchen nicht geben. „Nur die künftigen Ehemänner meiner Töchter sollen mit ihnen ausgehen“, sagt Carl Müller. Warum er keine „dates“ dulden will, hat der Vater mit seiner Ältesten, bei der es mit 14 Jahren allmählich heikel werde, ausführlich besprochen. „Weil Männer 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche immer nur das eine wollen.“ Eines wissen Müllers Töchter bislang allerdings nicht: Dass ihr eigener, strenger Vater nicht bis zur Hochzeitsnacht gewartet hat. „Mit 22 Jahren hab' ich's vermasselt.“ [...] Das peinliche Geständnis, selbst nicht so tugendsam gewesen zu sein, wie er es nun von seiner Tochter erwartet, hat Raymond aus Dallas schon hinter sich. Ganz so streng wie die Müllers wollen der Computerspezialist und seine Frau aber auch nicht verfahren. „Ich bin nicht naiv, Destinee wird schon irgendwann einen Freund haben“, sagt der Texaner. Aber Sex vor der Ehe komme nicht in Frage, höchstens Händchenhalten. „Dein Körper gehört Jesus Christus“, hat er Destinee schon eingeschärft, als sie zehn Jahre alt war. Und junge Männer, die Interesse an seiner Tochter zeigen, können sich auf eine strenge Prüfung gefasst machen. Dafür hat sich der texanische Vater bereits mit dem Ratgeber „Interviewing Your Daughter's Date“, einem Bestseller christlicher Bücherlisten, gewappnet. Dass Daddy bestimmt, wer als Freund in Frage kommt, ist für zahlreiche Mädchen auf dem „Purity Ball“ eine Selbstverständlichkeit. Brooke, die ihrem Vater mit so großer Begeisterung den Schlüssel zur Bewahrung ihrer Jungfräulichkeit überreichte, erwartet von ihrem künftigen Freund sogar, dass er sich auch beim Pastor ihrer Kirche vorstellt. Das Bedürfnis der Sechzehnjährigen sich abzusichern, hat offenbar auch mit dem Sündenfall ihrer älteren Schwester zu tun. „Das ist nicht das, was Gott will“, mahnten die Eltern beide Töchter, als herauskam, dass die Ältere mit einem Jungen geschlafen hatte. Als das passierte, hatte Brookes Schwester noch kein Keuschheitsgelübde abgelegt. Doch das Versäumte wurde dann schleunigst nachgeholt - beim „Purity Ball“ 2006. Denn so eng nimmt man es mit dem Begriff der Jungfräulichkeit nicht. Auch „secondary virginity“, also die Verpflichtung, nicht länger vorehelichen Sex zu haben, wird mit Schlüsselübergabe gefeiert. Der übliche Zwergenaufstand Torsten Klier (TorstenKlier) 14.11.2007, 20:01 Als ich vor einigen Jahrzehnten in die Schule kam, hat es nicht lange gedauert bis die SED-Lehrerin uns erklärte, dass die USA am Rande des Abgrunds stehen. Kranker Dollar, Wirtschaftskrise, zyklische Krise, allgemeine Krise; das Übliche eben. Und moralisch, das erfahren wir im Artikel und in den Kommentaren, sind die USA ohnehin am Ende.
Wir sind da viel besser. Wir tun unseren Kindern so was nicht an; wir kriegen erst gar keine. Hier kriegen die Frauen keine Kinder, sondern verwirklichen sich selbst; als Kinderschützerin. Wir haben auch positive Tendenzen: Die Zahl der Minderjährigenschwangerschaften steigt.
Schön, dass wir so schlau sind. Aber wenn wir schon so schlau sind, warum kriegen wir nicht mal das natürlichste hin, nämlich Kinder? Warum finden sich ausgerechnet die Schlauen, Aufgeklärten in immer größerer Zahl in den Kliniken für die Übergewichtigen, Geisteskrankinnen, Untergewichtigen ... Welches Rezept haben die Schlauen gegen die Zunahme der Minderjährigenschwangerschaften? Warum kommen fast alle wichtigen Innovationen der letzten Jahre aus den USA? Warum wandern alle Tüchtigen dieser Welt in die schlechten USA; und nicht ins gute Deutschland? Ich frage ja nur.
Gott kann es nicht geben, Martin Nitz (m.nitz) 14.11.2007, 13:06 sonst wäre er längst eingeschritten und hätte den Irrsinn beendet.
Die Kehrseite der Medallie. Odo Guenther (Odolino) 14.11.2007, 21:09 1968/69 startet die "sexuelle Befreiung", die Verbreitung der Pille, die weitgehenden Abschaffung der Strafbarkeit von Abtreibungen und die Erhöhung der Scheidungsraten und mündet in der stetig fortschreitenden Brutalisierung des Sexangebots im Internet. Anzahl der Abtreibungen - 1968:6900, 2006:119.710. Anzahl der Ehescheidung 2006: 190 928 In Amerika und auch in Schweden, Norwegen, Finnland gibt es mittlerweile einen Gegentrend. Die "Befreiung" brachte einen Multimilliarden Euromarkt im Bereich der Pornoindustrie, der Psychoberater, Juristen und der Medizin. Es wird ja auch behauptet, die "sexuelle Freiheit" bringe "mehr Ehrlichkeit" und offenere, bessere Beziehungen. Ist das die Wahrheit? Oder gibt es wachsende Verantwortungs-, Bindungslosigkeit und Elend? Die Abtreibungen bezahlt die Krankenkasse. Und die Versorgungslücken von "Alleinerziehenden" und den neuen Halbwaisen trägt großenteils der "Staat". Die seelischen Nöte misst niemand, die diese Art der "Freiheit" gebracht hat. Wenn in der Familienpolitik von "Krippen" die Rede ist, erinnert das fatal an Viehzucht. "Die schöne neue Welt" - Heime für die neuen Waisenkinder. Manchmal, da sehne ich mich nach der konservativen Welt der Hutterer und der Amish People.
Warum in die Ferne schweifen? Laura Müller (Froschhonigkuchenpferd) 14.11.2007, 21:40 Wozu eigentlich das Geschimpfe auf die "dummen" Amerikaner? Das gibt es auch im ach so fortschrittlichen Deutschland.
Ich bin aus religiösen Gründen von meinen Eltern ebenfalls strikt nach dem Credo "kein Sex vor der Ehe" erzogen worden. In einem gewissen Rahmen sehe ich auch durchaus einen Sinn dahinter, sich nicht mit jedem Erstbesten ins Bett zu stürzen. Problem bei der Methode allerdings: Der Reiz des Verbotenen.
Ach ja, @ Christian Rohloff - machen Sie sich über die "Mutter Theresa im Bett" mal keine Sorgen. Frauen sind da durchaus lernfähig... That's America Erni Bär (Kuwitter) 14.11.2007, 16:18 Mit tödlicher Sicherheit wird der eine oder andere der zu Tränen gerührten Daddies sich seiner aufbewahrten Tochter sexuell nähern. Es ist nur zu schade, dass dann darüber nichts zu lesen sein wird.
Erni Bär / Hamburg
Aus: "Keuschheitsbälle: Kein Sex vor der Ehe!" Von Katja Gelinsky (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.11.2007, Nr. 45 / Seite 62) Quelle: http://www.faz.net/s/Rub867BF88948594D80AD8AB4E72C5626ED/Doc~E636AD301BE0345C4B0BBA143CD0B29E2~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Reply #9 on: November 21, 2007, 11:55:54 AM » |
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[...] Das Jahr 1983 ist noch nicht solange her, als der Vier-Sterne-General Günter Kießling ein Opfer von Spitzeleien und übler Nachrede wurde. Der Militärische Abschirmdienst informierte damals den Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) über den Verdacht, der General liebe Männer. Daraufhin wurde Kießling als ,,Sicherheitsrisiko‘‘ eingestuft und in den Ruhestand geschickt. [...] Im [...] 18. Jahrhundert besuchte einst Giacomo Casanova den großen Altertumsforscher und Schriftsteller Johann Joachim Winckelmann. Casanova trat, ohne anzuklopfen in dessen Arbeitszimmer und sah, wie Winckelmann, der ganz Europa erklärt hatte, dass Jünglinge das schönste seien, sich von einem hübschen Burschen löste und seine Hosen in Ordnung brachte. Der Junge entwich, Winckelmann erklärte lachend, er wolle sich durch Praxis über die Knabenliebe der Alten, die ihm immer unbegreiflich geblieben sei, aufklären. [...] Casanova berichtet davon wie von einer Kuriosität. Er erzählt eine Anekdote. Wenige Jahre später, mit dem Aufkommen des Nationalstaates und dem Siegeszug des bürgerlichen Familienmodells wurde aus der seltsamen Vorliebe ein Verstoß gegen die Natur. Wer anders liebte als die Mehrheit, galt nun als zweifelhafter Charakter. Zuerst traf es den großen Schweizer Historiker Johannes von Müller. Als dieser Napoleon pries, warfen ihm politische Gegner seine "unnatürlichen Neigungen" vor. Seitdem wurden Enthüllungen über das Intimleben zur Diffamierung genutzt. Der Journalist Maximilian Harden wollte, als er Philipp Fürst zu Eulenburg-Hardenfeld outete, die Hofkamarilla um Wilhelm II. treffen. Auf die Ressentiments der Öffentlichkeit konnte Harden vertrauen. [...] "Outing" wurde später ein Kampfmittel der Schwulen- und Lesbenbewegung. 1991 führte Rosa von Praunheim es in Deutschland ein. Aber es gibt wohl kein politisches Ziel, das es rechtfertigt, das Privatleben anderer Leute gegen deren Willen zu instrumentalisieren. Gewiss, man freut sich manchmal, wenn es den Richtigen trifft. So wie im Falle des republikanischen US-Senators Larry Craig, der durch homophobe Sprüche bekannt, dann aber auf einer Herrentoilette erwischt wurde, wie er Zeichen "unzüchtigen Verhaltens" gab. Aber der Triumph ist ein mieser, ein wenig wie die Verurteilung von Mafia-Bossen wegen Steuerhinterziehung. Politische Gegner soll man politisch bekämpfen, und die Polizei soll nicht auf Toiletten herumschnüffeln. 20.11.2007 17:59:54
Aus Haching: Und heute würde Winckelmann wegen homosexueller Pädophilie bald im Knast oder in der Psychiatrie sein.
Jede Zeit hat ihre spezifischen Wertvorstellungen. Und ich bezweifle, dass bei der Mehrheit der Menschen im 18 Jahrhundert Homosexualität akzeptiert war.
Von der Einstellung Casanovas auf die allgemeinen Auffassungen im 18 Jahrhundert zu schließen, ist etwa so, als würde im Jahr 2300 versucht werden, anhand des Lebens von Paris Hilton auf unsere heutigen Sitten und Gebräuche zu schließen.
Ansonsten fällt mir nur folgendes ein: Anne Will ist lesbisch. Na und?
20.11.2007 18:07:35
LvB: SZ, wohin bist Du gegangen - jetzt reicht's, ich gehe ...
Liebe SZ-Redaktion,
mit diesem Artikel seid ihr endgültig auf dem Niveau von BILD und "Frau im Bild" etc. angekommen. "Der schönste Coming-Out-Satz", "Pathos der Nüchternheit" ... Geht's noch doofer ? Nein geht nicht mehr !
Ich verlasse dieses Forum und kündige jetzt auch mein Abo der Druckausgabe der SZ. Heribert Prantl werde ich vermissen.
20.11.2007 18:22:42 ManOfTheLand:
Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.
20.11.2007 20:10:28 bananasMuc: Endlich
Nicht auszudenken wenn Frau Will Sängerin wär, wir hätten jetzt einen Klingelton am Hals. Schönen Abend noch Euer bananas (in schwuler Partnerschaft lebend und vollkommen unspektakulär geoutet) 20.11.2007 20:57:19
evahermanfanclub.foren-city.de: Homosexulität
Homosexualität ist eine schwere Sünde und hat nichs mit Liebe zu tun!
20.11.2007 21:49:01
baerentoeter82: Was ...
... soll die MedienHysterie ?
Oder leben hier noch einige Leutchen geistig moralisch im 19. Jahrhundert ??
Und fühlen sich verpflichtet das Outing zur Sensation hoch zu jubeln !
Mir geht das Thema so ziemlich am A vorbei.
20.11.2007 23:18:00
humorlos: was heißt das: ja wir sind ein Paar ?
... Es gibt auch Oberbürgermeister, die schwul sind und damit nicht an die öffentlichkeit gehen, anders als Woworeit und von Beust. Und die SZ schreibt auch nichts darüber. Und das ist auch gut so.
21.11.2007 02:35:38
funyx: Na BRAVO; arme SZ
Aus welchem Mustopf ist den die SZ da gekommen? das wissen wir doch schon seit Monaten.
Und wen interessiert es? Keine Sau!
Hört doch auf, im Privatleben anderer Leute rumzuwühlen. Es ist mir doch egal, ob Lieselotte Müller ihren Müll trennt, Hans Wurst schwul oder Hanna Schulz lesbisch ist!
Jetzt hat die achso tolerante Gesellschaft wieder was zum rumgaggern beim Friseur. Viel Spaß mit dem Thema, willkommen bei BUNTE und DIE AKTUELLE.
Aus: "Der schönste Coming-Out-Satz" Von Jens Bisky (20.11.2007) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/leben/artikel/165/143842/-.- DIE ZEIT: Wenn Sie Italienerin wären, dürfte ich nicht aussprechen, dass Sie in diesem Jahr Ihren 80. Geburtstag gefeiert haben.
Juliette Gréco: Das Alter hatte für mich nie eine Bedeutung. Ich finde es dumm, gegen das Leben zu kämpfen. Ganz im Gegenteil muss man dankbar sein, 80 Jahre alt zu werden und immer noch den Beruf auszuüben, den man liebt. Reisen zu können, Menschen zu treffen, ein leidenschaftliches und anstrengendes Leben führen zu können.
ZEIT: Sie beschreiben Ihr Verhältnis zum Publikum wie einen Liebesakt.
Gréco: Es ist ein Liebesakt. Er ist physisch spürbar. Es ist die totale Lust. Manchmal herrscht eine bestimmte Stille im Saal – ganz so, als habe man die Zeit angehalten. Als gebe es nichts anderes als uns. Das Publikum und mich. Das ist ein überwältigendes Gefühl. Es ist ein Liebesakt mit einem sehr geheimnisvollen Liebhaber. Mit einem, den man sich nicht ausgesucht hat. Und das war bei mir niemals der Fall. Ich habe mir meine Liebhaber immer ausgesucht. Ich. Was übrigens sehr einfach ist, wenn ein Angebot vorliegt. Kompliziert wird es nur, wenn kein Angebot vorliegt. (lacht) Das Publikum ist also ein Liebhaber, der mich akzeptieren oder auch ablehnen kann.
[...] ZEIT: Die Tatsache, dass Sie es waren, die sich die Männer aussuchten…
Gréco: Nicht nur die Männer, auch die Frauen.
ZEIT: Sie hatten auch Beziehungen zu Frauen?
Gréco: Aber ja, glücklicherweise. Ich wollte schließlich nicht als Idiotin sterben.
ZEIT: Wann haben Sie das beschlossen?
Gréco: Oh, als ich noch sehr, sehr jung war. Warum sollte man nicht die gleiche sinnliche und intellektuelle Liebe für eine Frau empfinden können wie für einen Mann? Seit der Antike, seit dem Bestehen der Welt liebten die Frauen Frauen. Also wo ist das Problem?
ZEIT: Heute vielleicht nicht, aber in den fünfziger Jahren war das sicher provozierend.
Gréco: Mich hat das Urteil der anderen nie interessiert. Mich interessiert nur die Leidenschaft. Die Liebe. Der Respekt. Die Bewunderung. Und der Körper. Der Körper hat eine Stimme. Er sagt sehr viel aus.
Aus: "Ziehen Sie mich aus!" Die große Sängerin Juliette Gréco (08.11.2007) Quelle: http://www.zeit.de/2007/46/M-Juliette-Greco?page=1
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« Reply #10 on: December 11, 2007, 12:48:38 PM » |
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[...] der Entwurf, den die Bundesregierung am Donnerstag dieser Woche unter Federführung von Brigitte Zypries (SPD) im Bundestag zur Abstimmung stellen will, geht weit über die ohnehin schon fragwürdigen europäischen Vorgaben hinaus. "Sexueller Missbrauch von Jugendlichen" setzt bisher voraus, dass der Täter mindestens 18 und das Opfer unter 16 Jahre alt ist, und damit ein Altersunterschied von mindestens zwei Jahren besteht. Doch nach den EU-Vorgaben macht sich nun auch strafbar, wer eine 16- oder 17- Jährige "missbraucht": Das wäre nach dem neuen Gesetzeswortlaut schon der Fall, wenn ein Oberstufen-Schüler eine Bekannte ins Kino einlädt, in der Hoffnung, dass sie sich dafür dort zu sexuellen Handlungen bewegen lässt. Das Streicheln ihrer Brüste etwa könnte schon dann strafbar sein, weil die Einladung dann als "Entgelt" gilt. Geld- oder gar Haftstrafe drohen auch demjenigen, der eine "Zwangslage" ausnutzt - etwa wenn er versucht, mit einer Jugendlichen intim zu werden, die mangels einer Fahrgelegenheit nach einer Party bei ihm übernachtet. Nach dem Willen der EU soll schon der "Versuch" künftig unter Strafe stehen. Für eine Differenzierung nach dem Alter der Opfer hat Deutschland zwar auf europäischer Ebene bis zum Schluss - vergeblich - gekämpft. Doch nun droht die Regierungskoalition sogar den Jugendlichen selbst mit Strafe: Nach Zypries' Gesetz machen sich bereits 14- bis 17-Jährige genauso strafbar wie ein Erwachsener. Justizministerin Zypries hat nun zwar erklären lassen, "einvernehmliche sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen nach einer Kinoeinladung" würden "nicht vom Gesetz erfasst". Solche Fälle, erläutert ein Sprecher, seien "sozialadäquat" und fielen nicht unter den "Schutzzweck der Norm". In der Gesetzesbegründung, räumt das Bundesjustizministerium ein, findet sich eine solche Klarstellung bislang aber nicht. [...] wie ein Strafrechtsverteidiger und Sexualexperte bei der Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages formulierte: "Als Opfer werden Jugendliche mit Kindern, als Täter dagegen mit Erwachsenen gleichgesetzt". Die Opposition im Bundestag protestiert geschlossen wie selten. Im "Altersunterschied zwischen Täter und Opfer" liege ein "unrechtsbestimmendes Merkmal", so Jerzy Montag (Grüne), da hier ein "Erfahrungs- und Machtgefälle zum Ausdruck" komme. Wenn ein Täter künftig sogar jünger sein könnte als das Opfer, würde die bisherige "Schutzidee der Norm auf den Kopf gestellt". Der Gesetzentwurf, warnt auch Jörg van Essen (FDP), verlasse die Balance "zwischen selbstbestimmter Sexualität und dem Schutz von jungen Menschen vor sexuellem Missbrauch". Zu befürchten sei, dass Jugendliche nicht geschützt, sondern im "Prozess ihrer sexuellen Selbstfindung massiv eingeschränkt werden". Und der stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses Wolfgang Neskovic (Linksfraktion) konstatiert: Auf "geradezu alberne Weise" werde hier "die hormonelle und lebensgeschichtliche Unterschiedlichkeit junger Menschen relativiert" - "bisher legales Werbungsverhalten unter Teenagern" werde "kriminalisiert". [...] Nun [ ] dehnt das neue Gesetz die Strafbarkeit von "Kinderpornografie" auf die Darstellung von "sexuellen Handlungen" Jugendlicher aus. Was sich dahinter verbirgt, geht weit über die Art von Erwachsenenpornografie hinaus, die als schmuddeliges Angebot nicht an Jugendliche verkauft werden darf: "Jugendpornografie" betreibt dann prinzipiell auch ein 15-Jähriger, der von seiner gleichaltrigen Freundin ein Foto im Bikini schießt - wenn sie "aufreizend" posiert und ihre "Schamgegend" dabei mehr oder weniger offen "zur Schau" stellt. [...] Auf die harsche Kritik bei der Sachverständigen-Anhörung will die Koalition nun wenigstens diejenigen straflos stellen, die solche Bilder "mit Einwilligung" der oder des Abgebildeten zur "persönlichen Verwendung" angefertigt haben; wird dieses Werk aber im Freundeskreis weitergereicht, machen sich sowohl Anbieter als auch Empfänger trotzdem strafbar - auch das Herunterladen eines solchen Bildes im Internet wäre verboten. Sogar wer nur eine junge Schönheit zeichnet, die erkennbar unter 18 ist, oder schriftlich detailliert und unverhohlen Sex unter Jugendlichen beschreibt, kann sich strafbar machen, wenn er ein "tatsächliches Geschehen" wiedergibt - professionellen Künstlern und Schriftstellern droht dabei sogar mindestens eine Freiheitsstrafe von drei Monaten. Selbst die in Zeitschriften wie "Bravo" üblichen Aufklärungs- und Erlebnisartikel, mit besonders freizügigen Abbildungen oder realistischen Schilderungen von Sex unter Jugendlichen, könnten künftig strafbar sein. Und nicht einmal beim Strafmaß will die Regierung - obwohl sie es könnte - zwischen unter 14- und unter 18-Jährigen Opfern differenzieren: je nachdem, ob es etwa um bloßen Besitz oder um gewerbliche Verbreitung geht, drohen Strafrahmen von Geldstrafe bis zehn Jahren Haft. Sexualexperten empfinden diese Ausweitungen als überflüssig und sogar schädlich: Bildliche Dokumentationen unbekleideter Familienmitglieder gebe es überall, reklamieren Sozialwissenschaftler. Eltern, aber auch die Kinder und Jugendlichen würden so "verunsichert und latent als Täter betrachtet". Die neuen Missbrauchs- und Pornografie-Vorschriften, kritisiert etwa auch der Hamburger Sexualmediziner Andreas Hill, dürften eine "Welle von unnützen Ermittlungen und Verfahren" auslösen, die ohnehin schon überlastete Polizei drohe damit "die wirklich relevanten Fälle aus den Augen zu verlieren". Zypries, fordern die Oppositionspolitiker, solle nun wenigstens alle Ausnahmen und Schlupflöcher nutzen, die der EU-Rahmenbeschluss selbst bereithält - so wie es etwa Österreich schon vorgemacht hat. Beispielsweise soll nach einhelliger Meinung beim sexuellen Missbrauch Jugendlicher das Täteralter nicht unter 18 Jahre abgesenkt werden; bei der Jugendpornografie fordern Grüne und Linksfraktion eine Beschränkung auf "vergröbernde", den Menschen "zum Objekt degradierende" Darstellungen, wie bei der strafbaren Erwachsenenpornografie. Dabei bezweifeln Juristen, dass der Rahmenbeschluss überhaupt gültig ist: Denn nach dem EU-Vertrag ist Brüssel auf dem Gebiet des Strafrechts nur zuständig für Organisierte Kriminalität, Terrorismus und Drogenhandel - die EU hätte also ihre Kompetenzen überschritten. Was die Abgeordneten des Bundestages indes generell machen können mit einem Rahmenbeschluss, der ihnen nicht passt, hat das Bundesverfassungsgericht schon vor zweieinhalb Jahren deutlich gemacht, als es das deutsche Gesetz zum Europäischen Haftbefehl kippte: einfach nicht umsetzen. Frank Wagner, 10.12.2007
Wenn wundert dieser Irrsinn ? Wir sind nun mal auf dem Weg in den Präventionsstaat, da kann und darf einen so etwas nun wirklich nicht mehr verwundern. Ausserdem wird Deutschland immer älter, ich bin sicher dass da auch so was wie Hass auf die Jugend an sich mit hinein spielt.
Wallenstein, 10.12.2007
...Ist das ernst gemeint oder ein verfrühter April-Scherz?
inci, 10.12.2007
ich habe bisher nur kommentare zu dem geplanten gesetz gelesen, und war schon vom schlag gerührt. sollte dieses gesetz so umgesetzt werden, wie geplant, und das bundesverfassungsgericht dagegen nicht ein veto einlegen, sollten sich alle, die in ihren fotoalben (aller art!) die berühmten babyfots auf dem bärenfell, oder die lieben kleinen nicht sittsam gekleidet, oder die lieben kleinen aber sittsam gekleidet, dafür aber in einer pose, die irgendjemand als "aufreizend" empfinden könnte, schon einmal sicherstellen, daß niemand diese fotos sehen kann. denn alleine das weiterreichen auch innerhalb der familie kann dann schon ein straftatbestand sein.
außerdem würde ich gerne einmal die vorlage der EU und die abweichende deutsche vorlage lesen. vielleicht hat ja jemand dazu einen link? yoog, 10.12.2007
Dazu fällt mir spontan nur ein Satz ein:
"Hurra, wir verblöden"
Sheherazade, 10.12.2007
Diese Idee schließt sich meiner Meinung nach der Reihe der Maßnahmen an, die schon unternommen wurden bzw. unternommen werden sollen, um das selbstständige Denken zu verhindern, wie z.B. bei Übergewicht, Zigarette, Alkohol etc.
Es wäre besser, wenn es eine Iitiative gäbe, die die Leute dazu bringt, mal wieder darüber nachzudenken, was gut für sie, ihre Kinder, ihre Familie... ist und vielleicht auch mal darüber zu reden. Wie so was aussehen sollte, kann ich mir allerdings leider auch nicht vorstellen.
pappel, 10.12.2007
Bin ich froh, dass ich diese Phase des Lebens in den achtziger Jahren verbracht habe. Was haben wir auf Partys geknutscht und gefummelt! Manchmal hat es was auf die Finger gegeben und manchmal halt nicht. War ne schöne Zeit. Die Jugend im Moment tut mir echt leid. In allen Sendungen und auf allen Kanälen gibt es Sex Anspielungen non stop. Es ist DAS Thema! Es zählt nur noch wer es wann und mit wem getan hat. Der Druck der aufgebaut wird ist schon für 13-14 jährige ungeheuer gross! Hinzu kommt, dass die Jugendlichen heute körperlich eher reif sind als noch vor 25 Jahren. Wenn man da jetzt mit dem juristischen Hammer draufhaut.... die armen Jugendlichen! Eine normale sexuelle Entwicklung ist da kaum mehr möglich.
Coolie, 10.12.2007
Was soll das? Staatlich verordnete Prüderie? Dem Gesetzgeber fällt auch immer etwas Neues ein, ob sinnvoll, oder wie in den letzten 2 Jahren völlig sinnentleert. Wir sollten unseren Regierungsmitgliedern die Reisen in die USA verbieten.
libertarian, 10.12.2007 Echt ein Treppenwitz. In den USA werden solche albernen Gesetze nach und nach entschaerft und den Realitaeten angepasst und die EU macht eine Rolle rueckwaerts und fuehrt solchen Unsinn ein. Aber warum wundere ich mich: auf dem alten Kontinent ist wohl mittlerweile parteiuebergreifend jedes Mittel recht, die Bevoelkerung zu entprivatisieren. Zum Griff in die Geldboerse und zur Rundumueberwachung passt natuerlich auch prima der Staat als Sittenwaechter im Schlafzimmer. Und wie immer nateruerlich zum "Schutz" von Kindern und der "Allgemeinheit" - damit keiner dagegen argumentieren kann. Mein Tip fuer die naechsten Ziele: Prostitution, Alkohol, Zigaretten, Zucker...
Aber Europaeer sind ja soo frei und li(e)beral. Und dabei auch noch gewaltfrei. Passt nur auf, dass ihr am Ende von Euren gutmeinenden Sozialstaaten nicht totgekuschelt werdet.
Stephan Jansen, 10.12.2007 Zitat von yoog: Dazu fällt mir spontan nur ein Satz ein: "Hurra, wir verblöden" Haben Sie Kinder? Erzählen Sie das mal denen, wenn Sie (hoffentlich aber nicht!!!) selbstgedrehte Videos vom letzten Nachmittagsgangbang auf deren Handies finden. Realo, 10.12.2007
Was hat das mit dem Artikel zu tun ? Schildert nur Ihr Versagen als Erziehungsberechtigter ! Guillermo Emmark, 10.12.2007
Kanonen auf Spatzen
Unsinn. Um soetwas auch strafrechtlich zu belangen, reichen die vorhandenen Gesetze. Jugendschutz ist nicht gleich Repression und Prüdereie!
sikasuu, 10.12.2007
Ich will nicht in den Knast!....
...deswegen werde ich ganz schnell die alten Badewannenfotos Papa/Tochter einsammeln und verbrennen. Da haben wohl Juristen im Ministerium den Schuss nicht gehört und wissen gar nicht, dass sie schon tot sind. Anders kann ich mir solch eine lebensfremde Vorlage nicht vorstellen.
Gruss Sikasuu
Ps. Jetzt geht es in die Sauna, im Taucheranzug mit 2 Augenklappen, damit ich niemand ansehen oder angesehen werden sexuell belästige.
nemo, 10.12.2007
[...] Wir sind nicht nur auf dem Weg in den Präventionsstaat, sondern auf dem Weg in ein totalitäres Regime mit Bürgern deren öffentliches & nun wohl auch privates Leben man zu 100% kontrollieren und steuern will. Traurige Meilensteine an diesem Weg: Überwachungskameras auf jedem Dorfplatz, Zwangsuntersuchungen i.d. Gesundheitsvorsorge seit der letzten Gesundheitsreform, digitale , zentral verwaltete Datenbank statt Lohnsteuerkarte, Chips auf Personalausweis, Pass & Krankenkassenkarte, Abschöpfung des Internets mit Trojanern durch den BND etc., etc. 1984 haben wir längst. Hat nur kaum einer gemerkt.
Dunedin, 10.12.2007
Jetzt erklär mir doch bitte einmal warum sich der eine oder andere Politiker im Falle Marco /Türkei so leidenschaftlich echauffiert ???
Wenn ich diese Gesestzesinitiative lese, möchte ich nicht wissen was da noch so alles kommt. Ein Glück bin ich keine 18 mehr, man was tun mir die Heranwachsenden heute alle leid
canUCme, 10.12.2007
Was müssen wir hier noch ertragen? Ist es denn zu viel verlangt, wenn wir hier nur unter ganz normalen Leuten mit gesundem Menschenverstand leben wollen? Wie überkandidelt können Politiker und Moralwächter noch werden? Das ist ja wie im Hochmittelalter.
Benjowi, 10.12.2007
Falls das Ganze wie berichtet stimmen sollte -diese Einschränkung ist allerdings auch immer öfter nötig- muß man annehmen, dass Teile unserer Gesetzgebungsmaschinerie völlig abheben. Dass solch fundamentalistischer Unsinn unter anderem z.B.in Teilen der USA und in Saudi-Arabien oder dem Sudan zur Anwendung gebracht wird, ist schlimm genug. Dass aber das bisher relativ aufgeklärt agierende Europa diesen Quatsch mitmacht, stellt mein Staatsverständnis auf immer härtere Proben! Ich kann nur hoffen, dass hier noch rechtzeitig jemand aufwacht, sonst stehen demnächst Vierjährige wegen versuchter sexueller Nötigung vor Gericht - wie in den USA geschehen. Wahrscheinlich müssen wir kurz danach auch glauben, dass die Welt vor ca. 4000 Jahren von einem Mann mit Bart erschaffen wurde!! rakete, 10.12.2007
[...] Wundert sich jemand? Das ist schließlich die Große Koalition. Spätestens seit §202c StGB liegt deren Unzurechnungsfähigkeit doch auf der Hand. Gucken Sie sich erstmal an, was Herr Schäuble alles plant.
Christian, 10.12.2007
Ich begrüße dieses Gesetzesvorhaben sehr, es reicht aber noch längst nicht aus. Als nächstes muß sich der Gesetzgeber die unmoralischen, den Gesetzen der politischen Korrektheit überhaupt nicht gehorchenden Schriften vornehmen. Ich denke dabei an jugendgefährdende Literatur von Schmuddelautoren wie William Shakespeare. Dass z.B. "Romeo und Julia" noch in der Schule gelesen wird, ist ein Skandal: Schließlich war Romeo erst 15, Julia 13 Jahre alt...
Dave15, 10.12.2007
mit leisen Schritten in den Überwachungsstaat Wie denke ich der Großteil der Menschen, die hier ihre Meinung schildern, bin auch der Meinung, dass diese Gesetzesänderung völlig unakzeptabel ist. Ich verstehe gar nicht den Sinn dahinter. Will man jungen Leuten die Freuden und die Unbeschwertheit ihrer Jugend nehmen? Mir scheint so, als ob sich da viele Theoretiker wenig Gedanken gemacht haben. Die Maßnahme passt jedoch voll und ganz in die momentane innenpolitische Entwicklung. Mir scheint so, als versuchte die Politik in leisen und kleinen Schritten den Überwachungsstaat entzuführen, der mit Kameras, Kontrollen persönlichen Besitzes etc. die Menschen erzieht und unterdrückt. In solch einem Land möchte ich nicht leben!
StephanD, 10.12.2007
Ich muss ganz ehrlich gestehen, nach diesem Artikel fällt mir nicht mehr viel ein. Vergessen sind alle Diskussionen über den Überwachungs- und/oder Sozialstaat. Das ist einfach der absolute Gipfel. Klar ist Jugendschutz wichtig, aber was um alles in der Welt geht es einen Staat oder eine Gesellschaft an in welchem Alter jugendliche ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen? Oder ist das jetzt etwa das Equivalent zur Islamisierung? Allein wenn das ein Vorschlag gewesen wäre, könnte ich mich nur aufregen, aber das scheint ja schon fast beschlossen. Langsam wird es doch mal Zeit für Demonstrationen, da haben wir Deutschen offenkundig Nachholbedarf!
Justinian2000, 10.12.2007
Ein Nebengedanke
Ich habe gerade den Artikel gelesen und neben den anderen schon diskutierten Punkten bin ich besonders über die folgende Passage gestolpert:
"Sogar wer nur eine junge Schönheit zeichnet, die erkennbar unter 18 ist, oder schriftlich detailliert und unverhohlen Sex unter Jugendlichen beschreibt, kann sich strafbar machen, wenn er ein "tatsächliches Geschehen" wiedergibt - professionellen Künstlern und Schriftstellern droht dabei sogar mindestens eine Freiheitsstrafe von drei Monaten."
Neben vielen Werken der Weltliteratur, angefangen von Faust über Lolita bis zum Decamerone und dem Kamasutra fallen mir hier vor allem drei Werke ein, die - regelmäßig Geschlechtshandlungen von Minderjährigen beschreiben, da die Volljährigkeit in allen drei Werken mit 14 angesetzt wird - die alle drei betonen, dass es sich um tatsächliche Ereignisse handelt - die in der Art der Beschreibung teils nicht zimperlich sind, insbesondere Entführung, Nötigung und Vergewaltigung sind zu finden.
- Bibel - Koran - Tora
Wird die Verbreitung dieser Werke in Zukunft unter Strafe gestellt ?
Achtung ! Dies soll keine Wertung der Werke sein ! Sie sind historisch gewachsen und es steht nun einmal darin was darin steht. Ob man daran glauben will/kann/muss, sei jedem selbst überlassen. Nordica, 10.12.2007
Das Thema ist gegessen ! Ich habe gerade folgendes E-Mail bekommen:
Sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen werden nicht kriminalisiert
Sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen bleiben grundsätzlich straflos - wie heute schon. Mit dieser Klarstellung hat Bundesjustizministerin Zypries auf unzutreffende Äußerungen vom Wochenende im Zusammenhang mit einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern reagiert, der in dieser Woche vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden soll.
„Der Gesetzentwurf stellt nicht unter Strafe, wenn zwei Jugendliche eine sexuelle Beziehung miteinander haben. Daher ist die Aussage von Herrn Abgeordneten Montag in der heutigen Ausgabe der BILD-Zeitung schlicht falsch. Kein Jugendlicher muss befürchten bestraft zu werden, wenn er einen anderen ins Kino einlädt und hofft, dass es zum Austausch von Zärtlichkeiten oder sexuellen Berührungen kommt“ erklärte Brigitte Zypries.
Mit dem Gesetzentwurf folgt die Bundesregierung ihrer europarechtlichen Pflicht, die Vorgaben eines Rahmenbeschlusses der Europäischen Union in nationales Recht umzusetzen.
Der Rahmenbeschluss hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche vor dem Abgleiten in die Prostitution zu schützen. Deshalb muss die Vornahme sexueller Handlungen mit einem Kind, also mit einer Person unter 18 Jahren, unter Strafe gestellt werden, wenn dafür Geld oder sonstige Gegenleistungen geboten werden. Bislang wurde eine Person über achtzehn bestraft, wenn sie an einer Person unter sechzehn sexuelle Handlungen vorgenommen und dafür bezahlt hat. Künftig wird – aufgrund der europarechtlichen Vorgaben - das Schutzalter für Opfer von sechzehn auf achtzehn angehoben. Gleichzeitig verlangt der Rahmenbeschluss, dass der Täterkreis auch auf Personen unter achtzehn ausgedehnt wird.
„Schutzzweck unseres Gesetzes ist es, ein Abgleiten von Kindern und Jugendlichen in die Prostitution verhindern. Es ist absurd, wenn behauptet wird, dass ein geschenktes Kaugummi oder ein Kinobesuch sexuelle Beziehungen zwischen Jugendlichen strafbar machen. Es ist verantwortungslos, unsere redlichen Bemühungen, Kinder vor Prostitution zu schützen, durch gezielte Falschinformationen zu diskreditieren“, betonte Zypries.
Mit dem Gesetz soll ein sexueller Missbrauch von Jugendlichen und die Gefahr der Prostitution von Kindern und Jugendlichen vermieden werden. Nach diesem Sinn und Zweck müssen die Strafverfolgungsbehörden die gesetzlichen Regelungen auslegen und anwenden. So versteht es sich von selbst, dass einvernehmliche sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen nach einer Kinoeinladung nicht vom Gesetz erfasst werden. Voraussetzung für eine Strafbarkeit ist vielmehr, dass die sexuellen Handlungen tatsächlich als Gegenleistung für das Entgelt erfolgen. Der Eingeladene muss also die sexuellen Kontakte nur deshalb zulassen, weil er dafür Geld oder einen sonstigen Vorteil bekommt.
Herausgegeben vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums der Justiz Verantwortlich: Eva Schmierer; Redaktion: Dr. Henning Plöger, Dr. Isabel Jahn, Johannes Ferguson, Ulrich Staudigl Mohrenstr. 37, 10117 Berlin presse@bmj.bund.de
patana, 10.12.2007
...
Ich meine das jemand der plötzlich privatpornos auf den Handys seiner kinder findet etwas verpennt hat.
wolfgangb, 10.12.2007
Irgendwie habe ich seit einiger Zeit das Gefühl, in einem schlechten Traum zu sein. Unsere Gesellschaft schreitet mit Riesenschritten rückwärts.
Bei uns in Österreich wurde vorige Woche ein Polizeibefugnisgesetz im Parlament durchgepeitscht, das der Polizei ohne richterlichen Beschluss (!) die Handyüberwachung und den Zugriff auf die IP-Daten ermöglicht. In Deutschland soll, wie ich gerade lese, das Sexualstrafrecht für Jugendliche auf das Niveau der 50iger-Jahre zurückgeschraubt werden.
Und außer in diversen Internet-Foren rührt sich nirgends Protest gegen solche massive Bevormundung des Bürgers und gegen etliche andere Fehlentwicklung unserer Gesellschaft. Sind wir alle schon total abgestumpft? Oder hat jeder schon die Hoffnung auf positive Veränderungen aufgegeben und denkt nur noch ans ökonomische Überleben?
Oder bin ich nur einem schlechten Traum? Ich hoffe das ist es. Und wenn ich aufwache ist die Welt wieder in Ordnung :-).
jugendschützer, 10.12.2007
Ich finde diese Neuregelegung absolut sinnvoll, sie ist dringend notwendig zum Schutze der Kinder in diesen geschlechtsverkehrdominierten Zeiten, ebenso ist die Erweiterung des EU-Entwurfs mit dem sogennanten Anscheinsparagraphen nur zu begrüßen. Somit sollten mögliche Perversionen schon im Vorhinein verhindert werden können.
Hektor, 10.12.2007
Welches Herren Knecht ......
Ich frage mich nun, … ….wann wird der alte §180 (Kuppelei) wieder in seiner alten Härte eingeführt? ….wo waren die Journalisten, als dieser Schwachsinn zu ersten Mal beraten wurde? (Oder wurde dieses Thema gezielt (von oben gewünscht) ignoriert?
Irgendwie scheint die Zeit an unseren Abgeordneten vorbeigegangen zu sein, keiner scheint sich wohl an seine Jugend zu erinnern.
Unsere Gesetze sind gut genug um irgendwelche Straftaten in dieser Richtung zu verfolgen. Sollte das Gesetz in Kraft treten, wird jede Party meiner Kinder in meinem Haus verboten. Armes Deutschland, welches Herren Knecht bist Du geworden?
genesys, 10.12.2007
Das Kontroll-Problem lässt sich einfach lösen Einfach zwangsweise nach der Geburt jedem Jungen einen RFID-Chip unter [die] Vorhaut implantieren. Bei jeder Erektion werden dann die Daten an den Chip im Personalausweis weitergeleitet und einmal im Monat die Vergnügungssteuer kassiert - sofern der Konsument der sexuellen Erregung über 18 ist. Ansonsten geht es sofort ab in den Knast, versteht sich. Zur Überwachung sollten wir dazu unbedingt in den Schulen Sexualdetektoren aufstellen, die die Chips auslesen.
Bonus-Erregungen sollten wir aber liberalerweise Kindern aus gutem (also zahlungskräftigem) Hause zugestehen. Auch oder sogar insbesondere gute Noten könnte man mit 1x "frei gucken" belohnen. Akademikern bieten wir dann eine kostenvergünstigte Erregungs-Vignette an (100x nur 99 Euro oder so). Schliesslich bekommen in diesem Land die Akademiker viel zu wenig Kinder... Um Umkehrschluss bekommt jeder Hartz-IV-Empfänger im Falle des Falles einen kleinen Stromstoss, der ihn höflich daran erinnert, dass er das öffentliche Budget doch bitte zu schonen hat...
So, ich muss Schluss machen und schnell noch beim Patentamt vorbeiflitzen...
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=2799Aus: "SEXUALSTRAFRECHT: Fummeln verboten" Von Dietmar Hipp, Karlsruhe (SPON, 10. Dezember 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,522396,00.html-.- [...] Die Große Koalition will den umstrittenen Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht nachbessern. Wegen weiteren Beratungsbedarfs sei die für Donnerstag geplante dritte Lesung im Bundestag abgesetzt worden, teilte Unionsfraktions-geschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) mit.
FDP und Grüne begrüßten die Verschiebung des Gesetzes. Sie befürchten, dass mit der Neuregelung auch sexuelle Kontakte Jugendlicher kriminalisiert werden könnten. "Die vom Bundesjustizministerium geplanten Änderungen greifen zu stark in das sexuelle Verhalten von jungen Menschen ein", sagte FDP-Fraktionsvize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie warf der Regierungskoalition vor, ihr Entwurf gehe zu weit über EU-Vorgaben hinaus, die Auslöser für die geplante Gesetzesänderung sind. "Wir haben einen sehr guten Kinderschutz vor Missbrauch und Prostitution. Ich sehe hier keine Gesetzeslücken", sagte Leutheusser-Schnarrenberger.
[...] Nach Angaben des rechtspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Joachim Stünker, soll die Verabschiedung des Gesetzes nun Anfang des nächsten Jahres stattfinden. Nach seinen Angaben geht es nur um die Klärung einer Detailfrage. Die Struktur des Gesetzes werde nicht geändert. Er wies die Vorwürfe der Opposition, das Gesetz würde Sex unter Jugendlichen unter Strafe stellen, als abenteuerlich zurück.
Aus: "Koalition rückt von Gesetzentwurf ab - Verschärfung des Sexualstrafrechts verschoben" (11.12.2007) Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/sexualstrafrecht2.html-.- [...] das Gesetz ist vage und schwammig, aber die Gerichte werden es schon richten. Ob es für die durch das Gesetz dann kriminalisierten Jugendlichen so beruhigend ist, zu wissen, dass das Gericht, vor dem sie dann erscheinen, das allzu vage Gesetz schon mit Konkretisierungen füllen wird? Alles in allem ging Frau Zypries bisher nicht darauf ein, wo genau die Falschinformationen vorlagen. Sie teilte lediglich sinngemäß mit, dass alles ganz anders gemeint sei als das Gesetz es sagt. Nur sind diese Beschwichtigungen und Versicherungen für diejenigen, die das Gesetz betrifft, nicht einklagbar. Eine Zusicherung, dass der Kinobesuch, der für die sexuelle Gefälligkeit angeboten wird, eben nicht als geldwerte Leistung gesehen wird (im Austausch für Sex) ist insofern rechtlich wertlos und wird von den mittlerweile desillusionierten Bürgern nicht mehr als Beruhigung akzeptiert. Zu oft wurden Zusagen wie "die Kontenabfrage dient doch nur der Terrorbekämpfung" oder "die Vorratsdatenspeicherung soll gegen Terrorismus helfen" als beruhigende Nebelkerzen enttarnt. Für die Betroffenen sind lediglich klare rechtliche Abgrenzungen entscheidend - keine noch so beruhigende Pressemitteilung und Versicherung.
Keine Umkehr in Sicht
Als Reaktion auf die zunehmende Kritik wurde das umstrittene neue Gesetz nun nicht verabschiedet. Grund zur Erleichterung oder gar Freude bietet diese Umkehr jedoch nicht. So hat die Bundesjustizministerin bereits mitgeteilt, dass sie lediglich in einen Punkt noch Klärungsbedarf sieht. Nämlich dem, ob es strafbar sein soll, wenn eine 17jährige beispielsweise ohne jeglichen äußeren Druck pornographische Bilder von sich selbst ins Internet stellt. Die anderen heftig kritisierten Punkte des Gesetzes sollen so verabschiedet werden wie bisher geplant.
Sollte dem so sein, dann wird 2008 in der Berichterstattung rund um die Themen Internetüberwachung/Webseitensperrung und Einschränkung der Informationsfreiheit oft zitiert werden. Als das Jahr, in dem sich die Anzahl der Kinderpornographie und die Anzahl der Fälle von Sexualstraftaten explosionsartig vermehrten. Gleichzeitig wird Kindern und Jugendlichen ein Gesetz präsentiert, das sie oberflächlich gesehen schützen soll, aber gleichzeitig ein Damoklesschwert über ihren Köpfen schweben lässt - weil schon der Kinobesuch, der Blumenstrauß oder die neue CD, die vielleicht die Chancen auf eine sexuelle Annäherung steigen lassen könnten, ebenso gut dazu taugen, eine Straftat zu konstruieren.
Aus: "Neues Sexualstrafrecht: Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben" Twister (Bettina Winsemann) (18.12.2007) Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26870/1.html-.- [...] Der so genannte "Petting-Paragraph", wie ihn die Medien nannten, ist entschärft. Die große Koalition hat ihn umformuliert und damit "Teenie-Sex aus der Grauzone" geholt. Trotz allem Aufatmens: warum eigentlich erst jetzt?
Aus: "Spätes Zurückrudern beim Sexualstrafrecht" Twister (Bettina Winsemann) (19.05.2008) Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27938/1.html
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« Reply #11 on: December 17, 2007, 02:29:45 PM » |
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[...] Riad - Saudische Medien berichteten heute, dass der Frau aus der Region Katif die Strafe komplett erlassen werde. Die Frau war im Oktober 2006 von einem Gericht zu 90 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie sich vor der Gruppenvergewaltigung in einem Auto mit einem Mann aufgehalten hatte, der nicht ihrer Familie entstammte. Dies ist in dem islamischen Königreich eine Straftat.
Im November war die Strafe für die 19-Jährige auf 200 Peitschenhiebe erhöht worden, weil das Gericht des ultrakonservativen Landes ihr vorwarf, die Medien in den Fall eingeschaltet zu haben.
Aus: "SAUDI-ARABIEN: König begnadigt Vergewaltigungsopfer - keine Auspeitschung" (17. Dezember 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,523754,00.html-.- [...] Das Königreich Saudi-Arabien (arabisch المملكة العربية السعودية) ist eine absolute Monarchie in Vorderasien, die sich auf den Islam als Staatsreligion beruft. Saudi-Arabien liegt auf der Arabischen Halbinsel und grenzt an deren Anrainerstaaten, an das Rote Meer und den Persischen Golf. Die beiden heiligsten Stätten des Islam, die Kaaba in Mekka und die Ruhestätte des islamischen Propheten Mohammed in Medina, liegen in Saudi-Arabien. Der Islam wahhabitischer Prägung spielt in Saudi-Arabien eine sehr große Rolle, das Land gilt als besonders strenggläubig und islamisch-konservativ. Der Donnerstag ist teilweise Ruhetag, der Freitag ist ein kompletter Ruhetag. In Saudi-Arabien gilt die islamische Zeitrechnung.
[...] Saudi-Arabien hat eine Bevölkerungszahl von über 27 Millionen Einwohnern. Davon sind fast 5,6 Millionen Menschen legal im Land lebende Ausländer. Die Bevölkerung Saudi-Arabiens lebt hauptsächlich in den Städten und einigen wenigen Oasen. [1]
[...] Saudi-Arabien ist eine islamische absolute Monarchie. Seit dem 1. August 2005 regiert König Abdullah bin Abd al-Aziz, der gleichzeitig Premierminister ist. Auch der Rest der königlichen Familie hat wichtige Regierungsämter inne. Die 13 Provinzen werden von Prinzen oder engen Verwandten der königlichen Familie regiert. Alle Provinzgouverneure werden vom König ernannt. Die kleinen Städte und Dörfer werden in der Regel von einem Dorf- oder Ältestenrat regiert. Die Verfassung des Landes besteht in schriftlicher Form seit 1993, ein 83 Punkte umfassendes Dokument, das auf der Schari'a, dem Koran und der Sunna basiert. Diese Regeln werden strikt ausgelegt und durchgesetzt. So können etwa Mörder, Drogenhändler, Homosexuelle, Hochverräter, Vergewaltiger, Ehebrecher und Gotteslästerer zum Tode verurteilt und hingerichtet werden.
[...] In Saudi-Arabien stehen die Menschenrechte unter dem Vorbehalt der Gesetze der Scharia. Dies führt dazu, dass in Saudi-Arabien die Menschenrechte in starkem Ausmaß missachtet werden.
Der Jahresbericht 2006 der Organisation Amnesty International [3] listet unter anderem die folgenden Tatbestände auf:
* Inhaftierung gewaltloser politischer Oppositioneller * Anwendung der Prügelstrafe bei Männern (meistens Auspeitschungen) * Amputationen von Gliedmaßen als Bestrafung * Unterdrückung der Meinungs- und Religionsfreiheit * unfaire Gerichtsverfahren gegen Gastarbeiter * Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren.
[...] Trotz der undemokratischen Regierungsform und der schweren Menschenrechtsverletzungen hat Saudi-Arabien sehr gute diplomatische Beziehungen zu Europa und den USA, auch zu Deutschland. Seit den Mohammed-Karikaturen sind diese allerdings abgekühlt, mit Dänemark gibt es überhaupt keine Beziehungen mehr.
Saudi-Arabien war bislang ein enger Verbündeter der USA. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist das Verhältnis zwischen den beiden Staaten allerdings abgekühlt. 15 der 19 Attentäter waren saudische Staatsangehörige. Eine weitere Belastung der Beziehung zu den USA ist, dass die meisten Insassen des Guantánamo-Gefängnisses saudische Staatsbürger sind.
Saudi-Arabien war 1981 Gründungsmitglied des Golf-Kooperationsrats (Gulf Cooperation Council, GCC).
Das Land befindet sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand mit Israel.
Während des dritten Golfkrieges (2003) verweigerte Saudi-Arabien den USA die Nutzung ihrer Militärstützpunkte auf saudischem Boden, was zu einer weiteren Abkühlung des Verhältnisses zu den USA geführt hat. Das Hauptquartier der US-Truppen wurde deshalb nach Katar verlegt.
[...] Es gibt keine politischen Parteien. Gewerkschaften sind vom König offiziell verboten. Traditionellerweise hat jeder Bürger anlässlich öffentlicher Audienzen Zugang zu hohen Offiziellen und das Recht, sich mit Petitionen direkt an sie zu wenden.
[...] In Saudi-Arabien sind die Rechte der Frauen sehr stark eingeschränkt, amnesty international verwendet den Begriff Menschen zweiter Klasse. Inzwischen ist es zwar Pflicht, dass jede Frau einen Personalausweis besitzt, das Land darf aber ohne Genehmigung nicht verlassen werden. In Saudi-Arabien ist Frauen das Lenken von Kraftfahrzeugen in der Stadt strikt untersagt. Im Oktober 2005 bestätige König Abdullah, dass sich daran in nächster Zeit nichts ändern werde. Erst seit 1966 dürfen Frauen Schulen besuchen. Inzwischen ist im Bildungssektor die Liberalisierung so weit vorangeschritten, dass die Mehrheit der Studenten Frauen sind. Sie müssen ihre Vorlesungen allerdings am Bildschirm verfolgen, da in der Universität wie im gesamten öffentlichen Raum der Grundsatz gilt, dass Frauen keinerlei Kontakt zu nichtverwandten Männern haben dürfen.
Frauen besitzen derzeit weder das aktive noch das passive Wahlrecht, sie sind also politisch rechtlos. Daher bekleiden sie auch in der Regierung, die mehrheitlich von Mitgliedern des Königshauses gestellt wird, keine Positionen. Viele Berufe waren ihnen nicht zugänglich, heute ist den Frauen fast jeder Beruf zugänglich, allerdings unter der Voraussetzung strikter Geschlechtertrennung am Arbeitsplatz.
In Saudi-Arabien ist es für Frauen strafbar, sich allein mit einem nicht verwandten Mann in einem geschlossenen Raum aufzuhalten. Körperstrafen wie Auspeitschung sind gängige Strafen.[4]
Seit einigen Jahren bemüht sich die Regierung um partielle Maßnahmen zur Liberalisierung. So wurden bei den letzten Wahlen der Handelskammer auch zwei Frauen in den Vorstand gewählt.
Schleierpflicht: Der Schleier soll den ganzen Körper mit Ausnahme von Gesicht und Händen bedecken und soll einfach gearbeitet und nicht anziehend sein, so dass Männer davon aufmerksam gemacht würden. Gerne gesehen ist es aber auch, dass Frauen ihr Gesicht und ihre Hände verschleiern, dies wird als besonders anstandsvoll angesehen, ist aber keine Pflicht. Der Gesichtsschleier ist vor allem unter verheirateten Frauen verbreitet. Der Halbgesichts- oder Mundschleier ist ebenfalls oft zu sehen.
Männliche Vormundschaft: Frauen in Saudi-Arabien unterliegen immer einer männlichen Vormundschaft. Der männliche Vormund ist bis zur Ehe in der Regel der Vater, die Brüder oder ggf. ein Onkel. Ab der Ehe ist der Ehemann der männliche Vormund. Der männliche Vormund ist für die Straftaten der Frau mitverantwortlich, bei kleineren Delikten ist es oft der Fall, dass der männliche Vormund sich vor Gericht zu verantworten hat, bei größeren Delikten in der Regel beide. Ab 2004 dürfen Frauen ihre Firmen selber führen d. h. die eigene Verantwortung dafür tragen.
Frauen können sich vor Gericht von ihrem männlichen Vormund entbinden lassen, müssen dafür aber nachweisen können, dass dieser sie misshandelt, vergewaltigt, quält oder zwingt, Dinge zu tun, die nicht mit dem Islam vereinbar sind (z. B. Prostitution oder analer Geschlechtsverkehr). Der männliche Vormund wird für diese Vergehen daraufhin automatisch zur Rechenschaft gezogen, außer es gibt nach der Entbindung eine außergerichtliche Einigung zwischen Mann und Frau (z. B. Entschädigungsgeld, Sorgerecht für Kinder). Nach einer Scheidung hat normalerweise immer der Mann das Sorgerecht für die Kinder, außer die Frau kann nachweisen, dass der Mann "schädliche Neigungen" hat, antireligiös oder einfach nicht in der Lage ist, Kinder großzuziehen. Bei über 70% der Scheidungen behält der Mann das Sorgerecht, außer der Vater ist ein sog. Murtadd. In diesem Fall wird der Mutter das Sorgerecht zugeteilt und der Vater kann sogar zum Tode verurteilt werden. Nach einer Scheidung muss die Frau mindestens vier Monate warten, um erneut zu heiraten. Das Gesetz ist direkt dem Koran entnommen und soll Missverständnisse bei der Vaterschaftsfrage ausschließen.
Homosexualität: Homosexualität ist in Saudi-Arabien ein schweres Verbrechen; so wurden bisher 103 Männer wegen homosexueller Handlungen festgenommen und zu 14.200 Peitschenhieben verurteilt.
Nach offiziellen Zahlen wurden bisher vier Männer wegen Homosexualität hingerichtet, die Anzahl kann jedoch auch höher liegen. Homosexuelle Handlungen stehen unter schwerer Strafe wie Peitschenhiebe und Gefängnis, können aber auch mit dem Tode bestraft werden. Auf homosexuellen Geschlechtsverkehr steht die Todesstrafe. Bisher wurden nur Männer für diese Straftat verurteilt, ein Fall von weiblicher Homosexualität ist bisher in Saudi-Arabien nicht bekannt. Das Verbot der Homosexualität wurde Ende 2005 durch eine Fatwa durch den Rat der Geistlichen weiter verschärft.
Aus: "Saudi-Arabien" (12/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Saudi-Arabien-.- Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Saudi-Arabiens
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« Reply #12 on: January 10, 2008, 11:28:08 AM » |
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[...] Als erste Stadt in Schweden hat Sundsvall grünes Licht für barbusiges Schwimmen von Besucherinnen im Hallenbad gegeben. Wie die Zeitung "Svenska Dagbladet" berichtete, reagierten die Behörden der kleinen Hafenstadt im Osten des Landes damit auf Aktionen junger Feministinnen, die aus Protest gegen das bisher überall geltende Verbot von weiblichen "oben ohne" ihre Oberteile in mehreren Schwimmhallen abgelegt hatten. Ihr Netzwerk "Bara Bröst" ("Nackter Busen") will bei der Kleiderordnung die Gleichberechtigung gegenüber Männern durchsetzen und sich gleichzeitig gegen die "umfassende Sexualisierung des Busens" zur Wehr setzen. Nach den in den Medien stark beachteten Aktionen der Frauen hatte der Gleichberechtigungs-Ombudsmann Klagen des Netzwerkes abgewiesen. Der überall in Schweden geltende Zwang zur Bedeckung der weiblichen Brust in Hallenbädern sei Teil von "üblicherweise unterschiedlichen Normen dafür, was Frauen und Männer zeigen sollten", hieß es zur Begründung. Die Feministinnen wurden bei ihren Protestaktionen von Bademeistern beiderlei Geschlechts stets aus den Hallen verwiesen.
Aus: "Gegen Sexualisierung des Busens - Oben ohne im Hallenbad" (Mittwoch, 9. Januar 2008) Quelle: http://www.n-tv.de/901597.html
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« Reply #13 on: January 24, 2008, 01:13:09 PM » |
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[...] London - Dani Graves, 25, und seine Verlobte Tasha Maltby, 19, aus dem nordenglischen Dewsbury, reichten eine Beschwerde bei dem Busunternehmen "Arriva Yorkshire" ein, berichtet die BBC.
Die beiden Gothic-Fans, die sich strikt schwarz kleiden und schminken, haben einen besonderen Fetisch: Dani führt seine Verlobte Tasha an einer Hundeleine herum: "Sie ist ziemlich animalisch, sie ist nicht nur meine Lebensgefährtin, sondern auch so eine Art Haustier für mich", sagte Graves der BBC.
Er "tue alles" für Tasha, so Graves, er suche ihre Kleidung aus, füttere sie und mache das Haus sauber. "Von Ihrer Katze oder Ihrem Hund würden Sie ja auch nicht erwarten, dass die den Abwasch machen oder putzen", sagte Graves.
Neugierige Blicke ob ihres merkwürdigen Verhaltens seien sie gewöhnt, aber was sie nun im öffentlichen Nahverkehr erlebten, empfanden die beiden als "diskriminierend": Das Paar musste nach Beschwerden von anderen Mitfahrern zunächst einen Linienbus verlassen, dann wurde ihnen die Mitfahrt in einem anderen Bus verwehrt: "Das sind öffentliche Transportmittel. Wir hatten einen Fahrschein, wir haben alles gemacht, was vorgeschrieben ist."
"Arriva Yorkshire" kündigte an, die Beschwerde untersuchen zu wollen. Man nehme die Diskriminierungsvorwürfe sehr ernst, habe jedoch im Sicherheitsinteresse des Paares und der anderen Passagiere gehandelt: "Wenn Frau Maltby eine Leine trägt und der Bus plötzlich bremsen muss, könnte es für sie und andere gefährlich werden", sagte ein Unternehmenssprecher der BBC.
pad
Aus: "FETISCH: Busverbot für Frau an Hundeleine" (24. Januar 2008) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,530634,00.html
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« Reply #14 on: February 09, 2008, 04:11:57 PM » |
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[...] Aktfotos nackter Männer mit erigiertem Geschlechtsteil in einem Kalender sind nach Auffassung des Berliner Kammergerichts keine verbotene Pornografie. Der 4. Strafsenat bestätigte den Freispruch des Verlegers durch ein Berliner Amtsgericht. Der für Homosexuelle gedachte Kalender sei nicht reißerisch auf die Erregung sexueller Reize ausgerichtet und mache die Männer nicht zum bloßen Objekt sexueller Begierde, argumentierten die Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Kalender aus dem Jahr 2004 als Verbreitung pornografischer Schriften beanstandet. Das Kammergericht verwarf ihre Revision und beendete damit einen Jahre lang schwelenden Rechtsstreit um die im Internet angebotenen Kalender. Das Gericht orientierte sich an der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach sexuelle Vorgänge nicht "grob aufdringlich" in den Vordergrund gedrängt werden dürfen. Bei der Betrachtung des Gesamtkunstwerks sei zu erkennen, dass die Darsteller einen selbstbewussten Eindruck hinterlassen, urteilten die Berliner Richter. Schon das Amtsgericht fand, "die Männer ließen sich gern und freiwillig fotografieren". Der Verleger hatte sich im Prozess für eine "offene und ehrliche Selbstdarstellung des Mannes" eingesetzt.
Aus: "Jetzt ist es amtlich: Erigierter Penis kein Porno" (Freitag, 8. Februar 2008) Quelle: http://www.n-tv.de/916245.html
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