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« Reply #15 on: July 10, 2007, 03:16:10 PM » |
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[...] Dabei macht es die besondere Lässigkeit der Oberschicht aus, dass ihre Mitglieder überhaupt keinen Witz und keine herausragenden Anlagen beweisen müssen, solange sie unter sich sind. Das Flügelschlagen ist eine bürgerliche Angestrengtheit. Entspannte Erhabenheit über alle Verdienste sorgt in Adelskreisen für eine gesunde Gemütlichkeit - je schlichter der einzelne im Gemüt, desto kerniger verkörpert er die Unerschütterlichkeit der Werte seiner Welt.
Hat das Buch eine Lehre? Vielleicht diese: Intelligenz, Witz, Schönheit, Leistungsfähigkeit - alles schön und gut, aber auf Dauer ist es doch angenehmer und für die Nerven beruhigender, auch mittelmäßige Vertreter der eigenen Klasse um sich zu haben, die einem die schöne Gewissheit geben, dass der eigene Lebensstil nicht an die Launen eines Tages gebunden ist.
Aus: "Sozialer Aufstieg: "Snobs": Hoch heiraten" Von Ijoma Mangold (08.05.2007) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt8l1/kultur/artikel/175/113062/
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« Reply #16 on: November 15, 2007, 02:07:43 PM » |
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1. Sie tragen T-Shirts mit Botschaften auf der Brust. 2. Sie glauben an den Fußballgott. 3. Die Triebfeder Ihres Handelns ist das Erlangen möglichst vieler, nicht selbst verursachter Orgasmen. 4. Deren Armut kotzt Sie an. 5. In Ihrem Schlafzimmer befindet sich mindestens ein Kuscheltier. 6. Für Ihren Stil lassen Sie sich von Magazinen inspirieren, die unter fünf Euro kosten. 7. Sie bewundern Don Corleone, den Paten, für seine Stärke. 8. In manchen Fällen fänden Sie die Todesstrafe gar nicht so schlecht. 9. Hartz IV ist für Sie eine Art Subvention der Schwarzarbeit. 10. Wenn Sie an der Macht wären, wüssten Sie, was zu tun wäre. 11. Am wohlsten fühlen Sie sich noch immer im Jogging-Anzug. 12. Die RTL 2 Nachrichten interessieren Sie mehr als Sie zugeben. 13. Wenn Sie ein neues Handy haben, probieren Sie ihre neuen Klingeltöne in öffentlichen Verkehrsmitteln aus. 14. Ihr Englisch haben Sie aus Hiphop-Songs gelernt. 15. Wenn Sie sich belohnen wollen, essen Sie an der Currywurstbude. 16. Wenn Sie nicht mehr weiter wissen, werden Sie einfach immer lauter. 17. Sie haben beim Finale von Titanic geweint. 18. Sie haben Ihr Auto modifiziert. 19. Ihre Frisur war in einem vorigen Jahrzehnt der Hit. 20. Sie denken, Verona Feldbusch tut nur so, als wäre sie dumm. 21. Sie geben mindestens 40 Prozent Ihres Nettogehaltes für Markenklamotten aus. 22. Mindestens einer Ihrer Bekannten heißt Justin. 23. Sie pinkeln unter der Dusche. 24. Sie haben immer ein paar schlüpfrige Witze parat, um die Stimmung aufzulockern. 25. Sie beschimpfen Ihren Computer, obwohl er Sie nicht hören kann. 26. Von 25 Prozent Ihrer Freunde kennen Sie nur ihren Spitznamen, nicht den richtigen. 27. Kurz vor dem Aussteigen pupsen Sie auch mal in Fahrstühlen. 28. Sie haben mehr als vier Bücher von Steven King gelesen. 29. Manchmal beneiden Sie Dieter Bohlen. 30. Sie sind sich nicht sicher, was Prolet heißt. OnkelHeini meint: 15-11-2007, 08:50 Uhr
31. Sie sind am Körper mit sonderbaren Mustern und fernöstlichen Symbolen bemalt 32. Sie tragen Kleidung, welche anderen Mitmenschen den Blick auf (31.) aufnötigen 33. Sie "modifizieren" nicht nur Ihr Auto, sondern auch ihren Körper durch blitzende Teile 34. Ihr Nachwuchs trägt Namen, wie Luka-Fynn, Marvin, Yannick usw. 35. Sie rasieren sich (als Mann) nicht nur im Gesicht und machen sich verächtlich über andere, die das nicht so machen. 36. Ihre beste Sonntagskleidung ist kein schöner Anzug, sondern Ihr bei "New Yorker" erworbenes Outfit 37. Sie sind der festen Überzeugung, das Recht zu haben, viermal im Jahr, ohne Rücksicht auf die Nachbarschaft, es "richtig krachen" zu lassen
Stefan meint: 15-11-2007, 09:20 Uhr
38. Sie gehen hauptsächlich in Großraumdiscos 39. Zu 38. auch nur wenn winw 1€-Party ist 40. Sie tragen eine Kurzhaar-Frisur mit blonden Strähnen 41. Sie gehen regelmäßig ins Solarium, obwohl es Ihnen nicht bekommt 42. Sie haben immer die neusten Chart-Hits auf ihrem Handy und hören sie im Lautsprecher Modus 43. Ihre Sonnenbrille hat nicht mehr als 20€ gekostet 44. Sie tragen außschließlich "G-Star" und "Energie" Klamotten
Christine meint: 15-11-2007, 10:21 Uhr
45. Sie gehen regelmäßig ins Nagelstudio und haben lange Airbrush-Krallen 46. Sie rauchen und beugen sich dabei über den Kinderwagen, in dem Ihr bemitleidenswerter Nachwuchs sitzt 47. Sie haben in Ihrem Leben schon mal ein Buch gelesen. Damals, in der Schule, kurz bevor Sie sie abgebrochen haben 48. Sie lieben Diddlmäuse 49. Sie treffen sich mit Ihren Freunden nicht im Straßencafé, sondern im Solarium oder an der Fitneßstudio-Bar 50. Sie haben immer das allerneuste Handy und den allerneuesten Flatscreen-Fernseher und verbringen ganze Samstage bei Saturn 51. Ihr Kind bekommt noch im Krabbelalter einen eigenen Fernseher ins Zimmer 52. Sie gehen aufs DJ Ötzi-Konzert 53. Sie finden Buffalos immer noch toll 54. Bildung interessiert Sie nicht. Museen, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge etc. sind nur was für Streber 55. Sie glauben, daß jeder Dr. ein Arzt ist 56. Sie fliegen zum Urlaub in die Dom. Rep. und freuen sich, daß dort alles so geil billig war 57. Sie schmücken Ihre Wohnung mit Harlekins und großen Fächern 58. Auf Ihrem Auto steht "Cherasette-Chantal an Bord" oder "Kenwood" plus Tribal-Autoaufkleber oder Vornamen-Nummernschild auf der Hutablage 59. Ihr kleiner Sohn hat einen Beckham-Iro und Gel in den Haaren 60. Beim Burger King lernen Sie immer die geilsten Weiber kennen
Keule meint: 15-11-2007, 11:21 Uhr Ich sehe, Ihr wisst alle Bescheid !
61. Sie glauben, Wrestling ist echt und nicht getürkt! 62. Wenn Ihr Mann wieder mal besoffen ist, machen Sie dem Nachbarn schöne Augen und fummeln mit ihm in der Küche. 63. Sie finden Ihr "Arschgeweih" immer noch total cool und crazy und laufen deswegen auch im Winter mit freiem Rücken rum. 64. Bier aus der Dose ist lecker und eine Flasche Wein für 2,99 ist "ziemlich gutes Zeug". 65. Diese bescheuerten Fuzzis vom Amt wollen mir immer Gutscheine für Lebensmittel geben. Die gehen aber nicht für Lullen und Stoff.
hammelbraten meint: 15-11-2007, 11:28 Uhr
61. "Nachher" fragen Sie immer Ihre Partnerin mit einer Zigarette im Mund: "Hat es Dir auch soviel Spaß gemacht (wie mir)"? 62. Beim Sex wird alles ausgezogen, nur die Socken nicht! 63. Goldkettchen und Siegelringe sind in der Szene auch (immer noch) willkommen - allerdings nur in Verbindung mit aufgeknöpften Oberhemden. 64. Weiße (oder braune) Schuhe zu dunkler Bekleidung ist ein Muss. 65. Abba sind für Prols die Krönung! 66. Dalmatiner (große weiße Hunde mit schwarzen Einschüssen - oder umgekehrt). Allerdings in lasierter Keramik und vor dem Sofa sitzend. 67. Die Eltern erzählen auf Feten gerne und ausdauernd, dass ihr Sohnemann ohne das schöne alte Lied "Live is live!" nicht einschlafen kann. 68. Ein- bis zweimal in der Woche ist "Familientag" - und das auch nur zu festgelegten Zeiten. 69. Für die Silikonrestaurationen werden Kredite aufgenommen. 70. Kerner ist der Beste - und die Nachmittagssendungen von RTL und Sat 1 sind auch nicht zu verachten. Auf jeden Fall sind sie besser, als die Vormittagssendungen. 71. Da war doch jemand, der die Autobahnen gebaut hat. Der war gar nicht so schlecht! 72. Urlaub in Tirol (egal, woran wir sterben). 73. Die Einrichtung muss günstigstenfalls von Ikea sein - zu Not tut's auch Gelsenkirchener Barock oder die bei 68er-Prols beliebten Sperrmüllerzeugnisse. Na sowas! meint: 15-11-2007, 11:43 Uhr Punkt 10: "Wenn Sie an der Macht wären, wüssten Sie, was zu tun wäre." ist der entscheidende Indikator. Trifft auf die meisten Kommentar-Schreiber bei welt.de zu.
Frank Abel meint: 15-11-2007, 13:50 Uhr Bei mir war es knapp: 12 Jas immerhin. Ich bin froh, dass ich nicht eröffnen muss, welche das sind...
Aus: " Kolumne "Ab 18": Der große Selbsttest: Bin ich ein Prolet?" Tobias Schönpflug (15. November 2007) Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article1364113/Der_grosse_Selbsttest_Bin_ich_ein_Prolet.html
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« Reply #17 on: November 23, 2007, 10:24:44 AM » |
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[...] Grünen-Finanzexperte Oswald Metzger polarisiert. Er kritisierte Sozialhilfe-Empfänger als Menschen, deren Lebenssinn oft darin bestehe, "Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen". Die Partei tobt, doch Metzger beharrt auf seiner Einschätzung. Und denkt über einen Parteiaustritt nach. Der in der eigenen Partei scharf kritisierte baden-württembergische Grünen-Landtagsabgeordnete Oswald Metzger hält an seinen umstrittenen Äußerungen über Sozialhilfeempfänger fest. Der „Schwäbischen Zeitung“ sagte er: „Ich bleibe bei meinen Äußerungen, aber das ist keinesfalls ein Pauschalurteil. Bei manchen Sozialhilfe-Empfängern in der zweiten oder dritten Generation gibt es eine Antriebsarmut von klein an.“
Umfrage: Der Grünen-Politiker Oswald Metzger kritisiert, viele Empfänger von Hartz IV seien hauptsächlich an Alkohol und Kohlehydraten interessiert. Ihre Reaktion?
21% Das ist eine Unverschämtheit, er sollte sich sofort entschuldigen 3% Das ist dreist, er sucht nach einem Anlass, aus der Partei auszutreten 59% Das ist politisch vielleicht nicht korrekt, aber durchaus wahr 8% Das fällt für mich unter Meinungsfreiheit 9% Wer ist Oswald Metzger?
Aktuell: 3026 Stimmen
„Für mich ist entscheidend, wie viel Realitätssinn beim Bundesparteitag herrscht“, hielt Metzger dagegen. Beim Bundesdelegiertentreffen in Nürnberg an diesem Wochenende wird auch über die heftig umstrittene Frage eines Grundeinkommens für jedermann debattiert. Dies lehnt Metzger strikt ab. Nachdem der Parteitag der Südwest-Grünen Mitte Oktober in Heilbronn einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte, stellte der Grünen-Politiker öffentlich seinen Austritt aus der Partei in Aussicht. Nun kündigte der wegen seiner wirtschaftsliberalen Ansichten bekannte Finanzexperte an: „Ich werde für meine Position kämpfen und Änderungsanträge beim Parteitag einbringen.“ Damit will Metzger das vorgeschlagene Modell einer verbesserten Grundsicherung ändern. Vor allem der Rückhalt in der Stuttgarter Landtagsfraktion habe ihn dazu bewogen, für seine Vorstellungen in der Partei einzutreten und nicht vorzeitig seine Mitgliedschaft aufzugeben. „Ich habe den Grünen auch viel zu verdanken“, meinte der 52-jährige Politiker. Coboldt meint: 22-11-2007, 07:13 Uhr Wo er Recht hat, da hat er Recht.
Das ewige Gejammer über staalich verordnete Armut! Schaue ich Reportagen über Harzis, liegen immer Handys und Markenzigaretten auf dem Tisch. Guck ich bei Penny, was die so in den Einkaufswagen werfen - Chipstüten und Fertiggerichte. Ich koche da lieber günstig selbst.
Toni aus Schwaben(der sich Sorgen macht) meint: 22-11-2007, 07:21 Uhr ...wie mehr die Oberen machen und Managergehälter kassieren,desto weniger fällt dennen etwas zu -die Elitemässig (durch Elite Reformen und Umschichtung-nach Unten ,zerdrückt-sind...........Die Gesundheitsfragen die auch noch durch (Industrie und Militär)Vergiftung der Umwelt und Menschen anstehen und auf uns zukommen,werden aber mit der zeit auch die Oberen treffen.Mancher merkt es schon in Ihrem denken-die Unteren in Alkohol-Streß und Trocken und die Oberen in Gehätern-raffen-Gier und Globalem Elite-Kriegs-W...sinn.Statt auf ein Normales Miteinander zu kommen und normales verteilen zu würdigen(gleiches Einkommen für Alle-gesund und Qualität,wird immer mehr auf gegeneinander-extremes und Zerstörerisches gesetzt.Der Turm zu Babel scheint umzukippen.....
Ich kann es nicht mehr hoeren meint: 22-11-2007, 07:37 Uhr Ich finde es einfach dumm ueber so etwas Meinung zu machen und mit der (die Gute seite) und die ( boese Seite) Spielchen die Leute zu polarisieren. Der Herr Metzger sollte lieber zum Unterschichten TV oder zur Bild gehen da findet sich Publikum die wie auch in diesen Kommentaren sagen und Schreiben er hat Recht die Harz IV Empfaenger sind selbst Schuld..... Leute seid liber Froh das Ihr zum bevorstehenden Weinachtsfest euren Kindern,Frauen, Freunden etwas kaufen und Schenken koennt. Es giebt Leute die koennen es nicht und der Herr Metzger sollte einmal mit Harz IV Empfaengern sprechen um sich ein reales Bild dieser Leute zu machen und nicht auf unterstem Level Politik zu machen
Ed Uscho meint: 22-11-2007, 07:40 Uhr Das übliche Rumgekloppe vom täglichen Mob auf Minderheiten, die keine Lobby haben.
Jos meint: 22-11-2007, 07:47 Uhr Die Meinung Oswald Metztgers ist bekanntlich die Meinung der meisten Grünen. Das die Grüne Hartz-Partei jetzt - öffentlich - nicht zu ihrer eigenen Politik stehen will ist doch lächerlich, denn Metzger kann sich zumindest der schweigenden Zustimmung der meisten Grünen sicher sein. Zu einem Parteiaustritt besteht also keinerlei Anlass. Das Büttikofer u.a. Grüne jetzt plötzlich auf Sozial machen, nimmt ihnen nach ihrer Politik der letzten Jahre, doch sowieso niemand mehr ab.
gerhardq meint: 22-11-2007, 07:49 Uhr Wieder mal ein Politiker, der zu allem seinen Senf zugeben muß, ohne irgendwelche Ahnung zu haben. Herr Metzger war selbst im Bundestag, er war also in der Lage, für entsprechende Bedingungen der Sozialhilfe-Empfänger zu sorgen. Also soll er jetzt nicht dumm rummaulen. Vom bedingungslosen Grundeinkommen hat er überhaupt keine Ahnung, er brilliert hier durch gezeigtes Nichtwissen. Das bedingungslose Grundeinkommen wird wahrscheinlich die einzige Mögllichkeit sein, einen sozialen Staat einigermaßen aufrecht zu erhalten. Aber wer von staatlichen Pensionen sehr gut lebt, kann sich die Nöte und Sorgen von Erwerbslosen nicht vorstellen.
arme sau meint: 22-11-2007, 08:38 Uhr bin sozialhifeempfänger und auch nur am saufen.. recht hat er
Ben meint: 22-11-2007, 08:54 Uhr Metzger währe in der FDP besser aufgehoben als Mitglied des INSM.
gGmbH ist erstrebenswert meint: 22-11-2007, 09:00 Uhr Das Problem sind nicht die Sozialhilfeempfänger, sondern es wird einfach immer mehr Jobs unter dem Existenzminimum angeboten, weil der Staat bereitwillig zuzahlt.
Dafür werden z. B. im Wahlkreis von Herrn Metzger die Pflegeheime einfach in gGmbHs umgewandelt, damit sie die Steuerbegünstigungen abrufen und Ein-Euro-Jobber einstellen können - vermutlich ist es im übrigen Deutschland genauso.
Jetzt soll mir mal einer erklären, warum ein Pflegeheim, das ordentliche Honorare für seine Dienstleistung in Rechnung stellt, ein gemeinnütziger Verein sein soll.
Dazu kommt, das die Berichterstattung in der Lokalpresse den Eindruck erweckt, dass es sich um eine städtische Einrichtung handelt und über Zuschüssen beschlossen wird.
Das Geschäft mit den "Sozialschmarotzer" läuft doch recht gut für unsere Politik und die, die an diesen Geschäften unter dem Deckmantel solcher Gesellschaften beteiligt sind.
Kammerjäger meint: 22-11-2007, 09:10 Uhr Wo er Recht hat - - da hat er Recht ! Es heisst ja auch "Assi" u. "Geschwartl"... Das sind die, welche nichts auf die Reihe kriegen. dd meint: 22-11-2007, 09:20 Uhr Faulheit ist ein menschliches Laster und sollte nicht auch noch gefördert werden, ein Tritt in den Arsch wirkt manchmal Wunder.
Fragender meint: 22-11-2007, 09:24 Uhr @ Marco Vogt. Wer hat denn in Deutschland die Arbeitslosigkeit produziert ? Der Bürger selber? Die Wirtschaft? Die Politiker? Oder Wirtschaft und Politiker?
[...] pingpong meint: 22-11-2007, 09:40 Uhr
[...] Wenn Sie und Ihresgleichen nicht in den nächsten Jahren endlich ein Erweckungserlebnis haben, die Realität anerkennen und endlich Ihren Arsch hochbekommen, dann werden Sie alle noch erleben, was harte Arbeit bedeutet angesichts eines Konkurrenzkampfes mit fleissigen Nationen wie China, Indien oder den freien früheren Ostblockländern. Die Menschen dort sind nicht dümmer als wir, aber dafür sind sie fleissiger, und sie wissen, dass man Wohlstand nur durch Lernen und Arbeit erreicht.
Die Kassen in Deutschland sind leer, und was meinen Sie wohl, was gutausgebildete und fleissige Bürger wie z.B. ich tun werden, wenn die Abgabenlast hierzulande von Jahr zu Jahr weiter steigt und wir arbeitenden Bürger uns noch von Arbeitsverweigerern wie Ihnen für unseren Fleiss beschimpfen lassen müssen?
Aus: "Empörung über Kritik an Sozialhilfe-Empfängern" (22. November 2007) Quelle: http://www.welt.de/politik/article1387450/Empoerung_ueber_Kritik_an_Sozialhilfe-Empfaengern.html-.- [...] Ingolstadt - Gerade stand er noch im Rampenlicht der IAA in Frankfurt, jetzt testet ihn die frisch gekürte Kanzlerin: den Audi A8 Security. Gepanzert gegen Sprengstoff, Scharfschützengewehre und Handgranaten, könnte der schwere Junge in Zukunft Angela Merkel beschützen - wenn er den Test auf Herz und Nieren und Praktibilität im Kanzlerinnen-Alltag besteht. Zwei der rund ein Viertel Million Euro teuren Hochsicherheitswagen der Langversion hatte das Bundeskriminalamt (BKA) bei den Ingolstädtern zur Probe geordert.
Aus: "LUXUSPANZERLIMOUSINE: Merkel testet Audi A8 Security" Von Antje Blinda (SPON, 23. November 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,387769,00.html
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« Last Edit: November 23, 2007, 10:26:53 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #18 on: November 24, 2007, 09:49:44 PM » |
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[...] Im vergangenen Jahr fielen rund 55.000 Brasilianer einem Tötungsdelikt zum Opfer - aktuellen Schätzungen zufolge starben damit in Brasilien einige Tausend Zivilisten mehr als in dem seit drei Jahren andauernden Irak-Krieg. Das lateinamerikanische Land mit rund 185 Millionen Einwohnern hat seit Jahren eine extrem hohe Mordrate und zerfällt stark in eine reiche und eine arme Bevölkerungsschicht. Millionen Menschen leben in städtischen Slum-Gebieten, in denen die Polizei wenig Einfluss hat und Waffen verbreitet sind. Durch Initiativen zur Reduzierung der Gewalt konnte die Mordrate im vergangenen Jahr einem Vertreter des Justizministeriums zufolge leicht gesenkt werden. In Städten wie Rio de Janeiro gaben Bürger freiwillig Tausende Waffen ab. Eine Volksabstimmung zur Durchsetzung eines Waffenverbots scheiterte jedoch im vergangenen Jahr. Als einer der Gründe dafür wurde das fehlende Vertrauen in die Polizei genannt.
Aus: "Mordrate in Brasilien: Mehr Tote Zivilisten als im Irak" (26. September 2006) Quelle: http://www.n-tv.de/714166.html
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« Reply #19 on: December 20, 2007, 12:24:00 PM » |
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[...] 19. Dezember 2007 Die Klassengesellschaft existiert noch, jedenfalls in der Bahn. Hier trennt das Bordrestaurant sorgsam die Erste von der Zweiten Klasse. Doch die egalitäre Gesellschaft drängt in die Welt der Ledersitze. Jedenfalls beim Aussteigen: In Kopfbahnhöfen wie Frankfurt, München oder Leipzig, in denen Züge mit der Ersten Klasse voraus einfahren, Reisende der Zweiten Klasse aber den Vorsprung der privilegierten Passagiere nicht hinnehmen wollen, schiebt sich regelmäßig ein Rudel von Rollkofferziehern nach vorne durch die bessere Gesellschaft - zu deren Ärger.
Die Bahn schreitet nun ein. Und dies, obwohl ihr sonst so ziemlich alles egal ist, was an Bord ihrer Züge passiert, von Sitzbelegungen mit Mänteln und Koffern bis hin zu lautesten Telefonaten. In diesem Fall aber mahnt die Bahn seit kurzem mit der Ansage: „Mit Rücksicht auf die Gäste der Ersten Klasse bitten wir Passagiere der Zweiten Klasse, nur die Ausgänge in der Zweiten Klasse zu benutzen.“ Klassentrennung also, wenngleich einseitig. Denn der Durchgang ist semipermeabel: Zwar werden selbst bei berstender Überladung die Zweite-Klasse-Passagiere aus den Gängen der Ersten Klasse verscheucht, doch niemand erhebt Protest, wenn ein Erstklässler mal nachsieht, wie es beim Volk so zugeht. Nicht so sehr erfreulich, um das mindeste zu sagen, und je voller, desto doller.
Eindrücke aus täglicher Bahnfahrt der vergangenen Wochen: Eine Geschäftsfrau beschwert sich beim Zugbegleiter in einem zu zwei Dritteln besetzten Zug, die Bahncomfortplätze seien wieder einmal unberechtigt belegt - sie weist auf eine Mutter mit kleinem Kind, die sie der Plätze verwiesen sehen will. Ein junger Mann reißt ein altes, nebeneinander sitzendes Ehepaar mit Hinweis auf seine Reservierung auseinander, den freien Sitz eine Reihe weiter will er nicht einnehmen, „aus Prinzip“.
Das Gerangel um die wenigen nichtreservierten Plätze, das mit dem Einsatz aller Mittel bereits am Bahnsteig beginnt, erreicht seinen Höhepunkt mit einem Mann, der einen Zugbegleiter beim Versuch, die Hebebühne für eine Rollstuhlfahrerin in Position zu bringen, zur Seite drängelt. Der Bahn scheint's egal. Oder ist sie der Wächter in einem soziologischen Experiment, an dem wir alle teilnehmen? Dann wäre auch das klar: Solange wir Volksfahrer uns so benehmen, gilt in Bezug auf die Erste Klasse wörtlich Exklusivität: Wir müssen leider draußenbleiben.
Aus: "Klassentrennung: Alles egal bei der Bahn" Von Tilmann Lahme (Text: F.A.Z., 20.12.2007, Nr. 296 / Seite 33) Quelle: http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/Doc~EB6647F188A6F4A949F1D19A3B6CD8A7C~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_feuilleton
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« Reply #20 on: February 10, 2008, 11:42:38 AM » |
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[...] Wo Bourdieu sich noch durchgängig leise angewidert davon zeigte, wie die sozial Schwachen von den sozial Starken Millimeter für Millimeter abgehängt und am Ende eben auch ästhetisch-körperlich zu einer quasi-aussätzigen Kaste gestempelt werden, gilt heute von Paul Nolte bis "Süddeutsche" der triumphierend-missbilligende Blick von oben auf die da unten. Es wird nicht länger nüchtern gezeigt, wie sich Milieus ökonomisch ausbilden und dann kulturell voneinander abgrenzen. Es wird vielmehr nur noch "gezeigt", wie die arbeitslosen Deppen selber daran schuld sind, wenn sie dick werden, krank und unglücklich.
[...] noch nie bin ich auf die Idee gekommen, dass bessere Esser auch bessere Menschen sein könnten, und niemals könnte ich mich den gerade modischen Denkschulen anschließen, die aus ein paar einsilbigen Eckdaten wie Schulabschluss, Essbudget und Body-Mass-Index gleich ein ganzes Menschen-, wo nicht Gesellschaftsbild zusammen rühren.
In diesem Sinne: Guten Appetit und gute Nacht!
Aus: "FICHTNERS TELLERGERICHT: Kampf dem Klassenmampf" Von ULLRICH FICHTNER ( 08. Februar 2008) Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,533874,00.html
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« Reply #21 on: February 24, 2008, 12:54:41 PM » |
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[...] Wer oder was ist dann aber überhaupt die „Elite“? Und was soll sie dürfen, wenn es sie denn gibt? „Elite ohne Moral“ titelt der aktuelle „Stern“ und zeigt den zurückgetretenen Post-Chef mit diabolischem Grinsen und ein paar Hundert-Euro-Scheinen in der Faust. „Wenn die Elite das Volk verrät“ hieß das Thema am Mittwochabend in der Talkshow „Hart, aber fair“ - bloß spulten SPD-Generalsekretär Hubertus Heil und Guido Westerwelle von der FDP bei dieser Gelegenheit doch nur wieder ihre Wahlprogramme herunter, während Ulrich Wickert den Werte-Onkel ohne Fehl und Tadel gab. Der Elite-Begriff jedoch bleibt auch weiterhin diffus - und gleichzeitig so brisant, dass vor allem Politiker die bürokratisch klingende, neutralere Worthülse „Leistungsträger“ bevorzugen. Ein gesellschaftlicher Konsens scheint allenfalls insofern zu bestehen, als diese als „Leistungsträger“ apostrophierten Wirtschaftsführer keine Steuern hinterziehen sollen und dass es schöner wäre, ihre Stiftungen verfolgten in Deutschland einen wohltätigen Zweck, anstatt in Liechtenstein als Schwarzgeld-Bunker zu dienen. Aber was wäre das wohl für eine Elite, die nicht von selbst weiß, was sich gehört?
[...] Es mag ja sogar sein, dass in Deutschland grundsätzlich der Pessimismus meist stärker ist als die Zuversicht und dass Ehrgeiz hierzulande gern als Strebertum verunglimpft wird. Aber wäre es nicht trotzdem ganz nett, wenn das von oben herab gern als „Neidgesellschaft“ diffamierte Fußvolk einmal aus dem Munde der sogenannten (beziehungsweise selbsternannten) Elite erführe, mit welchem Recht sie sich überhaupt in dieser Position sieht? Wenn etwa Hans Tietmeyer, ehemaliger Bundesbankpräsident und amtierender Präsident der „European Business School“ gewissermaßen pro domo verlangt, „wir müssen endlich den Begriff der Elite als Leistungselite verstehen und ihn so enttabuisieren“, wüsste man schon gern, ob sich aus dieser Enttabuisierung außer Rechten und Privilegien womöglich auch die eine oder andere Verpflichtung ableiten ließe. Und wenn ja, welche.
Als Julia Friedrichs am Dienstagabend während der Podiumsveranstaltung sagen sollte, welches denn nun ihr Wunschbild von „Elite“ sei, lautete ihre Antwort sinngemäß: Solange in Deutschland ohnehin jeder den Begriff so gebrauche, wie es ihm gerade in den Kram passen, sei es auch sinnlos, sich darüber Gedanken zu machen. Das kann man gut verstehen, und es stimmt nicht gerade zuversichtlich, dass jemand, der sich wie die Autorin mit großer Verve und viel Idealismus auf die Suche nach „Elite“ begeben hat, letztlich mit leeren Händen zurückgekehrt ist. Den zwei Plätze neben ihr sitzenden Eliten-Forscher Michael Hartmann dürfte das allerdings weniger verwundert haben: Einem Zuschauer, der von ihm wissen wollte, ob beispielsweise auch Umweltschützer oder Widerstandskämpfer zur Elite zu rechnen seien, wurde aus wissenschaftlicher Sicht beschieden: Im Wesentlichen zeichneten Eliten sich nur durch zwei Dinge aus, nämlich durch Macht und durch Geld; moralische Ansprüche seien folglich fehl am Platze.
In Deutschland sollten wir diese Lektion mittlerweile gelernt haben.
Aus: "Deutsche Elite: Von wegen Vorbild" Von Alexander Marguier (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.02.2008, Nr. 8 / Seite 55) Quelle: http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~ED1C13F4481CC49248EC0F2343A11D930~ATpl~Ecommon~Scontent.html-.- [...] Michael Hartmann (* 24. August 1952 in Paderborn) ist Professor für Soziologie mit den Schwerpunkten Eliteforschung, Managementsoziologie, Industrie- und Organisationssoziologie an der Technischen Universität Darmstadt. Er ist ein bekennender Sozialist.
In Paderborn besuchte er das Theodorianum und verließ es 1972 mit dem Abitur. Sein Studium von 1971 bis 1976 in Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie, Geschichte, Germanistik und Psychologie an den Universitäten in Marburg und Hannover schloss er mit dem M.A. ab. Im Jahre 1979 promovierte er in Hannover zum Dr. phil.
1983 habilitierte er sich in Soziologie an der Universität Osnabrück. Nach verschiedenen Gast- und Vertretungsprofessuren ist er seit 1999 Professor für Soziologie am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der Technische Universität Darmstadt.
Hartmann bezeichnet sich selbst als „Linker“. In seiner viel beachteten Studie Der Mythos von den Leistungseliten belegt er mit empirischen Daten, dass die so genannte Chancengleichheit beim Zugang zu Elitepositionen in der Bundesrepublik nicht existent ist. Er arbeitet den großen Einfluss heraus, den die soziale Herkunft bei der Besetzung solcher Position spielt. Er selbst setzt sich gegen Studiengebühren an deutschen Universitäten und die Förderung so genannter Eliteuniversitäten ein, da sie seiner Meinung nach nur zu einer Verschlechterung der Hochschullandschaft in Deutschland führen werden. Derzeit arbeitet er an einer Studie, welche sich mit der Frage nach den abschreckenden Wirkungen von Studiengebühren in den Vereinigten Staaten beschäftigt.
Michael Hartmann hat die Biografien von 6500 Doktoren in der Bundesrepublik Deutschland in den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts untersucht, um herauszufinden, ob die soziale Herkunft bei Akademikern mit Doktortiteln relevant sei für den Aufstieg in die Elite. Sein Befund ist, dass die Wirtschaftselite (verstärkt seit Anfang der 90er Jahre) sich aus Abkömmlingen der Wirtschaftselite rekrutiere, dass Arbeiterkinder oder Frauen mit Doktortitel jedoch so gut wie keine Chance haben würden aufzusteigen. Eines zeigen die Bildungs- und Karriereverläufe von promovierten Personen ganz eindeutig: Die soziale Herkunft beeinflusst den Zugang zu Elitepositionen nicht nur indirekt über den Bildungserfolg, sondern auch ganz unmittelbar. Die vom funktionalistischen Mainstream der Eliteforschung vertretene Position, die Rekrutierung der Eliten erfolge vorrangig anhand der individuellen Leistung, hat sich nicht bestätigt.
[...]
Aus: "Michael Hartmann (Soziologe)" (02/2008) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hartmann_(Soziologe)-.- [...] mm.de: Herr Hartmann, Sie haben über Jahrzehnte hinweg die Lebensläufe und Einstellungen von Angestellten und Entscheidern untersucht. Wie kommt ein unbescholtener Manager wie Klaus Zumwinkel dazu - und mit ihm viele andere Wohlhabende -, in diesem Ausmaß Steuern zu hinterziehen?
Hartmann: Das entsteht aus einer Haltung, die sich über Generationen entwickelt hat. In den Chefetagen der Wirtschaft, gerade auch im Mittelstand, herrscht die Meinung vor, dass der Staat Unternehmertum systematisch behindert und hart erarbeitetes Eigentum durch seine Steuern raubt - das könne man sich nicht einfach gefallen lassen. Ganz selbstverständlich wird deshalb gegen gesetzliche Regeln verstoßen.
Der Fall Zumwinkel ist ja nicht der erste Beleg für dieses Phänomen. Denken Sie nur an die Durchsuchungsaktionen im Zusammenhang mit illegal nach Luxemburg transferierten Geldern oder die Batliner-Affäre in den neunziger Jahren. Die damals erwischten Leute sehen bis heute nicht ein, dass Sie Unrecht begangen haben könnten.
mm.de: Wie kann es sein, dass so gebildeten Menschen die Maßstäbe fehlen?
Hartmann: Sie bekommen das von Kindesbeinen an vermittelt. Schon wer in einer Familie von Selbstständigen aufwächst, kann an seinen Eltern beobachten, wie die kreative Vermischung von Geschäft und Privatem systematisch genutzt wird, um Steuern zu sparen.
[...]
mm.de: Der Steuerstaat wird nicht als Autorität anerkannt.
Hartmann: Richtig. Auch das haben diese Schichten verinnerlicht: Dass sie es sind, die die Regeln setzen, nicht die anderen, auch der Staat nicht.
mm.de: In der aufgeregten Debatte der vergangenen Tage weisen Experten darauf hin, dass die Summe, die die große Masse kleiner Steuerzahler unterschlägt, viel schwerer wiegt als die Hinterziehungssünden der Reichen.
Hartmann: Das ist falsch. Bei den oberen 10 Prozent der Bevölkerung - gemessen am Einkommen - bleiben etwa 80 Prozent der Einnahmen aus Vermögen unversteuert. Das zeigen Vergleiche der Steuereinnahmen mit Angaben über die Einkommen aus Vermögen. Sie dürfen nicht vergessen, dass hier die Einsparungsmöglichkeiten auch viel größer sind. Einem Angestellten wird die Steuer abgezogen, bevor das Gehalt überwiesen ist. Erst hinterher darf er seine Ansprüche belegen, wenn er einen Teil der Steuern zurückbekommen will. Bei Vermögenden ist es umgekehrt.
mm.de: Was läuft schief in Deutschland?
Hartmann: Es hat ein Mentalitätswandel stattgefunden. In den 60er Jahren war auch in der Bundesrepublik die Sicht noch relativ weit verbreitet, dass alle in der Gesellschaft ihren Teil am Wohlstand haben sollen und jeder seinen Beitrag dafür auch in Form von Steuern leisten muss. Eine Sicht, die bis heute in Schweden vorherrscht. Unter anderem mit der Konsequenz, dass der Spitzensteuersatz erheblich höher liegt und dass Steuererklärungen grundsätzlich öffentlich einsehbar sind.
Stellen Sie sich vor, da hätte ein Journalist in der Steuererklärung von Herrn Zumwinkel entdeckt, dass seine Vermögenserträge laut eigenen Angaben zeitweise unter dem Sparerfreibetrag lagen - das wäre auch ohne Geheimdienstermittlungen ein Skandal geworden. Das Risiko gehen in Schweden nur wenige ein. In Deutschland dagegen sind Steuererklärungen Staatsgeheimnisse.
mm.de: Welche Mentalität sehen Sie heute als verbreitet an?
Hartmann: Es hat sich die Sicht durchgesetzt, dass prinzipiell alles schiefgeht, wo der Staat seine Finger drin hat - privatwirtschaftliche Lösungen werden als ausschließliches Ideal dargestellt. Mit der IKB zum Beispiel hat sich eine staatliche Bank gehörig verspekuliert und das wird als Beispiel für öffentliche Misswirtschaft herangezogen. Privaten Großbanken wie UBS oder Merrill Lynch erging es aber genauso.
In Spanien hat die staatliche Bankenaufsicht private Banken sogar vor großen Dummheiten bewahrt. Einige Institute fragten an, ob sie außerbilanzielle Gesellschaften, etwa in Irland, einrichten dürften. Die Auflagen waren so unattraktiv, dass sie davon Abstand nahmen. Heute ist unter den Banken mit Abschreibungen auf Subprime-Ausfälle kein einziges spanisches Institut.
mm.de: Können sie sich vorstellen, dass die laufenden Steuerrazzien wie ein reinigendes Gewitter wirken? Wird die Elite tugendhafter?
Hartmann: Ich glaube nicht an eine Besserung der Moral. Der Fall Zumwinkel ist ja nur ein neuer Beleg für ein bekanntes Phänomen. Diese Form der Steuerhinterziehung gibt es seit Jahrzehnten im Stillen, immer wieder mal von Skandalen unterbrochen. Das Selbstverständnis der Steuersünder blieb davon unberührt.
[...] mm.de: Wie wird sich das Verhältnis zwischen der Wirtschaftselite und dem Rest der Gesellschaft weiterentwickeln?
Hartmann: Historisch gesehen war es stets so, dass eine Gesellschaft die Privilegien ihrer Eliten beschneidet, wenn die zu weit gehen. Prominente Beispiele sind die Französische Revolution und - ohne Blutvergießen - der New Deal. Es lässt sich aber nicht vorhersagen, wann solch ein Punkt erreicht ist.
[...]
mm.de: Und in absehbarer Zeit?
Hartmann: Es könnte öffentliche Proteste geben, wie in Frankreich. Für sehr wahrscheinlich halte ich das derzeit nicht. Mittelfristig wird die Kriminalität zunehmen, aus der Kombination von Frust und sozialer Notlage heraus. Die Reichen berührt das aber wenig, weil sie sich weiter abkapseln.
[...]
Aus: "STEUERSKANDAL: Warum sich die Eliten dem Staat verweigern" Von Matthias Kaufmann (22.02.2008) Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,537181-4,00.html-.- [...] Michael Hartmann unterrichtet Soziologie an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Seine Studie "Der Mythos von den Leistungseliten" räumt gründlich mit der Vorstellung auf, wir lebten in einer Welt, in der die besten die besten Jobs bekämen. Die soziale Auslese, so macht Michael Hartmann klar, funktioniert nach anderen Gesetzen.
[...] Zur Elite gehören für Hartmann die Eigentümer oder die Topmanager der vierhundert größten deutschen Unternehmen, die Richter an den Bundesgerichten oder Spitzenpolitiker. Zur Elite im weiteren Sinne zählt Hartmann auch die Inhaber und Leiter von mittelständischen Firmen mit mindestens 20 Millionen Mark Umsatz, die Juristen vom Vizepräsidenten eines Landgerichts oder einem Richter am Oberlandesgericht an aufwärts sowie Politiker beginnend mit einfachen Bundestagsabgeordneten und Oberbürgermeistern von wichtigen Großstädten. Hartmann hat sich die Promotionsjahrgänge 1955, 1965, 1975 und 1985 aus den Ingenieur-, den Rechts- und den Wirtschaftswissenschaften angesehen und untersucht, wer davon in die von ihm definierten Elitepositionen gelangt ist. Dann hat er die Herkunft dieser Sieger untersucht und kam zu seinen niederschmetternden Ergebnissen. Hartmann macht klar, dass je stärker man das Bildungssystem öffnete, desto wichtiger andere Kriterien wurden. Das ist nicht in allen Bereichen mit gleicher Wucht geschehen. Aber man kann sagen, dass je wichtiger der Bereich ist, desto wichtiger werden die Kriterien, die weniger mit Bildung als mit sozialer Herkunft zu tun haben. Hartmann zitiert den Headhunter Eberhard Bremeier - "sein Vater war im Übrigen Vorstandsmitglied bei Siemens", merkt er lächelnd an -, der in einem Artikel in der Wirtschaftswoche vom 22. Februar 2001 feststellte: "Leistung ist kein Differenzierungsmerkmal der Elite mehr, wohl aber die soziale Herkunft."
Wenn man nicht begreift, dass jeder Versuch, denen, die die Macht haben, wenigstens ein Stück davon zu nehmen, nicht nur mit Gegenwehr, sondern auch mit raffinierten Anpassungstechniken an die neuen Gegebenheiten rechnen muss, dann hat man nicht die geringste Aussicht, ein Gemeinwesen so zu organisieren, dass es mit neuen Herausforderungen fertig wird. Alte Eliten verteidigen das Alte. Sie arbeiten daran, mit den neuen Realitäten möglichst nicht konfrontiert zu werden. Michael Hartmanns Buch öffnet uns dafür die Augen.
Aus: "Verlorene Illusionen" (Vom Nachttisch geräumt - Die Bücherkolumne. Von Arno Widmann, 30.06.2004.) Michael Hartmann: "Der Mythos von den Leistungseliten - Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft". Campus Verlag, Frankfurt/Main 2002, 208 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 3593371510. Quelle: http://www.perlentaucher.de/artikel/1641.html#a2
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« Last Edit: May 18, 2010, 12:48:45 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #22 on: March 04, 2008, 12:34:37 PM » |
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[...] So habe sich der Anteil der Niedrigverdiener seit dem Jahr 2000 von 18,9 Prozent auf mehr als 25,4 Prozent erhöht. Der Anteil der Spitzenverdiener sei im selben Zeitraum von 18,8 auf 20,5 Prozent gestiegen. Insgesamt seien in den vergangenen sieben Jahren also fast fünf Millionen Deutsche aus der Mittelschicht in die Randzonen der Gesellschaft abgewandert.
Aus: "Millionen Deutsche ins Abseits gerutscht - DIW-Studie: Mittelschicht schrumpft drastisch" (04.03.2008) Quelle: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,7165685,00.html-.- [...] m Landkreis Saalfeld-Rudolstadt waren Mitte letzten Jahres nach einer aktuellen Auswertung des DGB 794 Arbeitnehmer als Leiharbeiter beschäftigt. Damit hat sich allein in der Zeit von Juni 2003 bis Juni 2007 die Zahl der als Leiharbeiter Beschäftigten mehr als verdoppelt.
Insbesondere im konjunkturellen Aufschwung sei die Leiharbeit rasant gestiegen und ersetze in vielen Fällen reguläre Beschäftigung, heißt es in einer Mitteilung des DGB Ostthüringen. Während die Leiharbeit sich verdoppelt, ist die sozialversicherte Beschäftigung im gleichen Zeitraum sogar um zwei Prozent gesunken. In immer mehr Einsatzbetrieben stellen Leiharbeitskräfte ein Viertel bis ein Sechstel der Beschäftigten.
"Die Unternehmen wälzen damit die Risiken zunehmend auf die Beschäftigten und auf die Sozialversicherung ab , sagte Renate Licht, Vorsitzende der DGB-Region Ostthüringen.
Leiharbeit werde zunehmend missbraucht, um Menschen zu Niedriglöhnen deutlich unterhalb der Entgelte der Stammbelegschaften der Einsatzbetriebe zu beschäftigen. Jeder achte Leiharbeiter sei auf ergänzende Leistungen nach Hartz IV angewiesen. "Leiharbeiter leben oftmals in Angst vor Kündigung und müssen sich ständig auf neue Anforderungen in wechselnden Unternehmen einstellen; die gesundheitlichen Belastungen sind hoch, deswegen wird die niedrige Bezahlung erst recht als ungerecht angesehen , sagte Licht.
...
Aus: "Zahl der Leiharbeiter im Kreis hat sich verdoppelt" (OSTTHÜRINGER Zeitung, 03.03.2008) Quelle: http://www.otz.de/otz/otz.saalfeld.volltext.php?kennung=on4otzLOKStaSaalfeld39509&zulieferer=otz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt®ion=Saalfeld&auftritt=OTZ&dbserver=1-.- [...] Grabka und Frick definieren die Mittelschicht ausschließlich mit dem kalten Blick der Ökonomen. Dazu gehört, wer genügend verdient - andere Kriterien wie Bildung, sozialer Status oder Herkunft zählen nicht. Im Jahr 2000 gehörten 62 Prozent der Deutschen dazu, inzwischen sind es nur noch 54. Spiegelbildlich dazu ist der Anteil der Deutschen mit extrem niedrigen oder extrem hohen Einkommen gestiegen.
Was Länder wie die USA oder Großbritannien in den achtziger und neunziger Jahren erlebten, hat nun auch Deutschland erfasst. Die Mittelschicht erodiert - und das in einem atemberaubenden Tempo.
Statistiker haben schon lange darauf hingewiesen, dass der Graben zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer tiefer wird. Doch bislang konnten die Experten stets eine beruhigende Erkenntnis hinterherschieben: In der Mitte sei die soziale Lage weitgehend stabil. Die neuen Zahlen der Berliner Wirtschaftsforscher belegen, dass diese Einschätzung überholt ist.
[...] Nüchtern konstatieren die Verteilungsforscher eine "Zunahme der Einkommensungleichheit".
[...] Der Mainzer Sozialforscher Stefan Hradil spricht von der "Angst, die die Bürotürme hinaufkriecht".
Aus: "UNGLEICHHEIT: Deutschlands Mitte schrumpft dramatisch - Top-Verdiener legen zu" Von Michael Sauga und Benjamin Triebe (03. März 2008) Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,539083,00.html-.- [...] In der heutigen Gesellschaft Deutschlands ist eine klare Trennung in drei „Lebenswelten“ besonders hinsichtlich der Sorge von Eltern um die Ausbildung ihrer Kinder zu betrachten: Unterschicht, Mittelschicht und Oberschicht. Eltern der Mittelschicht versuchen, ihre Kinder von Kindern der Unterschicht fernzuhalten. Abgrenzbar ist die Unterschicht von der sehr breiten Mittelschicht im Wesentlichen dadurch, das sich die Eltern in der unteren Schicht kaum um die schulischen Belange ihrer Kinder kümmern oder kümmern können. Es handelt sich hier um etwa 5% der in einer Studie erfassten Eltern. Noch schärfer, als die Trennung zwischen Mittelschicht und Unterschicht ist die Trennung zwischen Mittelschicht und Oberschicht. Diese Trennung ist weitgehend unüberwindbar. Kinder, die in die Oberschicht eingeordnet werden können, erfahren eine von materiellen Beschränkungen weitgehend lösgelöste Förderung durch ihre Eltern, Helfer und private Schulen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Klassengesellschaft (30. Dezember 2007) -.- [...] weil es allerorten viel Verständnis gibt für Gier: Die Verbraucher jagen hinter Schnäppchen her, die Anleger hinter den fettesten Renditen, die Reichsten hinter der nächsten Million.
[Der frühere Daimler-Chef Edzard Reuter] Manche propagieren ja Gier als etwas Gutes. Damit werden sie schuld an einer ganz schlimmen Entwicklung, die eine große Gefahr für unsere gesamte Gesellschaft nach sich ziehen kann. Es zeichnet sich nämlich jetzt schon etwas ab, was wir in der ganzen Nachkriegszeit nicht hatten: Das klaftertiefe Auseinanderbrechen unserer Gesellschaft mit dem Entstehen einer dauerhaft armen Unterschicht. Vor diesem Hintergrund ist es durch nichts zu rechtfertigen, materielle Gier zu einem positiven Maßstab zu erheben.
[...] Mehr als vier Fünftel der Kinder aus Akademikerfamilien besuchen eine Hochschule, aber weniger als ein Fünftel der Kinder aus Arbeiterfamilien. Verfestigt sich die Klassengesellschaft?
[Edzard Reuter:] Auf die Dauer wird das auf keinen Fall so bleiben dürfen. Das immense Kreativpotenzial, das in allen Schichten vorhanden ist, brauchen wir für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Um dieses Potenzial nicht zu vergeuden, benötigen wir ein modernes und leistungsfähiges Bildungssystem. Ohne ausreichendes, qualifiziertes Lehrpersonal ist das nicht machbar. Das kostet Geld - und nicht zuletzt dafür brauchen wir die Steuern.
-.-
Zur Person: KINDHEIT IN ANKARA: Edzard Reuter war sieben Jahre alt, als seine sozialdemokratischen Eltern 1935 vor den Nazis fliehen mussten. Sein Vater, Berlins späterer Bürgermeister Ernst Reuter, war in Ankara Professor. 1946 kam Edzard zurück. CHEF IN STUTTGART: Reuter leitete von 1987 bis 1995 die Daimler-Benz AG. Sein Nachfolger Schrempp gab dem "shareholder value" den Aktionärsinteressen, erste Priorität Reuter hat dies stets kritisiert [...] Edzard Reuter wurde vor 80 Jahren in Berlin geboren [...]
Aus: "Interview - Reuter: "Wir müssen unseren Mist auskehren" (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.02.2008) Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/div/Edzard-Reuter;art771,2482643-.- [...] Die Harvardpläne sind Teil groß angelegter Bemühungen amerikanischer Eliteuniversitäten dem Eindruck entgegenzutreten, ein Studium sei selbst für wohlhabende Familien nur noch schwer zu finanzieren. So planen auch Elite-Unis wie Duke, Columbia, Yale und Princeton ähnliche Stipendien- und Darlehensprogramme, Yale sogar für Studenten aus Familien bis zu 200 000 Dollar Familien-Einkommen.
Dies alles geschieht vor dem Hintergrund einer intensiven Debatte über dramatisch steigende Studienkosten. Rechnet man Unterkunft und Verpflegung hinzu, fallen an staatlichen Universitäten heute bereits fast 13 000 Dollar an, bei privaten Colleges und Universitäten sind es rund 30 000 – fast ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Das hat Folgen. Obwohl die Studierendenquote steigt, ist die soziale Kluft bei der Hochschulbildung heute größer als noch vor 30 Jahren. So errechnete die Washingtoner Nichtregierungsorganisation Education Trust, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind aus niedrigen Einkommensverhältnissen mit 24 Jahren über einen Bachelor-Abschluss verfügt, mit neun Prozent achtmal niedriger ist als bei Kindern aus wohlhabenden Familien (75 Prozent). Die hohen Kosten beeinflussen in den USA Bildungsentscheidungen, und längst wird nicht mehr nur die Frage, wo, sondern auch was und wie studiert wird nach monetären Gesichtspunkten entschieden. Denn nicht nur die Uni, auch Forschungsprojekte, unbezahlte Praktika und Auslandssemester kosten Geld. „Diese Spaltungen gefährden unsere Demokratie und die Gesundheit unserer Volkswirtschaft“, so der Education Trust.
Angesichts stagnierender Reallöhne und einer seit Jahren über der Inflationsrate liegenden Steigerungsrate bei den Bildungskosten hat diese Disparität nun auch die Mittelschichten erreicht – eine Entwicklung, auf die Harvard und Co. jetzt reagieren. Wobei deren Motivlage mit dem Verweis auf das Gemeinwohl und die Zukunftsfähigkeit des Landes sicherlich unzureichend beschrieben wäre. Denn auch die Politik denkt darüber nach, aktiv zu werden und sich künftig genauer anzusehen, wofür die mittlerweile 76 US-Colleges und Universitäten mit einem Kapital von über einer Milliarden Dollar ihr Geld ausgeben.
So gibt es Überlegungen im Kongress, Universitäten zu verpflichten, für die finanzielle Unterstützung ihrer Studenten einen festgeschriebenen Anteil ihres Stiftungskapitals auszugeben. Das ist im Falle Harvards beträchtlich: Mit 35 Milliarden Dollar ist sie die reichste Universität weltweit.
Aus: "Universitäten: Elite für die Mittelschicht" (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 26.02.2008) Quelle: http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/;art304,2483573-.- [...] [Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) ]: Unser Problem ist, dass seit Jahren große Teile der Mittelschichten mit dem Möbelwagen abstimmen und wegziehen. Das betrifft nicht nur junge Familien. Aber ihr Wegzug ist besonders schmerzlich, denn mit ihnen verlassen nicht nur Möbel den Bezirk, sondern soziale Kompetenz. Wir sind attraktiv für junge Menschen, für Künstler und Studenten - bis sie eine Familie gründen. Dann ziehen die Ersten weg. Manche bleiben noch, weil sie eine gute Kita um die Ecke oder an ihrem Arbeitsplatz haben. Mit der Einschulung aber kommt der Aderlass. Viele haben einfach Angst, dass ihre Kinder nicht die Förderung bekommen, die sie sich wünschen. Das betrifft übrigens an allererster Stelle die bildungsorientierten Migranten. Sie telefonieren die Schulen ab und erkundigen sich nach dem Ausländeranteil. Aber auch "Taz"-Leser und Grünen-Wähler kehren Neukölln den Rücken oder melden ihre Kinder bei der Oma in Wilmersdorf an. [...] Fest steht, dass in den Grundschulen in Neukölln-Nord nur noch vermindert Kinder aus bildungsorientierten Haushalten ankommen. Ich habe oft Besuch von Schulklassen. Es ist ein Unterschied, ob sie aus Rudow oder aus Neukölln-Nord kommen. Man kann mit denen ganz anders reden. Es gibt da diesen alten Witz: Kinder lernen nicht durch die Schule, sondern trotz der Schule. Schule baut nur auf dem Fundament des Elternhauses auf.
[...] Weite Teile von Politik und Gesellschaft verweigern nach wie vor die Erkenntnis, dass wir zumindest in den Städten wieder ein Schichtenproblem haben wie zu Beginn der Industrialisierung. In Deutschland bildet sich deutlich eine neue Klassengesellschaft heraus: Die einen beherrschen nicht mal die Grundrechenarten, die anderen werden zur geistigen Elite und fühlen sich auch so.
Aus: " "Ihr da oben, wir hier unten" " (27. Februar 2008) Quelle: http://www.welt.de/welt_print/article1729042/Ihr_da_oben_wir_hier_unten.html-.- [...] Diese Sorge um das Kindeswohl schlägt sich nieder in einem enormen Drang, den eigenen Nachwuchs von "Schmuddelkindern" - allen aus einer niedrigen Schicht - fernzuhalten. "Spätestens bei den eigenen Kindern hört die Toleranz auf", heißt es in der Untersuchung. Zwei Trennlinien prägen laut Sinus diese Klassengesellschaft: Ein Fünftel der Eltern sei total überfordert und lasse die Erziehung laufen. Diese passiven Eltern stammten aus den Milieus am unteren Rand. Die große Mehrheit scheue dagegen weder Kosten noch Mühe, um das Beste für die Kinder herauszuholen.
Zudem trenne ein tiefer Graben die bürgerliche Mitte von denen an der Spitze. Erstere suchten, Anschluss zu halten mit vielfältigen Anstrengungen, ihren Kindern etwa durch Nachhilfe oder Musikschule neue Perspektiven zu eröffnen. Doch die am oberen Rand der Gesellschaft bewahrten "bewusst die Distanz", so dass sich über die Milieus hinweg kaum Freundschaften bildeten.
Aus: "Umfrage: Bloß kein Schmuddelkind" VON MARKUS SIEVERS (27.02.2008) Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?sid=4a93a10241119863e58c94922899c757&em_cnt=1295317-.- [...] Unisono wird etwa gegen Studiengebühren mit dem Argument protestiert, diese würden die Kinder bildungsferner Herkunft vom Studium abhalten. Preisendörfer nennt dieses Argument scheinheilig, denn in Wirklichkeit würden die BifS-Kinder, wie er den Nachwuchs von Fabrikarbeitern, kleinen Angestellten, Putz- und Hausfrauen nennt, frühzeitig und ganz ohne finanzielle Hürden vom Gymnasium ferngehalten. Konkrete Maßnahmen für die erste Hälfte der Gesellschaft, wie etwa eine bessere Förderung im Vorschulbereich, existierten bislang kaum. Stattdessen, so Preisendörfer, sei der Protest etwa der Studierenden, die sich nach wie vor in der Mehrzahl aus Bürgerkindern zusammensetzen, von »diffusen Absturzängsten« geprägt. Aus der Unterschichtenperspektive stelle sich »kühl die Frage, warum es schlimmer sein soll, wenn es den anderen nicht mehr gut, als wenn es einem selbst seit jeher schlecht geht«.
Preisendörfers Angriff auf das Selbstverständnis des studierenden Bürgernachwuchses provoziert. Wie kann jemand das bürgerliche Bildungsideal verteidigen, indem er gegen die zunehmende Gewinn-Verlust-Orientierung der Hochschulen Stellung bezieht oder die Einführung des Elterngeldes als »Antwort des Staates auf die bizarre Benachteiligungsbehauptung seiner Akademiker« kritisieren, aber gleichzeitig nicht einstimmen in den Chor derer, die Studiengebühren als schlimmstes Übel des Neoliberalismus brandmarken?
Um das zu erklären, braucht es den Blick zurück in das Westdeutschland vor 1968. Zu der Zeit, als Bruno Preisendörfer eingeschult wurde, wurde die Trennung in ein Oben und ein Unten von niemandem ernsthaft in Frage gestellt: Wer Elite war, war das mit Recht, das galt als ausgemacht. Wessen Vater in der Fabrik malochte, schuftete selbst später in der Fabrik. »Schuster, bleib bei Deinem Leisten!« war ein geflügelter Spruch in der Adenauerzeit. Die 68er Rebellion der Bürgerkinder machte Schluss damit; ihre Befreiung sollte auch die der Arbeiterkinder vom Joch der Unbildung sein.
Doch dazu kam es nicht, die Öffnung der Hochschulen in den 1970ern geschah halbherzig, und viele Reformen wurden auf Druck des konservativen Bürgertums wieder rückgängig gemacht. Was blieb war der Selbstbetrug des konservativen wie des liberalen Bürgertums, durch die Bildungsreformen in der Ära der Kanzlerschaft Willy Brandts sei es tatsächlich zum Abbau der Bildungsschranken gekommen: Den Konservativen gingen selbst die Minireformen zu weit, das liberale Bürgertum hielt Gesamtschule, Bafög, Hochschulrahmengesetz und Abschaffung des Büchergeldes schon für die Abschaffung der Ständegesellschaft. Mit der formalen Öffnung des Bildungssystems aber entstand eine neue, unsichtbare Hürde. Wer die nicht übersprang, war stärker noch stigmatisiert als in der alten Klassengesellschaft. Jene ließ den Aufstieg gar nicht zu, die Nach-68er-Gesellschaft aber lockte damit. Die, die den Aufstieg nicht schafften, waren also doppelt bestraft: Gescheitert am möglichen Bildungsaufstieg und belegt mit dem vorwurfsvollen Blick des Volksschullehrers, der wahlweise die Tragöde kommen sah oder darüber enttäuscht war, dass seine Hoffnung, ein Arbeiterkind aus der Bildungsunmündigkeit zu führen, sich als vergebens erwies.
Wenn man wie Preisendörfer als Arbeiterkind die Ochsentour durchs deutsche Bildungssystem hinter sich hat und mit dem Gefühl leben lernen musste, dass alle Anstrengung möglicherweise zu wenig, schlimmstenfalls umsonst sein konnte, während der Sohn des Dorfarztes, die Tochter des Apothekers, die Kinder des Kleiderfabrikanten mühelos alle Hürden des Schulsystems übersprangen, schult das eine gewisse Skepsis gegenüber dem bürgerlichen Versprechen auf Gleichheit. Wer sich nach oben lesen und lernen musste, hat einen sicheren Instinkt dafür entwickelt, den Bürgerkindern zu misstrauen, wenn diese voller Pathos Chancengleichheit einfordern. »Solange man an der Uni ist, schiebt man die ›Arbeiterkinder‹ vor, die nicht mehr studieren könnten, wenn die Mittelschichtkinder Studiengebühren bezahlen«, schreibt Preisendörfer. Nach dem Studium aber, wenn die ersten Stufen der Karriereleiter erklommen sind, »wehrt man die Diskussion um Selbstkostenbeteiligung damit ab, dass Lebensgestaltung und -entfaltung durch einen ›Schuldenberg‹ erdrückt werde.« Menschen mit hoher Bildung bräuchten die Unterstützung des Staates, hieße es dann.
Preisendörfer trifft hier den Kern des Selbstbetrugs des Nach-68er-Bürgertums, und es ist sicherlich kein Zufall, dass er mit seiner Kritik fast allein auf weiter Flur steht. Das wiederum hat viel mit denen zu tun, die in der Öffentlichkeit tonangebend sind: Politiker, Journalisten, Talkshowprominenz. Welcher dieser Alpha-Tierchen würde schon freiwillig zugeben, dass seine Kinder ein Abo aufs Abitur haben? Das macht keiner gerne. Geklagt wird erst dann, wenn die Politik Hand an das Allerheiligste des Bürgertums legt: ans deutsche Gymnasium. Der Sturm, der nach der jüngsten öffentlichen Attacke des TV-Talkers Reinhold Beckmann aufs achtjährige Gymnasium aufbrauste, hat sich noch immer nicht gelegt – und er findet in den Medien deutlich mehr emotionalen Widerhall als sämtliche Analysen über die Benachteiligung der Unterschichten im Bildungssystem zusammen.
Bildungsbürgerkinder ertragen notfalls auch nicht ganz so gute Schulnoten, weil sie dennoch wissen, dass für die Karriere anderes zählt: Habitus, kulturelles Wissen, Herkunft eben. Nachzulesen ist das in dem bereits acht Jahre alten Buch »Generation Golf« des früheren FAZ-Redakteurs und Publizisten Florian Illies. Mit einer gehörigen Portion Chuzpe verallgemeinert Illies, Spross des Leiters eines Max-Planck-Instituts in der osthessischen Provinz, eigene Erlebnisse und Erfahrungen zur Geschichte aller zwischen 1965 und 1975 in der BRD Geborenen. Ganz so, als ob es zwischen dem Bürgerkind aus Ost-hessen, dem Arbeitersohn aus Offenbach oder der Tochter des türkischen Schichtarbeiters bei Opel in Rüsselsheim keine Unterschiede gäbe. Seine ehemalige Grundschullehrerin, die Kinderbuchautorin Gudrun Pausewang, bemerkte über ihren ehemaligen Schüler Illies einmal, man merke seinem Schreiben an, dass er als Kind ein privilegiertes Leben geführt habe. Und Illies ist bis heute in diesem privilegierten Leben geblieben. Schule und Universität sind in seinem Buch Randnotizen, läppische Pflichtübungen für die spätere Kür nach dem Uni-Abschluss. Mit welcher Durchschnittsnote das Abitur bestanden wurde, ist zweitrangig.
Für Preisendörfer aber wäre eine solche Gleichgültigkeit der eigenen Leistung gegenüber undenkbar. Schließlich musste er sich schon mit der »Schmach« abfinden, nach kaufmännischer Lehre nicht in Bayern, sondern im benachbarten Hessen seine Hochschulreife erworben zu haben. Den Bayern gilt noch heute das hessische Abitur als zweitklassig, dem konservativen Bildungseifer Roland Kochs zum Trotz. Mit ironischer Distanz schildert Preisendörfer, wie stolz er dennoch war, zumindest auf der traditionsreichen »Hohen Landesschule« (HoLa) in Hanau sein Abi-tur gemacht zu haben. Immerhin wahrte er durch den Besuch dieses Elite-Gymnasiums den Abstand zu den beim Bürgertum wie bei der aufstrebenden Mittelschicht verschmähten Gesamtschulen. Dass er zusätzlich erwähnt, die Schule mit dem Notendurchschnitt 1,7 abgeschlossen zu haben, ist typisch für Bildungsaufsteiger, die vor sich und der Welt diesen Erfolg permanent rechtfertigen müssen: Der ausgezeichnete Schulabschluss dient als Eintrittskarte ins Bildungsbürgertum.
Mit dem Eintritt in dieses neue Leben wird das alte Milieu aber hinter sich gelassen. Der Preis, den Arbeiterkinder dafür zahlen müssen, ist hoch: »Während ich in der Grundschule noch meist zum Klassensprecher gewählt wurde und viele Freunde hatte, war das zumindest zu Beginn meiner Gymnasialzeit völlig anders. Plötzlich galt mein durch ›Fleiß und Ordentlichkeit‹ erarbeiteter schulischer Erfolg als Strebertum«, beschrieb ein Bildungsaufsteiger in einem Internetforum, in dem rege über Preisendörfers Thesen diskutiert wurde, seine Erfahrungen. Auch das ist eine Form der Benachteiligung: Während das Akademikerkind zeitlebens im vertrauten Umfeld bleibt, verstärkt sich für das Arbeiterkind mit der Zeit noch das Gefühl der Fremdheit.
[...] Preisendörfers und meine Geschichte sind längst nicht Vergangenheit; sie spielen sich dort und in vielen ähnlichen Regionen in Deutschland noch heute hunderttausendfach ab und die Zahl derer, die sich durch selbst erkämpfte Zufälle auf den Weg machen, ist immer noch verschwindend gering. Dabei spielt nicht nur der Geldbeutel der Eltern eine Rolle: Die durchaus gutsituierten Handwerker und Facharbeiter können noch so viel Geld für die Nachhilfe ihres Nachwuchses ausgeben – auf dem Gymnasium wird dieser sich trotzdem nur in Ausnahmefällen halten. Bildung ist eben nicht für alle da!
Aus: "Wir Arbeiterkinder - Bruno Preisendörfers Abrechnung mit dem Bildungsprivileg des Bürgertums" Von Jürgen Amendt (15.02.2008) Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/124019.html-.- [...] Bei „Big Brother“ treffen Menschen aufeinander, die keine Vergangenheit miteinander teilen. Man lernt sich frisch kennen, entwickelt Sympathie aber auch Antipathie. Diese lässt sich kaum noch im Zaum halten, wenn man es selbst schlecht hat, weil die verhasste Person etwas vermurkst hat. Und durch die Zwei-Klassen-Gesellschaft, die mit dem Reich der „Reichen“ und dem der „Armen“ geschaffen wurden, wird auch fleißig Neid geschürt. Klar, ich würde auch lieber bei den Reichen im Pool hocken und Champagner schlürfen, statt bei den Armen Angst haben zu müssen, dass der Schimmel auf meine Haut überspringt. Ganz zu schweigen von dem Intimbereich schlechthin, der Toilette! Ich würde mich nicht wundern, wenn da einer einen Rekord im Nicht-Pipi-Machen aufstellt.
Rekordverdächtig ist auch der „Big Brother“-Liebesschnack. So packte Bianca gleich aus, dass sie sich schon auf den nächsten neuen Bewohner freut, um dann mit ihm kuscheln zu können. Dazu kam es aber nicht mehr. Bestach Bianca anfangs noch durch ihre offene und ehrliche Art, der Prototyp der „Berliner Schnauze“, entwickelte sie sich zunehmend zur Nörglerin, der alles und jeder gegen den Strich geht. Allzu offen zeigte sie, dass sie mit sich und der Welt nicht im Reinen ist. Sie konnte sich wunderbar darüber aufregen, dass Tänzerin Isi mit Hairman Hassan ein gemeinsames Bad genoss. Damit war sie nicht allein, denn auch Naddel kochte vor Eifersucht, wenngleich sie noch nicht wirklich hat durchblicken lassen, ob sie nun ihren Freund außerhalb der Kölner Hausmauern behalten oder auf Hassan umschwenken will. Ein Hin und Her das ebenso vertrackt und kompliziert ist, wie der unstete Versuch der Beiden, sich Kosenamen zu geben. So schwammig die Zwei mit ihrer Zuneigung umgehen, klarer bezieht Hausdrache Bianca Position, die in ihrem Verhalten Naddel gegenüber zeigt, dass ihr die Eigenschaft Neid ganz und gar nicht fremd ist.
Aus: " Natalie Langers Big-Brother-Kolumne" - Die ehemalige Big-Brother-Teilnehmerin Natalie Langer schreibt exklusiv für das Medienmagazin TVmatrix eine monatliche Kolumne über das Geschehen bei Big Brother (Samstag, 09.02.2008 - 09.30 Uhr) Quelle: http://www.tvmatrix.net/?newsid=9128-.- [...] Während also insgesamt knapp zwei Milliarden Euro für Sonderprogramme den gekürten „Eliten“ sowie Einzelprojekten auch an anderen Hochschulen zur Verfügung gestellt werden, bröckelt zugleich die universitäre Basis von morgen. Deutschland bleibt damit weit davon entfernt, bei höheren Bildungsabschlüssen an vergleichbare Länder anzuschließen.
Im Gegenteil: Seit der Aufhebung des Studiengebührenverbots durch das Bundesverfassungs- gericht im Jahre 2005 brachen die Studienanfängerzahlen im gesamten Bundesgebiet ein. Während zum Wintersemester 2005/2006 mehr als 356.000 Studienanfänger gezählt wurden, waren es ein Jahr später lediglich 295.000, ein Rückgang um 17 Prozent. Obgleich die Anzahl der Hochschulzugangsberechtigten stieg, öffnet sich auch die Schere zwischen Studienberechtigten und Studienanfängern: Zum Wintersemester 2006/2007 nahmen nur 60 Prozent der Schulabgänger mit Studienberechtigung ein Studium auf, zwei Jahre zuvor waren es noch 79,2 Prozent.[2] Es ist zu erwarten, dass diese nun auch stärker auf den Ausbildungsmarkt drängen und so Real- und Hauptschüler noch geringere Aussichten auf Ausbildungsplätze haben werden. Hinzu kommt, dass diese auch zunehmend von den Bachelor-Absolventen verdrängt werden dürften.
Nun sind drohende oder bereits erhobene Gebühren nicht der einzige Grund, warum Schulabgänger nicht studieren. Doch sie verstärken die schon in der Schule praktizierte soziale Selektion: Überdurchschnittlich häufig verhindern (drohende) Studiengebühren sowie die Angst vor Bafög-Darlehensschulden die Aufnahme eines Studiums gerade bei Kindern nichtakademischer Eltern. Ein Problem, das sich Kindern aus besser situierten Häusern gar nicht stellt. Nicht nur, dass sie sich die bis zu 500 Euro pro Semester oft problemlos leisten können, auch starten sie nach dem Studium ohne Schulden in das Berufsleben.
[...] Hierzulande [ ] sorgt das dreigliedrige Schulsystem nach wie vor dafür, mit früher Auslese die Klassengesellschaft zu erhalten: Kein vergleichbares Land sortiert Kinder schon so früh in bestimmte Schulen und weist ihnen damit bereits im Alter von zehn Jahren zu, ob sie vermeintlich das Abitur schaffen werden oder nicht. Denn einmal aufgegliedert, ist zwar ein Abstieg jederzeit möglich, der Aufstieg von der Hauptschule zum Gymnasium kommt jedoch kaum vor.
[...] Und dabei ist es regelmäßig nicht die individuelle Leistung, die darüber entscheidet, welche Empfehlung die Schule nach der vierten Klasse ausspricht, sondern diese hängt maßgeblich vom sozialen Status der Eltern ab. Inzwischen haben diverse Studien nachgewiesen, dass bei gleicher intellektueller Leistung die Chance für ein Kind aus bildungsfernem Elternhaus, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten, wesentlich geringer ausfällt als für ein Kind aus der bildungsnahen Mittelschicht. [6]
Bereits im Grundschulalter unterscheiden sich auch die Bildungswünsche der Kinder selbst eklatant: Insgesamt wünschen sich 40 Prozent der Schüler einen Gymnasialabschluss; dabei benennen Kinder aus der „Unterschicht“ dieses Ziel nur zu 20 Prozent, während Kinder aus der „Oberschicht“ zu 81 Prozent wünschen, das Abitur zu machen. Das angestrebte Bildungsziel unterscheidet sich im Übrigen von der Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit: Aus der Oberschicht sind es mit 74 Prozent weniger und aus der Unterschicht mit 28 Prozent mehr Kinder, die sich als gute bis sehr gute Schüler einschätzen, im Vergleich zu jenen, die ein Abitur anstreben. [7] Während folglich Kinder aus bildungsfernen Schichten selbst bei intellektuellem Vermögen oft nicht davon ausgehen, einmal das Abitur zu machen, zweifeln Kinder gutsituierter akademischer Eltern selbst bei mangelnder Leistungsfähigkeit nicht daran, dass sie es ihren Eltern einmal gleichtun werden.
[...] Bereits 1947 hatte der alliierte Kontrollrat über die deutsche Schule geurteilt: „Der Aufbau des deutschen Schulsystems betont den Klassengeist. Schon im Alter von 10 Jahren sieht sich das Kind eingruppiert oder klassifiziert durch Faktoren, auf die es keinen Einfluss hat, wobei die Einstufung fast unvermeidlich seine Stellung für das ganze Leben bestimmt. Diese Haltung hat bei einer kleinen Gruppe eine überlegene Haltung und bei der Mehrzahl der Deutschen ein Minderwertigkeitsgefühl entwickelt, das jene Unterwürfigkeit und jenen Mangel an Selbstbestimmung möglich machte, auf dem das autoritäre Führerprinzip gedieh.“ [8]
[...] Der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann hat jüngst eindringlich gezeigt, wie sich die bundesdeutsche Elite weiterhin und – das ist das Erschreckende – seit einigen Jahren wieder verstärkt aus sich selbst reproduziert. Ganz offenbar hat sie kein Interesse daran, die Konkurrenz für die eigenen Kinder durch eine durchlässigere Bildungspolitik in Schulen und Hochschulen zu erhöhen. [9]
Es ist also nicht sehr erstaunlich, dass der nach jeder Pisa-Studie aufkommenden medialen Empörung über die Ungerechtigkeiten des bundesdeutschen Bildungssystems kaum nachhaltige Politikentscheidungen folgen. So bleibt es bis auf weiteres dabei, dass Kinder aufgrund ihrer sozialen Voraussetzungen mit ungleichen Chancen in ihre Bildungskarriere starten und die Gesellschaft sich kaum mehr um einen Ausgleich kümmert.
Vielmehr sorgen nicht zuletzt die jüngeren Sozialreformen für eine weitere Verschärfung: So sieht der Hartz-IV Regelsatz beispielsweise 2,72 Euro pro Tag für die Verpflegung von Kindern vor. Das Schulessen kostet, sofern es überhaupt eine Kantine gibt, jedoch oft bereits zwei Euro. Da wundert es nicht, dass heute viele Kinder hungrig dem Unterricht folgen. Und während Kinder aus gutsituiertem Hause sich auch in ihrer Freizeit musikalisch, sportlich oder auf andere Weise bilden, bleibt dies Kindern aus armen Elternhäusern oft versagt. Und wenn pauschal im Jahr lediglich 9,10 Euro für Spielzeug zur Verfügung stehen, dann liegt auf der Hand, dass selbst der Wunsch nach einer Kinderzeitschrift, einem Comic-Heft oder dem neuesten Harry-Potter-Band kaum zu erfüllen ist. Das ist umso dramatischer, als gerade die Möglichkeit zum und die Lust am Lesen großen Einfluss auf den Bildungserfolg hat: „Jedenfalls korreliert nichts so eng mit guten Pisa-Werten wie die Lesefreude und die Menge von Lesestoff im Haushalt.“ [10]
Wenn Bücher in Familien nicht zur Verfügung stehen, sei es aus finanziellen Gründen oder auch aus elterlichem Desinteresse, dann muss die Gesellschaft ein umso größeres Interesse daran haben, diesen Mangel zu kompensieren – schon um den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Absolventen zu decken. Daher müssen die Schulen in die Lage versetzt werden, dafür zu sorgen, dass alle Kinder bereits ab der ersten Klasse eine Bibliothek kennenund zu nutzen lernen. Und die Kommunen müssen die Möglichkeit behalten, flächendeckend Bibliotheken oder in ländlichen Räumen, Bibliotheksbusse zu unterhalten.
So sehr sich der Forschungsstandort Deutschland über die neuen Eliteunis freuen mag, er sollte nicht aus den Augen verlieren, dass die Grundlage für erfolgreiche Forscherinnen und Forscher in der Kinderzeit gelegt wird. Deshalb kann man nicht früh genug damit beginnen, alle Kinder in ihrem Lerneifer zu unterstützen und zu fördern. Dafür jedoch bräuchten auch die Schulen und Kindergärten endlich ein immerwährendes Exzellenz-Programm. (CH)
Aus: "Elitäre Exzellenz: Das deutsche Schulsystem betont den Klassengeist" Von Annett Mängel (Online-Flyer Nr. 132 vom 06.02.2008) / Annett Mängel ist Redakteurin der „Blätter für deutsche und Internationale Politik“, in deren Dezemberausgabe dieser Beitrag erschien. Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12058-.- [...] Vor einiger Zeit kam es im Literarischen Colloquium am Berliner Wannsee zu einem semantischen Konflikt. Dort las der Autor Clemens Meyer aus seinem vielgelobten Roman „Als wir träumten“, in dem es um eine Clique gestrauchelter Jugendlicher im Leipzig der Nachwendezeit geht. Der Moderator des Abends nannte diese Jungen beharrlich Angehörige der „Unterschicht“. Dem Autor, dessen ganzer tätowierter Habitus zeigte, daß ihm die von ihm beschriebenen Verhältnisse nicht fremd sind, gefiel das gar nicht. Er verbat sich das Wort mehrfach, was den Literaturredakteur überhaupt nicht davon abhielt, es wieder zu sagen. Man ging verstimmt auseinander. Der Schriftsteller Clemens Meyer ist offensichtlich kein Jünger der neuesten Mode in der Distinktionsterminologie. Das Wort „Unterschicht“ gebraucht mittlerweile sogar der knochenbiedere SPD-Vorsitzende Kurt Beck, um jene so gut wie verlorenen Menschen zu beschreiben, die ohne jeden Aufstiegswillen in den letzten Resten des sozialen Netzes hängen. Das ist für einen SPD-Vorsitzenden genauso revolutionär wie die Tatsache, daß sich Gerhard Schröder einst im Brioni-Mantel fotografieren ließ. Denn nachdem der Ausdruck „Subproletariat“ zusammen mit dem Marxismus im Alt-Ideologie-Container gelandet war, redete man in der SPD eigentlich nur noch von den „sozial Schwachen“. Der Begriffswechsel ist jetzt vermutlich Taktik, und es ist bestimmt kein Zufall, daß er just in jenem Moment kommt, wo sich gefrustete „bürgerliche“ Wähler von der CDU abwenden und man bei den Sozialdemokraten plötzlich sogar wieder von rot-gelben Koalitionen träumen darf. Genau wie der damalige Kanzler mit seinem Auftritt als Model macht auch Beck mit seinem semantischen Tabubruch ein Identifikationsangebot an die Mittelschicht. Jener meinte: Seht her, ich trage eure Klamotten! Dieser meint: Hört her, ich spreche eure Sprache! Denn von diesen Kreisen wird das Wort „Unterschicht“ seit ein oder zwei Jahren geradezu inflationär gebraucht, um all jene zu benennen, von denen sie sich in ihrer Abstiegsfurcht abgrenzen wollen. Das „Unterschicht“-Sagen ist die Kehrseite des Bürgerlichkeits-Geschwätzes: Unterschicht sind immer die anderen. Die, mit denen man nicht in einen Topf geworfen werden möchte, obwohl man sich doch in jenem Punkt gar nicht so sehr von ihnen unterscheidet, der noch bei Marx allein die Klassen definierte: der eigenen ökonomischen Situation. Das neuerdings so genannte „Prekariat“ aus Postgraduierten ohne Festanstellung, Endlospraktikanten oder freischaffenden Kreativen hat ja oft genug kaum ein größeres Einkommen als die Hartz-IV-Empfänger. Also muß man den gesellschaftlichen Rangunterschied anders definieren. Deshalb hat die Wiederkehr der Bildung als Wert auch nicht nur mit dem realen Pisa-Schock zu tun, sondern mit solchen panischen Distinktionsbedürfnissen. Die so genannten „bildungsfernen Schichten“ sind da bloß ein anderes Wort für die Unterschicht. Denn „variatio delectat - Abwechslung erfreut“ gilt auch für den Stil des vulgärsoziologischen Geredes. Die Wiederkehr des Wortes „Unterschicht“ ist das größte Comeback seit Lazarus. Anhand der worthistorischen Datenbank „Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts“, die von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften betrieben wird, kann man belegen, daß der Begriff von den siebziger bis in die neunziger Jahre eigentlich nur noch im Plural „die Unterschichten“ verwendet wurde. Und bezogen wurde er fast ausschließlich auf Vergangenes und Fremdes: entweder in historischen Texten oder, um die Situation in den Vereinigten Staaten zu beschreiben. Für das Deutschland der Gegenwart bot der spätmarxistische Achtundsechziger-Jargon scheinbar wissenschaftlichere und differenziertere Analysebegriffe. Obendrein ähnelten die Bundesrepublik und die DDR einander auch darin, daß bei ihnen die Existenz einer Unterschicht schlicht als tabu galt, weil sonst das gesellschaftliche Erfolgsmodell in Frage gestellt worden wäre. Es gab im Westen höchstens „Sozialfälle“ - schon der Terminus hebt hervor, daß man diese Menschen nur als Einzelphänomene betrachten wollte. Die Unterschicht besteht nach Nolte aus der „Fürsorgeklasse“ und den Arbeitern, die den Aufstieg in relative materielle Sicherheit und zu einem Bildungsminimum nicht geschafft haben. Weil die Trennlinie zwischen Arbeit und Nichtarbeit sich heute schwerer ziehen läßt, werden die Grenzen zwischen dieser Klasse und dem Kleinbürgertum oder dem unteren Mittelstand in wachsendem Maße kulturell statt ökonomisch definiert: Mehr durch die berühmten „feinen Unterschiede“ in Kleidung, Geschmack, Lebensstil, Konsum und Ernährung, die der Soziologe Pierre Bourdieu zuerst anhand der Gesellschaft in Frankreich beschrieben hatte, als durch das Einkommen. Vorbereitet worden war die Erkenntnis, daß es eine solche bisher ignorierte Klasse in der Bundesrepublik gab, durch die Karriere des aus Amerika stammenden Begriffs „White Trash“ seit Mitte der neunziger Jahre. Dessen Import war ein erster Hinweis darauf, daß es eine Benennungslücke, einen blinden Fleck der sozialen Wahrnehmung gab. Auch in der Kunst war die „neue Armseligkeit“ längst dargestellt. In Frank Castorfs Inszenierung „Hauptmanns Weber“ litten 1997 die ausgepowerten Textilarbeiter längst keine lebensbedrohliche Not mehr. Stattdessen mutierten sie zu Prolls zwischen Ballermann und Tittytainment, die in der einschlägigen Schrottmode mit Leopardenrock und Cowboystiefeln gekleidet waren. Ein großer Theatermoment war der Monolog des Schmieds Wittig, der sich beim minutenlangen gemütlichen Räsonieren über die Schlechtigkeit der Welt zuletzt in ausländerfeindliches Gefasel hineinsteigert, das Oskar Lafontaines „Fremdarbeiter“-Polemik um Jahre vorwegnahm, nur um dann erschrocken festzustellen: „Was rede ich denn da? Ich bin doch in der SPD! Und das schon seit über hundert Jahren.“ Als Nolte sich entschied, die begriffliche Lücke durch die Wiederbelebung des Wortes „Unterschicht“ zu schließen, konnte er auch auf Vorarbeiten des großen Gesellschaftsanalytikers Harald Schmidt zurückgreifen. Der Fernsehentertainer hatte schon vor seinem Wechsel von der ARD zu Sat 1 den Privatkanal als „Unterschichtensender“ bezeichnet, und er hörte auch nicht damit auf, als er dort sein Geld verdiente. Schmidt hat wahrscheinlich mehr als jeder andere zur Renaissance des Wortes beigetragen, Nolte hat den Unterschicht-Begriff nur wissenschaftlich schärfer definiert und ihn damit endgültig in nicht-ironischer Kommunikation wieder satisfaktionsfähig gemacht. Eigentlich verfolgte er damit ehrenwerte volksaufklärerische Ziele. Doch die prekären Neo-Bürger, die „Unterschicht“ zum Modewort gemacht haben, hegen selten hehre Absichten. Sie folgen eher einer schlichten Abgrenzungslogik: Je häufiger ich Unterschicht sage, desto klarer wird hoffentlich, daß ich nicht dazu gehöre. Man kann fast alles, was der Mittelstand unternimmt, interpretieren als einen Versuch, Distanz zu schaffen: „Retro“, „Vintage“ oder Manufactum sind Fluchtgebiete vor den bonbonfarbenen Plastikmoden der Billigkultur. Im Ökosupermarkt einzukaufen bedeutet, nicht mit Türken und Alkoholikern in der Schlange zu stehen. In rauchfreien vegetarischen Restaurants begegnet man garantiert keinen Unterschichtlern. Autofreies Wohnen heißt: prollfreies Wohnen. Und wenn das nicht hilft, wird bestimmt irgendeiner auf den Trick kommen, fernsehfreies Wohnen zu propagieren. In diesem Klassenkampf hat der Begriff „Unterschicht“ immer eine latent rassistische Komponente: Man sagt „Unterschichtler“ und meint oft eigentlich „Kanake“. Rassenfrage und Klassenfrage sind ohnehin nicht zu trennen. Am offensten tritt das im englischen Begriff „White Trash“ zutage: Das Attribut besagt ja, daß der Trash normalerweise dunkelhäutig sein sollte. Sogar in den Gegensatz zwischen Ost und West, den schon Nolte zu Recht als Klassenfrage interpretiert sehen wollte, mischt sich rassistischer Dünkel: Der NPD-wählende Mob im mecklenbrandenburgischen Hinterwald scheint aus der Sicht des westdeutschen linksliberalen und gebildeten Mittelstands manchmal tatsächlich einer anderen biologischen Spezies anzugehören. Ob Kurt Beck ahnt, auf welches verminte Begriffsgelände er sich begibt, wenn er das gefährlich schillernde Wort „Unterschicht“ ins sozialdemokratische Vokabular aufnimmt? Wohl eher nicht. Er hat diejenigen, die er damit meint, bloß als ideale Objekte seines neuen „mitfühlenden Konservativismus“ entdeckt. Damit zielt er auf Sympathiegewinne bei den sich neuerdings wieder gerne bürgerlich nennenden Noltisten, denen die sogenannten „bürgerlichen“ Parteien zu kalt und zu verantwortungslos sind - und im Falle der CDU wohl auch einfach zu wischiwaschi. Und durch die schroffe Wortwahl kann er gleichzeitig auf stille Sympathie bei denjenigen hoffen, deren Mitgefühl nicht annähernd so stark ausgeprägt ist wie ihre Angst. Nur die Unterschichtler - einst klassische Adressaten der SPD-Wahlpropaganda - redet Beck damit nicht an. Denn die mögen es überhaupt nicht, „Unterschichtler“ genannt zu werden. Besser anständige Unterschicht als Proleten-Mittelschicht Jan Plaß (yoann), 16. Oktober 2006 09:32
Am schlimmsten sind doch Mittelschicht Proleten, die mit ihrem Geld nichts gescheites anfangen können. Von denen sollte man sich abgrenzen und sich dem anständigen Bettler zuwenden.
Schichtdebatten sind doch etwas feines, da kann jeder ordentlich draufhauen;-) Malocher in die Schlussredaktion Andreas Jensen (andreasj), 16. Oktober 2006 09:56
Der Text persifliert unfreiwillig eine selbsternannte intellektuelle Oberschicht. Dies konnte passieren, weil der Schreiber sich dieser Schicht zugehörig wähnt und es nach außen signalisieren möchte. Vielleicht sollte man jemanden in die Redaktion setzen, der ein humanistisches Gymnasium höchstens während dort zu verrichtender Maurerarbeiten von innen gesehen hat. Der könnte die Texte hinsichtlich übertriebener Länge, Ichbezogenheit und Beliebigkeit gegenlesen.
Vegetarische Restaurants Martin Rudiger (Prince_Cosmopol), 16. Oktober 2006
Vegetarische Restaurants dienen vor allem dazu, sich von jenen abzugrenzen, für die der Verzehr von toten Tieren immer noch Essens"kultur" bedeutet. Mit wilden Gedankensprüngen aus der Küchensoziologie kommen wir da vielleicht nicht weiter.
Mit unbedachten und überflüssigen Einwürfen kann man den besten Artikel in die Zweitklassigkeit hinabziehen. Und davon wollen wir uns ja abgrenzen, oder nicht?
Einwurf zum "White Trash" Marco Vogt (MarcoVogt), 16. Oktober 2006
Herr Heine schreibt: "Am offensten tritt das im englischen Begriff „White Trash“ zutage: Das Attribut besagt ja, daß der Trash normalerweise dunkelhäutig sein sollte. "
Nein, genau das sagt es nicht. Der Begriff des "White Trashs" wurde in den USA von Afro-Amerikanern geprägt, die sich bewußt von dieser Gruppe abgrenzen wollten.
Es ist richtig, dass der Begriff einen rassistischen Hintergrund hat, doch ist dieser genau invers zu dem, den der Autor unterstellt: Nicht die "Weißen" prägten ihn um auszudrücken, dass der Trash normalerweise "schwarz" sei, sondern die "Schwarzen" prägten ihn, um sich von den "Weissen" abzugrenzen. Hierzu verwendeten sie ein rassistisches Bild.
Der Begriff des "White Trashs" wurde Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt.
Man könnte lange diskutieren, allerdings wird es nichts ander Existenz dieser Schichten ändern.
Verkannt gisbert heimes (gisbert4), 16. Oktober 2006
haben einige Kommentare offenbar den 'richtigen' Ansatz des Beitrags. Der Autor will sich m. E. keinesfalls über die 'Unterschichten' erheben. Allerdings, herabsteigen will er auch nicht zu ihnen ;-)
...
Aus: "Klassengesellschaft: Das Proll-Problem" Von Matthias Heine (Datum [2006]?) Quelle: http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E615ED5574AF946759FBE4B17A0B959E9~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Reply #23 on: March 11, 2008, 04:50:06 PM » |
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[...] 1980 verdienten Vorstandschef 40-mal so viel wie ein Durchschnittsarbeiter", sagte Waxman. "Heute bekommen sie 600-mal so viel." Zehn Prozent aller US-Konzerngewinne fließen inzwischen allein den CEOs zu - selbst wenn sie ihre Unternehmen ins Unheil stürzten.
Aus: "US-BANKMANAGER: Wie sich die Milliarden-Vernichter rausreden" Von Marc Pitzke, New York Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,540463,00.html
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« Reply #25 on: March 29, 2008, 10:12:35 AM » |
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[...] SPIEGEL ONLINE: Deutschland braucht Eliten - was haben Sie gegen diesen Satz einzuwenden?
Julia Friedrichs: Nachdem ich dem Begriff ein Jahr lang hinterher gefahren bin, finde ich ihn sehr unpräzise. Er kann alles meinen. Dass Deutschland sich darum kümmern muss, die besonders Talentierten zu fördern, dass diejenigen das Sagen haben, die schon immer das Sagen hatten - oder dass sich gute Chancen durch Geld erkaufen lassen. In Deutschland werden Menschen gebraucht, die Ideen haben, die auch mal quer denken und Sachen in Frage stellen. Ich bezweifle, dass diese Leute sich selbst zur Elite zählen würden. Und umgekehrt glaube ich, dass diejenigen, die sich Elite nennen, das Land nicht unbedingt voranbringen.
SPIEGEL ONLINE: Sie haben eine Reihe von privaten Elite-Unis besucht. Was ist falsch daran, dort zu studieren?
Friedrichs: Überhaupt nichts. Dort gibt es viel bessere Lernbedingungen als an staatlichen Einrichtungen. Aber die Plätze werden nicht nur nach Leistung vergeben, sondern es geht auch immer ums Geld. Daher bewerben sich relativ wenig Leute. 10.000 Euro Gebühren im Jahr - das kann sich eben kaum jemand leisten.
SPIEGEL ONLINE: In Ihrem Buch stellen Sie die Frage, wie man Elite wird. Welche Antworten haben Sie gefunden?
Friedrichs: Wenn man Elite damit gleichsetzt, dass jemand Karriere macht, glaube ich, dass viele, die ich getroffen habe, es schaffen können. Bei meiner Reise habe ich Institutionen besucht, die sagen: "Wir formen Elite." Da bekommen die Schüler und Studenten bessere Chancen, mehr Aufmerksamkeit, später mehr Geld. Und Elite heißt, man hat schon früh die richtigen Netzwerke. Wenn jemand von außen versucht, in diese Zirkel hineinzukommen, muss er sich viel mehr anstrengen und braucht Glück.
[...]
SPIEGEL ONLINE: Sie haben in Dortmund Journalistik studiert. Dafür braucht man einen Notenschnitt von 1,1 oder besser - auch Sie gehören also zu einer Elite ...
Friedrichs: Nein. Elite macht nur dann Sinn, wenn man davon ausgeht, dass ein Mensch einen gewissen Einfluss und eine gewisse Macht hat. Es wird zwar probiert, den Begriff zu entschärfen, indem man sagt, dass alle Talentierten und besonders Guten zur Elite gehören. Aber dann fallen schnell 30 oder 40 Prozent der Gesellschaft darunter. Und gerade das sagt der Begriff ja nicht. Zur Elite gehört nur eine ganz kleine Gruppe. Eliteforscher zählen etwa 4000 Leute im Land dazu, Richter, Politiker und Wirtschaftsbosse - also aus Leuten, die die Regeln aufstellen, nach denen wir leben.
[...]
SPIEGEL ONLINE: Bei Ihrer Recherche haben Sie immer wieder Menschen getroffen, die andere in Gewinner und Verlierer einteilen. Haben auch die Studenten an den Elite-Unis so gedacht?
Friedrichs: Den Studenten wurde in Workshops immer wieder vermittelt, dass das Leben ein Wettkampf ist und man zusehen muss, zu den Gewinnern zu gehören. Ein Top-Manager meinte: "Wer 40 Stunden pro Woche arbeitet, ist Minderleister. Ihr müsst Höchstleister sein." Unter den Studenten war dieses Denken weniger verbreitet. Sie haben immer noch versucht, die anderen mitzunehmen. Allerdings glaubten viele, dass man sich nicht genügend angestrengt hat, wenn man es nicht schafft. Und für Bummelstudenten an staatlichen Unis hatte kaum jemand Verständnis. Viele waren hart zu sich selbst - und erwarteten das auch von anderen.
[...]
SPIEGEL ONLINE: Bei Ihren Recherchen haben Sie einen Iraner getroffen, der dank eines Stipendiums auf einer Elite-Uni gelandet ist. Warum ist dieser Weg okay?
Friedrichs: Der Iraner war der einzige, der auf einer Elite-Uni war und das in Frage gestellt hat. Das hat mich überrascht. Denn er war jemand, bei dem ich verstanden habe, dass man sagt: "Er ist Elite." Er hat sich ganz nach oben gekämpft, die anderen nicht nur eingeholt, sondern sogar überholt. Doch gerade dieser Mann hatte die größten Probleme damit, sich zur Elite zu zählen. Er hatte das Gefühl, dass dieser Begriff benutzt wird, um sich von anderen abzugrenzen.
SPIEGEL ONLINE: Was genau wollen Sie mit Ihrem Buch erreichen?
Friedrichs: Ich fände es gut, wenn man den Satz "Wir brauchen Eliten" nicht so unreflektiert benutzen, sondern sich fragen würde: Was soll das eigentlich bedeuten? Und welche Konsequenzen hat es, wenn wir bestimmte Leute fördern, ihnen mehr Chancen geben, mehr Rechte einräumen? Wollen wir das? Wenn ja - nach welchen Kriterien wählen wir diese Leute aus? Das sollte diskutiert und gemeinsam festgelegt werden. Ich habe das Gefühl, dass das Verfahren bisher nicht sehr transparent ist.
Aus: ""Wer 40 Stunden in der Woche arbeitet, ist Minderleister"" Das Interview führte Katrin Schmiedekampf (28. März 2008) Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,539862,00.html
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« Reply #26 on: March 31, 2008, 12:34:31 PM » |
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[...] Tatsächlich wächst heute beides gleichzeitig, sowohl die Rendite wie auch die Unterschicht. Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt, dass auch die bislang stabile Mittelschicht in atemberaubendem Tempo in einer Richtung wegbricht: nach unten. Die bürgerliche Mitte, bislang der ökonomisch und politisch zuverlässigste Stützpfeiler der Republik, wankt, und selbst der Spiegel, dem es mit der rot-grünen »Steuerverschenkungspolitik« (Franz Walter) gar nicht schnell genug gehen konnte, ist von der »Abwärtsmobilität« alarmiert: »Millionen rutschen ab.« Bekanntlich beschweren sich konservative wie neuliberale Intellektuelle gern darüber, das linke Gift von Gleichheit und Gerechtigkeit lähme kreative Energien und werfe Deutschland im Standort-Roulette auf hintere Plätze zurück. Das war schon immer ein Gerücht, nun ist es eine Falschmeldung. In Wirklichkeit wird die soziale Bruchlinie tiefer und die »Armut im Überfluss« größer. Jeden kann es treffen. Die Schere zwischen denen, die »drinnen«, und denen, die »draußen« sind, geht zuverlässig auseinander. Die Nettolöhne sanken in den vergangenen drei Jahren um 3,5 Prozent, während die Unternehmensgewinne in der jüngsten Aufschwungphase um 25 Prozent anzogen. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Gehälter der Topmanager um durchschnittlich 20 Prozent. All das lässt den Eindruck entstehen, in Deutschland laufe etwas dramatisch aus dem Ruder: Eine wachsende Klasse von Selbstbereicherern kommt in den Genuss flächendeckender Steuersenkungen und bildet eine risikoarme Parallelgesellschaft mit eigenen Kindergärten, eigenen Schulen und eigenen Universitäten. »Ganz unten« dagegen, bei den Chancenlosen, klingelt der Vollzugsbeamte und schnüffelt an der Matratze, ob der Hartz-IV-Empfänger eine rechtlich anstößige Bedarfsgemeinschaft mit einer staatsfinanzierten Leidensgenossin unterhält. [...] Zaphod Beeblebrox. 30.03.2008 um 11:35
Zu Recht...
...hat man beim manager magazin Angst vor brennenden Barrikaden. Denn der soziale Frieden ist in Deutschland schwer gestört. Es verdichtet sich die Erkenntnis, dass eine soziale Durchlässigkeit nicht gegeben ist, dass wer arm ist, es normalerweise auch bleibt. Dass dieses Land von Eliten beherrscht wird, die sich zurück in den Ständestaat wünschen, wo "jeder seinen Platz kennt". Eigentlich Ironie des Schicksals, dass nach der grossen Legitimationskrise des Kommunismus nun der Kapitalismus dieser Krise entgegensteuert. Es wäre schön, wenn sich die Erkenntnis durchsetzte, dass nur eine Teilhabe auch am wirtschaftlichen Geschehen den Frieden in unserem Land sichert. Sonst gehen wir alle, auch die mit BMW-Roadstern als Zweitwagen, sehr interessanten Zeiten entgegen, um es mal "chinesisch" auszudrücken...
Sammy Senkbley, 30.03.2008 um 12:41
Pathos kapitalistischer Verheißungen?
[...] Reichtum und Privilegien werden in dieser Gesellschaft überwiegend als private Früchte genommen und konsumiert. Die dabei auftretenden Glücksgefühle setzen kaum noch Hoffnungen, Entwürfe oder Projekte in Gang, die über die individuelle Sphäre hinausgehen.
Nicht der pathetische Überschuß ist in diesem Falle das Problem, sondern die Amputation des Humanum um eben diese Dimension des Pathos - ohne die das Menschsein insgesamt ein wenig dürftiger und flacher ausfällt.
Sammy Senkbley
Berliner, 30.03.2008 um 12:57
Wieso hält sich eigentlich der Aberglaube,
Kapitalismus hätte den (freien) Wettbewerb zum Ziel? Dann hieße es doch "Competitionismus"?
[...] "Doch wer sagt eigentlich, dass westliche Demokratien auf diese neue Herausforderung genauso reagieren werden wie bei der Systemkonkurrenz mit dem Kommunismus? Wer sagt, dass sie auf die Freiheit setzen, um dem autoritären Ausbeutungskapitalismus Paroli zu bieten?"
Allende würde im Grabe rotieren, könnte er diesen Unsinn lesen! Wer baute denn auf Diktatoren wie Pinocet, Schah von Persien, Franco, Marcos, Mobuto, Süd Afrikas Apartheit, griechische und türkische Militärdiktaturen -- um nur wenige Terrorregimes zu nennen? Nicht "Freiheit" war das Ziel des Westens, sondern, "Hauptsache der Hurensohn ist unser Hurensohn".
"Wie sehr die Ökonomie eine autonome, politisch kaum zu steuernde Macht geworden ist; wie sehr sie sich dabei von der Gesellschaft entkoppelt und verselbstständigt hat," Wann wird Ihnen, Herr Assheuer, endlich klar, das es sich bei dem hier geschilderten Phänomen um ein politisches Ziel handelt? Dem demokratischen Teil einer westlich geformten Gesellschaft wird die autoritäre Kommandowirtschaft gegenüber gestellt, die im Zweifelsfall das Primat hat.
Diktator Blatter und seine FIFA sind ein augenfälliges Beispiel, wie sich (freie) ökonomische Systeme im Idealfall organisieren. Nämlich wie die Mafia. An deren Casinos wird deutlich, daß ein freier Unternehmer nichts mehr haßt, als Verluste und den Zufall. Dafür werden die Spieltische manipuliert und glückliche Gewinner eleminiert.
Um beim Bild zu bleiben, entspricht Lobbyismus, Korruption, das Kaufen von Politikern und Gesetzen der Manipulation des Spielgerätes. Die Beseitigung der Konkurrenz geschieht gerne durch Monopolbildung, Dumping, Totklagen wegen Verletzung von Patenten, Geistigen Eigentum etc. In Steueroasen -- also Schurkenstaaten, die vom Regelverstoß profitieren -- wird die Beute in Sicherheit gebracht. Letztendlich verläuft die Front zwischen Freiheitlicher Demokratie und Autoritärem System INNERHALB jedes westlichen Staates [...]
Anachronist, 30.03.2008 um 13:06
Das Traurige ist...
...der Haufen armseeliger BeckPofallaGysiWesterwelles, der uns regiert und dem ich ums Verrecken nicht zutraue auch nur einen Schritt zu unternehmen, der irgendetwas an den Problemen ändert. Unsere Sachzwangsverwalter sind im Begriff lächelnd den Untergang zu moderieren, um dann zu verkünden mehr wäre halt nicht drin gewesen, man habe gute Arbeit geleistet.
Ich erschrecke selbst davor, wie groß der innere Abstand zwischen mir und dem politischen System des Landes, in dem ich lebe, geworden ist. Die große Koalition ist nicht meine Regierung, die Gründen, FDP und die Linken nicht meine Opposition. Nichtwählen wäre die einzige Wahl, die meinen Gedanken und Überzeugungen gerecht würde.
In dieser Situation freut es mich an so prominenter Stelle in der Zeit lesen zu können: "die Bürger stellen die Systemfrage". Ja genau, das tun sie. Und hoffentlich erarbeiten wir uns bald eine Antwort. Und hoffentlich wird das Problem in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren öfter von unseren Medien thematisiert. Es ist dringend nötig. Dringend!
iDog, 30.03.2008 um 13:18
hat die ZEIT angst vor der eigenen courage ?
ein reisserischer titel wohl aber ein noch besserer artikel.
erstaunlich, dass er nicht mal 12 stunden auf der index seite der ZEIT online ueberlebt, dort nicht kommentierbar war, und sogleich im untermenubereich verschwindet unter KULTUR ???? ist das zu starker tobak fuer die werbekundschaft oder fuer das konservative publikum, das sich sowieso schon angstgelaehmt an die sesellehne klammert ? schade also , dass dieser artikel , der all die thematischen turbulenzen und stimmungen der letzten wochen hier in der zeit zu den aufeinandertreffenden umstaenden der sogenannten "groessten wirtschaftskrise seit..." und einigen anderen begebenheiten wie karl marx 125. todestag, die grundgesetztdebatten um innere sicherheit, gesellschfts- bzw kapitalismuskritig ausgehend von verschiedensten sozialen themenbereichen etc. so hervorragend zusammenfasst und auf den punkt bringt so sang und klanglos im orkus der archive zu versinken droht. hat die ZEIT angst vor der eigenen courage ? ... oder werden solche inhalte mit kuenstlerisch wertvoller bebilderung aus angst vor etweigen folgen von der redaktion selbst als tabubruch gesehen oder noch schlimmer lediglich als kulturteil schmankerl zur glosse entwertet ?sie machen mich ratlos sehr geehrte redaktion - endlich spricht mal ein koenner gelassen aus, was viele laien, ihre leser- und kundschaft, hier in den foren thematisieren, und sie machen nichts daraus, sondern ersetzen diesen brillianten inhalt mit dem ueblichen, altbekannte noinfotainment ueber sich mit dreck beschmeissende praesidentschftkandidaten.chance vertan - keinen mut gehabt - falsche entscheidung getroffen - seuftz . ihrem herr assheuer alledings meine hochachtung fuer diesen artikel. danke.
klier, 30.03.2008 um 13:38
Auf den Punkt gebracht
Thomas Assheuer hat in klaren Worten die drohende Gefahr beschrieben: nicht eine liberale Revolution wird unserer Demokratie den Garaus machen, sondern eher ein Putsch der Oligarchen, die unser offene Gesellschaft als Hemmschuh ihrer Expansionswut betrachten. Das Biotop des Turbokapitalismus braucht die offene Gesellschaft am allerwenigsten. Die Beispiele von China, Russland bis Saudi Arabien geben all jenen recht, die für ein Ende der Gewaltenteilung eintreten und dafür eine Verschmelzung von Staat und Konzernen fordern. Das dumme Volk soll arbeiten, kaufen und gefälligst das Maul halten. So regiert sich's am Schönsten. Ob diese Rechnung wirklich aufgeht, hängt jedoch von der Stärke des zivilen Ungehorsams ab, den die Bürger leisten wollen.
Heinz Klier, Dubai
fkuebler, 30.03.2008 um 16:15
Die Gutmensch-Lemminge in der bundesrepublikanischen Lufthoheit
Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich jetzt die Sturmtruppen der modisch linksgewirkten Gutmensch-Lemminge die elektronischen Stammtische stürmen und vom eigenen Narzissmus besoffen die Weltbeklagungsparolen krakeelen sehe...
[...] wie soll eine Gesellschaftsform florieren, in der ein dumpf informations-unwilliger oder unfähiger Prekariatsangehöriger genau das gleiche Stimmrecht hat wie der gesellschaftlich gebildete und zur verantwortungsvollen Abwägung befähigte Soziologe oder Politologe?
[...] Evolution bedeutet Vielfalt, den "Kampf" oder - gelinder ausgedrückt - Wettbewerb der Individuen und Gattungen. In der Demokratie und/oder Marktwirtschaft bedeutet das Pluralismus. Nur wenn wir dieses Grundprinzip erstmal verstehen und in der Folge auch innerlich akzeptieren, können wir innerhalb dieses Systems versuchen, für die Art, also uns selbst, den bestmöglichen Fortschritt zu schaffen. Es braucht nicht viel, um in Anlehnung an Churchill in aller Demut zu erkennen, dass Demokratie eine der unperfektesten aller Gesellschaftsformen ist, aber die am wenigsten schlechte, die wir in der Realität haben können. Das gilt auch für die Marktwirtschaft. Es ändert nichts daran, dass beides - Demokratie und Marktwirtschaft - Regeln braucht, aber bitte schön aus einem bejahenden und konstruktiven (Ingenieurs-) Geist heraus. Wenn dieser Kontext vergessen wird, dann werden unsere wirksamen Fortschrittskräfte erlahmen. Dann werden im ungünstigen Fall vielleicht sogar noch viel weniger als 15% der Bürger glauben, dass es in unserem System "gerecht" zugeht. Und nein, es würde gar nicht notwendig sein, dass eine Mehrheit sich dann irgendwann für die Abschaffung von Pluralismus in Demokratie und Marktwirtschaft/Kapitalismus entscheidet. Es würde völlig ausreichen, dass nicht mehr genug Leute von der Notwendigkeit der Verteidigung überzeugt sind. Für die Abschaffung würden dann schon andere sorgen. Davon gibt es genug, wenn man sich in den weltweiten Nachrichten so umsieht. Und so komme ich unter dem Strich zum Assheuer-Artikel (von vielen Kommentaren ganz zu schweigen) zu der Bewertung: Thema verfehlt!
Falk Kuebler
Zaphod Beeblebrox, 30.03.2008 um 16:55
@fkuebler
Dazu nur soviel: Reiche Leute sind keine Löwen. Und die Evolution ist ein untaugliches Modell zur Erklärung menschlicher Gesellschaften. Das nennt man nämlich Sozialdarwinismus und ist falsch. Warum? In dem Moment, in dem einer Ihrer und meiner Vorfahren sich entschieden hat, einem Bären das Fell abzuziehen und als Umhang zu tragen, statt darauf zu warten, dass ihm selber ein Pelz wächst, hat sich der Mensch für einen Sonderweg in der Evolution entschieden, und zwar Kraft seiner Intelligenz. Also haben wir für uns die Evolution natürlich nicht abgeschafft, aber doch mindestens vorläufig außer Funktion gesetzt. Daher sind oberkluge Kommentare zu Löwen und Schafen nicht besonders zielführend. Interessant, dass Sie bei Löwen und Schafen an unsere Gesellschaft denken. Und komisch: wo hat denn in diesem Forum jemand zum Umsturz aufgerufen?? Oder zur Abschaffung der Marktwirtschaft? Zentral ist doch wohl die These, dass das zentrale Glücksversprechen der Marktwirtschaft heute nicht mehr erfüllt wird. Und das wird unsere Gesellschaft schädigen. Um das zu sehen, muss man kein "linker Gutmensch" sein - was immer Sie darunter verstehen. Ich beklage mich nicht und Narzissmus scheint mir eher das Merkmal derer zu sein, die beharrlich leugnen, dass es in D nicht so gerecht zugeht, wie es sollte. Da haben wohl eher Sie das Thema verfehlt.
a17, 30.03.2008 um 17:07
Schade dass dieser Artikel nicht als Aufmacher der Printausgabe zu lesen war, statt dessen ein blödsinniges Pro und Contra zur staatlichen Bankenrettung.
mcfly71, 30.03.2008 um 17:39
@fkuebler
fkuebler,
hier ein Link, damit sie ein wenig Verständnis für die Realitäten im Lande bekommen...Ich weiß nicht, ob man die zunehmende Kinderarmut in einem der reichsten Länder der Welt noch mit der guten alten Natur rechtfertigen kann: www.ndrkultur.de/programm/sendungen/glaubenssachen/gsarmut6.pdf
iDog, 30.03.2008 um 18:33
@ fKuebler #12
"wie kann es angehen" , dass ein scheinbar gebildeter mensch wie sie verkennt, dass der "dumpf informations-unwillige oder unfähige Prekariatsangehörige" vom system selbst erzeugt wird in der absicht seine macht zu konsolidieren. oder haben wir etwa einen staat , der mit allen zur verfuegung stehenden mitteln die bildung der bevoelkerung betreibt ?
nee , haben wir nicht, sondern das exakte gegenteil - nach phasen der lehrmittelfreiheit und bildungsfoerderung in den 70igern wurde langsam aber sicher wieder auf bildungsverkanppung umgestellet wie es einem echten feudalismus wuerdig ist. lesen koenenn duerfen nur die priester des systems. wenn man ueberschlaegt wie billig bildung wirklich ist, erkennt man , dass es keine andere investition in die zukunft mehr nutzen und profit fuer alle bringen kann, nur der ist eben nicht erwuenscht. sollten sie lust haben hierzu zu antworten sagen sie mir doch bitte vor allem warum die einmal etablierte bildungsoffensieve wieder abgeschaft wurde zumal in einer zeit in der know how angeblich alles ist. die welt, in der ein philosoph gaertnert ist eine besser welt als die, in derder ungebildete soldat wird.
Aus: "Der große Ausverkauf" Von Thomas Assheuer (DIE ZEIT, 27.03.2008 Nr. 14) Quelle: http://www.zeit.de/2008/14/Vertrauenskrise-Kapitalismus?page=all
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« Last Edit: March 31, 2008, 01:11:27 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #27 on: April 01, 2008, 09:29:36 AM » |
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[...] Kassenpatienten müssen im Durchschnitt drei mal länger auf einen Termin beim Facharzt warten als privat Krankenversicherte. Das meldet der ''Kölner Stadt-Anzeiger'' und beruft sich dabei auf eine Studie der Universität Köln. ''Wir können mit der Studie erstmals wissenschaftlich fundiert zeigen, was bisher nur vermutet werden konnte, von Ärzteseite aber bestritten wird: dass Kassenpatienten sich bei der Terminvergabe hinten anstellen müssen'', sagte der kommisarische Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemologie, dessen Direktor der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist.
Wissenschaftliche Mitarbeiter meldeten sich telefonisch bei 189 Praxen im Raum Köln/ Bonn/ Leverkusen und baten - wechselweise als Kassen- oder Privatpatient - um eine von fünf ausgewählten Untersuchungen: einen Allergie- und Lungenfunktionstest, eine Augenuntersuchung, eine Magnetresonanztomographie des Knies, einen Hörtest oder eine Magenspiegelung. Dann wurden die Werktage vom Anruf bis zum angebotenen Termin gezählt.
Eindeutiges Ergebnis: Privatpatienten werden bevorzugt behandelt. In absoluten Zahlen reicht der Unterschied von durchschnittlich 4,6 Tagen bei Hörtests bis zu 25 Tagen bei einer Magenspiegelung. Während Privatpatienten im Schnitt nur 11,9 Werktage auf einen Termin warten müssen, können sich Kassenpatienten in Geduld üben: Bei ihnen dauerte es im Durchschnitt 36,7 Werktage, bis sie untersucht wurden.
Aus: "Unterschiedliche Wartezeiten auf FacharzttermineKassenpatienten müssen länger warten" (31.03.2008) Quelle: http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=3336496/1gtguhs/-.- [...] In allen fünf untersuchten Facharztbereichen harrten Kassenpatienten etwa dreimal so lange eines Untersuchungstermins wie die Privatpatienten. „Es zeigt sich, dass das Recht auf Versicherungsschutz für alle Bürger nicht ausreicht, um einen gleichen Zugang zur medizinischen Versorgung in Deutschland zu gewährleisten“, betont Studienleiter Lüngen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach , der ebenfalls an der Studie mitwirkte, kritisiert die Benachteiligung der gesetzlich Versicherten als Ausdruck einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“. Besonders ungerecht sei dies für freiwillig gesetzlich Versicherte, die den Höchstbeitrag zahlten und damit die Versorgung gering verdienender Versicherter mitfinanzierten.
[...]
Aus: "Ärzte lassen Kassenpatienten länger warten" VON STEFAN SAUER (31.03.08, 15:13h, AKTUALISIERT 01.04.08) Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1206878687579.shtml
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« Reply #28 on: April 17, 2008, 10:33:30 AM » |
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[...] Seit Deutschland-Chef Gerhard Rupprecht 2006 den Umbau des Konzerns angekündigt hatte, sei die Kluft zwischen dem Management und den übrigen Angestellten immer tiefer geworden, schreibt der Innendienstler. „Die Führung hat keine Bindung mehr zu ihren Mitarbeitern. Sie hat keinerlei Unterstützung für den Umbau, sie erteilt deshalb nur noch Befehle. Ihr ist jedes Verständnis für die realen Verhältnisse im Konzern abhandengekommen.“ Einen Grund für die Malaise sieht Theodor M. in eingeschüchterten Führungskräften: „Aus Angst, ihren Job zu verlieren, traut sich keiner, Kritik zu äußern. Jede Führungskraft schönt die Berichte, die nach oben abgegeben werden. Bis die Berichte in der Konzernzentrale in München angekommen sind, sind sie so verfälscht, dass sie fast nichts mehr mit der Realität zu tun haben.“ [...] Kommentar zu “Explosive Stimmung bei der Allianz”: von G.Schmid am 16.04.2008 22:54 Uhr
Nicht nur bei der Allianz gibt es diese Zustände. Alle diese Beschreibungen können übertragen werden z. B auf Wüstenrot/Württembergische
von unbekannt am 16.04.2008 21:36 Uhr
als langjähriger mitarbeiter ist es mir absolut unverständlich, wie dieses unternehmen binnen kürzester zeit seinen ruf so ruinieren konnte...und wenn ich sehe, wie die herren oberen in diversen mitarbeitermails, rundschreiben und firmenzeitung den eigenen frustrierten mitarbeitern, die das alltägliche "chaos" hautnah erleben, eine schöne voll funktionierende allianzwelt verkaufen, glaubt man sich im falschen film...
von Ein Versicherungsangestellter am 16.04.2008 20:54 Uhr
Ich würde mich freuen, wenn es so einen Artikel über die Skandia Lebensversicherung geben würde. Die beschriebenen Zustände bei der Alli passen exakt auf die Skandia. Vor Jahren noch der "beste Arbeitgeber Deutschlands". Und heute haben alle nur noch Angst, Ihren Job zu verlieren. Kritik ist offiziell erwünscht, aber keinen interessiert sie. Stattdessen werden die Mitarbeiter, die Kritik üben, unter Druck gesetzt. Es gibt Arbeit ohne Ende, aber die Mitarbeiter werden abgebaut. Der Service leidet entsprechend, aber das wird in Kauf genommen. Wie einer der Vorredner schon sagte: Die Chefs haben kein persönliches Interesse mehr an der Firma, es geht nur noch um Profit. Und das auf Kosten der kleinsten Räder im Getriebe. Das aber ein zufriedener Angestellter viel besser arbeitet, darauf sind sie noch nicht gekommen. Arbeitsrechtler hätten Ihre Freunde an diesem Unternehmen. Das beste aber ist das sogenannte Outsourcing. Programmierer, die kein Wort deutsch sprechen und dann Anforderungen irgendwie umsetzen- nur nicht richtig. So genug gekotzt.
von es reicht am 16.04.2008 18:19 Uhr
ich bin seit 40 Jahre dabei - so etwas habe ich noch nicht erlebt! H/Diekmann hat in einer internen Zeitschrift mal geschrieben (zum neuen Zielbetriebsmodell) .......er habe nun mal als Manager nur die Gelegenheit alles aus der Vogelperspektive zu sehe. Wissen Sie Herr Diekmann - aus der Vogelperspektive ist auch Afghanistan ein schönes Land. So geht das nicht - so können Sie mit Mitarbeitern nicht umgehen. Von Kundenorientierung zu reden und dann eine Versicherungsfabrik (einschl. Callcenter) einzurichten - es ist lächerlich und traurig. Welche Ziele haben denn Ihre Leute von McK? Kundenorientierung oder Gewinnmaximierung? Denken Sie mal darüber nach. Leider leider leider ist das nicht mehr unsere Firma - und das schmerzt - das können Sie mir glauben. Wie können Sie nur den geschönten Berichten Ihrer Führungskräfte glauben? Ihre Führungskräfte melden natürlich....Ampel auf grün / Umst.ellung auf ZBM war prima. Ich glaube es nicht. Die Top Führungskräfte der alten Niederlassungen haben früher gemacht was Sie wollten - Vorstandsrundschreiben???was kümmert es mich. Heute predigen Sie "ZBM über alles". Es ist / sie sind einfach nicht mehr glaubwürdig. Sorry - aber es schmerzt!
von ExAllianzer am 16.04.2008 15:21 Uhr
Liebe Ex Kollegen/innen, vor 7Jahren hab ich aus diesen Gründen die allianz verlassen weil damals schon einige Dinge absehbar waren. Ich ging zu dem letzten Familienunternehmen in der Versicherungsbranche, der ARAG, und was soll ich euch sagen: Genau das selbe Spiel. Vielleicht noch ein wenig krasser.... Jeder spielt jeden aus. 3 Vertriebsvorstände in 2 Jahren, ein schelm wer böses dabei denkt das dies nun der ehemalige Chef der Allianz Österreich ist.... Leider werden wir von komplett inkompetenten Führungen gedrückt und nicht geführt.
Also mein Ergebnis aus 15 Jahren Versicherung inklusive Führungspositionen, Innendienst und Aussendienst: Nix wie weg aus der Branche.
...
von Makler-Angestellter am 16.04.2008 15:03 Uhr
Ich habe bis vor neun Jahren selbst bei der Allianz im Außendienst gearbeitet. Dort wird man nicht als Mensch, sondern nur als "Nummer" behandelt. Sehr verwerflich sind auch Wettbewerbe, in deren Rahmen die Kunden Produkte verkauft bekommen, die sie gar nicht brauchen oder die nichts taugen (als Beispiel UPR = Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr). Viele meiner damaligen Kollegen haben die Allianz inzwischen auch schon enttäuscht verlassen. Die jetzige Unruhe wundert mich demzufolge nicht.
von Allianzer am 16.04.2008 00:14 Uhr
Das Unternehmen wird nur noch von McKinsey geführt - was kann man da erwarten. Der neue COO: ein Ex Mc Kinsey, der schon seit Jahren die Strategie der Allianz bestimmt hat. Jemand, der noch nie mit einen Kunden gesprochen oder einen Versicherungsvertrag verhandelt hat. In der zweiten und dritten Ebene das gleiche Bild. Herr Diekmann traut nur den Beratern etwas zu. Hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskraefte der Allianz kommen nicht mehr weiter und werden von den Beratern gegeneinander ausgespielt. Da gibt es Einstellungsstops, aber für einen Ex-Mck gibt es immer ein warmes Postchen mit Dienstwagen. Dass da die Motivation der Mitarbeiter noch zusätzlich leidet, ist nur allzu verständlich. In der Zentrale ist es am schlimmsten. Ich frage mich, ob das McK Netzwerk Kopfprämien zahlt fur jeden Berater, den es bei der Allianz unterbringt? Und wie ist eigentlich Herr Diekmann an seinen CEO Posten gekommen ?
von Allianzler am 15.04.2008 23:53 Uhr
Ich kann zu 100% bestätigen, was hier geschrieben wird. Meine Kollegen und ich gehen nur noch des Geldes wegen zur Arbeit; einen anderen Grund gibt es (leider) nicht (mehr). Alles muss schnell gehen, einzig und allein die Zahlen zählen. Qualität? Wen interessiert das.
RÜCKSTÄNDE ohne Ende, WOCHENENDARBEIT und massenweise UNQUALIFIZIERTE AUSHILFEN, die am laufenden Band Fehler produzieren - ganz genau, das ist die ALLIANZ in 2008!
Mir fällt da nur ein Wort zu ein: PERVERS!
Man sagt ja immer so schön: Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken ...
von wiwo-Leser am 15.04.2008 21:25 Uhr
„Good Corporate Citizen“
Aus: "Versicherung - Explosive Stimmung bei der Allianz" Martin Seiwert (15.04.2008) Quelle: http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/explosive-stimmung-bei-der-allianz-272624/
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« Last Edit: September 19, 2011, 12:55:11 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #29 on: April 27, 2008, 11:11:25 AM » |
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[...] Es ist ein perfider Trick der herrschenden Klasse, diejenigen, die fast nichts haben, gegen diejenigen auszuspielen, die noch weniger haben.
Aus: "Ein neuer Rassismus" Von Katja Kipping (25.04.2008) Quelle: http://freitag.de/2008/17/08170203.php
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