Aus: "Deix-Karikaturen bei der Justiz gemeldet: "So einen Unsinn kommentiere ich nicht"" (11.12.2009)
[...] Es handle sich bei der Sachverhaltsdarstellung nicht um eine Aktion der Erzdiözese, sondern um "eine Initiative der Diakone, die in ihren Kontakten mit Gläubigen öfters darauf angesprochen wurden", erklärte der Sprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger. Normalerweise würde zu einer Veröffentlichung dieser Art nicht Stellung genommen, "doch hier ist eine Schwelle überschritten worden". Angermann präzisiert: "Es ist keine Klage. Die Sachverhaltsdarstellung will nichts anderes, als die Staatsanwälte aufmerksam zu machen: Das ist erschienen, es gab Proteste, bitte schaut euch an, ob das in unserem pluralen Staat in Ordnung ist. Wir wollen nicht wehleidig sein, sondern es geht uns darum, Grenzen aufzuzeigen im Sinne eines pluralen Zusammenlebens auf der Basis von Toleranz".
Auf der Karikatur vom 19. November (Bildzeile: "Entwurf für ein multikulturelles Kompromisskreuz") wurden Aussendung Symbole von Christentum, Islam und Buddhismus mit den Symbolen zweier Totalitarismen - Nationalsozialismus (Hakenkreuz) und Kommunismus (Hammer und Sichel) - zusammenmontiert. Die Diakone betonen dazu: "Dadurch, dass das Symbol des Nationalsozialismus kritiklos auf eine Stufe mit den Symbolen von Weltreligionen gestellt wird, erscheint auch die verbrecherische NS-Ideologie gesellschaftlich quasi rehabilitiert, neu anerkannt bzw. verharmlost".
In einer Aussendung wird darauf hingewiesen, dass "viele Christen, angefangen von einem Franz Jägerstätter oder einem Dietrich Bonhoeffer" ihr Leben hingegeben hätten, "weil es mit menschenverachtenden Ideologien wie dem Nationalsozialismus nie einen Kompromiss geben kann". Die Deix-Karikatur "Entwurf für ein multikulturelles Kompromiss-Kruzifix" vom 19. November stelle daher auch eine "unglaubliche Verhöhnung" zigtausender Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus dar.
Durch die Deix-Karikaturen hätten sich viele gläubige Menschen in ihren religiösen Gefühlen verletzt gefühlt, befinden die Diakone. Was Deix gezeichnet habe, sei eine "visuelle Rücksichtslosigkeit", die ihrer Meinung nach mit der Freiheit der Kunst nicht begründet werden könne, sondern eine "Grenzüberschreitung" gegen die großen Religionen insgesamt darstelle.
"Manfred Deix wollte sicherlich keine religiösen Gefühle verletzen", sagte Oliver Voigt, Generalgeschäftsführer der "News"-Gruppe. "Karikatur kommt von caricare oder caricatura und bedeutet Überladung bzw. Übertreibung. Manfred Deix verzerrt jede Woche ironisch-satirisch und im Rahmen der künstlerischen Freiheit greifen wir grundsätzlich nicht in die inhaltliche Gestaltung seiner Karikaturen ein." (APA/red)
Heitere Hyperinflation, gepflegter Staatsbankrott
14.12.2009 12:59
Die Kirche versucht es mit der Moslem-Masche
Lauter Aufschrei, "Verletzung religiöser Gefühle", Anzeige, Appell an "Demokratie" und "Toleranz" etc....
Was ist schon die lächerliche Meinungs- und Pressefreiheit wert, wenn so unschätzbare Güter wie die Gefühlsduseleien einzelner Gläubiger auf dem Spiel stehen?
NotDarkYet
14.12.2009 11:28
Ich muss zwar zugeben,
dass mich Deix seit vielen Jahren nur noch langweilt - aber seine Verteidigung ist schon ziemlich genial: Soll mal jemand beweisen, dass Gott nicht so aussieht!
Das ganze ist ja wirklich zum Brüllen komisch:
Ein paar ungebildete Wüstenbwohner erfinden sich ein Zauberwesen und obwohl in mehreren Tausend Jahren nie ein psychisch gesunder Mensch dieses Zauberwesen gesehen hat, gibt es inzwischen einen multinationalen Konzern, der dieses erfundene Zauberwesen vermarktet.
Und jedes Mal wenn jemand eine eigene Meinung über die Existenz, die Botschaft oder das Aussehen dieses unsichtbaren Zauberwesens äußert, fühlt sich dieser Konzern - nein, nicht beleidigt - sondern in seiner Geschäftsgrundlage gestört!
stefankrone
14.12.2009 09:53
Der Nachteil für die katholische Kirche...
...gegenüber muslimischen "Karikaturkritikern" ist, dass sie keine Botschaften abfackeln lassen können. Ein erzürnter Pfaffe vor einem Kiosk mit einem Schild "Osterich you will pay for" wäre jedoch eine legitime Variante des Protests.
nemo sander
14.12.2009 10:15
... beim film die letzte versuchung christi wurden in frankreich und italien kinos in brand gesetzt!
...
H. Kienhammer
14.12.2009 13:04
Es wurde ...
... auf EIN franz. Kino EIN Brandanschlag verübt.
Der war am 23.10.1988 in Paris.
...
opelkadett
14.12.2009 09:42
die sind ja schon heftig
die bildchen. aber sie treffen die heuchelei hier auf den punkt.
am g
13.12.2009 22:47
fuer ein bisschen mehr geld und ein bisschen mehr popularitaet tut man alles...
ich glaube, herr deix wuerde auch seine mutter verkaufen, ganz zu schweigen von anderen wertvorstellungen
Pi der Grieche
14.12.2009 10:15
Die Kirche hat alle Gläubiger zu Schuldigern gemacht. Ist das etwa besser?
joergipoergi
14.12.2009 09:57
Sie würden ihre Mutter wohl auch für Jesus Christus verkaufen...
Susanne_B
14.12.2009 08:47
Ich empfehle Ihnen, zB Rom zu besuchen - da sehen Sie prachtvolle Kirchen. die wurden übrigens auch nicht gratis errichtet -sondern auf Kosten der Menschen, die Jahrhunderte lang von der römisch-katholischen Kirche ausgebeutet wurden.... So viel zum Thema "großmutter verkaufen".
Der elegante Herr von nebenan
14.12.2009 08:42
na ja die Kirche hat an der "heiligen Mutter" auch ganz gut verdient. Die Summen gehen in die Milliarden.
Preger
13.12.2009 21:21
Als haetten wir nicht andere Sorgen.
Wann ist endlich schluss mit all(!!) diesem Bloedsinn. Schluss mit diesen Sektierergruppen in der Oeffentlichkeit.
Jeder soll in seinen vier Waenden glauben duerfen was er will. Aber ausserhalb der vier Waende muss eine Ruhe sein. Punkt.
Preger, Teilzeitkuenstler/In
Gerhard Schwarz
13.12.2009 20:13
Pädophilie und deren Vertuschung ist ein Verbrechen.
Meinungsfreiheit ist ein demokratisches Recht.
Nur als Botschaft angemerkt für die katholische Parallelgesellschaft.
Hans Vogel
13.12.2009 15:12
Hätte er den Islam beleidigt,
hätte man nicht protestiert, sondern ihn einfach umgebracht.
Wolf1005
14.12.2009 06:34
Und die Katholiken sollen das auch so machen?
Gerhard Schwarz
13.12.2009 20:01
So wie es die Kirche jahrhundertelang ja auch gemacht hat. Von den Kreuzzügen, Ketzer- und Hexenverfolgungen über die Conquistadoren, Zwangsmissionierer und Inquistatoren bis ins 20.Jhdt: Spanien, Portugal, Griechenland, Chile - immer eng liiert mit den Faschisten gegen die "Ungläubigen".
her wig
13.12.2009 15:09
Die Religion ist das einzige
kulturelle Produkt der Menschheit, das ausschliesslich böse ist.
Ich gebs zu
13.12.2009 21:55
Ihr Posting ist dagegen nicht das einzige, das völlig blödsinnig ist.
teflon
13.12.2009 15:04
Religiöse Empörung über Karikaturen?
Das gabs doch erst kürzlich...
Werden im Vatikan schon österreichische Fahnen verbrannt?
derunbestechliche
13.12.2009 12:45
Ich liebe meinen HerrGott, denn über ihn darf ich mich auch lustig machen. Er versteht Spaß.
Ich bin mir sicher, dass er selber am lautesten über seine eigene Karikatur lachen würde.
...
...
Herzerzog Johann
14.12.2009 11:35
1963 Postings bis jetzt ....
Zu den unerheblichsten Sachen kommen offensichtlich die meisten Wortmeldungen.
Aus: "Deix-Karikaturen: Kirche schaltet Justiz ein" (11. Dezember 2009)