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« on: November 21, 2006, 01:34:12 PM » |
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[...] "Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das zum Lachen zu ängstlich ist." - Voltaire
"[...] ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht mehr vor dem Teufel hat, braucht keinen Gott mehr […] dann können wir auch über Gott lachen." - Umberto Eco, "Der Name der Rose".
Aus: "Gott" (11/2006) Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Gott-.- [...] "Allah Made Me Funny" has been a huge success by challenging stereotypes and giving people permission to relax and laugh, and also by blazing a trail for a new breed of Muslim comics...
From: "The laugh's on extremists" (theage.com.au; 17.11.2006) Source: http://www.theage.com.au/news/arts/the-laughs-on-extremists/2006/11/16/1163266673345.html?page=2-.- […] In Kopatchs Show ist immer was los: Er selbst präsentiert als rechtsradikale Handpuppe mit riesigem Kopf ein chaotisches Ensemble von korrupten Politikern, irren Arabern und hüftschwingenden Blondinen. Wenn diese Combo einen guten Tag hat, liebt sie ganz Israel…
[…] Ein Witz sei mehr als seine Pointe. Dazu gehöre der Kontext. Und der Sprecher. Und das Publikum: “Ich will nicht, dass Deutsche über den Holocaust lachen. Ich will, dass Juden über den Holocaust lachen.”
Es gibt allerdings viele in Israel, die seine Witze gar nicht lustig finden. “Der Terror der Satire” titelte eine konservative Zeitung über ihn. Dieser Vorwurf wiegt schwer in einem Land, in dem vollbesetzte Busse das Ziel von Selbstmordattentätern sind. Ephraim Kishon, der Vater der israelischen Satire, distanzierte sich in einem Interview von Kopatch: “Ich mag ihn nicht.” Die religiösen Parteien, denen er mit Witzen über die Thora auf die Nerven fiel, drängten ihn mit parlamentarischen Mitteln aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Mit zweifelhaftem Erfolg: Jetzt sendet er im Kabel und ist bekannt wie nie zuvor.
[…] Gil Kopatch, dem “großen Penis”, wird in den konservativen Zeitungen regelmäßig Respektlosigkeit vor den Leiden der Opfer vorgeworfen. Er hat es aufgegeben, darauf hinzuweisen, dass es in Theresienstadt Kabarett gab und im Ghetto von Vilnius Comics.
[…] Kopatch ist auch ins Land der Täter gereist: Ein Freund hat ihn dabei gefilmt, wie er über das Gelände des Führerbunkers in Berlin läuft und lacht und schreit: “Hitler, du Schwein, fuck you, du bist tot, du bist tot. Aber ich lebe noch!”
Ist Humor ein angemessener Umgang mit dem Holocaust? Kopatch findet schon die Frage absurd: “Ich weiß nicht, wie ein Mensch damit normal oder gesund umgeht. Meine Reaktion auf den Holocaust ist Lachen. Es ist meine hysterische Reaktion.”
Aus:”Auschwitz ist ein Witz - Darf über den Holocaust gelacht werden? Junge israelische Comedians entdecken die Komik des Genozids: “Nicht unsere Witze sind geschmacklos, euer Faschismus war es”" von ROBIN ALEXANDER / Quelle: taz Nr. 7655 vom 3.5.2005, Seite 13 http://www.taz.de/pt/2005/05/03/a0141.nf/text -.- [...] Wie war es denn im Absolutismus? – Ich erinnere einmal an Marie-Antoinette. (Lachen bei Abgeordneten der SPD)... [...] Macht und menschlichen Interessen, Leiden und Lachen, Sensationen und Spaß... [...] Genau hier kommen wir aus der Falle des Absolutismus heraus, der ein Stück der Realität... [...] Wir haben uns echt ncihtmehr eingekriegt vor lachen. Gut, ich geb zu... [...] Und wenn ich dann herzerfrischend lachen will, schaue ich "D'Artagnans Tochter"... [...] Ich sitze im Absolutismus Seminar und lausche dem schlechtesten Referat seit... [...] Man könnte auch sagen: Bei Riefenstahl gibt es nichts zu lachen... [...] Der damalige König Louis XIV. betrieb den Absolutismus in seiner reinsten Form... [...] Ich höre bereits, wie manche Franzosen lachen, aber ich weiß, dass sie Unrecht haben... [...] Der Kasus macht mich lachen... [...] Lachen angesichts der Absurdität und der Komik einzelner Situationen... [...] Das rettende Lachen, das Begnini postuliert, erlaube dem Zuschauer das Kino mit... [...] witziger DJ bringt GIs zum Lachen... [...] Zu lachen über das Mörderisch-Groteske würde bedeuten, einen kooperativen Zug in diesem Wahnsinns-Spiel zu machen Lachen wäre... [...] Darf Erfurt wieder lachen? [...] Neben mir fängt K an zu lachen... [...] Dann hörte sie plötzlich auf zu lachen und sah uns direkt an... [...] Erika, lebenslustig, dauernd am lachen und eine mörderisch geile Mutter mit prachtvollen großen Titten... [...] Lachen verträgt sich nicht mit Mitleid... [...] Roland und ich haben uns nicht überlegt, was mörderisch lustig am Häuslbauen ist... [...] Lachen ist einfach das Zeichen, daß das Absolute in der Nähe ist... [...] Die Vorstellung der Hölle läßt einen heute lachen, bei all diesen... [...] Johan, Mick, Bo und Stefan lachen Tränen über die Unvorsichtigkeit... [...] Edgar Wallace würde Tränen lachen!... [...] Die Leute sehen uns verdutzt an, dann lachen sie mit. Händeschütteln... [...] Fernsehen standardisiert das Lachen... [...] Ja, bei Londo muss man entweder lachen oder weinen... [...] Die Lektüre Schopenhauers hat mich teilweise zum lachen gebracht...
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« Last Edit: September 25, 2007, 02:34:44 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #1 on: November 21, 2006, 03:04:28 PM » |
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[...] das Groteske ist markiert durch das Lachen, das im Hals stecken bleibt...
[...] erst lachen die Leute, aber dann merken sie, dass die Macht getötet hat...
[...] Worüber darf man (nicht) lachen? Groteske Kommunikation...
[...] oder ideologischer Macht. Dabei reizt vor allem die Sprache...
[...] Die Szene war in meinen Augen so grotesk, dass ich mich vor Lachen bog und...
[...] Die Tatsache, dass ich darüber auch noch lachen kann, macht mir große Angst...
[...] über das Paradoxe, über die Groteske, die Satire...
[...] Man hat gesagt, daß das Nachdenken über das Lachen melancholisch macht...
[...] Zum Grauen gehört immer das Lachen, welches eine Form von Selbstschutz...
[...] Wenn es einem zu peinlich ist, in der Öffentlichkeit lauthals in Lachen...
[...] 1 1/2 Stunden Schmunzeln, Grinsen und Lachen hinterlassen schmerzhafte Spuren...
[...] Erst postulieren Sie, einen Orgasmus mit Lachen sei unmöglich...
[...] Trieb zur Macht? Das Lachen der Hyänen...
[...] Sicher führen Chaplins groteske Übertreibungen zur Sublimierung des Grauens hinter den Bildern...
[...] Sie sind voller Humor, Hintersinn und einer Portion Sarkasmus, die offensichtlich die Realität erträglicher...
[...] Ein Fakt hebt die Lächerlichkeit geradezu ins Groteske...
[...] es ist die Ungeschicklichkeit, die uns lachen macht...
[...] die Regelungswut nimmt groteske Formen an...
[...] Es ist zum Lachen grotesk, nur steht dahinter keine harmlose Verarschung...
[...] wo Schwäche mit Macht und blindem Eigennutz vereint...
[...] diese groteske und provozierende Form der Satire deckt die Wahrheit doch erst...
[...] Wer da am Ende noch lacht, sollte sich ernsthaft fragen, was es denn da noch zu lachen gibt...
[...] Superhelden sind zum Lachen: grotesk gekleidet, spießig und dumm-pathetisch...
[...] Folgerichtig beginnt das internationale Symposium "Lachen über Hitler", das...
[...] Die literarische Groteske kann auf eine lange Tradition zurückblicken...
[...] Genau genommen gebe es bei Borat nicht viel zu lachen...
[...] Darin liegt ein gewisser Witz...
[...] unfähige und groteske Herrscher im Mittelpunkt - eine Konstruktion, die...
[...] Das Groteske beinhaltet bei Bachtin nicht nur die Umkehrung. von Machtverhältnissen...
[...] Deshalb bleibe das Lachen über das Groteske stets mit der Empfindung von Grauen...
[...] die Balance zwischen grotesk-makaberen und...
[...] Lachen als Unterwerfungsgeste. Man darf sich schon fragen, wie sie das macht...
[...] Völlig sinnentleert, aber man hatte eine Menge zu lachen...
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« Last Edit: November 21, 2006, 03:06:58 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #2 on: November 21, 2006, 03:31:01 PM » |
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[...] Bonker-Reggea. Berlin, 30. April 1945...
[...] Ich hock' in meinem Bonker...
[...] Adi ist auferstanden und präsentiert uns den Sommerhit für das Jahr 2006...
[...] Das Video “Adolf, die Nazisau (Der Bonker)” ist zurzeit der führende Hitler-Witz im Web...
[...] Eine Adolf-Tragikomödie in drei Akten - die letzten Stunden im BONKER, wie sie wirklich waren. Ob Prince oder Michael Jackson, Gandhi oder Mussolini...
[...] Klingelton Adolf bonker in 3 verschiedenen Formaten. Preis: 1,99 € aus Deutschland...
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« Last Edit: November 28, 2006, 03:05:16 PM by Textaris(txt*bot) »
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lemonhorse
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« Reply #3 on: November 23, 2006, 01:51:29 PM » |
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[...] In Bagdad wurde der bekannte TV-Satiriker Waleed Hassan mit drei Kopfschüssen getötet. In seiner Show machte er sich über die sektiererische Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten, die US-Truppen oder etwa die ständigen Stromausfälle lustig.
Aus: "Irakischer Komiker erschossen" (22.11.06; AP) Quelle: http://www.20min.ch/news/ausland/story/12876794
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« Reply #4 on: December 01, 2006, 09:20:20 AM » |
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[...] Der Begriff Blasphemie (altgr. ἡ βλασφημία, τῆς βλασφημίας - blasphêmía – die „Rufschädigung“, zusammengesetzt aus βλάπτειν - bláptein - „Schaden bringen, benachteiligen“ und ἡ φήμη - phếmê oder dorisch ἡ φάμα - pháma - „die Kunde, der Ruf“) bezeichnete ursprünglich eine „Gotteslästerung“, das heißt das öffentliche Leugnen, Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion. Er wird umgangssprachlich heute auch für rhetorische Angriffe auf gesellschaftlich höhergestellte Personen verwendet.
Gotteslästerung gilt in vielen Religionen als schweres religiöses Vergehen. Sie ist in vielen Staaten auch heute noch eine Straftat, die in manchen sogar mit der Todesstrafe bestraft werden kann, z.B. in den vom Islam geprägten Ländern Saudi-Arabien, Pakistan und Iran. Ob und in welchem Umfang bestimmte Handlungen oder Äußerungen als „Blasphemie“ gelten, hängt von den rechtsgültigen Kriterien für ihre Feststellung und vom Stellenwert religiöser Traditionen und Wertorientierungen in einer Gesellschaft ab. Diese können sich schon innerhalb der Geschichte einer Religion stark wandeln.
In der Bundesrepublik Deutschland ist die Beschimpfung von religiösen und weltanschaulichen Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsvereinigungen dann nach § 166 StGB (dem Gotteslästerungsparagraphen) strafbar, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, ähnlich in Österreich nach § 188, 189 StGB.
Religiöse, besonders fundamentalistische Gruppen sehen oft bereits Tatbestände als Blasphemie an, die heute in vom Zeitalter der Aufklärung geprägten Staaten kaum als strafwürdig gelten, z.B.:
* eine Verhöhnung religiöser Symbole, beispielsweise das umgekehrte christliche Kreuz mit Dornenkranz (nicht zu verwechseln mit Petruskreuz) * Verhöhnung religiöser Inhalte (Filme wie Dogma (der Regisseur Kevin Smith distanziert sich davon, Dogma als blasphemisch zu bezeichnen), Das Leben des Brian u. ä. Satiren bzw zynische Komödien) * Fluchen, insbesondere solches mit religiösem Inhalt (zum Beispiel „gottverdammt“, „heilige Scheiße“) * Glaube an andere Religionen oder an andere Götter, insbesondere bei Sekten * Gottesverleugnung.
[...] Gotteslästerungs-Anklagen gegen Kunstwerke [Bearbeiten]
* Künstler der Gruppe SPUR wurden in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er Jahre wegen Gotteslästerung angeklagt. * Das Theaterstück „Maria Syndrom“ von Michael Schmidt-Salomon wurde in Deutschland 1994 verboten. * Es wurde 2004 der Künstlerin Dorota Nieznalska in Danzig verboten, einen Penis im Zusammenhang mit einem Kruzifix zu zeigen. Die Installation hieß Passion (polnisch: Pasja). Insbesondere im konservativ-katholisch geprägten Polen gehen Politik und Rechtsprechung vergleichsweise rigide mit Kunstwerken um, die sich kritisch oder abfällig mit katholischen Glaubensinhalten auseinandersetzen. Hier handelte es sich allerdings — im Gegensatz zu den Diskussionen um „Das Gesicht Mohammeds“ — um Vorgänge, die auf dem Territorium eines stark christlich geprägten Landes selbst gesetzt wurden, und nicht in einem anderen Kulturkreis. * Das Frankfurter Karikaturenmuseum sieht sich immer wieder Bombendrohungen und Morddrohungen ausgesetzt, die sich gegen die Auseinandersetzung mit christlichen Inhalten richten. * In Kassel wurden von christlichen Extremisten gegen eine Ausstellung von Gerhard Haderer Bombenandrohungen ausgesprochen. Er hatte Jesus Christus als Kiffer gezeichnet. Haderer wurde auch wegen blasphemischer Karikaturen in Griechenland in Abwesenheit zu sieben Monaten Haft verurteilt, später jedoch freigesprochen. * In Frankreich sahen sich Kinobetreiber Bombenandrohungen ausgesetzt, die in Paris den Film „Die letzte Versuchung Christi“ von Martin Scorsese vorführten. * Die Popmusikerin Madonna ließ sich während der Bühnenshow eines Live-Konzerts 2006 „ans Kreuz nageln" und stieß damit auf heftige Kritik bei Kirchenvertretern und Christen. Die Staatsanwaltschaft verwies jedoch darauf, dass Anzeigen wegen Blasphemie nicht zu einer Verurteilung führen würden.
Der Karikaturenstreit: Jüngstes Beispiel einer Kontroverse um Gotteslästerung sind die in der muslimischen Welt als blasphemisch empfundenen Mohammed-Karikaturen (Das Gesicht Mohammeds).
Aus: "Blasphemie (Weitergeleitet von Gotteslästerung)" http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesl%C3%A4sterung-.- [...] Volker Beck sprach sich generell für die Abschaffung des «Gotteslästerungsparagrafen» aus. Der Paragraf 166 des Strafgesetzbuches gehöre «auf den Misthaufen der Rechtsgeschichte», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach drohen demjenigen bis zu drei Jahre Haft, der öffentlich oder durch Schriften religiöse Bekenntnisse in einer Weise beschimpft, die den öffentlichen Frieden stören. Der junge Mann hatte am 4. Februar an 87 Personen und Einrichtungen mit Islam-Bezug, darunter das Türkische Generalkonsulat in Karlsruhe, eine E-Mail mit zwölf Bilddateien versandt. Dabei handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Bilder, die in beleidigender, verhöhnender und teilweise Ekel erregender Weise verfremdet waren. Verunstaltet worden seien etwa Bilder der türkischen Flagge, eines mit Ornamenten versehenen Buches, das den Koran darstellen sollte und Fotos von schleiertragenden Personen. Der angeklagte Schüler aus Siegburg, der vor dem Abitur an einem Abendgymnasium steht, sagte, er habe sich in «blindem Aktionismus» in etwas hineingesteigert. Anlass sei der damalige Streit um die Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung gewesen, die zu gewaltsamen Übergriffen in mehreren Ländern geführt hatten. Sein Vorgehen sei «eine Protestaktion» dagegen gewesen, «dass man seine Meinung nicht so frei äußern kann wie man möchte». Heute bereue er seine Tat. Die Karikaturen habe er im Internet gefunden und manche nachbearbeitet.
Aus: "23-Jähriger nach Versendung von Islam-Karikaturen wegen Volksverhetzung verurteilt - «Gefährlich für den öffentlichen Frieden»" (pr-inside.com; 30.11.2006) Quelle: http://www.pr-inside.com/de/gefaehrlich-fuer-den-oeffentlichen-frieden-r27841.htm-.- [...] Nach der Ausstrahlung der Comic-Serie "Popetown", in der der Papst verspottet wird, hat Edmund Stoiber eine Verschärfung des sogenannten Götteslästerungsparagrafen angekündigt. Eine Herabwürdigung oder Verspottung von Religion und Kirche soll künftig bestraft werden. Bayern strebt nach Medien-Berichten eine Verschärfung des sogenannten Gotteslästerungsparagrafen an. Justizministerin Beate Merk (CSU) habe einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorgelegt. Der Entwurf werde derzeit in der Landesregierung abgestimmt. Danach wolle Merk eine Bundesrats-Initiative zur Änderung des Paragrafen 166 Strafgesetzbuch auf den Weg bringen. Künftig solle nicht erst eine Beschimpfung von Religion und Kirche strafbar sein, die den öffentlichen Frieden stören könnte, sondern bereits die Herabwürdigung oder Verspottung solle unter Strafe gestellt werden. Nach dem Entwurf werde der öffentliche Friede bereits dann gestört, wenn der Spott das Vertrauen der Betroffenen in die Achtung ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung beeinträchtigen könne. Gleiches gelte, wenn die Herabwürdigung die Bereitschaft zu Intoleranz gegenüber Religion fördern könne. Die katholische Kirche begrüße die Gesetzesinitiative. Die evangelische Kirche sehe dagegen keinen wirklichen Handlungsbedarf. brihasparti meint: 09-09-2007, 20:31 Uhr Lustig..., daß mit dem Flying Spaghetti Monster(FSM) habe ich erst vor ca. 2 Wochen meinem 11-jährigen Neffen erklärt, da die verrückten Religionsfaschisten selbst an Gymnasien wieder beginnen, die Schüler mit ihren Mist zu indoktrinieren. Da ich, leider, selbst eine katholischen Schule besuchen musste, spreche ich aus Erfahrung, daß Christentum und Schule nicht zusammen passen. Bildung und Glaube zusammen, nicht gut... Wie man in der heutigen Zeit mit diesen Möglichkeiten an Bildung noch an uralte Rituale und irgendwelchen religiösen Nonsens glauben kann, werde ich sicherlich nie lernen zu verstehen. Wir hatten mit unserer Religionswahl in der Vergangenheit sicherlich nicht allzu viel Glück, wenn man sich die Geschichte anschaut. Dann eine Rückkehr zu vermeintlich guten Zeiten anzustreben ist mehr als nur Blöd, sondern kriminell, sollten wieder Menschen sterben müssen, nur weil angeblich ein Hallodri vor 2000 Jahren (zu der Zeit liefen allerhand Typen wie Jesus im gelobten Land herum) irgend einen Dünnsinn erzählte. Pegasus meint: 08-09-2007, 15:15 Uhr Was wäre dann mit Sprüchen wie: "Die Ungläubigen sind niedriger als das Vieh, ihr Platz wird in der Hölle sein." Dies ist eine Herabwürdigung, die zu religiöser Intoleranz führt. Wer entscheidet nun, wer wen auf diese Weise verfluchen darf? Die Heilige Inquisition? Die Ulema? Der Tag ist nicht mehr fern, wo man zwangsweise Christ oder Moslem sein muss. Atheistische Äußerungen werden verboten, da sich ja Gläubige aller Art gekränkt fühlen können. Wer von der Katholischen Kirche eine Verteidigung der Werte der Aufklärung erwartet hat, hat sich getäuscht. Vielmehr ist zu erwaraten, dass die Kirche versucht, im Windschatten islamischer Gewalttätigkeit ihre Deutungshoheit wieder erlangen will.
notinparadise meint: 08-09-2007, 15:23 Uhr über Dinge, die einen nicht bewiesenen Gott angehen, kann man keine Gesetze erlassen, daß ist Diktatur !
morten meint: 08-09-2007, 16:04 Uhr gotteslästerungsparagrafen?
so etwas gibt es?
hoffentlich nur in bayern. und selbst das ist krass. wie sieht es aus mit pressefreiheit? und was hatte dingens eigentlich zur mohammed-affäre gesagt?
menne meint: 08-09-2007, 17:10 Uhr Über diese Heuschelei kann man ja nur lachen. Auf der einen seite wird die verunglimpfung und verächtlichung des Islams als berechtigte Kritik und als meinungsfreiheit tituliert, sobald jedoch einige auf die Idee kommen, man könnte diese heilige freiheit eben ja auch mal auf die christlichen symbole und werte anwenden, begegnet man diesem mit der gotteslästerungskeule.
Enthalten anderen vor was wir uns zum Recht nehmen. Das nennne ich Leitkultur
Peters, Falko meint: 08-09-2007, 19:02 Uhr Warum nicht, seid 1968, als die Perversen die Regentschaft in Deutschland übernahmen, wurde alles in den Dreck gezogen. Nicht nur der Glaube, sondern auch die Festtage und ähnliches. Die rote Monika hat sich im Rundfunk schlapgelacht und gehöhnt über Weihnachten. Sie mögen dereinst in der Hölle schmoren! Was konnte ich meinen kleinen Töchtern dazu sagen? Plattenspieler, Tonbangeräte oder Fernseher unerschwinglich, war man auf den Rundfunk angewiesen. An der Sexualaufklährung in den Medien haben sich Typen jeden Tag aufgegeilt und das man Deutscher war und seine Kultur liebte, durfte man bis vor kurzen nicht erwähnen. Die Schulen wurden verschmiert ,verdreckt und zerstört. Eintagsfliegen, (Andersartige) übernahmen in diesem Staat das sagen und erweckten den Eindruck, als seien sie die normalsten Menschen. Und, was haben wir heute? Bürger die ziellos durch die Gegend laufen und ihre Identität suchen, weil sie sich nicht mehr mit Geld betäuben können. So lange man Schulden machen konte haben sie über die Verhältnisse in Deutschland mitgehöhnt. Das ist die rote Ernte! Die Sahne schöpfen jetzt die ab, die den Bürgern Heimat und Kultur versprechen, die Rechten. Selbst die ehemalichen Bolschewisten in der Sowjetunion haben den Glauben an Gott in über 70 Jahren nicht ausrotten können. Der Glaube ist überall wieder vorhanden als wenn nichts gewesen währe, nur die Bolschewisten sind weg. Was seid ihr doch nur für kleine miese Scheißer!
Ne,Ne,Ne... meint: 08-09-2007, 19:22 Uhr welcher Gott???
Hausmeister meint: 08-09-2007, 19:44 Uhr @PETERS, FALKO Falls Sie Ihre Memoiren zu veröffentlichen gedenken, würde ich einen Ghostwriter empfehlen. Jesus..krutzi...
drole meint: 08-09-2007, 19:47 Uhr Der Vorschlag aus Bayern geht nicht weit genug. Es sollte auch unter Strafe gestellt werden, sich über Leute lustig zu machen, die an Horoskope glauben. Oder an den Osterhasen.
Himmel hilf! meint: 08-09-2007, 20:16 Uhr Ja, warum nicht, Bayern?
Schliesslich gibt es in Saudi-Arabien, Irak, Iran, Afghanistan, Pakistan usw. ähnliche Gesetze.
Pfeifen wir doch auf die Aufklärung!
Aber warum nicht gleich zum Islam konvertieren?
AbisZ meint: 08-09-2007, 23:05 Uhr Mein Heiland und Erloeser hat Spott, Hohn, Peinigung und selbst das Kreuz ueber sich ergehen lassen. Seine letzten Worte am Kreuz lauteten: “ Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!” Und nun sollen Beleidigungen ueber meinen Glauben mich aus den Bahnen werfen. Wie schwachglaeubig kann man noch sein?. Ich selber bin Christ und uebe Toleranz. Beleidigungen treffen nur diejenigen, die sie aussprechen. Ich benoetige ein solches Gesetz nicht.
THEOLOGE meint: 08-09-2007, 23:12 Uhr Bayerische Politiker sind eine Gotteslästerung?
CWF meint: 09-09-2007, 00:31 Uhr Demnächst: Wöchentliche Verbrennung von Ketzern auf dem Münchner Marienplatz.
TECHNIKER meint: 08-09-2007, 23:15 Uhr Das ist ja gerade das Aufregende am 3. Jahrtausend, daß man mittels modernster Technik mitten ins 12. Jahrhundert reisen kann ...
Guderian meint: 09-09-2007, 02:42 Uhr Popetown? Lieber Herr Stoiber, wir leben im Zeitalter von SouthPark. Popetown schauen sich doch nur schmollende Katholiken an. Der wahre Hohn und Spott, der sich zu recht über Christen, Juden und Scientologen ergiesst, hat seine Quelle in Eric Cartman. Welch eine Befreiung vom alltäglichen Anpassungsdruck ist doch jede einzelne SouthPark Folge. Sogar der Zentralrat der Juden hat es noch nicht gewagt, ein Verbot von Eric Cartman zu verlangen, obwohl der wirklich alles getan hat, um die Empörungsmaschine zu starten. Von mir aus kann der Rest des Fernsehens verboten werden - SouthPark bleibt!!!
Lolle meint: 09-09-2007, 09:51 Uhr Und was ist, wenn es gar keinen Gott gibt? Dann haben wir ein Gesetz für nichts! Werde ich dann zukünftig für die Anzweiflung eines Gottes bestraft?
[...]
Domenq meint: 09-09-2007, 09:51 Uhr Wenn der Stotterer einen konkreten Gottesbeweis vorlegt, ließe sich über Minderheitenschutz diskutieren.
Stotterer und ihre Götter müssen vor Spott geschützt werden.
freidenker meint: 09-09-2007, 10:14 Uhr Lieber Herr Stoiber, Sie maßen sich die Vernichtung der tragenden Säulen der europäischen Philosophie an! Auf Ihrem Scheiterhaufen liegen die Werke der größten Philosophen der Welt! Sie sollten Schopenhauer, Nietzsche, Kirkegaard u.v.a. bis hin zu Sartre ersteinmal gelesen haben, geschweige verstanden! Nein! Sie können sie nicht lesen, Sie würden an der geistigen Substanz derer zerbrechen! Leute Ihres Schlages haben „Gott“ auf dem Gewissen!
Fredd meint: 09-09-2007, 10:41 Uhr ...wenn die ewig gestrigen beweisen könnten, dass es einen Gott gibt, könnte man ja einmal darüber nachdenken.
rappstrasse meint: 09-09-2007, 10:54 Uhr Es ist durch nichts erwiesen, dass es jemals einen Gott gegeben hat. Das "Kaspertheater" in Rom ist Volksverdummung! In den Entwicklungsländern sterben jeden Tag Millionen von Menschen an Hunger, nur weil die katholische Kirche den Gebrauch von Verhütungsmitteln verbietet! Auf den Schlachtfeldern wurden die Waffen gesegnet.
du lieber himmel meint: 09-09-2007, 11:45 Uhr Ich denke, Gott wäre es bestimmt wichtiger, dass die Menschen ihr Recht auf Meinungsfreiheit behalten. Aber hier geht es nicht darum, was Gott will, sondern was die Katholische Kirche will. Und die katholische Kirche hat schon immer gewusst was Gott will, in dem sie in seinem Namen tausende von Menschen auf den Scheiterhaufen verbrannt hat, in seinem Namen Kriege geführt hat, in seinem Namen Menschen versklavt hat… wann hört die katholische Kirche auf Gott zu missbrauchen. Was für mich Gotteslästerung ist.
Monetenlos-Tauschportal meint: 09-09-2007, 13:00 Uhr Habe noch "Ablasszertifikate" im Angebot, auch für zukünftige Schweinereien - auf Vorrat! 10% Nachlass nur für kurze Zeit, ideal für diejenigen, welche hier Schuld auf sich geladen haben. Beste Beziehungen nach ganz oben. [...]
Atheist meint: 09-09-2007, 13:05 Uhr Das Ganze läuft auf einen Maulkorberlass hinaus, frei nach dem Motto: "Willst Du nicht meiner Meinung sein, dann schlag ich dir den Schädel ein." Gut, über diese Zeiten sind wir bei den christlichen Kirchen - zumindest meistens - knapp hinaus, beim Islam augenscheinlich nicht.
Wie weit der lange Arm der katholischen Kirche reicht, sei nur an einem Beispiel belegt:
In manchen Gegenden Bayerns dürfen auf Anordnung der kath. Kirche Flohmärkte am Sonntag erst um 11:00 Uhr beginnen, damit die Schäfchen auch ja all sich vorher ihr Wort zum Sonntag in der Kirche abholen können.
Dass Kirche per se Intolerant ist, bekommt man gleich als ersten Satz des ersten Gebotes auf's Butter brot geschmiert: "Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben."
Lustig wird es, wenn sich kriminelle Organisationen mit mafiösen Herrschaftsstrukturen und eigener Geheimpolizei hinter Religionsparagraphen verstecken, wie das die Organisation tut, die sich großer Beliebtheit bei amerikanischen Schauspielern erfreut. Neeeinn, Namen nennen wir hier nicht, soweit reicht die Einschüchterung durch diesen Mafiaclan schon. Das ist ein echtes Problem, nicht aber die Sendung "Popetown".
OK meint: 09-09-2007, 13:48 Uhr @ATHEIST Echt widerlich diese Sekten, wahrscheinlich haben die noch weniger Humor als Frau Merk und der äh..., dings. Weltverbesserung? Jeder nur ein Kreuz.
OK meint: 09-09-2007, 13:48 Uhr @ATHEIST Echt widerlich diese Sekten, wahrscheinlich haben die noch weniger Humor als Frau Merk und der äh..., dings. Weltverbesserung? Jeder nur ein Kreuz.
irrturm meint: 10-09-2007, 10:31 Uhr Es hätte schon viel früher darauf geachtet werden müssen, das es strafbar ist und auch vollzogen würde, wenn gegen unser hohes gut, glaube und gewählte des volkes gelästert wird. notfalls müsste man auch sender die so etwas ausstrahlen einfach schließen, das hat nichts mehr mit freier meinungsäußerung zu tun. sonder mit moral und achtung - die achtung die seit jahren innerhalb der amerikanisieung verloren ging. gott möge diese menschen strafen!
GeBe meint: 10-09-2007, 10:42 Uhr @IRRTUM:
Besser konnten Sie ihr Pseudonym hier offensichtlich nicht wählen!
sandro33 meint: 10-09-2007, 10:52 Uhr @irrturm, bei ihnen scheint wirklich alles verloren zu sein. ich hoffe nur dass sie kein Lehrer oder Priester sind, diese armen Kinder würden mir wirklich leid tun.
Aus: " Religion: Bayern will schärfere Strafen für Gotteslästerung" (8. September 2007) Quelle: http://www.welt.de/bayern/article1168370/Bayern_will_schaerfere_Strafen_fuer_Gotteslaesterung.html-.- [...] Suchmaschinen finden inzwischen mehr als 1,5 Millionen Suchergebnisse zum Begriff „Flying Spaghetti Monster“.
[...] Auf seiner Homepage zitiert Henderson unter anderem George W. Bush, der sich für die Vermittlung von nicht-evolutionären Überzeugungen wie Intelligent Design an Schulkinder ausspricht. Daher fühlt Henderson sich in seinem Anliegen, Pastafari unterrichten zu lassen, von George W. Bush bestärkt.
Die Idee wurde in zahlreichen Modifikationen vorgestellt, welche in den USA regional vertretene christliche Sekten parodieren: der Cult of Oregano, die Reformed Church of Alfredo, Orthodox Monsterist Church of West Virginia, Mystical Order of the Flying Spaghetti Monster, die Moomin Church of His Spaghettiness von Jersey (Kanalinseln) oder die SPAM (The Spaghetti & Pulsar Activating Meatballs, deutsch: Die Spaghetti- und Pulsaraktivierenden Fleischbälle).
[...] „Dogmen, und ich meine nicht nur religiöse, zerstören die Welt und machen uns alle dümmer.“ – Bobby Henderson
Aus: "Fliegendes Spaghettimonster" (09/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Spaghettimonster-.- [...] Unter Dogma (griech. δόγμα, dógma, „Meinung, Lehrsatz“; Plural Dogmen oder seltener nach dem Griechischen Dogmata) versteht man eine festlegende Definition, um einem Glauben, eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit voraussetzend, einen unumstößlichen Wahrheitsgehalt zuzuschreiben.
[...] In Antike und Mittelalter war Dogma ein positiv besetzter Begriff, der für Klarheit und Eindeutigkeit stand. Seit dem Zeitalter der Aufklärung werden Dogmen kritisch als eine auf Autoritäten beruhende Denkweise oder Glaubensüberzeugung abgelehnt. Einer der zentralen Leitgedanken der Aufklärung, der von Immanuel Kant zitierte und so wieder bekannt gewordene Spruch des lateinischen Dichters Horaz, Sapere aude (lateinisch Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!), bildet nach moderner Auffassung einen unvereinbaren inhaltlichen Gegensatz zum Dogma bzw. zur entsprechenden Lehre, der Dogmatik.
[...] Oft gehen Dogmen mit einem geschlossenen Weltbild einher. Da das Dogma keines weiteren Beweises bedarf, weil es unverhandelbar ist, könnten abgespaltene Denkwelten entstehen. Dogmen werden trotzdem meist in einer, nicht notwendigerweise schlüssigen, Logik begründet und sind teilweise begrenzt auch kritischen Reflexionen gegenüber offen. Heute sind beispielsweise die Dogmen der römisch-katholischen Kirche nach der Trennung von Kirche und Staat mehr Hilfestellung und Empfehlung an die Gläubigen im Sinne einer Theosophie als im Sinne einer Gesetzesvorgabe. Eine Neuformulierung von Dogmen zeigt besonders in der römisch-katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten eine Anpassung bzw. Selbstkritik, jedoch ist eine konservative Haltung in der Regel immer noch erkennbar. Im Islam sind Dogmen in Form der so genannten Schari'a auch heute oft noch verbindliche Gesetze, deren Achtung teilweise mit äußerster Härte durchgesetzt wird. Der Begriff Dogma wird heute weiter in den modernen Naturwissenschaften als Kritik verstanden, wenn ein überkommener Standpunkt oder eine veraltete Theorie vertreten wird, die neuere Erkenntnisse ignoriert.
[...] Extreme Formen dogmatischer Lehren sprechen jeder Kritik die Legitimität ab und rechtfertigen dadurch unter Umständen sogar die Tötung der Kritiker wegen Häresie bzw. Ketzerei oder Gotteslästerung. Im Mittelalter dienten Dogmen der römisch-katholischen Kirche als Legitimation für ihre Inquisitionsgerichte, die von ihren Opfern mittels Folter Geständnisse erpressten und sie oft auf grausame Weise töteten (z. B. Hexenverbrennungen, auch in protestantischen Gebieten). In kommunistischen Regimen wurden analoge Dogmen als so genannte Doktrin ebenso gewaltvoll durchgesetzt. Widerspruch gegen eine staatliche Doktrin oder eine Parteilinie führte zu massiven Repressionen, bis zu Gefängnis und Hinrichtung. Auch die Verfolgung „unamerkanischer Umtriebe“ in der McCarthy-Ära wurde gelegentlich mit den Hexenprozessen verglichen. Bis in die Gegenwart ist in streng islamischen Ländern ein Verstoß gegen einige Dogmen der religiösen Dogmenlehre des Islam, die Schari'a, noch heute mit der Todesstrafe (Köpfungen, Steinigungen und andere Formen der Tötung) bedroht. Diese wird oft von informellen Gruppen in Form einer De-facto-Gerichtsbarkeit oder Lynchjustiz ausgeführt.
[...] Unter Dogmen versteht man im Laufe der Kirchengeschichte durch die lehramtliche Autorität formulierte Sätze (sowie seit dem II. Vatikanischen Konzil auch Aussagen darstellender Texte), die wichtig sind für die inhaltliche Profilierung ihres Glaubens. Sie „sind Lichter auf dem Glaubensweg. Sie erleuchten und sichern ihn.“ (Katechismus der Katholischen Kirche KKK 89). Der Entstehungskontext von Dogmen ist in der Regel eine strittige Situation in Glaubensfragen. Konzilien und Synoden werden einberufen, um die Sachfragen zu klären und ggf. entsprechende Dogmatisierungen vorzunehmen.
[...] Beispiele für christliche Dogmen:
[...] * erste Jahrhunderte: Apostolisches Glaubensbekenntnis * 4. Jahrh. Dreieinigkeit * 381 Nicäno-Konstantinopolitanum * 431 Maria ist „Gottesgebärerin“ (theotokos) * 431/451 Christologie: Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch
* 1215 Transsubstantiation (Eucharistie-Verständnis);
diese von Konzilien verkündeten dogmatischen Definitionen wurden stets von den Päpsten bestätigt.
Dogmatik der katholischen Kirche:
* 4. Dezember 1563: Schluss-Sitzung des Konzils von Trient (päpstlich bestätigt 1564) * Papst Pius IX.: 8. Dezember 1854 Unbefleckte Empfängnis Mariens * I. Vatikanum 1870: Unfehlbarkeit des Papstes * Papst Pius XII.: 1. November 1950 Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel (das erste und zugleich bislang letzte Mal seit 1870, dass ein Papst vom Unfehlbarkeitsdogma Gebrauch machte).
Bis 1950 wurden mehrere frühere päpstliche Entscheidungen als ex cathedra (unfehlbar) ergangene Definitionen angesehen. Unter dem Einfluss der Kriterien des I. Vatikanums wird diese Liste auf die Entscheidungen von 1854 und 1950 eingeengt, während alle früheren Definitionen (je nach Zählung etwa zehn bis zwanzig) dem allgemeinen, affirmativen Lehramt zugeordnet werden. Zu diesen gleichwohl Geltung beanspruchenden Bekräftigungen zählt nach amtlicher Auffassung auch die Entscheidung des Papstes Johannes Paul II., dass eine Priesterweihe für Frauen definitiv unmöglich ist. Eine bekannte Regel, die nach katholischer Ansicht definitiv kein unveränderliches Dogma darstellt, ist dagegen die verpflichtende priesterliche Ehelosigkeit (Zölibat).
[...]
Aus: "Dogma" (09/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dogma-.- [...] In den Niederlanden hat der katholische Bischof Tiny Muskens (71) vorgeschlagen, alle Gläubigen sollten Gott künftig Allah nennen. Allah sei an sich ein ganz schöne Bezeichnung für Gott, sagte der Bischof von Breda nach Medienberichten vom Dienstag. Dies fördere das wechselseitige Verständnis zwischen den Religionen.
Aus: "Bischof will Gott in Allah umbenennen" (14. Aug. 2007) Quelle: http://www.netzeitung.de/ausland/711432.html
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« Reply #5 on: December 14, 2006, 04:09:42 PM » |
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[...] Ein neues Videospiel hat in den USA den Konflikt zwischen christlichen Fundamentalisten und liberalen Gesellschaftskreisen angeheizt. Nach Meinung von Kritikern fördert das Spiel „Left Behind: Eternal Forces“ religiös motivierte Gewalt. In dem seit einem Monat verkauften Spiel müssen Teilnehmer die Figuren vom christlichen Glauben überzeugen und eine Armee aufbauen, die physisch und spirituell den Teufel und seine Anhänger bekämpft.
Ziel des Spiels ist es, ein virtuelles Amerika wieder zu einem christlichen Staat zu machen. Dazu müssen die Gegner entweder zum Konvertieren gezwungen oder getötet werden.
„´Left Behind: Eternal Forces´ ist eine gewalttätiges Videospiel, in dem wiedergeborene Christen versuchen, alle zu missionieren oder zu töten, die nicht ihrer extremen Ideologie folgen“, erklärte ein Sprecher der Gruppe „Kampagne zur Verteidigung der Verfassung“. „Nachdem man jemanden getötet hat, muss man die eigenen Seelenpunkte wieder aufladen, indem man betet.“
Die Entwickler des Spiels wiesen die Kritik zurück. „Die Wirklichkeit ist, dass das Spiel Gebete und Gottesdienste fördert und es kein Töten im Namen Gottes gibt“, sagte der Geschäftsführer von Left Behind Games Inc., Troy Lyndon. „Es wird natürlich getötet, es ist schließlich ein Videospiel.“ Im Vordergrund stehe aber das Spirituelle. „Der Teufel ist der größte Bösewicht, und man bekämpft seine Gefolgsleute“, so Lyndon weiter.
Das Spiel basiert auf der Romanserie „Left behind“ von Tim LaHaye and Jerry B. Jenkins und verkauft sich nach Angaben der Hersteller bislang gut.
Aus: "Game: Christliches Killerspiel spaltet die USA" (13.12.06; focus.de; cf/rtr) Quelle: http://www.focus.de/digital/games/game_nid_41005.html-.- [...] Nach dem Amoklauf eines vor kurzem volljährig gewordenen jungen Mannes im beschaulichen Emsdetten überschlagen sich Politiker der großen Koalition mit erneuten Forderungen nach einem Verbot von "Killerspielen". Diese "animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten", suchte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber nach einer Kabinettssitzung in München am heutigen Dienstag nach einer einfachen Erklärung des blutigen Vorfalls an einer nordrhein-westfälischen Realschule. Es dürfe deshalb "keine Ausreden und Ausflüchte mehr geben", verlangte der CSU-Politiker, dessen entsprechende Verbotsanträge bislang nicht über den Bundesrat hinausgekommen sind.
Aus: "Kritik an "naiver Scheindebatte" um das Verbot von "Killerspielen"" (heise.de/newsticker; 21.11.2006) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/81375
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« Reply #6 on: December 16, 2006, 06:30:00 PM » |
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[...] "Lachen ist ein zutiefst politischer Vorgang" (Dani Levy)
Von Schneider selbst ist nur ein sprödes Zitat zum Film überliefert: "Es ist einfacher, so einen bösen Charakter zu spielen. Bei einem bösen Charakter kann man sich besser fallen lassen."
Aus: "Ich tanze auf einem Massengrab" Von Martin Jasper (Freitag, 15.12.2006) Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2184/artid/6197571
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« Reply #7 on: September 12, 2007, 10:21:30 AM » |
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[...] 1996 wurden Lay und Paw zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilt, weil sie auf einer Kulturveranstaltung in der Villa der Oppositionsführerin Aung San Suu-Kyi Witze über die Militärjunta gerissen hatten. [...] "Kaum waren meine Brüder zu Hause angekommen", erzählt Lu Maw, "dann hämmerte nachts der Geheimdienst an unsere Tür und schleifte sie weg".
Aus: "RIKSCHA-REPORT: Keine Gnade für die Schnurrbart-Komödianten" Von Jürgen Kremb, Mandalay (12. September 2007) Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,505082,00.html-.- http://de.wikipedia.org/wiki/Mandalay
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« Reply #8 on: November 20, 2007, 02:54:53 PM » |
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[...] Der Begriff Blasphemie (altgr. ἡ βλασφημία, τῆς βλασφημίας - blasphêmía – die „Rufschädigung“, zusammengesetzt aus βλάπτειν - bláptein - „Schaden bringen, benachteiligen“ und ἡ φήμη - phếmê oder dorisch ἡ φάμα - pháma - „die Kunde, der Ruf“) bezeichnete ursprünglich eine „Gotteslästerung“, das heißt das öffentliche Leugnen, Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion. Er wird umgangssprachlich heute auch für rhetorische Angriffe auf gesellschaftlich höhergestellte Personen verwendet.
[...] Gotteslästerung gilt in vielen Religionen als schweres religiöses Vergehen. Sie ist in vielen Staaten auch heute noch eine Straftat, die in manchen sogar mit der Todesstrafe bestraft werden kann, z.B. in den vom Islam geprägten Ländern Saudi-Arabien, Pakistan und Iran. Ob und in welchem Umfang bestimmte Handlungen oder Äußerungen als „Blasphemie“ gelten, hängt von den rechtsgültigen Kriterien für ihre Feststellung und vom Stellenwert religiöser Traditionen und Wertorientierungen in einer Gesellschaft ab. Diese können sich schon innerhalb der Geschichte einer Religion stark wandeln.
In der Bundesrepublik Deutschland ist die Beschimpfung von religiösen und weltanschaulichen Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsvereinigungen dann nach § 166 StGB (dem Gotteslästerungsparagraphen) strafbar, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, ähnlich in Österreich nach § 188, 189 StGB.
[...] Jüngstes Beispiel einer Kontroverse um Gotteslästerung waren die von vielen Muslimen als blasphemisch empfundenen Mohammed-Karikaturen. Die Zeitung Jyllands-Posten wurde 2005 wegen Gotteslästerung in Dänemark angezeigt, aber in höchster Instanz freigesprochen.
Aus: "Blasphemie" (11/2007) http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesl%C3%A4sterung-.- [...] Häresie (von griechisch αἵρεσις, haíresis „Wahl, Auswahl“) bedeutet im frühchristlichen Griechisch Wahl des Glaubens oder auch Partei (der von der Orthodoxie - dem rechten oder richtigen Glauben - Abweichenden). Der Begriff wird besonders von Katholiken zur Bezeichnung von Kirchengegnern verwendet. Als Synonyme werden Irrlehre und Ketzerei (von griech. καθαρος, katharós: rein; nach dem Namen der mittelalterlichen Bewegung der Katharer) verwendet. Während der Begriff der Häresie einen Irrglauben bezeichnet, wird die Abspaltung von der (offiziellen) Kirche als Schisma bezeichnet. Beides kann, muss jedoch nicht einhergehen. So kann ein katholischer Häretiker den Papst als solchen anerkennen und ein Schismatiker alle Glaubensinhalte der Kirche teilen.
Aus: "Häresie" (11/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ketzerei-.- [...] WELT ONLINE: Es wird wieder über eine Verschärfung des „Gotteslästerungsparagrafen“ diskutiert. Halten Sie einen solchen Vorstoß für angebracht? Bischof Walter Mixa: Die Art und Weise einer bewussten Beschädigung oder eines Lächerlichmachens von religiösen Überzeugungen und Symbolen wirft die Frage nach der Verantwortung für den inneren Frieden auf. Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung. Religiöse Überzeugungen, gleich welcher Art, in den Schmutz zu ziehen fördert nicht die Gesprächskultur. WELT ONLINE: Ist das Strafrecht das richtige Mittel, dem zu wehren? Bischof Walter Mixa: In diesem Fall halte ich das schon für angebracht. Denn durch das Strafrecht wird ja deutlich gesagt: bis hierher und nicht weiter! Es gibt immer wieder Leute, die kein Maß und kein Ziel mehr kennen und nur noch sich selber und ihre Ideologie – ohne Rücksicht auf Verluste. Kleriker meint: 20-11-2007, 06:13 Uhr Neues vom Mixa? Der nervt allmählich!
Kassandra meint: 20-11-2007, 06:31 Uhr Wir brauchen mehr Männer und Frauen in Politik und öffentlichem Leben, die klar und direkt Position beziehen wie Bischof Mixa. KlassClever meint: 20-11-2007, 06:19 Uhr Mixa ist einer der Vertreter der kath. Kriche der dafür sorgt, dass dieser Glaubensstrang irgendwann aussterben wird.
Nina meint: 20-11-2007, 09:22 Uhr Wegen Mixa erwäge ich, aus der Kirche auszuteten
Bauer Gerhard meint: 20-11-2007, 09:33 Uhr Bischof Mixa ist ein Grund in der kath. Kirche zu bleiben.
Neckartaler meint: 20-11-2007, 10:18 Uhr Es wird wieder über eine Verschärfung des „Gotteslästerungsparagrafen“ diskutiert
Ich fasse es nicht........!!!!!!!!!!!! Bald haben wir dann auch wieder den Gottesdienst in Latein. Ich kann nur noch den Kopf schuetteln.....!!!!!!
M.R. meint: 20-11-2007, 10:31 Uhr ... Mal wieder einer, der den Menschen sagen will, was sie zu wollen haben... Erinnert sehr an die DDR.
U.K meint: 20-11-2007, 11:00 Uhr Mixa hat mal wieder Recht, wer ihn nicht versteht ist halt z8 ublöd dafür, kann man nix machen, da helfen auch keine Pillen.
Maria Kessler meint: 20-11-2007, 11:49 Uhr Mixa sagt zwar, die Kirche müsse nerven, tatsächlich meint er sich und nur sich selbst. Er zeigt das Verhalten eines narzisstisch veranlagten, geltungssüchtigen Aufmerksamkeitsjunkies, für den es geradezu ein Bedürfnis ist, im Rampenlicht zu stehen und, ja eben, die Leute zu nerven. Nun, wenn sich die kath. Kirche so präsentiert wissen will, bittesehr.
Petra meint: 20-11-2007, 13:30 Uhr Wieder ein großartiges Interview von Bischof Mixa. Die Linken toben mal wieder. Wie so oft in letzter Zeit.
Sarkozyfan meint: 20-11-2007, 13:59 Uhr Die Linken sind eine ganz besondere Spezie. Sie gehoeren zwar der Homosapien-famillie an, aber sind aufgrund von einigen Gen-defekten, wie mangelnde Intelligezn, Argumentationsvermoegen, Geduld und ein genzlich nicht vorhandenes Nationalbewustsein, zu grosser Agression gezwungen um genau diese zu verstecken. Dadurch das sie viel schreien, haben sie die Hoffnug andere zu ungehoert zu lassen, den eines ihrer Eigenschaften ist ach andere Menschen auf ihre Seite bringen zu wollen. Etwas was generell normal ist, aber durch ihre ewigen paten prueche wie "freiheit" etc. etwas Hypokratisch und laecherlich wirkt.
Die groesste Pest der Welt sind die Linken. Auch 68 genannt. Bitte verkriecht ecuh wieder in euren Hoehlen und raucht Pot und lasst uns intelligenten Rechten, Christen die Welt etwas vernuenftig gestallten, wenn wir die Wlet gerettet haben, duerft ihr uns auch ganz doch dafuer kritisieren, versprochen ;)
M. Kessler meint: 20-11-2007, 14:23 Uhr Tut mir leid, Frau Petra, aber Ihre Furcht, es würden nur "Linke" protestieren, ist Paranoia. Ich zähle mich keineswegs zu den Linken, bin aber entschieden dagegen, dass eine nichtsstaatliche Interessengruppe (Kath. Kirche) umgeben von den kräftig blökenden Schafen ebenfalls nichtsstaatlicher, erzkonservativer Mutterkreuzzügler (z.B. die Sekte "Familie ist Zukunft", der Sie ja wohl angehören) sich anmaßen, staatliche Regierungspolitik zu beeinflussen und dringend nötige Reformen zu blockieren. Da hört sich der Spaß nämlich auf, definitiv. Sie irren gewaltig, wenn Sie meinen, der christliche Fundamentalismus werde nur von Linken abgelehnt.
M. Kessler meint: 20-11-2007, 14:41 Uhr @ Sarkozyfan
"Bitte verkriecht ecuh wieder in euren Hoehlen und raucht Pot und lasst uns intelligenten Rechten, Christen die Welt etwas vernuenftig gestallten, wenn wir die Wlet gerettet haben, duerft ihr uns auch ganz doch dafuer kritisieren..."
Hmm, soll das jetzt eine Probe Ihrer Intelligenz sein?? Ja, genau so schätze ich Sie und Ihresgleichen ein.
Aus: " Religion: Bischof Mixa will, dass "die Kirche nervt"" (20. November 2007) Quelle: http://www.welt.de/politik/article1378946/Bischof_Mixa_will_dass_die_Kirche_nervt.html-.- Suchmaschienen Textfraktale: Radio Vatikan - 9. Nov. 2007 Katholische und islamische Theologen haben sich dagegen ausgesprochen, Gotteslästerung im deutschen Strafrecht schärfer zu verfolgen... DEA Evangelische Nachrichtenagentur - 10. Nov. 2007 Lublin (idea) – In Polen ist der Reformator Martin Luther (1483-1546) öffentlich als Gotteslästerer und Irrlehrer angeprangert worden... Jenseits der Aufklärung hpd-online - 14. Nov. 2007 Das wäre eigentlich die Spitze des Eisberges gewesen: ein Vortrag über „Gotteslästerung“ in der Veranstaltungsreihe zu „Glaube und Satire“ an der Uni Passau... Theologen für Streichung des Gotteslästerungs-Paragraphen Evangelischer Pressedienst - 9. Nov. 2007 Bei Theologen stoßen Bestrebungen, Gotteslästerung strafrechtlich schärfer zu verfolgen, auf Widerspruch. Die Geschichte zeige, dass Strafprozesse mit dem... Fotografien von Georg Kürzinger im Museum der Weltkulturen in ... Frankfurt-Live.com - 16. Nov. 2007 Sein 1959 fertig gestellter Roman „Die Kinder unseres Viertels“ wurde auf Druck konservativer islamischer Kreise als angebliche Gotteslästerung verboten und... 1835 bis 1843 war Gutzkows Werk in Deutschland sogar wegen angeblicher Gotteslästerung verboten. Der reaktionäre Kritiker Wolfgang Menzel hatte alles... Rhein Main Presse - 12. Nov. 2007 Von nun an verkündet Paulus das Wort Jesu, sieht sich bald selbst in der Rolle des Angeklagten und wird der Gotteslästerung beschuldigt... "Kunst und Homosexualität" in Florenz ORF.at - 29. Okt. 2007 Außer Blasphemie, wie der Kurator Eugenio Viola betont: "Die in der Ausstellung gezeigten Werke haben natürlich nichts mit Gotteslästerung zu tun... DIE WELT, Brieffach 2410, 10888 Berlin, Fax: (030) 2591-71608 ... WELT ONLINE - 26. Okt. 2007 Tatsächlich sagte ich: "Der Kölner Kardinal Meisner hat die Gotteslästerung begangen, indem er es sich leistete zu sagen: Wäre Jesus alt geworden... Rheinische Post - 25. Okt. 2007 ... frühe Medicus eben selbige seziert und katalogisiert hat, weil die eigene Art zu Studien nicht geöffnet werden durfte (wegen Gotteslästerung... 09.11.2007 Islam-Wissenschaftler: Bau von Moscheen muss akzeptiert ... Islamische Zeitung (Abonnement) - 9. Nov. 2007 Er hatte am Donnerstagabend auf Einladung Kalischs über sein jüngst veröffentlichtes Buch «Gotteslästerung» referiert. Wie gründe ich einen Verein?... Schweinzeit 2007: Passauer Klerus lässt Kunstwerke abhängen medienDenk - 21. Okt. 2007 In dem Presseorgan des Bischofs waren die Bilder als gotteslästerlich und geschmacklos verurteilt worden. Den Zeigefinger hob vor allem Domvikar Dr.... König Abdullah modernisiert diskret FR-online.de - 6. Nov. 2007 Demokratie gilt den wahhabitischen Theologen als Gotteslästerung. Sie sorgen auch dafür, dass Frauen in Saudi-Arabien nicht Auto fahren und die meisten... “Mit höllischen Grüßen” Deutschlandradio - 28. Okt. 2007 Der Autor von "Seelandschaft mit Pocahontas" war ja sogar wegen "Gotteslästerung und Pornografie" polizeilich vernommen worden, und suchte jahrelang... Der Bischof von Innsbruck sollte zurücktreten kreuz.net - 27. Okt. 2007 Das ist eine niederträchtige Gotteslästerung und Verhöhnung. Selbst die damaligen Schergen ließen die Gekreuzigten nicht nackt am Kreuze hängen... Fragen an Dr. Ditmar Staffelt abgeordnetenwatch.de - 9. Nov. 2007 Das Recht auf Gotteslästerung ist in einer nichtkonfessionellen Demokratie ein Zeichen von Freiheit und Toleranz. Doch darf das nicht so weit gehen... Angeklagte ohne Chance P.M. - 24. Okt. 2007 Vor Gericht wird Sokrates Gotteslästerung und Verführung der Jugend vorgeworfen, doch das sind nur Vorwände. Tatsächlich ist der bekennende Atheist den... Der Freistaat startet eine Bundesratsinitiative, mit der ... Märkische Allgemeine - 23. Okt. 2007 Seit 1969 bestraft Paragraph 166 nämlich nicht mehr die Gotteslästerung, sondern nur noch die Gefährdung des öffentlichen Friedens...
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« Reply #9 on: February 13, 2008, 11:07:40 AM » |
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[...] Kopenhagen - Die Mohammed-Karikaturen wurden vor zweieinhalb Jahren veröffentlicht - die Zeichner leben immer noch in Lebensgefahr. Ein Sprecher des dänischen Polizeigeheimdienstes PET hat heute die Festnahme von mehreren Männern in der Stadt Århus bestätigt, die einen der Zeichner angeblich ermorden wollten.
Die Festnahme sei in der Nacht in vorbeugender Absicht "in einem frühen Stadium" erfolgt. Nach Angaben der Zeitung "Jyllands-Posten" handelt es sich bei den Festgenommenen um Muslime. Die Mordpläne seien schon relativ konkret gewesen - der Zeichner Kurt Westergaard sollte demnach in seinem eigenen Haus getötet werden.
"Jyllands-Posten" hatte im September 2005 zwölf Karikaturen mit Darstellungen des Propheten veröffentlicht. Einige Monate später brachen in islamischen Ländern wegen der Verletzung des Abbildungsverbotes für Mohammed massive und teilweise gewalttätige Proteste aus. Dabei starben mehr als 150 Menschen.
Der 73-jährige Westergaard hatte gemeinsam mit elf Kollegen Bilder von Mohammed für einen Wettbewerb erstellt und den Propheten dabei als finsteren, vollbärtigen Mann mit einer Bombe im Turban gezeichnet. Laut "Jyllands-Posten" stand er mehrere Monate lang unter massivem Polizeischutz. Der Zeichner und seine Frau mussten demnach ständig umziehen und vorübergehend an geheimen Orten leben.
Der Chefredakteur der "Jyllands-Posten", Carsten Juste, sagte nach der Festnahme, die Chefredaktion habe über Monate mit Sorge gesehen, dass Westergaard beschützt werden musste. Die Redaktion fühle mit ihm und seiner Familie. Es sei beschämend, dass ein Mann, der seine Arbeit in voller Übereinstimmung mit den dänischen Gesetzen, der dänischen Presseethik und der dänischen Zeitungstradition ausgeführt habe, mit Mord bedroht werde.
Westergaard selbst erklärte in der "Jyllands-Posten", er sei zornig, dass eine gewöhnliche, alltägliche Handlung wie seine Zeichnung zu einem derartigen Wahnsinn führe. Er wisse nicht, wie lange er unter Polizeischutz stehen werde, aber die Nachwirkungen dieser wahnsinnigen Reaktion würden sein Leben lang anhalten. "Das ist traurig, aber das sind nun meine Lebensbedingungen. "
anr/ler/dpa
Aus: "Mordplan gegen Mohammed-Karikaturisten aufgedeckt" ( 12. Februar 2008) Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,534660,00.html
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« Reply #10 on: February 13, 2008, 01:16:10 PM » |
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[...] Schon 1921 war er [George Grosz] auf Grund der 1920 auf der Dada-Kunstmesse ausgestellten Mappe Gott mit uns wegen Beleidigung der Reichswehr zu einer Geldstrafe von 5000 RM verurteilt worden. 1923 wurde ein weiteres Verfahren wegen Angriffs auf die öffentliche Moral eröffnet. Die Zeichnung Maul halten und weiter dienen brachte ihm 1927 eine Anklage wegen Gotteslästerung ein, die erst nach fünf Instanzen mit einem Freispruch endete.
Aus: "George Grosz" (02/2008) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/George_Grosz-.- [...]
[…] In seinem historischen Abriss kommt Halter an Tucholsky natürlich nicht vorbei: Tucholskys berühmtes "Was darf Satire? Alles" war 1919 mehr Manifest als Zustandsbeschreibung (und allenfalls die halbe Wahrheit); aber Kabarettisten, Karikaturisten und Schriftsteller glaubten sich damals noch in der historischen Offensive: Eine Religion, die das Schlachten des Weltkriegs segnete, schrieb Tucholsky 1929 zum Grosz-Prozess, habe das Recht verloren, sich über Schändung und Kränkung zu beklagen. Wenn jemand "Gefühle verletzt" habe, dann eine Kirche, deren Autorität "rechtens in die Binsen gegangen" sei. […]
-.-
[...] Nur zur Erinnerung: In dem Karikaturenstreit geht es um alles mögliche, nur nicht um den lieben Gott.
Aus: "Eine kurze Geschichte der Blasphemie" (10.2.2006) http://www.sudelblog.de/?p=216
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« Reply #11 on: February 13, 2008, 02:46:08 PM » |
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[...] Die Diözese Rottenburg-Stuttgart erstattete bereits Strafanzeige wegen Volksverhetzung. Auch das Bundesfamilienministerium will das Buch de facto verbieten lassen. Das Ministerium beantragte die Indizierung des Kinderbuchs "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" vom Aschaffenburger Verlag Alibri als jugendgefährdende Schrift. Nach Angaben der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) wird die mündliche Verhandlung Anfang März stattfinden.
[...] Das 20-seitige Buch erzählt von einem Ferkel und einem Igel, die ein Plakat entdecken, auf dem geschrieben steht: "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" Deshalb macht sich das Duo auf den Weg, Gott zu suchen. Die Frage, ob einem religionslosen Kind etwas fehlt, werde dabei "aus der Perspektive des weltlichen Humanismus beantwortet", hieß es vom Verlag, der für religions-, kirchen- und kulturkritische Schriften bekannt ist. "Und die Moral von der Geschicht: Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht", heißt es am Ende des Buches, das sich mittlerweile einer großen Fan-Gemeinde erfreut.
[...] Der Jugendpsychiater Prof. Dr. Peter Riedesser sagte bereits im Oktober 2007 anlässlich der Präsentation des Buches, dass es bei dem kleinen Ferkel weder darum geht, zu missionieren noch zu indoktrinieren: "Es klärt auf, auf unkonventionelle Weise vielleicht, aber Aufklärung ist nicht gleich Indoktrination. Im Gegenteil. Das Buch kann dazu beitragen, dass die Kinder lernen, nicht jede Aussage - stamme sie von einem Religions-Lehrer oder aus einem Buch - für wahr zu halten. Problematisch wäre es, wenn in dem Buch behauptet würde, Atheisten seien die besseren Menschen. Aber das ist nicht der Fall. Die Grundaussage des Buchs ist doch: Wir Menschen sind alle gleich, Gläubige wie Ungläubige - auch wenn ein paar 'Leute in lustigen Gewändern' das nicht wahrhaben wollen!"
Aus: "Jugendgefährdende Schrift?: Kinderbuch über Weltreligionen" von Peter Poprawa (9. Februar 2008) Quelle: http://www.n-tv.de/916656.html-.- [...] Nach der Lektüre bin ich für meinen Teil davon überzeugt, daß ich mich für dieses Buch nicht stark machen möchte, und daß die Entscheidung der Bundesregierung verständlich ist. Den Text kann man als Ideologie akzeptieren, auch wenn es die Religionen allesamt in etwas fragwürdiger Weise auf den Arm nimmt.
Was aber das Buch mehr als tendenziös erscheinen lässt, sind die Zeichnungen. Die Gestalt des Rabbiners ähnelt in vielem den Karikaturen des damaligen STÜRMERS. Das ist auf dem verminten Boden Deutschlands — den Ausdruck übernehme ich von Ingeborg Drewetz — alles andere als unverfänglich.
Das Buch verstößt mithin gegen die Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Religionen. Also, ich stimme gegen einen Protestbrief an die Bundesregierung.
Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Guy Stern (02/2008) Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/diskussion_kinderbuch_080208.html-.- [...] zum Indizierungsversuch: Dem, finde ich, sollten wir prinzipiell die Stirn bieten — ob nun durch eine Presseerklärung oder sonstwie, sei dahingestellt. Es geht doch nicht darum, dieses Buch an sich zu verteidigen, sondern bürokratische Zensur, Unterdrückung der Meinungs– und Äußerungsfreiheit und staatliche Eingriffe in die Kunst abzuwehren. So wie ich vehement gegen jeden Zensurversuch bei den dänischen Mohammed–Karikaturen war, bin ich entschieden gegen jeden Zensurversuch gegen dieses Buch und finde, wir als Autorenvereinigung, die für die (ungeteilte!!!) Freiheit des Wortes stehen sollte, sollte dies öffentlich zum Ausdruck bringen. Dabei muß natürlich auch unseren unterschiedlichen weltanschaulichen und religiösen Einstellungen insofern Rechnung getragen werden, daß eine öffentliche Erklärung unsererseits nicht als inhaltliche Identifikation mit dem Buch verstanden werden kann. (Auf die historisch verständliche deutsche und österreichische Sonderheit der Strafbarkeit nazistischer Meinungsäußerungen — bei mir in den USA undenkbar — will ich hier nicht eingehen.)
Drittens, zum Buch selber: Obwohl ich mich als humanistischen Atheisten (oder atheistischen Humanisten) bezeichnen würde, pflichte ich dem Zeit-Rezensenten weitgehend bei. Antisemitisch ist das Buch nicht, anti–monotheistisch (auch allgemein anti–theistisch) ja. Im Gegensatz zu meinem Freund Guy Stern kann ich in der Darstellung des Rabbiners keine Ähnlichkeit zu Stürmer–Stereotypen erkennen, im Gegenteil, es hat mir den Anschein, als hätte sich der Zeichner bemüht, gerade das zu vermeiden. In der Moschee–Sequenz vermisse ich allerdings den Hinweis, daß Mosleme auch nicht gerade Ferkel–Freunde sind — da haben es sich die Autoren (wie auch an anderen Stellen) zu bequem gemacht, denn ein Schwein wäre doch schon von Anfang an von den Stufen der Moschee geknüppelt oder gesteinigt worden. Ansonsten finde ich das Buch streckenweise recht witzig, und als Antidote gegen die Übermacht der organisierten Religionen im öffentlichen Leben halte ich es mit seinen karikaturistischen Übertreibungen für durchaus angebracht und angemessen — wenn mich auch wie den Zeit–Renzensenten die aufdringliche Ideologisiererei am Schluß stört, vor allem mit dem überflüssigen FKK–Bild. Aber wie gesagt, es geht hier nicht um persönliche Einstellungen zu dieser oder jener Religion, es geht hier nur ums Prinzip, daß staatlichen Zensurbemühungen — noch dazu unter solch fadenscheinigen Vorwänden wie in diesem Fall des Antisemitismus, hinter denen sich meiner Meinung nach wahrscheinlich kirchenhörige Bürokraten gut verschanzt glauben — gewehrt werden sollte.
Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Fred Viebahn (02/2008) http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/fv_ferkelbuch_080208.html-.- [...] Es ist nichts gegen ein Kinderbuch einzuwenden, das Gott in Frage stellt und die Vorstellungen der drei Religionen aufspießt. Soviel Humor und Meinungsfreiheit sollten selbst fromme Menschen besitzen. Doch Dummheit tut weh. Die falsche und fiese Darstellung des Judentums sowie die primitive Behauptung, als gehöre das fünfmalige Waschen zum Wesen des Islam, sollte Käufer davon abhalten, 12 Euro für unseriösen Mist auszugeben. Der Autor scheint so ungebildet zu sein, dass er weder beim Juden noch beim Moslem eine „rassistische” Anmerkung gegen den Wunsch des Ferkelchens einbrachte, deren Gotteshäuser zu betreten. Bekanntlich sind für Juden wie für Moslems Schweine abscheulicher als die schlimmsten Konkurrenten im Gottesbetrieb.
Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke - Mit der Keule gegen ein Kinderbuch" - von Ulrich W. Sahm (Jerusalem, 9. Februar 2008) Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/sahm_ferkelbuch_080209.html-.- [...] der Vorwurf antisemitisch ist ein Vorwand für die Unlust am Atheismus des Bandes. Der mißfällt mir letztlich in seiner dümmlichen Schlußpointe (das letzte Bild voller Nackter hat schon wieder Witz), aber jugendgefährdend ist das nicht. Und ein Bestzeller ist es nun auch.
Aus: "P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" - von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" Diskussionsbeitrag von Lutz Rathenow (02/2008) Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/rathenow_ferkelbuch_080209.html-.- [...] die Indizierung ist ein Repressionsmittel aus der gleichen Waffenkammer, das gerade wir als PEN-Club nicht unwidersprochen hinnehmen dürften. Mit derselben Begründung müßte man eine andere — literarisch sicherlich anspruchsvollere — Kindergeschichte, die von Robert Musil über die Jäger Piff, Paff und Puff, auf den Index setzen, in der der "Glaube" an den gekreuzigten Gott mit dem "Aberglauben" an den Osterhasen auf eine kategorielle Stufe gestellt wird.
[...] Wer die Frage stellte, wie ein gekreuzigter Jesus Gott sein kann und gleichzeitig Schmerzen leiden, wie er eingeborener Sohn sein kann und gleichzeitig von Anbeginn da, wie ein Nächstenliebe predigender Gottessohn sich mit dem "grausamen Rachegott des Alten Testaments" (fast die gleiche Formulierung wie bei Dir, aber als Sachaussage!) verträgt, der wurde verfolgt. Das will ich heutigen Kinderbuchautoren nicht antun müssen. Daß wir heute, wenigstens im Westen und wenigstens streckenweise, aufgeklärter denken, verdankt sich nicht zuletzt mutiger Religionskritik, Feuerbach, Marx usw.
Bezeichnend ist daher auch, daß der Angriff der Autoren auf die drei Hauptreligiönen vor allem des Antisemitismus geziehen wird. Das Argument "Antiislamismus" würde im heutigen politischen Kontext nicht verfangen, der wird ja geradezu gefordert.
Dies meine Position zu dem Problem. Einzig und allein die Frage: Sind wir für ein Verbot oder gegen ein Verbot?, zählt, und die Antwort müßte doch eigentlich klar sein.
Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Hans-Christian Oeser (02/2008) Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/hco_ferkelbuch_080208.html-.- [...] Ich halte das (sicher witzig illustrierte) Buch für ebenso demagogisch und intolerant gegenüber Andersenkenden (in dem Falle Gläubigen überhaupt) wie die Eingangslosung, der Igel und Schwein nachspüren. Aus "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" wird als Message für Kinder "Wer Gott kennt, dem fehlt etwas! Nämlich hier oben…" Dazwischen jagen drei jüdische, christliche, muslimische Fundamentalisten den kleinen Tierchen Angst ein… Diesem Buch werden nicht nur christliche, jüdische oder muslimische Eltern, sondern auch Kinderpsychologen die Rote Karte zeigen. Auch ich tue das, die ich aus einer anderen christlichen Tradition komme…
Ich möchte mich lieber mit dem Autor auseinandersetzen statt ihm den Rücken zu stärken! Wir sind hier nicht in Saudi-Arabien und auch nicht bei den wiedererweckten Christen Amerikas. Wir leben in einem Land, in dem die Kinder verschiedener Religionen — gemeinsam mit den aus nichtreligiösen Familien — lernen müssen, einander zu tolerieren und zu respektieren; wir leben in einem Land, in dem ca. die Hälfte der Menschen in irgendeiner Form gläubig ist. Das Buch mit seiner Kurzaussage: "Religion heißt Menschen ertrinken lassen, Jupp an de Latt nageln lassen und fünfmal täglich in die Knie gehen" senkt das Thema auf das Niveau: "Alle Deutschen sind wie Adolf Hitler"… Das Buch erinnert mich irgendwie an die K–Gruppenzeit.
Berlin, den 7. Februar 2008
Aus: "P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland - Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Freya Klier (7. Februar 2008) Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/fk_ferkelbuch_080209.html-.- [..] Nicht erst, seitdem die Jesuiten es abgelehnt haben, mich vor der Bedrohung durch die Gaskammern in Schutz zu nehmen und nicht erst, seitdem orthodoxe Rabbiner mein Judesein meinten negieren zu dürfen, und nicht erst, seit Protestanten glaubten, die Herausgabe von Lebensmittelpaketen, nach denen ich hungerte, mit der Forderung nach bravem Beten verknüpfen zu dürfen, habe ich meine grundsätzlichen Probleme mit organisierter und institutionalisierter Religion. Soviel zu meiner persönlichen Voreingenommenheit.
Stefan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland hat zweierlei erklärt. Zum einen, daß er das Buch nicht für antisemitisch halte. (Auch ich würde diesen Vorwurf abweisen.) Zum anderen hat der Generalsekretär des Zentralrats eine Indizierung gefordert, weil es alle drei großen monotheistischen Religionen gleichermaßen verleumde.
Nun läßt sich sicherlich vieles zu diesem Buch sagen, so zum Beispiel, daß man sich vorstellen könnte, auch Kinder darauf hinzuweisen, daß die "Erfindung" von Gott in der Evolutionsgeschichte auch als eine kulturelle Leistung zu sehen sei.
Solange aber fundamentalistische Literatur auch für Kinder zu Recht nicht indiziert wird, solange sollte auch ein nicht notwendigerweise gutes Buch, nur weil es antireligiös ist, nicht indiziert werden.
Es mag Pflicht oder Recht der organisierten, institutionalisierten Religionen sein, sich für eine Indizierung auszusprechen — es sollte jedoch Aufgabe einer Vereinigung von Autoren sein, sich gegen Indizierung auszusprechen.
Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Peter Finkelgruen (02/2008) Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/pf_ferkelbuch_080208.html-.- [...] Das Buch ist nicht antisemitisch sondern antireligiös. Die Interpretation der besagten Kampfszene als antisemitisch ist ein Witz — das ganze Buch ist ja so aufgebaut, dass immer alle drei Religionen angegriffen werden, bei der Vorstellung auf dem Berg in der Reihenfolge ihres Alters.
Was man dem Buch aber vorwerfen kann: Es ist für Kinder sicher nicht klar, dass hier (angeblich) nur die stursten, konservativsten Vertreter der jeweiligen Religion angegriffen werden.
Man kann jede Religion oder Weltanschauung leicht zur Sau machen, wenn man sie auf einige komische Klischees beschränkt oder auf die Haltung der stursten Vertreter.
Die Bilder finde ich nicht "niedlich" und auch nicht witzig — sie gehören eher in den Bereich der Satire, aber auch des schlechten Geschmacks.
Es soll jedem freigestellt sein, zu GLAUBEN, eine Religion zu haben — auch wenn es keine der grossen Weltreligionen ist — oder eben NICHT zu glauben. (Zu den grossen Weltreligionen wären auch Hinduismus und Buddhismus zu zählen, die im Buch gar nicht vorkommen.) Auch Atheisten können human agieren und Gläubige können sich inhuman verhalten, in der Geschichte wie heute.
Solange jede Menge religiöse Kinderbücher auf dem Markt sind, gibt es daher keinen Grund, ein solches Buch zu verbieten, auch wenn es als Kinderbuch nicht überzeugt.
Aus: "Zur Diskussion: Der Indizierungsantrag gegen "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke" - Diskussionsbeitrag von Irène Bourquin (02/2008) Quelle: http://www.exilpen.de/HTML/Diskussionen/bourquin_ferkelbuch_080209.html-.- [...] Ob nun das Judentum etwas schlechter wegkommt als Katholizismus und Islam, ist nicht ausschlaggebend. Nach der Lektüre des Buchs wird kein Kind auf die Idee kommen, dass Juden schlimmere Menschen sind als Christen oder Muslime. Die Moral des Buchs ist, dass Gläubige verrückt sind – Juden ebenso wie Christen und Muslime. Und weil sie allesamt schnell reizbar sind, sollte man sich von ihnen fernhalten und lieber mit Papierfliegern spielen. Ob das geeigneter Stoff für ein Kinderbuch ist, sei dahingestellt. Eine antisemitische Hetzschrift ergibt er jedenfalls nicht, sondern lediglich eine humorlose Polemik mit ansprechenden Illustrationen und schlichtem ideologischen Hintergrund.
Schmidt-Salomon zeigt sich als selbstgerechter und eindimensionaler Religionshasser. Seine Heilserwartung ist die rückstandslos entzauberte Welt, die vollendete Moderne. Die Gegner des Fortschritts sind die Religionen, wobei ihm das Judentum genauso im Weg ist wie alle anderen Religionen. Und nun benutzt er auch Kinderbücher, um seine naive und völlig dialektikfreie Version von Aufklärung zu propagieren. Das ist nicht zu begrüßen. Doch eine Indizierung wäre überzogen.
Aus: "Gottlose Tiere" Von Jan Free (5.2.2008) Quelle: http://www.zeit.de/online/2008/06/kinderbuch-religion?page=all-.- [...] Während also der muslimische Mob aus Protest gegen Mohammed-Karikaturen Botschaften abfackelte, zieht nun das Bundesfamilienministerium gegen eine Kinderfibel zu Felde. Das ist, man muss es zugeben, ein erheblicher zivilisatorischer Fortschritt, aber dennoch bedenklich. [...] Wer sich von der Religion frei wähnt, ist oft Opfer ihrer dümmsten Vorurteile. Sicher hätten jüdische Atheisten die Sache ganz anders dargestellt, und man darf annehmen, dass bei ihnen der Gott der Antisemiten von Paulus bis Hitler, von Mohammed bis Osama bin Laden, nicht ganz so glimpflich davongekommen wäre. Also doch ein Fall für den Index? Kinderbücher, die zu unterhalten vorgeben, in Wirklichkeit aber erziehen wollen, sind ohnehin eine Pest. Eigentlich gehörten sie alle verboten. Aber Kinder sind weniger doof, als die meisten Eltern und Zensoren glauben. Wenn sie die Gelegenheit und die Wahl haben, greifen sie instinktsicher zu moralfreien Geschichten wie „Pu der Bär“. Der wird ein Klassiker bleiben, wenn dieses traurige Dokument der Borniertheit längst vergessen ist. Es zu verbieten wäre zu viel der Ehre. [...] Das einzig Schlimme am Atheismus, denke ich mir zuweilen, sind die Atheisten.P.P.S. Mein lieber Freund Ingo Langner schrieb mir zum Artikel in der "Welt" - oder vielmehr zu "Pu der Bär": "Moralfrei?? ich finde das Buch hochmoralisch". Hmm. Was meinen die anderen LeserInnen? adenosine 09.02.2008 - 11.10 Uhr
Religionen haben kein besonderes Recht auf Schutz vor Kritik und auch keine Bevorzugung bei der Meinungsbildung von Kindern. Selbstverständlich müssen sie im Rahmen der Gesetze zur Ausübung ihrer Freiheiten wie andere Gruppen vor Verleumdung und Belästigung geschützt werden aber eine religiöse Hypothese hat keinen höheren Schutzbedarf als andere Meinungen.
Hannes Küper 13 10.02.2008 - 04.33 Uhr
Meinen Kindern gefiel das Buch sehr gut. Immer dann, wenn sich die Religions- vertreter wegen lustiger Kommentare der Tiere aufregten, lachten meine Kinder besonders laut. Wie, wenn sich bei Stan und Olli der Schnautzbart über eine naive Bemerkung Stans übertrieben aufregt. Das Buch ist kein bißchen antisemitisch. Denn der Judengott ist tatsächlich rachsüchtig, wie die Erzählung der Arche Noah, von Isaaks Beinahe Opferung, von Sodom und Gomorrha, Jericho uva zeigen. Auch der Ausschluß sogenannter "Unreiner" findet sich im Judentum besonders stark. Religiöse "Apartheit" muß man so nennen dürfen, ohne "Antisemit" genannt zu werden. Die anderen Religionen sind natürlich genauso schlimm, wenn sie sich die barbarischen Vorstellungen der jüdischen Religion zu eigen machen.
Wayne 12.02.2008 - 09.57 Uhr
Sie disqualifizieren sich schon mit dem Einleitungssatz: "Anders als in der muslimischen Welt ist in Europa die Religionskritik erlaubt. Es sei denn, sie wird verboten." Sie haben offensichtlich keine Ahnung, ob und wie in muslimisch geprägten Ländern, hier sei beispielhaft die Türkei mit der Diskussion über das Kopftuchverbot erwähnt, weil über diese Diskussion auch in deutschen Medien berichtet wurde, über Religion diskutiert wird. Auf primitiver Ebene könnten Sie das in morgentlichen türkischen Talkshows erleben. Es tut mir leid Ihre Vorurteile zu widerlegen, aber auch Muslime sind fähig kritisch mit ihrer Religion umzugehen. Die Frage die sich mir stellt ist warum sie Ihren Beitrag so beginnen.
hans 256 08.02.2008 - 11.25 Uhr
das kleine Ferkel Als Kind war ich in den Schulferien gern auf den Hof meiner Grosseltern.
Dabei ist mir aufgefallen, dass Ferkel immer einen traurigen Blick haben. Auf meine Frage warum das so ist sagte mein Großvater: hans, wer hat schon gern ein Schwein zum Vater und eine Sau zur Mutter.
TobyR 30 07.02.2008 - 12.45 Uhr
Aber Kinder sind weniger doof, als die meisten Eltern und Zensoren glauben. Das ist doch mal ein wunderbarer Satz.
...
Aus: "Wie antijüdisch darf ein atheistisches Kinderbuch sein?" - von Alan Posener, Kommentarchef der WELT am SONNTAG (06.02.2008) Quelle: http://debatte.welt.de/weblogs/148/apocalypso/59178/wie+antijuedisch+darf+ein+atheistisches+kinderbuch+sein?highlight=%2C-.- [...] "Mit dem Indizierungsantrag gegen das Kinderbuch 'Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel' verstößt das Familienministerium erneut gegen die ihm als staatliche Institution gebotene Neutralität.
Der Antrag gegen das Buch ist ein Versuch der weltanschaulichen Zensur.
Das Ministerium versucht, religionskritische Kinderliteratur aus den Buchläden zu verbannen.
Der Staat darf sich nur bei objektiver Gefährdung von Kindern und Jugendlichen einschalten, hier liegt aber keine Gefährdung vor. Das Buch erfüllt kein einziges Kriterium für Indizierungen nach § 18 Jugendschutzgesetz. Der Antisemitismusvorwurf ist offenbar ein Vorwand für die Durchsetzung christlicher Erziehung seitens des Familienministeriums. Areligiöse Beeinflussung ist genauso wenig wie eine vermeintlich oder tatsächlich mangelnde Qualität eine legitime Begründung für eine Indizierung.
Meinungsfreiheit muss für alle gelten, auch für Religionskritiker. Wir fordern von der Bundesprüfstelle die Ablehnung des Antrages und vom Familienministerium eine öffentliche Zurücknahme der darin enthaltenen unberechtigten und rufschädigenden Vorwürfe gegenüber den Verantwortlichen für das Kinderbuch."
Aus: "Meinungsfreiheit auch für Religionskritiker" - HAGEN. (hpd) Säkulare Verbände fordern Meinungsfreiheit auch für Religionskritiker. Gemeinsame Erklärung zum Indizierungsantrag gegen 'Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel' (6 Feb 2008) Quelle: http://hpd-online.de/node/3773-.- Dokumente: Der Indizierungsantrag des Bundesfamilienministeriums als PDF-Dokument. http://www.schmidt-salomon.de/indizierungsantrag.pdf-.- [...] Urteil aus pädagogischer Sicht:
Das Buch trägt zwar nicht dazu bei, dass Kinder ihr Weltbild klären und weiterentwickeln können, oder dass sie lernen, sich in einer pluralistischen Welt zu orientieren. Es gibt ihnen nicht das, was sie brauchen. Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, dass es ihnen schadet, so dass der Staat eingreifen muss, finden wir unangemessen.
Wir fördern die Selbstbestimmung und Urteilsfähigkeit von Kindern. Dazu gehört auch immer ein „Vertrauensvorschuss“, dass sie dazu in der Lage sind. Dass Kinder sich auch an Vorbildern orientieren, die wir aus pädagogischer Sicht problematisch finden, gehört zu unserer Alltagssituation.
Dass Kinder „verdorben“ werden, wenn sie die falschen Bücher lesen, ist eine Vermutung, die meistens vernachlässigt, wie Kinder das, was sie lesen, auf dem Hintergrund ihrer Alltagserfahrung interpretieren. Und da macht es vermutlich auch einen Unterschied, wer ihnen ein Buch schenkt, empfiehlt etc.
Kinder müssen dann – auch durch den Staat – geschützt werden, wenn sie selbst bedroht sind, z.B. durch entwürdigende Darstellung in Kinderpornographie oder Instrumentalisierung durch Erwachsene, wenn sie z.B. als Selbstmordattentäter verkleidet werden. Schlussfolgerungen
Es liegt uns daran, dass Eltern, KollegInnen und die an Lebenskunde interessierte Fachöffentlichkeit uns nicht mit der Position des Anti-Religion-Agitators verwechselt.
Es liegt uns außerdem daran, dass das Ziel, den Kindern ein angemessenes und klärendes Bild von Religionen durch Bilder, Texte, Gespräche und Begegnungen zu vermitteln, die gemeinsame Verantwortung von Eltern und Lebenskundelehrern ist, die wir nicht an den Staat delegieren.
Schließlich liegt uns daran, dass wir uns nicht als zähnefletschende Atheisten in das Gerangel von Priester, Imam und Rabbi schmeißen, wie das Buch sie zeigt. Den Kindern bringen wir bei, dass das Argument, der andere habe angefangen, wenig zu einer Bearbeitung von Konflikten beiträgt, die allen Beteiligten nützt. Viel Feind, viel Ehr, heroische Opfermentalität oder Gier nach Skandalöffentlichkeit ist nicht unsere Maxime.
Aus: "Religionen humanistisch erklären" Peter Adloff (7 Feb 2008) Quelle: http://hpd-online.de/node/3784-.- [...] Unterstützung finden die Autoren beim Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Peter Riedesser, der im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung sitzt. Sein Urteil: "Als Gegengift zu religiöser Indoktrination von Kindern pädagogisch besonders wertvoll! Schauen Sie sich doch einmal an, was den Kindern in unseren Kindergärten und Schulen sowie in vielen Elternhäusern beigebracht wird!" Mit seinem Kollegen Axel Verderber arbeitet er derzeit an einem Buch über die Folgen von Religionserziehung aus psychologischer und psychiatrischer Sicht. Man wird also noch einiges hören vom Kreuzzug der Ungläubigen.
Aus: "Das Religionen-Hasser-Buch fürs Kinderzimmer" VON: JS (30.01.08) Herausgeber: Christlicher Medienverbund KEP e.V. Quelle: http://www.pro-medienmagazin.de/themen/bcher/buecher-single/article/das-religionen-hasser-buch-fuers-kinderzimmer/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=9&cHash=734bf0bedf-.- [...] Nun mag man von der arg vereinfachenden, ja geradezu profanisierten Religionskritik halten was man will, ein Fall für den Index Librorum Prohibitorium ist sie aber nicht. Und dennoch strebt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Ursula von der Leyen vorsteht, eine Indizierung des Kinderbuchs als jugendgefährdete Schrift an.
Indes kann es nicht verwundern, daß ausgerechnet von der Leyen, selbst einer konservativ-christlichen Familie entstammend, ein Verbot eines solchen Buches befürwortet. (Ihr Vater Ernst Albrecht, ehemaliger CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen sprach sich für familiäre Hierarchien aus, die er in der Bibel vorgezeichnet sehen will.) Als sie im April 2006 ein "Bündnis für Erziehung" ankündigte, welches zum Ziel haben sollte, christliche Werte wieder zum Fundament der Erziehung zu machen, unterstrich sie damit die Leitlinien ihres Familienbildes: Religion habe einen zentralen Platz im Leben der Familie einzunehmen.
Überhaupt ist die Debatte um das "Bündnis für Erziehung" dienlich, um den Mißstand in diesem Lande zu unterstreichen. Seinerzeit ärgerten sich Moslems und Juden gleichermaßen darüber, daß man sie nicht zu einer Diskussion über religiöse Werte und Erziehung eingeladen hat. In den Medien fanden vorallem die Vertreter der beiden anderen Weltreligionen Gehör; die atheistischen Gegenpositionen aber bzw. jene Stimmen, die für staatlichen Neutralismus in der Erziehungs- und Bildungsfrage warben, blieben ungehört. Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses (nach Art. 4 GG) ist aber eben nicht gegeben, wenn die Weltanschauung ohne einen Gott zurecht kommt. Der Glaubende bekommt Rechte eingeräumt, wird gesellschaftlich hofiert, wenn auch manchmal - aufgrund seines Anachronismus - liebevoll belächelt; den Atheisten macht man aber verächtlich, bezichtigt ihn nicht selten - wie der unglücksselige Martin Hohmann seinerzeit, indem er die Diktaturen des 20. Jahrhunderts zu Machwerken von Atheisten verklärte - aller möglichen Verbrechen.
[...]
Aus: "Das Atheistenschwein" Von Roberto J. De Lapuente (01.02.2008 / Themen: Bildung) Quelle: http://de.indymedia.org/2008/02/206938.shtml
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« Reply #12 on: September 07, 2008, 07:43:19 PM » |
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[...] Seit Monaten streiten die Südtiroler über den im Bozner Museion ausgestellten "gekreuzigten Frosch" des deutschen Künstlers Martin Kippenberger. Selbst der Papst hat sich nun zu dem umstrittenen Kunstwerk geäußert: Benedikt XVI. betonte, dass es "die religiösen Gefühle vieler Menschen verletzt hat, die im Kreuz ein Symbol der Liebe Gottes und unserer Rettung sehen". Das schrieb er in einem Brief an den Südtiroler SVP-Politiker Franz Pahl. Dieser wurde am 7. August verfasst, als der Papst seinen Urlaub im Südtirolerischen Brixen verbrachte. Teile des Schriftstücks wurden von Pahl bekannt gegeben, berichteten italienische Medien am Donnerstag. Pahl war wegen des Kunstwerks mit dem Titel "Zuerst die Füße" in Hungerstreik getreten. Wegen eines Schwächeanfalls beendete der rechtskonservative Politiker die Protestaktion.
[...] "Zuerst die Füße" zeigt einen gekreuzigten Frosch, der in der einen Hand einen Bierkrug und in der anderen ein Ei hält. Bereits am Eröffnungstag Ende Mai sprachen Kritiker von Gotteslästerung. Auch der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hatte es als eine Respekt- und Geschmacklosigkeit bezeichnet.
Die Kuratorin des Museion, Letizia Ragaglia, hatte zur Erläuterung gemeint, Kippenberger habe sich selbst in der Schaffensphase als Gekreuzigter gefühlt. Der Künstler hatte zum Zeitpunkt der Entstehung einen Alkohol- und Drogenentzug gemacht.
Aus: "Papst kritisiert "gekreuzigten Frosch"" (28.08.2008) Quelle: http://diepresse.com/home/kultur/news/409673/index.do-.- [...] Die Leitung des „Museion“ in Bozen ist nach heftiger Kritik in die Knie gegangen und hat Martin Kippenbergers altbekannten gekreuzigten Frosch „Fred“ schamhaft hinter Zeitungsausschnitten zu diesem mittlerweile auch schon 18 Jahre alten „Skandal“ versteckt. Einem wahlkämpfenden Südtiroler Politiker reicht das noch immer nicht – er ging in Hungerstreik, schließlich naht der Papst zum Sommerurlaub. Und nicht einmal Kippenberger selbst kann mit seinem Eierwagen und einem Topf seiner geliebten Nudeln zur Fütterung des Empörten vorbeikommen. Denn Kippenberger ist 1997 gestorben, in Wien, einer der ganz großen, einer, der so intensiv gelitten und gefeiert, getrunken und gequält, Kunst gemacht und provoziert hat wie kaum ein Künstler seiner Zeit.
Mit dem Frosch am Kreuz hat er sich ganz zynisch selbst gemeint, den Künstler am Kunstkreuz, ein erbärmlicher Anblick, besoffen, mit heraushängender Zunge, das Krügel in der einen, die Schöpfungskraft nutzlos in der anderen Hand. Das macht der Alkohol, das will das Klischee, das schon Dürer in seinem Selbstporträt als Christus strapaziert hat. Jeder Mensch ist ein Künstler, predigte Beuys. Jeder Künstler ist ein Mensch, antwortete Kippenberger. Aber wehe, er gibt sich als solcher zu erkennen.
Das ist ähnlich scheinheilig wie kein Wort zu sagen gegen das Riesengeschäft mit massenproduzierten Plastikkitschfiguren vor jedem Wallfahrtsort. Auch die hatte Kippenberger – der nie aus der Kirche ausgetreten ist, er wollte ja in den Himmel – vor den Augen, als er bei einem Tiroler Herrgottschnitzer seine Frösche in Auftrag gab. Alles Geschichten, nachzulesen in Susanne Kippenbergers ausführlicher Biografie ihres Bruders.
Und jetzt zu Wien, dieser Weltstadt: Hier wurde erst kürzlich im Dommuseum ein deftiges Abendmahl-Bild von Hrdlicka aufgehängt, das angeblich ein paar religiös Fühlende gepeinigt hat. Was aber ist mit meinen Gefühlen? Was mit denen der Künstler? Ein Werk abzuhängen, das ist wie Mord, es zu verhängen wie Dunkelhaft. Wenn sich ein Museum schon dazu entschließt, provokante Kunst zu zeigen, dann muss es auch stark genug sein, ihre Qualität zu vermitteln. Denn Kunst kommt von kommunizieren.
Hat Kippenberger gesagt.
Aus: "Und wer denkt an meine Gefühle?" Von ALMUTH SPIEGLER (Die Presse, 25.07.2008) Quelle: http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/spieglerkunstlicht/401037/index.do
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« Reply #13 on: September 07, 2008, 07:47:40 PM » |
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[...] Aufgeregte Christen verklagten die Kunstgalerie Baltic Centre for Contemporary Art in Gateshead, England, wegen des Aufstellens von Skulpturen des kontroversen chinesischen Bildhauers Terence Koh. Vom September 07 bis Januar 08 waren dort unter dem Titel “Gone, Yet Still” Gipsfiguren von Micky Mouse, ET, Jesus Christus zu sehen, alle mit beachtlicher Erektion. Gerade im letzteren Fall werden nun Vorwürfe erhoben, weil, ja, weil es der Klägerin Emily Mapfuwa (40), eben nicht passt, wenn jemand die Zentralperson ihres Glaubens mit einer Erektion darstellt. Die Verhandlung wurde auf den 23. September festgesetzt, und die Klageseite will sich auf ein Londoner Gerichtsurteil von 1990 berufen, in welchem sowohl Künstler und Galerist wegen Verstosses gegen die guten Sitten verurteilt wurden. In diesem Fall ging es um eine Skulptur, die aus menschlichen Föten bestand.
...
Aus: "Blasphemie jetzt mit Erektion" (5. September 2008) Kategorien: bizarr . Tags:blasphemie, erektion, jesus, religion . Autor: Fritz Quelle: http://11k2.wordpress.com/2008/09/05/blasphemie-jetzt-mit-erektion/
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« Reply #14 on: September 10, 2008, 08:31:10 AM » |
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[...] Moskau - [...] Die Reihe [South Park] soll verboten werden, da sie "extremistisch" sei und Hass zwischen den Konfessionen schüre.
"Diese Serie kann negative Reaktionen bei einer Mehrzahl der Zuschauer auslösen, da sie die Gefühle gläubiger Menschen unabhängig von deren Konfession beleidigt und ethnische Konflikte auslösen kann", hieß es in einer am Dienstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Staatsanwaltschaft. Die Behörde forderte das Moskauer Stadtgericht auf, den Trickfilmkanal 2x2 zu verwarnen, der die Serie ausstrahlt.
Anlass für den Vorstoß war eine Beschwerde eines evangelischen Kirchenverbandes, der gegen eine Folge vom 9. Januar protestiert hatte. Der Verband warf den Filmemachern vor, Pädophilie und Homosexualität zu propagieren. Die Leitung des Fernsehsenders weist die Vorwürfe zurück und betont, dass sich die Serie an Erwachsene richte und zu entsprechenden Sendezeiten ausgestrahlt werde.
2x2 strahlt neben "South Park" auch die "Simpsons", "The Adventures of Big Jeff" und "Happy Tree Friends" aus - alles satirische Formate, über die die Kirchenführer bereits ihr Urteil gesprochen haben: "Kult der Grausamkeit".
Julia Solowjow, Direktorin der Firma Prof Media, zu der 2x2 gehört, kommentierte vor kurzem in der "Süddeutschen Zeitung": "Wir leben in einer säkularen Welt und einem keineswegs puritanischen Staat. Aus juristischer Sicht ist es deshalb sehr seltsam, wenn Evangelikale, Baptisten und Adventisten die Belange eines Fernsehsenders regeln wollen."
Was wohl Eric Cartman, eines der enfant terribles aus "South Park" dazu sagen würde? Vermutlich sein berühmtes "Sick dude!" - echt krank!
dan/AFP
Aus: "Moskauer Staatsanwaltschaft will "South Park" verbieten" (09.09.2008) Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,577292,00.html
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