COMMUNICATIONS LASER #17
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Author Topic: [Blindwütig angreifen und töten... (Amok Notizen)]  (Read 2859 times)
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« on: November 21, 2006, 08:51:01 AM »

Quote
[...] Das Wort Amok (malaiisch meng-âmok, in blinder Wut angreifen und töten) bedeutet eine psychische Situation, die durch Unzurechnungsfähigkeit und absolute Gewaltbereitschaft gekennzeichnet ist.

Die Täter, die in einer solchen Ausnahmesituation Straftaten begehen, nennt man Amokläufer oder auch Amokschützen, falls sie Waffen gebrauchen, oder Amokfahrer, falls sie Fahrzeuge einsetzen.

[...] Monokausale Erklärungsansätze scheitern bei der Erklärung des Phänomens. Vielmehr müssen soziale als auch individuelle Voraussetzungen einbezogen werden. So kann die verbreitete Erklärung des Amoklaufs als direkte Wirkung einer lediglich individuellen psychischen Störung als widerlegt betrachtet werden.


Aus: "Amok" (11/2006)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Amok


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Quote
[...] Als wahrscheinliches Motiv nannte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer "allgemeine Frustration und Sinnleere".

[...] Im Juni 2004 habe er seinen Amoklauf angekündigt und in einem Internetforum psychologische Hilfe gesucht, berichtet die "Münstersche Zeitung". "Für alle, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf", habe er geschrieben. Ob er daraufhin Hilfe bekommen habe, sei unklar.


Aus: "AMOKLAUF IN EMSDETTEN: 18-Jähriger hinterließ Abschiedsbrief im Internet" (SPON; 20. November 2006)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,449622,00.html

"CHRONIK - Massenmorde in der Schule" (SPON; 20. November 2006)
Quelle: 2# http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,449549,00.html

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Quote
[...] Die Selbst-Stilisierung des 18-Jährigen in den Videos und im Internet wirkt auf unheimliche Weise vertraut - als gebe es inzwischen eine globale Blaupause für Schulmassaker. Der komplette Code seiner Tat, die zahlreichen Spuren, die er vor allem im Internet hinterließ, erinnern an die mutmaßlichen Vorbilder: an die Mörder von der Columbine High School in Littleton im US-Staat Colorado; an Robert Steinhäuser, den Amokläufer von Erfurt; zuletzt an den Kanadier Kimveer Gill , der im September in Montreal mit einer Waffe in eine Schule marschierte und ebenfalls wahllos auf Menschen schoss.


Aus: "AMOKLAUF: Video-Vermächtnis mit Waffe, Mantel, Kampfstiefeln" Von Christian Stöcker (SPON; 20. November 2006)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,449681,00.html

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"Ich will R.A.C.H.E"
Der vollständige Abschiedsbrief, den Sebastian B. im Internet hinterlassen hat, bevor er auf seinen suizidalen Rachefeldzug in seiner Schule in Emsdetten zog (TP; 11.2006)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24032/1.html

Quelle: #2: http://www.n-tv.de/734961.html

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Quote
[...] Führende Unions-Politiker haben sich angesichts der Schießerei in einer Schule in Nordrhein-Westfalen für ein konsequenteres Vorgehen gegen Gewalt verherrlichende Computerspiele ausgesprochen. «Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass der 18-jährige Täter sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit so genannten Killerspielen beschäftigt hat, müsste der Gesetzgeber nun endlich handeln», sagte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach der Netzeitung.

Nach Ansicht des brandenburgischen Innenministers Jörg Schönbohm (CDU) leisten Killerspiele «einen verhängnisvollen Beitrag zur leider wachsenden Gewaltbereitschaft und fördern aggressives Verhalten». Deshalb müsse «konsequent gegen Spiele vorgegangen werden, die Gewalt verherrlichen», sagte Schönbohm der Netzeitung. «Spiele, in denen der Erfolg sich an der Verstümmlung und Ermordung möglichst vieler Menschen – Alter, Frauen, Kindern, Polizisten oder schlicht 'Feinden' misst, sind in keiner Hinsicht zu akzeptieren.»

[...] Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, warnte dagegen vor wachsender Gewalt in Filmen und Videospielen. «Brutale Computerspiele und Videofilme gaukeln Jugendlichen den schnellen Sieg des Stärkeren vor», schreibt Kraus in einem Gastbeitrag für «Bild». «Auswege für den Verlierer bieten sie nicht.» Von Eltern und Lehrern verlangt Kraus, ihren Kindern durch eigenes Handeln ein positives Zukunftsbild zu vermitteln: «Wir Erwachsenen müssen unseren Kindern immer wieder beweisen: Arbeit, Leistung, Treue, Verlässlichkeit, Familienleben - das sind trotz aller Probleme und Widerstände feste Werte, für die es sich zu leben lohnt. Eine Gesellschaft, die diese Werte verliert, läuft irgendwann selber Amok.»

[...] Brandenburgs Innenminister Schönbohm kritisierte die Praxis der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) scharf. Die Prüfung der Spiele durch die Selbstkontrolle funktioniere offensichtlich nur «mangelhaft» und stehe nicht im Einklang mit dem Jugendschutzrecht. «Es ist unerträglich, dass Spiele offen in den Handel gelangen, deren Vorläufer noch indiziert waren, obwohl die neuen Versionen noch brutaler sind», sagte der Minister.


Aus: "Parteien-Streit über Verbot von Killerspielen" (nz; 21. Nov. 2006)
Quelle: http://www.netzeitung.de/deutschland/454418.html

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Quote
[...] Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) will eine Bundesratsinitiative anstoßen. Ziel sei ein Herstellungs- sowie ein Verbreitungsverbot, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag in Hannover als Reaktion auf den Amoklauf von Emsdetten. Ein Herstellungsverbot sei zwar schwer umsetzbar, da der Großteil der Ballerspiele im Ausland programmiert werde. Ein Verbot zur Verbreitung in Deutschland sei allerdings ein wichtiger erster Schritt.

Zudem fordert Schünemann die Abschaffung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), eine von den Software-Herstellern unterstützte Einrichtung. Notwendig ist aus seiner Sicht ein neues Gremium zur Überprüfung von Computerspielen, das "rein in staatlicher Hand" liege. Die bisherigen Kontrollen seien offenbar zu lax, hieß es. Selbst bei Spielen, die ab 16 freigegeben sind, fließe reichlich Blut. Freiwillige Selbstkontrolle reiche offenbar nicht aus.

"Ich bin sehr dafür, ein Verbot von Killerspielen in Betracht zu ziehen", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, der "Netzeitung". Ähnlich äußerte sich der Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach (CDU).

"Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass der 18-jährige Täter sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit so genannten Killerspielen beschäftigt hat, müsste der Gesetzgeber nun endlich handeln," sagte Bosbach. Ähnlich äußerte sich auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU): Gegen Spiele, die Gewalt verherrlichen, müsse konsequent vorgegangen werden.

Der 18-Jährige hatte offensichtlich bereits vor Jahren in einschlägigen Internetforen Gewaltakte angekündigt. Er galt bei Mitschülern und Lehrern als Waffennarr, der sich unter anderem für Kriegsspiele im Wald und für gewaltverherrlichende Computerspiele interessierte. Im Internet posierte er mit Gewehren und einer Maschinenpistole. Außerdem soll er über das Internet Waffen, Munition, Sprengstoffbestandteile und Zündschnüre gekauft haben.


Aus: "Politiker fordern Verbot von Killerspielen" (ftd.de, 21.11.2006)
Quelle: http://www.ftd.de/politik/deutschland/133705.html
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Quote
[...] Nach dem Amoklauf eines vor kurzem volljährig gewordenen jungen Mannes im beschaulichen Emsdetten überschlagen sich Politiker der großen Koalition mit erneuten Forderungen nach einem Verbot von "Killerspielen". Diese "animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten", suchte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber nach einer Kabinettssitzung in München am heutigen Dienstag nach einer einfachen Erklärung des blutigen Vorfalls an einer nordrhein-westfälischen Realschule. Es dürfe deshalb "keine Ausreden und Ausflüchte mehr geben", verlangte der CSU-Politiker, dessen entsprechende Verbotsanträge bislang nicht über den Bundesrat hinausgekommen sind. Stoiber unterstützt daher den Plan für eine erneute Gesetzgebungsinitiative, die der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann gerade für kommendes Frühjahr angekündigt hat.

[...] Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, schlug ebenfalls Alarm wegen wachsender Gewalt in Medienangeboten: "Brutale Computerspiele und Videofilme gaukeln Jugendlichen den schnellen Sieg des Stärkeren vor." "Höchste Zeit zu handeln" ist es auch laut der bayerischen Familienministerin Christa Stewens. Die CSU-Politikerin erinnerte an die Bestimmung im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot, in dem ein Verbot von "Killerspielen" angeregt wird. Davon erfasst werden sollen auch moderne Varianten von "Räuber und Gendarm" wie "Gotcha", "Paintball" und "Laserdrome", für die im Internet allerdings höchstens Spielerforen bestehen.

Doch es gibt auch Stimmen insbesondere aus Oppositionsparteien, die vor einer schlichten Verteufelung von Baller-Spielen warnen. "Es ist bezeichnend, dass Politiker von CDU/CSU und SPD nach den schrecklichen Ereignissen in Emsdetten schon wieder nur völlig hilflose und naive Verbotsreflexe von sich geben können", schließt sich der Medienexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto, im Prinzip der Kritik von grünen Politikern an. Schon wieder würden Vertreter der großen Koalition "bewusst ausblenden, dass Deutschland schon jetzt das härteste Jugendschutzregime der Welt besitzt".

Das Prüfungsprinzip der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) mit einem auch gesetzlich verankerten gestuften System von Altersfreigaben ist dem Liberalen zufolge "weitgehend anerkannt und praktikabel". Der Rundumschlag der "selbsternannten Jugendschützer" aus der Regierungskoalition sei vor dem Hintergrund der Tat eines offenkundig schwer gestörten Menschen unseriös. Dass die persönlichen und gesellschaftlichen Umstände, die den Täter zu seinen Handlungen verleitet haben, auf das Spielen bestimmter Computerspiele reduziert werden, sei gefährlich. Eine einseitige Verschärfung der Jugendschutzgesetze kann laut Otto solche Einzeltaten nicht verhindern, führe aber zu mehr Bevormundung und weniger eigen- und elternverantwortlicher Auseinandersetzung mit modernen Medien.


Aus: "Kritik an "naiver Scheindebatte" um das Verbot von "Killerspielen"" (21.11.2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/81375


-.-

Quote
[...] 21. November 2006 9:49
Vorsicht : Ätzender Kommentar!
IEEE802.1q

Da sind sie wieder!  Die Populisten und Opportunisten.

Der Ruf nach einer Medienzensur (und etwas anderes ist das Verbot von
Spielen nicht) ist ja fast schon ein pawlowscher Reflex.

Der Attentäter gestern war nicht der einzige der "Nebelgranaten"
wirft. Schlimm sind auch die "Nebelgranaten" die einige Politiker
jetzt einsetzen: Es ist ja so schön einfach sich einen Sündenbock zu
suchen - eine schön einfache Verknüpfung die jeder
Boulevard-Zeitungsleser versteht. Dann muss man wenigstens nicht das
eigene Versagen zugeben und evtl. sogar an den richtigen stellen
handeln.

Hat die Gesellschaft in ihrer egoistischen Gier nach noch mehr mehr
und noch mehr versagt? Hat man das Bildungssystem mehr und mehr
ausbluten lassen und damit den einzigen "Rohstoff" den unsere Land
hat (Wissen und Bildung) abgewürgt? Hat man ein System geschaffen in
der jugendliche KEINE aber auch absolut keine chance mehr sehen
sondern sie nur sehen wie ihre Eltern die ehrlich und hart gearbeitet
haben von diesem sich kanibalisierenden kapitalistischen System
einfach ausgespuckt werden wenn man sie ausgelutscht hat? NEIN , ES
IST JA SO EINFACH : ES SIND NATÜRLICH NUR DIE BÖSEN "KILLERSPIELE"!
Sagt mal liebe Politiker: Für wie unterbelichtet haltet ihr das Volk
eigentlich (und insbesonders die Jugend) das man sie mit einem Spiel
trainieren und konditionieren könnte wie einen Hund?? Schon das ist
eine Beledigung , mitten ins gesicht!

Richtig speiübel wird mir wenn ich sehe, das die gleichen Parteien
überlegen, deutsche Soldaten (die vielleicht 2 - 3 Jahre älter sind
als die Jugendlichen in den Schulen) in den Süden Afganistans zum
Kämpfen und Sterben schicken wollen um sich beim Ausland anzubiedern.
Wenn eine Flagge über dem Sarg liegt, macht es das auch nicht besser!

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Kommentar: "Neue Forderungen nach Verbot von "Killerspielen""
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11647236&forum_id=108584


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Quote
[...] <Lorien> ich glaub vorher defragmentier ich meine festplatte, schmeiß alle cds weg und installier löwenzahn, teletubbies, pokemon usw auf meinem rechner. Dann lauf ich Amok. Das wird den Psychologen EINIGES zu denken geben!

Aus: "RE: Neue Forderungen nach Verbot von "Killerspielen""
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11647082&forum_id=108584

Quelle #2: http://german-bash.org/4616


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Quote
[...] Als ästhetisches Motiv ist Gewalt in Computerspielen im Gegensatz zu Horrorfilmen, Schauerromanen oder Death-Metal-Bands nicht unbedingt ein Nischenphänomen. Was ganz einfach damit zusammenhängt, daß man in virtuellen Welten außer den Dingen, die man nicht auf die Reihe kriegt (das Alltagsleben oder die Profikarriere), auch ausleben kann, was man nicht darf (das Töten). Es ist eben die Funktion der Kunst, jenen Verhaltensweisen ein Reservoir zu bieten, die im gesellschaftlichen Umgang miteinander nicht als salonfähig gelten, sei es als Folge kultureller Ächtung oder sozialer Übereinkunft. Nicht nur für Menschen, die sich als Verlierer dieser Ausgrenzung fühlen, sind anders gestrickte Parallelwelten interessant, sondern auch für solche, die sich vom herrschenden Geschmacksterror nicht ihren stilistischen Horizont vorgeben lassen wollen. Für den Hannoveraner Medienwissenschaftler Christoph Klimmt hat der Einsatz von Gewaltmotiven noch einen weiteren Grund: „Das Element der Gewalt macht die Dimension des Konflikts, den es zu lösen gilt, deutlicher - er gewinnt dadurch an Relevanz.“ Besonders für männliche Jugendliche geht es zudem um die Suche nach Rollenmustern für Männlichkeit.

Die kognitive Wirkung von Computerspielen ist von der Neurowissenschaft bisher kaum erforscht. Allerdings spielt ein Aspekt, der von Verhaltensforschern und Spielern selbst immer wieder als Erklärung für das Suchtpotential der Spiele angeführt wird, auch in der Neurowissenschaft eine zentrale Rolle: Der Neurotransmitter Dopamin, der als gehirninterne Glücksdroge gilt, steuert eine Art Belohnsystem, das, so die verkürzte These, unser Handeln antreibt. In Computerspielen wiederum werden Aktionen ständig belohnt, nicht nur, wenn es dem Spieler gelingt, konkrete Aufgaben zu absolvieren: Jeder Tastendruck hat einen unmittelbaren Effekt.

[...] Früher brachten sich Amokläufer und Attentäter nicht mit Gewaltspielen, sondern mit Außenseiterliteratur in Stimmung: Charles Manson schwor auf Robert A. Heinleins Science-fiction-Klassiker „Stranger in a Strange Land“, der von einem unter Marsianern aufgewachsenen Erdling handelt und wo ein Kater auf den Namen Nietzsche hört. John Lennons Mörder Mark David Chapman trug bei seiner Festnahme J.D. Salingers Pubertätsbibel „The Catcher in the Rye“ mit sich - ein Werk, das fast alle großen Assassinen des zwanzigsten Jahrhunderts verehrten, darunter auch der Reagan-Attentäter John Hinckley jr. Theodore Kaczynski, der sogenannte „Unabomber“, studierte in seiner Holzhütte das zivilisationskritische Manifest „Walden“ von Henry David Thoreau. Und der „Oklahoma-Bomber“ Timothy McVeigh las vor seiner Exekution William Ernest Henleys Gedicht „Invictus“ von 1875, das mit den Zeilen endet: „I am the master of my fate / I am the captain of my soul“.

[...] Dabei plädieren Psychologen inzwischen dafür, Fälle wie Emsdetten als „Highschool-Shootings“ und nicht mehr als Amoklauf zu bezeichnen - ein Verhaltensmuster, eine eigene Art Verbrechen hat sich da ausgebildet. Sebastian B. hat dieses Delikt vermutlich studiert, er war Mitglied der Internet-Community „Columbine“, auf der sich Sympathisanten, Anfällige und Neugierige über den Amoklauf von Eric Harris und Dylan Klebold austauschen, ganz wertfrei - nur höflich solle man miteinander sein. Ist das geschmacklos? Oder ein Ventil, ein Schutzraum, ein herrschaftsfreier Diskurs? In der stärksten Szene von „Bowling for Columbine“ fragt Michael Moore den Schockrocker Marilyn Manson, der damals als Mitschuldiger des Massakers diffamiert wurde, was er getan hätte mit Harris und Klebold. Und Manson antwortet: „Ich hätte den beiden einfach zugehört.“


Aus: "Virtuelle Gewalt: Machen Videospiele wirklich böse?" (26.11.2006; Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung; Autor ?)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~e93DDEE6FB3F041F1AB0224EE4FE02BEF~aTpl~ecommon~scontent.html
« Last Edit: April 17, 2007, 11:54:28 AM by lemonhorse » Logged
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« Reply #1 on: November 23, 2006, 12:17:04 PM »

Quote
[...] Wie die meisten wissen, war hier am 20. November Bastians Abschiedsbrief zu lesen, ergänzt durch eine Sammlung von Bildern, Forenauszügen und Videos. Doch dann wurde ich -so wie viele andere- von der Kriminalpolizei angerufen.

Dialog (sinngemäß):

"...wir bitten Sie, den Brief, so wie sonstiges Material bezogen auf Herrn Bosse unverzüglich aus dem Netz zu nehmen..."

"Bitten Sie mich jetzt nur darum, oder bin ich rechtlich dazu verpflichtet dies zu tun?"

"Ich glaube nicht, dass Sie sich jetzt mit uns anlegen wollen..."

"Nein ich wollte nur wissen, weil..."

(ins Wort fallend) "na dann sind wir uns ja einig"

Gespräch Ende


Nach dem Telefonat wurde mir klar, dass dieser Polizeibeamte theoretisch jede x-beliebige Person hätte sein können, ich werde es wohl nie erfahren. Nungut, dennoch hat mich die Tatsache eingeschüchtert, dass die Polizei am längeren Hebel sitzt und ich nicht die (finanziellen) Mittel habe, um mir im Zweifelsfalle einen Anwalt zu leisten. Doch dann bekam ich einen Anruf. Dieser Anruf stärkte mich so sehr, dass ich beschloss, mich nicht beeinflussen zu lassen. Insbesondere, weil mir mittlerweile hunderte von engagierten Menschen Unterstützung angeboten haben, davon auch Anwälte, Medienwissenschaftler, Journalisten, usw. Also:

Brief wieder online!

T-online, jetzt.de und hunderte von anderen großen Seiten haben den Brief schon länger auf der Startseite, zwischen Pamela Anderson und Werbung für Herpescreme... Die scheinen den Ernst der Situation ja echt erkannt zu haben. Aber es geht mir eher darum, dass die den online haben... - Dann darf ich das auch. So. Oder sollte sich Informationsfreiheit etwa nach dem Geldbeutel messen? Dem entgegne ich mit dem Grundgesetz, Artikel 5: (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugä nglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

...

Fast alle Forumbeiträge von Bastian wurden aus dem Internet entfernt und sogar der Google-Index beschnitten. Einige Internetplattformen, auf denen er sich aufhielt "wegen Wartungsarbeiten geschlossen". Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um eine staatliche Straftat, die Folgen der Zensur sind fatal (gleich mehr dazu).

Okay es gäbe da noch Paragraph 1 des "Polizeigesetz des Landes NRW":

§ 1 Polizeigesetz NRW - Aufgaben der Polizei

(1) Die Polizei hat die Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit abzuwehren (Gefahrenabwehr). Sie hat im Rahmen dieser Aufgabe Straftaten zu verhüten sowie für die Verfolgung künftiger Straftaten vorzusorgen (vorbeugende Bekämpfung von Straftaten) und die erforderlichen Vorbereitungen für die Hilfeleistung und das Handeln in Gefahrenfällen zu treffen. Sind außer in den Fällen des Satzes 2 neben der Polizei andere Behörden für die Gefahrenabwehr zuständig, hat die Polizei in eigener Zuständigkeit tätig zu werden, soweit ein Handeln der anderen Behörden nicht oder nicht rechtzeitig möglich erscheint. Die Polizei hat die zuständigen Behörden, insbesondere die Ordnungsbehörden, unverzüglich von allen Vorgängen zu unterrichten, die deren Eingreifen erfordern.

Plötzlich klammern sich ein paar Beamten an diesem Gesetzesauszug fest und rechtfertigen damit ihre Zensur. Wenn ihr das so ernst nehmt, wo ward ihr dann im Sommer 2004, als Bastian um Hilfe rief? Er sagte klar und deutlich, dass er Amoklaufen will... Gut sagen viele; aber nicht ganz so viele, die ganz offiziell Waffen zu Hause haben und auf Truppenübungsplätzen rumballern. Begründung eines Polizeibeamten: "Wir können uns nicht um alles kümmern, das ist doch ganz klar. Würden wir 1000Leute wegsperren, die so reden wie er, dann wäre höchstens eine potentiell gefährliche Person dabei. Sollen wir deswegen hunderte von Unschuldigen wegsperren?"

Reicht eine Person nicht? Sind es zu wenige? Ich rede nicht von Wegsperren. Wenn zu mir einer sagt, er möchte Amok laufen, und das mit großer Überzeugung mehrmals wiederholt, und eingetragene Waffen besitzt, dann ist der Fall zu prüfen! Ich kann nicht verstehen dass nach den ganzen Amokläufern immernoch keiner ne Antenne für sowas hat, was muss denn noch alles passieren? Wahrscheinlich hätte Bastian sich selber Handschellen anlegen und zur Polizei gehen können "Nehmt mich fest, nehmt mich fest", man hätte ihn lachend nach Hause geschickt... (!)

Warum ist es überhaupt wichtig, dass der Brief an die Öffentlichkeit gerät?

Es ist ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, dass immer erst dann Probleme angepackt werden, nachdem schon etwas schlimmes passiert ist. Schüler von Mitschüler angeschossen/erschossen, Kind von Hund totgebissen, Terroranschlag und und und... plötzlich kommen Politiker, Lehrer und andere aus ihren Höhlen gekrochen. An dieser Stelle würde ich gerne Bestandteile aus Bastians Brief zitieren, aber dann würden manche nicht verstehen, dass ich seine Tat verurteile. Jeder weiß was gemeint ist.
Man sucht nach Sündenböcken. "Ballerspiele sind schuld". "Zu wenig Liebe". Wie blind muss man sein? Da schreibt der Täter in einem detaillierten, langen Brief, wie es zu seinen Aggressionen gekommen ist und was dahinter steckt und es wird immernoch über Ballerspiele geredet? Wieviele Leute starben denn durch Ballerspiele? Eine Person? 10? Jährlich sterben zigtausend an falschen Umgang mit Schokolade (Fettleibigkeit), Zigaretten, Alkohol... Es sterben sogar mehr an Blitzeinschlägen als an Ballerspielen. Außerdem brauchen gewaltgeladene Menschen ein Ventil... Ich selber verabscheue Ballerspiele, ich sehe einfach keinen Sinn darin... Aber ich finde es ist lächerlich, dort nach einer Ursache zu suchen. Insbesondere, wenn die Gründe schon längst klar benannt worden sind.

Die Resonanz des Forums unterstreicht in jeder Hinsicht die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation. Viele Leute haben etwas zu sagen! Hätte man es (wie die Polizei drum "gebeten" hat) alles totgeschwiegen, wären wir keinen Schritt weiter. Im Forum sind engagierte Leute, mitfühlende Leute, aber auch Menschen, die zu Bastian halten... Jede Meinung ist vertreten, unzensiert. Ich wurde bei manchen Oberhammern gefragt, warum ich nix gelöscht hab...

Erstens wäre das wieder Zensur=wiedersprüchlich in sich
Zweitens soll das Forum die Gesellschaft wiederspiegeln, mit all ihren Facetten...
Drittens haben wir gelernt, was passiert, wenn man Menschen nicht ernst nimmt.


Liebe Grüße, Tamai



ps: dieser Text wird noch überarbeitet, ich wollt ihn einfach schnell online haben...

-.-

Quote
Wenn man weiss, dass man in seinem Leben nicht mehr Glücklich werden kann, und sich von
Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem
Leben zu verschwinden. Und dafür habe ich mich entschieden. Es gibt vielleicht Leute die
hätten weiter gemacht, hätten sich gedacht "das wird schon", aber das wird es nicht.
Man hat mir gesagt ich muss zur Schule gehen, um für mein leben zu lernen, um später ein
schönes Leben führen zu können. Aber was bringt einem das dickste Auto, das grösste Haus,
die schönste Frau, wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt
dich zu hassen, wenn dein Auto Benzin verbraucht das du nicht zahlen kannst, und wenn du
niemanden hast der dich in deinem scheiss Haus besuchen kommt!
Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer
bin. Für die ersten jahre an der GSS stimmt das sogar, ich war der Konsumgeilheit verfallen, habe
danach gestrebt Freunde zu bekommen, Menschen die dich nicht als Person, sondern als Statussymbol sehen.
Aber dann bin ich aufgewacht! Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das
sie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde.
Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert,
selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und
die richtigen "Freunde". hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden. Und diese
Menschen nennt man Jocks. Jocks sind alle, die meinen aufgrund von teuren Klamotten oder schönen Mädchen
an der Seite über anderen zu stehen. Ich verabscheue diese Menschen, nein, ich verabscheue Menschen.

Ich habe in den 18 Jahren meines Lebens erfahren müssen, das man nur Glücklich werden kann, wenn man
sich der Masse fügt, der Gesellschaft anpasst. Aber das konnte und wollte ich nicht. Ich
bin frei! Niemand darf in mein Leben eingreifen, und tut er es doch hat er die Konsequenzen
zu tragen! Kein Politiker hat das Recht Gesetze zu erlassen, die mir
Dinge verbieten, Kein Bulle hat das Recht mir meine Waffe wegzunehmen, schon gar nicht
während er seine am Gürtel trägt.

Wozu das alles? Wozu soll ich arbeiten? Damit ich mich kaputtmaloche um mit 65 in den Ruhestand zugehen
und 5 Jahre später abzukratzen?
Warum soll ich mich noch anstrengen irgendetwas zu erreichen, wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch
ist weil ich früher oder später krepiere?
Ich kann ein Haus bauen, Kinder bekommen und was weiss ich nicht alles. Aber wozu? Das Haus wird irgendwann abgerissen, und die Kinder sterben auch mal. Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn? Keinen! Also muss man seinem Leben einen Sinn geben, und das mache ich nicht indem ich einem überbezahlten Chef im Arsch rumkrieche oder mich von Faschisten verarschen lasse die mir erzählen wollen wir leben in einer Volksherrschaft.
Nein, es gibt für mich jetzt noch eine Möglichkeit meinem Leben einen Sinn zu geben, und die werde ich nicht wie alle anderen zuvor verschwenden! Vielleicht hätte mein Leben komplett anders verlaufen können. Aber die Gesellschaft hat nunmal keinen Platz für Individualisten. Ich meine richtige Individualisten, Leute die slebst denken, und nicht solche "Ich trage ein Nietenarmband und bin alternativ" Idioten!

Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich. Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt die mich nicht sein lassen will wie ich bin. Ihr habt euch über mich lustig gemacht, dasselbe habe ich nun mit euch getan, ich hatte nur einen ganz anderen Humor!

Von 1994 bis 2003/2004 war es auch mein Bestreben, Freunde zu haben, Spass zu haben. Als ich dann 1998 auf die GSS kam, fing es an mit den Statussymbolen, Kleidung, Freunde, Handy usw.. Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache geschworen!
Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst!
Ich will das ihr erkennt, das niemand das Recht hat unter einem faschistischen Deckmantel aus Gesetz und Religion in fremdes Leben einzugreifen!
Ich will das sich mein Gesicht in eure Köpfe einbrennt!
Ich will nicht länger davon laufen!
Ich will meinen Teil zur Revolution der Ausgestossenen beitragen!
Ich will R A C H E !

Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen sind. Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen:
1. Ich ging nicht nur in eine klasse, nein, ich ging auf die ganze Schule.
Die Menschen die sich auf der Schule befinden, sind in keinem Falle unschuldig! Niemand ist das! In deren Köpfen läuft das selbe Programm welches auch bei den früheren Jahrgängen lief!
Ich bin der Virus der diese Programme zerstören will, es ist völlig irrelewand wo ich da anfange.
2. Ein Grossteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe; Auf dem Schlachtfeld! Diese Lehrer befinden sich so gut wie alle noch auf dieser verdammten schule!

Das Leben wie es heute täglich stattfindet ist wohl das armseeligste was die Welt zu
bieten hat!

S.A.A.R.T. - Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod

Das ist der Lebenslauf eines "normalen" Menschen heutzutage. Aber was ist eigentlich normal?
Als normal wird das bezeichnet, was von der Gesellschaft erwartet wird. Somit werden heutzutage Punks, Penner, Mörder, Gothics, Schwule usw. als unnormal bezeichnet, weil sie den allgemeinen Vorstellungen
der Gesellschaft nicht gerecht werden, können oder wollen.
Ich scheiss auf euch! Jeder hat frei zu sein!
Gebt jedem eine Waffe und die Probleme unter den Menschen lösen sich ohne jedliche Einmischung
Dritter. Wenn jemand stirbt, dann ist er halt tot. Und? Der Tod gehört zum Leben! Kommen die Angehörigen mit dem Verlust nicht klar, können sie Selbstmord begehen, niemand hindert sie daran!

S.A.A.R.T. beginnt mit dem 6. Lebensjahr hier in Deutschland, mit der Einschulung.
Das Kind begibt sich auf seine perönliche Sozialisationsstrecke, und wird in den
darauffolgenden Jahren gezwungen sich der Allgemeinheit, der Mehrheit anzupassen. Lehnt es dies
ab, schalten sich Lehrer, Eltern, und nicht zuletzt die Polizei ein.
Schulpflicht ist die Schönrede von Schulzwang, denn man wird ja gezwungen zur Schule zu gehen.
Wer gezwungen wird, verliert ein Stück seiner Freiheit.
Man wird gezwungen Steuern zu zahlen, man wird gezwungen Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten,
man wird gezwungen dies zu tun, man wird gewzungen das zu tun. Ergo: Keine Freiheit!
Und sowas nennt man dann Volksherrschaft. Wenn das Volk hier herrschen würde, hiesse es Anarchie!
WERDET ENDLICH WACH - GEHT AUF DIE STRASSE - DAS HAT IN DEUTSCHLAND SCHONMAL FUNKTIONIERT!

Nach meiner Tat werden wieder irgendwelche fetten Politiker dumme Sprüche klopfen wie "Wir halten nun alle zusammen" oder "Wir müssen gemeinsam versuchen dies durchzustehen". Doch das machen sie nur um Aufmerksmakeit zu bekommen, um sich selbst als die Lösung zu präsentieren.
Auf der GSS war es genauso... niemals lässt sich dieses fette Stück Scheisse von Rektorin blicken, aber wenn Theateraufführungen sind, dann steht sie als erste mit einem breiten Grinsen auf der Bühne und präsentiert sich der Masse!

Nazis, HipHoper, Türken, Staat, Staatsdiener, Gläubige...einfach alle sind zum kotzen und müssen vernichtet werden! (Den begriff "Türken" benutze ich für alle HipHopMuchels und Kleingangster; Sie kommen nach Deutschland weil die Bedingungen bei ihnen zu hause zu schlecht sind, weil Krieg ist... und dann kommen Sie nach Deutschland, dem Sozialamt der Welt, und lassne hier die Sau raus. Sie sollten alle vergast werden! Keine Juden, keine Neger, keine Holländer, aber Muchels! ICH BIN KEIN SCHEISS NAZI)
Ich hasse euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben!

Seit meinem 6. Lebensjahr wurde ich von euch allen verarscht! Nun müsst ihr dafür bezahlen!

Weil ich weiss das die Fascholizei meine Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles, nicht veröffentlichen will, habe ich das selbst in die Hand genommen.

Als letztes möchte ich den Menschen die mir was bedeuten, oder die jemals gut zu mir waren, danken, und mich für all dies Entschuldigen!

Ich bin weg...



Aus: "WAR" von Tamai (23/11/2006)
Quelle: http://www.keinmensch.de/

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[...] Nur Kilometer von uns allen entfernt wird heute ein 18 Jähriger Ex Realschüler mit 4 Gewehren bewaffnet seine Schule stürmen, 37 Menschen verletzen und am ende sein licht löschen.

Und natürlich werden sie alle sagen die Killerspiele seinen schuld (Welch eine groteske Wordschöpfung) und natürlich werden sie sagen das Fernsehen müsse gezügelt werden, das Internet und die Freiheiten der Teenager. Und natürlich ist es lächerlich dass ein Land seine Jugend vor Fiktiven Medien schützen muss weil diese sie mit einem Wirr war aus Emotionen und Fantasie überrennen und zu solchen Taten treiben würde. Vor allem wenn es wirklich so wäre.
Wenn ein Land die Freiheiten seiner noch freien Geister einschränken will weil es weiß dass da draußen Gedanken sind die nicht übereinstimmen mit machen Idealen, Regeln und Paragraphen ihrer Welt, und Emotionen fördern die seltsamer weise in dieser Wunderschönen Welt aus Bildungskultur, Demokratie und Bürokratie ihre Trigger finden.

[...] ich frage mich was für eine Welt das ist in der Anschläge auf die Institution verübt werden die die Aufgabe hat eben diese Menschen zu formen, zu bilden und zu fördern. Manchmal sprechen dinge für sich.



Aus: " NOVEMBERMORGEN" Von danx (Di Nov 21, 2006 1:46 pm)
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=17


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[...] nach kurzer zeit wird alles wieder normal sein, aber beim nächsten amoklauf wird bastian in den dossiers wieder auftauchen.


Von blabla; Di Nov. 21, 2006 8:39 pm
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=70

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[...] Die Probleme sind für mich:

1. Wir leben in einer Gesellschaft, in der man immer versuchen muss, stärker als der andere zu sein und die Schwäche anderer ausnutzen muss. Niemand bringt einem Kind bei, den Schwachen zu helfen, denn dann wird man ja selbst schwach. Wer auf der Seite der schwachen ist, auf den Wird getreten. Wer nicht ausgrenzt, wird ausgegrenzt.

2. Das Ideal der Angepasstheit. Alle machen das, was im Moment IN ist. Ein Leben ohne Perspektive und ohne Individualismus. Mit grünen Haaren zum Vorstellungsgespräch? Eher nicht. Mit DEN Klamotten in die Schule? Was werden die anderen sagen? Es ist nicht so, dass Kinder von allein auf so etwas kommen. Es wird ihnen antrainiert.

3. Soziale Kälte. Deutschland ist bekannt dafür, dass die Menschen nicht miteinander reden, dass man in seinen Freundeskreis niemanden hereinlässt und Fremden gegenüber grundsätzlich gleichgültig oder skeptisch ist. Die Probleme von jemandem, der wenige oder keine Freunde hat, interessieren niemanden. Du brauchst Freunde, möglichst viele, damit dir überhaupt jemand zuhört. Die Menschen sollten mal miteinander REDEN!


Aus: "Titel:  (Kein Titel)" Von Kuno (Di Nov 21, 2006 1:33 am)
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=2

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[...] Wer ist schuld ?
- die Eltern? Weil sie einen Psychopathen großgezogen haben?
- die Lehrer? Weil sie nicht auf Basti eingingen?
- die Mitschüler? Weil sie ihn gemobbt haben?
- die "Freunde"? Weil sie keine waren?
- die Gesellschaft? Weil Gewlalt an der Tagesordnung ist?
- die Medien? Weil sie zuviel Gewalt zeigen?
- die EgoShooter? Weil töten da so einfach ist?

Nein, ich glaube, niemand ist "schuld".

Bastian Bosse war ein Versager. Auf der Welt gibt es nunmal Versager, die nichts auf die Reihe kriegen, mit ihrem Leben nicht klarkommen, alles falsch und nichts richtig machen.
Nicht mal einen korrekten Amoklauf, wie er ihn sich vorgestellt haben dürfte, hat er hinbekommen, außer ihm selber ist niemand auf der Strecke geblieben.
Das ist in doppelter Hinsicht gut.

Machen wir uns doch nichts vor - jeder, der sich "ein bißchen mitschuldig" fühlt, sucht nach Erklärungen oder greift die Erklärungsversuche anderer gierig auf. Andere, denen längst klar ist, daß man sowas nicht verhindern kann, allen voran unsere fantastischen Politiker, nutzen die Chance zur Selbstdarstellung - aber wirkliche Lösungen haben sie nicht (klar, gibt auch keine) und es ist ihnen auch nicht wirklich an Lösungen gelegen.

Viele Menschen, die mit ihrem Leben nicht klarkommen, werden gewalttätig. Die meisten hauen um sich (oder je nach ethnischer Zugehörigkeit: schiessen, stechen, ...), einige richten die Gewalt gegen sich selbst (und manchmal machen sie es richtig und töten sich einfach - was für ein Gewinn für unser Land!).
Tja, und einige drehen vollständig durch, so wie Bastian Bosse.

Die Wahrheit ist doch, daß er es nicht geschafft hat, die Verantwortung für sein Leben bei sich selbst zu sehen. Immer waren es die anderen, die an seinen Problemen schuld waren. Und die sollten dann letztlich "bezahlen". Nun, bezahlt hat er in erster Linie selber, und damit stimmt die Rechnung auch wieder.

Sein Problem war, daß er eine Bühne brauchte. Einmal, nur einmal wollte er beachtet, wahrgenommen werden, alle Welt sollte auf ihn blicken, seinen Namen kennen, sein Gesicht sehen, ihm "zuhören". Daß ihm vorher niemand zugehört hat, mag daran gelegen haben, daß seine Gedanken krank waren, krank und wirr. Ohne inneren Zusammenhang, aber immer mit der offensichtlichen Botschaft "ich habe ein Scheißleben mit dem ich nicht klarkomme - und IHR seid schuld."

Niemand wird gezwungen, sich der Norm anzupassen, und gerade Menschen, die sich NICHT anpassen, machen in dieser Gesellschaft interessante Karrieren. Aber diese Menschen WISSEN, daß sie von der Norm abweichen, und sie WOLLEN es auch. IHRE Bühne ist das Leben selbst, sie geniessen es, durch ihre "Andersartigkeit" wahrgenommen zu werden. Anders Bastian Bosse: ER wollte so gern normal sein, dazugehören, mitschwimmen, nur fehlten ihm die Mittel, und er hatte etwas andere Interessen, die kaum jemand teilte. Daß er auf die "Normalo-Welt" schimpfte, war seine Art damit umzugehen, daß man ihn nicht dazugehören ließ. Aber das Problem ist und bleibt er selbst, denn so sehr er dazugehören wollte, so sehr wollte er auch eine Besonderheit darstellen.

Nein, "schuld" an dem ganzen ist er alleine.

Seine Eltern sind ganz arme Würstchen, die nun das auszubaden haben, was die von ihnen gezeugte Creatur angerichtet hat. Ihnen wird man vorwerfen, daß sie einen Amokläufer großgezogen haben, doch so kaputte Typen sind schlicht nicht in der Lage, von Vorbildern zu lernen, weil sie ihr eigenes Verhalten gar nicht reflektieren. ("Lernen von Vorbildern" bedeutet ja, daß man das eigene Verhalten mit dem der Vorbilder vergleicht, Abweichungen feststellt und sein eigenes Verhalten anpasst - diese Mißgeburt konnte aber das nicht, weil sein krankes Hirn dazu nicht in der Lage war - er hat immer nur Veränderungen der anderen erwartet, zu eigenen war er nicht bereit.)

Seine Lehrer haben ihren Job gemacht. Ein Lehrer kann nicht imemr nur gute Noten geben, sondern muß auch ehrliche Rückmeldungen an die Schüler geben - wenn einer Scheiße labert, muß der Lehrer ihm das sagen.

Seine Mitschüler haben ihn so wahrgenommen, wie er sich gegeben hat. Und wenn er nunmal ein Versager war, werden sie ihn auch wie einen behandelt haben. Daraus kann man keinen Vorwurf ableiten, das ist natürliche Selektion.

Seine "Freunde" können auch nicht schuld sein. Er hatte ja keine.

Die Gesellschaft ist nie schuld, weil es die Gesellschaft als Einzelperson nicht gibt. Es ist nur allzuleicht, der großen Masse die Schuld an irgendwas zu geben, dann muß man sich nicht auf einen Einzelnen festlegen. Schwachsinn. In Wahrheit geht die Gesellschaft mit jedem Versager gleich um. Auch Bastian Bosse hatte seine Chance - er war nur definitiv zu blöde, sie zu nutzen.

Die Medien sind aus dem gleichen Grund nicht schuldig. Ich finde die ständige Gewaltdarstellung auch nicht gut, aber wenn einer nicht mehr zwischen Mattscheibe (oder LCD-Panel) und Realität unterscheiden kann, ist das nicht Schuld der Medien.

Die EgoShooter sind natürlich auch schnell als "Schuldige" ausgemacht, denn die Politiker und sonstigen "Experten", die jetzt rumlaufen und EgoShooter verbieten wollen, würden uns nur zu gern in die Steinzeit zurückbomben, als es dieses ganze Computer-Teufelszeug noch nicht gab. Doch in jeder Epoche hat es Amokläufer gegeben, auch im Altertum, im Mittelalter, im vorigen Jahrhundert - und das alles ganz ohne Computer und ohne EgoShooter...

Nur Bastian Bosse selber trifft Schuld an dieser hirnrissigen Aktion.

Und würde er noch leben, könnte er stolz auf sich sein: Zum ersten Mal in seinem Leben hat er etwas richtig gemacht - er hat sich getötet.

Dafür sollten wir alle ihm aus tiefstem Herzen danken.
(Wer mag, kann jetzt eine Schweigeminute einlegen)

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Genau Leute wie du sind es, die Menschen wie ihn produzieren: Als Versager hinstellen und ihm die ganez Schuld geben, aber selber ist man immer unschuldig. Jaja, es waren immer die anderen. (Von blacksun84; Di Nov 21, 2006 3:33 pm;  Titel:  Re: Es ist ganz einfach)



Aus: "Titel:  Es ist ganz einfach" Von Es ist ganz einfach (Di Nov 21, 2006 12:29 pm)
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=2


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wir fallen nicht als monster vom himmel


Aus: "Titel:  Reflektion" Von dichmich (Di Nov 21, 2006 12:49 pm)
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=2

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[...] Man kann die Schuld nicht einer Gesellschaft geben, das ist klar. Aber man kann an einem Einzelfall sehr wohl sehen, dass es in der Gesellschaft schwerwiegende Probleme gibt. Dass Ausgrenzung ein evolutionärer Trieb ist, kann sehr wohl sein. Jedoch sollte man die ausgrenzen, die wirklich darauf aus sind, anderen zu schaden. Leider funktioniert das Schema des Mobbings jedoch anders: Ausgegrenzt wird mehr nach dem Zufallsprinzip und wer ein Mal draußen ist, kommt auch nicht mehr rein. Ich weiß nicht, was für geistige Fähigkeiten dieser Mensch hatte (seinem Abschiedsbrief zufolge hat es gerade einmal gereicht, ein verqueres Weltbild aufzubauen). Jeder sollte versuchen, Menschen nicht als "Versager" abzustempeln, denn desto mehr Versager eine Gesellschaft produziert (und niemand produziert sich selbst, wir sind Ergebnis unserer Umwelt) desto mehr Konfliktpotential ist da. Die Ideale müssen sich wandeln: Natürlich kann man unangepasst glücklich sein, man kann mit wenig Geld glücklich sein. Aber das sagt einem niemand! In der Schule werden wir doch größtenteils auf einen 8-Stunden-Schreibtischjob vorbereitet (solange wir auf Realschule oder Gymnasium sind) oder darauf, die Drecksarbeit zu machen (Hauptschule). Dieses System trägt in sich, dass es Versager produziert. Wenn dieser Versager dann noch ein bisschen falsch verstandenen Nihilismus in sich trägt, kann es böse enden.


Aus: "Titel:  (Kein Titel)" Von Gast ()
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=2

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[...] Unglaublich wie hier davon gesprochen wird das man eine solche Tat verstehen kann!!!
JEDER hat in seiner Schulzeit mal gelitten und musste was durchmachen. Aber knallt man deswegen Leute ab?!?! Die meisten hatten den Mumm sich durchzubeißen und zu sagen "Euch zeig ich´s!" und das auf vernünftigem Weg. Auf einem Weg der andere nicht gefährdet, verletzt oder tötet. Dieser Mensch WAR ein Feigling der es nicht geschafft hat sich der Realität zu stellen, der sich nicht den Leuten stellen konnte die ihn gedemütigt haben. Er hat sich gegen Kinder gewandt, jünger als er und ohne eine Ahnung wer er war. Er schreibt davon er wäre es leid von anderen bestimmt zu werden, aber selber gibt er sich das Recht über andere zu bestimmen. Wer sagt denn das keiner unter den Verletzten ist dem es genauso ging wie ihm?
Zudem ist es einfach nur dumm wie hier gegen unseren Staat gemotzt wird. Dieser Staat, welcher nun einem kranken Menschen kein Forum geben möchte, so das er sich post mortem rechtfertigen kann, für eine Tat die nicht zu entschuldigen ist, schützt auch eure Menschenrechte, garantiert euch das ihr nicht einfach umnietet werdet. Denkt nach bevor ihr schreibt, denn solche Feiglinge wie ER sorgen dafür das nun wieder alle Menschen in diesem Land, die Ego-Shooter spielen potentielle Amokläufer sind. Allerdings werden wohl diesmal auch diejenigen mit Airsofts im Schrank und diversen Metallliedern auf dem Rechner als gefärhlich eingestuft. Und wieso?? Weil einer nicht nachdenkt, es nicht schafft sich zu artikulieren, nicht den Mut hat sich woanders als im Internet zu äußern. Wenn ihr ihn verstehen und seine Handlung nachvollziehen könnt, geht in Behandlung redet mit euren Eltern oder schließt euch ein, aber bitte verschont den Rest der Welt mit sowas.


Aus: "Titel:  (Kein Titel)" Von Gast (Di Nov 21, 2006 12:34 pm)
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=3

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[...] Leute, aufwachen!

Der Junge war 18.
Er hat vom Leben und der Gesellschaft keine Ahnung gehabt.
Ein paar schlechte Erfahrungen gemacht, und offenbar mit niemandem seines Vertrauens jemals darüber gesprochen. (Ich meine PERSÖNLICH GESPROCHEN, nicht in irgendwelchen Foren!)

Dann ist er eines Tages aufgewacht, und wollte UNSCHULDIGE MENSCHEN ermorden. So jemand gehört hinter Gittern in der Nervenanstalt! Die armen Eltern, seine armen Freunde...

... so ein armes Würstchen, und brutales ARS**LOCH!


Aus: "Titel: (Kein Titel)" Von Gast (Di Nov 21, 2006 1:24 pm)
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=3

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[...] Nun die Epfindungen des Täters kann ich gut nachvollziehen. Mir geht es öfter so. Aber soll ich jetzt deshalb an eure Schule/Arbeitplatz kommen und euch umnieten. (Ironie an) Müssts mir nur sagen. Könnt ihr gerne haben (Ironie aus).
Ich will ihn grundsätzlich nicht Verurteilen. Aber wenn ich an die Eltern der verletzten Kinder oder Kinder elbst denke wird mir Angesichts diesen ekelerregenden Selbstmitleids hier kotzübel. Ihr wollt Menschen sein die Veränderung bringen, einen Unterschied machen? Die dazu beitragen das man euch so annimmt und akzeptiert wie ihr seid? "stay different" sozusagen?. Dann ist es wohl am besten wenn ihr euch ebenfalls ne Wumme kauft und euch den Kopf wegpustet. (Da steckte jetzt viel Ironie drinne. Nicht das mich nachher noch son BKA Fuzzi des Aufrufs zum Selbstmord bezichtigt). Is doch logisch. MEine Fresse......
Ich stehe dafür einen AKTIVEN Unterschied zu machen. Ihr selbstverliebten/sebstmitleidigen Scheisskacker könnt mich mal.


Aus: "Titel:  (Kein Titel)" Von stalker (Di Nov 21, 2006 1:28 pm  )
Quelle: http://www.keinmensch.de/viewtopic.php?t=3&postdays=0&postorder=asc&start=15



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« Reply #2 on: November 28, 2006, 01:30:03 PM »

Quote
[...] Heute fällt symbolisches Handeln höchstens dann auf, wenn bewusst darauf verzichtet wird.

Warum schreibe ich das? Weil der politische Umgang mit dem Amoklauf von Emsdetten genau diesem Muster der symbolischen Politik entspricht. Ein extrem vielschichtiges Problem wird auf eine für das politische System leicht handhabbare Ja/Nein-Entscheidung reduziert. Als Ursache des Amoklaufs werden martialische Computerspiele ausgemacht. Die logische Konsequenz ist dann ein Verbot solcher "Killerspiele". Ob das Problem damit gelöst wird oder nicht, spielt erstmal keine Rolle. Dafür interessiert umso mehr, ob unser Grundgesetz ein solches Verbot von Computerspielen überhaupt zulässt, ob eine schnelle symbolische Reaktion auf den Amoklauf also überhaupt möglich ist. Es ist daher kein Wunder, dass der wissenschaftliche Dienst des Bundestages schon drei Tage nach der Tat ein entsprechendes Rechtsgutachten veröffentlicht. Inhalt des Gutachtens: Die Regierung darf Killerspiele verbieten.

Die Voraussetzungen für symbolisches Handeln wären damit geschaffen. Ob die offensichtlichen Probleme unseres Bildungs- und Erziehungssystems damit gelöst werden können, ist zweitrangig. Hauptsache ist, dass die Regierung Entschlossenheit, Tatkraft und Handlungsfähigkeit simulieren darf.

P.S.: Eine neue, in der politikwissenschaft noch gar nicht richtig reflektierte Dimension der symbolischen Politik ist übrigens dann erreicht, wenn symbolisches Handeln von langer Hand geplant wird. In gewisser Weise ist das hier der Fall. Das Ziel, Killerspiele zu verbieten, steht seit über einem Jahr im Koalitionsvertrag von CDU und SPD (pdf, S. 105: http://www.bundesregierung.de/nsc_true/Content/DE/__Anlagen/koalitionsvertrag,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/koalitionsvertrag)
 und auch das jetzt veröffentlichte Rechtsgutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags wurde schon im August 2006 erstellt. Merke: auch politisches Scheinhandeln will gut vorbereitet sein.


Aus: "virtuelle politik" (24.11.06)
Quelle: http://reformstaub.blogspot.com/2006/11/virtuelle-politik.html
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« Reply #3 on: November 30, 2006, 02:08:53 PM »

Quote
[...] Der Brief ist ein ganz genau ausgearbeitetes Zeugnis klassischer Teenage Angst mit allem, was dazu gehört - bekannt eben nicht nur aus Büchern, Fernsehen, Kino und Popmusik, sondern auch aus dem eigenen Leben von wohl fast jedem Jungen, der in der westlichen Welt groß geworden ist: Die Umgebung versteht einen nicht, Mädchen beachten einen nicht, Lehrer kümmern sich nicht, Zukunftsversprechen sind nichts wert. Die große, gemeine Konsumoberflächenwelt lenkt von den wesentlichen Fragen ab. Und die Gesellschaft ist nicht bereit, Abweichungen zu akzeptieren und lockt stattdessen mit einem teuflischen Pakt: Gib deine Individualität auf, und du bekommst Teilhabe.

Und es gibt einen Jungen, der mit einer Unbedingtheit, wie man sie nur als Teenager haben kann, all dies zurückweist, sein eigenes Schicksal mit dem der ganzen Welt verwechselt und verknüpft: "Ich will, dass ihr erkennt, dass niemand das Recht hat, unter einem faschistischen Deckmantel aus Gesetz und Religion in fremdes Leben einzugreifen! (…) Ich will nicht länger davonlaufen! Ich will meinen Teil zur Revolution der Ausgestoßenen beitragen!"

Dass er dafür töten muss, ist keine Selbstverständlichkeit. Sebastian B. äußert in seinem Abschiedsbrief Skrupel, dass sein Angriff "Unschuldige" treffen könnte, schiebt sie aber beiseite, denn: "Ein Großteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen, die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe. Auf dem Schlachtfeld!"

Tatsächlich ist das Interessanteste und gleichzeitig Bedrückendste an diesem Brief aber gar nicht der Wo-gehobelt-wird-fallen-Späne-Aspekt seines Arguments für den Amoklauf, sondern das Gespür für die Machtverhältnisse, in denen sich zu bewegen er gezwungen ist. "Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt, die mich nicht sein lassen will, wie ich bin." Hier möchte jemand eine Grenze zwischen sich und dem Feind ziehen; eine Grenze, die quer durch die Schule verläuft, aber in Zeiten des lebenslangen Lernens und des Drucks, Schulbildung nicht nur als notwendiges Übel, sondern als Geschenk auf dem Weg ins Leben betrachten zu müssen, zunehmend unsichtbar zu werden scheint. Was nichts daran ändert, dass dieses Gefühl der Ohnmacht einen Kern Wahrheit in sich trägt. Noch die aufgeklärteste Schule ist ein Zwangsapparat, der seine Schüler zurichtet. Der Druck anwendet, um in die Schüler jene Verhaltensweisen hineinzupressen, die sie später einmal brauchen. Sei es das, was im Unterricht gelehrt oder auf dem Pausenhof ausgehandelt wird.

Niemand erinnert sich gern an die emotionalen Nöte, in die einen diese Zwänge gebracht haben. Jeder lernt mit der Erkenntnis zu leben, dass es nicht anders geht. Jeder wird älter und beginnt Verständnis für die Autoritäten zu entwickeln, gar mit ihnen zu paktieren: Was soll man auch anderes anstellen, mit diesen so hilflos im Gewimmel ihrer Hormone herumirrenden Jungs?

Das Erschütternde an dem Amoklauf von Sebastian B. ist - neben der Tatsache, dass er stattgefunden hat - das Gefühl, das sich nach der Lektüre seines Briefs einstellt: die Verwunderung darüber, dass so etwas nicht öfter passiert.


Aus: "Keiner liebt mich - ich hasse alle!" Von TOBIAS RAPP (taz vom 22.11.2006, S. 13)
Quelle: http://www.taz.de/pt/2006/11/22/a0121.1/text



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[...] womöglich haben wir also am beispiel des wortes amok eine art modell vor uns, wie medial daran gearbeitet wird, wahrnehmungen zu fragmentieren / zu spalten: als-ob-zusammenhänge werden konstruiert (wie im falle der pc-spiele; wobei das für die konstruktion zuständige bewußtseinswerkzeug wie früher schon beschrieben immer nur mit realem material arbeiten kann - daher der nicht umgehbare realitätskern in dieser als-ob-erklärung, wobei dieser kern nach bearbeitung durch den objektivistischen modus so verfremdet ist, dass seine bezüge faktisch mehr oder weniger unkenntlich sind); und primäre zusammenhänge (die bspw. im brief des sebastian b. in der sinnfrage implizit enthalten sind), die viele mitglieder dieser gesellschaft womöglich dazu zwingen würden, die herrschende realität anders zu begreifen, werden so lange aufgesplittet, bis die tat tatsächlich seltsam bezugslos erscheint oder aber nur noch in verzerrten bezügen vermittelt wird.

[...]  was ist mit der ungleich verteilten empathie für den täter und seine opfer? - eine interessante frage; und sie wird imo nicht ausreichend dadurch beantwortet, dass es sebastian b. aus was für gründen auch immer glücklicherweise nicht vermochte, andere mit in den tod zu nehmen. "nur" etliche verletzte also, und dieses "nur" mag in einer spektakelsüchtigen gesellschaft bereits einen teil der antworten bedeuten. ich vermute jedoch - auch anhand meiner eigenen, und durchaus auch ambivalenten reaktionen - noch weitere ebenen: opfer sind unattraktiv und uncool, sie sind in gewisser weise lästig, weil sie eine eigene deutliche positionierung zur tat verlangen - und weitergedacht ebenso natürlich zum kontext der tat, der aber hier - wie oben schon angedeutet - praktisch sofort grundsätzliche fragen nach dem eigenen leben in dieser gesellschaft aufwirft. unbequeme fragen also noch dazu. diese merkwürdige art der täterorientierung - und zwar ausdrücklich nicht in dem sinne, die entwicklungsgeschichte einer tat emotional und kognitiv zu verstehen, um sie für die zukunft mittels präventiven handlungen, die radikale gesellschaftliche veränderungen beinhalten, möglichst ausschließen zu können - ist nicht nur im aktuellen fall zu beobachten.


Aus: "assoziation: ausweitung der kampfzone - fragen und anmerkungen zum amok neuen typs" Von monoma (Montag, 27. November 2006)
http://autismuskritik.twoday.net/stories/2991830/

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Am 20. April 1999 stürmten die Schüler Eric Harris und Dylan Klebold die Columbine High School in Jefferson County, nahe Denver im US-Staat Colorado und ermordeten dort zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer. Schließlich nahmen sie sich selbst das Leben.

[...] Die Suche nach Antworten auf das „Warum?“ endete ohne zufriedenstellende Ergebnisse. Auch Untersuchungen der CIA und des Bildungsministeriums brachten keine neuen Erkenntnisse darüber, warum es bei einigen Schülern urplötzlich zu solchen Gewaltausbrüchen kommt. Und so konzentrierte man sich nach dem CHS-Massaker an den US-Schulen vorwiegend auf Präventivmaßnahmen wie das Installieren von Sicherheitskameras und Metalldetektoren sowie die Präsenz von mehr Sicherheitsfachkräften. Bisweilen wirken die Vorkehrungen aber auch hilflos. So ist es an der Columbine High School beispielsweise heute nicht mehr erlaubt, mit Trenchcoats zum Unterricht zu erscheinen.

"Schulmassaker von Littleton" (11/2006)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schulmassaker_von_Littleton

« Last Edit: November 30, 2006, 03:42:24 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #4 on: December 20, 2006, 01:13:44 PM »

Quote
[...] Eine wichtige Erkenntnis für das Täterprofil aus den Vergleichsstudien lautet: "Es gibt keine demografischen Regeln." Was nach Emsdetten an Erklärungen zur Psychologie der Amokläufer abgegeben worden sei, sei schlicht "falsch oder abenteuerlich", so Hoffmann. Das Einzelgänger-Motiv verfange so wenig wie das des Killerspiel-Fans. Letzterem gar mit einem restriktiven Gesetz beikommen zu wollen, hält der Psychologe für "völlig grotesk". PC-Spiele an den Pranger zu stellen, bedeutet demnach nicht weniger, als die Augen vor einer - vielleicht schwierigeren - Realität zu verschließen. Und "Hexenjagd oder Hysterie" wie im direkten Nachhinein der Amokläufe seien ebenso wenig sinnvoll.

Nach Hoffmann lassen sich die Wege zur Gewalt nicht in einfache Muster pressen. Die Gewalt gegen andere und sich selbst identifiziert der Psychologe als "letzte Option, Würde oder Identität wiederherzustellen". Denn dieser "letzten Option" lägen immer "Defiziterfahrungen" zugrunde. Aus einer angenommenen oder wirklichen Kränkung heraus "entwickelt sich eine kalte Wut, ein lang anhaltender Groll gegen Einzelpersonen oder Gruppen, denen Bösartigkeit unterstellt wird". Aber nicht nur die Kränkung soll bewältigt werden. Nach Hoffmann dient der Amoklauf auch dem Wunsch, "über den Tod hinaus bekannt zu werden". Im Erfurter Fall gelang das dem Täter durch die Brutalität seines Vorgehens. Der Emsdettener Amokläufer dagegen "war im Vergleich zu Erfurt - wo wir doch von einem Massaker sprechen müssen - nur eine arme Wurst". Seine ausgereifte "Öffentlichkeitsarbeit" im Internet aber, beispielsweise durch selbst gefertigte Videos, sorgte dann doch für das gewünschte Interesse. "Die schaffen es dank des Mediums, zu einer neuen Art von Popstar zu werden", sagt Hoffmann.


Aus: "Die Psychologie der Amokläufer - Wissenschaftler der TU Darmstadt erforschen Ursachen" -  Mitarbeiter des Fachbereichs für Psycho- logie an der Technischen Universität (TU) Darmstadt haben ein Früherkennungs- system für Amokläufe entwickelt. Schon vor dem jüngsten Fall in Emsdetten. Nun steigt das Interesse an ihren Erkenntnissen (fr-online.de; 18.12.2006)
Quelle: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/lokalnachrichten/aktuell/?em_cnt=1034643

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« Reply #5 on: February 13, 2007, 03:15:15 PM »

Quote
[...]  Nach Augenzeugenberichten hatte der mit einem dunklen Trenchcoat bekleidete Mann gegen 19 Uhr offenbar wahllos aus einem Gewehr das Feuer auf die Besucher des Einkaufszentrums eröffnet. Augenzeugen hörten dutzende Schüsse und berichteten von Panik und Chaos in der belebten Passage der "Trolley Square Mall" im Zentrum von Salt Lake City. Einige Passanten verbarrikadierten sich in Geschäften. Eine Verkäuferin hatte sich hinter einem Regal versteckt, von dort aus musste sie zusehen, wie eine junge Frau erschossen wurde. "Sie lief schreiend um die Ecke, als der Mann wortlos auf sie schoss", sagte die Angestellte Marie Smith der Zeitung.

Noch zwei Stunden nach der Bluttat hätten sich verängstigte Besucher in dem Einkaufszentrum aufgehalten, bestätigte ein Polizeisprecher. Der Bürgermeister der Stadt sagte, es handle sich um einen Einzelfall, die Zahl der Schwerverbrechen in der Stadt habe in den vergangenen 14 Jahren stetig abgenommen.

Bei einem weiteren Amoklauf in Philadelphia hat ein Mann während einer Vorstandssitzung drei Männer erschossen und anschließend sich selbst. Nach Polizeiangaben wurde ein weiterer Mensch schwer verletzt. Zu der Tat kam es nach ersten Erkenntnissen während eines Vorstandstreffens in einer Investment-Firma. Wie der US-Fernsehsender CNN berichtete, geht die Polizei davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen Investor handelt. "Er hatte sich offensichtlich über etwas aufgeregt, was in der Firma los war", sagte ein Sprecher. Er sei mit Mitgliedern des Vorstands bei dem Treffen aneinander geraten. (tso/dpa)


Aus: "Neun Tote bei zwei Amokläufen" (13.02.2007)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/nachrichten/usa-amoklaeufe/91988.asp

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« Reply #6 on: April 17, 2007, 10:43:23 AM »

Quote
[...] Wissenschafter wurden zuerst in Südostasien auf Fälle plötzlich auftretender psychischer Störungen mit aggressivem Aktionsdrang aufmerksam, die sie als Amoklauf bezeichneten. Die Befallenen zogen unvermittelt den Kris (Dolch) und stachen im Laufen auf andere ein, bis sie selbst zusammenbrachen. Im Malaiischen wird das Wort Amok auch benutzt, um einen Zustand äusserster Demütigung und somit des Gesichtsverlusts zu kennzeichnen, der zur Wahnsinnstat treiben kann.

Auf die westliche Welt bezogen, wird von einer psychischen Extremsituation ausgegangen, die durch Unzurechnungsfähigkeit und absolute Gewaltbereitschaft geprägt ist. Als Auslöser eines Amoklaufs gelten eine fortgeschrittene psychosoziale Entwurzelung des Täters, der Verlust beruflicher Integration durch Arbeitslosigkeit, Rückstufung oder Versetzung, zunehmend erfahrene Kränkungen sowie Partnerschaftskonflikte. Oft baut sich ein Amoklauf über längere Zeit auf und entlädt sich nach einem Wutanfall mit Tötungen ohne ersichtliches Motiv.


Aus: "«Amok» kommt aus Asien - Amok geht auf das Wort «meng-amok» aus der Sprache der Malaien zurück. Es bedeutet so viel wie blindwütig angreifen und töten" (17.04.07)
Quelle: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/11427305

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Quote
[...] Zu den überlebenden Opfern teilte die Aargauer Kantonspolizei heute Folgendes mit: Beim 16-jährigen schwerst verletzten Knaben sind bereits mehrere Operationen durchgeführt worden. Trotzdem schwebt er in akuter Lebensgefahr. Zahlreiche Operationen stehen noch bevor.

Ein 15-jähriger Knabe und die beiden Männer im Alter von 50 und 59 Jahren befinden sich weiterhin in Spitalpflege. Bei ihnen besteht keine Lebensgefahr.

Nach heutigem Stand der Ermittlungen steht fest, dass der mutmassliche Täter am vergangenen Donnerstag im Kasino in Baden gespielt und dabei auch Geld verloren hat. Vom Kasino aus ist er auf der normalen Telefonnummer mit der Stadtpolizei Baden in Kontakt getreten und hat wirr gesprochen. Der Inhalt dieser Gespräche wird jetzt analysiert.

Die Aussagen des mutmasslichen Täters sind nach wie vor wirr und diffus und geben keinen Aufschluss zum Tatmotiv.


Aus: "Amok in Baden: 16-Jähriger ringt mit dem Tod" (17.04.2007)
Quelle: http://www.blick.ch/news/schweiz/news25681

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Quote
[...] Baden - Als die Beamten der Aargauer Kantonspolizei letzten Donnerstag um 21.55 Uhr auf den Parkplatz des Hotels Kappelerhof stürmten, stiessen sie auf einen schwarz gekleideten Mann. Die Polizisten fragten, ob er einen Flüchtenden mit Sturmgewehr gesehen habe. Der Mann erwiderte ruhig und bestimmt: «Der Täter, der bin ich.»


 Zuvor war der 26-jährige Bankangestellte gelassen aus dem Hotel geschlendert. Er hatte soeben mit seinem Sturmgewehr 90 wild um sich geschossen, einen 71-Jährigen getötet und vier weitere Personen zum Teil schwer verletzt.

Polizei und Täter waren sich bereits zehn Tage zuvor begegnet. In der ersten Aprilwoche rückten die Beamten wegen häuslicher Gewalt aus. Der spätere Täter – ein Schweizer mit irakischen Wurzeln – lebte bei seinen Eltern und rief die Polizei um Hilfe, weil er von seinem Vater tätlich angegriffen werde. Angeblich war das Leben der Akademikerfamilie von Streitereien geprägt, meldete gestern TeleZüri.

Die Polizisten werteten den Vorfall als «Bagatelle», sagt Rudolf Woodtli, Sprecher der Aargauer Kantonspolizei. «Eine verbale Auseinandersetzung und eine kleine Tätlichkeit», notieren die Polizisten ins Journal. Eine Anzeige wurde nicht erstattet. Auch nach der Tat ist die Polizei überzeugt, dass der Vorfall nicht als Warnsignal hätte erkannt werden müssen. «Wir haben nichts verpasst», sagt Urs Winzenried, Chef der Aargauer Kriminalpolizei.

Die Polizei konnte gestern weiterhin keine Angaben zum Motiv des Schützen machen. «Der Mann redet wirr», sagt Polizeisprecher Woodtli. Möglicherweise sei er psychisch krank. Ein Psychiater werde ihn nächste Woche untersuchen.

Mit der Amoktat von Baden ist die Diskussion um die zu Hause aufbewahrten Armeewaffen neu aufgeflammt.

 Für Stefan Vetter, Chefpsychiater der Schweizer Armee, wären regelmässige Psychotests für Wehrpflichtige als Massnahme gegen Gewalt mit Armeewaffen denkbar. «Damit liesse sich das Gefahrenpotenzial einer Amoktat verringern.» Beim obligatorischen Schiessen müssten die Schützen einen elektronischen Fragebogen ausfüllen. Wer dort mit seinen Antworten auffiele, müsste zum Spezialisten und allenfalls die Waffe abgeben. «Es liegt aber an den politischen Instanzen zu entscheiden, wie sie die Gefahr reduzieren wollen», sagt Vetter.

Das schwer verletzte 16-jährige Opfer des Amoktäters kämpft auf der Intensivstation im Zürcher Universitätsspital weiter um sein Leben. Mit zwei Bauchdurchschüs- sen schleppte er sich hinter das Hotel, eine Treppe hinauf in einen geschützten Raum. Dort brach er zusammen. «Erstaunlich, wie weit er mit so schweren Verletzungen gekommen ist», sagt Woodtli.

Die Sanitäter und Ärzte mussten den Jungen am Tatort über eine Stunde intensiv betreuen. Erst danach konnten sie einen Rega-Flug nach Zürich riskieren. Sein Zustand hat sich auch zwei Tage nach der Tat nicht stabilisiert. «Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen», sagt Kapo-Sprecher Woodtli.


Aus: "Amok-Lauf in Baden: Familiäre Probleme als mögliche Ursache - »Ein Opfer des Schiesswütigen kämpft noch immer um sein Leben" CATHERINE BOSS UND ANDREAS KUNZ  (04/2007)
Quelle: http://www.sonntagszeitung.ch/dyn/news/nachrichten/741016.html

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[...] Die Rechnung ist saftig. Und sie kommt vom Polizeipräsidium Krefeld. Von dort aus ist jetzt ein Gebührenbescheid in Höhe von 2787,49 Euro an drei Jugendliche verschickt worden, die am 18. Dezember einen Amok-Lauf am Maria-Sibylla-Merian Gymnasium angedroht hatten.

Ihre „blutige Rache, da sie wie Loser und kleine Spasties“ behandelt worden seien, kündigten sie auf einem Anrufbeantworter eines 18-jährigen Schülers an. Die Mutter alarmierte die Polizei, die noch in derselben Nacht umfangreich ermittelte. 87 Arbeitsstunden ließen die Personalkosten auf 2762,49 Euro anwachsen. Dabei war die Suche schnell zu Ende. Noch in besagter Nacht konnten die drei verdächtigen 17-Jährigen ausfindig gemacht werden. Die Polizisten trafen auf „Trittbrettfahrer“, die nach dem Amoklauf eines Schülers in Emsdetten nun in Krefeld für Aufregung sorgen wollten.


Aus: "Krefeld: Amok-Alarm kostet 2787 Euro" VON BÄRBEL KLEINELSEN" (17.04.2007)
Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/krefeld/nachrichten/krefeld/428721

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[...] Amokläufer inszenieren Experten zufolge ihre Gewalttat regelrecht und nehmen dabei den eigenen Tod in Kauf. Die Täter, zumeist Männer, handeln nicht im Affekt. Die Tat ist vielmehr der Abschluss einer oft jahrelangen Fehlentwicklung und unbewältigter psychischer Konflikte.
Konfliktunfähig

Amokläufer haben meist eine aggressionsgehemmte Persönlichkeit und sind konfliktunfähig, keinesfalls aber geistesgestört. Typisch ist eine allmähliche Entwicklung gewalttätiger Gedanken und Fantasien.Die Aggressionen stauen sich über längere Zeit auf. Ereignisse wie Arbeitslosigkeit oder eine unglückliche Liebe sind demnach nicht die Ursache für einen Amoklauf, sondern nur der Auslöser. Den Tätern fehlt häufig eine familiäre und damit auch emotionale Unterstützung. Ihre sozialen Fähigkeiten und die Fähigkeit, Ärger und Stress zu verarbeiten, sind nur gering entwickelt.

Negative Ereignisse empfinden sie schnell als persönliche Kränkungen. Häufig treten sie im Alltag scheinbar angepasst und zurückhaltend auf. Während des Amoklaufs sind die Täter laut Psychologen in einem "Zustand der inneren Leere", die Steuerung der Impulse ist ausgeschaltet. Häufig endet der Amoklauf mit dem Selbstmord des Täters.


Aus: "Was Amok bedeutet" (Artikel vom 16.04.2007)
Quelle: http://www.kurier.at/nachrichten/ausland/70596.php?from/nachrichten/ausland/70572



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[...] Seit vielen Jahren wiederholen sich die Szenarien, dass Menschen ein finales Aufmerksamkeitsspektakel inszenieren, um möglichst viele Menschen mit in den Tod zu reißen. Die Schießerei geht solange, bis der Täter überwältigt, normalerweise bis er getötet wird oder sich selbst erschießt. Von Selbstmordattentätern unterscheidet die "Amokläufer" die Wahl der Waffen. Der terroristische Selbstmordattentäter will es schnell und endgültig, das Ziel ist alles. Der "Amokläufer" schätzt den Ablauf des Massakers und will so erleben, welche "Leistung" er vollbringt, bevor er selbst stirbt. Der Weg ist wichtig. Weitere Unterschiede sind, dass die "Amokläufer" in aller Regel Einzelgänger sind und ihre Taten alleine planen, während Terroristen in Gruppen eingebettet sind, die auch eine Ideologie mit sich führen. Die "Amokläufer" stehen alleine vor Mord und Tod.

Dass spätestens seit dem Columbine-Massaker der Eindruck entsteht, die Täter würden, aus welchen Gründen auch immer, das Handlungsschema von "Killerspielen" in die Wirklichkeit umsetzen, ist nachvollziehbar. Oft haben die meist jugendlichen Täter entsprechende Spiele gespielt, die nun als eine Art Handlungsanweisung von der Virtualität, in der unendlich oft getötet werden und der Spieler selbst umkommen kann, in die irreversible Realität umgesetzt wird, in der es keine Wiederauferstehung mehr gibt.

Von der Kleidung bis zu den Waffen gibt es Überschneidungen, auch die Handlung, sich vorwiegend in Raumlabyrinthen zu bewegen und auf alles zu schießen, was einem begegnet, lässt eine Ähnlichkeit vermuten. Es geht um ein Spiel, aber es ist das letzte Spiel, das nur einmal begonnen werden kann und "gelingen" muss. Gelingen heißt, einen möglichst hohen "Score" zu erzielen, der mitsamt einer möglichst intensiven Produktion von willkürlichem Terror und Angst, direkt zu einer messbaren Leistung führt, die auch in mediale Aufmerksamkeit umgemünzt wird und so, wenn auch posthum und kurzfristig, Prominenz erzeugt.

[...] Wie Medien und Öffentlichkeit auf Anschläge reagieren, haben alle Täter wiederholt erleben können. Sie haben auch erfahren, wie leicht es ist, mit ein paar Kilo Sprengstoff oder einigen Schusswaffen und finaler Entschlossenheit sogar in die Riege der globalen Prominenz aufzusteigen und zum Medienstar zu werden. So prägt man sich zumindest als Toter in die Gehirne der Menschen in, erreicht die Anerkennung, die man auf anderen Wegen nicht oder nur schwer und kaum in der Größenordnung erreichen könnte, obgleich auf allen Bühnen der mögliche Sprung zur Prominenz, die gefeiert, geachtet und honoriert wird, vorgeführt wird. Wer nicht Fan bleiben oder nur lokale Aufmerksamkeit finden will, könnte versucht sein, sich in die Aufmerksamkeit hinein zu sprengen.

[...] Alle verfügbaren Videos und Fotostrecken werden angeboten – da stets irgendjemand eine Handy- oder Videokamera zur Hand hat oder Überwachungskameras vorhanden sind, gibt es kaum noch undokumentierte Ereignisse. Das erspart, zynisch gesprochen, den Tätern auch Arbeit, auch wenn Terroristen mittlerweile gerne sicher gehen wollen und die Aufnahmen selbst verbreiten. Dazu gibt es mit einem Handy aufgenommene Schüsse. Alle Leser werden aufgefordert, eigene Filme oder Fotos einzusenden. Schnell bereitet man eine Chronik der schlimmsten Amokläufe auf, um den Score zu erstellen und zu sehen, dass es bislang der "schlimmste Amoklauf in der US-Geschichte" war. Der Man hat es also vorerst auf den ersten Platz geschafft. Dazu gibt es ein "Protokoll des Schreckens", Berichte über die Panik der Überlebenden und den Einsatz der Sicherheitskräfte. Medien weiden also richtiggehend zur Aufmerksamkeitserzeugung in der Konkurrenz mit anderen Medien die Taten aus.


Aus: "Faszinosum und Phantasma des Selbstmordanschlags" Florian Rötzer (TP; 17.04.2007)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25090/1.html

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[...] Larry Pratt wartete nicht erst lange ab. Schon wenige Stunden nachdem der Amokläufer an der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia am Montag 32 Menschen und sich selbst erschossen hatte, wandte sich der Direktor der Vereinigung „Gun Owners of America“ (Waffenbesitzer von Amerika) an die Öffentlichkeit: „Wann werden wir endlich begreifen“, fragte er, „dass Wehrlosigkeit eine schlechte Verteidigung ist?“

Nicht zu viele Waffen seien das Problem, sondern im Gegenteil zu wenige, ereiferte sich Pratt. „Sämtliche Schießereien an Schulen, die in den vergangenen zehn Jahren vereitelt werden konnten, wurden nur deshalb gestoppt, weil eines der potenziellen Opfer eine Waffe besaß.“ Aus diesem Grund könne es auf den Amoklauf nur eine Antwort geben: Es müsse sowohl allen Studenten als auch Professoren erlaubt sein, sich zu bewaffnen.

Pratt steht mit seiner gewagten Forderung bei Weitem nicht allein. Viele Schusswaffenfans in den USA sind davon überzeugt, dass sich Tragödien wie der Amoklauf von Blacksburg am besten durch noch mehr Waffen in den Händen „gesetzesfürchtiger Bürger“ verhindern lassen: „Wenn wir den Opfern von Schießereien die Möglichkeit verweigern, sich zu wehren, dann kann eben keiner zurückschießen, bevor die Polizei kommt“, klagt Clark Aposhian, Selbstverteidigungslehrer aus Salt Lake City, „und dann kommt es zu so vielen Toten.“

Andere Experten halten von derartigen Thesen wenig.


Aus: "Amoklauf: „Alle Studenten bewaffnen“" Von FOCUS-Korrespondent Peter Gruber, Washington (17.04.07)
Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/blacksburg/amoklauf_aid_53746.html

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[...] We used to meet at his place or at Weaver Street to trade foreign films and comic books. To talk about art and about changing the world with art.


From: "Christopher James Bishop 1971-2007" by alex (April 17, 2007)
Source: http://www.alexwilson.com/projects/journal/christopher_james_bishop.php

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[...] Der Fernsehsender NBC sendete am Mittwochabend Ausschnitte aus Cho Seung-Huis mit einer Videokamera gefilmten Erklärung, die auf einer CD abgespeichert war. Darin teilt er mit, dass er mit genusssüchtigen Reichen eine Rechnung begleichen werde. «Ihr hattet eine hundert Milliarde Chancen, das hier zu vermeiden», sagte Cho in einem von NBC am Mittwochabend gezeigten Ausschnitt seines Manifests.
«Aber ihr habt entschieden, mein Blut zu vergießen. Ihr habt mich in die Ecke getrieben und nur eine Option gelassen. Das war eure Entscheidung. Jetzt habt ihr Blut an euren Händen, das sich nie mehr abwaschen lässt.» Cho erwähnte auch «Märtyrer wie Eric und Dylan» - die Amokläufer des Massakers an der Columbine Highschool vor fast genau acht Jahren, die 13 Menschen und sich selbst töteten.

NBC zufolge ist Chos Stellungnahme 1800 Wörter lang und enthält 43 Fotos. Auf elf Bildern hält er Handfeuerwaffen in die Kamera. Etliche Passagen seiner Rede seien zusammenhanglos und vulgär. «All eure Ausschweifungen waren nicht genug. Sie reichten nicht, eure hedonistischen Bedürfnisse zu befriedigen. Ihr hattet alles.»

Sich selbst stellt er als einen Jungen dar, dessen Herz mutwillig zerstört, dessen Seele vergewaltigt und dessen Bewusstsein ausgelöscht worden sei. «Dank euch sterbe ich wie Jesus Christus, um Generationen schwacher und schutzloser Menschen zu inspirieren.»

Ein Zeitstempel auf dem Paket zeige, dass Cho es am Montag um 9:01 Uhr (Ortszeit) in einem Postamt Virginias aufgegeben habe. Das war eine Stunde und 45 Minuten nach seinen ersten tödlichen Schüssen in einem Wohnheim der Virginia Tech. Das würde erklären, wo der Amokläufer war, bevor er auf den Campus zurückkehrte und in einem Lehrgebäude 30 weitere Menschen und sich selbst tötete.

Das Paket sei per Eilkurier aufgegeben worden, und sei am Dienstag bei NBC eingegangen, aber dort erst am Mittwoch geöffnet worden, teilte der Sender mit. Vor der Sendung des Materials sei das Paket von der Bundespolizei FBI geprüft worden. Chos Manifest fügte weitere Elemente einer stetig wachsenden Liste hinzu, nach der es schon seit mindestens einem Jahr Hinweise dafür gab, dass der Einzelgänger schwere psychische Probleme und Gewaltfantasien hatte.

Nach dem folgenschwersten Amoklauf in der US-Geschichte gingen bis Mittwoch bei zahlreichen Schulen Drohungen ein. In mindestens zehn Staaten wurden Universitäten, Ober- und Mittelschulen nach Drohungen evakuiert oder geschlossen. In der Universität von Minnesota wurden acht Gebäude geräumt. Der Polizeichef der Universität, Greg Hestness, sagte, es sei klar, dass es eine Reihe Fehlalarme nach Blacksburg geben werde. «Wir können es uns aber nicht leisten, es nicht zu glauben und uns dabei zu irren», sagte er. Ein 16-jähriger Oberschüler erschoss sich im US-Staat North Carolina, nachdem er zuvor zwei Mitschüler mit seiner Handfeuerwaffe bedroht hatte. Das teilte die Polizei in Huntersville mit. Die Schulen in der Stadt seien nach dem Vorfall geschlossen worden. (Matt Apuzzo, AP)


Aus: "Amokläufer schickte Video an TV-Sender" (NZ; 19. Apr.2007)
Quelle: http://www.netzeitung.de/vermischtes/619570.html

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[...] Das Massaker von Blacksburg war offenbar geplant: NBC erhielt umfangreiches Material, in dem der Täter Cho sein Vorhaben begründet. Der 23-Jährige gab ein Paket mit Text-, Foto- und Videomaterial am Montag offenbar nach der Ermordung von zwei Menschen auf dem Campus der Virginia Tech bei der Post auf. Etwa zwei Stunden später tötete er weitere 30 Menschen und beging anschließend Selbstmord.

Auf den Fotos posiert Cho an mehreren Orten mit von ihm erworbenen Schusswaffen und Messern. Seiner Umgebung warf er vor, ihn zu der Tat gezwungen zu haben. "Ihr hattet hundert Milliarden Chancen, den heutigen Tag zu verhindern", sagt Cho in einem der 27 Videos aus dem Paket. "Aber Ihr habt entschieden, mein Blut zu vergießen. Ihr habt mich in eine Ecke gedrängt und mir nur eine Möglichkeit gelassen. Die Entscheidung war die Eure. Nun habt Ihr Blut an Euren Händen, das niemals abgehen wird."

Darüber hinaus gab er seinem Hass gegenüber Reichen Ausdruck, und er erwähnte auch "Märtyrer wie Eric (Harris) und Dylan (Klebold)" - die Amokläufer des Massakers an der Columbine Highschool vor fast genau acht Jahren, die 13 Menschen und sich selbst töteten.

Das Paket enthielt zudem eine aus 1.800 Wörtern bestehende Erklärung sowie 43 Fotos, auf denen er in unterschiedlicher Kleidung an verschiedenen Orten zu sehen ist. Cho erklärte: "All eure Ausschweifungen waren nicht genug. Sie reichten nicht, eure hedonistischen Bedürfnisse zu befriedigen. Ihr hattet alles."

Das Paket war an NBC-Nachrichtenchef Steve Capus adressiert. Ein Zeitstempel auf dem Paket zeige, dass Cho es am Montag um 09.01 Uhr in einem Postamt Virginias aufgegeben habe. Das war eine Stunde und 45 Minuten nach seinen ersten tödlichen Schüssen in einem Wohnheim der Virginia Tech. Das würde erklären, wo der Amokläufer war, bevor er auf den Campus zurückkehrte und in einem Lehrgebäude 30 weitere Menschen und sich selbst tötete.


Aus: "Massaker von Blacksburg offenbar geplant" (9.04.2007)
Quelle: http://www.kleine.at/nachrichten/chronik/410241/index.do

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[...] WASHINGTON Cho SeungHui war Frühaufsteher. In einem Studentenwohnheim voller Langschläfer war er immer ungewöhnlich früh auf den Beinen, in letzter Zeit immer noch früher, meinen seine Kommilitonen. Schon um kurz nach fünf Uhr in der Frühe sah Karan Grewal, ein anderer Student, Cho am Montagmorgen im Bad. Er stand vor dem Spiegel, putzte sich die Zähne, setzte seine Kontaktlinsen ein und cremte sich das Gesicht gründlich ein. Zwei Stunden später begann er seinen Amoklauf.

Seit die Polizei den Täter identifiziert hat, der für den Mord an 32 Studenten der Technischen Universität von Blacksburg in Virginia verantwortlich sein soll und sich am Ende seines Amoklaufs selbst tötete, sind immer mehr Details aus dem Leben des 23-jährigen Englisch-Studenten bekannt geworden. Sie deuten auf einen schwierigen, einsamen jungen Mann hin, der nur selten etwas von sich preisgab, und wenn, dann war es bizarr oder bedrohlich.

So empfand es etwa die Dozentin Lucinda Roy, die Cho Seung-Hui im Herbst 2005 in einem Arbeitskreis für Poesie kreatives Schreiben beibringen wollte. Seine Texte waren schon damals so seltsam, düster und beängstigend, dass sie sie als "verschleierte Bedrohung" wahrnahm und die Polizei einschaltete. Auch den psychologischen Dienst der Uni verständigte Lucinda Roy, doch sie bekam überall die Antwort, dass sie erst einmal in individueller Beratung versuchen sollte, der Sache auf den Grund zu gehen. Das tat sie auch, doch flößte ihr der Student solche Angst ein, dass sie für die Gespräche mit ihrem Assistenten einen Notfallplan erstellte. Cho Seung-Hui, sagt die Dozentin, war dann aber sehr zahm und sensibel: "Ich glaube, er hat hinter seiner Sonnenbrille geweint."

Auch in einem anderen Kurs fiel die düstere Phantasie des milchgesichtigen Studenten auf. Ian MacFarlane, ein Kommilitone, erinnert sich, dass Cho zwei selbst geschriebene Drehbücher vorlegte, die alle anderen als entsetzlich grausam empfanden: "Als wir das gelesen haben, kam es uns alles vor wie aus einem Albtraum. Da war viel makabre Gewalt drin, und da waren Waffen im Spiel, auf die ich nie gekommen wäre."

Diese Erinnerungen scheinen sehr zur Bluttat zu passen. Wie die Nachricht, dass der Amokläufer vor mehr als einem Jahr in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wurde, weil er ständig zwei Studentinnen belästigt hatte und ein Bekannter fürchtete, Cho könne sich umbringen. Dabei wirkte der 23-Jährige eher seltsam als furchteinflößend, sagen diejenigen, die ihn kannten.

Joe Aust muss es am besten wissen. Er teilte mit Cho ein Zimmer und konnte ihn bei Tag und Nacht beobachten: "Er war sehr, sehr still und irgendwie verrückt, er hat alles für sich behalten." Obwohl sie im Zimmer 2121 der Harper Hall Bett an Bett zusammenwohnten, sprachen beide kaum ein Wort. Cho gab nur die knappsten und notwendigsten Antworten, sagt Aust.

Letzte Notizen, in denen Cho auf die privilegierten Studenten auf dem Campus schimpft, die aus reichen Elternhäusern stammen, zeigen, wie sehr er sich als Außenseiter gefühlt hat, obwohl er mitten auf einem trubelhaften Campus mit 26 000 Studenten lebte. Auch in der High School in Centreville, einem Vorort von Washington, soll Cho ein Einzelgänger gewesen sein.

Aus den letzten Tagen und Wochen seines Lebens ist wenig bekannt und nichts, was auf die Tat hindeutet. Vermutungen, er sei eifersüchtig oder unglücklich verliebt gewesen, haben sich bislang nicht bestätigt. Bekannt ist nur, dass Cho, der 1992 mit acht Jahren aus Südkorea in die USA kam und dessen Eltern bei Washington eine kleine Wäschereinigung betreiben, vor fünf Wochen in einem Waffengeschäft in Roanoke auftauchte. Für 571 Dollar kaufte er ganz legal eine Pistole der Marke Glock, Kaliber neun Millimeter, und zwei Packungen mit Munition. Es war eine der beiden Tatwaffen, durch die in Blacksburg 33 Menschen starben.


Aus: "Wer war Cho Seung-Hui?: Einsam und voller Zorn: Über den 23-jährigen Amokläufer von Blacksburg" Von MARKUS GÜNTHER (19.04.2007)
Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10911186/63529/

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http://en.wikipedia.org/wiki/Virginia_Tech_shootings

« Last Edit: April 19, 2007, 05:38:41 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #7 on: October 08, 2007, 11:23:18 AM »

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[...] Crandon - Tyler Peterson war nicht im Dienst, als er um sich schoss und die sechs Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren tötete. Er erschien gestern in den frühen Morgenstunden auf der Party in der Wohnung seiner ehemaligen Freundin, berichtet die Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel". Der 20-Jährige erschoss zuerst die 18-Jährige und danach fünf weitere Jugendliche. Alle waren wie er Schüler der örtlichen High School oder haben dort in den letzten drei Jahren ihren Abschluss gemacht. Insgesamt hätten an der Feier zehn Jugendliche teilgenommen, berichtete der örtliche Rundfunksender WTMJ.

[...] Tyler Peterson arbeitete als Hilfssheriff in Forest County. Außerdem hatte er eine Teilzeitstelle als Polizist in Crandon, wie Polizeichef John Dennee erklärte. Eine Jugendliche, deren Bruder ein Klassenkamerad von Peterson war, beschrieb den Amokläufer als "netten, normalen Durchschnittskerl". "Man würde nie denken, dass er so etwas tun könnte", sagte sie.

[...] Der 17-jährige Cody Hanson, der den Täter kannte und mit zwei der erschossenen Mädchen in die gleiche Klasse ging, sagte, er könne sich die Tat nicht erklären. Der Hilfssheriff habe überhaupt nicht so gewirkt, als sei er zu einem solchen Verbrechen fähig. Fay Statezny, der sowohl mit dem Täter als auch mit einigen seiner Opfer befreundet war, sagte, Peterson sei "ein guter Junge" gewesen. "Er jagte und angelte gern, ein normaler Jugendlicher, und alle waren sie Freunde."


Aus: "AMOKLAUF: US-Hilfssheriff richtet sechs Jugendliche hin" (08. Oktober 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,509948,00.html

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« Reply #8 on: November 08, 2007, 12:08:00 PM »

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[...] Bei den acht Toten handelt es sich laut der Polizei um fünf Jungen, zwei Mädchen und die Leiterin der Schule. Der Täter stamme aus einer ganz normalen Familie, sagte Polizeichef Matti Tohkanen. Er habe seit dem 19. Oktober eine Lizenz für eine Kleinkaliber-Pistole gehabt und sei zuvor nicht straffällig gewesen. Er hatte am Mittag in einem Klassenzimmer der Schule rund 40 Kilometer nördlich von Helsinki das Feuer auf seine Mitschüler eröffnet, rief dabei Augenzeugen zufolge "Revolution".

[...] In einem kruden, drei Seiten umfassenden Manifest [...] gibt sich der Autor sozialdarwinistischen und menschenverachtenden Theorien hin, die sich verkürzt so zusammenfassen lassen: Intelligente Personen sollen weniger intelligente ausmerzen oder als Sklaven halten. "Natürlich gibt es noch eine endgültige Lösung: den Tod der gesamten menschlichen Rasse", schreibt der Verfasser.

Später heißt es in dem englischen Text: "Hass, ich bin so voll davon, und ich liebe es. (...) Ich kann einfach in der Gesellschaft oder der Realität, in der ich lebe, nicht glücklich werden. (...) Ich bin an den Punkt gekommen, an dem ich nichts als Hass gegen die Menschheit und die menschliche Rasse verspüre."

Experten unterscheiden generell verschiedene Täter-Typen bei Amokläufen: psychisch Gestörte und gescheiterte Existenzen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie das Bedürfnis hätten, eine gefühlte Ohnmacht durch einen Ausbruch von Machtgehabe auszugleichen. "Amokläufer sind meistens junge Männer, die Macht ausüben und Todesangst in Augen sehen wollen. Sie wollen gottähnlich Herr über Leben und Tod spielen", sagt der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer.

[...] Auch Pekka-Eric A. schrieb in seinem YouTube-Profil über sich: "Ich bin ein zynischer Existenzialist (...) und gottgleicher Atheist. (...) Ich, als natürlicher Selektierer, werde alle eliminieren, die ich als unbrauchbar ansehe."

Nach Auffassung des Kriminologen Pfeiffer begleitet die gescheiterten Existenzen schon lange vor der Tat "Ohnmacht als bestimmendes Lebensgefühl". Diese Täter seien oft isoliert, gemobbt und gedemütigt in ihrem sozialen Umfeld. Psychisch Gestörte hingegen fehlte oft jeglicher Bezug zur Wirklichkeit. Sie fühlten sich oft als Vollstrecker eines göttlichen Willens. Zwischen diesen beiden möglichen Täterprofilen gebe es auch Mischformen, sagt Pfeiffer.

[...] In seinem Profil schreibt "Sturmgeist89": "Ihr fragt euch vermutlich, warum ich das getan habe und was ich will." Und fügt hinzu, die meisten Menschen seien vermutlich "ohnehin zu beschränkt", um seine Motive nachvollziehen zu können. "Die menschliche Rasse ist es nicht wert, dass man um sie kämpft, nur dass man sie tötet", lautet seine Begründung.

[...] offenbar nach dem Vorbild von "Full Metal Jacket" hat er seiner Pistole einen Namen gegeben. Sie heißt "Catherine".


Aus: "AMOKLAUF IN FINNLAND: "Hass, ich bin so voll davon""
Von Jörg Diehl  (mit Material von dpa, AP und AFP, SPON,  07. November 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,516038,00.html


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« Reply #9 on: June 09, 2008, 08:22:57 AM »

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[...] Tokio - Er raste mit einem Lastwagen in die Menge, sprang heraus und stach wahllos auf Passanten ein: Ein Amokläufer hat in einem der beliebtesten Ausgeh- und Shoppingviertel von Tokio sieben Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Der 25-Jährige gab nach seiner Festnahme als Motiv an, er sei des Lebens müde. "Ich bin nach Akihabara gekommen, um Menschen zu töten", sagte er laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Jiji Press der Polizei. "Es war völlig egal, wen ich erwischte." Akihabara gilt als Mekka für Fans japanischer Mangas, Videospiele und neuester Unterhaltungs-Hardware.

[...] Die Tat ereignete sich auf den Tag genau sieben Jahre nach einem Amoklauf an einer Grundschule in Osaka. Dabei tötete ein geistig gestörter Mann acht Kinder.

lub/AFP


Aus: "AMOKLAUF IN TOKIO - "Ich bin gekommen, um Menschen zu töten"" (08.06.2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,558374,00.html

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[...] Der japanische Amokläufer, der in einem belebten Einkaufsviertel in Tokio wahllos sieben Menschen erstochen hat, soll sein Verbrechen auf einer Mobilfunkseite im Internet angekündigt haben.
 
Unter dem Titel "Ich werde Menschen in Akihabara töten" habe es vom frühen Sonntagmorgen an bis kurz vor Beginn der Tat am Mittag eine Serie an Web-Einträgen gegeben, berichteten japanische Medien am Tag nach dem Blutbad in Akihabara.

[...] Sechs Männer und eine Frau starben, zehn weitere Menschen wurden verletzt. "Ich habe diese Welt satt", wurde der Täter nach seiner Festnahme zitiert.


Aus: "Sieben Tote in Tokio - Amoklauf angekündigt" (Montag, 9. Juni 2008)
Quelle: http://www.n-tv.de/Sieben_Tote_in_Tokio_Amoklauf_angekuendigt/090620085208/976438.html

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[...] n Medienberichten hieß es, der Messerstecher habe sich brüllend auf seine Opfer gestürzt, nachdem er mit einem Lieferwagen in eine Fußgängergruppe gefahren sei. Er habe wahllos auf Passanten eingestochen oder sie mit dem Messer aufgeschlitzt. Der Täter sei mit dem Vorsatz in das als „Electric Town“ bekannte Vergnügungsviertel Akihabara gekommen, Menschen zu töten, sagte Polizeisprecher Jiro Akaogi.

[...]




Aus: "Japan - Amokläufer tötet sieben Menschen mit Messer" (8. Juni 2008)
Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article2079584/Amoklaeufer_toetet_sieben_Menschen_mit_Messer.html


« Last Edit: June 09, 2008, 08:52:34 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #10 on: September 24, 2008, 09:15:29 AM »

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[...] Der Amokläufer von der Berufsschule im finnischen Kauhajoki ist tot. Wie der TV-Sender YLE unter Berufung auf die Polizei am Dienstagnachmittag berichtete, starb der 22 Jahre alte Matti Juhani Saari wenige Stunden, nachdem er an seiner Schule zehn Mitschüler erschossen hatte. Er schoss sich selbst in den Kopf und kam ins Krankenhaus, wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

Am Dienstag war er gegen 11 Uhr in seine Hotelfachschule eingedrungen und begann zu schießen. Neun Getroffene waren auf der Stelle tot, ein zehntes Opfer erlag später seinen Verletzungen.


Dem Sender YLE zufolge hielten sich zum Zeitpunkt der Tat in dem Schulgebäude rund 200 Menschen auf. Unter den Schülern brach nach Augenzeugenberichten Panik aus. «Innerhalb kurzer Zeit habe ich mehrere Dutzend Schüsse gehört», sagte der Hausmeister Jukka Forsberg laut YLE.

Die finnische Nachrichtenagentur STT berichtete, das Schulgebäude brenne. Der Täter habe möglicherweise Sprengstoff bei sich gehabt. Nach Angaben des Rektors fand zum Zeitpunkt der Tat in einer Klasse mit etwa 20 Schülern eine Prüfung statt. Im November vergangenen Jahres hatte ein 18-Jähriger an seiner Schule in Südfinnland acht Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Auch vor diesem Blutbad war ein einschlägiges Video bei Youtube eingestellt worden.


Aus: "Tat in Kauhajoki: Finnischer Amokläufer ist tot" (NZ, 23. Sep. 2008)
Quelle: http://www.netzeitung.de/vermischtes/1164037.html


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[...] "Mitleid mit der Mehrheit?" Ein am Computer nachbearbeitetes Bild mit blutrotem Hintergrund zeigt den jungen Mann von hinten, neben ihm prangt der Schriftzug: "W. on his way to hell" ("W. auf seinem Weg in die Hölle"). Dieses Bild wurde bereits Anfang August hochgeladen. Zu etwa dieser Zeit soll der Mann finnischen Medienberichten zufolge auch die Waffe erworben haben - das gleiche Modell, das auch der finnische Amokläufer benutzte, der im November 2007 im Jokela-Gymnasium von Tuusula acht Menschen und dann sich selbst tötete.

Wenn sich die Information bestätigt, dass es sich bei dem Ersteller dieser Seiten und Dateien um den mutmaßlichen Täter handelt, zeigt sich hier erneut, dass es inzwischen eine Art internationalen Code für derartige Amokläufe gibt - nahezu alle beziehen sich auf das Schulmassaker von Littleton.

Amokläufer in Montreal, Erfurt und Emsdetten haben seitdem ebenfalls Schwarz getragen, verwiesen auf ähnliche bevorzugte Bands und ähnliche Filme, inszenierten sich zum Teil selbst auf Web-Seiten, in Videos oder Fotos als finstere Rächer, die der in ihren Augen schwächlichen Menschheit Schaden zufügen wollen. Das Gleiche gilt für den vorletzten finnischen Amokläufer: Pekka-Eric Auvinen, der im November 2007 im Jokela-Gymnasium von Tuusula acht Menschen und dann sich selbst tötete. Auch er hinterließ ein umfangreiches digitales Vermächtnis.

Die Mörder von der Columbine Highschool haben im April 1999 eine Art Raster für Amokläufe geschaffen, eine Ikonografie von Verzweiflung und rücksichtsloser Gewaltbereitschaft, auf die sich andere nun beziehen, wieder und wieder. Kauhajoki ist der jüngste Name in einer langen Reihe. Es ist zu befürchten, dass er nicht der letzte bleiben wird.



Aus: "SCHULMASSAKER IN FINNLAND - "Du stirbst als nächstes"" Von Christian Stöcker (09/2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,579939,00.html

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« Reply #11 on: March 11, 2009, 10:25:09 AM »

Quote
[...] Der lokale TV-Sender NBC15 berichtete von bis zu zwölf Opfern. «Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam», meinte ein Polizist. «Wenn wir ihn nicht getötet hätten, hätte er weitergemacht.» Allein in Samson habe es sieben Opfer gegeben, darunter ein Kind. Auch auf der Landstraße nach Geneva habe der Amokläufer um sich geschossen und wahllos auf Autos gezielt. [...] Erst vergangene Woche hatte ein Mann in Cleveland im Bundesstaat Ohio in einem Familiendrama fünf Menschen und anschließend sich selbst erschossen.

...


Aus: "Viele Tote bei Amoklauf in den USA" (11.03.2009)
Quelle: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/495425


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« Reply #12 on: March 11, 2009, 02:04:19 PM »

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[...] Bei einem Amoklauf in Baden-Württemberg sind insgesamt 16 Menschen getötet worden, darunter auch der jugendliche Täter. Der Amoklauf begann in der ehemaligen Schule des 17-Jährigen. Dort tötete er acht Mädchen, einen Jungen und drei Lehrerinnen. "Die Toten hatten teilweise noch ihre Schreibstifte in der Hand", sagte Landesinnenminister Rech.

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Aus: "Beretta vom Vater - 17-Jähriger läuft Amok" (11. März 2009)
Quelle: http://www.n-tv.de/vermischtes-meldungen | http://www.n-tv.de/1118149.html


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[...] Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte, dies sei „die größte Katastrophe, die einer Schule passieren kann. Die Seele der Schule ist tief verwundet.“

[...] Die Bluttat ruft Erinnerungen an den Amoklauf von Erfurt wach: Am 26. April 2002 hatte ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums innerhalb weniger Minuten 16 Menschen und dann sich selbst erschossen.

Minutenprotokoll des Amoklaufs von Winnenden:
ca. 09.30 Uhr: Der 17-jährige Tim K. dringt in Winnenden in die Albertville-Realschule ein und erschießt während des Unterrichts neun Schüler im Alter von 14 bis 15 Jahren und drei Lehrerinnen.
9.33 Uhr: Ein Notruf aus der Realschule geht bei der Polizei ein.
9.40 Uhr: Zwei Interventionsteams der Polizei dringen in das Gebäude ein und finden die zwölf Leichen. Sie durchsuchen die Schule nach dem Täter, der bereits geflohen ist und auf dem Weg in die Innenstadt einen Mitarbeiter eines Zentrums für Psychiatrie erschießt.
9.41 Uhr: Eine Großfahndung auch mit Hubschrauber wird eingeleitet.
9.45 Uhr: Der Täter ist in die Innenstadt von Winnenden unterwegs. Er stoppt einen VW Sharan, kidnappt dessen Fahrer und zwingt ihn zur Fahrt in das 40 Kilometer entfernte Wendlingen.
Etwa 10.00 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) erfährt im Landtag von dem Amoklauf und macht sich per Hubschrauber auf den Weg nach Winnenden.
Kurz vor 12.00 Uhr: Der Täter stellt das gestohlene Auto auf der Autobahn ab und lässt die Geisel zurück. Der 17-Jährige geht zu Fuß zum nahegelegenen Industriegebiet. Der Fahrer benachrichtigt die Polizei.
12.01 Uhr: Der Täter betritt ein VW-Autohaus und erschießt zwei Angestellte.
12.05 Uhr: Als der Amokläufer aus dem Autohaus kommt, eröffnet er das Feuer auf die Polizei. Er verletzt zwei Beamte schwer und wird dann erschossen.

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Aus: "17 Tote bei Amoklauf -Weiteres Kind erliegt Verletzungen - „Grauenvolles Bild“ in Schule" (11. März 2009)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~EC2B11014207040B4BD84614ADF29C63F~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

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[...] Helmut Rau, CDU: Es handle sich bei K. um einen nach aussen «völlig unauffälligen» ehemaligen Schüler. Er habe die Schule im vergangenen Jahr mit Mittlerer Reife abgeschlossen und danach eine Ausbildung begonnen. Der Jugendliche sei «nie in irgendeiner Form» auffällig geworden, betonte Rau. Offensichtlich habe er eine «doppelte Identität» gehabt.

[...] Ein Mitschüler beschreibt den Amokläufer von Winnenden auf «Stern.de» wiederum als ruhigen Typ mit einem aussergewöhnlichen Musikgeschmack. Marcel* (18) war drei Jahre lang Klassenkamerad des Amokläufers Tim K.

Marcel erzählt: «Tim war immer sehr ordentlich gekleidet, mit Jeans und Hemd. Er war kein richtiger Sonderling, hat sich nicht vollkommen ausgegrenzt, aber war ein sehr ruhiger, zurückhaltender Mensch. Er hat im Unterricht immer auf den Boden gestarrt. Anfangs haben einige meiner Klassenkameraden und auch ich noch probiert, mit ihm zu reden. Aber er wollte das nicht. Einen richtigen Freund hatte er nie.»

Marcel berichtet weiter: «Tim war kein gewalttätiger Typ. Er war nie aggressiv und hat meines Wissens nach auch keine Gewalt-Computerspiele gespielt. Sein Musikgeschmack war aber sehr ausgefallen: Im Musikunterricht kam mal raus, dass er sich für Klassik interessiert und Opern hört. Ich habe ihn seit unserem Abschluss vor einem Jahr nicht mehr gesehen. Es hat mich vollkommen überrascht, dass er so etwas getan hat, das hätte ich von ihm nie erwartet.»

[...] Bei seinem Amoklauf trug er einen schwarzen Kampfanzug. In den Klassenraum der 10d lief er laut «Bild.de» gleich dreimal. Beim dritten Mal rief er: «Seid ihr immer noch nicht alle tot?» Eine Lehrerin warf sich vor eine Schülerin. Tim erschoss sie «eiskalt».

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Aus: "Amokläufer Tim K.: Das Einzelkind, das Opern liebte" (sam, 11.03.2009)
Quelle: http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Amoklaeufer-Tim-K-Das-Einzelkind-das-Opern-liebte/story/17438291

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[...] Als Kind hat Thomas häufig mit Tim K. gespielt. Der 19-Jährige, der seinen richtigen Namen lieber nicht nennen will, wohnt in Leutenbach in der Nachbarschaft von Tim. Jenem 17-jährigen Jugendlichen, der am Mittwoch durch seinen Amoklauf an der Albertville Realschule in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) und später in Wendlingen ganz Deutschland in Schock versetzte. In den vergangenen Jahren habe er wenig mit Tim zu tun gehabt, sagt Thomas. Tim K. sei "ziemlich eigen" geworden. Ein ganzes Arsenal von Luftdruckwaffen habe der in seinem Zimmer gelagert. Der 19-Jährige Michael V., der mit dem Amokläufer Tischtennis spielte, fügt hinzu: "Er hatte Tausende Horrorvideos zu Hause." Andere Schüler bezeichnen Tim als still, "kein Wort" habe der sonst von sich gegeben.

Softairwaffen und Luftdruckpistolen hätten bei Tim einfach so herumgelegen. Die habe er wohl aus dem Keller seines Vaters gehabt, sagt Thomas. Der Vater, der nach der Schilderung von Nachbarn ein "typischer Patriarch" sei, habe eine ganze Sammlung besessen. Auch die Tatwaffe stammte nach Angaben der Polizei vom Vater, der einen Waffenschein hat.

[...] Leutenbachs Bürgermeister Jürgen Kiesl kennt die Familie nur "oberflächlich", aber als sehr "freundlich". Sie lebe schon lange in der Gemeinde und sei "integriert ins Vereins- und Gemeindeleben". Der Vater sei im Schützenverein aktiv, berichtet der Bürgermeister. Den Sohn zeichnete er vor ein paar Jahren bei einer Sportlerehrung aus, auch einen Wettbewerb im Armdrücken gewann er schon.

[...] "Ich hatte nur einen angenehmen Eindruck", sagt Kiesl nun fassungslos über die Tat und schüttelt ungläubig den Kopf. Er hat bereits mit einigen Angehörigen aus der Gemeinde gesprochen. Die hätten ihm berichtet, dass an der Schule alle erst einmal an einen Scherz gedacht hätten, als am Mittwochmorgen Tim im Tarnanzug ein Klassenzimmer betrat. "Der ist reingekommen und da haben die Kinder erstmal gelacht", schildert es Kiesl.

Nun rätseln alle, was den 17-Jährigen zu der Tat getrieben haben könnte. "Er war halt schlecht in der Schule", versucht der 19-jährige Thomas eine Erklärung. Zumindest sei er in den vergangenen Jahren "mehr ein Einzelgänger geworden". Sein wichtigstes Hobby jedoch habe er nie aufgegeben: "Tischtennis war seine Leidenschaft", sagt Tomas. Mit Computern hatte er dagegen nicht viel am Hut. Für das Internet habe er sich auch nicht begeistert. Während er das sagt, presst Thomas plötzlich seine Hand auf den Mund und dreht sich weg. Soeben hat er die Bestätigung erhalten, dass die Schwester seines besten Freundes unter den Todesopfern ist.

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Aus: "Amoklauf von Winnenden "Er war kein gewalttätiger Typ"" (11.03.2009)
Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/panorama/deutschland/683490/Er-war-kein-gewalttaetiger-Typ.html

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[...] Laut einer Nachbarin habe Tim habe immer dunkle Klamotten angehabt und beim TSV Leutenbach Tischtennis gespielt. Die Wohnung der Familie wurde von der Polizei bereits am Morgen durchsucht. Der Vater des Täters besitze als Mitglied im Schützenverein legal 16 oder 17 Schusswaffen. Bei der Durchsuchung wurde festgestellt, dass eine der Waffen fehlt. Die Familie sei normal in die 5000 Einwohner zählende Gemeinde und ins Vereinsleben integriert gewesen, sagt der um Fassung ringende Bürgermeister von Leutenbach, Jürgen Kiesl.

Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte unter Berufung auf die Schulleiterin, bei dem Amokläufer habe es sich um einen völlig unauffälligen Schüler gehandelt. Er habe seinen Schulabschluss gemacht und dann eine Ausbildung angefangen. "Er ist nie auffällig gewesen“, sagte Rau. Eine ehemalige Mitschülerin von Tim Kretschmer, sagt hingegen unter Tränen: "Tim war schon immer sehr verschlossen. An den ist niemand rangekommen. Er hat immer nur so Ballerspiele gespielt." ...

[...] Die Leichen der neun Schüler und drei Lehrerinnen seien noch in den Schulräumen. Gerichtsmediziner und Experten der Kriminaltechnik untersuchen den Tatort und sichern die Spuren. Baden-Württembergs Landespolizeipräsident Erwin Hetger sagte: "In der Schule werden Tatortaufnahmen gemacht. Ich war selbst drinnen. Das kannst du nicht verkraften.“

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11.03.2009 17:07:54

Jens//:

Und die Frage: Wer war der Täter?

Es sollte eigentlich gefragt werden, wer waren die Opfer !



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11.03.2009 17:12:58

Ode65: Hier der volle Name und auf Spiegel online das Haus der Eltern

Medien, geht’s noch!!! Auch ein Täter hat Eltern und die sicher heute den schlimmsten Tag ihres Lebens …



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11.03.2009 17:12:47

BeamternamensRolf: Name des Täters

Ich finde es gut, dass hier der Name des Täters genannt wird und auch das Elternhaus gezeigt wird. Mit den Waffen des Vaters wurde die Tat begangen. Der Vater hat auch die Pflicht Waffen dementsprechend durch einen Waffenschrank zu sichern das nur er als Berechtigter zugriff darauf hat. Daher finde ich es nur gerechtfertigt, dass Elternhaus und auch Nachname genannt werden.


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11.03.2009 17:16:32

govinda76:

das mit der vollen namensnennung und dem hinweis des wohnortes des täters liegt daran, daß die SZ-Online auch nur eine bessere bild-zeitung ist. voll boulevardesk.

wetten dass morgen in der sz der nachname des jugendlichen täters abgekürzt wird.



Aus: "Amoklauf von Winnenden - Das wortlose Töten des Tim Kretschmer" (11.03.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/panorama/719/461345/text/

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[...] 11. März 2009 Ein Amokläufer hat am Mittwoch in einer Realschule in Winnenden bei Stuttgart neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf der Flucht tötete er drei Passanten und verletzte zwei Polizisten sowie mehrere Schüler und Passanten schwer, teilten die Polizei Waiblingen und die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit.

Bei einer Schießerei im 40 Kilometer entfernten Wendlingen wurde der 17-jährige ehemalige Schüler der Realschule von der Polizei getötet. Ein Großaufgebot von knapp 1000 Einsatzkräften sperrte Schule und Teile der Innenstadt ab.

Nach Angaben der Polizei betrat der schwarz gekleidete Täter um 9.30 Uhr die Albertville-Realschule und schoss während des Unterrichts um sich. Danach flüchtete er und erschoss einen Beschäftigten des nahegelegenen Krankenhauses für psychisch Kranke.

Dann zwang der Täter einen Mann, gemeinsam mit dessen Auto zu flüchten. Auf der Fahrt in Richtung Wendlingen ließ er den Fahrer frei. Die Flucht fand ihr Ende bei einem Autohaus in Wendlingen. Bei der Schießerei wurden zwei Passanten getötet und zwei Polizisten schwer verletzt.

Der Täter war nach Polizeiangaben im Jahr 2007 mit einem Abschluss von der Albertville-Realschule abgegangen. Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte, der junge Mann sei an der Schule nie auffällig gewesen und habe anschließend eine Ausbildung begonnen. Seine Eltern besitzen laut Polizei legal Waffen. Eine von ihnen fehlte, als die Polizei das Haus in Leutenbach (Rems-Murr-Kreis) in der Nähe von Winnenden durchsuchte.

Die Bluttat ruft Erinnerungen an den Amoklauf von Erfurt wach: Am 26. April 2002 hatte ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums innerhalb weniger Minuten 16 Menschen und dann sich selbst erschossen.

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11. März 2009 13:10
Schrecklich!
Andreas Bächtle (Andreas_B.)

Mein Mitleid gilt den Opfern und Ihren Angehörigen. Ich kenne den Ort und auch die Schule, habe Freunde dort und im Herkunftsort des Amokläufers, ich hoffe ihnen und ihren Kindern/Familien geht es gut. Bevor jetzt aber die üblichen Verdächtigen (Computerspiele, Gewaltvideos und Teufelsmusik wie Rock`n`Roll) dafür verantwortlich gemacht werden sollte man vielleicht erst einmal abwarten was wirklich geschehen ist wer der Täter ist und wie sein Umfeld aussieht



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Ich höre die Politiker schon schreien....
Tomislav Krijan (erimos_wolf)

Und welches Super-Hardcode-Killer-Köpf-Schießmichtod Spiel ist den dieses mal schuld? Ich höre die ganz "Experten" schon wieder nach einem "Killerspielverbot" schreien. Wie wärs mit einer besseren Familienpolitik? Mehr Lehrer die nicht überbelastet werden ?


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Hänseln
Viktor Reinoch (viktor84)

Wer das Wort "hänseln" in den verwendet, hat vermutlich keine Vorstellung davon, was tatsächlich in den Schulen passiert, wenn niemand hinsieht. ...



Aus: "Amoklauf in Baden-Württemberg - Innenminister bestätigt 16 Tote - Polizei erschießt Amokläufer" (11. März 2009)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~EC2B11014207040B4BD84614ADF29C63F~ATpl~Ecommon~Scontent.html


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[...] Dann stürmt Tim K. in ein VW-Autohaus, um sich einen Wagen zu besorgen. Dort eröffnet er sofort das Feuer und erschießt einen 46-jährigen Kunden und einen 36-jährigen Mitarbeiter, die gerade in einem Verkaufsgespräch sind ...

[...] Ein Nachbar, der 19-jährige Michael V., sagte, der Täter habe oft angegeben mit dem vielen Geld, das der Vater ihm zugesteckt habe. Er sei ein Einzelgänger gewesen, der mit seiner Art zunehmend die Leute vergrault habe. Zu Hause habe der Täter eine umfangreiche Sammlung an Horrorvideos.

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Aus: "Amoklauf von Winnenden - Tim K. tötete seine Opfer gezielt mit Kopfschuss" (11. März 2009)
Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article3360815/Tim-K-toetete-seine-Opfer-gezielt-mit-Kopfschuss.html


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[...] Zum Motiv des Jugendlichen lagen Rech zufolge zunächst „keine hinreichenden Anhaltspunkte“ vor. Tim K. hatte vergangenes Jahr die Realschule mit einem „mittelmäßigen Abschluss“ verlassen hatte und war danach auf eine weiterführende Schule zur Vorbereitung auf eine kaufmännische Ausbildung gewechselt. Zur Bluttat in der Schule sagte Rech zwar: „Es ist auffällig, dass primär Mädchen getötet wurden.“ Daraus könne aber noch nichts abgeleitet werden. Gespräche mit den Eltern erbrachten laut Kripo auch keine Hinweise auf das Motiv. Der PC des Jugendlichen und weitere Materialien wurden sichergestellt.




Aus: "Amoklauf in Winnenden - Tim K. plante wohl noch größeres Massaker" (11.03.09)
Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/amoklauf-in-winnenden-tim-k-plante-wohl-noch-groesseres-massaker_aid_379459.html


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[...] Neun Schüler, alle im Alter von 14 und 15 Jahren, sowie drei Lehrer lagen tot in den Klassenzimmern. Der Täter, ein 17-jähriger Absolvent der Realschule aus dem Nachbarort Weiler zu Stein, habe einen weiteren Menschen ermordet, nachdem er aus dem Gebäude geflohen sei: Der tödliche Schuss traf einen Mitarbeiter der benachbarten psychiatrischen Klinik von Winnenden.

Rech räuspert sich, er ist sichtlich nervös. Ein „KfZ-Kidnapping“ habe daraufhin stattgefunden, der Täter zwang einen Autofahrer, ihn ins rund 40 Kilometer entfernte Wendlingen zu fahren. Unterwegs ließ der Jugendliche seine Geisel frei, wenig später wurde er auf einem Parkplatz von der Polizei gestellt. Es sei zu einem Schusswechsel gekommen, bei dem zwei Passanten getötet und zwei Polizisten schwer verletzt wurden, bevor sich schließlich, wie erst am Nachmittag bekannt wird, der Täter selbst erschießt . „So dass wir jetzt“, sagt Rech, „die traurige Bilanz ziehen müssen, dass es 16 Tote gegeben hat.

[...] Als „völlig unauffällig“ beschreibt ihn die Schulleiterin, die auch nur weiß, dass er nach seinem Abschluss eine Lehre anfing. Seine Waffe, soviel immerhin ist inzwischen bekannt, stammt aus dem Gewehrschrank des Vaters, eines als wohlhabend geltenden Unternehmers, der im Ort als Waffennarr bekannt ist. Mehr als ein Dutzend Feuerwaffen findet die Polizei in der Wohnung der Familie vor, alle ungesichert. Eine italienische Beretta-Pistole fehlt, dazu 50 Schuss Munition.

[...] Eva Sebele, die Vorsitzende des TSV Leutenbach, erinnert sich am Telefon an Tim K.: „Hier ist er als netter und guter Tischtennisspieler in Erinnerung“, sagt sie. Auf der Homepage des Vereins wird der Täter in einer alten Bezirksrangliste als Erstplatzierter geführt, in der Kategorie Schüler-B2. Sebele sagt, es sei „völlig unverständlich, dass so einer morgens aus dem Haus geht und Leute erschießt“. Der Ort stehe unter Schock, „bei uns ruht alles, es ist fürchterlich“.

„Wir sind wie gelähmt“, sagt auch eine Mitarbeiterin des Bürgermeisters von Leutenbach, die namentlich nicht genannt werden will. Die Gemeinde mit 10 600 Einwohnern ist nur drei Kilometer von Winnenden entfernt. „Einige Schüler aus Leutenbach sind unter den Opfern“, sagt die Frau, nur mühsam kann sie weiterreden, sie weint. „Ich habe es über das Fernsehen mitbekommen, das kann nicht sein, dass sowas bei uns passiert.“ Es habe im Ort „seit Jahrzehnten“ keine schwere Gewalttat gegeben, „kein Mord, nichts“. Die Familie K. kenne sie nicht, sagt die Frau, sie wisse nur, dass sie im Ortsteil Weiler zum Stein lebe, das sei „ein ganz altes Dorf“ mit rund 3500 Einwohnern. „Bitte, ich kann jetzt nicht mehr“, sagt die Frau noch, als sie das Gespräch beendet.

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Aus: "Amoklauf - Mit fünfzig Kugeln" (12.03.2009)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite-Amoklauf-Winnenden;art705,2749588

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[...] Niemand hat eine Antwort. Wieso gerade Tim K.? Auch das kann sich niemand erklärt. Tim, dieser große, schlanke Junge, der immer gepflegt mit Hemd und Jeans gekleidet war.

Auch Marcel Babel hat ab und an bei Tim K. zu Hause Poker gespielt. Oft besuchten ihn ein Dutzend Jugendlicher und mehr. Es hatte sich rumgesprochen, dass der Spross einer wohlhabenden Unternehmerfamilie einen großen Partykeller im Haus seiner Eltern hat. Er empfing sie gerne. Sie tranken Bier, rauchten, schauten fern. Sein Vater versorgte die Jugendlichen mit Häppchen, die die Mutter zubereitete. Tim K. galt als umgänglich, nett, weder aggressiv noch introvertiert. Mit seiner Waffensammlung protzte er nie. "Jede Menge Softball-Gewehre" hat Marcel Buben bei ihm im Zimmer gesehen. Holte ein Jugendlicher mal eins raus, raunte ihn Tim K. an: "Leg das wieder zurück und bleib aus meinem Zimmer draußen!" Er spielte gerne Counter-Strike, aber die Parallelwelt der Gewaltspiele löste nicht sein richtiges Leben ab. Er machte vor einem Jahr seinen Abschluss mit Belobigung. "Ein Einser- und Zweier-Schüler", erinnert sich Marcel Babel und schüttelt den Kopf, unsicher, ob ihm auch noch so viele SMS und Emails von Mitschülern das Verbrechen von Tim K. erklären können.
 

Auch die Wirtin der Gaststätte vom Schützenverein Leutenbach, in dem Tim Gs. Vater Mitglied ist, konnte keine besondere Aggressivität an Tim K. ausmachen. Im Gegenteil: Sanft sei er gewesen und liebevoll im Umgang mit seinem Vater. Von der Waffensammlung des Vaters hat sie gehört: "Kurz- und Langkaliber, auch ne Magnum". Vater und Sohn seien "so alle Vierteljahr mal gekommen". Tim schoss aber nicht selber. "Er sollte die Firma übernehmen und machte deshalb eine Ausbildung als Mechaniker." Tim K. entschied sich aber anders. Er raubte einem Autofahrer den Wagen und fuhr ins vierzig Kilometer entfernte Wendlingen am Necker. In einem Autohaus tötete er noch zwei Passanten und erschoss sich dann selbst.




Aus: "Der Amoklauf von Winnenden: Wie aus dem Nichts" Von Tilman Wörtz, Winnenden (11. März 2009)
Quelle: http://www.stern.de/panorama/:Der-Amoklauf-Winnenden-Wie-Nichts/657536.html

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[...] Der Amokläufer von Winnenden hat seine Tat im Internet angekündigt. „Es reicht mir, (...) alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potenzial“, schrieb Tim K. nach Polizeiangaben nur wenige Stunden in der Nacht vor dem Blutbad mit 16 Toten. Er werde an seine frühere Realschule gehen und „mal so richtig gepflegt grillen“. Die Rektorin Astrid Hahn wusste nach eigener Darstellung nichts von Mobbing gegen den 17-Jährigen, der ein „völlig unauffälliger Schüler“ gewesen sei.

Bei seinem Motiv spielte nach Einschätzung der Ermittler eine psychische Erkrankung eine große Rolle. K. war wegen Depressionen in Behandlung, wie der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech mitteilte.

Die Polizei präsentierte Passagen aus einem Chat des Täters mit einem Gleichaltrigen aus Bayern. Nach Angaben Rechs meldete sich dessen Vater am Mittwochabend bei der Polizei und berichtete vom Internetchat seines Sohnes, der die Ankündigung nicht ernst genommen habe. Die Ermittler fanden daraufhin den Chat-Verkehr auf einem Computer von Tim K.

In den Chatroom sei der Beitrag um 02.45 Uhr eingestellt worden. Darin bringt er Frust, Rachegefühle und Geltungsdrang zum Ausdruck. Wörtlich heißt es: „Scheiße Bernd, es reicht mir, ich habe dieses Lotterleben satt, immer dasselbe – alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potenzial. Ich meine es ernst, Bernd – ich habe Waffen hier, und ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und mal so richtig gepflegt grillen. Vielleicht komme ich ja auch davon.“

Der Chatpartner hielt dies für einen Scherz und antwortete mit LOL (Laughing out loud – Chatzeichen für Lachen). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte die Echtheit des Chatroom-Eintrags.

[...] Aus einer in Tim K.s Zimmer gefundenen Bescheinigung der Bundeswehr zur Wehrdienstfähigkeit ergab sich laut Rech, dass der 17-Jährige seit 2008 wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung war. Der Jugendliche sei fünf Mal behandelt worden und habe dann seine Therapie ambulant fortsetzen sollen, dies aber nicht getan. Thomas Schöllhammer von der Polizei Waiblingen sagte, die Eltern hätten von der Krankheit gewusst. Sie hätten ihrem Sohn die Tat nicht zugetraut. Auf den Computern des Exschülers der Realschule wurde nach Polizeiangaben ein Killerspiel gefunden, eine Variante der „Counterstrike“-Spiele.

Die Rektorin der Albertville-Realschule in Winnenden, Hahn, sagte, ihr sei nicht bekannt, dass der damalige Schüler „in irgendeiner Form gemobbt wurde oder dass er gewalttätig war“. Bekannte des Täters hatten berichtet, damalige Mitschüler hätten Tim K. beschimpft und „fertig gemacht“, weil er Einzelgänger gewesen sei.

In Winnenden stand am Tag nach der Tat die psychologische Betreuung der Schüler und Lehrer im Vordergrund. Die Särge der Opfer wurden am Abend aufgebahrt und Hinterbliebene konnten Abschied nehmen, wie Bürgermeister Bernhard Fritz sagte.

[...] Gegen den Vater wurde bislang kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Sportschütze bewahrte 14 Waffen und 4.600 Schuss Munition in zwei Waffenschränken auf. Eine Waffe habe außerhalb davon im Schlafzimmer gelegen. Daran gelangte Tim K. und möglicherweise auch an die Zahlenkombination des Schranks.


Nach Angaben der Polizei hatte er mehr als 200 Schuss bei sich, bei dem Amoklauf in Winnenden und auf der anschließenden Flucht feuerte er 112 Schuss ab, davon mindestens 60 in der Schule.
gxb/AP



Aus: "Amoklauf Winnenden - Tim K.:„Alle lachen mich aus“" (12.03.09)
Quelle: http://www.focus.de/panorama/vermischtes/amoklauf-winnenden-tim-k-alle-lachen-mich-aus_aid_379808.html

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[...] Von April bis September 2008 war Tim in der Psychiatrie des Klinikums am Weißenhof bei Weinsberg zur stationären Behandlung seiner Depression; daheim in Winnenden sollte er die Therapie später ambulant fortsetzen. Warum er sie abbrach, ist unklar. Was aber sicher ist: Unter seinen Mitschülern galt Tim als Loser. Und das ließen sie ihn auch spüren. Womöglich liegt darin der Schlüssel für diese Tat.

Tatsächlich muss Tim ein einsamer Mensch gewesen sein. Unter dem Dach in der Villa der Eltern verbrachte er viele Stunden vor dem Computer. Er sah sich Gewaltfilme an und spielte das Ballergame "Counterstrike". Das machen viele 17-jährige Jungs. Was Tim allerdings von ihnen unterscheidet, ist ein offenbar pathologischer Minderwertigkeitskomplex. Und die vielen Softguns, mit denen er die Wände seines Kinderzimmers dekoriert hat.

Sein Nachbarskumpel Michael Veit sagt: "Er war ein Waffenfreak." Die Beretta hatte Tim ihm schon vor ein paar Wochen stolz gezeigt.

[...] Er schrieb: "Scheiße, Bernd, es reicht mir, ich habe dieses Lotterleben satt. Immer dasselbe, alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potential. Ich meine es ernst - ich habe Waffen hier, und ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und so richtig gepflegt grillen. Vielleicht komme ich ja auch davon. Haltet die Ohren offen, Bernd, Ihr werdet von mir hören. Merkt Euch den Ort: Winnenden. Und jetzt keine Meldung an die Polizei, keine Angst, ich trolle nur." Er war kein Troll. Er war außer Kontrolle.

[...] Die Polizei sagt, nachdem sie seine Zimmer durchsucht hat, Tim habe auch mal eine Freundin gehabt, zumindest sei er in ein Mädchen verliebt gewesen. Aber wenn man sich umhört auf dem Schulhof, sagen alle das gleiche: Mit den Mädchen hat das nicht wirklich geklappt. Ob er deshalb auf seinem Amoklauf scheinbar gezielt auf Schülerinnen angelegt hat?

Mit mehr als 200 Schuss Munition ist Tim los gezogen, es heißt, er habe einen schwarzen Kampfanzug getragen. Er muss ungeheuer entschlossen gewesen sein. Die Polizei geht davon aus, dass das schnelle Eingreifen ihrer Interventionsgruppen ein noch schlimmeres Blutbad verhindert habe. Bei seiner Flucht gerieten Tim die Dinge noch mehr aus der Hand. Als er einen Mann in dessen Wagen kidnappte, blieben die beiden im stockenden Verkehr stecken. Er deutete auf Nachbarautos und fragte seine Geisel: "Soll ich die auch noch abknallen?"

Als seine Flucht letztlich in einem VW-Autohaus in Wendlingen endete, lieferte er sich einen heftigen Schusswechsel mit der Polizei. Vor dem Autohaus feuerte ihm ein Polizist zwei Schüsse in die Beine, Tim schleppte sich blutend zurück in den Verkaufsraum und schoss auf einen vorbei fahrenden Polizeiwagen. Die beiden schwer verletzten Beamten liegen immer noch auf der Intensivstation. Wenige Minuten später, so stellt es die Polizei dar, nahm sich Tim K. das Leben.

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Aus: "Amoklauf von Winnenden: Der nette Junge mit den Waffen" Von Markus Götting, Winnenden (12. März 2009)
Quelle: http://www.stern.de/panorama/:Amoklauf-Winnenden-Der-Junge-Waffen/657729.html

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[...] Dann aber meldeten sich User bei der taz, die Zweifel an dieser Darstellung äußerten - darunter auch ein User des Forums, auf dem der Chatbeitrag aufgetaucht ist.

Nach seiner Darstellung dürfte es sich bei dem Screenshot, auf den sich das Innenministerium dabei bezieht, um eine Fälschung handeln. Seinen Angaben zufolge soll ein User des Forums erst lange nach dem Attentat, nämlich am Mittwochnachmittag um 15 Uhr 30, in der Chat-Sektion von "krautchan.net" geschrieben haben, er wolle einen gefälschten Screenshot anfertigen, in dem Tim K. seinen Amoklauf in Winnenden ankündigt.

Wenige Stunden später sei dieser Screenshot dann auch erschienen - rückdatiert auf den 11. März, 2:45 Uhr am Morgen. Der taz.de-Informant wies auf die Formulierung auf dem Screenshot hin: "Und jetzt keine Angst, ich trolle nur". Trollen steht im Netz-Slang für "jemanden verarschen".

Auch auf der Homepage von Krautchan.net erschien eine Meldung, in der es heisst: "Leider wird unser winziger Server mit dem momentanen Ansturm nicht fertig. Es gibt allerdings auch gar nichts zu sehen, da die deutsche Presse sich bedauerlicherweise (vermutlich nicht zum ersten Mal) von einer Fälschung hat täuschen lassen. Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können. Scheinbar ist recherchieren heutzutage uncool. Schlimm genug, bei Wikipedia abzuschreiben, aber hier? Grundgütiger."

Da der Informant jedoch anonym bleiben wollte und die Homepage von "krautchan.net" derzeit überlastet ist, ist es im Moment nicht möglich, alle Beiträge von Usern dort nachzuvollziehen. Allerdings erreichte die taz.de-Redaktion bereits Hinweise von weiteren taz.de-Usern, dass das Forum krautchan.net für Fakes bekannt sei.

In dem angeblichen Chatbeitrag des Amokläufers steht unter anderem zu lesen: "Scheiße (...) es reicht mir, ich habe dieses Lotterleben satt, immer dasselbe, alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potenzial."

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12.03.2009 14:33 Uhr:
Von Tim Goldbeck:

Bitte, um Gottes Willen, diese Nachricht (in welcher die Tat angeblich angekündigt wurde) im für Spamm, Schwachsinn und Fakes bekanntem Board kursierte schon gestern Mittag in der Netzcommunity. Und schon da wurde von jedem, der sich mit der Thematik etwas auskennt, eindeutig gesagt es handele sich um ein Fake eines Users, welcher damit nur Aufmerksamkeit erzeugen wollte.
Was er auch gut geschafft hat.





Aus: "Wirbel um Chat des Amokläufers - Echte Ankündigung? Oder ein Fake?" (12.03.2009)
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/merkt-euch-den-namen-winnenden/

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[...] Die Eltern des Amoktäters von Winnenden haben über ihren Anwalt mitgeteilt, dass ihr Sohn niemals in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei. Der Jurist sagte einem Nachrichtenmagazin, Tim K. sei in keiner Klinik behandelt worden. Einem anderen Bericht zufolge spielte der Jugendliche am Abend vor der Tat Killerspiele.

Der Anwalt von Tim K.s Eltern Achim Bächle versicherte dem "Focus" zudem, dass sich im Keller des Familienhauses in Leutenbach ein Schießstand befände. In den vergangenen Tagen war berichtet worden, der Amoktäter sei depressiv gewesen. Zudem habe er in der Vergangenheit regelmäßig in einem Schießstand mit Luftdruckgewehren geübt.

[...] Auch der "Spiegel" berichtet Exklusives zum Fall: So spielte der Amokläufer nach Informationen des Nachrichtenmagazins am Abend vor der Tat Killerspiele im Internet gespielt. Tim K. habe am Dienstagabend „Far Cry 2“ am heimischen Computer gespielt, berichtet das Magazin unter Berufung auf die Ermittler. Die Auswertung des Rechners habe ergeben, dass er gegen 19.30 Uhr das Spiel startete und den PC gegen 21.40 Uhr ausschaltete. Auf seinem Computer habe Tim K. auch Schießspiele wie „Counter Strike“ installiert.

Laut „Spiegel“ hat sich Tim K. schon vor Monaten mit Schulmassakern beschäftigt. Der 17-Jährige sei unter mehreren Pseudonymen wie „JawsPredator1“ im Internet aktiv und gewesen und habe unter anderem bei der Plattform „MyVideo“ ein entsprechendes Profil gehabt. In einem der Diskussionsforen zu den Schulmassakern von Erfurt und Emsdetten meldete sich demnach am 23. August 2008 „JawsPredator1“ zum Thema Amokläufer zu Wort: „Das witzige ist ja selbst wenn diejenigen es ankündigen glaubt es ihnen niemand.“ Als Autor vermuten die Ermittler dem Bericht zufolge Tim K..

[...] Die Union wiederum verlangt eine stärkere Ausrichtung der Erziehung an Grundwerten. Die Vermittlung von Werten wie Toleranz, Höflichkeit, Fleiß und Disziplin sei „der Schlüssel für eine nachhaltige Eindämmung von Jugendgewalt“, heißt es in einem Positionspapier der CDU/CSU- Familienpolitiker. Darin werden die Eltern daran erinnert, dass sie eine Pflicht zur Erziehung ihrer Kinder haben. Manche Eltern erfüllten diese Pflicht nicht, „weil ihnen entweder die ausreichende Kompetenz oder die Bereitschaft zur Erziehung fehlt“.

[...] Der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer forderte die Länder auf, den Schulen Vorgaben für eine an Werten orientierte Erziehung zu geben. Die Unionspolitiker schlagen dazu einen Wertekatalog vor. Er „schließt folgende Grundkompetenzen ein: Toleranz, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Fairness, Disziplin, Teamfähigkeit, Kreativität, Zivilcourage, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein.“

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14.03.2009,
09:15 Uhr
    Postman sagt:
    Du kannst echt nichts mehr glauben, was in den Medien verbreitet wird...

    Das ist ja nur noch peinlich. Ich lese nur noch die Kommentare, die unter den Artikeln stehen. Da steht meistens mehr drin als im Artikel selber...


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14.03.2009,
09:19 Uhr
    Postman sagt:
    Und nehmt endlich mal die Fake-Meldung von eurer Seite... beim Kommentar-Zensieren seids ihr doch auch schneller als die Polizei erlaubt...


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14.03.2009,
11:06 Uhr
    Schieß i oder schieß i net? sagt:
    Die Polizei hat doch die Wohnung durchsucht.
    Entweder sie hat im Keller etwas zumindest Schießstand-vergleichbares gefunden oder nicht. Wer lügt denn hier? Und welchen Sinn würde eine (derart einfach verifizierbare) Lüge machen?
    Das alles nimmt seeehr seltsame Züge an...


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14.03.2009,
10:57 Uhr
    realvirtuell1 sagt:
    Hallo Welt-Redaktion,

    blickt ihr's noch :-D:

    Der Anwalt von Tim K.s Eltern Achim Bächle versicherte dem "Focus" zudem, dass sich im Keller des Familienhauses in Leutenbach ein Schießstand befände.

    http://www.welt.de/vermischtes/article3375451/Eltern-des-Amoklaeufers-dementieren-Therapie.html?page=4#article_readcomments

    Der Anwalt wies zudem im Namen seiner Mandanten zurück, dass sich im Keller des Familienhauses ein Schießstand befinde.

    http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ver&module=dpa&id=20605502


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14.03.2009,
11:01 Uhr
    TVMuffel sagt:
    gut sichtbare und optimal ins Bild gerückte "Counterstrike"- Bildschirmschoner oder ähnliche in Fernsehinterviews in den bekannten Boulevard-TV-Magazinen von RTL, SAT1, N24 etc.

    Ist das Zufall??


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14.03.2009,
10:57 Uhr
    Horst Schlemmer sagt:
    Ermittlungen zufolge aß der Täter 24h vor der Tat Brot.
    Der Innenminister hat einen Gesetzentwurf zum sofortigen Verbot von Brot vorgelegt.


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14.03.2009,
10:57 Uhr
    Luftgewehr sagt:
    Vielleicht sollten mal die Medien untersuchen, was sie selbst für eine Rolle spielen bei solchen Vorfällen. Die Amokläufer der letzten Jahre sind alles Nachahmungstäter.
    Aber da kommt es natürlich passend, wenn man die Killerspiele oder die Eltern verteufeln kann, dann ist man nämlich selbst aus der Schusslinie.


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14.03.2009,
10:11 Uhr
    Besser auf die Fakten sehen sagt:
    Das Dementi macht Sinn. Vermutlich hätte er fachgerechten Zuspruch dringend benötigt. Eltern sind damit oft überfordert.

    Die Leichtfertigkeit der Presse mit Fakten wird hier evident.
    Auch ist nicht einzusehen, dass NEW York TIMES , Washington Post usw. den Amokläufer mit vollen Namen nennen und auch mit Bild zeigen, und die Medien hier ob Rundfunk oder Presse nur mit K. und also
    ein Geheimnis um die Identität machen.


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14.03.2009,
10:14 Uhr
    w sagt:
    @franz sagt:

    Kam der junge Mann nicht aus einem CDU Musterhaushalt? Gut bürgerlich und so? Werden dort diese Werte nicht mehr vermittelt?

    Du meinst die DDR- CDU. Ja klar, Erika Merkel vermitteli diese Werte.....loooooool.



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14.03.2009,
10:18 Uhr
    dumiok sagt:
    Alle Maßnahmen sind sinnlos. Der Papst und die Priester erzählen uns doch immer wieder, dass alles was auf dieser Welt passiert von Gott gewollt ist. Er ist der Herrscher über Leben und Tod. Herr Mixa beton im Zusammenhang mit Sterbehilfen immer wieder, dass nur Gott erlaubt ist, das Leben eines Menschen zu nehmen.
    Das heißt doch mit anderen Worten, dass es Gottes Wille war, dass diese 16 Menschen sterben mußten. Wieso hinterfragt das niemand.
    Oder sind das alles nur Phrasen und es gibt tatsächlich keinen Gott.
    Man muss sich wundern, dass trotzdem soviele Menschen zu einem Trauergottesdienst gehen, was versprechen sie sich davon?
    Wenn der ihre Kinder, Freunde oder Partner nicht vor dem Tode hat retten können, wieso soll ein Gott ihnen bei ihrer Trauer helfen?

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14.03.2009,
10:03 Uhr
    Seppi sagt:
    Als Anwohner hier vor Ort kann man sich nur noch wundern was alles für ein Quatsch geschrieben wird - dafür kann ich mir nur noch eine Erklärung vorstellen -
    die Presseschreiblinge werden nach Anzahl der Worte bezahlt?!



Aus: "Winnenden - Eltern des Amokläufers dementieren Therapie" (14. März 2009)
Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article3375451/Eltern-des-Amoklaeufers-dementieren-Therapie.html

-.-


Quote
[...] Hannover (13.03.2009) - Es gilt als erwiesen, dass die Teilnahme Deutschlands an einem Krieg auf die meisten Jugendlichen einen weitaus grösseren Einfluss nimmt, als bisher angenommen.War noch vor der "Wende" Deutschland ein frieddliebendes Land, so entschied die Politik gegen den Volkswillen, unter Verstoss gegen gültige deutsche Gesetze, Soldaten in Kriege auszusenden.Zunächst  probte man das Töten in Ex-Jugoslawien um es dann später in Afghanistan fortzuführen.

Dazu ein Experte: "Wie sollen wir den jungen Menschen in Deutschland die Gewaltfreiheit vermitteln während die Regierung junge deutsche Männer, fernab der Heimat, in einem Krieg schickt der Deutschland nichts angeht? - Hier offenbart sich die Scheinheiligkeit der Politiker Deutschlands.

Während die Kriegsteilnahme und das Töten in Afghanistan den jungen Menschen als gerecht und notwendig verkauft wird, erklingt sogleich das Geschrei der Politik in der Heimat gegen die sogenannten "Killerspiele" sobald ein psychisch Gestörter, wie im Fall Winnenden, sechzehn Menschen tötet.Bei den "Killerspielen stirbt niemand, in Ex Jugoslawien und Afghanistan durch deutsche Hände Hunderte."

"Wie wollen unsere Politiker den jungen Menschen vermitteln, dass Töten etwas Schreckliches ist wenn niemand von  ihnen jemals öffentlich den Mut besessen hätte die Bestrafung der Mörder von einer Million getöteter Iraker, die durch die "Koalition der Willigen" unter der Führung der USA in einem kriegsverbercherischen Akt ermordet wurden, gefordert hätte und man stattdessen eine innige Freundschaft mit den Kriegsverbrechern aufrecht erhält ? Wie sollen wir ihnen Gewaltlosigkeit erklären, wenn zig-Tausende in Afghanistan von der NATO ermordet wurden und kein Politiker Deutschlands je dagegen protestiert und die Rückkehr der deutschen Soldaten gefordert hätte ?

Für junge Menschen ist das Schweigen der Politiker, wenn es um brutalste Gewalt gegen Menschen und Verbrechen gegen die Menschlickeit geht, ein Signal was ihnen bedeutet dass  Töten etwas Normales ist ", so der Experte abschliessend.

RED.


Aus: "Deutsche Politik eine der Hauptursachen für Winnenden" (13.03.2009)
Quelle: http://schweizmagazin.ch/news/336/ARTICLE/7140/2009-03-13.html

« Last Edit: March 14, 2009, 11:26:27 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #13 on: March 30, 2009, 03:05:52 PM »

Quote
[...] Der Täter sei am Sonntagvormittag in das Pflegeheim gestürmt und habe wahllos um sich geschossen, so schilderte der örtliche Polizeichef Chris McKenzie dem Fernsehsender CNN den Tathergang. Bei den Toten handele es sich um sieben Bewohner im Alter von 78 bis 98 Jahren, einige von ihnen waren anscheinend an einen Rollstuhl gefesselt. Auch eine Krankenschwester wurde tödlich verletzt. Sechs der Opfer waren sofort tot, zwei weitere erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Über das Motiv des Täters war zunächst nichts bekannt. Der Schütze war nach Behördenangaben weder Patient noch Mitarbeiter des Altenpflegeheims und offenbar auch mit keinem der Opfer verwandt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen den Mann nun wegen achtfachen Mordes ermittelt.

Der Amoklauf ereignete sich in im Pinelake Health and Rehab in der Kleinstadt Carthage, einer kleinen Gemeinde südwestlich der Hauptstadt Raleigh. Das 1993 eröffnete Haus verfügt über etwa 90 Betten und ist auf Alzheimer-Patienten spezialisiert.

Die rund 2000 Einwohner von Carthage standen unter Schock. In dem kleinen Ort gibt es nach Medienberichten nur 18 Polizisten, zwei von ihnen hatten zum Zeitpunkt der Tat Dienst. «Es ist schrecklich», so Polizeichef McKenzie, «hier ist es sonst so ruhig. So etwas Schlimmes hat es hier noch nie gegeben.» Es ist bereits der dritte Amoklauf in den USA im Monat März. (AP/nz)


Aus: "Massaker in US-amerikanischem Altenheim: Amokläufer erschießt acht Menschen" (30.03.2009)
Quelle: http://www.netzeitung.de/vermischtes/1311997.html

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« Reply #14 on: August 05, 2009, 08:07:43 AM »

Quote
[...] Bei einem Amoklauf in einem Fitnesscenter in Bridgeville bei Pittsburgh sind am Dienstagabend sechs Menschen ums Leben gekommen.

Wie der lokale Fernsehsender KDKA unter Berufung auf die Polizei berichtete, ist unter den Toten auch der Schütze. Die genaue Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt: Zehn bis 15 Menschen sollen in Krankenhäuser gebracht worden sein, fünf von ihnen in einem kritischen Zustand.

Nach einem Augenzeugenbericht soll der mutmaßliche Täter das Fitnessstudio durch eine Hintertür betreben und einen Kurs für Frauen gestürmt haben. Das berichtete auch der lokale Fernsehsender WTAE. Der Mann habe das Licht ausgeschaltet und angefangen zu schießen. Ein Polizeisprecher erklärte, der Mann habe wortlos einen Übungsraum betreten, "als wisse er genau, wohin er gehe".

...


Aus: "Amoklauf im Fitnessclub" (05.08.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/583/483033/text/

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