COMMUNICATIONS LASER #17
May 21, 2012, 04:56:14 PM *
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Author Topic: [Versprengte Notizen zum Krieg... ]  (Read 44226 times)
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« Reply #465 on: September 15, 2011, 09:31:11 AM »

Quote
[...] Seit langem war klar, dass Präsident Nicolas Sarkozy als erster westlicher Staatschef in Tripolis auftreten wollte. Der Franzose, der sich mit Nachdruck für den bewaffneten Einsatz der Vereinten Nationen in Libyen eingesetzt hatte, wollte sich mit dem Besuch vor Ort als Befreier der Unterdrückten profilieren - und zugleich vergessen machen, dass er zu Beginn seiner Amtszeit den irrlichternden Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi in Paris mit peinlichem protokollarischen Pomp empfangen hatte.

... Zum einen trachtet er danach, sich als weltgewandter Staatsmann zu präsentieren, der, so die Tageszeitung "Le Parisien", seine Botschaft "über die Wahl der Demokratie und die Ablehnung der islamischen Gefahr" verbreitet. Zum anderen spekuliert Frankreich auf lukrative Aufträge für die Pariser Erdölmultis oder gar auf langfristige exklusive Bohrrechte. Denn ihre Libyen-Initiativen dürften die Staaten auch mit wirtschaftlichen Interessen verbinden. Der Übergangsrat will bei der Vergabe von Aufträgen für den Wiederaufbau vor allem Länder berücksichtigen, die den Krieg gegen den langjährigen Diktator Gaddafi intensiv unterstützt haben.

...


Aus: "Wettrennen der Rebellen-Freunde" Von Stefan Simons, Paris (14.09.2011)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,786335,00.html

-.-

Reinhard Merkel lehrt Strafrecht, Völkerstrafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg:
Quote
[...] Wer sich mit den Prinzipien des internationalen Rechts befasst, steht ratlos vor dem Unisono des öffentlichen Beifalls für die Intervention der Nato in Libyen. Vergangene Woche mischte sich unter die Berichte über die Konferenz in Paris wie beiläufig die Meldung, der Bürgerkrieg habe seit dem Eingreifen des Westens 50.000 Menschenleben gefordert. Auf die Siegeslaune in Paris warf das keinen Schatten. 50.000 Opfer eines Krieges, der allein aus dem Ziel, solche Opfer zu verhindern, seine Legitimation zu beziehen vorgab! Und kein Hauch eines Zweifels daran, dass die Intervention ein glänzender Erfolg und ihre Legitimität schon deshalb fraglos sei.

In Wahrheit ist die finstere Bilanz bloß die abschließende Beglaubigung einer Rechtlosigkeit, die den Bombenkrieg von Anfang an begleitet hat. Selbstverständlich eröffnet erst das Ende der Diktatur die Aussicht auf eine bessere Zukunft Libyens. Aber dafür darf man als Drittstaat keinen Krieg führen. Die Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrats vom 17. März, die den Militärschlag autorisierte, ändert hieran nichts. Selbst wenn sich der Rat damit im Rahmen seiner eigenen Pflichten gemäß der Charta der Vereinten Nationen gehalten hätte – was er nicht hat –, nähme die Bedenkenlosigkeit, mit der sich die Intervenienten über die ihnen in der Resolution noch gezogenen Grenzen hinweggesetzt haben, ihrem Gewaltakt jede Rechtfertigung. Und der mit ihm verbundenen Preisgabe Zehntausender Menschenleben erst recht.

Damit kommt eine Anschlussfrage in den Blick: die nach den Folgen für die Zukunft des Völkerrechts. Die Intervention der Nato hat die Norm, die sie als Grundlage reklamierte und die seit Jahren unter dem Titel Responsibility to Protect firmiert, nicht etwa bestärkt und, wie es eine Zeitungsphrase will, »mit Zähnen versehen«, sondern schwer beschädigt. In anderen Weltgegenden als denen der Nato nährt das einen lange schwelenden Verdacht: Das Völkerrecht von Krieg und Frieden entwickle sich zu einem neuartigen Typus hegemonialen Rechts, das über den Sicherheitsrat eine leere Form von Legalität für die eigenen, von keinem Rechtsprinzip gedeckten Interessen zu mobilisieren versteht. Ganz falsch ist das nicht.

Wer hätte diesen Grundton der vergangenen Monate nicht noch im Ohr: »In Libyen haben Nato-Flugzeuge das Ziel X, eine Kommandozentrale der Regierungstruppen, bombardiert und damit die Vorgaben der Resolution 1973 zum Schutz der Zivilbevölkerung streng befolgt.« Irgendwann war die Frage schwer abweisbar, ob es in Gadhafis Armee wirklich mehr Kommandozentralen als Kommandeure gab. Und in welchem Sinn das Wohnhaus seines Sohnes und seiner Enkel oder ein Fernsehsender als Bedrohung für Zivilisten und damit als legitime Ziele aufzufassen waren. Im September 1914 haben deutsche Truppen die Kathedrale von Reims bombardiert. »Aha«, antwortet der Optimist in Karl Kraus’ Letzten Tagen der Menschheit einmal dem Nörgler (Kraus selbst), der diese Bombardierung ein »Stigma des Barbarentums« nennt, »aber die Kathedrale von Reims war ein militärischer Beobachtungsposten!« Ein artiges Déjà-vu. Mit der Entwicklung der Waffentechnik im letzten Jahrhundert scheint die der Kriegslügen nicht recht Schritt gehalten zu haben.

Wer der Intervention und ihrem Resultat, dem Sturz des Diktators, applaudiert, sollte den offensichtlichen Zweckzusammenhang zwischen ihnen nicht leugnen, sondern sich zu dessen Rechtfertigung ein Argument einfallen lassen. Dieses etwa: Wenn der Schutz libyscher Zivilisten, den »mit allen erforderlichen Mitteln« zu sichern die Resolution 1973 ausdrücklich erlaubte, nur durch den Sturz Gadhafis zu gewährleisten war, dann war eben auch dieser Sturz von ihr gedeckt. Einen fassbaren Sinn hat das nur, wenn man dafür nicht bloß ein Fortdauern der Kämpfe zwischen den Konfliktparteien, sondern auch eine systematische Ausdehnung der Gewalt auf die Zivilbevölkerung voraussetzt. (Zu dieser gehören bewaffnete Aufständische nicht.) Denn allein zum Schutz einer Bevölkerung vor dem Fortbestand einer Diktatur darf auch der Sicherheitsrat keinen Krieg autorisieren. Das darf er nur zur Wahrung oder Wiederherstellung der internationalen Sicherheit. Diktaturen sind scheußlich; aber eine Bedrohung der internationalen Sicherheit und damit ein legitimer Kriegsgrund sind sie nicht schon deshalb. Sie können es freilich werden – und das ist eine der erfreulichsten Entwicklungen des Völkerrechts –, wenn sie dazu übergehen, schwere völkerrechtliche Verbrechen gegen ihr eigenes Volk zu organisieren: Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ethnische Säuberungen. Ebendies, die Besorgnis massenhafter Menschlichkeitsverbrechen nach einer Einnahme Bengasis durch Gadhafi, hat der Rat seiner Autorisierung des Militärschlags ja zugrunde gelegt.

Das mag plausibel gewesen sein oder nicht. Jedenfalls ergibt sich daraus ein einfacher Schluss. Die Nato war unbedingt verpflichtet, schon beim ersten der Waffenstillstandsangebote Gadhafis oder eines Vermittlers auch die andere Seite zu Verhandlungen zu zwingen und die Gewalt einzustellen. Dass man dies nicht getan, dass man vielmehr die Weigerung der Rebellen, mit Gadhafi zu verhandeln, unterstützt hat, um dann mit einer »Nichts-zu-machen«-Geste weiter zu bombardieren, hätte auch dem frömmsten Bekenner ein Licht stecken müssen. Man hat das Ziel des Schutzes von Zivilisten hinter dem des Regimewechsels nicht nur verschwinden lassen, man hat es diesem geopfert. Zehntausende von Libyern haben das mit ihrem Leben bezahlt. Dem landläufigen Zynismus, der nun gerade in jenem Regimewechsel die Rechtfertigung der Intervention findet und feiert, sollte das ein wenig Zurückhaltung nahelegen.

Der Missbrauch der Resolution 1973 war freilich in ihr selber angelegt. Das lenkt den Blick auf die dubiose Rolle des Sicherheitsrats. »Alle erforderlichen Mittel« der Gewaltanwendung, »all necessary measures«, hat er den Intervenienten erlaubt. Die Formel ist in ihrer groben Unbestimmtheit irritierend genug. Aber man hatte sich nolens volens an sie gewöhnt, seit der Rat sie im November 1990 zur Autorisierung des Militärschlags gegen den Irak erstmals verwendet und seither geläufig gemacht hat. Denn immerhin war der Zweck klar bestimmt, zu dem 1990 diese Mittel erlaubt wurden: die Befreiung des besetzten Kuwait.

Man halte hiergegen das Ziel, zu dem die Libyen-Resolution alle erforderlichen Gewaltmittel autorisiert: den »Schutz von Zivilisten«. Damit wird der gänzlichen Unbestimmtheit der autorisierten Mittel eine vage Konturlosigkeit des erlaubten Zwecks beigestellt. Die Zuständigkeit zur jeweils konkreten Bestimmung, welche Gewalt »erforderlich« sei und was »dem Schutz von Zivilisten« diene, wird dem freien Ermessen der Intervenienten anheim gegeben. Und wie diese ihre Definitionsmacht aufgefasst haben, war an den stereotypen Erklärungen Anders Fogh Rasmussens zu studieren. Nichts leichter offenbar, als im Tonfall eines Anrufbeantworters noch das gezielte Töten von Fernsehjournalisten, ja das Inkaufnehmen der »kollateralen« Tötung von Gadhafis Enkelkindern als »Schutz von Zivilisten« und deshalb »im strengen Einklang mit Resolution 1973« zu deklarieren.

Was der Sicherheitsrat damit grob verletzt hat, ist das Prinzip der Collective Security. Auf diesem ruht aber die gesamte Architektur des Völkerrechts von Krieg und Frieden. Jenseits der unmittelbaren Notwehr eines überfallenen Staates, so lautet die Grundidee, soll allein die Staatengemeinschaft als ganze, treuhänderisch vertreten durch den Sicherheitsrat, das Recht haben, militärische Zwangsgewalt zu autorisieren oder anzuwenden. Das System hat diverse bekannte Mängel, vor allem das freie Vetorecht der fünf ständigen Ratsmitglieder. Aber es ist das einzige und schon deshalb das beste, das die Welt zur Bekämpfung eines Faustrechts zum Krieg derzeit hat.

Was das bedeutet, liegt auf der Hand: Der Rat hat die Pflicht, die Zügel einer autorisierten Kriegführung grosso modo in der eigenen Hand zu behalten, jedenfalls insofern, als er die Bestimmung der sachlichen und zeitlichen Grenzen der Gewaltanwendung für die wenigstens grundsätzliche Möglichkeit seiner eigenen Einflussnahme offenhalten muss. Dazu hat er zahlreiche Möglichkeiten, von der zeitlichen Befristung über die Einrichtung eines verbindlichen Monitorings der Gewaltanwendung bis hin zum spezifischen Ausschluss von Mitteln und Zielen, die jedenfalls untersagt werden. Nichts davon hat er in die Libyen-Resolution aufgenommen. Sie ist, das hat die kalt benutzte Möglichkeit ihres Missbrauchs schmerzhaft demonstriert, das Musterbeispiel einer grob fahrlässigen Fehlentscheidung. Der Rat hat nicht einen Schurkenstaat im Modus kollektiven Zwangs zurückgedrängt in die Schranken des Rechts. Er hat ein Mitglied der Vereinten Nationen zum international outlaw erklärt und der unkontrollierten Gewalt mächtigerer anderer nach deren freiem Gutdünken und zu einem nicht autorisierten Zweck preisgegeben.

Gewiss, eine rechtliche Remedur solcher Entscheidungen des Sicherheitsrats gibt es nicht. Manche Völkerrechtler, zum Beispiel die Urheber des Konzepts der Responsibility to Protect in ihrem gleichnamigen Report vom Dezember 2001, neigen deshalb hier zum Achselzucken. Da die Unrechtmäßigkeit einer Resolution des Rates nicht verbindlich festgestellt werden könne, sei die Frage, ob eine darauf gestützte Intervention jenseits ihrer formellen Legalität illegitim sei, rein akademisch. Nun, vielleicht. Aber was sonst als die Klärung »akademischer«, nämlich theoretischer Fragen wäre denn die Aufgabe der Wissenschaft? Jedenfalls sollten Völkerrechtler nicht den Kinderglauben unserer Politiker bestärken, der Sicherheitsrat sei eine Art Weltregierung und jeder seiner Beschlüsse daher hinzunehmen wie das Fiat einer allem Recht entrückten göttlichen Offenbarung.

Noch ist die globale Responsibility to Protect (RtoP) keine verbindliche Norm des Völkerrechts. Sie ist ein sich langsam entwickelndes Prinzip. Mit ihm erhält die alte Idee der humanitären Intervention eine plausiblere Gestalt und eine stärkere Grundlage. Nicht eine moralische Befugnis steht infrage, sondern eine rechtliche Pflicht. Für deren Erfüllung ist zunächst jeder Staat in seinen eigenen Herrschaftsgrenzen zuständig. Verkehrt er diese Pflicht in ihr Gegenteil und überzieht die seinem Schutz Befohlenen mit schweren völkerrechtlichen Verbrechen, dann kommt zuletzt auch ein militärisches Eingreifen nach Kapitel VII der UN-Charta infrage.

Das ist eine erfreuliche Entwicklung des Völkerrechts. Dass sie aber selber geschützt werden muss, nämlich vor dem Zugriff auf ihr Potenzial zum Missbrauch, hat die Libyen-Intervention beklemmend deutlich gemacht. Wie alle Hilfspflichten ist die RtoP in ihrem Inhalt unbestimmt. Das empfiehlt sie als Maskerade für jederlei sonstigen Zweck. Im Frühjahr 2008 erwog Frankreich unter Rekurs auf die RtoP eine Intervention in Birma, um nach dem verheerenden Zyklon Nargis die Versorgung der Bevölkerung gegen das dortige Regime durchzusetzen. Das mag ein ehrenwertes Motiv gewesen sein. Aber nur Monate später berief sich Russland für seine gewaltsame Intervention in Abchasien auf seine »Schutzpflicht«. Und nun hat sich die Nato den noblen Titel für ihr Ziel des Regimewechsels in Libyen erschlichen. Was wird vor der Vielfalt menschlichen Elends künftig anderen einfallen, um erst die Schutzpflicht und dann die Waffen zu mobilisieren?

Das ist nur eines der unbemerkten Kollateralopfer dieser Intervention. Für viele Staaten ist auf die RtoP ein finsterer Schatten des Verdachts gefallen. Er wird die Fortentwicklung der Norm lange begleiten und irritieren. Und dass der Sicherheitsrat einmal mehr sein Talent demonstriert hat, sich selbst als Treuhänder der Collective Security zu diskreditieren, werden die künftigen Mitspieler der Weltpolitik nicht übersehen. Die Genugtuung über den Sturz Gadhafis scheint den Blick dafür zu verdunkeln, dass dieser Erfolg schon mit solchen Kriegsfolgen bei Weitem zu teuer bezahlt ist. Nimmt man deren schmerzlichste hinzu: die vielen Tausend ausgelöschten Menschenleben, dann darf man zweifeln, ob das spätere Urteil der Geschichte über diesen Krieg mit dem Votum der heutigen Leitartikel zur Deckung kommen wird.

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   teardown
    13.09.2011 um 20:09 Uhr

Was lernen wir?

Das Recht ist immer mit den Stärkeren.
Das Völkerrecht ist obsolet.
Gewöhnen wir uns einfach an die Willkür.
Zukünftig entscheiden wieder die Waffen.

P.S. Sparen wir uns den "UNO- und Völkerrechtsklimbim".


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   feuerfisch
    13.09.2011 um 20:33 Uhr

Wichtiger Artikel

aber in der Tat etwas zu einseitig. Wir haben also generell ein (juristisches) Problem, was NATO-Interventionen betrifft. Das es letztendlich immer um Macht geht, ist wirklich nichts Neues mehr. Dass aber ein Staat Mitglied der Vereinten Nationen sein kann, der seine Bürger foltert und ermordet, sollte uns mindestens genauso zu denken geben wie die uneingeschränkte Macht der NATO.


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   Atan
    13.09.2011 um 21:00 Uhr

Ich habe mich ebenfalls sehr über diesen Artikel gefreut, weil es zum Erhalt des internationalen Friedens und der Menschenrechte mindeste und erste Grundlage sein sollte, dass wir die völkerrechtlichen Normen dazu wenigstens kennen.
Ansonsten geraten wir rechtlich wieder in das 19. Jh. zurück, wo Krieg ein normales Mittel der internationalen Politik und Menschenrechte als bloßer Popanz auf den Bombern klebt.

...


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   peterfrankemoelle
    13.09.2011 um 21:13 Uhr

Völkerrecht vor dem Schutz von Zivilisten?

Ich stimme Herrn Merkel überhaupt nicht zu. Sollen wir so lange über die juristische Lage streiten, bis das lybische Volk vollends vor die Hunde gegangen ist und man gar nix mehr retten kann? Das Recht hat meiner Meinung nach dem Menschen zu dienen nicht umgekehrt, aber offenbar gilt doch des Volksmunds Aussspruch, dass es vor Gericht nur ein Urteil gibt, aber keine Gerechtigkeit. Ich schäme mich für die Haltung der deutschen Außenpolitik zur Lage in Libyen - und auch für einen Juristen, der ein passives Heraushalten offenbar höher schätzt als ein mutiges Einmischen. ...


Quote
   kuckenderkauz
    13.09.2011 um 21:28 Uhr

Geld reichte als Grund

Der Einsatz wurde maßgeblich durch pekuniäre Interessen motiviert. M.E. stand mit an vorderste Stelle der Einsatz von teurer Munition (die ja "knapp" wurde). Da kann man dann nicht "Menschrechte" einfach oben draufschlagen. Zumal um den Preis von > 50 000 Toten. Die haben gar keine Freiheit mehr. Wer da jubeln kann...
Weil aber Geld die Hauptrolle spielte, wie mittlerweile in fast allen Zusammenhängen, und weil UNSER demokratischer Rechtsstaat (-> Desinformation) dem geopfert wurde, sind wir es die im Totalitarismus angekommen sind.



Quote
   darthmax
    13.09.2011 um 22:29 Uhr

dazu fällt mir ein

inter armes enim silent legis
unter Waffenschweigen die Gesetze
Die alten Lateiner hatten schon treffende Sprüche drauf.
Man hat der Bevölkerung geholfen einen Tyrannen zu stürzen.
Was ist daran in Realzeit auszusetzen ?
Der Gerichtshof in Den Haag steht allen Klägern offen.


Quote
   Niccolos Enkel
    13.09.2011 um 23:42 Uhr

Responsibility to Protect

Wie gesagt, ich freue mich, wenigstens in Der Zeit (hin und wieder) so kluge Artikel zu lesen.
Es wundert mich allerdings, dass Herr Merkel das Konzept des RtoP prinzipiell positiv bewertet. Oder glauben Sie, dass dieses Konzept je angewandt worden wäre, wenn es zu Zeiten von Pinochet formuliert wäre. Oder dass es gegen die argentinische, die brasilianische, griechische oder diverse türkischen Militärdiktaturen angewandt worden wäre? Ganz zu Schweigen von den Herrn Franco und Salazar. Usw usf.
Nein, dass RtoP dient lediglich als pseudoreligiöser Vorwand für interessengesteuerte Militäraktionen. Die verheerende Wirkung dieses Prinzips zeigt die Wandlung der deutschen Grünen zu einer kriegsgeilen Partei (weil wir ja nie wieder Ausschwitz wollen, nicht wahr?)



Aus: "Der illegitime Triumph " Von Reinhard Merkel (13.9.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/2011/37/Libyen

-.-

Quote
[...] Man weiß es, und verdrängt es routiniert beim Lesen einschlägiger Meldungen: die Zahl der Personen, die infolge eines Konflikts ums Leben kommen, verbirgt das Grauen hinter der Chiffre. Zum wirklichen Tod kommt noch ein zweiter hinzu, das Auslöschen und der Untergang des einzelnen Lebens in einer Statistik. Der Zahl der Toten kommt allerdings eine politische Bedeutung zu. Sie ist Argument, wenn es darum geht, über den Einsatz militärischer Mittel zu verhandeln. Zugleich ist es ein heikles Unterfangen.

Das zeigt sich nun auch im Fall Libyen. Mit Opferzahlen zwischen 30.000 und 50.000 (ohne die toten Gaddafi-treuen Soldaten mitzurechnen), die man in der Öffentlichkeit kursieren ließ, veranschaulichte die neue libysche Führung das Ausmaß der Gewalt, mit der sie im Kampf gegen das Gaddafi-Regime konfrontiert ist. Die Dringlichkeit, mit welcher der militärische Einsatz der internationalen Gemeinschaft, Nato plus einige arabische Staaten, begründet wurde, berief sich letztendlich auch auf Opferzahlen, Tote durch Gaddafis Schergen, die ein Massaker befürchten ließen, wäre es den regimetreuen Truppen im Frühjahr gelungen, nach Benagasi vorzurücken:

... Betont wird, dass sämtliche Angaben verfrüht seien, da vieles noch entdeckt werden könnte. Doch hat nun auch der Übergangsrat seine Zahlen nach unten korrigiert. Im Gesundheitsministerium spricht man aktuell von 25.000 bis 30.000 Toten durch den Bürgerkrieg in Libyen:

"Every day we find another grave, so I can’t give you a specific number," Mr. Ghazwi said. "But it’s about twenty-five to thirty thousand, like the minister of health said."

Manche halten auch diese Zahl für übertrieben. "Where are all the dead?" fragt die New York Times zu Anfang ihres Berichts, eine Antwort gibt es nur in Annäherungen. Bei all dem ist ein bestimmtes "Gschmäckle" zu spüren. Dass es vermutlich sehr viel weniger sind, als propagiert wurde, müsste aber doch eigentlich eine gute Nachricht sein.





Aus: ""Wo sind all die Toten?"" Thomas Pany (17.09.2011)
Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/8/150478

-.-


Der Bürgerkrieg in Libyen brach im Februar 2011 im Zuge von Protesten in der gesamten arabischen Welt aus. Er begann mit friedlichen Demonstrationen gegen die Herrschaft Muammar al-Gaddafis, nahm nach den Unruhen in Tunesien, Ägypten und Algerien an Schärfe zu. Ab dem 15. Februar 2011 erschossen Einheiten der libyschen Polizei, der Sicherheits- und Streitkräfte innerhalb weniger Tage vermutlich Hunderte von Demonstranten. ...

http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Libyen_2011

« Last Edit: September 17, 2011, 01:55:29 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #466 on: September 19, 2011, 12:38:28 PM »

Quote
[...] US-Botschaftsdepeschen, veröffentlicht von der Enthüllungsplattform WikiLeaks, geben detailliert Auskunft über die Zusammenarbeit zwischen Washington und Ankara. Im November 2007 hatten der damalige US-Präsident George W. Bush und der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan demnach die Gründung einer "Combined Intelligence Fusion Cell" (CIFC) vereinbart. In der Dienststelle in Ankara tauschen Offiziere beider Länder seitdem rund um die Uhr Aufklärungsergebnisse und Geheimdienstinformationen aus und bereiten sie so auf, dass sie in die Zielplanung des türkischen Militärs einfließen können.

Nur knapp einen Monat nach ihrer Einrichtung spielte die CIFC bereits eine Schlüsselrolle bei der türkischen Offensive: "Bei allen Angriffen wurden Ziele aus Informationen abgeleitet, die die CIFC gesammelt hat", kabelte die US-Botschaft in Ankara am 4. Januar 2008 nach Washington.

Die Informationen stammen laut einer Depesche vom 7. Februar 2008 von US-Aufklärungsflugzeugen der Typen U-2, Lockheed EP-3 oder Boeing RC-135 sowie von Drohnen der Typen "Global Hawk" und "Predator". Als besonders nützlich gelten die "Predator"-Drohnen: Sie liefern ihre Daten in Echtzeit und erlauben damit schnelle und präzise Angriffe - sogar gegen bewegliche Ziele. Da sie im benachbarten Irak starten und lange in der Luft bleiben können, ermöglichen sie die nahezu lückenlose Überwachung der irakisch-türkischen Grenzregion.

Aufhorchen lässt aber vor allem ein Nebensatz in der Depesche. Demnach haben die Amerikaner nicht nur ihre eigenen Daten mit den Türken geteilt - sondern auch Erkenntnisse "von Geheimdiensten, die das Europäische Kommando unterstützen".

Gemeint ist damit Eucom, das regionale Oberkommando der US-Streitkräfte in Stuttgart-Vaihingen. Zu den Diensten, die mit ihm zusammenarbeiten, gehört auch der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND). Im Eucom arbeitet nach Informationen des Geheimdienstexperten Erich Schmidt-Eenboom eine größere Zahl von Leuten des US-Militärgeheimdienstes DIA. "Mit der DIA kooperiert der BND deutlich lieber als mit der CIA," sagt Schmidt-Eenboom. "Das gegenseitige Geben und Nehmen funktioniert einfach besser."

Ob Informationen des BND dazu benutzt wurden, PKK-Ziele zu orten und zu bombardieren, ist derzeit unklar. Doch die politische Brisanz eines solchen Vorgangs wäre enorm - ganz gleich, ob der BND eingeweiht war oder nicht.

Die türkische Offensive im Dezember 2007 war zudem erst der Anfang. Ein Jahr später kabelte US-Botschafter James Jeffrey aus Ankara nach Washington, die Lieferung von "Echtzeit-Informationen" an die Türken habe inzwischen zu mehr als 200 Militärschlägen auf Kurdenstellungen im Nordirak geführt. Die PKK stehe "am Rand des Zusammenbruchs", habe der damalige türkische Generalstabschef Ilker Basbug geschwärmt.

...


Aus: "Kampf gegen die PKK - USA lieferten Zieldaten für türkische Angriffe auf Kurden"
Von Markus Becker und Otfried Nassauer (16.09.2011)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,786304,00.html


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« Reply #467 on: September 29, 2011, 08:41:16 AM »

Quote
[...] Call of Duty: Modern Warfare 3 ... Während Kritiker die Reihe wegen der realistischen Darstellung von Kampfszenen verdammen, schätzen die Fans die Spiele gerade deswegen. Immer nach dem Motto: erst schießen, nie fragen.

Von diesen Adrenalin-Junkies gibt es viele, denn nach Angaben des Publishers Activision wurden von der Reihe bislang über 72 Millionen Spiele in alle Teile der Welt verkauft.


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    Velvia Blue
    28.09.2011 um 12:19 Uhr

Kritischer, aber nicht unfairer Bericht

Das (auch in dieser Kommentarsektion wieder zu findende) Aufheulen in der Gamer-Community, sobald irgendwo ein Artikel erscheint der ihr Hobby auch nur ansatzweise kritisch beäugt, ist fast genauso nervig wie reißerisch-einseitige Artikel über "Killerspieler".

Ich spiele selber sehr gerne und überlege, mir das Spiel zu kaufen. In dem nüchtern geschriebenen Artikel kann ich aber nichts Unfaires finden. Ich finde es richtig und in Ordnung, daß über unser Hobby auch von Außenstehenden berichtet wird. Daß dabei nicht immer die Jubelarien der einschlägigen Gamerpresse herauskommen, versteht sich von selbst, sollte aber für jeden Gamer der noch etwas über seinen Tellerrand blicken kann verkraftbar sein.


Quote
    appelblim
    28.09.2011 um 12:27 Uhr

richtig - Der Autor des Artikels wäre wohl auch bei Moorhuhn tief berührt vom unfairen und sinnlosen abschlachten von Hühnern - tiefe Emotionen tauchen auf ...


Quote
    carol
    28.09.2011 um 11:44 Uhr

falsche betrachtung virtuelle gewalt ist keine echte gewalt!

das sollten sie in ihre betrachtung mit einbeziehen.

.... denken sie mal an die begriffe im schach und dann lassen sie uns auf der gleichen(!) abstrakten ebene über shooter diskutieren- falls sie sich mit sowas überhaupt im geringsten auskennen.





Aus: "Erst schießen, nie fragen" Von Kurt Sagatz (28.9.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/games/2011-09/call-of-duty-mw3

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« Reply #468 on: October 05, 2011, 10:50:17 AM »

Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt und forderte rund 17 Millionen Menschenleben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Weltkrieg

-.-

Quote
[...] Erst bei Straßenbauarbeiten war man im Oktober 2010 auf Reste eines 125 Meter langen unterirdischen Stollens gestoßen. Deutsche Soldaten hatten ihn im ersten Weltkrieg gebaut und als Stellung genutzt. Am 18. März 1918 war der nahe Altkirch im Elsass gelegene "Kilianstollen" jedoch infolge französischen Granatenbeschusses eingestürzt und hatte 34 Soldaten unter sich begraben. Nach dem Krieg fand man auch den Stollen nicht mehr. Französische Archäologen haben das Gelände 93 Jahre später weitgehend freigelegt.
Zwar hatte man 1918 noch versucht, die Verschütteten zu bergen, gefunden wurden jedoch nur noch 13 Tote, die übrigen 21 blieben an der zwischen Altkirch und Dannemarie verlaufenden Front verschollen. Die seinerzeit evakuierte Zivilbevölkerung kam erst nach Kriegsende zurück und hatte anderes zu tun, als nach verschütteten Stellungen zu graben. Zwar waren viele Details des Kilianstollens bekannt, gefunden wurde das bis zu sechs Meter tief in der Erde gelegene Bollwerk aber nie mehr. Erst zum Bau eines Straßenstücks eingesetzte Bagger, stießen jetzt auf Überreste des aus Holzbalken gebauten Stollens. Nicht zuletzt aus Sorge vor Blindgängern und hier eventuell noch gelagerter Munition, wurden die Arbeiten unterbrochen.

Man zog den elsässischen archäologischen Dienst (PAIR) hinzu und sicherte die Fundstelle rund um die Uhr. Anhand noch vorhandener Pläne konnte sich das mit Unterbrechungen seit einem Jahr hier beschäftigte Archäologenteam gut orientieren. Noch sind die Grabungen nicht abgeschlossen, der leitende Archäologe Michael Landolt ist sich jedoch sicher, dass jedes eventuell noch verbleibende Geheimnis gelüftet und vor Ort nichts mehr übersehen wird. Die sterblichen Überreste der Toten werden in jedem Fall geborgen. Da die Namen der verschütteten Soldaten bekannt sind, können sie aufgrund von ihnen zuzuordnender persönlicher Gegenstände aller Wahrscheinlichkeit nach auch identifiziert werden.

In minutiöser Kleinarbeit konnten die Archäologen inzwischen offenbar auch die Umstände rekonstruieren, die den Stollen zum Soldatengrab werden ließen. Das Tagesgeschehen des 18. März 1918 haben Beschreibungen Überlebender in der Regimentsgeschichte festgehalten. Danach hatten die aus ganz Deutschland kommenden Soldaten der 6. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments 94 am Morgen ein sogenanntes "Gelbkreuzschießen" auf die ihnen gegenüber liegenden französischen Stellungen geführt, eine Bezeichnung, hinter der sich ein Senfgasangriff verbirgt. Im Gegenzug erfolgte einige Stunden später ein Granatenbombardement, vor dem die deutschen Soldaten in den Stollen flüchteten.

Die bis zu sechs Metern tief unter der Erde eingegrabene Anlage, die theoretisch 500 Soldaten hätte aufnehmen können und über 16 Zugänge, Öfen, sanitäre Einrichtungen, elektrisches Licht und sogar einen Telegrafen verfügte, galt als einsturzsicher. Offenbar muss jedoch, so denkt heute der leitende Archäologe Michael Landolt, auch ein Geschoss innerhalb des Stollens explodiert sein, eine Kraft, der das System nicht standhielt und in seinem am wenigsten tief gelegenen Teil die 34 Soldaten unter sich begrub. Belegen lässt sich diese These anhand von Knochenfunden und stellenweise weit verstreuten Balken und Gerätschaften. Vermutlich noch bis Ende Oktober wird es jetzt dauern, bis auch der letzte der Toten ausgegraben ist.


...


Aus: "Vermisste Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt" Annette Mahro (05. Oktober 2011)
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/vermisste-soldaten-aus-dem-ersten-weltkrieg-entdeckt

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« Reply #469 on: October 19, 2011, 09:03:53 AM »

Quote
[...] Vom Schützenpanzer Puma, der von den deutschen Rüstungsschmieden Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) gebaut wird, will de Maizière 350 statt 410 kaufen. Im Gegenzug sollen möglicherweise mehr als die bisher geplanten 272 Radpanzer des Typs Boxer bestellt werden, an dessen Fertigung die beiden Unternehmen ebenfalls beteiligt sind. An der Börse fiel der Kurs von Rheinmetall nach der Nachricht um fast einen Euro, erholte sich später aber wieder ...


Aus: "De Maizière will bei Rüstungsprojekten kürzen" (18.10.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-10/bundeswehr-ruestung-einschnitte

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« Reply #470 on: October 19, 2011, 09:27:31 AM »

Quote
[...] (sda/dapd/dpa) Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International untersuchte nach eigenen Angaben Rüstungslieferungen nach Ägypten, Bahrain, Jemen, Libyen und Syrien. Die wichtigsten Waffenexporteure waren laut diesem Bericht Deutschland, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Österreich, Russland, Tschechien und die USA.

Sie alle lieferten Waffen, Munition und andere Ausrüstung, mit deren Hilfe Polizei und Militär friedliche Demonstranten getötet, verletzt oder willkürlich verfolgt haben. Die Schweiz habe seit 2005 Kleinwaffen für einen Betrag von rund 293'000 Franken an Bahrain und für rund 4,5 Millionen Franken an Ägypten verkauft, schreibt Amnesty.

«Wenn jetzt Waffenembargos verhängt werden, dann kommt das zu spät und ist zu wenig», sagte Mathias John, der Rüstungsexperte der Organisation. «Unsere Untersuchung macht erneut deutlich, dass die bestehenden Exportkontrollen nicht ausreichen. Wir brauchen dringend ein wirksames internationales Waffenhandelsabkommen».


Aus: "Rebellen unterstützt und Waffen ans Regime geliefert" (19. Oktober 2011)
Quelle: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/amnesty_kritisiert_waffenlieferungen_an_arabische_regime_1.13047136.html

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« Reply #471 on: October 20, 2011, 07:52:32 AM »

Quote
[...] Seit Sommer 2011 geht die Terrororganisation PKK wieder systematisch gegen türkische Ziele vor. Bei einem der schwersten PKK-Angriffe seit Jahren haben am Mittwoch kurdische Kämpfer mindestens 26 türkische Soldaten und Polizisten getötet. Die Türkei reagiert mit militärischer Härte und fliegt Angriffe gegen Verstecke der PKK-Guerilla im Norden Iraks.

... derStandard.at: Bei den Angriffen der Türkei im Nordirak kommt es immer wieder zu zivilen Opfern. Warum hört man nichts von der Internationalen Gemeinschaft zum Thema?

Günay: Von zivilen Opfern hört man deshalb relativ wenig weil es sich um eine dünn besiedelte unwegsame Bergregion handelt. Wie viele zivile Opfer den türkischen Operationen tatsächlich zum Opfer gefallen sind ist schwierig festzustellen, auch weil es kaum unabhängige Informationen gibt. Gegen die Operationen selbst gibt es relativ wenig internationale Reaktionen, da in den letzten Jahren auf globaler Ebene allgemein eine wachsende Zustimmung für militärische Operationen gegen terroristische Gruppen zu beobachten ist.

...


Aus: ""Die Gewaltspirale dreht sich wieder"
Manuela Honsig-Erlenburg, 19. Oktober 2011 16:38
Quelle: http://derstandard.at/1318726245612/Die-Gewaltspirale-dreht-sich-wieder

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« Reply #472 on: October 31, 2011, 09:59:38 AM »

Quote
... Dieser Krieg war gerecht - Eine Bilanz der Intervention in Libyen.

...

Quote
    ikonaut
    30.10.2011 um 19:37 Uhr

1. Dieser Krieg war gerecht

diese überschrift manifestiert die menschenverachtende überheblichkeit des "westens"
[...]
niemals können anonymisierte tötungen zahlloser unschuldiger aus fliegenden hightechmaschinen gerecht sein.

niemals dürfen der kampf multinationaler rohstoffkonzerne um billiges öl zu nationalen befreiungsbewegungen euphemisiert werden.

pfui

Gekürzt. Bitte verzichten Sie bei Kritik am Autor auf Beleidigungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz


Quote
    RyuHayabusa
    30.10.2011 um 19:38 Uhr

Artikelüberschrift gelesen, Artikel weggeklickt.



Quote
    Atticus Finch
    30.10.2011 um 19:51 Uhr

Wer Artikel nicht liest, der sollte sie auch nicht kommentieren.


Quote
    mkrm
    30.10.2011 um 19:56 Uhr

BÄH!!

Die Überschrift ist das allerletzte. Die Zeit hat mich sehr, sehr enttäuscht!!!!!

Dieser Krieg war alles andere als Gerechtfertigt!

Arroganz und Überheblichkeit des Westens, mehr nicht!
Alles was der "Westen" macht, ist richtig, für den Planeten das beste und einzigst richtige.

... Auch die Mainstream Medien sollten sich etwas mehr an der Wahrheit festklammern und nicht wie es die Politik gerne hätte


Quote
    talwer
    30.10.2011 um 20:02 Uhr

Die erste Militäraktion gegen ein Regime im Namen des Zugriffs auf das libysche Öl.
Eigentlich so sollte es richtig heißen.

Im übrigens ist dieser Artikel eine Lobeshymne auf die Aggressionspolitik der NATO-Mächte USA, GB, F, N und die "lupenreinen Demokratien" aus Katar und den Vereinigten Arabische Emirate.

Wie sieht es den mit den Kriegsverbrechen der Rebellen aus? Kommen die auch vor dem IStGH nach den Haag?
Im Einklang mit der hier praktizierte Siegerjustiz, höchstwahrscheinlich nicht.
Der NATO-Sprecherin OANA LUNGESCU sind keine Verbrechen bekannt. Als Rumänin müsste sie auc folgendes (rumänisches) Sprichwort kennen "Dacã ar fi murit la prima minciunã ar fi de mult mort/moartã!" - zu deutsch "wäre sie bei der erste Lüge gestorben, müßte sie schon längst tot sein!"
Und das sagt schon eine Menge über die Beugung der Rechtsprinzipien nach Gutdünken bzw. die Anwendung von verschiedene Maßstäbe, je nach "Beliebtheitsgrad" der Täter.
Von Gerechtigkeit kann so, keine Rede sein.


Quote
    lobitoes
    30.10.2011 um 20:02 Uhr

Der Teufel im Detail

Zur Zeit werden Anhänger des Gadhafistammes vom Stamm der Rebellen massakriert.
Doch der feine Unterschied ist: dass letztere das Öl grossherzig von westlichen Ölkonzernen vertreiben lassen wollen, im krassen Gegensatz zu Gadhafi..
Also werden wir morgen sicher keinen Aufruf zum Schutz der "neuen" Zivilbevölkerung durch die Nato hören.


Quote
    josquin
    30.10.2011 um 20:13 Uhr

Krieg gerechtfertigt, bei dem Ergebnis?

In Afghanistan verteidigen "unsere Jungs" angeblich die Freiheit des Westens gegen die Taliban und halten die Fahne Menschenrechte hoch, und in Libyen bombt man Islamisten an die Macht.
Man rechtfertigt den Krieg in A. unter anderem mit der Notwendigkeit, die Rechte der dortigen Frauen und Mädchen zu verteidigen bzw erst einmal durchzusetzen, und die erste Amtshandlung der libyschen Übergangsregierung ist es, die Scharia einzuführen und Gaddafi-Sympathisanten zu terrorisieren und gelegentlich zu massakrieren.
Ganz abgesehen davon hat der Sieg der Nato bisher auch ca. 30.000 Menschen das Leben gekostet.
Dass der Sturz des Regimes nicht durch die UNO-Resolution 1973 gedeckt war: eine Petitesse für Kriegsfreunde.

Man braucht schon odentlich Chuzpe, einen Krieg überhaupt gerecht zu nennen, aber einen mit so einem erbärmlichen Ergebnis gerecht zu nennen grenzt an Realitätsverlust.


Quote
    Mr.T
    30.10.2011 um 20:19 Uhr

12. entmenschlichter Surrealismus

Es widerstrebt mir tatsächlich dieses Pamphlet überhaupt zu kommentieren. Jedoch kann man diese Zurschaustellung eines entmenschlichten Journalismus nicht so stehen lassen.
Dieser schockierend naiv-surrealen Darstellung ist wahrscheinlich nur mit schockierenden Realitäten zu begegnen:

Ich warne, es sind extrem schockierende Aufnahmen von den unschuldigen jüngsten Opfern dieses Kolonialkrieges, aber vielleicht kann man nur so verwirrtes Gedankengut ordnen:

Gekürzt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir angesichts der drastischen Aufnahmen nicht auf dieses Video verlinken möchten. Danke, die Redaktion/jz



Aus: "Dieser Krieg war gerecht" Von Jochen Bittner | Andrea Böhm (30.10.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/2011/44/Libyen-Intervention

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« Reply #473 on: January 12, 2012, 10:58:04 AM »

Quote
[...] Die US-Armee prüft die Echtheit eines Videos, das auf Leichen urinierende Soldaten zeigen soll. ...

Quote
   Alex Zatelli
    12.01.2012 um 9:27 Uhr

Gelebtes Herrenmenschentum.

Hier hat der tägliche Rassismus der Operationen am Hindukusch (oder im Irak) nur eine visuell prägnante Form gefunden.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/afghanistan-video-usa-leichen?commentstart=9#cid-1805136


Quote
   mahatmamueller
    12.01.2012 um 10:00 Uhr

Krieg ist scheußlich und schafft menschliche Monster. Und sage keiner, er wäre dagegen gefeit: Die Vorgänge in Ex- Jugoslawien zeigen, dass unter extremen Bedingungen auch Gebildete, Intellektuelle, Akademiker zu Scheusalen werden. ...

Bevor jetzt jemand aufstöhnt ich habe das Beispiel Ex-Jugoslawien gewählt, weil dies Kriegsgeschehen der Jetztzeit darstellt [...] Menschen der heutigen Nach- Weltkriegsgenerationen, zivilisiert und gebildet...

Die deutschen Greuel waren unermesslich scheusslicher, wenn es jemand lesen möchte; aber manche Scheußlichkeiten sind einfach nicht zu toppen - unmenschlich als Aussage meint höchstmöglich scheußlich.
Das, was hier gechildert wird, würde ich unter widerlich einstufen - ich bin mir sicher, es gibt scheußlichere Taten - auf jeder Kriegsseite, unabhängig von Hautfarbe, Nationalität, Religion.

...


Quote
   PALVE
    12.01.2012 um 9:41 Uhr

Kriege waren und sind nicht sauber - aber genau das soll uns - auch von unserer Regierung - immer wieder vermittelt werden. Schließlich geht es ja hier nur darum, "die Fahne der Demokratie in diese Länder zu tragen und nebenbei Handelswege frei zu halten". Alles andere muss man eben in Kauf nehmen. Auch wenn Zivilisten ums Leben kommen oder zivile Ziele "aus Versehen" bombardiert werden.

Niemand gibt uns das Recht, in andere Ländern zu intervenieren. Und der Großteil der Bevölkerung dieser Ländern wünscht es sich nun mal nicht, dass von außen eingegriffen wird!

Auch wenn uns das immer wieder erzählt wird.



Kommentar zu: "Video soll US-Soldaten bei Leichenschändung zeigen" (12.01.2012)
http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/afghanistan-video-usa-leichen



« Last Edit: January 12, 2012, 11:33:06 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #474 on: January 12, 2012, 11:59:38 AM »

Quote
[...] Hamburg - An diesem Nachmittag muss Chris Kyle nicht lange warten, bis er den Tod bringen darf. Er hat das perfekte Versteck gefunden. Eine leere Vier-Zimmer-Wohnung, nicht zu hoch gelegen, nicht zu tief, mit guter Übersicht und guter Deckung. Ein Traum für jeden Scharfschützen. Lang ausgestreckt liegt Kyle bäuchlings auf einem improvisierten Schießstand aus umgekipptem Kinderbett, ausgehängter Zimmertür und Matratze. Durch das Zielfernrohr seines Präzisionsgewehrs scannt er die Straßen von Falludscha. Bei der ersten verdächtigen Bewegung drückt Kyle ab.

Chris Kyle hat viele Namen. "Legende" nennen ihn seine Kameraden bei den Spezialkräften der US-Navy Seals. Als "Teufel von Ramadi" fürchten ihn seine Feinde im Irak. Als "Cowboy" beschreibt er sich selbst. Das Pentagon gibt seinen Bodycount - die Zahl der Menschen, die er erschossen hat - mit "mehr als 160" an. Damit gilt er als "tödlichster Scharfschütze" in der Geschichte der US-Streitkräfte.

Nun hat er seine Kriegserinnerungen niedergeschrieben, Anfang Januar ist das Buch mit dem Titel "American Sniper" in den USA erschienen. Auf fast 400 Seiten liefert es einen Einblick in das Seelenleben eines trainierten Killers und ist - zwischen markigen Sprüchen und patriotischem Getöse - ein Dokument moderner Kriegsführung der US-Truppen.

Die Szene in der verlassenen Wohnung fand im November 2004 statt. Über Wochen liefern sich US-Soldaten und verschanzte Widerstandskämpfer eine erbitterte Schlacht um die Kontrolle in Falludscha, rund 70 Kilometer westlich von Bagdad. Nun sind die Marines ausgerückt, unterstützt von einer Schar von Seals-Scharfschützen. Sie wachen in ihren Verstecken über die Straßen und Wohnblocks der zerschundenen Stadt. Einer von ihnen: Chris Kyle.

Die Sekunden vor seinem ersten Treffer an diesem Tag beschreibt der Ex-Soldat in seiner Biografie mit den Worten: "Ich konnte es kaum abwarten, bis die Schlacht endlich losgeht. Ich wollte ein Ziel. Ich wollte jemanden erschießen. Ich musste nicht lange warten."

Rückblende, März 2003, 400 Kilometer entfernt in Nasirija kurz vor der Grenze zu Kuwait: Wieder hockt Kyle am Fenster, wieder gibt er einer Gruppe Marines Deckung, wieder lauert er auf verdächtige Bewegungen. Mit einem entscheidenden Unterschied: Es ist sein erster Einsatz als Scharfschütze.

Eine Frau mit Kind verlässt ihr Haus, Kyle folgt ihr mit dem Zielfernrohr über die verlassene Straße. Als sich die Frau einer Gruppe US-Soldaten nähert, nestelt sie an ihrer Kleidung und zieht einen gelben Gegenstand hervor. Noch bevor sie die Granate chinesischer Bauart loslassen kann, streckt sie eine Kugel aus Kyles Gewehr nieder, dann noch eine. Seine Gefühlslage nach dem ersten tödlichen Treffer seiner Scharfschützenlaufbahn beschreibt er in "American Sniper" so: "Es war meine Pflicht zu schießen. Die Frau war ohnehin schon tot. Ich habe nur dafür gesorgt, dass sie keine Marines mitnimmt."

Kyle liefert in "American Sniper" so detaillierte wie subjektive Erinnerungen an Auswahl, Ausbildung und Einsätze in der sonst so verschwiegenen Welt der US-Spezialeinheiten. Immer wieder stellen die Co-Autoren Scott McEwen und Jim DeFelice Szenen aus dem Privatleben des Texaners dagegen. Kyles Ehefrau Taya kommt zu Wort, schildert die Geburt des gemeinsamen Sohnes, die Angst um ihren Gatten, der oft wochenlang kein Lebenszeichen in die Heimat senden konnte. Dann wieder der harte Schnitt in die brutale Realität im Feld, stundenlanges Lauern, schwerste körperliche und mentale Belastungen.

Emotionslos schildert Kyle über Seiten, wie er in umkämpften Städten wie Falludscha oder Ramadi seine Opfer aus der Distanz tötete. Dann wieder gerät er ins Schwärmen, wenn er beschreibt, wie er einmal aus mehr als zwei Kilometern Entfernung einen Mann mit Raketenwerfer niederschoss ("der weiteste bestätigte tödliche Treffer des Irak-Kriegs"). Freude über einen Todesschuss: An Passagen wie diesen ahnt man, was der Krieg - und das Kriegshandwerk - aus einem Menschen machen kann.

Die für so eine Reaktion nötige Einstellung erläuterte Kyle im erzkonservativen US-TV-Sender Fox News: "Du musst aufhören, den Feind als Menschen zu betrachten. Anders geht es nicht. Deshalb habe ich im Buch den Begriff 'Wilde' für die irakischen Widerstandskämpfer verwendet." Den Irak beschreibt er mit drei Worten: "Kanalisation, Schweiß und Tod." Differenzierung? Fehlanzeige.

Heute betreibt der 37-Jährige eine private Sicherheitsfirma. Eine der angebotenen Dienstleistungen: Scharfschützentraining, unter anderem für das US-Militär. Er sei nicht mehr derselbe Mann, der irgendwann einmal in seinen ersten Einsatz zog, schreibt Kyle: "Als Navy Seal gehst du auf die dunkle Seite, an die düstersten Orte der menschlichen Existenz. Der Krieg verändert dich. Ich hatte mich immer gefragt, wie es sich wohl anfühlt, jemanden zu töten. Heute weiß ich: Es ist keine große Sache."

Ob er bereut?

Oh ja, natürlich bereut er - aber anders, als man es vermuten könnte: Er bereut die Gelegenheiten, in denen er einen Kameraden nicht retten konnte, die Momente, in denen er "als Beschützer versagt hat". So sagt er es.

Und seine Opfer?

Für die hat er kein Mitleid, keine Sekunde hat er an der Rechtmäßigkeit seiner Taten gezweifelt. "Wen auch immer ich erschossen habe, war böse. Ich hatte einen guten Grund für jeden Schuss."

In Chris Kyles Welt ist kein Platz für Grautöne, er sieht Schwarz und Weiß, Leben oder Tod. Für mehr sei im Krieg kein Platz, sagt er. Und so überrascht es kaum, dass Kyle die Erinnerungen an seinen blutigen Feldzug mit einem knappen Fazit schließt: "Sie hatten es alle verdient, zu sterben." Richter und Henker in einer Person.


Aus: "Legendärer US-Scharfschütze - Im Fadenkreuz des Teufels" Von Johannes Korge (12.01.2012)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,808538,00.html

Quote
[...]

http://forum.spiegel.de/f22/legendaerer-us-scharfschuetze-im-fadenkreuz-des-teufels-51947.html

...

Quote
amerlogk

Eine schriftliche N24 Jubelamerika Doku!
Ein literarischer Sargnagel warum man keinen klassischen Journalismus mehr braucht.
Keine Ausgewogenheit, keine Darstellung der Gegenseite.
Wäre es zuviel dem deutschen Michel zuzumuten wie sich Mütter fühlen deren Kinder unschuldig erschossen worden sind?
Oder warum wir amerikanische Soldaten die Zivilisten mit 30mm Chainguns aus ihrem Apache Helicopter abschlachten nicht dem Kriegsgerichtstribubnal überstellen?

http://forum.spiegel.de/f22/legendaerer-us-scharfschuetze-im-fadenkreuz-des-teufels-51947.html#post9437529


Quote
hal4711

Unreflektiert

    Ein Typ der als kleines Kind schon mit Waffen konditioniert wurde darf dann im IRAK 160 Menschen (ganz sicher nur Miliz) töten und geht dann nachhause und führt ein glückliches Leben mit seiner Frau.
    Am besten sind die Bilder die Ihn als fürsorgenden Mann und liebenden Vater zeigen.
    Das dieser Krieg ansich schon falsch war wird nicht mal erwähnt.
    Alles in allem billige , eher schon menschenverachtende Propagandam die von irgendeinem Verlag der gerne diesen Schund (ein Stück große Literatur aus dem Land der Büchsenmacher) unters Volk bringen will , platziert wurde.
    Armer Spiegel , was wurde nur aus Dir ...

http://forum.spiegel.de/f22/legendaerer-us-scharfschuetze-im-fadenkreuz-des-teufels-51947.html#post9437539



Quote

Rage-Guy

Guter Mann

    Ein guter Mann, der gutes tat. Ständige Differenzierungen und Gestocher in den Grautönen ist ein hilfloser Gutmenschenreflex, der am Weltgefüge jedoch nichts ändert oder verbessert. Es gibt gute und schlechte Menschen, so ist es. Wer diese Wahrheit anerkennt, der kann auch einen guten Job als Scharfschütze machen.

    Gott schütze diesen Mann und seine Familie.

http://forum.spiegel.de/f22/legendaerer-us-scharfschuetze-im-fadenkreuz-des-teufels-51947.html#post9437541


Quote
seine_unermesslichkeit

Guter Artikel. So ist der Krieg!
Soweit ich weiß, hat Deutschland auch Scharfschützen in Afghanistan. Ob und wieviel ein deutscher Soldat an Talibs schon erschossen hat, darf die deutsche Öffentlichkeit nicht erfahren. Sie darf nicht mal erfahren, warum sie das nicht erfahren darf!

http://forum.spiegel.de/f22/legendaerer-us-scharfschuetze-im-fadenkreuz-des-teufels-51947.html#post9437551



http://forum.spiegel.de/f22/legendaerer-us-scharfschuetze-im-fadenkreuz-des-teufels-51947.html

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« Reply #475 on: January 31, 2012, 10:18:44 AM »

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[...] Als Haditha-Massaker (arabisch ‏مجزرة حديثة‎, DMG maǧzarat Ḥadīṯa ‚Haditha-Gemetzel‘; englisch Haditha killings, incidents oder massacre) wird ein Massaker an der Zivilbevölkerung in der irakischen Stadt Haditha bezeichnet, das Angehörige der Streitkräfte der Vereinigten Staaten am 19. November 2005 begingen. Im Zuge einer vorsätzlichen Vergeltungsaktion für den Tod eines Kameraden töteten Soldaten des United States Marine Corps 24 irakische Zivilisten, darunter auch Kinder, mittels Gewehrfeuer oder durch Handgranaten.

...Nach Medienberichten und offiziellen Angaben aus dem Pentagon haben Angehörige des US Marine Corps im Zuge dieser Vergeltungsaktion 24 unbewaffnete irakische Zivilisten, darunter neun Frauen, fünf Kinder sowie einen älteren einbeinigen Mann im Rollstuhl  – teilweise aus nächster Nähe – erschossen bzw. durch Handgranatenwurf getötet.

...


Aus: "Massaker von Haditha" (28. Januar 2012)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Haditha


-.-

Quote
[...] CAMP PENDLETON dapd | Das Massaker von Haditha ...  Mehr als sechs Jahre nach den tödlichen Schüssen vom November 2005, denen 24 unbewaffnete Iraker zum Opfer fielen, entschied ein Militärgericht in Kalifornien am Dienstag gegen eine Haftstrafe für den letzten von insgesamt acht Angeklagten. Grundlage für das Urteil war eine Absprache mit der Anklage, in der der Beschuldigte Frank Wuterich sich der Pflichtverletzung für schuldig bekannte. Demnach wird der Unteroffizier nun nur im Dienstgrad zurückgestuft, muss aber nicht ins Gefängnis. Die Anklage hatte auf Totschlag in neun Fällen gelautet.

Die Einheit Wuterichs ging 2005 gegen unbewaffnete Bewohner der irakischen Stadt Haditha vor, nachdem ihr Militärkonvoi auf einen Sprengsatz gefahren war. Der Angeklagte hatte eingeräumt, den Befehl ausgegeben zu haben, erst zu schießen und dann Fragen zu stellen. Hintergrund seiner Anordnung sei aber nicht gewesen, zivile Opfer zu treffen, sondern im Angesicht des Feindes potenziell tödliches Zögern zu verhindern. Diese Erklärungen widersprechen allerdings Aussagen von Angehörigen der Einheit. Unter den Opfern waren zehn Kinder und Frauen.

Mit dem Urteil vom Dienstag endete der letzte von einst acht Prozessen gegen US-Soldaten in dem Fall. Ein Angeklagter wurde freigesprochen, in den anderen Fällen wurden die Vorwürfe fallen gelassen.

In Haditha stieß das Urteil auf Empörung. Er habe erwartet, dass die US-amerikanische Justiz den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilen würde, und dass Wuterich sein Verbrechen eingestehen würde, sagte der Überlebende Awis Fahmi Hussein. "Damit hätten die USA sich als demokratisch und fair erweisen können."


Aus: "Das Massaker von Haditha bleibt straflos" (26.01.2012)
Quelle: https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=au&dig=2012%2F01%2F26%2Fa0120&cHash=0b6495c6a6

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« Reply #476 on: February 10, 2012, 01:44:22 PM »

Quote
[...] In den amerikanischen Streitkräften dürfen Soldatinnen nun auch regulär in kämpfenden Einheiten dienen. Das US-Militär erweiterte die Einsatzmöglichkeiten für Frauen in seinen Reihen entsprechend, wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte. Der Einsatz an der Front war ihnen bisher offiziell verboten. Tatsächlich dienen US-Soldatinnen aber schon seit längerem an der Seite ihrer Kameraden auch in kämpfenden Einheiten.

Damit können sich Frauen künftig auf etwa 14.000 Stellen im Militär bewerben, die ihnen bislang verwehrt blieben. Sie hatten schon seit längerem Positionen wie Sanitäter oder Aufklärer inne. Doch sie durften ihre Tätigkeit nicht direkt im Kampfgeschehen ausführen. Diese Regel diente dazu, Frauen hinter der Front zu stationieren und so aus Gefechten herauszuhalten.

Frauen dürfen aber auch künftig nicht in der Infanterie, Artillerie oder in Spezialeinheiten dienen. Doch prinzipiell sei nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft noch weitere Positionen für Frauen geöffnet werden, sagte Pentagon-Sprecher George Little.

(dpa)


Aus: "US-Militär erlaubt Frauen in kämpfenden Einheiten" (10.02.2012)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/politik-kompakt-us-militaer-erlaubt-frauen-in-kaempfenden-einheiten-1.1280493

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« Reply #477 on: March 24, 2012, 07:06:12 PM »

Quote
[...] Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben im vergangenen Jahr etwa 1,48 Milliarden Euro und damit 74 Millionen mehr als geplant gekostet. Das berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf einen Bericht des Verteidigungsministeriums. Demnach kostete der Afghanistan-Einsatz allein 1,28 Milliarden Euro. Mit weitem Abstand folgen die Missionen im Kosovo, die (68 Millionen), vor der somalischen Küste (62 Millionen) und im Libanon (25 Millionen).

... Die ersten zehn Jahre des Afghanistan-Einsatzes haben nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 17 Milliarden Euro gekostet. Das war dreimal so viel wie die von der Bundesregierung offiziell veranschlagten 5,5 Milliarden Euro. Sollte es wie geplant zu einem schrittweisen Abbau der Truppenstärke bis 2014 kommen, würden sich die Gesamtkosten nach Schätzung der Experten aus dem Herbst auf 22 Milliarden Euro summieren.

Größte Kostentreiber des Einsatzes waren laut Wirtschaftswoche die gestiegenen Treibstoffpreise. Hinzu kamen mehr Flüge zwischen der Heimat und dem Hindukusch sowie die große Menge an Kerosin für Awacs-Aufklärungsflugzeuge. Deutlich weniger Geld sei für die Position "Erhaltung von Wehrmaterial" ausgegeben worden: Da die Zahl der Strengstoffanschläge 2011 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei, seien weniger Reparaturen angefallen. Auch für Baumaßnahmen in Afghanistan gab die Bundeswehr dem Bericht zufolge weniger Geld aus: Wegen der verschärften Sicherheitslage musste sie häufig Projekte unterbrechen.


Aus: "1,28 Milliarden Euro am Hindukusch" (24.03.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-03/bundeswehr-auslandseinsatz-kosten

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« Reply #478 on: March 29, 2012, 09:41:56 AM »

Quote
[...] Riesendenkmäler sollen als Motivation für den heldischen Tod fürs Vaterland dienen, dem sie Dauer zu verleihen suchen. Die eingelegte Intention zerschlägt sich freilich nur all zu oft. Das antinapoleonische Denkmal in Waterloo/Belle Alliance zum Beispiel ist späterhin geradewegs zur Napoleon-Kultstätte mutiert. Und heute ist es wohl eher ein Ort für kommerzialisierten Gedenkrummel. Das auf Dauerstellen im Gedenkritual hängt nun auf dem Boden der Aufklärung nicht mehr mit dem christli-chen Jenseitsglauben zusammen, sondern soll der irdischen Zukunft des Staates oder Volkes dienstbar gemacht werden. Der Spruch, den der romantische Hermeneutiker August Böckh für Friedrich Wilhelm III. entwarf und der oft variiert auf zahlreichen Denkmälern seit den Befreiungskriegen wiederkehrt: "Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur Anerkennung, den zukünftigen Geschlechtern zur Nacheiferung", macht diese Tendenz der Verweltlichung deutlich. Nach dem ersten Weltkrieg, dessen Tote sich nur in Millionen noch zählen lassen, wurde es freilich schwierig, den zukünftigen Geschlechtern zur Nacheiferung diesen Tod zu empfeh-len. Die Funktion der Einschwörung auf den Nationalstaat bleibt allerdings auch dann noch erhalten. Die Formel lautet verändert dann: "Ihr seid nicht umsonst gestorben". Den Toten wird damit eine vorbildliche Haltung angesonnen, mit der die Überlebenden in Einklang stehen und der sie nachfolgen sollen.

Das Arsenal von Formeln und Formen bleibt im Prinzip für alle Länder ähnlich. Es ist erstaunlich gleichförmig trotz der nationalstaatlichen Unterschiede, die ja verkörpert werden sollten. Und sogar ganz ähnlich bei Siegern und Verlierern. Das Eh-renmal für die französischen Gefallenen in Sedan gleicht den Siegesmalen in Preu-ßen wie ein Ei dem anderen. Einmal wird der Sieg verherrlicht, das andere Mal die Niederlage verarbeitet. Was sich jeweils gleich bleibt, ist die Identifikation mit der Na-tion, für die gestorben werden mußte. Was in Frankreich 1870 der Fall war, nämlich daß die Soldaten nur der Zahl nach unterlegen seien, nicht wegen ihrer Tapferkeit, wiederholt sich in Deutschland 1918, wo das Heer im Felde unbesiegt blieb, wie es dann auf den Denkmälern heißt. Allerdings nur auf den Denkmälern auf deutschem Boden, denn auf den Friedhofsinschriften für deutsche Soldaten bei Verdun steht schlicht: "Hier ruhen deutsche Soldaten". Derselbe Tod wird also ganz verschieden identifiziert.149 Es wird mal so, mal so erinnert, je nachdem welches Denkmal wo stand und was es aussagen sollte. Symbolische Erinnerung ist fungibel.

Obwohl die Funktionen und die Formen der Kriegerdenkmäler sich sehr ähneln, und der Motivschatz eher schmal ist, - es sind die immer gleichen Trophäen: Niken, Engel, Heroinen, Adler, Löwen, Hähne, Siegespalmen, Fackeln und Helme.
Ein Unterschied ist vielleicht, das in Frankreich das private Schicksal stärker thematisiert wird. Diese private Thematisierung geschieht in Deutschland eher selten.

Trotz dieser monotonen Gleichförmigkeit zielten die Stifter der Denkmäler selbstverständlich eher auf die nationale Homogenität unter Ausschluß der anderen. So gibt es nach dem ersten Weltkrieg keine gemeinsamen Gräber mehr. Die Feindschaft der Kriegsgegner soll revanchistisch über den Tod hinausgehen - zur Identitätswahrung der Überlebenden. Die Gleichheit der Toten wird zurückgenommen zugunsten der Gleichheit der Toten und Überlebenden der einen Nation. Während also früher der Tod der Gleichmacher war, so ist es nun die Nation.
Diese gleichmacherische Tendenz verändert selbstverständlich auch die Stellung der toten Individuen. Immer häufiger werden im nationalstaatlichen Zusammenhang die bisher ungenannt gebliebenen Gefallenen denkmalsfähig. Zwar bleibt der politische Totenkult in der Verfügungsgewalt der jeweiligen Sieger, solange sie jedenfalls Macht ausüben können, der Gleichheitsanspruch setzt sich aber durch - bis zur letzten Station dieser Demokratisierung: dem Grabmal des unbekannten Soldaten.

...



Aus: "Schwierigkeiten ästhetischer Bildung - mit ständigem Blick auf die kritische Theorie Theodor W. Adornos"
Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg Vorgelegt von Hans-Peter Gerstner (Datum ???)
Quelle: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte/2002/1952/pdf/diss.pdf

-.-

Ein Grabmal des unbekannten Soldaten ist eine besondere Form des Kriegerdenkmals. Anders als beim Pariser Triumphbogen steht das Denkmal im Gegensatz zum Wortsinn meist nicht für das Grabmal eines Unbekannten, sondern als symbolisches Denkmal für die gefallenen Soldaten der eigenen Streitkräfte. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Grabmal_des_unbekannten_Soldaten

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« Reply #479 on: April 18, 2012, 02:13:26 PM »

Quote
[...] Berlin (dpa) - Die Bundeswehr wird Piraten aus Somalia künftig auch an Land jagen dürfen. Das Bundeskabinett beschloss dazu eine deutliche Ausweitung des Einsatzes am Horn von Afrika.

In Zukunft sind auch Luftangriffe auf Stellungen von Seeräubern möglich, wenn sich diese in einer Entfernung von maximal zwei Kilometern von der Küste befinden. Der Einsatz von deutschen Soldaten am Boden bleibt - bis auf Notfälle - verboten.

Der Bundestag wird vermutlich am 11. Mai endgültig über die Ausweitung des «Atalanta»-Einsatzes entscheiden, der von der EU getragen wird. Die schwarz-gelbe Koalition hat im Parlament eine klare Mehrheit, so dass die Zustimmung gesichert ist. Die Opposition wird den Einsatz dagegen vermutlich erstmals geschlossen ablehnen. Nach der Linkspartei halten nun auch SPD und Grüne die Gefahr für Soldaten und für unbeteiligte Zivilisten für zu groß.

Die «Atalanta»-Mission - benannt nach einer Jägerin aus der griechischen Sagenwelt - läuft bereits seit Ende 2008. Derzeit ist die Bundeswehr vor Somalias Küsten mit mehr als 340 Soldaten auf Piratenjagd. Dabei ist auch das größte Schiff der Marine, die «Berlin», die auch zwei Hubschrauber an Bord hat. Mitte Mai soll sie von der Fregatte «Bremen» abgelöst werden, die ebenfalls zwei Helikopter mit sich führt.

Bei der Bekämpfung der Piraten an Land sollen solche Hubschrauber künftig eine zentrale Rolle spielen. Mit Angriffen aus der Luft könnten zum Beispiel Boote, Waffen- und Treibstofflager der Seeräuber zerstört werden - allerdings nur in Nähe des Strandes. Wörtlich heißt es in dem neuen Mandat: «Deutsche Einsatzkräfte dürfen bis zu einer Tiefe von maximal 2000 Metern gegen logistische Einrichtungen der Piraten am Strand vorgehen.»

Auch mit dem neuen Mandat ist ein Einsatz am Boden allerdings ausgeschlossen. Ausnahme sind Notfälle - beispielsweise, wenn ein Hubschrauber abgeschossen wird und die Besatzung gerettet werden muss. Trotzdem wollen SPD und Grüne der Mission nicht mehr zustimmen, weil sie die Risiken nun für zu groß halten. Die Linkspartei hatte den Einsatz von vornherein abgelehnt.

Die Bundesregierung bemüht sich aber weiterhin um einen möglichst breiten Rückhalt im Parlament. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sprach von einer «kleinen, nützlichen, zusätzlichen militärischen Option». Eine neue Qualität habe der Einsatz nicht. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte: «Wenn ganz Europa Piraten bekämpft, kann Deutschland als größte Handelsnation nicht abseitsstehen. Wir können uns hier nicht wegducken.»

Die SPD nannte den Kabinettsbeschluss hingegen eine Scheinlösung, die viele Risiken mit sich bringen werde. Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour warnte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) davor, die Bundeswehr in ein sinnloses Abenteuer zu schicken. Der Linken-Abgeordnete Paul Schäfer nannte die Regierungspläne eine «hilflose Fortsetzung des bisherigen Mandats».

Beide Minister mahnten zugleich eine stärkere Bekämpfung der Ursachen der Piraterie an. Die Staatenbildung in Somalia müsse ebenso vorangetrieben werden wie die Verfolgung der Hintermänner und der Kampf gegen die Geldwäsche. Im vergangenen Jahr gab es nach offiziellen Angaben am Horn von Afrika 176 Piraten-Angriffe. Insgesamt 25 Schiffe wurden gekapert. Nach Schätzungen wurden mehr als 140 Millionen Dollar Lösegeld erpresst.

Der Verband Deutscher Reeder begrüßte den Kabinettsbeschluss. Seeleute könnten so noch besser vor Gewaltverbrechen geschützt werden.


Aus: "Kabinett beschließt Anti-Piraten-Einsatz an Land" (18.04.2012)
Quelle: http://www.zeit.de/news/2012-04/18/kabinett-kabinett-beschliesst-anti-piraten-einsatz-an-land-18144602

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