COMMUNICATIONS LASER #17
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Author Topic: [Versprengte Notizen zum Krieg... ]  (Read 44226 times)
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« Reply #405 on: July 27, 2010, 09:13:43 AM »

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[...] Heike Groos: [...] Man schickt uns auf einen humanitären Einsatz und dann fliegen wir dort hin, steigen aus dem Flugzeug, machen die Augen auf und sind mitten im Krieg und fragen uns: warum? Und was sollen wir hier tun? Und warum wir? - und, und, und, Fragen ohne Ende. Wir sehnen uns danach, dass man ehrlich ist.

...


Aus: ""Wir fühlen uns völlig allein gelassen": Heike Groos und Herfried Münkler im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse" (18.10.2009)
Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/1052857/


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[...] Wikileaks hat sich Verbündete gesucht, um 92.000 bislang unbekannte Dokumente zum Afghanistan-Krieg online zu stellen. Das zahlt sich aus. Doch wie geht es weiter? Die Organisation steht vor einer Bewährungsprobe.

[...] Stimmen die Angaben der nicht sonderlich transparenten Organisation, so musste umfangreiches Material von Spezialisten gesichtet werden, die sich mit Militäroperationen auskennen. Alles, was Unschuldige gefährden könnte, musste gelöscht oder anonymisiert werden. Dazu gehörte auch Material, das aktuell in Afghanistan stationierte amerikanische oder ISAF-Truppen gefährdet hätte. Diese Arbeit am Quellenschutz soll mehrere Monate gedauert haben. Rund 15.000 Afghanistan-Dokumente sollen bearbeitet oder zurückgehalten worden sein. Auf der Londoner Pressekonferenz erklärte Assange, dass man zudem als „top secret“ klassifizierte Berichte und CIA-Texte so lange zurückhalte, bis keine Gefahr für Informanten mehr bestehe. Auch fehlten mangels deutscher Militärexperten Originalberichte der Bundeswehr aus Afghanistan. Zudem seien nur fünfzehn diplomatische Depeschen in das bislang veröffentlichte Material aufgenommen worden, die sich direkt auf Afghanistan beziehen.

...

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Ein gefundenes Fressen für die Propagandaabteilungen

René Vogt (Paulae)

Es ist schon erstaunlich. Wahrheiten werden zur Gefahr. Hier können sich jetzt alle Propagandamitarbeiter richtig austoben. Durch die Verbreitung von Wahrheiten werden plötzlich Gefahren für irgendwelche obskuren Mitarbeiter geschaffen. Die militärischen Einheiten werden durch die Veröffentlichung von Wahrheiten in Gefahr gebracht.
Die einzige Tatsache, dass Menschen militärischer Gefahr ausgesetzt sind, ist die Vorbereitung, die Durchführung und die Aufrechterhaltung des Krieges. Die Wahrheit ist, dass wir vor, während und nach dem Krieg von demokratischen Volksvertretern über den Krieg belogen wurden und werden. Die Wahrheit ist, dass die große Mehrheit des deutschen Volkes diesen Krieg ablehnt, aber eine kleine Minderheit diesen Krieg aus politischen und wohl auch wirtschaftlichen Gründen bis zur bitteren Niederlage befürwortet. Man überlege sich, wir haben eine Weltwirtschaftskrise, aber Krieg scheint sich offensichtlich zu lohnen.

...



Aus: "Die Afghanistan-Dokumente bei Wikileaks: Das Rohmaterial des Krieges vor der Destillation"
Von Detlef Borchers (27. Juli 2010)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~E417946A71DBA431387D8E364B4820764~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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[...]  Der Krieg verläuft demnach weit schlechter, als von der Nato verkündet, die westlichen Militärs agieren in dem Konflikt naiver und die bewaffneten Gegner der afghanischen Regierung dagegen brutaler und geschickter, als es in westlichen Hauptstädten bisher dargestellt wurde. Zugleich zeichnen die Dokumente von den afghanischen Sicherheitskräften, die laut Beschluss der Kabuler Außenministerkonferenz vor einer Woche ab 2014 die volle Verantwortung für das Land übernehmen sollen, ein hoffnungslos desolates Bild.


Die Berichte von Militärs an der Front und von Geheimdienstoffizieren und -analysten in Afghanistan, die laut der drei Medien authentisch sind und den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2009 abdecken, beschreiben kein komplett neues Bild des Konflikts. Aber die von Militärjargon und Abkürzungen nur so strotzenden Dokumente zeigen, dass die PR-Strategen oft nicht die volle Wahrheit sagten und der Krieg weit schmutziger und brutaler ist, als viele befürchtet haben. Damit haben die Enthüllungen das Potenzial, die wachsende Unbeliebtheit des Kriegs in den Truppenstellerländern weiter zu erhöhnen und die ohnehin angekratzte Glaubwürdigkeit seiner Protagonisten weiter zu untergraben.

[...] Laut den veröffentlichten Dokumenten hat es knapp 150 Fälle gegeben, bei denen Zivilisten versehentlich von US- oder Nato-Soldaten getötet oder verletzt wurden. Das sind laut Guardian weitaus mehr, als bisher eingeräumt wurde. Die Dokumente belegen zudem Fälle, in denen Operationen erschreckend schief gelaufen sind. Unter den Dokumenten ist laut Spiegel jedoch keines mit Informationen über bisher unbekannte Gewaltexzesse oder illegale Geheimoperationen unter Beteiligung deutscher Soldaten. Zugleich zeigen die Dokumente, dass auch die Taliban vermehrt zivile Opfer in Kauf nehmen.

[...] Die drei Medien, denen die Dokumente von Wikileaks als Erstes vorgelegt wurden, charakterisieren sie als Logbuch des Kriegs aus der Sicht derjenigen, die ihn auf Seiten von USA und Nato kämpfen. Sie zeigen, wie die Taliban und Kämpfer des Warlords Gulbuddin Hekmatjar und des Haqqani-Netzwerks im Raum Kundus, wo die Bundeswehr operiert, Fuß fassen, indem sie einen Keil zwischen die Bevölkerung und Bundeswehr treiben und dann den bewaffneten Widerstand erfolgreich eskalieren.

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26.07.2010 18:41 Uhr:
von Nas:

Die von Wikileaks veröffentlichen belgen noch viel mehr. Die Medien haben versagt und sollten ebenfalls nur als ein Handlanger der Regierungen betrachtet werden. Wikileaks brint mehr zu stande als Spiegel, Taz und Co. Ihr habt im Irakkrieg versagt und ihr habt auch jetzt versagt. Für haben die Mainstreammedien abgewirtschaftet. Es lebe das freie Internet und der freie Informationsverkehr. Hobby Journalisten a la Schall und Rauch, berichten inforamtiver als es unsere Mainstream-Medien tun.


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26.07.2010 22:37 Uhr:
von Michael K.:

Das ist ein schönes Besipiel für einen Fall bei dem viele Politiker genre mal eine Internetseite sperren würden, wenn sie die Infrastruktur dafür hätten. (Ursula von der Leyens Internetsperrren)
Falls es nötig, könnte "militärische Geheimnisse" als Begründung herhalten.
Und in diesem Krieg sterben auch Kinder"!


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26.07.2010 22:59 Uhr:
von einfacher Bürger:

Die Aufgabe als vierte Gewalt in der Demokratie haben die Vertreter der "großen" Zeitungen, öffentlich-rechtlichen Anstalten sowie privaten Fernsehsender längst nicht mehr verfolgt. Vielmehr habe sogar ich als Verteter des konservativen Flügel der Gesellschaft den Eindruck, dass diese Sprachrohr von Regierung und Konzernen sind. An dieser Stelle soll zunächst der Hype um das Apfeltelefon und der nicht mehr vorhandene investigative Journalismus ausreichen.


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27.07.2010 00:03 Uhr:
von vic:

Ich wette, die Meisten die das jetzt erfahren, halten nicht die Existenz von Killertruppen für einen Skandal, sondern die Existenz von Wikileaks, und dass sich einige über Killertruppen aufregen.
Schließlich sind "wir" in diesem Krieg die Guten.


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27.07.2010 00:03 Uhr:
von Martin:

Lieber Nas,

so einfach ist es nicht. Hätte Spiegel und the Guardian die Sachen nicht geprüft würde niemand Wikileaks glauben... Man könnte es als Spinner mit gefälschten Beweisen abtun. Dank den großen Zeitungen steigt die Glaubwürdigkeit der Daten erheblich. Ansonsten könnte man auch einfach behaupten: Verschwörungstheorie. Nicht die Information zählt, sondern das Wissen, das eine Information wahr ist.


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27.07.2010 00:51 Uhr:
von atypixx:

Wundert es jemanden, dass es solche Einheiten gibt? Glaube kaum.


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27.07.2010 01:26 Uhr:
von Ras Al Gul:

Ich kann ehrlich gesagt nichts skandalös neues in den nun veröffentlichten Dokumenten erkennen. Das Partisanen gezielt getötet werden, aus strategischen Gründen getötet werden müssen, gehört zum ein mal eins des Kriegshandwerks. ...


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27.07.2010 01:45 Uhr:
von David Zwadlo:

@Nas: Wikileaks ist ein weiteres Medienangebot, vielleicht auch ein Partner etablierter Medien. Aber ganz sicher kein Ersatz dafür.
Die deutschen Medien haben nicht versagt. Sie hätten es erst, wenn ihnen die gleichen Dokumente angeboten worden wären und sie dieses Angebot abgeschlagen hätten.


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27.07.2010 07:23 Uhr:
von arribert:

Ich weiß von einem Bundeswehrsoldaten, der dort als Zeitsoldat war, dass die Amis dort bei den Deutschen waren und eigentlich allen durch ihr martialisches Auftreten unangenehm aufgestoßen sind. Er hat auch von einem Kommandotrupp berichtet, die immer mal losgedüst sind, ohne zu erzählen wohin und dann mit leergeschossenen Munitionskisten wiederkamen, der ein oder andere US-Soldat hat dann auch mal eine Verletzung gehabt oder es war ein Fahrzeug weniger. Das hat der aber schon vor ein oder zwei Jahren erzählt. Ich glaub eher, dass hier die Medien nicht richtig hinsehen wollten, denn die Geschichten hierzu wurden kolportiert und man hätte vielleicht nur mal nachhaken müssen. Dass dies nicht die Springerpresse mit ihrem Ersatzkanzler KT Guttenberg nicht macht ist klar, aber hier hätte auch die Taz mal früher nachfragen können. Denn dies beweist doch nur eines, es herrscht Krieg und die Deutschen sind darin unmittelbar beteiligt. ...


...


Aus: "Dokumente zum Afghanistan-Einsatz: Logbuch des Krieges" VON SVEN HANSEN (26.07.2010)
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/logbuch-des-krieges/

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[...] Dafür, dass angeblich gar nichts Neues in den Dokumenten steht, sind die Journalisten ziemlich hartnäckig. Robert Gibbs, Sprecher von US-Präsident Barack Obama, steht am Montag vor Reportern im Weißen Haus, gerade wurde er nach den fast 92.000 Berichten aus Datenbanken des US-Militärs über den Afghanistan-Krieg befragt, die nun an die Enthüllungsplattform WikiLeaks gelangt sind - und in den Wochen zuvor durch den SPIEGEL, den Londoner "Guardian" und die "New York Times" sorgfältig ausgewertet worden waren.

Die Geheimmemos könnten das Leben amerikanischer Soldaten gefährden, betont Gibbs zwar. Doch dann gibt er sich betont gelassen: "Ich glaube nicht, dass darin etwas zu lesen ist, das nicht entweder schon von Ihnen oder von Vertretern der US-Regierung öffentlich diskutiert wurde."

Die Berichterstatter geben nicht nach: Was ist von der angeblichen Unterstützung der Taliban durch Pakistan zu halten, die in den Memos dokumentiert wird? Was ist mit der Tötung von mehr Zivilisten als bislang bekannt, etwa durch die geheimen Aktivitäten der umstrittenen US-Task Force 373, die Jagd auf Top-Terroristen macht? Ob der Präsident Obama darüber nicht schockiert sei, wollen die Reporter wissen.

Gibbs schaut genervt. "Der Präsident muss kein durchgesickertes Dokument im Internet lesen, um über den unnötigen Tod von Zivilisten schockiert zu sein", kanzelt er die Fragen ab. Außerdem könne die Regierung nicht alle Details kennen. Die WikiLeaks-Unterlagen seien dem Weißen Haus erst Ende voriger Woche bekannt geworden. "Ich habe bestimmt nicht 90.000 Dokumente geprüft", sagt Gibbs.

So sieht also die Verteidigungslinie des Weißen Hauses am Tag nach dem Datendesaster aus: Runterspielen, cool bleiben, abwimmeln - und suggerieren, eigentlich habe das aktuelle Regierungsteam mit den Geheimmemos des Militärs ohnehin wenig zu tun.

Wichtigstes Argument dafür: Die Berichte enden kurz nachdem Obama im Dezember 2009 seine neue Afghanistan-Strategie verkündet hat. Also könnten die Details über Tausende Schwierigkeiten im Krieg gar als Argument für den Kurswechsel gelten - schließlich habe der Demokrat ja gerade deswegen die Strategie korrigiert.

[...] Gleichzeitig begann das Weiße Haus damit, Zweifel an der Bedeutung der bekannt gewordenen Geheimdokumente zu säen. So wurde eine Passage aus der "Guardian"-Berichterstattung zitiert, in dem ein Regierungsbeamter die Memos als Mix aus "Gerüchten, Blödsinn und Informationen aus zweiter Hand" bezeichnet.

[...] Zbigniew Brzezinski, Nationaler Sicherheitsberater unter Präsident Jimmy Carter, zieht [ ] Parallelen zu den "Pentagon Papers" - jenen berühmten Geheimbericht über die Lügen des Vietnam-Konflikts, dessen Publikation 1971 die Stimmung in den USA gegen den Krieg drehte. "Auch Obamas Team könnte nun die Kontrolle über seine Kriegsstrategie verlieren", warnt Brzezinski. Die Geheimmemos könnten also Obamas "Afghanistan Papers" werden.

Daniel Ellsberg, der damals die "Pentagon Papers" öffentlich machte, sagt zu den aktuellen Publikationen: "Sie verstärken die Zweifel an einem Krieg, der uns schon 300 Milliarden Dollar gekostet hat - und in dem die Taliban trotzdem jedes Jahr stärker zu werden scheinen." Nun rücke die Frage nach dem Sinn des Krieges immer mehr in den Vordergrund.

[...] Zwar gibt es konservative Stimmen wie die der ehemaligen Bush-Beamtin Kori Schake vom Hoover Institute, wonach die Publikation "den Feinden helfe". Doch es sind Einzelstimmen, die sich gegen die Medien richten. Unter Obama-Vorgänger George W. Bush war das noch anders. Der versuchte die "New York Times" von einem Artikel über ein geheimes Abhörprogramm mit dem dramatischen Appell abzubringen, die Journalisten hätten sonst Blut an ihren Händen.

Der Zorn des Weißen Hauses richtet sich vielmehr gegen WikiLeaks. Von der Veröffentlichung habe man nur durch Medien erfahren, kritisieren Regierungsvertreter die Vorgehensweise des Webportals. Die einflussreiche US-Senatorin Dianne Feinstein hat das Pentagon zu einer umfassenden Untersuchung aufgefordert. "Diese Lecks stellen eine ernste Bedrohung der nationalen Sicherheit dar", erklärte die zur Demokratischen Partei gehörende Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses am Montag. Feinstein forderte US-Verteidigungsminister Robert Gates auf, eine groß angelegte Untersuchung einzuleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Doch ob die US-Regierung damit die Debatte eindämmen kann, erscheint fraglich. Schließlich wird jetzt weltweit über die Berichte und die Schwierigkeiten der westlichen Truppen in Afghanistan debattiert. "Die Veröffentlichung der Memos wird unter den Verbündeten vermutlich stärkere Diskussionen auslösen als in den USA", glaubt Afghanistan-Fachmann Bruce Riedel. "Die Dokumente zeigen unter anderem, mit was für fast naiven Erwartungen Staaten wie Deutschland den Afghanistan-Einsatz begannen. Nach fast neun Jahren sind sie wohl eines Besseren belehrt worden"

...


Aus: "Enthüllung brisanter Afghanistan-Dokumente: Datendesaster untergräbt Obamas Kriegspläne"
Von Gregor Peter Schmitz, Washington (27.07.2010)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708608,00.html

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[...] Berlin - Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele drängt auf mehr Informationen zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan: Er bemühe sich bereits seit einem halben Jahr zu erfahren, welche geheimen Kommandoaktionen von der Bundeswehr unterstützt würden. "Und vor allem, was die Operationstruppe TF 47 der Bundeswehr dort macht", sagte Ströbele der "Neuen Presse".

[...] Ströbele begrüßte die Veröffentlichung der Geheimdokumente. "Es wird rund um den Krieg in Afghanistan viel zu viel nicht nur geheim gehalten, sondern auch gelogen. Die Wahrheit bleibt wieder einmal auf der Strecke", beklagte er. Diese Papiere seien wichtig und interessant. Möglicherweise könnten sie auch Kriegsverbrechen belegen. "Täglich werden Zivilisten, mögliche Taliban-Verdächtige, aber auch US- und andere Soldaten der Allianz von Nato-Truppen getötet", sagte Ströbele. Das dringe nur hin und wieder an die Öffentlichkeit. "Um die Parlamente zur richtigen Politik zu drängen, müssen die Fakten aber ans Licht", sagte Ströbele. Ströbele ist auch Mitglied des parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste.

[...] Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg forderte unterdessen eine klare Rechtsgrundlage für den Einsatz von Spezialkräften in Afghanistan. "Die haben wir international abgestimmt derzeit zu meiner Zufriedenheit noch nicht", sagte der CSU-Politiker am Montag in einem Interview des Fernsehsenders Phoenix.

Guttenberg betonte, dass deutsche Spezialkräfte in Afghanistan nur an Festnahmen beteiligt seien. "Das ist kein Geheimnis", sagte er. Die Praxis der gezielten Tötungen bezeichnete er dagegen als "Überspitzung".

anr/dpa/ddp


Aus: "Militär-Dokumente: Ströbele fordert Wahrheit über Afghanistan-Einsatz" (27.07.2010)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708616,00.html

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[...] In Afghanistan findet beileibe kein geheimer Krieg statt. Wie schon zuvor aus dem Irak wird aus Afghanistan berichtet, werden das Militärische und das Politische in alle Welt transportiert, weitgehend richtig gewichtet und verstanden.

Deswegen weiß die Welt inzwischen, dass die Völkergemeinschaft große Chancen hat, in Afghanistan mit ihren Plänen zu scheitern. Das Land lässt sich offenbar nicht befrieden. Gewalt, Hunger und Vertreibung werden auch weiter das Leben in Afghanistan bestimmen, wie schon in den letzten Jahrzehnten.

Schuld an dieser Misere trägt jener Teil der Weltgemeinschaft nur bedingt, der unter Führung der USA sein politisches, militärisches, und noch viel wichtiger: sein humanitäres Kapital in Afghanistan investiert. Die mehr als 40 Nationen werden vom aufrichtigen Interesse geleitet, Afghanistan Frieden und Entwicklung zu bringen.


[...]  In der Tendenz belegen die Dokumente, was bereits bekannt war. Aber es gibt zahlreiche viele neue Details zu verarbeiten - über Pakistan, über die Raketengefahr für Flugzeuge, über das Ausmaß gezielter Tötungen durch amerikanische Kommandoeinheiten.

Sensationell ist damit die Menge der Beweise für das Ausmaß an Resignation, das sich aus den Dokumenten herauslesen lässt. Die schiere Zahl der Meldungen von Misserfolgen zeigt, dass es über viele Jahre hinweg niemals gelungen ist, die grundlegende Dynamik des Konflikts zu verändern. So sehr sich die Ausländer auch abmühten, das Land wollte nie nach ihren Regeln funktionieren. Aber auch das ist eigentlich keine Neuigkeit mehr.

[...] Die Papiere haben das Potential, die letzte Hoffnung für einen militärischen und politischen Erfolg in Afghanistan zu zerschlagen. Sie werden den öffentlichen Widerstand gegen den Krieg vor allem in den USA anheizen, vier Monate vor den Zwischenwahlen und sechs Monate ehe der Kongress einen kritischen Zwischenbericht über den Erfolg der bislang letzten Afghanistan-Strategie erwartet. Kein Präsident kann seinen Wählern mehr erklären, wie er 92.000 Dokumenten der Frustration eine Hoffnungsbotschaft entgegensetzen will.

...

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koushi schreibt

 Im ersten Moment, nach Überschrift und Teaser,

dachte ich, es könnte ein ganz guter Artikel sein. Doch dann kam dieser Teil: "Schuld an dieser Misere trägt jener Teil der Weltgemeinschaft nur bedingt, der unter Führung der USA sein politisches, militärisches, und noch viel wichtiger: sein humanitäres Kapital in Afghanistan investiert. Die mehr als 40 Nationen werden vom aufrichtigen Interesse geleitet, Afghanistan Frieden und Entwicklung zu bringen." Und an dieser Stelle habe ich aufgehört weiter zu lesen.




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Bernd_1 schreibt

Schon die Grundlage des Krieges basiert auf äusserst fragwürdigen Begründungen. Nach all den Lügen: glaubt eigentlich wirklich noch irgendwer an das Märchen der "bösen Männer in afghanischen Höhlen", die die Gebäude des World Trade Centers zu Fall gebracht haben? Dieser, sowie die meisten Kriege zuvor und danch sind von der Regierung in den USA unter falscher Begründung gestartet worden - im Falle Afghanistan sogar mit Zustimmung der UNO, um sich wenigstens den Anschein der Legalität zu geben. Die "gutmenschliche Annahme" der positiven Motive des Westens zur Führung dieses Krieges entspricht wohl hoffentlich nicht mehr der Mehrheit der Leser.


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rumburak2006 schreibt

Endlich ein Niveau

Endlich hat die SZ das Letzte Niveau erreicht. "Wie schon zuvor aus dem Irak wird aus Afghanistan berichtet, werden das Militärische und das Politische in alle Welt transportiert, weitgehend richtig gewichtet und verstanden."
Wie wir bei den Embedded Journalists und zum Beispiel dem Massaker von Falludscha gesehen haben über welches die "Presse" "frei und aufrichtig" "berichtet" hat.
Die SZ ist endgültig bei den Nachplapperern und Kriegsanbetern angekommen.
Was für ein peinliches Trauerspiel für eine Zeitung an Hand derer mir einst mein Deutschlehrer die Bedeutung einer "Zeitung" beibrachte.

bye bye


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roughrider schreibt rumburak2006:

Ein Niveau ist ist unwichtig! Viel wichtiger ist wie hoch das Niveau ist!

Es gibt keine Presse; die völlig neutral berichtet und informiert; und erst recht nicht die SZ!

rumburak2006 schreibt Endlich ein Niveau
Endlich hat die SZ das Letzte Niveau erreicht.


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1Minimax schreibt

Der Krieg und die Medien

Wie schon vor vielen Jahren bezüglich des Vietnamkrieges wird auch dieses Krieg, kriegsähnliche Einsatz, Kampf den Terror oder meinetwegen die bewaffnete Brunnenbauaktion von Medien begleitet. Während des Vietnamkrieges wurden die Medien bzw. die Öffentlichkeit bezüglich der Umstände des Krieges über einen langen Zeitraum getäuscht. Manche Journalisten haben selbst als die Täuschungen bezüglich des Vietnamkrieges aufflogen aber noch kräftig weiter Propaganda für den Vietnamkrieg betrieben. Wider besseres Wissen.

Ich sehe auch heute manche Journalisten - vorallem in den elektorinischen Medien - auf einem ähnlichen Kurs. Man will manchmal die Umstände gar nicht so genau wissen. Zu viel Information könnte ja dazu führen dass das Kartenhaus welches die Regierungen aufgebaut haben zusammenbricht. Neben dem Kartenhaus könnte auch das eigene Weltbild der Journalisten zusammenbrechen. Auch dieser Artikel erweckt bei mir den Eindruck als wollte sich der Autor der Realität nicht stellen. Vielmehr wird den offiziellen Angaben der US-Regierungen (Mehrzahl) weiterhin blind vertraut.


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Phaeno schreibt

Lieber roughrider

immer wenn ich nichts schreibe, wird das veröffentlicht. Die journalistische Arbeit eines Herrn Kornelius zu bewerten steht mir offensichtlich nicht zu. Die Zensur funktioniert.

Aber keine Sorge SZ, Sie sind mich erstmal los.


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sk8erBLN schreibt

SZ zitat "Die mehr als 40 Nationen werden vom aufrichtigen Interesse geleitet, Afghanistan Frieden und Entwicklung zu bringen."

SZ schreibt "Schuld an dieser Misere trägt jener Teil der Weltgemeinschaft nur bedingt, der unter Führung der USA sein politisches, militärisches, und noch viel wichtiger: sein humanitäres Kapital in Afghanistan investiert. Die mehr als 40 Nationen werden vom aufrichtigen Interesse geleitet, Afghanistan Frieden und Entwicklung zu bringen. "

Werter herr kornelius, wer bezahlt sie eigentlich für derart lächerliche desinformation?

Wir haben dort "humankapital" investiert? Interessante beschreibung. Und wir sind nur bedingt verantwortlich dafür was das investierte humankapital dort anstellt?

kornelius schreibt "Deswegen ist es falsch, die Afghanistan-Papiere mit den Pentagon Papers zu vergleichen. Diese 1971 von der New York Times veröffentlichten Papiere belegten damals, dass die Regierung Johnson systematisch über den wahren Einsatz und ihre politischen Ziele im Vietnam-Krieg gelogen hatte."

Soso, der vergleich ist also unzulässig? Warum eigentlich?

.. Vielleicht befassen sie sich mal damit wie das alles (nicht) in einklang zu bringen ist mit dem grundgesetz der BRD, das ist dann auch nicht so komplex wie das thema afghanistan.


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M.Meester schreibt

??!?

"Die mehr als 40 Nationen werden vom aufrichtigen Interesse geleitet, Afghanistan Frieden und Entwicklung zu bringen."

Glauben Sie eigentlich selbst, was Sie da schreiben?

Müsste es nicht heißen: "Die mehr als 40 Nationen sind vom aufrichtigen Interesse des militärisch-industriellen Komplexes geleitet, in Afghanistan einen möglichst langen, möglichst materialintensiven Konflikt auszutragen"?

Als wäre es in diesem Konflikt jemals um Frieden und Entwicklung gegangen...Entwicklung der geostrategischen Interessen des Westens vielleicht, aber das war's dann auch schon.


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nicknoris schreibt

Die SZ hat wohl das Copyright auf folgenden Euphemismus:


Entsendung von Soldaten in fremde Länder = Investition von "human capital"

Glückwunsch


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S.Packo schreibt -

"USA mit ihren 45 Hilfsnationen" Zitat

Das ist fast wie eine Ernennung zum Hilfssheriff!



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Elvis_the_Pelvis schreibt

...

herc schreibt Unglaublich
Dieser Artikel ist meiner Meinung das schlimmste, was bisher an Staatspropaganda veröffentlicht wurde.

Ich schäme mich der gleichen Landsmannschaft anzugehören, wie dieser Kornelius.


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s.kraut schreibt

humankapital

Nun dieser Begriff ist in diesem Zusammenhang wirklich interessant.
Er wird in den goldenen Saal der Euphemismen des Kriegs gehängt, direkt neben "Wirkkörper", "friendly fire", uvm.
Noch ein Tipp: Substitution von Humankapital, wenn es um das Nachrücken frischer Soldaten geht.


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graik schreibt

Wir sind die Guten

Oh ja, die heren Ziele des friedliebenden Westens sind wieder einmal an der rauen Realität finsterer Ureinwohner gescheitert. Dieser Artikel hätte unter anderem Vorzeichen auch sehr gut in eine achtziger Jahre Ausgabe von Prawda oder Neuem Deutschland gepasst. Vergessen, dass der Westen, gemessen an den militärischen Ausgaben, von Anfang an nur lächerliche Mittel in den angeblich so wichtigen Wiederaufbau gesteckt hat. Keine Rede mehr davon, wie wir der afghanischen Stammesversammlung einen korrupter CIA Agenten (Karsai) als Präsidenten regelrecht aufgezwungen haben.
Wer an echten Analysen interessiert ist, sollte sich mal die frühen Berichte von Robert Fisk heraussuchen. Und was die tatsächlichen Motive angeht, ist das berühmte Interview mit Horst Koehler schon mal ein ganz guter Anfang.


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Python11reloaded schreibt

Herr Kornelius..

...gehörte ja immer zu den Befürwortern des Einsatzes, Woche für Woche erzählte Herr Kornelius den SZ-Lesern, von der Wichtigkeit und Notwendigkeit des Nato-Einsatzes allgemein und dem der Bundeswehr im besonderen... und nun... offenbar dämmert es auch Herrn Kornelius, dass die vielen Bürger die diesen Einsatz aus den unterschiedlichsten Gründen ablehnen Recht haben: Es gibt in Afghanistan nichts zu gewinnen.
Niemand hat die Soldaten die dort sind gerufen, sie führen einen Krieg der von den USA begonnen wurde (Angriffskrieg, da helfen auch alle wortklaubereien, der Kriegstreiber nicht) mit dem vorgeblichen Ziel den Terror zu besiegen...eine gigantische Farce...
2014 soll also der Abzug beginnen, bis dahin ist noch mit mindestens 20.000 getöteten Afghanen sowie ca. 1.000 getöteten Besatzungssoldaten zu rechnen, wenn man die bisherigen (offiziellen) Zahlen als Basis nimmt...


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Alexander der Mittelmässige schreibt

Zusammenfassung

Mit seiner Schlussbemerkung - "Warum entzieht sich Afghanistan immer wieder jeder friedlichen Ordnung? So viele Papiere. So wenige Antworten." - fasst Stefan Kornelius recht adroit zusammen was der Artikel zu Hauf belegt: dass er vom Thema eigentlich kaum eine Ahnung hat.




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ttoo70 schreibt

Joouh , Herr Kornelius ...- die hehre Weltgemeinschaft resigniert: die Afghanen sind schuld! Die wollen sich einfach von uns Hochzivilisierten nicht zivilisieren lassen.

Und da jetzt die Schuldigen gefunden sind, kann der SZ-Mann unserer Kriegsparteien mit dem Zurückrudern anfangen.
Schön zu sehen , dass er hier vor den meisten Leserkommentatoren keine Gnade findet und voll einen reingedonnert bekommt!


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Python11reloaded schreibt

Herr Kornelius,

sie schreiben: "Das Netz wird zu einem gefährlichen Faktor für kriegsführende Nationen, weil geheime Informationen kritisch sind für Erfolg und Misserfolg in einem Konflikt."

So so, warum denn? Weil es noch schwieriger geworden ist, die eigene Öffentlichkeit (den Souverän) zu belügen?
Die lächerliche Schlussfrage kann man sich sparen: Wieso entzieht sich Afghanistan einer friedlichen Ordnung? Weil sie von außen kommt, von Mächten, die das Land von außen besetzen, bombardieren, ein politisches System installieren...etc. reicht das als Antwort nicht aus?


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derblauebarbar schreibt

 Das ist doch Satire, oder?

In Afghanistan wurde "humanitäres Kapital" investiert? Was soll denn das sein? ...


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Halimsky schreibt

Die lieben Amis und die bösen Taliban

Die Veröffentlichung der Dokumente ist in erster Linie ein Beweis dafür, dass es in der gesamten westlichen Welt keine kritische Berichterstattung in der Presse gibt.

Jetzt hat die Information sich verselbständigt, ist an den Weichspülfiltern Marke "Schlaf weiter" vorbei an die Öffentlichkeit gelangt. Deshalb das Mantra von Kornelius "die Massen haben sich längst abgewandt" im Sinne von "hoffentlich hält sich der Schaden in Grenzen".

Es gibt ja auch offiziell kein Zweifel an der Version von 9/11 - Al Quaida - Taliban - Afghanistan, obwohl es das gleiche Muster ist wie Sadam - Massenvernichtungswaffen - die gleiche Art von Legitimationsticket.

... Der Mohn blüht und die Jets starten und landen. Leider wollen sich nicht nur Leute namens Taliban dort mit diesem Schicksal nicht abfinden. Weltgemeinschaft hilf.


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Farbenseher schreibt

Unfassbar

Zitat: "Die mehr als 40 Nationen werden vom aufrichtigen Interesse geleitet, Afghanistan Frieden und Entwicklung zu bringen. Die Botschaft in den Trümmern des World Trade Centers war, dass niemals wieder ein Land zum Hort des Terrors werden dürfe, dass kein zerfallender Staat sich zum Epizentrum des Unfriedens entwickeln sollte."

Das kann doch unmöglich ernst gemeint sein. Dieser Krieg war von Anfang an nichts weiter als eine plumpe Machtdemonstration der USA, ein unterentwickelts, kleines Land, dass sich ohnehin schon seit 20 jahren im Dauerkriegszustand befand in Grund und Boden zu bomben, hat doch wohl nichts mit Aufbauhilfe und Demokratisierung zu tun. Und Deutschland hat sich diesem Krieg angeschlossen, um dem Rest der Welt zu demonstrieren, dass man als williger Handlanger der USA auch zukünftig ihrer Unterstützung gewiss sein wird.

Dass sich Afghanistan zu einem zweiten Vietnam entwickelt hat, ist vor allem traurig für die Zivilbevölkerung, die war ja in Südostasien seinerzeit mit zwei Dritteln der Toten auch der Hauptleidtragende.

Was für ein Zynismus, diesem Krieg humanitäre Ziele unterstellen zu wollen. Die Taliban (Die übrigens von unseren amerikanischen Freunden dort überhaupt erst möglich gemacht wurden) hätten sich ganz schön ranhalten müssen, um einen ähnlichen Bodycount wie die Verteidiger der Feiheit dort drüben zu erzielen.


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kaburkabari schreibt:

Am Ende entscheidet wieder der Unverstand über den Misserfolg

so wie das den US-amerikanischen Eingreiftruppen schon so oft widerfahren ist.

Der Korea-Krieg, der Vietnam-Krieg, der Chile-Krieg, der Panama-Krieg und - wenn man zynisch sein weill - der Mexiko-Drogenkrieg. Aber über allem schwebt dieser Einsatz am Hindukusch, der von Soldaten umgesetzt wird, die zu überwiegenden Teilen keine qualifizierte Kenntnis des Korans besitzen und deshalb Fremde in der Fremde sind, ohne eine Ahnung, was Menschen bewegt, die in einer fundamentalistisch-patriarchalischen Clangesellschaft aufwachsen.

Der Untergang dieser "Trupen" ist Programm. Der Krieg dient im Endeffekt lediglich den Umsatzinteressen der privaten Waffenkonzerne und Versorgungsunternehmen, die vom Pentagon so hervorragend finanziert und subventioniert werden. Der Freiheit, der Demokratie und der Zivilisation wird mit diesem Befreiungskrieg kein Dienst geleistet.

Viel eher taucht ein Szenario am Horizont auf, das uns allen heute schon das Fürchten lehren sollte. Die Entwicklung unserer sogen. Eliten und Leistungsträger hin zu einer Nomenklatura von Scheinexperten und -fachleuten, die es stets gut meinen, und doch wegen der real-existierenden Defizite im Sachverstand und des operativen Fachverstandes stets nur ein Desaster nach dem anderen verursachen.

So gesehen erleben wir heute mitten in Deutschland eine geistig-moralische Talibanisierung unserer faktisch total inkompetenten, ignoranten und realitätsvergessenen Scheineliten. Und diese ständisch-korporativen Scheineliten, die so auffällig an die typischen Untertanentypen aus dem Zeitalter des wilhelminischen Militärfeudalismus erinnern, inszenieren sich natürlich zur Vertuschung ihrer realen, praktischen Unfähigkeit und Inkompetenz genau so, wie es bei den wild gewordenen extremitischen arabischen Partriarchen und Potentaten üblich ist. Dies ist übrigens auch der tatsächliche Wesenskern der sogen. "Alphatiere".

Schauen wir also genau hin, was sich da gegenwärtig so entwickelt und was als neue Hoffnungsträger a la Guttenberg, Rösler und Schröder tatsächlich auf die Bühne drängt.


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tonikal schreibt

Nicht "Kampf", sondern "Töten"

"Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Lebenszweck der Taliban und vieler Afghanen der Kampf ist."

Die Sache wird klarer, wenn man das schillernde Wort "Kampf" durch das Wort "Töten" ersetzt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Lebenszweck der Taliban und vieler Afghanen das Töten ist.

Dieses Wort ist allerdings auch auf die Gegenseite anzuwenden. Neulich stand in einem anderen Artikel, dass Bundeswehrsoldaten in Afghanistan kämpfen und sterben. Die Sache wird klarer, wenn wir sagen, dass Bundeswehrsoldaten in Afghanistan töten und sterben.

Die Substanz eines jeden Krieges ist das Töten von Menschen.




Aus: "Wikileaks und Afghanistan-Krieg So viele Papiere, so wenige Antworten"
Ein Kommentar von Stefan Kornelius (27.07.2010)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/wikileaks-und-afghanistan-dossiers-mit-wirkungsmacht-1.980073

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Quote
[...]

Stefan Kornelius
Der unerklärte Krieg

Deutschlands Selbstbetrug in Afghanistan

Deutschland führt Krieg in Afghanistan: gegen die Taliban, gegen islamistischen Terror und gegen den Kollaps einer ganzen Region. Doch von einem Krieg darf man hierzulande nicht sprechen: Noch immer erwecken Bundesregierung, Volksvertreter und Generäle den Eindruck, deutsche Soldaten seien als Aufbauhelfer nach Zentralasien entsandt worden. Zudem wird die Bundeswehr auf Schritt und Tritt daran gehindert, wirksam zu agieren.

Im achten Jahr des Einsatzes wird immer deutlicher, dass Politik und Öffentlichkeit nicht mit der Dynamik in Afghanistan Schritt halten. Längst hat sich die Unentschlossenheit der Verantwortlichen zu einem Knäuel von politischen Halbwahrheiten und militärischem Unfug verdichtet – der Konsens über Ziel und Zweck der Mission ist brüchig.

Die Bundeswehr und die deutsche Öffentlichkeit haben einen ehrlichen Blick auf diesen Einsatz verdient. Alles andere gefährdet letztlich den Erfolg der Mission – und das Leben der Soldaten.

110 Seiten mit Landkarte | Klappenbroschur mit Acetatschutzumschlag

...


Quelle: http://www.koerber-stiftung.de/edition-koerber-stiftung/programm/politikgesellschaft/artikel-detailseite/bp/details/buch/der-unerklaerte-krieg/autoren/stefan-kornelius.html (2010)

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[...] Nach der Veröffentlichung geheimer Berichte zum Afghanistan-Einsatz durch die Internetplattform WikiLeaks hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Vertuschungsvorwürfe der Opposition zurückgewiesen. Alles Wissen werde an die Opposition weitergegeben, sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Die Bundestagsfraktionen seien auch über den Einsatz der US-Spezialeinheit "Task Force 373" informiert worden, sagte der Minister weiter. Er rate den Obleuten, bei solchen Unterrichtungen "dann auch wach" zu sein und zuzuhören. Jedem Informierten, darunter auch Journalisten, sei die Existenz der auf das Ausschalten von führenden Taliban und Terroristen konzentrierten Einheit seit Jahren bekannt gewesen. Ob die Veröffentlichung der Geheimakten durch WikiLeaks die nationale Sicherheit Deutschlands gefährde, werde geprüft.

[...] Die Veröffentlichung der militärischen Geheimdokumente im Internet nannte Ströbele richtig. Rund um den Afghanistaneinsatz werde "viel zu viel nicht nur geheim gehalten, sondern auch gelogen". Die Dokumente könnten möglicherweise auch Kriegsverbrechen belegen, meinte Ströbele. "Täglich werden Zivilisten, mögliche Taliban-Verdächtige, aber auch US- und andere Soldaten der Allianz von NATO-Truppen getötet." Das dringe nur selten an die Öffentlichkeit. Um die Parlamente "zur richtigen Politik" zu drängen, müssten aber die Fakten veröffentlicht werden.




Aus: "WikiLeaks-Veröffentlichung: Wer weiß was über den Bundeswehreinsatz?" (27.07.2010)
Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/wikileaksafghanistan100.html

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Quote
[...] Die Aktivitäten der Spezialkommandos und ihr Kampf gegen al-Qaida und Taliban unterliegen stets striktester Geheimhaltung. Doch wie die Amerikaner in Afghanistan umgehen, was die US-Soldaten am Hindukusch erleben und wie die letzte Supermacht an einen Teil ihrer Informationen gelangt, ist nun öffentlich. Die Internetplattform Wikileaks hat von einer Quelle fast 92.000 Dokumente  des US-Militärs zugespielt bekommen. Nun kann jedermann sie lesen und sich ein Bild über die Mission am Hindukusch gewinnen. Und sich selber ein Bild über Erfolge und Misserfolge der Isaf machen.

Zu lesen ist, wie Zivilisten an Checkpoints erschossen werden, Waffen gefunden werden, Taliban und ihre Rekruten gefangen wurden, amerikanische Soldaten die Rettungshubschrauber anfordern, Informanten über die Bewegung von Anführern der Aufständischen berichten und wie die ausländischen Truppen mit Sprengfallen, Raketen sowie Handfeuerwaffen angegriffen werden.

New York Times, Guardian und Spiegel erhielten die Geheimakten bereits vor der Veröffentlichung im Netz. Die Redaktionen enthüllen brisante Details über Festnahmen und Tötungen von Gegnern der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan. Immer wieder fällt dabei der Name Task Force 373, die unter anderem Jagd auf Taliban macht. Die Task Force 373 besteht aus amerikanischen Eliteeinheiten wie den Delta Forces und den Navy Seals.

Bekannt ist schon lange, dass es geheime Jagdkommandos gibt, die wie andere Einheiten auch als Task Forces bezeichnet werden. Sie operieren im Geheimen und haben den Auftrag, Aufständische  zu fangen oder zu töten. Die Isaf-Staaten führen dazu eine Joint Priority Effects List, auf der Namen von Zielpersonen landen. Zwei Spalten gibt es auf dieser Liste: Unter "Capture" werden diejenigen Taliban aufgeführt, die gefangen genommen werden sollen, unter "Kill" die Todgeweihten. Viele Länder lassen Namen auf diese Liste setzen, auch Deutschland. Man trage aber nur Gegner in der Spalte "Capture" ein, versicherte das Verteidigungsministerium gegenüber Bundestagsabgeordneten. Das gezielte Töten von Gegnern lehnt die deutsche Regierung ab. Aber auch bei versuchten Festnahmen kann es Tote geben.

Ebenfalls keine neue Erkenntnis ist, dass US-Spezialkommandos auch im Norden Afghanistans operieren, wo offiziell ein deutscher General das Sagen hat. Wie diese Elitekrieger vorgehen, war allerdings bis gestern nur gerüchteweise offengelegt. Nach der Wikileaks-Veröffentlichung ist das nun anders.

Besonders pikant ist, dass die Task Force 373 seit einem Jahr mit rund 300 Mann auch im deutschen Feldlager Camp Marmal in Masar-i-Scharif stationiert ist. "Strategisch günstig und abgeschirmt haben sich die Jäger direkt am Flugfeld positioniert", schreibt Spiegel Online. Damit stellen die veröffentlichten Dokumente auch ein Problem für Deutschland dar.

Eigentlich haben die Deutschen eine eigene Elitetruppe im Norden Afghanistans stationiert. Sie besteht aus KSK-Männern, Fernspähern und anderen Spezialisten und trägt den Namen Task Force 47. Im Feldlager Kundus verfügt sie über einen separierten Bereich, mit einem eigenen Gefechtsstand. Von dort aus befahl Oberst Georg Klein die Bombardierung von zwei Tanklastern am Kundus-Fluss. Bei dem Luftangriff durch amerikanische Jets starben bis zu 142 Menschen. Warum die Task Force 47 in jener Nacht im Feldlager blieb und die Lage an der Furt nicht aufklärte, bleibt ein Rätsel der sogenannten Kundus-Affäre. Denn zum Observieren von Gegnern sind die Spezialkommandos da. In Gruppen von meist drei Soldaten beobachten sie tagelang abgelegene Gehöfte oder Lagerhallen, und warten, bis Zielpersonen eintreffen. Dann kann ein Zugriff – oder auch ein Luftangriff erfolgen.

Die Opposition verlangt nun eine umfassende Aufklärung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) über die Aktivitäten der amerikanischen Task Forces im Norden. Bisher hieß es bei der Bundeswehr hinter vorgehaltener Hand oft, dass man gar nicht so genau wisse, was die amerikanischen Kommandos im deutschen Mandatsgebiet so machen. Nun können auch die deutschen Soldaten lesen, was ihre amerikanischen Kameraden dort treiben. Wie deutsche Spezialkommandos vorgehen, enthüllt Wikileaks nicht – noch nicht.

Quote
    * 27.07.2010 um 12:55 Uhr
    * am Abgrund

Die Frage ist und bleibt:

Warum ist der "Westen" dort?

Ich meine von bin Laden spricht
inzwischen keiner mehr - und daß
der 11.9. ein inside-job war, das
weiß inzwischen jeder.


Quote
    * 27.07.2010 um 13:14 Uhr
    * colca

4. Auftragsmörder

So ist das also.
Da kann die Regierung eine Namensliste ausfüllen, sich ganz nach gusto "capture" oder "kill" wünschen - und ab damit ans Pentagon.
Die schicken dann ihre Auftragsmörder, pardon Elitesoldaten, los und erledigen den schmutzigen Job. Im Zweifelsfall gilt vor Ort die Devise "kill them all".
So führen also Demokratien Krieg.

Ich bin ja gespannt, was wir via Wikileaks demnächst über das Treiben des KSK erfahren werden.
Ob die auch Leute ermorden gehen oder dürfen die nur Schmiere stehen.

...


Quote
    * 27.07.2010 um 13:41 Uhr
    * strippenzieher

inside-job

"und daß der 11.9. ein inside-job war, das weiß inzwischen jeder"...

Realität an Abgrund, bitte wieder raufkommen!


...


Aus: "Task-Force 373 in Afghanistan: Festnehmen oder töten" Von Hauke Friederichs (27.7.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/wikileaks-afghanistan-task-force-373

« Last Edit: July 27, 2010, 01:00:22 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #406 on: July 27, 2010, 01:43:18 PM »

Quote
[...] An gezielten Festnahmen und Tötungen von feindlichen Anführern kann Juan Zarate nichts Falsches finden. „Das ist genau das, was Länder tun, die sich im Krieg befinden“, sagt der frühere Terrorabwehrexperte der unter der Bush-Regierung.

...


Aus: "Afghanistan-Dokumente entfachen Debatte über Kriegsverbrechen " (27.07.2010)
Quelle: http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/usa-afghanistan-dokumente-entfachen-debatte-ueber-kriegsverbrechen_aid_534882.html

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Quote
[...] Wikileaks-Gründer Assange sagte dem "Spiegel": "Das Material wirft ein Schlaglicht auf die alltägliche Brutalität und das Elend des Krieges. Es wird die öffentliche Meinung verändern und auch die von Menschen mit politischem und diplomatischem Einfluss." In der Fülle stelle das Material alles in den Schatten, was über den Krieg in Afghanistan gesagt worden sei. "Diese Daten sind die umfassendste Beschreibung eines Krieges, die es jemals während eines laufenden bewaffneten Konflikts gegeben hat (...)."

...


Aus: "Wikileaks-Gründer Assange verteidigt Veröffentlichung " (26. Juli 2010)
Quelle: http://www.stern.de/politik/ausland/geheimakten-zum-afghanistan-krieg-wikileaks-gruender-assange-verteidigt-veroeffentlichung-1586982.html

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Quote
[...] Unterdessen machen sich deutsche Politiker vor allem Sorgen wegen möglicher Auswirkungen auf die Sicherheit der Bundeswehr-Truppen am Hindukusch. Ruprecht Polenz (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, zeigte sich zwar einerseits „beruhigt“, dass die Geschichte des Afghanistankrieges „nicht neu geschrieben werden muss“, da die Dokumente „alles in allem, von kleineren Ausnahmen abgesehen, der offiziellen Darstellung der Regierung“ nicht widersprächen. Gleichwohl handele es sich bei dem Geheimnisverrat um einen „Skandal“ mit möglicherweise weitreichenden Auswirkungen: „So etwas darf nicht passieren“, sagte Polenz dem Berliner „Tagesspiegel“.

...

Quote
Qualitätspolitiker...  

Bernd Almstedt (Almstedt)

Das die Informationen für den "Herrn vom Guttenberg" nicht gänzlich überraschend kommen ist selbst für einen einfachen Bürger einigermaßen logisch - zumindest die Großwetterlage in Afghanistan sollte ein Verteidigungsminister schon kennen.
Allerdings sind diese Wikileaks ja auch nicht für die Regierungen sondern für uns Bürger gedacht, damit wir endlich mal schwarz auf weiß sehen können, wie wir täglich belogen und betrogen werden. Das unsere Bundessöldner in Afghanistan "gefährdet" sind ist ebenfalls völlig klar - das gilt für jeden Krieg und schließlich werden sie dafür ja auch bezahlt (und machen das auch noch freiwillig).
Angst und Mitleid empfinde ich lediglich mit der dortigen Bevölkerung, die unter diesem illegalen und willkürlichen amerikanischen Aggressionskrieg zu leiden haben.
Vielleicht wachen die Menschen in Europa ja endlich mal auf und stellen klar, dass der Einsatz europäischer Truppen zu Zewcken des Angriffskrieges (!) in Afghanistan nicht akzteptabel und völkerrechtlich unrechtmäßig ist.


Quote
Guttenberg weiß um die Gepflogenheiten der U.S.-Task Force 373!

Lüder Osmers (LOsmers)

Guttenberg: "Die Bundesregierung gebe all ihr Wissen [über die U.S.-Task Force 373] ... weiter." Das Wissen also darüber, daß diese Sondereinheit Taliban-Führer töten soll, und zwar nach Wildwest-Manier ohne Richter, ohne Beweise, ohne Urteil.
.
Die U.S.-Killerkommandos operieren auch im Verantwortungsbereich der Bundeswehr in Afghanistan, und hier wird es heikel.
.
Die widerwärtige und ekelerregende Mentalität, die sich im Vorgehen der "Verbündeten" zeigt, ist genauso abstoßend wie die Gepflogenheit des "Body Count". Für dieses Leichenzählen als stolzen Beweis des eigenen Erfolges gibt es in der deutschen militärischen Tradition keine Entsprechung. Sie ist - hoffentlich! - auch der heutigen deutschen Soldatengeneration völlig fremd.



Aus: "„Wikileaks“-Veröffentlichung: Guttenberg: Erkenntnisse „nicht gänzlich überraschend“" (27. Juli 2010)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~E66D9EC9464A242799D7DD7C2149AC40E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Quote
[...] WikiLeaks hat mehr als 90.000 meist geheime Dokumente zugespielt bekommen. Sich durch die Flut der Texte und militärischen Abkürzungen zu kämpfen, ist extrem mühsam. DW-Redakteurin Sandra Petersmann hat es dennoch getan.

[...] Für den Leser bleibt die bittere und mühsame Innenansicht eines hochkomplizierten und vielschichtigen Krieges, dessen ganze Dimension nur die wenigsten wahrhaben wollen. Es erscheint schwer vostellbar, dass die von US-Präsident Barack Obama verfügte temporäre Truppenaufstockung in Afghanistan für die große Wende sorgen kann. Und dass die afghanischen Soldaten und Polizisten bis 2014 selber in der Lage sein werden, für Afghanistans Sicherheit zu sorgen. Das hat die internationale Kabul-Konferenz erst in der vergangenen Woche beschlossen.

...


Aus: "Selbstversuch bei WikiLeaks " Sandra Petersmann (26.07.2010)
Quelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5838316,00.html

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Quote
[...] So hatte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele erklärt, er wolle "die Wahrheit über das lesen, was die Bundeswehr konkret in Afghanistan treibt". Er bemühe sich schon seit einem halben Jahr vergeblich zu erfahren, "was an geheimen Kommandoaktionen durch die Bundeswehr unterstützt wird", sagte er der der "Neuen Presse" aus Hannover. Dabei gehe es vor allem um die Operationstruppe "TF 47" der Bundeswehr. Dies sei eine geheim arbeitende Eliteeinheit, die sich aus den verschiedenen Waffengattungen zusammensetze und eine nachrichtendienstliche Komponente habe. Ströbele ist auch Mitglied des parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste.

"Es ist nach der Lektüre der US-Dokumente aus unserer Sicht verstörend, wie wenig die Bundesregierung das Parlament über die Aktivitäten von amerikanischen Spezialkräften im deutschen Gebiet (in Nordafghanistan) unterrichtet hat", sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin "Spiegel Online". Ihm sei nicht klar, ob nicht doch Bundeswehrsoldaten an US-Aktionen zur Festnahme oder Liquidierung von Taliban beteiligt gewesen seien.

Auch der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, fühlt sich über die Task Force 373 ungenügend informiert. "Mein Eindruck ist, dass die Bundesregierung da auch nur einen begrenzten Einblick hat", sagte er "Spiegel Online".

...


Aus: "Geheime Akten heizen Afghanistan-Debatte an" (27.07.2010)
Quelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5840887,00.html

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Quote
[...] The Guardian

"Nichts schlägt rohes Material in seiner Fähigkeit, die Wahrheit zutage zu fördern. Diese Dokumente sind unverfälscht und brutal, und es wird einige Zeit benötigen, all ihre Implikationen zu verdauen. Sie beschreiben die Realität des Afghanistan-Krieges, inklusive – so scheint es – das weit verbreitete und zunehmend eingesetzte Mittel der gezielten Tötung. Im Gegensatz zu dem, was Regierungen gerne verbreiten, sind diese Operationen oft erfolglos und ziehen manchmal die Tötung von Verbündeten und Zivilisten nach sich. Man mag sagen, dass dies eine Tatsache moderner Kriegsführung sei, doch die Realität ist, dass scheinbar in den letzten 150 Jahren kein großer Fortschritt erzielt wurde." – Philippe Sands

La Repubblica

"Die Sterilisierung der Afghanistan-Einsätze war der Regierung Bush gut gelungen. Die Lektion des Vietnamkriegs, dass eine Schlacht zuallererst auf dem Feld der öffentlichen Meinung gewonnen wird und erst danach an der Front, hatte die Politik verstanden. Die Veröffentlichung der fast 100.000 geheimen US-Militärdokumenten auf der Internet-Enthüllungs-Plattform Wikileaks – Dokumente von Soldaten, Offizieren und Funktionären, die die Lüge nicht mehr aushalten – kann als eine große Offensive gesehen werden. Eine Offensive gegen die moralische Betäubung einer öffentlichen Meinung, die nicht sehen will, was in ihrem Namen geschieht. Sie ist sicherlich ein Sieg der Information gegen die Lüge. Doch unterdessen geht der Krieg in Afghanistan weiter, immer länger, immer schmutziger, immer weiter weg."

La CharenteLibre

"Diese Berichte der amerikanischen Armee zeigen einen schmutzigen Krieg auf, bei dem Doppelzüngigkeit und hinterhältige Schläge die Regel sind. So ist Pakistan, der erklärte Alliierte Washingtons, mit den Taliban-Chefs verbandelt. Das geht sogar so weit, Anschläge gegen offizielle Vertreter Afghanistans sowie gegen ... die amerikanischen Truppen zu organisieren. Der Iran, der offiziell 'neutral' ist, soll afghanischen Abgeordneten Millionen von Dollar an Schmiergeldern zahlen und gleichzeitig die Taliban militärisch unterstützen. Schließlich scheinen die sogenannten 'Kollateralschäden' bei der Bevölkerung weit größer zu sein, als dies die Koalition bisher zugegeben hat."

Wall Street Journal

"Von den vielen Nicht-Überraschungen in den Dokumenten erfahren wir, dass Krieg die Hölle ist ... , dass Soldaten manchmal Fehler machen, dass militärische Drohnen manchmal abstürzen, dass viele afghanische Politiker korrupt sind und dass afghanische Soldaten oft fliehen, wenn sie unter Beschuss geraten. All das wusste jeder Zeitungsleser bereits. Die Vor-Ort-Perspektive der Dokumente bestätigt, was amerikanische Politiker schon lange sagen: Der Krieg verläuft nicht gut, die Taliban holen auf und eine neue und neu belebte Strategie ist erforderlich. Sowohl die Bush- als auch die Obama-Regierung stellten dieselbe Diagnose in den vergangenen Jahren. Beide machten kein Geheimnis daraus. Dieses Jahr ließ Obama mit der Truppenaufstockung Taten folgen. ... Jetzt ist die Zeit, in der kühlere politische Köpfe die Dokumente in einen Kontext stellen ... und vor allem General Petraeus und James Mattis die Zeit geben sollten, die sie brauchen, um in Afghanistan den Erfolg zu bringen. Wir können uns keinen weiteren Anti-Kriegs-Sturm von links leisten."

New York Times

"Ich habe nichts in den Dokumenten gesehen, das mich entweder überrascht oder mir etwas Bedeutendes berichtet. Die Dokumente enthüllen in der Tat ein paar spezifische Informationen, ... die viel Nervosität im Militär auslösen werden. Sie mögen gar dazu führen, dass ein paar Menschen sterben. Daher hat das Weiße Haus Recht, wenn es seinen Unmut über Wikileaks äußert. Dennoch – die meisten der Enthüllungen, die von Wikileaks-Gründer Julian Assange herumposaunt wurden, sind überhaupt keine. Sie sind lediglich weitere Beispiele für das, was wir bereits wussten. Die New York Times, der Guardian und der Spiegel haben nichts falsch gemacht, als sie die Dokumente überprüften und exzerpierten. Doch Wikileaks selbst ist eine andere Angelegenheit. Herr Assange sagt, er sei ein Journalist, doch das ist er nicht. Er ist ein Aktivist, und was seine Ziele sind, ist unklar. ... Wenn es sein Wunsch ist, Frieden zu fördern, dann sind Assange und seine Sorte Aktivist nicht so hilfreich, wie er glaubt." – Andrew Axum

Washington Post

"Die Neuigkeit in jenem massiven Datenhaufen ... ist, dass es überhaupt keine Neuigkeit gibt. Eine große Nachricht wäre gewesen, wenn diese Dokumente irgendwelchen Optimismus möglich gemacht hätten. Das wäre eine atemberaubende Umkehrung dessen gewesen, was derzeit schnell zur konventionellen Weisheit wird:

Der Krieg in Afghanistan kann nicht gewonnen werden – zumindest nicht so, wie 'gewinnen' derzeit definiert wird. Die Obama-Regierung wird nach außen hin die Wikileaks-Informanten jagen und sich von den veröffentlichten Informationen distanzieren, so wie sie auch sollte. (Regierungen dürfen ein paar Geheimnisse haben; sie brauchen sie, um uns zu beschützen.) Aber nachdem Obama tief durchgeatmet hat, dürfte er zu dem Schluss kommen, dass Wikileaks ihm einen Gefallen getan hat – insofern, als dass die Organisation das Unaussprechliche ausgesprochen hat. Und zwar nicht mit der angeblich gespalteten Zunge der Mainstream-Medien, sondern in den eigenen Worten der Soldaten. Dies wird die unvermeidbare Entscheidung einfacher machen. Barack Obama, der ein unemotionaler Mensch ist, wird den Afghanistan-Krieg herunterfahren – nicht nur, weil er das will, sondern weil er es muss. Dies ist – genauso wie die Neuigkeiten von Wikileak –  alles andere als eine Neuigkeit." – Richard Cohen


Quote
   * 27.07.2010 um 13:17 Uhr
    * Erich Gengerke

Wenig Neues

>>Europas Zeitungen messen den Dokumenten viel Bedeutung bei. In den USA sieht man in ihnen wenig Neues<<

Es ist ja auch nichts Neues. Neu ist, dass die Öffentlichkeit nun informiert ist.




Aus: "Afghanistan-Dokumente: An Wikileaks scheidet sich die internationale Presse" (ZEIT ONLINE, 27.7.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/presseschau-wikileaks-afghanistan

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Quote
[...] Senator John Kerry schien nicht überrascht vom Leck, er wartete unmittelbar nach der Publikation mit einer ersten kritischen Stellungnahme auf. «Wie immer auch die Dokumente ans Licht gekommen sind, so werfen sie doch ernsthafte Fragen zur Politik gegenüber Pakistan und Afghanistan auf», so der Präsident der Aussenpolitischen Kommission. Die Dokumente seien geeignet, die Probleme des Einsatzes zu verdeutlichen und somit eine Richtungsänderung der Politik vorwegzunehmen. Mehrere Demokraten erklärten, Obama werde es noch schwerer fallen, seine Strategie für Afghanistan beliebt zu machen.

Die nächste Überprüfung durch den Kongress folgt im Dezember. Schon diese Woche führt der Senat eine Anhörung des neuen Chefs des Zentralkommandos im Kriegsgebiet, James Mattis, durch und nimmt eine Zusatzfinanzierung für den Einsatz unter die Lupe. Dabei dürften sowohl die Rolle von Wikileaks wie die Kriegsstrategie der Regierung kritisiert werden. Es ist aber nicht anzunehmen, dass sich der Senat der Bestätigung von General Mattis oder der Zustimmung zum zusätzlichen Kriegsbudget verweigert, das sich der Marke von 300 Milliarden Dollar nähert.

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Mark Schneider
07:11 Uhr
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Nein, keine Verurteilung von Wikileaks. Von mir bekommt Wikileaks ein dickes Lob, für Zivilcourage, für Wahrheitsliebe, für Ehrlichkeit und Offenheit. Ich hoffe dieses Lob auch stellvertretend für viele andere Menschen aussprechen zu können.


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Marcel Zufferey
07:10 Uhr
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Wikileaks ist die moderne Version der Pressefotografen, die die Kriegsverbrechen der US-Truppen während des Vietnamkrieges dokumentiert haben. Was damals das berühmte Pressefoto der entkleideten Huynh Cong auf der Flucht vor einem Napalmbombenangriff war, sind heute diese veröffentlichten Dokumente. Der Effekt ist derselbe: Die kriegsbeteiligten Regierungen stehen mit heruntergelassenen Hosen da.


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Rafiq Tschannen
09:10 Uhr
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Ich schlage den Gruender von WikiLeak fuer den Nobel Friedenspreis vor. Dank seinen 'leaks' kann man hoffen, dass die demokratischen Maechte in Zukunft wenigstens versuchen werden, einen Krieg so zu fuehren, wie die Oeffentlichkeit das von zivilisierten Laendern erwartet.


Quote
Heinz Butz
09:30 Uhr
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Im Irakkrieg ging es um die Festigung der Erdölvorkommen, also um wirtschaftliche Interessen. In Afganistan geht es um riesige Bodenschätze, verschiedene Erze, Smaragde usw. Bodenschätze im Wert von -zig Billionen (1 Billion = 1'000 Milliarden) Dollars. Also auch um wirtschaftliche Interessen. Es lebe der Kolonialismus !!!!


Quote
Robert Schuman
09:39 Uhr
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Immerhin ist durch Wikileaks investigativer Journalismus wieder möglich geworden. Ich dachte schon es sei vorbei und die Medien würden sich auf Agenturmeldungen und Interviews beschränken. Schön, dass es in den Medien mal wieder um Fakten geht. Besonders die Schweizer Medien könnten sich eine Scheibe abschneiden. Interessante Artikel gab es hier schon lange nicht mehr.


Quote
Werner Wittmann
09:43 Uhr
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Es ist absolut richtig, dass nun endlich - statt der offiziellen - wirkliche Wahrheiten über den Afghanistankrieg an die Öffentlichkeit kommen. Die bisher meisten Veröffentlichungen bestanden hauptsächlich aus Propaganda und Beschönigungen. Auch die US-Bevölkerung soll wissen, für welche unmenschliche Sauereien sie hunderte Milliarden USD Steuergelder bezahlen müssen. ...


...


Aus: "Das ungeschönte Bild eines Krieges" Von Walter Niederberger, San Francisco (26.07.2010)
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Das-ungeschoente-Bild-eines-Krieges-/story/16492229


« Last Edit: July 27, 2010, 02:54:13 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #407 on: July 28, 2010, 11:32:01 AM »

Quote
[...] Für die einen sind Assange und seine Kollegen seitdem Helden, Kämpfer für die totale Informationsfreiheit und gegen jede Form von Zensur. Für die anderen sind sie Verräter.

Aus Sicht der amerikanischen Behörden gilt der Australier als ernste Bedrohung der nationalen Sicherheit, das hat er sogar schriftlich. Schon 2008 stufte das US-Militär WikiLeaks als gravierendes Sicherheitsproblem ein und diskutierte, wie die Seite am besten zu bekämpfen sei. Auch dieses Dokument wurde Assange zugespielt. Und dann auf wikileaks.org veröffentlicht.

...


Aus: "Der Enthüller" Von John Goetz und Marcel Rosenbach (26.07.2010)
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,708300,00.html


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Quote
[...] Juristische Konsequenzen fürchtet Schmitt nicht – im Gegenteil: "Wir hatten in der Vergangenheit oft juristische Drohungen, wir rechnen bei jeder Publikation damit. Als investigatives Medium ist das quasi ein Qualitätsmerkmal für die Arbeit, die man leistet – ob man so sehr den Nerv trifft, dass es jemand andres dazu bewegt zu reagieren." (Christof Kerkmann, dpa) / (jk)

...


Aus: "Wikileaks: "Wir brauchen die klassischen Medien"" (27.07.2010)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikileaks-Wir-brauchen-die-klassischen-Medien-1045836.html


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Quote
[...] Wikileaks durchbricht die Propaganda des "Embedded Journalismus". Diese Offenheit ist amerikanischen Militärstrategen derart ein Dorn im Auge, dass Pläne zur Ausschaltung offen diskutiert wurden. Nach dem Desaster auf der Propagandafront in Vietnam hat man im Pentagon dazugelernt und ausschließlich geführte Reisetouren in Kriegsgebiete nach dem Beispiel der Deutschen Wochenschau angeboten.

Georg Markus Kainz versucht beim sommerlichen q/Talk mit Leo Findeisen von Transforming Freedom zu erkunden, ob im Zeitalter der gleichgeschalteten Massenmedien das Studium von Originaldokumenten notwendig für einen aufgeklärten Bürger wird.

...



Aus: "q/Talk, Di 27. Juli, WikiLeaks - im Visier der Geheimdienste"
Date: 2010-07-26T23:07:04
Quelle: http://quintessenz.at/d/000100008045

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Quote
[...] Worin liegt die Bedeutung dieser Quellen? Daniel Schmitt ist ein eher introvertierter Typ. Doch bei der Antwort auf die Frage zeigt er Emotionen, redet sich in Schwung. Ihm geht es darum, eine Topografie des Krieges zu erstellen, ein ungefiltertes Bild, in dem sich jeder Tag, jede Stunde des Einsatzes widerspiegelt, ein Mitschnitt in Minuten, ja Stunden Echtzeit, wie er weder vom Zweiten Weltkrieg noch vom Koreakrieg oder aus Vietnam der Öffentlichkeit vorliegt. „Was hat man zu welchem Zeitpunkt gewusst? Das ist eine ganz extrem wichtige Frage in der Politik“, sagt er, und: „Wer war zu welchem Zeitpunkt von was informiert und wer hat trotzdem vielleicht eine bestimmte Entscheidung getroffen – das ist ein Detailgrad, der enorm wichtig werden wird.“

...

Quote
    *  von atom
    * 28.07.2010 05:46 Uhr

Der Westen hat versagt
   
Antwort auf stephanstephan vom 27.07.2010 17:00 Uhr
Quote
    Wenn die Alliierten abziehen, hat nicht der "Westen" verloren, sondern die Völker der Region haben sich der Moderne (weiterhin) verweigert.

Ach so einfach ist das.
Klingt wie bei den Kommunisten, die Idee ist gut aber die Menschen sind schlecht.

Nicht nur die Völker dieser Region, sondern auch Irak und Vietnam wollten das Geschenk nicht, Vielleicht liegt es an dem blutigen Band womit dieses Geschenk eingepackt ist?

Afghanistan und der Irak sind unsere Kinder. Unsere Rohrstockerziehung fruchtet nicht, also sind die Kinder schuld?



Aus: "Protokolle eines Krieges" Von Marc Thörner (27.07.2010)
Der Autor (46) ist freier Journalist und in Afghanistan häufig im Auftrag der ARD-Rundfunkanstalten unterwegs gewesen. Teilweise war er bei verschiedenen Armeen „eingebettet“, reiste aber auch, als einer der wenigen westlichen Journalisten, unabhängig durchs Land. Für eine Afghanistan-Reportage erhielt er 2009 den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus. Im Frühjahr 2010 erschien sein Buch „Afghanistan-Code. Eine Reportage über Krieg, Fundamentalismus und Demokratie“.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/protokolle-eines-krieges/1891326.html

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Quote
[...] Der enge Mitarbeiter eines ranghohen Außenpolitikers im US-Senat flachst die spektakuläre Enthüllung in die Sphäre der Belanglosigkeiten: „Willkommen in der Demokratie“, sagt er mit dem Unterton des Gelangweilten zur Veröffentlichung von etwa 75.000 zum großen Teil der Geheimhaltung unterliegenden Dokumenten aus dem Afghanistan-Krieg durch die Enthüllungs-Plattform Wikileaks. Die darin behandelten Fakten seien allesamt bekannt und zeichneten kein neues Gesamtbild der Lage, sagt der Washington-Insider.

[...] Wenn es schon militärisch nicht laufe, seien aber doch die Fortschritte im karitativen Bereich und beim Wiederaufbau des Landes ermutigend, wird oft argumentiert. Doch die jetzt veröffentlichten Dokumente belegen auch gegenteilige Erfahrungen. Im November 2006 etwa berichtete danach eine amerikanische Zivilangestellte euphorisch über die Eröffnung eines Waisenhauses in der Provinz Paktia, finanziert vom US-Militär. Bei einem erneuten Besuch der Einrichtung einen Monat später trafen die Amerikaner aber nur wenige Kinder und kaum Betreuer, für deren Anstellung sie doch Geld gezahlt hatten – und bei einer erneuten Überprüfung im Oktober 2007 fanden sie keine einzige Waise. Die Spenden waren offenkundig nicht bei jenen angekommen, denen sie helfen sollten.

...

Quote
27.07.2010, ach so sagt:

......Die darin behandelten Fakten seien allesamt bekannt und zeichneten kein neues Gesamtbild der Lage, sagt der Washington-Insider.....


Vielleicht nicht für die Insider. Aber für uns ´gewöhnliche´ schon. Denn man hat uns hier nämlich etwas ganz anderes erzählt.


Quote
27.07.2010, MP sagt:

Wikileaks-Coup zeigt die Ohnmacht der Isaf-Truppen
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Die Durchhalteparolen klingen in letzter Zeit sehr merkwürdig.


Quote
27.07.2010, Fritz sagt:

Journalisten in Deutschland? Ach ihr meint die Hofberichterstatter, die sich ihr Stillhalten jeden Tag bezahlen lassen, vom Käufer der Zeitungen, von den Werbung schaltenden Unternehmen. Wenn es um die 6. Freundin von Bohlen geht, oder um das Liebesleben von C D E F-Promis, dann überschlagen sie sich. Dann muß man sich beim Lesen der Zeitungen einen Schirm vors Gesicht halten, so weit spritzt der Geifer. Richtige, den Menschen durch ihren Alltag begleitende Geschichten, bekommt man nicht zu lesen. Keine richtigen politischen und wirtschaftlichen Skandale werden aufgedeckt. Der Journalismus in Deutschland ist, bis auf ein paar Ausnahmen, tot. Nicht umsonst haben die Zeitungsverlage mit starken Verkaufsrückgängen zu kämpfen. Es ist fast wie in der Endphase der DDR. Keiner hat mehr geglaubt, was in der Zeitung steht. Nur die Sportergebnisse waren noch interessant. Das Ende kam dann mit Macht und schnell. Und das war gut so.


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27.07.2010, fritzrobert sagt:

nach der veröffentlichung der geheiminfos kann man gespannt sein,wie sich die deutsche politiker-camarilla herausreden wird. das gilt für struck (spd deutschland wird am hindukusch verteidigt) bis zu merkel und co., die den deutschen die wundersamen märchen vom humanitären fortschritt in afg. vorflöten...


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27.07.2010, General Flashback sagt:

"Charlie surft nicht!"


- Colonel William "Bill" Kilgore - 1st Squadron, 9th Cavalry Regiment


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27.07.2010, Journalie sagt:

öffters mal Taz lesen!

Holland geht
Am Sonntag beginnen die Niederländer mit dem Abzug ihrer Truppen.


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27.07.2010, Ich habe es nur noch satt sagt:

Die ganze Zeit über galt Afghanistan nur als staubiges Wüstenland - und AUF EIIIIIIIINMAL hat man GAAAAANZ ZUFÄLLIG entdeckt, daß es Billionenvorkommen an Litium gibt...??!??!?
Jetzt erst?
Das ganze scheint mir ein komplett abgekartetes und verlogenes Spiel zu sein, und unsere Bundesvasallen spielen mit.
Ich kann nicht beschreiben, wie tief mein Vertrauen in Regierung und Obrigkeiten gesunken ist, die uns weismachen wollen, daß man für Brunnen und Freiheit der Frauen in Afghanistan ist...
Oh Mann, was für ein Lügenstaat...


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28.07.2010, Schach sagt:

Der Punkt ist doch nicht dass 100.000 Einzelheiten zu diesem, ohnehin bekannten, afghanischen Fiasko aufgedeckt wurden. Das Übel besteht einzig in den lausigen Notwendigkeitsphrasen mit welchen die beteiligten Kriegsführer dieses
offiziell begründen. Tragisches Geschehen für sich passend interpretieren bzw. verschleiern und ihre Ausweglosigkeit mit allen Mitteln überspielen.

...


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28.07.2010, taolek sagt:

wenn ich mir eure kommentare angucke , werde ich das gefühl nicht los das ihr eigentlich schuld durch eure kommentare seid, dass dies passiert. wie kann das sein das ihr euch alle so über amerika aufregt. ihr währt doch heute nicht alle hier und könntet kommentare abgeben wenn euch amerika nicht geholfen hätte. undankbares volk. die präsents in afgahistan und in allen anderen islamischen staaten muss durch uns erhöht werden, damit wir derer herr werden. kriegt ihr überhaupt noch was mit, in euern gemütlichen staat . ihr werdet überannt vom islamismus. wollt ihr euch das antun bloss weil ihr euer wohl wollt? jetzt richtig handeln und wir gewinnen. ich bin kein rassist ich bin ein realist. die gewalt in islamischen staaten hat eine deminsion angenommen die man sich nicht mehr verweigern darf.


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28.07.2010, Gargoyle sagt:

Die USA: Hinter der bunten lächelnden Micky-Maus-Maske, mit der sie die ganze Welt verarschen, verbirgt sich die Fratze des Clowns aus Stephen Kings "ES"


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28.07.2010, Axel sagt:

Für Kriege ist der Staatsbürger nun mal nicht zu begeistern und das ist auch gut so. Schliesslich soll er seine Söhne und seine Steuergelder dafür opfern, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Also müssen Politiker Bedrohungsszenarien aufbauen, die dann fleissig von dem Medien publiziert werden, quasi eine Werbekampagne. Unter dem Deckmantel der "nationale Sicherheit" können sich dann die Armeeoffiziere im Auftrag der Wirtschaft und Politik nach herzenslust austoben. Moral und Ethik weichen dann dem enthemmten Kriegstreiben, dass in all seinen Auswüchsen von der Politik gedeckt wird. Natürlich klärt man nie den Bürger auf. Man braucht zwar seine Söhne für die Drecksarbeit, doch die eigentlichen Gewinner sind auch die Kriegstreiber, nämlich die Wirtschaft. Das ist nicht neu, so war es schon immer.



Aus: "Wikileaks-Coup zeigt die Ohnmacht der Isaf-Truppen" (27.07.10)
Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article8677827/Wikileaks-Coup-zeigt-die-Ohnmacht-der-Isaf-Truppen.html


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Quote
[...] Der Australier Julian Assange überschätzt die Veröffentlichung. Viele Dokumente sind wenig aussagekräftig und nicht verlässlich. [...] Offensichtlich ist der größte Teil der einzelnen, oft sehr kurzen Dokumente Berichte von Unteroffizieren und rangniedrigen Offizieren. „Das meiste ist ausgesprochen langweilig“, sagte dazu der Politikwissenschaftler und Pakistan-Experte Jochen Hippler dem „Deutschlandfunk“.

Die US-Militärs schildern in einem schwer verständlichen Kauderwelsch aus Abkürzungen und Fachwörtern den Ablauf von Gefechten, die Schäden bei Selbstmordattentaten und ähnliches. Der Informationswert solcher Meldungen, die übrigens in ähnlicher Form aus zahlreichen Kriegen des 20. Jahrhunderts überliefert sind, ist eher niedrig. Im Einzelfall bieten diese Berichte zwar tatsächlich neue Details, etwa zu den Opfern von amerikanischen oder alliierten Angriffen auf Taliban-Einheiten. Die Verlässlichkeit dieser Dokumente ist jedoch stark schwankend.

[...] Aber auch jenseits solcher Zweifel an der Zuverlässigkeit einzelner Dokumente erweist sich die Wikileaks-Veröffentlichung als weniger sensationell, als zunächst geglaubt: Sowohl das zielgerichtete Vorgehen von US-Spezialeinheiten gegen Taliban-Führer als auch der Einsatz von bewaffneten Drohnen sind seit Jahren bekannt. Fast ebenso regelmäßig sind Spekulationen über Verbindungen des pakistanischen Geheimdienstes mit den Taliban in den Medien zu lesen gewesen. Gerade hier wirkt das Material aber häufig dünn, beschränkt sich auf Mutmaßungen und Gerüchte.

Zusätzliche Zweifel sät der Umgang von Wikileaks-Gründer Julian Assange mit seinem vermeintlichen Scoop. So kündigte er an, das Material enthalte Beweise für bislang unbekannte Kriegsverbrechen. Er blieb aber bislang jeden Beleg dafür schuldig. Ob etwas ein Verbrechen sei oder nicht, müssten Gerichte entscheiden, sagte er denn auch scheinbar bescheiden. Doch er bestimmt mit seinen unbelegten Interpretationen auch die Wahrnehmung des Materials: Seine Veröffentlichung gilt nach solchen Verlautbarungen als Sensation.

Zudem verfällt Assange – der übrigens von ehemaligen Mitstreiter anonym im Internet der Veruntreuung von Spendengeldern zugunsten seines eigenen, angeblich aufwendigen Lebensstils beschuldigt wird (allerdings auch das ohne Belege) – zunehmend der Anmaßung. „Die gefährlichsten Männer sind diejenigen, die Krieg führen“, lässt er sich zitieren: „Wir müssen sie stoppen.“

...



Quote
[...]

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28.07.2010, Eierdieb sagt:

Natürlich wird hier einiges runtergespielt und natürlich war das meiste bekannt. Allerdings wußten meistens nur Politiker bescheid, jetzt wissen alle etwas mehr als vorher.


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28.07.2010, Klaus Kinski sagt:

Also langsam wird es wirklich peinlich was dieses "Blatt" hier liefert !!!

Quote
28.07.2010, joseff sagt:

KlausKinski
stmmt, wieso lesen wirs eigentlich?



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28.07.2010, iPat sagt:

und jetzt kratzen Sie am Image von Assange.
"Veruntreuung von Spendengelder",
"wenig wissend"
"sich nur aufspielend"
"hauptsache gegen die mächtigen ohne aussagefähige Gründe"

bla bla bla


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28.07.2010, Thomas Wipf sagt:

Also ich weiss nicht, bei wem dieser Welt-Redakteur auf der Payroll steht.

 ...


Quote
28.07.2010, seitmalstolzmann sagt:

Warum so parteiisch WELT ONLINE? Es geht um Informationen jeglicher Art, also euer täglich Brot. Zum Thema Relevanz der Infos: Bitte macht euch nicht weiter lächerlich..... Zeigt lieber ein bisschen Rückrat und lasst die Leute entscheiden, was wie relevant und glaubwürdig ist, anstatt "Meinung zu machen". So dumm sind wir nicht, glaubt uns.


Quote
28.07.2010, Klaus Walter sagt:

Der Maulkorb der Kanzlerin wirkt recht nachhaltig bei manchen Menschen.
Lieber andere Verunglimpfen als die Warheit rauszulassen.
Das Schreibertum in diesem Lande hat nur noch die Aufgabe Regierungskonform zu berichten. Infragestellen des Politischen handelns oder erliche und offene Kritik ist hier nicht mehr gegeben.
Auch die Darstellung der Politischen Lügen, und der Betrug am Volk der in diesem Land mannigfach anzuprangern ist, währen richtige Schlagzeilen.

Aber einen Herrn Assange anzugreifen weil er sich wichtigmachen will.

...


Quote
28.07.2010, ProLeser sagt:

von Sven Felix Kellerhoff
"Der Australier Julian Assange überschätzt die Veröffentlichung. Viele Dokumente sind wenig aussagekräftig und nicht verlässlich."

Ein schlechter Versuch die eigene Kompetenz zu Thema darzulegen. Herr Kellerhof hat für sich und seiner Redaktion mit diesem Artikel einen schlechten Dienst erwiesen.

Bewertung: Papierkorb


Quote
28.07.2010, Otto sagt:

Dass das alles bekannt war, ist wohl richtig. Nur vermutlich nicht dem größten Teil der am Krieg wider Willen beteiligten Bevölkerungen, denen eine im Fahrwasser der Regierungen, des Militärs und der Profiteure an den Kriegen segelnde Presse üblicherweise nur das berichtet, was opportun ist. Wenn Assange sagt, es sei Aufgabe der Gerichte, über die aus den Papieren hervorgehenden Verbrechen zu entscheiden, ist das absolut korrekt, denn das ist nicht seine Aufgabe.

Der Schreiber dieses WELT-Artikels sollte sich einmal vorstellen, die Taliban würden auch eine Sondereinsatztruppe 373 ins Leben rufen, um gezielt US-Führungskräfte zu töten. Wie empört wurde wohl die Presse auf eine solche Vorgehensweise reagieren? Und wer wusste hier schon, dass diese Truppe auch im "ach so friedlichen" ISAF-Einsatzgebiet, mitten unter den deutschen Kräften, operiert.


Quote
28.07.2010, cjbenedikt sagt:

Aus dem Artikel spricht der Neid, dass die Welt bei der Erstveröffentlichung nicht berücksichtigt wurde. Aber da die Welt stets gerne "regierungstreu" berichtet ist das ja auch nur zu verständlich.
Woher die Andeutungen über Assanges "Veruntreung" und "Lebensstil" kommen, ist wohl auch ziemlich klar.


Quote
28.07.2010, Stefan sagt:

Ich finde es klasse, was dieser Mann macht. Diese ganze Geheimnistuerei unserer Regierungen kotzt mich einfach nur an. Ich will nicht wissen, was es alles so für Geheimverträge zwischen Deutschland und den USA so gibt? Hoffe wirklich, dass da noch mehr kommt und werde die Veröffentlichung auf dieser Seite regelmäßig weiter verfolgen.
Eigentlich sollten doch die Aufgabe der Aufklärung unsere Medien haben, aber davon sind die soweit entfernt wie der Mond von der Erde.


Quote
28.07.2010, klaus klusi sagt:

das sind nun unsere journalisten... ...die hätten auch in der DDR auf die journalistenschule gehen können.... ...immer schön staatskonform...nich herr Sven Felix Kellerhoff.... ...vieleicht gibt es ja mal verdienstkreuz... ..unsere toten soldaten bekommen es ja schon für tapfere dienste zur erfüllung der aufgaben der gross industrie


Quote
28.07.2010, honk sagt:

- umfassende berichte über hunderte bisher nicht bekannte zivile Opfer im Afghanistan Krieg
- Beweis der Existenz von Todesschwadronen ( etwas anderes sind diese "Einheiten" ja wohl nicht ) der US Armee und Einblick in ihr skrupelloses Handlungsfeld
- ungefilterter Einblick in alle größeren militärischen Operationen der letzten 6 Kriegsjahre

So etwas hat es noch NIE während eines Krieges gegeben. Endlich kann sich niemand mehr in den NATO Staaten herausreden damit er würde nichts wissen über diesen mörderischen Krieg.
Das ist einzigartig und sehr, sehr gefährlich für die Regierenden. Daran ändert auch dieser Artikel und das ganze Herunterspielen nichts mehr...


Quote
28.07.2010, Blattkritik sagt:

Also bitte liebe "Welt Online", warum erzählter ihr in diesem Zusammenhang nicht mal auf, wie viele abgenutzte und zum Teil (nicht nachgeprüfte) Geschichten ihr und der Springer Verlag tagtäglich veröffentlicht. Und wer sich selbst ein "Bild" machen möchte, dem rate ich sich die Watchblogs der großen deutschen Boulevardzeitungen sich anzusehen.

Bevor ihr andere Medien kritisiert solltet ihr bei euch anfangen!


Quote
28.07.2010, joseff sagt:

das schlimme ist weniger die scheinheilige Meedienkritik, sondern daß hier für eine Interessengruppe geschrieben wird, die für uns eine Gefahr ist.


Quote
28.07.2010, systemmerkel sagt:

Was oder wem nützt Gefälligkeitsjournalismus wenn´s keiner mehr glaubt.


Quote
28.07.2010, rabe46 sagt:

Obama versprach bei Amtsantritt komplette Transparenz, nichts soll in der neuen Regierung verborgen bleiben. Ein Jahr später ist davon nichts mehr übrig. Im Gegenteil: Obama kritisierte die neue Wikileaks-Attacke aufs Schärfste.

Oder anders gesagt: Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte für das Veröffentlichen der 100’000 Dokumente verhaftet werden. Der Infokrieg ist lanciert:

Nun soll es eine globale Internetzensur geben.

„Cyber-Sicherheit“ ist das neue Schlagwort der Elite im Kampf gegen die Wahrheitsbewegung.

...


Quote
28.07.2010, hannes sagt:

Bekommt der Herr Kellerhoff Geschenke von den Militärs????
UNGLAUBLICH!
Aber natürlich wissen alle, dass Spezialeinheiten ohne Begrüdung auf alles schießen und natürlich wissen alle, dass vergeltungsanschläge von der spezialeinheit isaf angeboten werden und natürlich wissen alle dass im krieg auch kinder sterben und natürlich wissen alle, dass dies schon in "allen Kriegen des 20. jh" so war, und ....

Wie bitte?

und "das Material enthalte Beweise für bislang unbekannte Kriegsverbrechen. Er blieb aber bislang jeden Beleg dafür schuldig. Ob etwas ein Verbrechen sei oder nicht, müssten Gerichte entscheiden"


Und Sie Herr Kellerhoff kaufen alles, wo noch kein Gericht eine Entscheidung gefällt hat? Journalisten mit Ihrem Gewissen gehören gebrandmarkt!


Ich vermisse Söldnerwerbung hier auf der Seite....


Quote
28.07.2010, Internetrambo sagt:

''(...)der übrigens von ehemaligen Mitstreiter anonym im Internet der Veruntreuung von Spendengeldern zugunsten seines eigenen, angeblich aufwendigen Lebensstils beschuldigt wird(...)''
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

erinnert mich an den Film ''der Staatsfeind Nr 1''.
unbequeme Menschen werden Mundtot gemacht, indem man ihre glaubwürdigkeit mit allen Mitteln zu zerstören versucht.

Selbst wenn ein großteil der Berichte in diesen VS Dokumenten relativ unrelevant sind, liefern diese Berichte einen weitaus höheren Informationsgehalt, als alle Berichte der Medien zuvor(wer denkt dass es in diesem Land freie und neutrale Berichterstattung gibt ist auf dem Holzweg). schließlich waren sie nie für die Öffentlichkeit bestimmt. Folglich sind sie kaum verfälscht.







Aus: "Die Anmaßung des Wikileaks-Gründers" von Sven Felix Kellerhoff (28. Juli 2010)
Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article8677390/Die-Anmassung-des-Wikileaks-Gruenders.html

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« Reply #408 on: July 31, 2010, 10:07:12 PM »

Quote
[...] Die Rapporte der Soldaten aus dem Gefecht sind eine Mischung aus Augenzeugenberichten, Gerüchten, Gesprächsfetzen und persönlichen Eindrücken. Es ist bezeichnend, dass die von Assange eingespannten Redaktionen von «New York Times», «Spiegel» und «Guardian» selbst nach einem Monat intensiver Sichtung der Dokumente nichts fanden, das mehr als das Bild des chaotischen, verwirrten Krieges bestätigt hätte.

Anders als die Pentagon-Papiere sind die Afghanistan-Protokolle nicht politisch relevantes Material.

[...] Die Freiheit der Bürger im Internetzeitalter ist auch diese: Den Konsum eines wirren Datenwusts zu verweigern und das «wichtigste Datenleck» aller Zeiten zu ignorieren.



Aus: "Warum man die Afghanistan-Protokolle ignorieren sollte"
Von Walter Niederberger, San Francisco
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Warum-man-die-AfghanistanProtokolle-ignorieren-sollte/story/17675115

-.-

Quote
[...] Hamburg - Welche Rolle spielt die Bundeswehr bei den gezielten Tötungen von Taliban-Kämpfern durch US-Spezialeinheiten in Afghanistan? Zumindest eine größere als bisher bekannt: Nach SPIEGEL-Informationen ist mindestens ein Taliban-Kommandeur, den Deutschland auf die Fahndungslisten der Nato hatte setzen lassen, von amerikanischen Spezialkräften in Nordafghanistan getötet worden.

Die geheimen Afghanistan-Protokolle, die auf der Internetplattform WikiLeaks veröffentlicht wurden, hatten vor einer Woche die Arbeitsweise dieser US-Einheiten offengelegt.

[...] Die Bundeswehr hatte den Taliban-Kommandeur Qari Bashir, der im Raum Kunduz rund 50 Kämpfer unter seinem Befehl hatte, im Jahr 2009 mit dem Vermerk auf eine Jagdliste der Nato setzen lassen, er solle festgesetzt werden. Im November 2009 wurde er bei einer mehrtägigen Operation nordwestlich von Kunduz von US-Spezialeinheiten getötet.

Seit 2007 haben die Deutschen nach SPIEGEL-Informationen mindestens 13 Personen auf die Liste setzen lassen. Zwei wurden wegen fehlender neuer Hinweise wieder gestrichen, zwei weitere wurden festgenommen. Weitere 31 Nato-Ziele für Nordafghanistan wurden von anderen verbündeten Nationen beigesteuert.

[...] Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels kritisierte vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse über gezielte Tötungen die Informationspolitik der Bundesregierung. "Es genügt nicht, nur die Obleute des Verteidigungsausschusses zu informieren, wenn die ihr geheimes Wissen dann nur begrenzt weitergeben dürfen", sagte er dem SPIEGEL. "Stattdessen sollte nach Abschluss von Operationen das gesamte Parlament in Kenntnis gesetzt werden."

...


Aus: "Tötungseinsätze in Afghanistan - Bundeswehr lieferte Namen für Taliban-Jagdliste" (31.07.2010)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709488,00.html


-.-

Quote

SPIEGEL ONLINE Forum: Tötungseinsätze in Afghanistan: Bundeswehr lieferte Namen für Taliban-Jagdliste

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Metaphor, 31.07.2010

bitte??

Mein Gott Leute das ist Krieg und in einem Krieg schießt man nicht nur zurück, sondern greift auch einmal an. Auf asymmetrische Kriegsführung kann man eben nur auf asymmetrische Weise reagieren und dazu gehören einmal verdeckte Einsätze von Spezialeinheiten. Und Oh mein Gott in einem Krieg wird getötet, was für ein Skandal.




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wika, 31.07.2010

In einiger Hinsicht ist der Artikel heuchlerisch …

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Zitat von Ylex :

Dieser Artikel wirkt auf mich ziemlich heuchlerisch, weil der "Spiegel" so tut, als sei er von diesen Informationen überrascht. Was soll man denn von der Bundeswehr erwarten, wenn sie von der Regierung in den Krieg geschickt wird? …




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herbert, 31.07.2010

In Afganistan herrscht Krieg

Und es gibt sehr schlichte Politiker in Berlin, die schicken unsere Soldaten dorthin NUR um Wasserlöcher zu bohren.
Jeder Soldat der sich dort verteidigen muss, läuft in Gefahr, hier die Staatsanwaltschaft zu aktivieren um vielleicht in den Bau zu kommen.
Die Naivität der Politik und deren Verantwortlichen für den Einsatz dort ist mehr als Strafbar !

Im Krieg ist alles möglich und das ist halt Fakt !

Ein Krieg hat seine eigenen, brutalen Gesetze die mit den normalen Gesetzen nicht mehr vergleichbar sind.

Für den letzten hier: In Afganistan herrscht Krieg und somit ein Ausnahmezustand !


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meisterschlau, 31.07.2010

bundeswehr unterstützen, die politik unter druck setzen! nur so so läufts! unsere jungs machen nur ihren job, der arbeitgeber sitzt im bundestag!


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GOLUM, 31.07.2010

Verantwortung

Das Geschreibsel der meisten ist erschreckend!

Ja, wenn schon aber dann richtig …. Usw.

Danach ist wie immer keiner Zuständig gewesen und wusste von nichts.

Erinnert mich an [...] andere Kriege

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Zitat von tächs:
Da geben sich die Talibans alle Mühe. möglichst viele von unseren Jungs zu killen, aber die Killer darf man nicht bekämpfen. ....wird nach der alttestamentarischen Regel gekämpft:
"Auge um Auge, Zahn um Zahn". Was wäre unsere Bundeswehr in Afghanistan für eine lauwarme Truppe, wenn ihre Männer getötet werden, aber ihre Killer nicht auf's Korn nehmen darf.


Hallo aufwachen ...
Wer ist da wo im welchen Land??
Wir sind die Eindriglinge die die Verteidiger ihres Landes!

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Zitat von Wolf_68
Bei den Taliban handelt es sich in der Mehrzahl nicht um einheimische Afghanen. Die Taliban haben in der Tat ein System installiert, in dem gefoltert, unterdrückt und gemordet wurde.


Interessant!

Und wo maschieren wir dann als nächstes ein wenn es um solche Kriterien geht?





Quote
raka,  31.07.2010

Ja, ja, Brunnenbohren und Mädchenschulen. Freiheit am Hindukusch verteidigen. In Wirklichkeit illegale Todeslisten abarbeiten lassen ...

Es kot*t einen nur noch an.



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Satiro, 31.07.2010

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Zitat von geldzauber:
Mich stört dieser Neusprech - warum nicht einfach Ermordung dazu sagen?


Weil im Krieg nicht gemordet sondern gezielt getötet wird.


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Abwehr?

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Zitat von tmpsec:

Es ist nicht verwerflich, von bestimmten Dingen keine Ahnung zu haben. Man sollte sich dann aber konsequenterweise auch nicht dazu auslassen.

Denn der Gegner wird nicht getötet, um ihn zu bestrafen, sondern im Zuge der Gefahrenabwehr. Das ist etwas völlig anderes.

STIMMT

Aber wer konstruiert hier die Gefahr und begibt sich freiwillig in diese?
Stellt es dann gar als Angriff gegen sich da??

Also wenn ich in eine Wohnung eindringe und der Hausherr kommt um mich zu vertreiben töte ich diesen um eventuelle Gefahr von mir abzuwenden.

JA, logisch, mei bin ich dumm ....



Quote
Periklas, 31.07.2010

Das Formblatt, bitte!

Wurden die Liquidierungen, per Formblatt mit dem Bundesadler an die Taskforce 373 weitergeben? Sicherlich muss man nur noch die Namen eintragen und die Bestätigung vom KT oder AM einholen. Krieg ist die sauberste Lösung für einen Befehlsempfänger und Gehorsam die effektivste Waffe wenn ohne Recht und Gesetz gehandelt werden darf.

Und zu Hause ist man wieder der/diejenige salopp gesagt, der die Grundgesetzte verteidigt und zur Erhaltung der Demokratie aufruft. Wie beschränkt und ignorant muss man sein,an einen Kriegseinsatz sich zu beteiligen oder den Krieg in AFG, als nicht verwerflich zu betrachten?


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Nun brauchen auch wir dringend ein Trupp Totschläger u. Folterer, endlich!

Um Gottes willen jetzt ist wieder die nat. Sicherheit gefährdet und das Leben aller dt. Soldaten.
Fast könnte man daraus folgern auch die Bundeswehr, bzw. ihr Geheimdienst
braucht nun dringend auch so eine alles totschlagende Folter und Mördertruppe wie sie die Amis haben.
Ist doch logisch, nachdem die "unverantwortlichen" Medien solche strengst geheimen Infos publik gemacht haben und nun alle Soldaten um ihr Leben zittern müssen.

So dumm und blöd diese Totschlagargumente sind, so unwahr sind sie auch.

Das Leben der Soldaten ist immer bedroht sowohl im Einsatz als auch im Manöver und in der Kaserne genauso. Wenn die Presse versucht die Wahrheit herauszufinden und zu publizieren wird das nicht schlechter eher besser und für die Soldaten so wie so.

Ich kann ja verstehen das die hiesigen dt. Politiker neidvoll auf die USA schauen, haben die es doch "verstanden", mit der dummdreisten Floskel von der Nat. Sicherheit die Menschenrechte bei sich in den USA auszuhebeln.
Kein Grund Dummheit zu kopieren auch wenn es noch so "schön und bequem" wäre, besonders um bestimmten Presse und TV Quellen einen Maulkorb zu verpassen, man brauch da nur an den cholerischen und arroganten Schilly denken, der dachte doch auch Demokratie das bin ich!

Aus meiner Sicht ist es auch gerade dieses antidemokratische, Menschen und ihre Rechte verachtende, inkonsequente nur auf schnellsten Profit ausgerichtete neoliberale System, was erst zu all diesen Problemen führt und auch erst all diese Terroristen produziert die es ja bekämpfen sollte.

Die USA sind hier ganz vorne die führende Kraft gefolgt von uns Europäern wenn wir hier nicht entscheidend was ändern verlieren wir weiter an ansehen und unseren Wohlstand so wie so, ausser natürlich die Reichen( ab 10 Mio€ aufwärts) denen ist das mehrheitlich egal, da sie in der Hauptsache nur an mehr und immer mehr Profit interessiert sind.


PS: Erstaunlich das noch immer solche "kommunistische", den "Terrorismus" fördernde Dokumentationen im ARD gesendet werden (dürfen), wie am 27.7 um 22:45 "Lets make money ..." über das neoliberale Finanzsystem.


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Kalle, 31.07.2010

Es ist furchtbar

Tja, ist wohl doch Krieg in Afghanistan. Laut Helmut Schmidt die größte Sch**** die es gibt. Hat uns Rot/Grün drin eingetaucht und hätte Schwarz/Gelb ebenfalls gemacht.

Das Schlimmste ist die Machtlosigkeit, der man unterworfen ist und das irgendwelche Kröten sich eine goldene Nase mit diesem Krieg verdienen.

Dass die Soldaten ganz übel dran sind, weiß ich!


Quote
Masterskipper, 31.07.2010

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Zitat von Monsieur Rainer:
Dass die Bundeswehr in Afghanistan zusammen mit ihren Allierten einen schmutzigen Krieg führt, wusste jeder, der noch bei klarem Verstand ist. Krieg ist immer schmutzig und wird vernebelt durch Lügen auf allen Seiten. Das hat nichts spezifisches. Vielleicht wird jetzt dem letzten Gutmenschen klar, dass die Bundeswehr in Afghanistan keinen humanitären Unterstützungseinsatz führt.


Wenn unsere Soldaten der Deutschen Bundeswehr schon in so einem absolut fremden,ungastlichen und unbefriedbaren Land gegen einem unberechenbaren Feind,der vorwiegend aus dem Hinterhalt angreift,kämpfen müssen,dann muß auch ordentlich draufgehalten werden.Ich persönlich habe damit überhaupt keine Probleme und stehe voll hinter unseren Deutschen Soldaten.Die Heimat reicht der Front die Hand.Glückauf Soldat in Feindesland.


Quote
hanspeter.b, 31.07.2010

Wo ist das Problem?

Im Krieg werden gegnerische Kämpfer getötet.
Ob offen auf dem Schlachtfeld oder per Scharfschütze aus einem Hinterhalt heraus ... wo genau ist der Unterschied?

Muss man immer solange warten bis sich der Feind optimal in Position gebracht hat und das Feuer eröffnet bevor man selbst aktiv wird?  Das ist in einem asynchronen Untergund-Krieg keine gute Strategie.




Quote
nichtWeich, 31.07.2010

nich nachvollziehbar

Quote
Zitat von keats:

Um Gottes willen jetzt ist wieder die nat. Sicherheit gefährdet und das Leben aller dt. Soldaten.
Fast könnte man daraus folgern auch die Bundeswehr, bzw. ihr Geheimdienst
braucht nun dringend auch so eine alles totschlagende Folter und Mördertruppe wie sie die Amis haben.
Ist doch logisch, nachdem die "unverantwortlichen" Medien solche strengst geheimen Infos publik gemacht haben und nun alle Soldaten um ihr Leben zittern müssen
So dumm und blöd diese Totschlagargumente sind, so unwahr sind sie auch.
Das Leben der Soldaten ist immer bedroht sowohl im Einsatz als auch im Manöver und in der Kaserne genauso. Wenn die Presse versucht die Wahrheit herauszufinden und zu publizieren wird das nicht schlechter eher besser und für die Soldaten so wie so.

PS: Erstaunlich das noch immer solche "kommunistische", den "Terrorismus" fördernde Dokumentationen im ARD gesendet werden (dürfen), wie am 27.7 um 22:45 "Lets make money ..." über das neoliberale Finanzsystem.


Ihre Aggitation gegen die Deutschen ist für mich nicht nachvollziehbar.
Sind Sie so verbittert oder tun Sie nur so?

Diese Art der Argumentation spielt den Terroristen in die Hände. Nach dem Motto Köpfe runter und bloss nicht auffallen und nichts machen oder was? Aber genau dies würde uns eher schaden. Deutschland sollte in Ihren Augen eine Art "Schweiz" werden und bloss immer schön ruhig bleiben.

Das tut mir leid, es gibt zum Glück eine neune Generation die, nicht mehr im 68er Stil arbeitet sondern sich um Ihr Land sorgt und für es sorgt.


Quote
Masterskipper, 31.07.2010

Afghanistan

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Zitat von krokis:
Warum muß die Deutsche Bundeswehr dort kämpfen? Wofür? Für das Deutsche Volk ? Gegen wen und warum? Haben Sie eine vernünftige Antwort?
Herzliche Grüße

Ich weiß es leider nicht. Diese Frage müssen Sie direkt an Frau Bundeskanzler Dr. Merkel stellen. Ich bin nur gegen eine pauschale Diffamierung und Herabsetzung unserer unter sehr schweren Bedingungen in Afghanistan kämpfenden Soldaten der Bundeswehr.


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BerndSchirra, 31.07.2010

Das hatten wir doch schon mal

Ist es wieder soweit? Es hat ja lange gedauert bis wieder Menschen durch deutsche Hilfe gezielt getötet werden. Naja die Zeit ist ja reif nach 65 Jahren. Wenn man die Beiträge liest, wird das ermorden von Menschen ja wieder mit Beifall bedacht.



Bruchstücke aus: "Tötungseinsätze in Afghanistan: Bundeswehr lieferte Namen für Taliban-Jagdliste " (31.07.2010)
Quelle: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=18742&page=13


« Last Edit: July 31, 2010, 10:12:39 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #409 on: August 02, 2010, 08:45:39 AM »

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[...] Offenbar plant Petraeus, vor allem die gezielten Tötungen von prominenten Taliban und al-Qaida-Kämpfern auszuweiten. Dafür spricht auch ein Artikel der New York Times, die am Sonntag berichtete, die militärische und politische Spitze sehe in gezielten Tötungen den einzigen Weg, um die Taliban in die Knie zu zwingen. Es gehe darum, den Taliban Angst vor einem Aufstieg in den eigenen Hierarchien zu machen, weil sie ab einer bestimmten Ranghöhe zu Zielen würden. Dem Bericht zufolge hoffen die Strategen in Washington, dass die Taliban dadurch an den Verhandlungstisch gezwungen werden könnten.

In Deutschland dürften diese Nachrichten neuerlich Irritationen auslösen. Unter dem Eindruck von Medienberichten, wonach die Bundeswehr an der Erstellung von Fahndungslisten beteiligt gewesen sein soll, auf Basis derer US-Spezialkräfte hochrangige Taliban gezielt töten, war die Debatte über den Afghanistaneinsatz am Wochenende ohnehin schon mit neuer Vehemenz aufgeflammt.

...

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02.08.2010 um 8:46 Uhr, FahadA

Kein Fleisch, kein Rammen

“Together with our Afghan partners, get your teeth into the insurgents and don’t let go.”

Warum kann man einfachstes Englisch nicht einfach übersetzen?

Ganz davon abgesehen hat Petraeus' Strategie natürlich was von einem letzten Aufgebot in einer lange verlorenen Angelegenheit hat. Der Juli war für die Amerikaner der verlustreichste Monat (63 tote Soldaten) seit Bush seinen Krieg dem Terror dort vor neun Jahren lostrat.

http://www.guardian.co.uk...






Aus: "Petraeus in Afghanistan - "Rammt eure Zähne in das Fleisch der Aufständischen" Michael Schmidt (2.8.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-08/petraeus-taliban-afghanistan-obama


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« Reply #410 on: August 02, 2010, 09:11:34 AM »

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[...] Natürlich halten sie sich für geile Macker«, sagt Brigadegeneral Hans-Christoph Ammon, Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr in Calw, über seine Männer. »Und obwohl ich normalerweise heroische Begriffe meide – sie gehören tatsächlich zu den Besten der Besten, es ist richtig, sie als Elite zu bezeichnen.«

[...] Die »geilen Macker«, die mir hier gegenübersitzen, könnten so etwas wie das politische Rollenvorbild einer radikal verkleinerten, ausschließlich einsatzorientierten Profiarmee werden. Denn es ist ja nicht nur so, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in diesen Sommerwochen Sparszenarien für eine Truppenreduzierung um bis zu 40.000 Zeit- und Berufssoldaten und für die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht (minus 60.000 Soldaten) durchrechnen ließe. In Interviews, wie zuletzt mit der Süddeutschen Zeitung, verweist der Minister auch immer wieder auf die wichtige Rolle, die Nachrichtendienste und Spezialkräfte als Nachsorgeelemente in Afghanistan spielen könnten. Der Vorteil für die Bundesregierung wäre auf jeden Fall, dass beide Institutionen auftragsgemäß im Verborgenen operieren: die Geheimagenten wie auch die Geheimsoldaten. Die amerikanischen Verbündeten setzen darüber hinaus noch geheime Drohnen ein, zur Aufklärung und »Wirkung« gegen terroristische Ziele, wie es heißt – und in den jüngst öffentlich gewordenen Dokumenten reichlich nachzulesen ist.

[...] Charakteristisch sei zudem seine besondere Affinität zum Soldatischen, sagt ein 32-jähriger Hauptmann, der seit fünf Jahren beim Verband ist: »Da geht es auch um den Mann an sich, den Krieger.« Das sei national wie international das Gleiche, meint er: Kommandosoldaten würden einander überall auf der Welt erkennen. »Wir sind absolute Idealisten, die sich mit Leib und Seele der Sache und dem Auftrag verschrieben haben und dafür jegliche Strapazen auf sich nehmen. Und ich wollte die Eintrittskarte dazu haben, egal, wie viele harte Tage und Nächte mich das kostet, egal, ob es etwas zu essen gibt, egal, was mir wo wehtut.«

[...] Ein 39-jähriger Hauptfeldwebel findet ein anderes Bild: »Das ist, wie für die Nationalmannschaft der Bundeswehr zu spielen – aber ohne Applaus, ohne Anerkennung.« Wenn niemand wissen darf, was die Männer in Einsätzen tatsächlich tun, welche Kriegsverbrecher oder Terrorfürsten sie festgenommen oder getötet haben, entsteht leicht ein doppeltes Missverständnis: Außenstehende begreifen nicht, warum diese Soldaten so sind, wie sie sind, und die KSK-Kämpfer verzweifeln daran, dass niemand sie versteht. Zum Missverstehen kommt das Misstrauen: Sind alle deutschen Spezialoperationen rechtlich einwandfrei? Politisch sinnvoll? Woran misst man den Erfolg des Kommandos? Die Sicherheitslage im Norden Afghanistans, für den die Bundeswehr zuständig ist, hat sich bekanntermaßen verschlechtert, nicht verbessert.

Alle Männer hier am Tisch sind in Einsätzen gewesen. Als höflicher Mensch mag man sie kaum fragen, ob sie schon einmal jemanden getötet haben. »Das würden wir auch nicht beantworten«, sagt ein Kompaniechef. Was eigene Verluste angeht, hatte das KSK bisher Glück: Unter den deutschen Soldaten, die in Afghanistan verunglückten oder getötet wurden, war keiner von ihnen. Aber noch einmal: Wie ist es mit dem Töten als Erfordernis des Berufs? Kann man damit leben? Warum nimmt man so etwas auf sich?

»Warum werden wir eingesetzt?«, fragt ein Hauptmann zurück: »Doch nicht weil wir ein Mordkommando sind. Wenn Sie in Afghanistan in ein Dorf kommen, dann treffen Sie da möglicherweise auf Gegner, die jedem schaden wollen: ihren eigenen Zivilisten. Den fremden Soldaten. Von denen geht ein unheimliches Aggressionspotenzial gegen uns aus. Und da gilt der erste Gedanke dem eigenen Überleben.« Insofern, da ist sich die Runde weitgehend einig, sei die abstrakte Rede über das Töten fast belastender als jede konkrete Situation: Da gehe es um Selbstverteidigung und legitime militärische Ziele. Und: »Wir sind in Afghanistan, weil wir von der Politik einen Auftrag haben.«

[...] Nach einer Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr wird etwa ein Viertel aller Bundeswehrsoldaten letztlich aus beruflichen Gründen geschieden. Beim Kommando Spezialkräfte seien es doppelt so viele, 50 Prozent.

Eine derartige Scheidungsrate bei Soldaten, auf deren soziale Integration und psychische Stabilität es so ausgesprochen ankommt, sollte einer, aber wahrlich nicht der einzige Grund dafür sein, sich ernsthaft zu fragen, ob wir es hier wirklich mit einem Bundeswehrmodell der Zukunft zu tun haben: Andere, dringendere Gründe sind Fragen wie die, ob wir Soldaten ebenso lange – jahrelang – in Einsätze schicken wollen wie die Amerikaner. Ob es gut ist, wenn ein Soldat sich als »Mann an sich, als Krieger« wahrnimmt. Ob das gezielte Töten von »Feinden«, die Deutschland nicht im Krieg gegenüberstehen, wirklich ein Konzept für die Bundeswehr werden soll. Und was uns Öffentlichkeit und parlamentarische Kontrolle der Streitkräfte wert sind – eine Armee, die überwiegend im Geheimen operiert, entzöge sich notgedrungen beidem.

...


Quote
   * 31.07.2010 um 21:27 Uhr
    * ddkddk

"Unsere Soldaten müssen regelmäßig töten"

Dieser Satz ist erläuterungsbedürftig.

Wenn dies aus Gründen der Funktionsfähigkeit dieses Truppenteils erforderlich ist, ist natürlich klar, dass wir ein Übungfeld wie Afghanistan brauchen, denn wo soll sonst dieses offenbare Grundbedürfnis geübt werden.

Typisch ist natürlich auch, dass hinter dem Ganzen ein katholischer Pfarrer stehen muss, der den Soldaten erklärt, dass und warum für ihn das Gebot: "Du sollst nicht töten" nicht gilt, da die ansonsten möglichen Gewissensbisse die Einsatz- und Kampffähigkeit entscheidend beeinträchtigen.




Quote
   * 31.07.2010 um 21:59 Uhr
    * preussexx

na ja

wir dürfen an der ksk nicht das festmachen, was uns an der politik missfällt. sie verkauft die bundeswehr als strassen- und brückenbauer, entsprechend schlecht vorbereitet und ausgerüstet müssen die soldaten antreten.
die lüge kostet leben und gesundheit.
das geht bei der ksk nicht. sie sind ausschließlich auf töten spezialisiert und dafür ausgebildet. und das machen sie.
wer das ändern will, muss die politik ändern.


Quote
   * 31.07.2010 um 22:09 Uhr
    * Draufgucker

7. Entlarvende Sätze der KSK-Soldaten

[entfernt. Bitte verzichten Sie auf NS-Vergleiche und diffamierende Aussagen. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]



Quote
   * 31.07.2010 um 22:09 Uhr
    * doktorbenway

Die Geilen Macker

[Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/cs]



Quote
   * 01.08.2010 um 1:27 Uhr
    * Xdenker

15. Das Töten ist des Soldaten Bestimmung

Nur dazu ist der Soldat da. Ganz gleich, ob in Rest-Bundeswehr oder KSK. Wer das nicht will, muss die Bundeswehr abschaffen bzw. sich für deren Abschaffung einsetzen.

Wer eine Bundeswehr will, sollte sich daran erinnern, dass sie ihrem Sinn und Zweck nach ausschließlich der Landes- und Bündnisverteidigung gegen einen militärischen Angriff dient. Keinesfalls jedoch zum Einsatz als Bürgerkriegsarmee wo auch immer auf der Welt.

Dazu folgendes richterliche Zitat: «Der Einsatz der Bundeswehr ‹zur Verteidigung› ist mithin stets nur als Abwehr gegen einen ‹militärischen Angriff› (‹armed attack› nach Art. 51 UN-Charta) erlaubt, jedoch nicht zur Verfolgung, Durchsetzung und Sicherung ökonomischer oder politischer Interessen.»
Quelle: Bundesverwaltungsgericht: Urteil des 2. Wehrdienstsenats vom 21. Juni 2005 – BVerwG 2 WD 12.04, S. 30

Und weiter: «Ein Staat, der sich – aus welchen Gründen auch immer – ohne einen solchen Rechtfertigungsgrund [gemeint sind Kap. VII und Art. 51 der UN-Charta] über das völkerrechtliche Gewaltverbot der UN-Charta hinwegsetzt und zur militärischen Gewalt greift, handelt völkerrechtswidrig. Er begeht eine militärische Aggression.»
Quelle: Bundesverwaltungsgericht: Urteil des 2. Wehrdienstsenats vom 21. Juni 2005 – BVerwG 2 WD 12.04, S. 73

Unser Soldatengesetz sagt in § 11 Abs. 2: «Ein Befehl darf nicht befolgt werden, wenn dadurch eine Straftat begangen würde. Befolgt der Untergebene den Befehl trotzdem, so trifft ihn eine Schuld nur, wenn er erkennt oder wenn es nach den ihm bekannten Umständen offensichtlich ist, dass dadurch eine Straftat begangen wird.» Ein Verstoß gegen das Völkerrecht ist nach dem Völkerstrafrecht eine Straftat und daher nach dem Soldatengesetz verweigerungspflichtig.

§ 10 Abs.4 des Soldatengesetzes sagt zu den Pflichten eines Vorgesetzten: «Er darf Befehle nur zu dienstlichen Zwecken und nur unter Beachtung der Regeln des Völkerrechts, der Gesetze und der Dienstvorschriften erteilen.»

Das Soldatengesetz gilt für die gesamte Bundeswehr, d.h., auch das KSK.


Quote
   * 01.08.2010 um 2:32 Uhr
    * WiKa

20. Moderne Kriegsführung …

Auch auf die Gefahr hin, dass sich der eine oder andere Leser diese Variante der Modernen Kriegsführung schon zu Gemüte geführt hat, kann ich das Studium aber nur empfehlen.

Wir kommen so langsam dahin, dass zwar formal ein Menschenleben heilig ist, wenn es beispielsweise in Duisburg oder sonstwo Unglücke gibt. Wenn es allerdings ums geplante Töten geht, da gelten andere Normen. Das sollte man wissen und sich darüber im Klaren sein, dass Werte nicht gleich Werte sind und im Lichte dieses Zwiespalts reiben wir uns gerade auf. Und wenn Deutschland meint dort auch mit Killerkommandos vertreten sein zu müssen, dann ist dies sicherlich einvernehmlich mit dem großen Bruder und Befreier koordiniert. Da wird es auch besser sein bei der Meute mitzulaufen, als sich dagegen zu stemmen … sowas könnte den wirtschaftlichen Beziehungen schaden. Und deshalb müssen wir auch Spezialeinheiten haben.


Quote
   * 01.08.2010 um 10:26 Uhr
    * wunderlampe

weiteres

Die Bundeswehr ist als Verteidigungsarmee gedacht. Sie agiert geheim im Ausland. Wie passt das ins demokratische Grundverständnis?

...


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    * 01.08.2010 um 12:06 Uhr
    * sascatch

Spezialkräfte

Jedes Land der Welt hat Spezialkräfte, die für bestimmte Aufgaben trainiert werden. Spezialkräfte gibt es sowohl bei der Bundeswehr, der Bundespolizei und den Länderpolizeien.

Wie war doch die Erleichterung und Jubel groß, als Spezialkräfte (GSG 9)in Mogadischu die deutschen Geiseln aus der Hand arabischer Terroristen befreiten.

Es gibt kein Land, dass in der heutigen Zeit auf Spezialkräfte verzichten kann. Wo und bei welcher Gelegenheit sie aber eingesetzt werden, ist eine andere Sache.



Quote
    * 01.08.2010 um 12:22 Uhr
    * Draufgucker

44. RE 17 Schlaflose Nacht gehabt?

Noch einmal zum Mitdenken: KSK-Soldaten sagen dem ZEIT-Redakteut, dass sie in Afghanistan seien, weil sie einen politischen Auftrag haben. Gut.

[...]

Und jetzt lesen Sie die Erinnerungen des KZ-Aufsehers Hös. Er sagt, er sei nicht schuldig, weil er einen Auftrag hatte. Er habe nur Befehle ausgeführt.
"Ich habe einen Auftrag". Damit lässt sich eben alles begründen, Puddingkochen, Schuh zubinden, in Afghanistan gezielt töten oder Juden vergasen. Das Böse ist banal - lesen sie das Gedicht "Todesfuge" von Paul Celan.

[Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen, die Ressentiments offenbaren. Die Redaktion/is]






Aus: "Kommando Spezialkräfte - Unter Kriegern" Susanne Gaschke (31.7.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/2010/31/KSK-Kommando-Spezialkraefte

« Last Edit: August 02, 2010, 09:16:22 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #411 on: August 19, 2010, 06:29:00 PM »

Quote
[...·] BERLIN/KOBLENZ apn | Nach der Bundesanwaltschaft hat nun auch die Bundeswehr die Ermittlungen gegen Oberst Georg Klein wegen des tödlichen Luftschlags von Kundus beendet. Es haben sich keine "Anhaltspunkte für ein Dienstvergehen" ergeben, wie die Bundeswehr am Donnerstag mitteilte. Es wird also keine Disziplinarmaßnahmen gegen den Offizier geben.

Die Bundesanwaltschaft hatte am 16. April das Ermittlungsverfahren gegen Klein wegen des Luftangriffs vom 4. September 2009 auf zwei von Taliban entführte Tanklaster im Kundus-Fluss eingestellt. Bei dem Angriff gab nach offiziellen Angaben 102 Tote und Verletzte.

...

Leserkommentare (0)


Aus: "Luftangriff von Kundus - Kein Dienstvergehen des Oberst" (19.08.2010)
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/kein-dienstvergehen-des-oberst/

-.-

Nachtrag:

Quote
Die Bombardierung zweier Tanklaster im Kundus-Fluss am 4. September 2009 war nach Ansicht der SPD ohne jeden Zweifel ein "schwerer militärischer Fehler". Bei Einhaltung aller Regeln hätte der verantwortliche Bundeswehr-Oberst Georg Klein den Befehl zum Bombenabwurf nicht geben dürfen. Diese zumindest fahrlässig begangenen Dienstpflichtverletzungen hätten zur Einleitung eines förmlichen disziplinarischen Ermittlungsverfahrens "führen müssen". Zu diesem Ergebnis kommt die SPD in ihrer Bewertung des Kundus-Untersuchungsausschusses, die sie an diesem Donnerstag veröffentlichen will.

Mit dieser wie auch mit Feststellungen zu anderen Punkten widerspricht die SPD erwartungsgemäß dem Urteil von Union und FDP, das seit Anfang Juli bekannt ist. Anders als die Koalition macht die SPD den damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Jung und seinen Pressesprecher Thomas Raabe für die "desaströse Kommunikation" des Verteidigungsministeriums nach der Bombennacht verantwortlich. Ihnen sei es nicht um Aufklärung, sondern um "Verschleiern und Abwimmeln" gegangen. Den von Jungs Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg entlassenen Spitzenleuten Peter Wichert und Wolfgang Schneiderhan sei in diesem Zusammenhang kein Vorwurf zu machen. Dem inzwischen zurückgetretenen Guttenberg selbst wirft die SPD "Illusionspolitik" vor.

Die SPD kritisiert auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die von ihr versprochene rückhaltlose Aufklärung sei bisher ausgeblieben. Angesichts der Dramatik und der Schwere des Vorfalls erscheine das Verhalten der Bundeskanzlerin insgesamt als "erschreckend unangemessen" - eine Anspielung darauf, dass der Bombardierungsbefehl Kleins wechselweise als angemessen oder unangemessen bezeichnet worden war.

Bei der Bombardierung der beiden von Taliban entführten und im Flussbett in Nordafghanistan gestrandeten Tanklastwagen handele es sich um den "folgenschwersten militärischen Waffeneinsatz in der Geschichte der Bundeswehr", heißt es in der SPD-Bewertung. Erstmals habe "ein deutscher Kommandeur einen offensiven Waffeneinsatz mit dem Ziel der Tötung einer Vielzahl von Personen außerhalb einer unmittelbaren Selbstverteidigungs- oder Nothilfesituation befohlen, um die regionalen Talibanstrukturen zu schwächen." Bei dem Angriff waren mehr als 100 Menschen, unter ihnen mindestens 22 Kinder unter 15 Jahren, getötet worden.

Die Bombardierung war nach Ansicht der SPD eindeutig unverhältnismäßig und möglicherweise auch völkerrechtswidrig. Auch die Koalition räumt ein, dass Klein Einsatzregeln verletzt habe und dass sein Befehl aus heutiger Sicht besser unterblieben wäre. Da Klein aber nach bestem Wissen und Gewissen zum Schutz seiner Soldaten gehandelt habe, sei seine Entscheidung "nachvollziehbar", argumentiert die Koalition. Dagegen kommt die SPD zu dem Schluss, "dass gerade die Vernichtung der Personen vor Ort das vordringliche, wenn nicht sogar das einzige Ziel des Bombenabwurfs gewesen sein muss". Deshalb kritisiert die SPD auch die Entscheidung der Bundesanwaltschaft und der militärischen Führung, Vorermittlungen gegen Klein einzustellen.

Auf fast 100 Seiten erörtert die SPD die Frage, was letztlich Klein zu seinem Befehl veranlasst hat. Ausführlich beschäftigt sie sich mit der Rolle eines Hauptmanns der sogenannten Task Force 47, von deren Gefechtsstand aus Oberst Klein in jener Nacht die Operation geleitet hat.

Klein war Kommandeur des Provinz-Aufbauteams (PRT). Die Task Force ist eine Sondereinheit, die nicht dem PRT-Kommandeur untersteht. Sie soll Taliban-Führer aufspüren und gefangen nehmen. Die SPD hat eine Reihe von Details zusammengetragen, die den Eindruck erwecken, besagter Hauptmann habe Klein bei dessen Entscheidung über Gebühr beeinflusst. Ausdrücklich aber stellt auch die SPD fest, dass die Bombardierung keine Operation der geheimnisumwitterten Task Force war, wie zeitweise vermutet worden war.

Relativ kurz, aber stellenweise sehr polemisch setzt sich die SPD mit Guttenberg auseinander. Der ehemalige Minister hatte die Bombardierung zunächst als angemessen, ja unvermeidlich bezeichnet, dieses Urteil aber später revidiert. Das habe er allein zu verantworten, meint die SPD. Dass Guttenberg seine Bewertungen mit angeblich mangelhafter Information durch den damaligen Staatssekretär Wichert und den Generalinspekteur Schneiderhan begründet hatte, nennt die SPD eine "unanständige Verleumdung". Guttenberg habe die Öffentlichkeit "für dumm verkauft".

...




Aus: "SPD nennt Angriff "schweren Fehler"" Von Peter Blechschmidt  (10.08.2011)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/spd-abschlussbericht-zur-kundus-affaere-angriff-war-schwerer-militaerischer-fehler-1.1130052

« Last Edit: August 10, 2011, 10:09:22 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #412 on: August 24, 2010, 08:53:20 AM »

Quote
[...] In nahezu jedem Fall seien die Frauen von zwei bis sechs bewaffneten Männern vergewaltigt worden – oftmals vor den Augen ihrer Kinder und Ehemänner. Das teilte die Hilfsorganisation International Medical Corps (IMC) mit. Alle 179 Opfer befinden sich in medizinischer Behandlung. Das UN-Büro für humanitäre Hilfe (OCHA) bestätigte den Vorfall.

Rebellen der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR) und der Angehörigen des Mai-Mai-Volkes waren am 30. Juli in die Stadt Luvungi in der Provinz Nord-Kivu eingefallen und hielten sie vier Tage lang besetzt. Trotz eines von den Vereinten Nationen (UN) unterstützten Militäreinsatzes gegen die Gruppen suchen sie die Region regelmäßig heim und verbreiten Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. Dabei vergewaltigen sie jedes Jahr Tausende Frauen.

...

Quote
    * 24.08.2010 um 7:38 Uhr
    * Konstanty

15. Eines der größten Rätsel für mich

sind Massenvergewaltigungen (und Vergewaltigungen an sich) in Kriegszeiten. Was treibt den männlichen Geist, bzw. den männlichen Hormonhaushalt dazu, in Zeiten der schieren Gewalt auch nur eine Sekunde an Sex zu denken??? Ich kapier's einfach nicht!!! Oder ist der männliche Fortpflanzungstrieb so dermaßen mit dem männlichen Macht- und Gewalt-Trieb verbunden, dass in Kriegszeiten diese drei Triebe miteinander verschmelzen, und der Vergewaltiger überhaupt nicht mehr unterscheiden kann, ob er eine Frau erschießt, erschlägt oder vorher noch vergewaltigt??? Kann mir mal ein Humanbiologe diese Zusammenhänge erklären, bitte!


Quote
    * 24.08.2010 um 8:06 Uhr
    * m-butterfly

18. "...eine Sekunde an Sex zu denken..."

Es ist mit "denken" nicht zu tun! Pure Instinkt!

...


Quote
    * 24.08.2010 um 8:37 Uhr
    * s-punkt

21. Viele Fliegen.... eine Klappe

Ich denke Vergewaltigungen in dieser Form werden als Waffe eingesetzt.
Mit einer Vergewaltigung vor der ganzen Familie werden viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Getötet wird die Seele der Frau, die Ehre des Mannes, der dem hilflos zusehen muss, der Respekt der Kinder vor dem Leben, vielleicht vor ihrer Familie.

Natürlich hat es mit Macht, mit Unterwerfung und mit "ich nehme mir alles was dir lieb ist" zu tun. Mit der Vergewaltigung der Frau in einer solchen Situation wird auch der Mann gebrochen. Welche direkt Machtdemonstration gegenüber eines Feindes wäre wohl wirkungsvoller? Welche lässt ihn hilfloser und gedemütigter zurück? Und was könnte ein letztendlich besiegtes Volk weniger wollen als die Kinder der Feinde, die unter Umständen aus den Vergewaltigungen entstehen?


Quote
    * 24.08.2010 um 8:46 Uhr
    * aeropuzz

22. Der Mensch ist ein Tier

Es wird wohl v.a. um die absolute Demütigung des Gegners nach dessen Niedermetzelung gehen: Wird in Form von Anzünden und Aufhängen von bereits toten Gegnern praktiziert, aber auch in Form von Verstümmelung (auch der Kinder) und eben, Vergewaltigung der Frauen. Um Sex wird es kaum gehen, sondern eher um eine Art von abscheulicher Kriegstrophäe, ähnlich der Praktik des Skalpierens. Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn einmal das kranke Ziel der Ausrottung des Gegners gesetzt ist, die psychische und körperliche Folter, welche die Vergewaltigung darstellt, ein perfides Mittel ist, um Psyche, Willen, Rückgrat, Gesundheit oder auch nur Fortpflanzungsfähigkeit einer Ethnie oder Stammes zu brechen: Jene vergewaltigten Frauen, welche zu ihrem Stamm zurückkehren, werden mit der Integration vermutlich grosse Probleme haben und kaum auf dieselbe Art wie vorher am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können - aus unzähligen Gründen. Insofern gleicht die Massenvergewaltigung einer verheerenden Bombe, die sowohl das Individuum als auch die Gesellschaft trifft und beide von innen her zersetzt. Der Mensch ist ein Tier, und das wird sich niemals ändern.

P.S.
Ich persönlich finde all diese Taten abscheulich, bitte verzeihen sie meinen abgeklärten Ton.


Quote
    * 24.08.2010 um 8:47 Uhr
    * wulewuu

23. Antwort an Konstanty

Es geht bei Massenvergewaltigungen im Krieg um die Ausübung absoluter Macht über das Leben, um die Zerstörung des Lebens, um die Negation von Leben und Liebe.

Es heißt, dass viele Soldaten bei entfesselter Gewaltausübung in einem Zustand der ständigen Erektion sind, und im Rausch und Wahn wie unter Drogeneinfluß handeln, ihr erigiertes Glied wie eine Waffe in rohester Art benutzen. Oft können sich Soldaten, die aktiv an Massenvergewaltigungen teilgenommen haben, später nicht einmal daran erinnern.

Auch mir wird es schwindelig, wenn ich daran denke, habe auch keine Erklärung für dieses Verhalten. Da tut sich ein Abgrund auf.





Aus: "Rebellen vergewaltigen bei Überfall knapp 200 Frauen" ZEIT ONLINE, Reuters (23.8.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-08/kongo-massenvergewaltigung

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« Reply #413 on: August 30, 2010, 09:17:29 AM »

Quote
[...] "Die Armee muss sich dringend den neuen Anforderungen stellen“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, der auch Mitglied der Expertenkommission zur Reform der Bundeswehr ist. „Dabei geht es um unsere ureigenen legitimen Interessen – auch die der Wirtschaft“, sagte Dittmann in einem FOCUS-Interview. Für den Exportvizeweltmeister Deutschland „wäre es eine Katastrophe, wenn die Handelswege, insbesondere nach Südostasien dauerhaft eingeschränkt oder bedroht wären“, so Driftmann. „Die dürfen wir nicht Piraten überlassen.“

Die USA habe seit der Finanzkrise als Absatzmarkt für die deutsche Wirtschaft an Bedeutung verloren. „Stattdessen engagieren wir uns jetzt stärker in Südostasien und Teilen Südamerikas. Wenn also die Schifffahrts- und Handelswege dorthin nicht mehr sicher sind, was glauben Sie, was wir hierzulande für Probleme bekommen“, sagte der DIHK-Präsident. „Nicht nur wirtschaftliche, sondern auch haushalts­politische, arbeitmarktpolitische und gesamtgesellschaftliche. Auch für diese Aufgabe brauchen wir die Bundeswehr.“

Driftmann, der vor seinem Eintritt in das Unternehmen der Familie seiner Frau bei der Bundeswehr und im Verteidigungsministerium Karriere gemacht hat, äußerte massive Kritik am Zustand der Bundeswehr. „Wir haben heute eine relativ große Armee – allerdings sind von den 250 000 Soldaten auf dem Papier faktisch nur maximal 8000 einsatzbereit. Mehr kann man zum Beispiel gar nicht gleichzeitig in Auslandseinsätze schicken. Das ist bitter wenig.“

Die Bundeswehr muss nach den Worten des DIHK-Chefs auch die Ausrüstungsbestellungen verbessern. „Bisher ordern die Führungs­stäbe maßgeschneiderte Ausrüstung – am liebsten noch mit Goldrand“, kritisierte er. „Nirgendwo auf der Welt wird so detailliert Ausrüstung bestellt wie hier. Und wenn sie dann endlich fertig ist – nach Jahrzehnten, ist sie unter Umständen schon wieder veraltet. Das müssen wir ändern.“ Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung mit seinen 8500 Mitarbeitern sei wesentlich größer als die Einkaufsabteilungen selbst in deutschen Großunternehmen. Diese wickelten vergleichbare Volumen mit gerade mal zehn Prozent des Personals ab.
„Der Tanker Bundeswehr ist zu schwerfällig. Er muss schlanker und effizienter werden“, sagte Driftmann. „Das gilt auch für das Ministerium: Wir haben in der Kommission konkrete Vorstellungen davon, wie man das Verteidigungsministerium verschlanken muss. Das ist ja sehr, sehr groß. Das kann man leicht halbieren.“ Die Führungsstäbe der Teilstreitkräfte gehörten nicht ins Ministerium

ala

Quote
Anders gesagt

von Cylence

Die Wirtschaft diktiert der Politik, wie man regieren soll.

...


Quote
Na klar

von Capricorn

Dann hätte die Wirtschaft ihre eigene Armee die ihre Gewinninteressen schützt, nur ist die Bundeswehr ausdrücklich dafür niemals gedacht gewesen! [...] Unsere Wirtschaftsverbände werden immer bedrohlicher für die Demokratie.


Quote
Schon von Clausewitz wußte es

von Wo_La

Krieg ist die Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln. Selten wurde diese These offiziell zugegeben erst von Horst Köhler und jetzt von einem der wirklich mächtigen im Lande. Ich denke, Afghanistan ist erst der Anfang einer Entwicklung, die es zu stoppen gilt! Im 20. JH waren es fehlende Kolonien, dann fehlender Lebensraum jetzt sind die Handelswege bedroht und man fordert öffentlich, die Armee einzusetzen, um diese extentielle Bedrohung zu beenden. Mir wird Angst, wenn ich das zu Ende denke!


Quote
Das wird wieder falsch ausgelegt werden.

von syntron2

Dem DIHK-Präsidenten geht es klar um den Schutz der Schifffahrt gegen Piraten. Ich hoffe, daß jetzt nicht wieder die Gegner der Bundeswehr oder Linke daraus wieder ein Feindbild konstruieren und Aussagen so interpretieren, wie sie nie gesagt und auch nicht gemeint waren. Der DIKH-Präsident hat nur gesagt, was die große Mehrheit der Bundesbürger auch sagt und denkt. ...


Quote
Sicherung der Wasserwege?

von Obelix

Die "Wasserwege" sind internationale Gewässer und kein Deutsches Teritorium. Die Bundeswehr hat hier ohne Un Mandat nichts zu suchen, das ist doch ganz klar geregelt!


Quote
Die Bundeswehr

von Pontefix

kann ihre Hoheitsgewässer verteidigen, auf internationalen Gewässern hat eine Verteidigungsarmee nichts zu suchen (siehe Israel)!


Quote
Klare Aussagen

von Benedetto di Cl.

Wir brauchen Berufssoldaten, die die wirtschaftlichen Interessen der Konzernherrn verteidigen und im Ausland durchsetzen -- nur so ist die Aussage des DIHK-Präsidenten zu verstehen. Und das ist schon entlarvend.
...


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Die EU-Fischer rauben die Afrikaner aus!

von Bernd

Die Bundesmarine sollte die afrikanischen Fischer vor der EU-Fischfangflotte schützen!


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"Das müssen wir ändern"?

von Pate

Seit wann darf sich der DIHK anmassen den Mund auf zu machen und eine Änderung verkünden? Das wäre dann eine Private Armee die Private Interessen schützt. Haben die Wähler und seine gewählten Vertreter in Deutschland schon nichts mehr zu sagen? Wieviel Ahnung hat der DIHK denn von Wehrtechnik das er sich anmasst hier einzumischen?Kümmert sich die Bundeswehr in die Personalpolitik der Unternehmen?


Quote
Der DIHK?

von Heinz Grotus

Was bitte schön geht den DIHK die Bundeswehr an? Der DIHK sollte sich lieber um seine eigenen Probleme kümmern und wie er seine Fachkräfte ausbildet bzw. die Fachkräfte wieder bekommt die er durch seine Menschenunwürdige Personalpolitik vergrauelt hat. Oder soll die Bundeswehr demnächst auch den Transport von Fachkräften nach Deutschland organisieren weil die Wirtschaft mal wieder schläft?


Quote
Die Bundeswehr

von Betriebswirt

muss deutsche Interessen schützen. Dazu zählen zweifelsohne auch Handelswege. Ich stimme Herrn Driftmann uneingeschränkt zu. Blinder Pazifismus kann sich schädlich für eine ganze Volkswirtschaft auswirken.


Quote
Was maßt sich der Herr an?

von Manfred Bollmann

Die Aussagen und Forderungen des Herrn Dittmann sind ein Angriff aufs Grundgesetz. Die Bundeswehr dient der Landesverteidigung ... und nicht der Bekämpfung von Feinden im Innern und auch nicht der Durchsetzung von Wirtschafts- und Handelsinteressen.


Quote
DIHK will sichere Handelswege

von Hohlprinte

Dann soll der DIHK selber dafür sorgen! Mehr Eigenverantwortung! Ich befürchte nur das diese Theorie nur für Arbeitnehmer gilt und nicht für Unternehmen.


Quote
Solange

von genervterhesse

die Unternehmen auch dafür bezahlen und nicht der Steuerzahler für die Sicherheit anderer aufkommt, soll mir das recht sein. Allerdings ist die Bundeswehr eigentlich für die Verteidigung der innerdeutschen Grenzen zuständig. Aber was soll es? Sie wird ja nun schon seit Jahren zweckentfremdet.


Quote
Der DIHK soll sich selbst eine Armee kaufen!

von Johann Doov

Und bitte keine Einwände bezüglich des GG! Dr Kohl hat es umgangen, Herr Schröder gebrochen, Frau Merkel ignoriert es...


Quote
Verteidigungsauftrag

von Holger_M

Ich bin da ja kein Experte, aber mir war nicht bekannt das die Profitmaximierung der Privatwirtschaft zum Verteidigungauftrag der Bundeswehr gehört. Ist denn die private Wirtschaft wenigstens bereit den Soldaten die dabei sterben einen Blumenstraus zu stellen oder bucht man das unter "laufende Kosten" ?



Aus: "DIHK-Präsident: Bundeswehr soll Handelswege freihalten" (29.08.2010)
Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/dihk-praesident-bundeswehr-soll-handelswege-freihalten_aid_546470.html

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« Reply #414 on: September 01, 2010, 12:47:58 PM »

Quote
[...] Mit dem Angriff auf Saddam Hussein am 20. März 2003 wollte der damalige US-Präsident George W. Bush der Welt demonstrieren, dass Amerika das Recht und die Macht hatte, ungeachtet internationalen Rechts gegen jene Länder vorzugehen, die Washington als Schurkenstaaten gebrandmarkt hatte. Die Intervention sollte die Machtverhältnisse im Nahen und Mittleren Osten – und damit auch den Zugang zu den Öl- und Gasressourcen – dauerhaft zugunsten der USA verändern.

Es folgte ein siebeneinhalb Jahre dauernder, zermürbender, finanziell und politisch immer schwieriger zu rechtfertigender Krieg. Auf der Kostenseite stehen nicht nur die über 120'000 Opfer unter Soldaten und Zivilisten. In Rechnung zu stellen ist auch die mit der fragwürdigen Rechtfertigung des Kriegs und dem Skandal von Abu Ghraib verlorene Glaubwürdigkeit der USA als internationale Ordnungsmacht.

...


Aus: "Das Ende einer Illusion" Von Luciano Ferrari (20.08.2010)
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/meinungen/dossier/kolumnen--kommentare/Das-Ende-einer-Illusion/story/13767951

-.-

Quote
[...] "Auftrag erfüllt“ hatte der ehemalige Präsident George W. Bush auf einem US-Flugzeugträger am 1. Mai 2003 vollmundig verkündet. Sein Irrtum hätte nicht größer sein können.

Erst mehr als sieben Jahre später, nach 4 400 Opfern in den amerikanischen Streifkräften und über 100 000 in der irakischen Zivilbevölkerung, haben gestern die letzten US-Kampftruppen den Irak verlassen.

...


Aus: "Doppeltes Vakuum" von Christoph Rabe (19.08.2010)
Quelle: http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentar-politik/irak-doppeltes-vakuum;2639062

-.-

Quote
[...] Die massiven Anschläge im Irak passen schlecht zu den Erklärungen aus Washington in dieser Woche. »Der Krieg geht zu Ende!«, ruft Präsident Barack Obama, die Operation freedom sei abgeschlossen.

[...] Der Ziele waren viele: die Beseitigung der Massenvernichtungswaffen, der Sturz eines Diktators, der Aufbau eines stabilen Iraks. Einiges wurde erreicht, doch ein neues großes Problem geschaffen, im Irak und darüber hinaus.

Der erste unbestrittene Erfolg des irakischen Feldzugs 2003 war der Kampf gegen die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein. Das Problem war gelöst, als man sie nach dem Einmarsch nicht finden konnte. Alsbald rief US-Präsident George W. Bush, der oberste Stratege im Krieg, den Irak als Laboratorium für Freiheit und Demokratie in der Region aus.

...

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    * 01.09.2010 um 12:57 Uhr
    * Thrudheim

Das ist doch Ironie? Oder?

"Der erste unbestrittene Erfolg des irakischen Feldzugs 2003 war der Kampf gegen die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein. Das Problem war gelöst, als man sie nach dem Einmarsch nicht finden konnte."



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    * 01.09.2010 um 12:27 Uhr
    * mkrm

nach 3 min....

nach 3,45 minuten musste ich ausschalten. mir kam so der mock hoch! so viel scheiße habe ich lange nicht mehr gehört!!!



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    * 01.09.2010 um 11:09 Uhr
    * dth

Erfolg

Die Entdeckung, dass es dort keine Massenvernichtungswaffen gab, war ja wohl kaum ein unbestrittener Erfolg des Krieges. Vielmehr war es ein vorgeschobener Grund, den Krieg überhaupt zu führen. Die Demokratisierung als Vorbild für die Nachbarstaaten war dann ein nachträglicher Rechtfertigungsversuch, nachdem dieser Kriegsgrund in sich zusammengefallen ist.
Was die wirklichen Gründe waren, ist bis heute nicht wirklich klar. Waren es innenpolitische Gründe in der Folge des 11. September? Eine Machtdemonstration nach außen, ebenfalls in Folge des 11. September? Waren es strategische Gründe? (Militärbasis in der Region, ...) Ging es um Öl bzw. um Interessen von Ölkonzernen? War es etwas ganz anderes?
Ich weiß es nicht, aber die öffentlich angeführten Gründe (Massenvernichtungswaffen, Verbindungen zum Terrorismus, Demokratisierung des Nahen Ostens) klingen alle unglaubwürdig und vorgeschoben und das taten sie auch damals schon.


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    * 01.09.2010 um 11:35 Uhr
    * tajmahal1111

So viel Zerstörung, so viele Leichen...

Die USA hinterlassen ein Land mit zerstörter Infrastruktur, das unter dem Vorwand von 'Massenvernichtungsmitteln' Husseins angegriffen wurde. Es mußten viele hunderttausende Menschen unnötig sterben, aber keiner der Verantwortlichen kam und kommt vor ein Gericht oder Tribunal, trotz ihrer Verantwortung für Krieg und Leichenberge. Jetzt wird das Land dem Bürgerkrieg überlassen. Ich hätte mir von Obama eine Erklärung erwartet, wie man so viele Menschen töten und so viel zerstören kann, ohne Verantwortung für die Leichenberge zu zeigen. Vielleicht hatte er keine Zeit, um die nächsten Kriege vorzubereiten? Halten wir fest, was die Iraker auf jeden Fall in Erinnerung behalten: Krieg und Zerstörung, Folter und Tod.


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    * 01.09.2010 um 11:55 Uhr
    * CM

 Wie oft?

Wie oft wird dieser Krieg eigentlich noch für beendet erklärt?


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    * 01.09.2010 um 11:59 Uhr
    * max67

Die Ziele des Angriffs

waren viele, die beseitigung der Massenvernichtungswaffen, der Sturz eines Diktators, der Aufbau eines stabilen Iraks. Einiges wurden erriecht, nämlich was?? Es wird immer unverschämter im Westen. Was würde im Irak erreicht ausser ein zerbombtes Land und Instabil noch dazu,eine zerrissene Nation, eine nicht existierende Wirtschaft und von den irakischen zivilen Opfern ganz zu Schweigen. da wird auch noch unverschämterweise sofort Richtung Iran gezeigt, als wären die Iraner schuld, dass die Iraker in den letzten 7 Jahren so leiden mussten. Man spricht hier über den Irak aber ab und an muss man ja einen Abstecher Nach Teheran machen, damit ja keiner vergisst, wer hier der Böse ist. Ich weiss nicht, was der verfasser geraucht oder getrunken hatte, aber Papier ist ja bekanntlich geduldig. Und noch eine Frage, wer hat die Amerikaner damit beauftragt, Demokratie pardon ihre Vorstellung von Demokratie in nahen Osten zu verbreiten? war es Jesus oder Gott persönlich? Anmassend und arrogant zu glauben, dass sie ein Vorbild für andere Nation sein können. Wenn man andere Länder als Laboratorium missbraucht, um seine eigene Vorstellung von Demokratie und Freiheit beweisen zu wollen, dann sehe ich keinen Unterschied zwischen Islamisten, die ihre Ideologie mit Bomben verbreiten und Amerika, die ihre Demokratie anderen Nationen mit Krieg bei bringen wollen.





Aus: "Obama zieht Bilanz: Der Sieger heißt: Iran" Von Michael Thumann  (1.9.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/2010/36/P-Meinungsleiter-Irak

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[...] Der mittlerweile fast vergessene Irakkrieg bleibt ein Desaster - jener verbrecherische Krieg, der 2003 mit Verweis auf angebliche Massenvernichtungswaffen und angebliche Al-Kaida-Verbindungen systematisch herbei gelogen wurde von dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und von dessen Vordenkern Dick Cheney und Donald Rumsfeld.

[...] Der Massenmörder Saddam Hussein und seine Giftgas-Clique sind vertrieben. Öl- und andere Konzerne aus aller Welt strömen wieder ins Land und investieren. Es gibt zwar keine Regierung, aber es gab immerhin vergleichsweise freie Wahlen. Die USA haben es mit ihrer massiven Truppenaufstockung geschafft, den Terror der Al-Kaida-Anhänger und der anderen Aufständischen zeitweise zu unterdrücken und gewaltbereite Mitläufer mit Dollarbündeln zu kaufen.

Für diese Errungenschaften starben unzählige Iraker. Waren es Hunderttausend, waren es deutlich mehr? Niemand weiß es genau. Präzise erfasst ist hingegen die Zahl der gefallenen US-Soldaten: 4406 starben seit dem Angriffsbefehl des George W. Bush im März 2003. Tausende bleiben ihr Leben lang verkrüppelt, körperlich wie seelisch. Viele Soldaten bringen sich nach ihrer Rückkehr in die USA um, weil sie mit den Blut-Bildern im Kopf nicht fertig werden. [...] Der Irak bleibt ein Schlachtfeld, auf dem jeden Monat Hunderte von Zivilisten sterben. Die Mission ist gescheitert.

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Aus: "Das Märchen vom Ende des Krieges" (19.08.2010)
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
Quelle: http://www.tagesschau.de/kommentar/irak648.html

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[...] Ortswechsel. Die Galerie von Qasim Sabti. Die grauen Haare reichen bis auf die Schulter, Goldketten hängen am Hals, der Bauch ruht auf dem Gürtel. Der Bagdader Galerist versammelt Maler, Dichter und Musiker um sich, aber könnte statt Skulpturen und Gemälden auch ertragreich Gebrauchtwagen verkaufen. Sabti, zutiefst säkular, reisst eine Dose Bier auf und sagt: «Ein Hund, wer im Ramadan keinen Alkohol trinkt. Wir sind die letzten Mohikaner der Kultur in diesem Land.» Für die Politiker empfindet Sabti nur Verachtung: «Der Kulturminister verbietet den Mädchen Ballettunterricht in der Schule, weil es angeblich unkeusch ist. Ich bleibe Anhänger des alten Regimes.» Seine Bilanz, was die Amerikaner und ihren Krieg für die Demokratie angeht: «Sie haben nicht nur das Regime Saddam Hussein zerstört, sondern das ganze irakische Volk.»

Begegnungen in Bagdad. Es sind oft widersprüchliche Eindrücke aus einer zerrissenen Stadt, quer durch die Schichten, Parteien und verfeindeten Religions- und Volksgruppen. Ein Fremder kann sich bis heute schwer bewegen in der irakischen Hauptstadt. Manche Stadtteile gelten als sicher, andere nicht. Jede Fahrt dauert Stunden, wegen der Kontrollstellen von Polizei und Armee: Quälend langsam schieben sich die Blechlawinen durchs Zentrum, müde Gesichter hinter den Scheiben der Taxis und Minibusse, die chromblitzenden Kühlerhauben von nagelneuen Geländewagen drängen sich vor. Soldaten und Polizisten beugen sich ins Wageninnere, starren in Gesichter, verlangen Ausweise, öffnen lustlos den Kofferraum. Unter den Helmen rinnt ihnen Schweiss auf die Stirn. Bagdad im Ramadan: Es sind weit über 40 Grad, die Atmosphäre schwankt zwischen äusserster Anspannung und absoluter Erschlaffung. Was nicht allein am Wetter liegt.

[...] US-Präsident Barack Obama wird heute Abend in Washington eine Rede halten. Der Inhalt lässt sich auch ohne die Fähigkeiten eines Hellsehers erahnen. Obama wird sagen: «Der Krieg im Irak ist vorbei. Wie jede souveräne, unabhängige Nation hat das Land jetzt das Recht, seinen eigenen Weg zu gehen.» Das klingt gut. Es legt nahe, dass das Land nach dem Sturz der Diktatur auf dem richtigen Weg ist. Dass die USA ihre Aufgabe trotz ihres mutwillig vom Zaun gebrochenen Kriegs erfüllt haben. Das wird die Wähler in Kansas und Idaho freuen. Sie wollen, dass ihr Präsident Wort hält, die Soldaten vom Ende der Welt endlich heimholt.

Den wahren Zustand des Landes wird Obamas Ansprache kaum widerspiegeln. Der Krieg, der angeblich vorbei ist, hat die irakische Regierung veranlasst, für die kommenden Tage die höchste Sicherheitsstufe auszurufen: Al-Qaida im Irak will den Fastenmonat Ramadan zum Fanal für «die Leugner der Religion» machen. Die Terrorgruppe bemüht sich, Wort zu halten: Verkehrspolizisten, unbewaffnet, hinterrücks erschossen mit Schalldämpfern auf den Pistolen. Ermordete Richter, Autobomben, Selbstmordattentate: 26 Rekruten starben vor einem Armeebüro, als sich ein Al-Qaida-Mann in die Luft sprengte. Danach erschossen die Militanten 16 Polizisten, verbrannten ihre Leichen in ihren Jeeps, pflanzten die schwarze Al-Qaida-Flagge neben den Wracks auf. Kurz darauf eine zweite Welle: zwei Dutzend Autobomben in 13 Städten an einem Tag, dazu Schüsse aus dem Hinterhalt, 56 Tote. Al-Qaida posaunte: «Die Banner des Siegs wehen über dem Land.» Ein Ende des Kriegs?

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Aus: "Auf verlorenem Posten" (30.08.2010, Tages-Anzeiger)
Von Tomas Avenarius, Bagdad. Aktualisiert am 31.08.2010
Quelle: http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Auf-verlorenem-Posten-/story/13885280

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[...] Die Zustände im Land verbieten jede Pauschalisierung. Auch heute wird kein Iraker den abziehenden Truppen Blumen hinterhertragen. Für die Menschen wurde ein undurchschaubares, gewaltbereites Regime von einem anderen abgelöst. Die Verheißungen von Freiheit und Demokratie sind wohlfeil, solange man davon keinen Generator betreiben und sich kein Essen kaufen kann.

Diese praktische Ernüchterung paart sich zudem mit drei strategischen Niederlagen, die Amerika in seine Schadensbilanz aufnehmen muss: eine rechtliche, eine ordnungspolitische und eine moralische. Weil die Invasion des Irak gegen das Völkerrecht verstieß, reduzierte sie die Bedeutung des Rechts für den Umgang der Staaten miteinander und verringerte die Legitimation der UN, die für dessen Durchsetzbarkeit stehen. Wenn sich das mächtigste Mitglied der Völkerfamilie lossagt von den Hausregeln, dann schwächt es den Verbund.

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Python11reloaded schreibt Ungewohnt kritische Worte..

...von Herrn Kornelius

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Aus: "Abzug der US-Kampftruppen: Der irakische Nachlass" Ein Kommentar von Stefan Kornelius (19.08.2010)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/abzug-der-us-truppen-der-irakische-nachlass-1.990329

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[...] Es war der längste und teuerste Krieg, den die USA jemals führten. 4416 amerikanische Soldaten kamen im Irak ums Leben, mehr als 100.000 Zivilisten starben.

WIEN/WASHINGTON (rie). Ein Budgetüberschuss ginge sich zwar nicht aus, die USA stünden aber recht gut da, hätten sie diesen Krieg nicht geführt: 900 Milliarden Dollar hat der Einsatz im Irak nach Berechnungen des Brooking-Instituts in Washington gekostet. Zum Vergleich: Das heurige Haushaltsjahr beenden die Vereinigten Staaten mit einem Defizit von 1,5 Billionen Dollar.

Insgesamt – inklusive der medizinischen Betreuung, der volkswirtschaftlichen Schäden, der Langzeitfolgen – werden Kosten von drei Billiarden Dollar genannt.

[...] 31.897 US-Soldaten wurden beim Einsatz verwundet, nicht eingerechnet all jene, die mit psychischen Problemen zurückkamen. Laut Brookings seien bei einem Drittel aller Soldaten binnen drei bis vier Monaten nach der Heimkehr mentale Probleme aufgetreten.

Ungenauer sind die Zahlen über irakische Opfer. Zwar zählte man 9571 getötete Polizisten und Soldaten, bei den Zivilisten gibt es aber nur Schätzungen: Die Zahlen beginnen bei 50.000, mehr als 100.000, wie sie das Magazin „Stars and Stripes“, die offizielle Zeitung der amerikanischen Streitkräfte nennt, gelten als realistischer. Manche Organisationen sprechen gar von 600.000 zivilen Opfern.

[...] Wie sich der Einsatz auf die Lebensqualität der Bevölkerung ausgewirkt hat, lässt sich nur schwer in Zahlen gießen: Etwa 2,2 Millionen Menschen sind aus dem Irak nach Syrien und Jordanien geflohen; die Arbeitslosenrate schwankt je nach Bezirk zwischen 27 und 60 Prozent. Laut CNN litten im Juni 2007 fast ein Drittel aller Kinder an Unterernährung. Im Durchschnitt hatte ein Haus in Bagdad 2007 (aktuellste Erhebung) 5,6 Stunden Strom pro Tag.

...


Aus: "Kosten: Eine Billion Dollar für sieben Jahre" ("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2010)
Quelle: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/588769/index.do?direct=588789&_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do&selChannel=

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[...] Der 2003 unter US-Präsident George W. Bush begonnene Krieg im Irak zur Absetzung von Diktator Saddam Hussein hat, was Dauer, Opfer und Kosten betrifft, alle Ankündigungen Lügen gestraft. Statt wenige Monate hat der Krieg siebeneinhalb Jahre gedauert, statt eines glatten Sieges und der schnellen Einführung einer Demokratie, wie nach dem Zweiten Weltkrieg etwa in Österreich, sind weder die militärischen noch die politischen Ziele der Bush-Regierung erreicht worden. Hier eine Bilanz in Zahlen.

Truppenstärken:- Im Frühjahr 2010 waren noch 65.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Bis zu 50.000 sollen zur Stabilisierung der Verhältnisse bleiben. Alle Verbündeten der USA haben inzwischen ihre Truppen abgezogen. Auf dem Höhepunkt des Konflikts waren bis zu 171.000 Mann im Einsatz. Nach dem Rückzug übernimmt die 190.000 Mann starke Armee des Irak die Sicherheitsagenden, unterstützt von der lokalen Polizei.

Kriegskosten: Bisher kostete der Krieg die USA schätzungsweise 740 Milliarden US-Dollar (575 Milliarden Euro). Zu den regulären Kosten kommen noch hohe Folgekosten, etwa für die Betreuung von Veteranen und Witwen. Die Kriegskosten haben laut Experten auch den Aufschwung der krisengeschüttelten US-Wirtschaft gebremst.

Kriegsopfer: Das US-Verteidigungsministerium geht von 4418 getöteten US-Soldaten aus. Etwa 32.000 wurden verwundet. Die Statistik zählt 197 getötete britische Soldaten und weitere 137 Tote verbündeter Streitkräfte. 9500 irakische Soldaten und Polizisten kamen ums Leben. Mehr als 112.600 irakische Zivilisten wurden getötet. Außerdem starben 141 Journalisten, darunter 119 Iraker und zwölf Europäer, im Krieg.

Bombenanschläge: Bis Juni 2010 gab es mindestens 2160 Terroranschläge, davon mehr als ein Drittel Selbstmordanschläge. Dabei wurden 20.400 Menschen getötet und etwa 43.700 verletzt.

Entführungen: 312 Ausländer wurden verschleppt, davon 60 getötet und 149 wieder freigelassen. 2004 gab es mit 149 Fällen die meisten Entführungen.


Aus: "Irak-Krieg in Zahlen: Ende der falschen Hoffnungen" (20. August 2010)
Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/art391,445477

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[...] Ob Bush und seine konservativen Ideologen im Irak die Frauenrechte und die gesellschaftliche Toleranz so richtig fördern wollten, ist umstritten. Die vulgärmarxistische Sichtweise sagt, dass sie nur das Öl wollten. Sicher wollten die neokonservativen Ideologen nicht halbverrückte Despoten wie Saddam Hussein durch fanatische Islamisten ersetzen. Das ist aber der Effekt, der zu einem großen Teil im Irak eingetreten ist.

[...] Bush und die Seinen wollten die Region im amerikanischen Sinn umgestalten. Das ist wohl gründlich misslungen, eher hat sich der Einfluss des iranischen Regimes dort erhöht.

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1116er
22.08.2010 08:11

brainwash-keiner wäscht gründlicher!

eigentlich unglaublich, dass noch immer soviel leute glauben, krieg (im konkreten die im nahen osten) hätten irgendetwas zu tun mit menschenrechten, gerechtigkeit, bekämpfen böser diktatoren, und ähnlichen 'edlen' zielen.

es ging NUR UND AUSSCHLIESSLICH (wie beinahe in jedem krieg) um macht und geld, um strategische und wirtschaftliche interessen. über die in meinem ersten absatz erwähnten gründe lachen nicht mal die hühner (unter den kriegsplanern!), aber sie freuen sich, dass es soviele idioten gibt, denen man diese vorgeblichen motive reindrücken kann.


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Cuca Racha
21.08.2010 20:15

vulgärmarxistisch

manchmal kann man nicht vulgär genug sein.


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Jene Grüne Straßenkatze

22.08.2010 17:06
...

Vulgär ist nie erstrebenswert. Und während es wichtig ist, immer darauf hinzuweisen, dass wirtschaftliche Interessen immer eine Rolle spielen, macht man es sich zu leicht, wenn man so tut, als spielten sie immer die einzige. Rauscher hat ganz recht, das vulgärmarxistisch zu nennen, denn es ist nichts als eine plumpe Sichtweise, die nicht mehr mit der Wahrheit gemein hat als die plumpe Propaganda, die als Kriegsgrund vorgegeben wurde.


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Cuca Racha
22.08.2010 23:39

Vulgär

erstrebenswert nicht, da haben Sie ganz Recht, aber manchmal notwendig.

... Was mich zum obigen polemischen Einwurf veranlasst hat ist der Eindruck, dass manche unter dem Titel Vulgärmarxismus gleich die ganze nach ökonomischen Ursachen forschende Analyse abdrehen wollen, sehr verständlich, denn die läuft auf eine Kritik des Kap. hinaus, und das wollma ja auch wieder nicht so gern hören, netwahr.



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Kapitalismus Luege
21.08.2010 11:42

Krieg, Frieden und Demokratie

Auch Ideen müssen in Märkte diffundieren, eben so wie es Produkte tun.

Wer seine Ideen mit einem top-down approach in ein Land mit Hilfe eines "totalen Krieges" pushen will ohne dass es jedwede pull Mechanismen gibt, hat wohl im strategischen Marketing geschlafen.

Einer der "Blood for Oil" für vulgärmarxistisch, und Israel für tolerant gegenüber anderen Schichten hält (94% der Strafgefangenen sind dort jüdische Schwarze) - Israels gewaltlose Konfliktlösungen wohl Den Hag überfordern würden, sollten sie je geahndet werden - verbreitet viel Meinung mit wenig Ahnung.

Auf teutonisch heißt das dummschwätzen.


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santa fe 
21.08.2010 07:49

der an sich selbst zugrundegehende wirtschaftswachstums-brutalkapitalismus setzt nach historischem muster auf kriegskonjunktur.

wie in den 30er jahren ist die arbeitslosigkeit eine ideale rekrutierungsbasis. die als hängematten-sozialschmarotzer stigmatisierten opfer der automatisierung aus profitsucht erhalten in uniform sofort einen sozialen status.

der brutalkapitalismus zeigt sein wahres gesicht. die naturzerstörung als geldmaschine eskaliert zur direkten menschenschlacht(erei). dann die sog. wiederaufbauwohltätigkeit, die zu neuer konsumsucht führt und dem planeten den rest gibt.

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Chris Quast
22.08.2010 19:32

ja dein post zu lesen war heute mit abstand, der konsumterroristischste akt, der mir angetan wurde.

könntest jetzt entgegnen, musst ja meine scheiße nicht lesen, aber wenn man mal im lesen ist quält man sich halt die paar zeilen durch, und verflucht sich dann sogleich, dass man so ein konsumtrottel ist und nicht einfach den laptop aus dem fenster haut, und biobauer wird !!!

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Ahner von Bösem
20.08.2010 19:27

So lange im Geschäft und dann solche Schnitzer :-)

"Der Irak ist das,was alle anderen Staaten der Region (mit Ausnahme von Israel) sind: ein Gesellschaftsmodell, das auf Dominanz der Religion, auf Intoleranz gegenüber anderen Schichten und Gruppen, auf Gewaltlösungen und "Führermodellen" basiert."

So kennen wir nun ein zeitgemäßes Paradoxon. "Das westliche Modell von Demokratie, Rechtsstaat, allgemeinen Bürgerrechten, darunter vor allem die Frauenrechte, von Konsenskultur und Verzicht auf das Recht des Stärkeren - das kann man nicht mit einem Krieg auf eine andere politische Kultur übertragen."

Vor allem nicht wenn man eigentlich selber nur damit glänzt der vermeintlich Stärkere zu sein.

"Der Rest ist gezielte Terrorismusbekämpfung mit Geheimdiensten und Spezialeinheiten."
Ohne Gericht Mord.



Aus: "Mit Militärintervention eine Kultur verändern?" (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2010)
Quelle: http://derstandard.at/1282273276864/Mit-Militaerintervention-eine-Kultur-veraendern

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« Reply #415 on: September 02, 2010, 10:59:05 AM »

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[...] "Danke", "Gut gemacht", stand auf den Transparenten, die Menschen am Flughafen den Veteranen entgegenstreckten. In den USA wurden die jüngst aus dem Irak-Krieg heimkehrenden Soldaten als Helden gefeiert. Die Aufforderung "support our troops" ("unterstützt unsere Truppe") nehmen viele Amerikaner ernst. Und das, obwohl dort zuletzt immer weniger Menschen von der Sinnhaftigkeit des Irak-Krieges überzeugt waren. Die Leistung der Soldaten wird anerkannt, auch von denen, die die Strategie kritisieren. Selbst die amerikanische Friedensbewegung, die gegen die Kampfeinsätze in Irak und Afghanistan protestiert, kritisiert die politische und die militärische Führung – nicht die "boots on the ground", nicht die einfachen Soldaten.


Wohin amerikanische Soldaten geschickt werden, das entscheidet allein die Regierung. Die deutsche Bundeswehr dagegen ist keine Regierungsarmee – die Verantwortung für sie trägt der Bundestag. Dessen Abgeordneten entscheiden, ob und wie deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen sollen. Jedes Jahr müssen die Politiker in namentlicher Abstimmung entscheiden, ob das Mandat verlängert wird. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Eine Volksarmee ist sie nicht.

Undenkbar scheint, dass Deutsche am Flughafen Fahnen schwingend auf ihre Soldaten warten. Nein, gefeierte Helden sind die Frauen und Männer der Bundeswehr nicht. Das wollen viele Soldaten auch gar nicht sein – sie fordern nur Anerkennung für ihre Arbeit. Und die, das beklagen sie immer wieder, wird ihnen in Deutschland versagt.

[...] Ein "unfreundliches Desinteresse" sei es mittlerweile, analysiert der Blogger Boris Barschow.  Er macht dafür ebenfalls fehlende Informationen verantwortlich: "seit dem wir den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr Krieg nennen dürfen, die Sicherheitslage am Hindukusch immer unübersichtlicher wird, kapriziert sich die Medienberichterstattung weiterhin nur auf Tod und Terror."  In Deutschland gebe es keine Debatte, was Deutschland eigentlich in Afghanistan wolle. Das Desinteresse betrifft nicht nur die Bundeswehr – auch die Fragen der Sicherheitspolitik locken heute niemanden mehr auf die Straße: Proteste wie gegen Pershing-II-Raketen auf deutschem Boden gibt es seit Langem nicht mehr, auf den Ostermärschen kommen Veteranen der Protestbewegung wie zu Klassentreffen zusammen.

[...] Auch Barschow, Journalist und Betreiber des Afghanistan-Blog, beschloss, das Desinteresse der Deutschen zu hinterfragen. Eine Motorradtour verband er mit Fragen über den Afghanistan-Einsatz an Menschen, die er zufällig traf. Die ersten Antworten an der Imbissbude und auf der Straße  waren für den Offizier der Reserve ernüchternd. Afghanistan, das scheint als allererstes sehr weit weg zu sein. Vorbei die Zeit, in der die Deutschen noch die Bilder der stürzenden Türme auf Manhattan vor Augen hatten und der damalige Verteidigungsminister Peter Struck mit der Aussage "Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt" die Menschen überzeugen konnte. Der 11. September liegt neun Jahre zurück und seit acht Jahren stehen deutsche Soldaten am Hindukusch. Völlig zu Recht sagte der Grünen Politiker Winfried Nachtwei im Interview mit dem Magazin Kompass der katholischen Militärseelsorge, dass die Welt mit dem Krieg gegen den Terror nicht sicherer geworden sei. Das bisher noch keine Anschläge in Deutschland stattfanden, könnte auch ein Grund für das Desinteresse der Deutschen an der Sicherheitspolitik sein.

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    * 01.09.2010 um 20:13 Uhr
    * Kommentator2010

 Na ja, amerikanische Soldaten kämpfen ja auch...

... für die Interessen ihres Landes. So als Türöffner ihrer Wirtschaft. Vielleicht spürt die Öffentlichkeit hier nur, dass es fraglich ist, für wessen Interessen unsere Soldaten eigentlich kämpfen.



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    * 01.09.2010 um 20:16 Uhr
    * ssubp

 Ignorierte Tatsachen

Die Mehrheit der Bürger lehnt den Kriegseinsatz nun einmal ab, damit kann sie die Arbeit der Bundeswehr im konkreten Fall auch nicht würdigen.


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    * 01.09.2010 um 20:17 Uhr
    * FoulMouthedChick

Unterstützung für Soldaten, aber nicht für den Krieg

"Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" - solche hohlen Phrasen tragen nicht gerade dazu bei, dass die Deutschen Vertrauen in die Bundeswehr haben, denn jeder, der auch nur ein bisschen Hirn im Schädel hat, weiß, dass dieser Satz blanker Unfug ist.

Ich persönlich empfinde durchaus Mitgefühl für die deutschen Truppen im Ausland, denn sie sind es nicht, die entscheiden, wo ihr nächster Einsatzort liegt.

Ausnahmsweise stimme ich der Haltung vieler U.S.-Bürger zu, die zwar den Krieg ablehnen, aber die Soldaten dennoch unterstützen. Viele Soldaten kommen schwer traumatisiert in ihre Heimat zurück und erfahren keine Unterstützung. Egal wie man zum Krieg (gegen den Terror und auch sonst) steht, Soldaten sind Menschen, und sie verdienen es, dass man sie als solche behandelt.

FMC


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    * 01.09.2010 um 20:23 Uhr
    * Amparos

Warum Würdigung?

„Und das obwohl die Frauen und Männer in Afghanistan das Leben riskieren für ihr Land – zumindest sehen sie das so.“

Das mögen die Soldaten tun und so sehen. Aber sie nehmen auch an Kriegshandlungen teil, welche den Tod nach sich zieht. Und das ist abzulehnen. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Und schon überhaupt keine Anerkennung oder Würdigung. Den Aufbau der Infrastruktur ist anzuerkennen.
Aber die ausbleibenden Erfolge zeigen, dass anscheinend diese Arbeit kaum Früchte trägt.

Ja der legendäre Satz von Herrn Struck: „Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt“. Mit so einem Satz einen Kriegseinsatz zu rechtfertigen ist eine Anmaßung.
Als Bürger habe ich mich gedrängt und erpresst gefühlt etwas akzeptieren zu müssen was ich strikt ablehne. In einer Demokratie hat die Politik keine Meinungsmanipulation vorzunehmen. Sie überlässt es dem Bürgen sich selbst und ohne äußeren Zwang eine Meinung zu bilden.

Und das haben die Deutschen getan.


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    * 01.09.2010 um 20:25 Uhr
    * Komplex

Das ist natürlich

völliger Unsinn. Die amerikanischen Soldaten, die aus dem Vietnam Krieg gekommen sind, haben sich bitter beklagt über die Behandlung. Und heute ist es auch nicht viel besser.
Unsere Soldaten sind finanziell gut abgesichert wie sonst nirgends. In den USA landen sie zum Teil im Armenhaus.


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    * 01.09.2010 um 20:30 Uhr
    * jan.dark

Parlamentsarmee gegen die Bevölkerung

Jeder politisch interessierte weiss, dass über 2/3 der Bevölkerung gegen den Einsatz als Opium-Armee in Afghanistan sind. Wenn das Parlament so exzessiv sich gegen den Willen der Bevölkerung stellt und in eigenem Interesse Rauschgiftkriege führt, muss sich niemand wundern, wenn die Bevölkerung sich angewidert von diesen Opium Rambos abwendet.

150 Tonnen war die Opium-Ernte unter den Taliban in 2001. Dank der deutschen Parlamentsarmee konnte die Opiumernte in Afghanistan in 2008 gegen die Taliban auf 8.500 Tonnen gesteigert werden (Zahlen von der UN).

Wenn die Amerikaner ihre "Helden" feiern, die in Vietnam mit verbotenen biologischen und chemischen Waffen (Agent Orange und Napalm)fünf Mio Zivilisten getötet haben oder die völkerrechtswidrig auf Basis von Lügen über Massenvernichtungswaffen den Irak überfallen und den Tod von über 100.00 Zivilisten verursachen und US-Privatarmeen wie Blackwater ungesühnt Menschen ermorden lassen, dann ist das kein Vorbild sondern das sind schwere psychische Deformationen eines winzigen Bruchteils der Menschheit, die die Hälfte aller Weltrüstungsausgaben u.a. für Massenvernichtungswaffen wie Atombomben ausgeben und das einzige Volk der Erde sind, die Atombomben gegen Zivilisten (wehrlose Frauen und Kinder) angewendet haben.

Vor Stalingrad wurden auch in D Soldaten der Wehrmacht bejubelt. Wie die Vietnam- und Irakheimkehrer. Das wollen die Deutschen nicht mehr.

...


Quote
    * 01.09.2010 um 21:18 Uhr
    * Grittipänz

Willkommen zuhause,
liebe Soldaten. Gehen Sie davon aus für billige aussenpolitische Interessen missbraucht worden zu sein. Selbst Bundespräsident Köhler fand den Treppenwitz der Krieg in Afghanistan sei zu gewinnen absurd. Die Freiheit Berlin oder des Westens am Hindukusch oder Mekong verteidigen? Ja glaubt ihr Jungs denn wirklich alles? Zapfenstreich, Ehre, Gelöbnis, hat ihre Frau Mama sie niemals beiseite genommen? Werden sie bitte erwachsen, es ist unerträglich, wenn die Truppe sich als Haufen von Goldfischen, der sich die Augen reibt und nach Anerkennung fragt. Nein, unsere Wohnungen waren in der Zwischenzeit geheizt, wir lassen uns nicht für billige Propaganda instrumentalisieren. Zum Trost: wir haben zu Anfang, als die Welt Bushs Lügen glauben wollte, auf der Strasse gestanden und gefroren. Sofern ist für Ausgleich gesorgt. Viel Spass mit dem Rest ihres Lebens und ein Tipp unter Freunden: werden Sie erwachsen.


Quote
    * 01.09.2010 um 21:36 Uhr
    * freidenker-alarm

Würdigung von Menschenrechtsverletzung?

Die Anwesenheit der deutschen Soldaten in Afghanistan und ihre Beteiligung an diesem Kampfeinsatz ist in meinen Augen eher aufs schärfste zu kritisieren als zu würdigen.
Sie haben dort unten nichts verloren. Was war noch einmal der genaue Grund für die militärische Intervention? Ach ja Terrorismus. So ein Schwachsinn. Das verwenden von Uranmunition halte ich viel eher für einen terroristischen Akt. Schmutzige Bomben werden von uns und den Amerikanern da unten jeden Tag gezündet. Und hier in den unabhängigen Medien debattieren die sogenannten Intellektuellen über die richtige Strategie in diesem Konflikt. Was soll all das Gerede? Unsere Armee hat einen Angriffskrieg begonnen, der völkerrechtlich keine Legitimation besitzt. Das einzige was man tun kann ist meiner Meinung nach ein unverzüglicher Truppenabzug und anschließende Verhandlungen mit der afghanischen Bevölkerung. Der Karren sitzt da unten seit geraumer Zeit im Dreck. Das Land ist seit über 100 Jahren im Krieg und besetzt. Sollte man nicht einfach mal ein geschundenes Volk selbst entscheiden lassen? Durch unsere Truppen erreichen wir nur das Gegenteil von Sicherheit.
Ich bin Pazifist aus Überzeugung und [gegen] die Würdigung angeheuerter Söldner. Alle die ich kenne und "unten" waren, taten es wegen dem Geld. Kein einziger den ich kannte fühlte sich seinem Land verpflichtet. Oder was auch immer. Wobei man über das Konstrukt eines Staates und dem zugehörigen Nationalstolz an anderer Stelle diskutieren könnte und müsste.


Quote
    * 01.09.2010 um 21:40 Uhr
    * Geoch

Gewählter Beruf

Nicht einmal den Bäcker meines Vertrauens begrüße ich Fahnen schwenkend, wenn der von der Arbeit nach Hause kommt. Warum sollte ich das dann bei Soldaten machen, deren Kerngeschäft doch das Erschießen und Erschossen-Werden ist?

Gut, die haben ihren Job im Ausland gemacht, das machen viele Andere auch (Monteure, Programmierer etc.), ohne Fahnen schwenkend begrüßt zu werden. Soldaten haben vielleicht auch unsere Sicherheit am Hindukusch verteidigt. Letzendlich sind sie dem Job nachgegangen, den sie für sich gewählt haben und können erwarten, dass dieser so beachtet wird wie jeder andere Job auch: ohne Diskriminierung, aber auch ohne Brimbamborium (Fahnen schwenkender Empfang).

Wenn dies ein "unfreundliches Desinteresse" ist, dann habe ich auch jedem Bäcker, jedem Anlagenbauer, jedem Monteur, jeder Krankeschweser, jeder Floristin, jedem Tischler, jedem Mechatroniker ein "unfreundliches Desinteresse" (Was diese wann, warum und in welcher Reihenfolge machen, interessiert mich nicht im Detail). Letzere sind aber weniger mimosig als Soldaten, denn kein Bäcker, kein Anlagenbauer, kein Monteur, keine Krankeschweser, keine Floristin, kein Tischler, kein Mechatroniker hat sich je über mein "unfreundliches Desinteresse" beschwert.


Quote
    * 01.09.2010 um 21:41 Uhr
    * ClearMind

Wir haben keine SOLDATEN, ...

sondern STAATSBÜRGER in Uniform. Ursprünglich sollten die uns
an der Elbe und nicht am Hindukusch verteidigen.
Die Politiker haben deren Zweck pervertiert.


Quote
    * 01.09.2010 um 21:42 Uhr
    * w.h.k.

Freundliches Desinteresse...

... ist doch eine gute und demokratische Einstellung gegenüber einer Armee. Jubel oder Stolz fände ich vollkommen unangebracht und sehr beunruhigend.


Quote
    * 01.09.2010 um 22:04 Uhr
    * ribera

Gegenrede

...

Unsere Soldaten sind nicht in AF, weil sie es sich so sehr wünschen, dort zu sein. Sie sind dort, weil sie durch unser Parlament dorthin geschickt wurden. Und jeder Kommentator, der in den letzten 10 Jahren CDU/CSU, Grüne, FDP oder SPD gewählt hat, hat diesen Parlamentariern auch ihr Mandat gegeben.
Wenn nun Soldaten für diesen Eisatz, der ja nicht mit dem Sortieren von Gurken am Fließband vergleichbar ist, Anerkennung einfordern, ist das verständlich.


Quote
    * 01.09.2010 um 22:15 Uhr
    * Grittipänz

Guter Einwand, ribera

Ich sehe es genauso wie Sie. Die Politik seit Fischer und Schröder hat es versäumt eine klare Grenze für militärische Interventionen zu ziehen. Schauen Sie doch, welch tolle Ausdrücke wir in den letzten zehn jahren gelernt haben: z.B. humanitäre Einsätze, robustes Mandat - wir haben gehört, dass die Serben Konzentrationlager im im Kosovo bauen. Und immer war eine Lüge das Mittel um die Bevölkerung umzustimmen.
Ich diffamiere unsere Soldaten nicht, ich fordere die Soldaten dazu auf, endlich als Staatsbürger in Uniform zu agieren und nicht wie ein willenloses Stück Fleisch.


Quote
    * 01.09.2010 um 22:53 Uhr
    * Vorticon

Nicht Pazifist sondern Anti-Bellizist

Moin, dass ein solcher Kommentar, der eine angeblich falsche "Kommunikation" beklagt, kommen würde war klar. Mittlerweile haben allzuviele die manipulatorische Ansicht, dass man alles verkaufen könne wenn es nur raffiniert genug geschieht, dermaßen verinnerlicht, dass kein eigenes Bewußtsein verblieben ist.
Ich bleibe aber dabei, dass auch vergoldete Exkremente immer noch kein ***-Menu sind.
Und was eine moderne Demokratie von einer nicht modernen Demokratie unterscheidet kann ich auch nicht verstehen. Oder ist eine moderne Demokratie eine Demokratie in der nicht das Volk herrscht sondern beherrscht wird?
Aber wichtig ist sicher, dass gleich mal Schluß mit dem Ignorieren des Unrechts vor unserer Haustür ist. Flott in Frankreich einmarschiert um die unrechtmäßige Ausweisung der Sinti und Roma zu verhindern, nicht wahr. Die alten Generalstabskarten liegen sicher noch in den Schubladen.
Oder ist eher Saudi-Arabien gemeint wo der Untreue "überführte" Frauen gesteinigt werden (http://tinyurl.com/39jkkfw)? Oder Israel wo ein Sänger der vor Männern und Frauen gleichzeitig vorgetragen hat zu 39 Peitschenhieben verurteil wurde (URL: http://tinyurl.com/35qj8z7). Liegt ja auch alles direkt vor der Haustür...
Aber wenn Sicherheitsinteressen befreundeter Nationen bedroht sind marschieren die Deutschen ja immer gerne, hat ja auch den triumphalen Sieg im ersten Weltkrieg gebracht. Oder zumindest beinahe, wenn da nicht die kommunistisch-sozialistisch-pazifistisch-schwul-jüdisch-kapitalistischen Dolchstoßer gewesen wären. Jawoll! Genau wie die USA in Vietname gesiegt haben und im Irak und bald auch in Afghanistan siegen werden. Wenn da nicht wieder die Dolchstoßer wären, sagen Palin und Beck auch!

CU in Hell


Quote
    * 01.09.2010 um 23:14 Uhr
    * teardown

Wer den brennenden...

...Wunsch verspürt für Parlament und Kapital sein Leben in Afghanistan (oder sonstwo) zu riskieren, möge dies tun.

Allerdings kann mich niemand zwingen ein derartiges Verhalten zu "würdigen".

P.S. Ansonsten ist zu diesem Thema wohl alles gesagt worden.


Quote
    * 01.09.2010 um 23:16 Uhr
    * Charlie Marlow

Physisch und psychisch Vernichtung

Soldaten werden physisch und psychisch im Krieg vernichtet. Wenn die heimkehrenden Soldaten in den USA gefeiert werden, dann wird das Befinden dieser geschundenen Männer und Frauen sogar in noch zynischerer Weise ignoriert, als deutsche Soldaten in Deutschland allgemein ignoriert werden.
Was wir nicht brauchen ist ein neues Heldentum um das Soldatentum. Seien wir ehrlich, die Sache in Afghanistan ist in keiner weise eine ehrbare, sondern eine geopolitische und wirtschaftliche.
Soldaten sollten weder gefeiert, noch bewundert, noch ignoriert werden. Man sollte sie und das, was der Krieg von ihnen noch übriggelassen hat, ernstnehmen.


Quote
    * 02.09.2010 um 2:53 Uhr
    * Angel_of_Mercy

546 Fahnenschwenker

sollte es am Flughafen auf alle Fälle geben. Ohne Die Linke sind das alle anderen Bundestagsabgeordneten.
Die meisten von denen haben auch mit freundlichem Desinteresse (genannt Abnicken) die Soldaten nach Afghanistan geschickt, bzw. den Einsatz dort verlängert.
Es dürfen sich auch gerne die Aktionäre und Inhaber all der Firmen am Fahneschwenken beteiligen, die bisher an diesem Einsatz profitiert haben. Werden sie aber nicht, denn wie in der Wirtschaft heißt es beim Militär, Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren.

Abgesehen davon ist wohl die hundsmiserable Informations- und Kommunikationspolitik schuld (Propaganda zählt nicht). Was soll der Bürger am Einsatz in Afghanistan würdigen, wenn er nicht weiß, was dort passiert? Wenn nicht einmal der Verteidigungsausschuss genau weiß, was dort abgeht. Wenn sich die Medien als Bindeglied der Informationsweitergabe nur dann für den Einsatz interessieren, wenn es mal richtig geknallt hat.
Gut, vor einiger Zeit stand hier mal ein scheußliches Interview mit einem überheblichen General, der trotz seiner rhetorischen und begrifflichen Beschränktheit ISAF-Sprecher sein muss. Allerdings taugen solche herrenmenschlich angehauchten Spätpreußen nicht gerade dazu das Bild der BW zu verbessern.

MfG
AoM


Quote
    * 02.09.2010 um 8:58 Uhr
    * mardybum

Opferrolle ?!

In Deutschland wird niemand gezwungen Soldat zu sein und Anerkennung für Menschen die einen Beruf wählen bei dem sie mit fragwürdigen Motiven unterlegene Erschießen ?! Nein beim besten Willen das ist Absurd!


Quote
    * 02.09.2010 um 9:33 Uhr
    * jeannotloup2

75. Kein Grund für Hurra-Patriotismus

Die deutschen Soldaten, die in Afghanistan oder im Kosovo einen bis vor kurzem nicht als Krieg bezeichneten militärischen Konflikt ausgetragen und ertragen haben, sind meistens froh, dass sie diese unsinnige Kollateralpolitik überhaupt überlebt haben. Müssen wir aus diesen jungen Menschen Helden machen und sie feiern, wenn die Mehrheit der Bevölkerung gegen diese Kriege sind und waren? Ist nicht auch eine gehörige Portion Scham der offiziellen Politik dabei, dass wir uns im Prinzip ohne Not in dieses Abenteuer begeben haben? Haben wir nach dem fürchterlichen Vernichtungskrieg, den wir 1939 angezettelt haben, überhaupt irgendeinen Grund, Töten und Zerstören als Heldentum zu feiern?

... Wer die Lebens- und Leidensgeschichten von Vietnam-, Irak- oder Afghanistanveteranen genauer unter die Lupe nimmt, wird sehr schnell bemerken, dass weder die betroffenen Soldaten noch die US-Bevölkerung Grund haben, stolz auf ihre Kriegseinsätze zu sein.

Außerdem ist es eine beschämende Tatsache, dass die Toten der US-Kriegseinsätze eher unter einem Mantel des Schweigens in amerikanischer Erde verbuddelt werden, weil die Politik befürchtet, dass diese Toten ihrer öffentlich sanktionierten Kriegstreiberei Schaden zufügen könnten. Amerikas Heldentum ist verlogen.

W.Neisser


Quote
    * 02.09.2010 um 10:33 Uhr
    * dietah

79. Seliger Hurra Patriotismus

Reden wir hier von dieser Truppe, die sich zum Ausfechten von Handelskriegen zwecks Stärkung der heimischen Wirtschaft erniedrigen ließ?

Weißbuch Bundeswehr 2006:
"Der Prozess der Globalisierung erfasst weltweit alle Staaten und Gesellschaften. Die Entfaltung und zunehmende Vernetzung internationaler Handels-, Investitions-, Reise-, Kommunikations- und Wissensströme eröffnet in erster Linie neue Chancen. Deutschland, dessen wirtschaftlicher Wohlstand vom Zugang zu Rohstoffen, Waren und Ideen abhängt, hat ein elementares Interesse an einem friedlichen Wettbewerb der Gedanken, an einem offenen Welthandelssystem und freien Transportwegen. [...] Deutschland hat aufgrund seiner immer engeren Verflechtung in der Weltwirtschaft besonderes Interesse an internationaler Stabilität und ungehindertem Warenaustausch. [...] Verwerfungen im internationalen Beziehungsgefüge, Störungen der Rohstoff- und Warenströme, beispielsweise durch zunehmende Piraterie, und Störungen der weltweiten Kommunikation bleiben in einer interdependenten Welt nicht ohne Auswirkungen auf die nationale Volkswirtschaft, Wohlstand und sozialen Frieden. [...] Energiefragen werden künftig für die globale Sicherheit eine immer wichtigere Rolle spielen."

Ich weiß nicht, warum ich der Geldeintreiber/ Schutzgelderpresser Truppe jetzt noch mit Wimpeln und Fähnchen begegnen sollte.

Vor allem sollten wir uns vor Augen führen, was auf dem Globus los wäre, würden wir tatsächlich damit ernst und alle anderen auch.





Aus: "Bundeswehr: Die einsame Armee" Von Hauke Friederichs (1.9.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-09/bundeswehr-gesellschaft

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« Reply #416 on: September 09, 2010, 10:22:07 AM »

Quote
[...] Die USA setzen immer wieder Drohnen gegen die Taliban und Verbündete von Al-Kaida in den an Afghanistan grenzenden pakistanischen Stammesgebieten im Nordwesten des Landes ein. Seit August 2008 starben bei etwa 120 Drohnenangriffen mehr als 1.000 Menschen, darunter auch hochrangige Aufständische. (APA/AFP)

Quote
carbonara
08.09.2010 23:21

Joystick-Te*ror....





Aus: "Viele Tote nach US-Drohnenangriff" (08. September 2010)
Quelle: http://derstandard.at/1282979179025/Viele-Tote-nach-US-Drohnenangriff

« Last Edit: September 09, 2010, 10:25:07 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #417 on: September 23, 2010, 10:52:03 AM »

Quote
Lesley Stahl on U.S. sanctions against Iraq: We have heard that a half million children have died. I mean, that's more children than died in Hiroshima. And, you know, is the price worth it?

Secretary of State Madeleine Albright: I think this is a very hard choice, but the price--we think the price is worth it.


From: "'We Think the Price Is Worth It' - Media uncurious about Iraq policy's effects--there or here"
By Rahul Mahajan (Extra! November/December 2001)
Quelle: http://www.fair.org/index.php?page=1084

-.-

http://en.wikipedia.org/wiki/Iraq_sanctions

-.-

http://de.wikipedia.org/wiki/Madeleine_Albright

-.-

http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Iraqi_Freedom

-.-

"Der vergessene Krieg gegen Iraks Zivilbevölkerung"
Meinung |22.09.10| Sanktionen
Dem Embargo gegen den Irak fielen Hunderttausende Kinder zum Opfer. Michael Holmes meint: "Dieses Verbrechen muss aufgearbeitet werden."
Quelle: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg-gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html


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« Reply #418 on: October 02, 2010, 08:21:38 PM »

Quote
[...] In einem Blog-Eintrag berichtet Greg Goodrich, Produktionsleiter des Shooter-Titels "Medal of Honor" bei Electronic Arts, man habe in den letzten Monaten Feedback von Freunden und den Familien von gefallenen Soldaten bekommen, die sich besorgt darüber gezeigt hätten, dass im Multiplayer-Modus des Spiels die Taliban als Konfliktpartei vorkämen und spielbar sind. "Dies ist eine sehr wichtige Stimme für das Team von Medal of Honor. Dies ist eine Stimme, die sich das Recht verdient hat, gehört zu werden" schreibt Goodrich weiter, und deshalb – und weil "der Herzschlag von Medal of Honor stets von Ehrerbietung für amerikanische und alliierte Soldaten geprägt war" – habe man sich entschieden, die Gegenseite im Multiplayer-Modus schlicht "Opposing Force" zu nennen.

Der Plan von Electronic Arts, Spielern die Möglichkeit zu lassen, in die Rolle der Taliban zu schlüpfen, hatte in den letzten Wochen die Gemüter erhitzt  und prominente Kritiker wie den britischen Verteidigungsminister Liam Fox auf den Plan gerufen. Das Spiel soll am 12. Oktober erscheinen. (pek)

Quote
2. Oktober 2010 18:28
heuchlerische Affen
Bratbert (88 Beiträge seit 11.03.10)

Und was ist mit den Familien der gefallenen Taliban?

Hach, es ist so schön wenn man simpel gestrickte Vorstellungen von
Gut und Böse hat. Und das Tolle: jeder weiß zu wem er gehört :D

Wenn die Menschen sich doch nur gegenseitig davon in Kenntnis setzen
würden, dann brächte wir keine Kriege mehr...


Quote
2. Oktober 2010 18:31
Sollen halt Nazis Afghanistan verteidigen!
Anubiz (mehr als 1000 Beiträge seit 31.05.02)

mit denen hat ja scheinbar niemand ein Problem :)

einfach nur lächerlich und peinlich das ganze ...


Quote
2. Oktober 2010 18:33
über 150.000 getötete Zivilisten allein im Irak (Editiert vom Verfasser am 02.10.10 um 18:34)
FraKes (30 Beiträge seit 07.10.06)

ich frage mich was daran ehrerbietend ist.

...


Quote
2. Oktober 2010 19:26
Schon wieder bei South Park geklaut!
MAILER-DAEMON

- Coming this summer, it's the classic film that changed America.
E.T.: The Extraterrestrial, the new, redone version for 2002. All the
E.T. effects have been digitally upgraded. All the guns have been
digitally changed to walkie-talkies. And the word "TERRORIST" has
been changed to "HIPPIE."

- Aw, dude, why would they do that?

- Yeah, hippies and terrorists are the same thing.

- No, dude. They only changed "terrorist" to "hippie" to make E.T.
more P.C.

- That's gay.

- Coming this summer, it's the motion picture that changed America.
Saving Private Ryan, the RE-RE-RELEASE, where the word "NAZI" has
been changed to "PERSONS WITH POLITICAL DIFFERENCES," and all their
guns have been replaced by walkie-talkies.

- Why the hell do these directors keep updating their movies?

- And now, for your feature presentation: the classic
RE-RE-RE-RELEASE of Star Wars: The Empire Strikes Back

- Woohoo!

- In the version, the word "WOOKIE" has been changed to "HAIR
CHALLENGED ANIMAL" and the entire cast has been digitally replaced by
Ewoks.

- AWWWW!!! [they leave their seats.]



Aus: "Electronic Arts entfernt die Taliban aus dem Kriegsspiel "Medal of Honor"" (02.10.2010)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Electronic-Arts-entfernt-die-Taliban-aus-dem-Kriegsspiel-Medal-of-Honor-1100569.html


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« Reply #419 on: October 06, 2010, 09:21:06 AM »

Quote
[...] Im CIA-Jargon heißen sie rückwärtige Bediener. Sie sitzen in einem hochgesicherten Raum in der Geheimdienstzentrale in Langley, den Blick auf eine Wand von Monitoren gerichtet, eine Hand am Joystick. Während ein unbemanntes Flugzeug rund um die Uhr Bilder liefert, nachts via Infrarotkamera, können sie die Drohne steuern wie bei einem Videospiel. Das Objektiv holt Gehöfte irgendwo in den kahlen Bergen Pakistans so nah heran, dass sich Gesichter erkennen lassen. Glauben die rückwärtigen Bediener, die gesuchte Person gefunden zu haben, schießen sie per Knopfdruck eine Hellfire-Rakete ins Ziel.

Es ist eine Kriegführung, die skeptische Beobachter von einer Play-Station-Mentalität sprechen lässt. Die Akteure riechen keinen Pulverdampf, sehen kein Blut und brauchen keine direkte Gegenattacke zu fürchten. Allein die riesige Entfernung, geben Kritiker zu bedenken, dürfte die Hemmschwelle vor dem Knopfdruck erheblich senken. Für CIA-Chef Leon Panetta dagegen sind die ferngesteuerten Drohnen die beste Waffe im Ringen mit Al-Kaida.

Was nach dem Terrorschock des 11. September 2001 begann, ist heute Routine. Allein im vergangenen September, berichtet die New York Times, startete die CIA 21 Drohnen-Attacken, mehr als je zuvor in einem Monat. Die Ziele lagen zumeist in Wasiristan, dem zerklüfteten Bergland im Nordwesten Pakistans, wo Stammesführer herrschen und wo Osama Bin Laden Unterschlupf gefunden haben soll.

[...] Eine US-Regierungsbehörde bedient sich fliegender Roboter, um gezielt zu töten, in einem Land, mit dem die USA nicht im Krieg stehen. Offiziell gilt Pakistan als Verbündeter.

Genau genommen gibt es zwei Arten von Drohnen-Einsätzen. Bei der einen macht das Militär Jagd auf Aufständische in Afghanistan und im Irak. Die andere hat Terrorverdächtige im Visier. Nicht das Pentagon führt dabei Regie, sondern die CIA, unter dem Mantel tiefster Verschwiegenheit. Die Geheimdienstler erklären nicht, wen sie warum auf die Abschussliste setzen, wer den Befehl zum Feuern gibt, wie viele Menschen getötet wurden. Nach Schätzungen der New America Foundation, einer Denkfabrik in Washington, sind es 750 seit 2006, unter ihnen 250 unschuldige Zivilisten. Dabei hat der Geheimdienst nicht nur Al-Kaida-Terroristen im Visier, sondern auch Talibankämpfer und Rebellen, die der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari als Bedrohung versteht. "Viele Ziele werden von den Pakistanis nominiert, damit die kooperieren", weiß Bruce Riedel, ein früherer CIA-Offizier, der Barack Obama kurz nach dessen Amtsantritt ein Antiterrorkonzept vorlegte.

[...] Indessen können nur acht Prozent der pakistanischen Bevölkerung den Operationen etwas Gutes abgewinnen. Und auch in Washington fürchten Antiterrorexperten, dass es am Ende mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt, schon wegen seiner Fehlerquote. "Es ist, als wollte man einem Bienenstock den Garaus machen, Biene für Biene", sagt Riedel. Das Problem sei, dass der Bienenstock dennoch - oder gerade deshalb - immer mehr Bienen produziere.  (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2010)


Quote
eagle13, 06.10.2010 09:08

Mich würde interessieren was die USA sagen würden, plötzlich in Langley bei McDonalds eine Hellfire einschlagen würde weil in Waziristan jemand am Bildschirm einen CIA-Mitarbeiter erkannt hat und jetzt leider auch zwei Familien mit ausgelöscht ...


Quote
aahhh!!!!, 06.10.2010 08:06

Schaudern überfällt mich

über soviele blinde oder bl... Postings hier. Die Amerikaner sind doch die einzigen die noch versuchen etwas gegen die menschenverachtenden Islamisten zu tun-aus welchen Gründen auch immer.


Quote
Aaron Quickström, 06.10.2010 08:57

Schaudern würde sie überfallen...

....wenn bei ihnen in Österreich Drohnen zur "Terrorbekämpfung" ferngesteuert wie in nem schlechten Sciencefiction Horrorfilm, eingesetzt würden und sie jederzeit zur Statistik der Kollateralschäden zugeführt werden könnten, wie vorhin von anderen bereits erwähnt, 1/3 sind fehlschläge, wenn ganz zufällig ihr Haus oder ein Verwandter von ihnen hochgejagt wird werden sie ihre Meinung sicher ändern.


Quote
dasBeobachter.blogspot.com, 06.10.2010 07:08

750 seit 2006, unter ihnen 250 unschuldige Zivilisten

Und die Angehörigen/Nachkommen dieser 250 sind die potentiellen Anwärter für die Terroristen der nächsten Generation.

...


Quote
Horst Holzinger, 06.10.2010 06:17

"Glauben die rückwärtigen Bediener, die gesuchte Person gefunden zu haben ..."
Wenn nicht, schadets auch kaum.
Aber praktisch: Exekutive und Judikative vereint.
Oder anders ausgedrückt: Die Todesstrafe wird verhängt ohne Anhörung, Richter oder Anklage.

Was für ein verbrecherisches Regime.
Menschenverachtend.
Halt einen Friedensnobelpreis wert.


Quote
TrueFalse, 06.10.2010 04:07

Na bitte dass nennt man doch einen wahrhaftig verdienten Friedensnobelpreis. Nächstes Jahr gleich direkt an die Cia vergeben.


Quote
égalité, fraternité, 05.10.2010 21:25

Interessant wie viele Sympathisanten die Terroristen hier im Forum schon haben - das können doch nicht alles Glaubensbrüder dieser Verbrecher sein, oder?

Tatsache ist: Diese chirurgischen Eingriffe sind allemal besser als wenn die Amis mit Bomben und Granaten dort hingehen um endlich Ordnung zu schaffen.

Da gäbe es zig-fach mehr Kollateralschäden!
Nein das ist schon gut so, wie sie jetzt ihren Job erledigen!


Quote
Sebastian Auinger, 05.10.2010 23:55

Wenn Menschen ein System nicht billigen, aber aus Ohnmacht nicht aus ihm aussteigen können, führt das zu Projektionen, also z.B. zu Sympathien für Systemzerstörer.

Genau dieses Verhalten kann man in den Standardforen immer wieder gut beobachten, Stichwort "Terroristenfreunde, USA-Basher" usw.

Hinweis: Jeder, der auf dieses Posting impulsiv mit "rot" bewerten möchte, empfehle ich, sich etwa 10 Minuten der Selbstreflexion hinzugeben und für sich etwa diese Fragen zu beantworten:

- Bin ich ein Systemerhalter eines mir missliebigen Systems?
- Habe ich die innere Freiheit aus dem System auszusteigen bzw. einen für mich passenden Platz einzunehmen?
- Wie reagiere ich auf eine eventuelle Unfreiheit?


Quote
égalité, fraternité, 05.10.2010 19:50

Die chirurgischen Eingriffe mittels der Drohnen sind das non plus ultra der Terroristenbekämpfung und Obama liegt dabei auf dem richtigen Weg zur Vernichtung der Terrornetzwerke!


Quote
Von Vielen, 05.10.2010 20:36

Sie haben also schon das Neusprech übernommen. Wenn die Al Kaida ein Haus in die Luft sprengt ist es ein Terroranschlag, wenn es das US Militär macht handelt es sich um einen "chirurgischen Eingriff".


Quote
Pyotr Alexeyevich, 05.10.2010 19:13

"Rückwärtige Bediener"

Da war wohl ein rückwärtiger Übersetzer am Werk.


...


Aus: "Drohnen-Krieg gegen einen Bienenstock" (05. Oktober 2010)
Quelle: http://derstandard.at/1285200091851/Drohnen-Krieg-gegen-einen-Bienenstock


-.-

Quote
[...] Bei einem US-Drohnenangriff im Nordwesten Pakistans Anfang September ist nach Informationen der britischen BBC  ein ranghohes Mitglied von al-Qaida getötet worden. Der in Pakistan lebende britische Staatsbürger Abdul Jabbar sei von der Führung des radikalislamischen Terrornetzwerks für die Leitung der geplanten Gruppe Islamische Armee Großbritanniens vorgesehen gewesen, berichtete die BBC unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise.

Den Informationen der BBC zufolge hatten die Geheimdienste vor drei Monaten ein Treffen von etwa 300 Aufständischen im pakistanischen Stammesgebiet Nord-Waziristan überwacht. Dort hätten al-Qaida und die Taliban Jabbar als Anführer eines neuen europäischen Terrorablegers vorgestellt, der Anschläge in Großbritannien, Frankreich und Deutschland verüben sollte.

Die Einsätze in Nord-Waziristan stünden in Verbindung mit den Terrorwarnungen der vergangenen Tage für Europa, sagte der pakistanische Botschafter in den USA, Husseuin Haqquani, der BBC. Pakistan habe mit amerikanischen und europäischen Geheimdiensten zusammengearbeitet, um diese Pläne zu verhindern, sagte Haqqani weiter.

Vergangene Woche waren Geheimdiensthinweise publik geworden, wonach al-Qaida in Europa Anschläge nach dem Vorbild der Kommando-Aktion in Mumbai vom November 2008 geplant habe. Bei Angriffen auf zwei Luxushotels und andere Orte in der indischen Metropole hatten damals aus Pakistan eingereiste Islamisten 166 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Amerikanischen Medienberichten zufolge sollten Islamisten in Berlin das Luxus-Hotel Adlon am Brandenburger Tor, den Hauptbahnhof und den Fernsehturm als mögliche Ziele ausgewählt haben.

Das Bundesinnenministerium hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass al-Qaida "längerfristig" Anschläge in den USA, in Europa und auch in Deutschland plane. Daraus ergeben sich aber keine konkreten Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Anschläge.

...

Quote
   * 06.10.2010 um 9:19 Uhr
    * Lothar Gräwe


Soll man das alles glauben. Was sicher ist, ist das die Waffenfabricken und Lieferanten eine Menge Geld verdienen.




Aus: "Pakistan: US-Drohne tötete Al-Qaida-Führer " AFP, dpa (6.10.2010)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-10/al-qaida-pakistan-europa

-.-

Quote
[...] Der Angriff ereignete sich in Nord-Waziristan im Nordwesten Pakistans und wurde mutmaßlich mittels einer US-Drohne ausgeführt. Das unbemannte Flugzeug soll nach Informationen pakistanischer Geheimdienst- und Regierungskreise zwei Raketen abgefeuert und dabei mehrere Extremisten getötet haben.

Den Angaben zufolge sind auch deutsche Islamisten unter den Toten. Wie viele, ist noch unklar. Einige Quellen sprechen von acht getöteten Islamisten deutscher Nationalität, andere von fünf.

Ein Mitarbeiter des Geheimdienstes in der Region, der anonym bleiben wollte, sagte, die Deutschen hätten sich zur Terrorausbildung in dem Gebiet aufgehalten.

Über das genaue Ziel des Angriffs gibt es ebenfalls widersprüchliche Angaben. In einigen Meldungen heißt es, eine Moschee sei bombardiert worden. Andere sprechen von einem Gehöft. In beiden Fällen geht es um die Stadt Mir Ali nahe der afghanischen Grenze.

...

Quote
   * 04.10.2010 um 18:59 Uhr
    * zd

1. ich habe eine bessere ueberschrift

Gelöscht, bitte bleiben Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.


Quote
   * 04.10.2010 um 19:05 Uhr
    * Duckmichnichtweg

Na Gott sei Dank,

dass die neuen Sicherheitsgesetze noch nicht durch sind, sonst hätte man Sie wegen Terrorismus wegsperren können.


Quote
   * 04.10.2010 um 19:35 Uhr
    * jagu

Todesstrafe ohne ein Gerichtsverfahren...

in einem souveränen Staat durch einen ganz anderen Staat ist schlicht Mord.

Ganz einfach.


Quote
   * 04.10.2010 um 19:37 Uhr
    * Grifter

Kampf gegen den Terror

Dank an die US-Army !!


Quote
   * 04.10.2010 um 19:59 Uhr
    * jule2008

Leider sind unsere Medien seit 9/11 alle einseitig und überwiegend kritiklos geworden. Solange keine kritischen Nachforschungen und Fragen offen gestellt werden dürfen, ohne sofort als Verschwörungsneurotiker abgestempelt zu werden, wird diese Posse weitergespielt.


Quote
   * 04.10.2010 um 20:35 Uhr
    * zd

...  kurz gesagt, es wurde 5 extremisten getoetet, die auf dem weg wahren aus lust an der freude so viele amerikaner wie moeglich umzubringen. man nennt es terrortourismus. aber es natuerlich alles eine verschwoerung. es ist ja auch viel einfacher an eine komplizierte verschwoerung zu glauben, als an einfache schmerzhafte realitaet.


Quote
   * 04.10.2010 um 21:18 Uhr
    * Max Stockhaus

Wenn der Staat "legal" morden darf...

Also, ob dieses MORDEN legal war, möchte ich doch seeeehr bezweifeln.
Nur: Verfolgen wird man die Mörder in diesem Falle wohl nicht...

Wegen ein paar Drohnen-Toten in abgelegenen Stammes-Gebieten, die noch bekannt dafür sind, dass sie die Terrortruppen Osamas unterstützen, da "passieren" ganz andere Dinge "ungbestraft".
Da werden z.B. ganze Hochzeitsgesellschaften drohnenhaft pulverisiert, samt Braut, nur weil möglicherweise ein auf Abschusslisten geführter Terrorist darunter vermutet wurde.

Nur gut, dass das bei uns (noch) nicht so ohne weiteres geht
:-OO

Gruß Max Stockhaus


Quote
   * 04.10.2010 um 21:37 Uhr
    * pecuchet

Achtung Ironie!

Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum Thema. Die Redaktion/cs


Quote
   * 04.10.2010 um 21:40 Uhr
    * jagu

Woher wissen Sie das?

Womit ist eigentlich ohne ein Gerichstverfahren, Beweis und Verteidigungsmittel gesichert, dass es Extremisten waren, die alle so schwere Verbrechen begangen haben, dass sie nach US Recht mit der Todesstrafe bestraft werden können (mal davon abgesehen, dass dieses Strafrecht tiefstes, verabscheuungswürdiges Mittelalter ist).

Wissen Sie es sicher? Wurde es überhaupt geprüft?

Nein, die Leute sind aufgrund u.U. vager Zeugenaussagen auf Listen gekommen und wurden ermordet. Ich könnte also zur Polizei gehen und etwas über meinen Nachbarn erzählen und die Maschinerie ginge gegen Sie los? Das ist also ok???

Für mich sind das barbarische, miese Verbrechen, das hat nichts mit Kriegsheld oder Recht oder Demokratie zu tun...


Quote
   * 04.10.2010 um 22:45 Uhr
    * nici2412

Deutschland

Laut CNN wurden diese Deutschen türkischer Abstammung in einer Hamburger Moschee ausgebildet/radikalisiert. Nachdem schon die World Trade Center Attentäter ihre Anschläge unbeheligt von deutschen Sicherheitsbehörden aus Hamburg vorbereiten konnten, scheint sich herauszustellen, dass Deutschland ein Plaungszentrum für Terroristen ist. Damit unterscheidet es sich nicht mehr von Pakistan. Die USA sollten eingreifen. Die deutschen Politiker sind anscheinend unfähig dies zu unterbinden. Wulf hat mit seiner Rede ja schon klargemacht wohin die Reise geht ("Islam ist ein Teil Deutschlands") Also sind wohl keine Gegenmaßnahmen von unseren Politikern zu erwarten. Die USA haben Deutschland schon einmal befreit. Es wird wohl wieder bald Zeit. Glaube kaum, dass sie lange mitansehen werden wie amerikanische Soldaten sterben, weil Deutschland dem Islamismus freie Entfaltung gewährt bzw. diesen auch noch aktiv fördert. Ich sehe auch leider keine Möglichkeit dies als einfacher Bürger zu beeinflussen, da wir fünf Einheitsparteien haben, die allesamt Zustände wie in islamischen Staaten befürworten.


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   * 04.10.2010 um 22:53 Uhr
    * Mothers finest

29. Es mag Ihrer Unaufmerksamkeit geschuldet

sein; zum Vergleich:

http://www.ndr.de/regional/hamburg/moschee122.html

Noch Fragen? Oder ist es nicht schön, was die von Ihnen sog. "fünf Einheitsparteien" da taten?


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   * 04.10.2010 um 22:54 Uhr
    * Hildebrand Embke

Terror kennt keine Nationalität - nur Wahnsinnige

Terror, in welcher Form auch immer, ist niemals eine sinnvolle, geschweige denn akzeptable Art der Meinungsäußerung oder Interessenvertretung. Die Wahrheit des Wortes liegt in sich selbst, seiner friedlichen Verbreitung - und der freiwilligen Annahme, aber auch der Verweigerung der Annahme.

Wer denkt, dass er als Terrorist agieren muss, der muss mit der Verteidigung derer, die seinem Ansinnen nicht entsprechen, oder gar diesem - auch in gleicher Weise wie der Terrorist mit Gewalt - entgegentreten, rechnen.

Bei Terrorismus gibt es keinen Unterschied ob es sich - z.B. - um einen deutschen, afghanischen Terroristen oder einen aus einem anderen Land handelt. Der Irrsinn bleibt gleich. Ebenso wie das Recht, sich dagegen zu wehren, sei es mit einer Pistole oder mit einer Drohne.

Deutsche Terroristen sind es nicht wert, gesondert als Deutsche genannt zu werden. Einzige Ausnahme: Die Erwähnung dessen, dass es auch in Deutschland ver(w)irrte Geister gibt, die eine Gefahr, auch bei uns, darstellen!


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   * 04.10.2010 um 22:58 Uhr
    * fagervik

US-Mörder

gehören vor ein internationales Gericht!



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   * 05.10.2010 um 0:38 Uhr
    * Sonderseite

Mir fehlt die Begründung

... welche mit "Kampf gegen den Terror" heutzutage zu pauschal und nicht hinterfragt aufgenommen wird.

Mir fehlt die Freiheit, Bedenken äußern zu können, ohne zu Verschwörungsanhängern oder hoffnungslos Naiven gezählt zu werden.

... Jede kritische Stimme, jede, die auch fragt, welche Werte eigentlich verteidigt werden, wenn man foltert und per Videobild und rein auf Geheimdienstbasis Todesurteile fällt, bekommt ihre Portion dessen, was Menschen blind macht: (geschürte) Angst.

Ich verteidige keine mutmaßlichen Terroristen, ich verteidige unsere Grundsätze, wenn ich sie erst verurteilt wissen möchte. Doch lichten sich die Reihen derer, die da mit-verteidigen. Wissen die anderen mehr als ich?

Flughäfen, Bahnhöfe und auch die umgebenden Länder werden nicht sicherer, indem man vermeintliche Terroristen tötet und dabei seine eigenen Werte mit Füßen tritt, sie werden sicherer, wenn es keine Motivation mehr gibt, Terrorist zu sein.

Abseits aller Vorbehalte, den Terror als roten Teppich für ganz andere Interessen zu nutzen sollte man verstehen können, dass auch Drohnen nur schießen und damit wenig Potenzial zur Motivationsminderung der "Gegenseite" besitzen.

Was sie aber können, ist der Glaubwürdigkeit von Staaten tiefe Wunden zuzufügen, auf Knopfdruck.

Meine Freiheit wird da nicht verteidigt.


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   * 05.10.2010 um 2:33 Uhr
    * Friedensfuerst

Nue die Freiheit der Freien kann man verteidigen.

Wer seine Freiheit schon aufgegeben hat, dessen Freiheit kann man allerdings auch nicht mehr verteidigen.

Meine Freiheit wird jedenfalls verteidigt, und dafuer bin ich den Soldaten Deutschlands, Amerikas und unserer Verbuendeten, die ihr Leben fuer uns riskieren, unendlich dankbar.



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   * 05.10.2010 um 3:18 Uhr
    * Sonderseite

41. So einfach ist das?

Man bekommt widerwillig ein paar Details genannt, die Terror-Begründung dazu und möge doch dann bitte Vertrauen fassen, in Lenker und Institutionen, die nachweislich schon "irrten", wobei dieser Begriff sehr wohlwollend verschweigt, dass auch mühelos Ansätze zum gewollten Irren zu finden wären.

Wenn die einzige Quelle für Informationen in solchen Fällen (und da kann man mittlerweile von "zahlreich" sprechen) gleichzeitig die Institution ist, die auch ausgeführt, dann haben wir zumindest ein großes Transparenzproblem, finden Sie nicht?

Ausführender, Kontrolleur und Informationsquelle in pesona. Demokratisch legitimiert? Mitnichten. Eher Gewonhheitsrecht heutzutage.

Mit diesem blind daher gesagten "dankbar" an all die Soldaten, deren Dienste ich nicht mindern mag, geht es mir persönlich viel zu schnell.
Der Soldat wird von der Politik gelenkt und wenn Sie zweifelsfrei behaupten können, dass es dieser - gleich welcher Nationalität - immer nur im Frieden, Demokratieexport und eine sichere Gesellschaft geht, dann leben wir leider oder zum Glück in verschiedenen Welten.

... Wie frei sind Menschen, die von Drohnen überflogen werden, an deren Bildschirmen dann "Entscheider" gleich welcher Art und fern jeder Legitimität, beurteilen, ob die Drohne nur fliegt oder auch schießt?
Verteidigen "wir" das auch? Ich nicht.


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   * 05.10.2010 um 5:36 Uhr
    * Friedensfuerst

Kopf hoch! Am Ende wird Alles gut.

Ich will gar nicht bestreiten dass die Welt nicht perfekt ist, aber Ihr Kommentar liest sich ziemlich fatalistisch, so als haetten Sie schon aufgegeben. Auch schweifen Sie leider vom Thema ab.

Wenn Drohnen Menschenleben retten, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung verteidigen und Terrorzellen eliminieren, was stoert Sie denn daran? Dass psychologische und kommunikative Deeskalationsmethoden ('Lichterketten' und 'Ausdiskutieren')den derzeitigen Konflikt werden beenden koennen, erscheint mir zur Zeit eher unwahrscheinlich.

Sie und ich, wir wollen beide Frieden. Mir ist der Frieden allerdings so wichtig, dass mir mehr Mittel recht sind diesen zu erreichen als Ihnen.

Kopf hoch! Am Ende wird Alles gut.




Quote
   * 05.10.2010 um 7:16 Uhr
    * Sonderseite

Die Antwort ist einfach

"Wenn Drohnen Menschenleben retten, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung verteidigen und Terrorzellen eliminieren, was stoert Sie denn daran?"
Dass es nicht so ist, nie so war und nie so sein wird, dass "Drohnen Menschenleben retten".
Die Dinger haben gerade erst ein paar vernichtet und es macht mir Angst, dass Menschen blind den so einfachen Erklärungen derer folgen, die uns den Krieg gegen den Terror und dabei doch den gegen unsere Freiheit verkaufen wollen.
Alte Frage: Wer kontrolliert die Kontrolleure (dieses Weltfriedens?)

Erscheint Ihnen denn wahrscheinlich, dass eine eskalierende (und nebenbei auch florierende) Sicherheits-, Überwachungs- und Waffenindustrie uns auch nur kurzfristig böse Menschen vom Leib hält? Ja?
Und womit wollen sie die Motivation von Terroristen beeinflussen? Nacktscanner? Mehr Drohnen? Stumpfer Applaus zu Aktionen wie dieser?
Da rechne ich selbst bei den von Ihnen verhöhnten Lichterketten mit mehr Nachhaltigkeit.

Die Lehre aus nicht nur diesem Konflikt ist doch, dass es an Gegnern (wie auch immer sich diese definieren) niemals mangeln wird, egal welche Waffen man auffährt, solange man Gründe en masse liefert, Gegner sein zu wollen.

Wir belügen uns selbst, wenn wir verneinen, dass wir solche Gründe liefern.
Die Scheinheiligkeit des Werteverteidigens reicht da schon aus. Wer foltert und präventiv tötet kann und darf nicht legitimiert sein, die Wahrheit zu verbreiten.
Sie sehen es hier, alles eine Instanz: Ausführung, Kontrolle, Bericht.


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   * 05.10.2010 um 8:06 Uhr
    * Friedensfuerst

Es tut mir leid dass Sie Angst haben.

Es tut mir leid dass Sie Angst haben. Ich habe keine.

Sie schreiben:'Dass es nicht so ist, nie so war und nie so sein wird, dass "Drohnen Menschenleben retten".' Tatsache ist, ein toter Terrorist wird keine unschuldigen Menschen mehr toeten.

Sie fragen:'Wer kontrolliert die Kontrolleure (dieses Weltfriedens?)'. Wir alle tun das. Sie, ich, die Medien, Parlamente, unabhaengige Staatsanwaltschaften und Gerichte.

Die Lichterketten vehoehne ich nicht. Ich wollte nur hoeflich darauf hinweisen dass sich Terroristen von ihnen bislang nicht besonders beindrucken liessen.

Nur aus Neugier. Wenn Sie die bisherigen Strategien kategorisch ablehnen, wie wuerden Sie den Kampf gegen den Terror denn gerne gestalten?


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   * 05.10.2010 um 9:12 Uhr
    * TheDoctor

49. Nun, das wird dann interessant...

Wie Sie so schön schreiben:
"Sie fragen:'Wer kontrolliert die Kontrolleure (dieses Weltfriedens?)'. Wir alle tun das. Sie, ich, die Medien, Parlamente, unabhaengige Staatsanwaltschaften und Gerichte."

Zwar schleiße ich mich denen hier an, die sage: "man weiß nichts genaues", aber WENN es tatsächlich deutsche Staatsbürger waren und jemand geht zur Staatsanwwaltschaft und sagt:
Die USA geben an meinen Bruder, Sohn, was auch immer getötet zu haben, dann muss die Staatsanwaltschaft das untersuchen, zunächst einmal nach deutschem Gesetz.

Dabei mag herauskommen das Pakistan berechtigt ist, Menschen auf seinem Staatsgebiet den Amerikanern zur Tötung zu überantworten.

Davon ab ist natürlich die Frage schwierig, was so ein Mensch de jure ist:
- Ein Kombattant in einem Krieg ? Die darf man angreifen, aber dann gilt die Genfer Konvention, was die USA immer abstreiten.
- Ein Terrorist ? Dann ist er ein ganz normaler Verbrecher, und die darf man nunmal nicht einfach töten.

Schwierig, schwierig das alles.

...


Quote
   * 05.10.2010 um 9:32 Uhr
    * TheDoctor

50. Sie sollten dabei folgendes bedenken...

...wenn Staaten die Grenzen ihrer eigenen Gesetze überschreiten um externe Gegner zu bekämpfen, dann tun sie das früher oder später auch ihren eigenen Bürgern an.

Wenn CIA Leute (nicht Militär) mit Drohnen Leute töten, dann sind das zunächst mal staatliche Attentate und diese waren der CIA bis zu Bush dem zweiten verboten, nicht ohne Grund.

Es ist daher für UNS als Bürger von Staaten sehr bedenklich, wenn die Regierungen die Gesetzte übertreten, die zu UNSEREM Schutz erlassen wurden.

WER Gegner des Staates ist kann schneller wechseln als einem lieb ist.

Seien Sie deswegen besser vorsichtig, was Sie sich wünschen, es könnte in Erfüllung gehen.


Quote
   * 05.10.2010 um 15:46 Uhr
    * Natriumchlorid

Such is life!

"Erscheint Ihnen denn wahrscheinlich, dass eine eskalierende (und nebenbei auch florierende) Sicherheits-, Überwachungs- und Waffenindustrie uns auch nur kurzfristig böse Menschen vom Leib hält?"

Selbstverständlich! Darauf beruht das ganze Konzept der so genannten Polizei, die auch hierzulande tatsächlich bewaffnet ist. Unsere Polizeibeamten tragen ihre Schußwaffen nicht ohne Grund, und sogar die britischen Bobbies wurden mittlerweile bewaffnet -- dabei ist es, ganz im Gegensatz zu Pakistan und Afghanistan, hier in Europa noch weitestgehend friedlich.

Wie dem auch sei: diese jetzt Getöteten hat uns die "eskalierende (und nebenbei auch florierende) Sicherheits-, Überwachungs- und Waffenindustrie" jedenfalls sehr wirksam vom Leib gehalten, und zwar nicht nur kurzfristig, sondern sehr langfristig und äußerst wirksam. Das ist so einfach, daß ich mich sehr wundere, warum Sie das nicht verstehen können -- oder: wollen?


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   * 05.10.2010 um 19:08 Uhr
    * Sonderseite

Kontrolle?

"Wer kontrolliert die Kontrolleure (dieses Weltfriedens?)'. Wir alle tun das. Sie, ich, die Medien, Parlamente, unabhaengige Staatsanwaltschaften und Gerichte."

Sind Sie in der Lage, aus ihrer im Automatismus geäußerten Dankbarkeit "an alle Soldaten" und Sätzen wie "Drohnen retten Menschenleben" heraus, Dinge wie Unabhängigkeit im Zusammenhang mit "Kontrolle" überhaupt noch richtig zu bewerten, verehrter Mitbürger? Zweifel.

Erkennen Sie in Medienberichten wie diesem [...] dass stumpf das Vorgesetzte abgetippt und verbreitet wird?

Dass wir bei diesen Drohnenmorden nun von toten "Terroristen" sprechen können (?) verdanken wir doch derselben Informationsquelle, die auch schon die Gefahr selbst, die vorgesehenen Gegenmaßnahmen und die Freiheit von allen, die nun mitkämpfen müssen, definierte.

Seltsame Personalunion im angeblich so transparenten Umfeld derer, die auch nur ihre Werte verteidigen, oder?

Es ist immer noch Wert, dass die Souveränität des einen Staates vom anderen respektiert werden muss.
Wenn also amerikanische Drohnen über ihrem Kopf kreisen würden, obgleich sie gar nicht in Amerika wohnen und auch kein Terrorist sind, dann ist das was für ein Wert?

In Pakistan oder anderen erklärten (immer mal auf die Quelle achten) "Zellen" scheint das einfach so zu gehen. Warum?

Und was bringt es, selbst wenn man nur Terroristen träfe, sie präventiv zu erschießen, sich selbst dabei zu verraten und auf den nächsten zu zielen?


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   * 05.10.2010 um 20:41 Uhr
    * Sonderseite

57. Erklärungshilfe(n)

"Erscheint Ihnen denn wahrscheinlich, dass eine eskalierende (und nebenbei auch florierende) Sicherheits-, Überwachungs- und Waffenindustrie uns auch nur kurzfristig böse Menschen vom Leib hält?"
Selbstverständlich! Darauf beruht das ganze Konzept der so genannten Polizei, die auch hierzulande tatsächlich bewaffnet ist."

Ihrer Logik folgend hält mich also rein ein wie auch immer bewaffneter (Welt-)Polizist davon ab, Anschläge zu verüben, ja? Nichts anderes? Sicher?
Also - immer noch in ihrer Logik wandelnd - sind eskalierende Sicherheitsmaßnahmen die Antwort auf eskalierenden Terrorismus und allgemein jede Art von Bedrohung.

Es muss also aus Ihrer Sicht eine geradezu gewagte These darstellen, dass Gewalt jeder Art aus einer Motivation heraus entsteht und man diese (Motivation) angehen muss, um Ruhe zu haben. Tun das Drohnen? Erstaunlich, wenn ja.

Wenn sie also jedes Mal (und genau das tut die "Weltpolizei") einfach nur solch "Motivierte" beseitigen und das auch noch gegen Ihre eigenen Grundsätze verstoßend, dann rechnen Sie sich also einen Sieg aus. Wie denn?
Der Schutzmauer folgt dann also eine höhere, der Waffe eine stärkere, der Überwachung dann eine umfassendere ... mit Erfolg?

Nur folgen den Motivierten einfach neue Motivierte nach und auch die schönsten Pressemeldungen der Personalunion der Weltpolizei können das nicht beschönigen.

Man stolpert als immer höher rüstend um die Ursache herum und bekämpft die Symptome.

Außer lukrativ ist das gar nichts.


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   * 05.10.2010 um 22:42 Uhr
    * Friedensfuerst

Werte

Vermutlich gibt es Geheimabkommen zwischen Pakistan und den Alliierten die die Nutzung des pakistanischen Luftraumes fuer solche Operationen regeln. Im Uebrigen bin ich voellig damit einverstanden wenn in diesem Fall nur meine Werte verteidigt werden, aber nicht Ihre. Allerdings, als Kollateraleffekt, schuetzen unsere Truppen wenigstens Ihr Recht auf Meinungsfreiheit, ob sie das nun gut finden oder nicht.


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   * 06.10.2010 um 10:19 Uhr
    * Natriumchlorid

Benutzen Sie mal Ihr Gehirn, Mensch

"Ihrer Logik folgend hält mich also rein ein wie auch immer bewaffneter (Welt-)Polizist davon ab, Anschläge zu verüben, ja?"

Ihre persönlichen Motive sind her egal. Wir reden über Leute, die sich bewußt zu Terroristen ausbilden ließen.

"Also - immer noch in ihrer Logik wandelnd - sind eskalierende Sicherheitsmaßnahmen die Antwort auf eskalierenden Terrorismus und allgemein jede Art von Bedrohung."

Nicht gegen jede, sondern konkret gegen diese Art von Bedrohung.

"Es muss also aus Ihrer Sicht eine geradezu gewagte These darstellen, dass Gewalt jeder Art aus einer Motivation heraus entsteht und man diese (Motivation) angehen muss, um Ruhe zu haben. Tun das Drohnen?"

In diesem Falle: ja. Jemand, der sich für Terroranschläge ausbilden läßt, tut das nicht aus einer rationalen Motivation heraus, sondern aus religiösem Fanatismus. Ihr verständnisheuchelndes Appeasement können Sie sich daher gepflegt in die Haare schmieren.

Wirksame Verteidigung muß der Bedrohung angemessen sein. Zur Bedrohung durch den Terror religiöser Fanatiker ist Gewalt, auch in Form von Drohnenangriffen, nicht nur angemessen, sondern auch wirksam. Mir wäre es auch lieber, diese Leute festzunehmen und vor ein ordentliches Gericht zu stellen. Da das nicht geht, ist es die zweitbeste Lösung, sie mit Gewalt zu stoppen, bevor sie Ihre (oder gar meine) Lieben in die Luft sprengen.


usw.


Aus: "Pakistan: Deutsche Islamisten sterben bei US-Angriff" (4.10.2010, Reuters)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-10/islamisten-deutsche-pakistan

« Last Edit: October 06, 2010, 11:13:06 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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