COMMUNICATIONS LASER #17
May 18, 2012, 07:19:05 AM *
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Author Topic: [Peer-to-Peer (P2P)... (Filesharing)]  (Read 5988 times)
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« on: October 24, 2006, 08:48:59 AM »

Quote
[...] Peer-to-Peer (P2P) Connection (engl. peer für „Gleichgestellter“, „Ebenbürtiger“ oder „Altersgenosse“) und Rechner-Rechner-Verbindung sind synonyme Bezeichnungen für eine Kommunikation unter Gleichen, hier bezogen auf ein Netzwerk von Computern.

In einem Peer-to-Peer-Netz sind alle Computer gleichberechtigt und können sowohl Dienste in Anspruch nehmen als auch Dienste zur Verfügung stellen.


Aus: "Peer-to-Peer" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Peer-to-Peer


-.-

Quote
[...] Das Peer-to-Peer-Datenvolumen hat zwischen Juni und Oktober in Deutschland um 10 Prozent zugenommen. Tagsüber macht das P2P-Aufkommen nach Erhebungen der Leipziger Firma ipoque GmbH 30 Prozent des gesamten Internetverkehrs aus, nachts bis zu 70 Prozent. Als populärste P2P-Anwendung in Deutschland hat BitTorrent eDonkey überholt. Sie beansprucht mehr als die Hälfte des P2P-Verkehrs in Deutschland. Beide Tauschbörsen zusammen produzieren mehr als 95 Prozent des P2P-Verkehrs und haben damit ältere Tauschbörsen nahezu verdrängt, teilt ipoque mit. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben den anonymen Internetverkehr auf Netzwerkebene analysiert. Die Daten repräsentieren demnach das Internetnutzungsverhalten von rund 100.000 Haushalten in Deutschland.

Ausgehend von der Anzahl getauschter Dateien zeigt sich laut ipoque, dass auch kleinvolumige Medieninhalte wie eBooks viel getauscht werden. Spitzenreiter bei der Anzahl getauschter Dateien sind bei BitTorrent Musik, Kinofilme, Pornografie und TV-Serien. Bei eDonkey ist der Anteil pornografischer Dateien mit 30 Prozent doppelt so hoch wie bei BitTorrent, dagegen werden über BitTorrent verhältnismäßig wesentlich mehr Software und Spiele getauscht.


Aus: "Studie: P2P-Datenvolumen nimmt in Deutschland weiter zu" (23.10.2006)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/79870

« Last Edit: July 09, 2009, 01:25:16 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: December 13, 2006, 11:18:38 AM »

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[...] Das schwedische Torrentverzeichnis thepiratebay.org hat zu einem kleinen Schlag gegen Zensur im Internet ausgeholt. Nachdem sich schon dänische Provider zum blockieren von allofmp3.com entschieden haben, sperrt auch der schwedische Internetanbieter Perspektiv Bredband (Perspektive Brotmusikgruppe?) für seine Nutzer den Zugang zum russischen Musikdownloadanbieter allofmp3.com. allofmp3.com ist vergleichbar mit dem iTunes Musicstore, nur das allofmp3.com ca. 0.2$ für ein Lied verlangt (also ein Viertel des ‘normalen’ Preises?!?). Der Anbieter operiert von Russland aus und hält sich nach russischem Recht für legal.

[...] thepiratebay.org verbietet neuerdings Perspektiv Kunden ihre Seite aufzurufen:

Quote
After careful consideration, we have for the first time ever, decided to block an ISP because of their management.

thepiratebay.org ist eins der grössten Torrentverzeichnisse (und sicher auch für viel Traffic der zahlenden Perspektivkunden verantwortlich) und hat schon Angriffe der RIAA, MPAA und der schwedischen Regierung überlebt.

Aus: "thepiratebay.com: Dein ISP Passt Mir Nicht!" Stefan (12. Dezember 2006 - 11:38)
Quelle: http://www.dasistdasen.de/2006/12/12/thepiratebaycom-dein-isp-passt-mir-nicht/


-.-

Quote
[...] Die schwedische Seite The Pirate Bay, der nach eigenen Aussagen größte Bittorrent-Tracker der Welt, war schön öfter Thema auf Fiket, vor allem im Zusammenhang mit der Razzia im Mai, bei der Server beschlagnahmt wurden und der Verdacht aufkam, dass Druck von Seiten amerikanischer Rechteinhaber der Anlass dafür war. Meines Wissens ist das bis heute nicht aufgeklärt.

Die russische Seite AllofMP3, ein weiterer Dorn im Auge der Musikindustrie, wird seit zwei Wochen von mehreren dänischen Internetanbietern (ISPs) gesperrt. Viele sehen das zu Recht als Angriff auf eine der Grundfesten des Internet, seine Freiheit. Jetzt zieht der erste schwedische ISP, Perspektiv Bredband, nach und “bezieht Stellung”, indem er seinen Kunden Zugang zu AllofMP3 verweigert.

Hier kommt die Pirate Bay und die befreundete Interessenorganisation Piratbyrån, die sich für freien Kulturaustausch einsetzt, wieder ins Spiel. Die haben sich nämlich entschlossen, den Spieß umzudrehen und Perspektiv Bredband mitsamt Kunden den Zugang zur Pirate Bay zu verweigern. In der entsprechenden Pressemitteilung werden die Gründe näher dargelegt und auch ein PHP-Skript angeboten, mit dem andere Seiten das gleiche tun können.

Die Pirate Bay ist eine der meistbesuchten schwedischen Seiten und es nicht abwegig, dass diese Aktion zu Kundenverlust bei Perspektiv Bredband führt.


Aus: "Pirate Bay sperrt ISP aus" (Fiket; 12. Dec 2006, 13:28)
Quelle: http://www.fiket.de/2006/12/12/pirate-bay-sperrt-isp-aus/

-.-

Quote
[...] Swedish piratbyran.org (Bureau of Piracy) and thepiratebay.org today launched a campaign to force the swedish ISP Perspektiv Bredband to resume connectivity to the net and stop blocking their users access to the Russian site allofmp3.com...

"Perspektiv Bredband blocks internets - right back at ya!" (12/2006)
Quelle #2: http://piratbyran.org/perspektiv/english.php

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« Reply #2 on: January 01, 2007, 05:50:32 PM »

Quote
[...] Janko Röttgers verweist auf eine Studie, wonach 60% der Filme, die in Tauschbörsen so rumwandern, pornographischer Natur seien. Das sind Sechzig Prozent, also sechs von zehn! 20% sollen auf TV-Serien entfallen und lediglich fünf Prozent auf Hollywood-Filme. Die übrigens 15% sind ungeklärt, da bleibt ja noch einiges übrig.

Das sieht die Filmindustrie sicherlich anders.


Aus: "Fast nur Porn in p2p?" (Dienstag, 26. Dezember 2006)
Quelle: http://netzpolitik.org/2006/fast-nur-porn-in-p2p/

-.-

Quote
[...] Porn and TV dominate the video content that people downlaod from P2P networks, according to a new study by the NPD Group. The market researchers estimate that 60 percent of those videos are "adult content", while 20 percent are TV shows.

Mainstream movies only account for five percent, and the NPD news release ddin't give any indication on what the remaining 15 percent are all about. Music videos? Anime? The Scene episodes? We'll never know.

NPD estimates that six million US households used P2P networks to download video content in Q3 2006. The news release quotes NOD vice president Russ Crupnick stating:

"Even though right now the majority of downloaded video content is adult-film content, the amount of intellectual property stolen from mainstream movie studios, networks, and record labels will continue to rise, unless strong and sustained action is taken to prevent piracy."


From: "12/25: 60 percent of P2P video downloads are porn" (Posted by: Jank0)
Quelle: http://www.p2p-blog.com/item-217.html

Quelle #3: http://www.npd.com/press/releases/press_061220.html
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« Reply #3 on: January 14, 2007, 01:19:59 PM »

Quote
[...] Ein Sprecher der deutschen Phonoverbände hat angesichts wenig fruchtender "gut gemeinter Appelle" der Musikindustrie die Notwendigkeit des Vorhabens der IFPI betont, hierzulande im Jahr 2007 monatlich mindestens 1000 illegale Nutzer von Tauschbörsen anzuzeigen. "Uns geht es darum, das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums zu schärfen, egal ob es um Musik, Spielfilme, Hörbücher, Spiele, Software, Fotografie oder andere Kreativleistungen geht", verteidigte der neue stellvertretende IFPI-Geschäftsführer Stefan Michalk die geplante scharfe juristische Vorgehensweise gegen die Anbieter geschützter Werke in P2P-Netzwerken gegenüber der Süddeutschen Zeitung. "Die Musikindustrie hat hier eine unangenehme Vorreiterrolle, da sich Musik vergleichsweise leicht kopieren und tauschen lässt."

Laut Michalk will die deutsche Landesgruppe des internationalen Verbandes der Tonträgerhersteller mit den Massenstrafanzeigen klarmachen, "dass der Diebstahl geistigen Eigentums kein Kavaliersdelikt ist". Illegale Angebote stellen seiner Ansicht nach zunehmend eine existenzielle Bedrohung für alle Kreativindustrien dar. "Dagegen wehren wir uns", betonte der Verbandssprecher. "Die Zahl der Strafanträge gegen Uploader in Tauschbörsen haben wir seit März 2004 stetig erhöht und werden das auch weiter tun." Die im Phonoverband vertretenen Musiklabel rechnen angesichts der noch nicht komplett vorliegenden Unternehmenszahlen für 2006 erneut mit einem Rückgang des Verkaufs von Tonträgern wie CDs im zumindest einstelligen Prozentbereich, der auch durch überproportional steigende bezahlte Musikdownloads nicht ausgeglichen worden sei.

Zu den Auswirkungen der bisherigen juristischen Hatz gegen Tauschbörsennutzer äußerte sich Michalk zurückhaltend. Er wertete allein als Erfolg, "dass die Anzahl illegaler Downloads trotz kontinuierlich steigender DSL-Anschlüsse nicht gestiegen ist". Insgesamt haben die deutschen Phonoverbände bislang in 20.000 Fällen Strafanzeige gestellt, wovon sich allein 10.000 auf 2006 beziehen. Laut den Berechnungen der Industrie sollen 2005 439 Millionen CD-Alben illegal kopiert worden sein, was einen rechnerischen Verlust von fünf Milliarden Euro ausmache. Dazu komme eine Milliarde Euro Schaden durch illegale Downloads im Internet.

Große Hoffnungen setzt die Musikindustrie auf die Umsetzung der EU-Richtlinie zur zivilrechtlichen Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte. Bisher müssen die Phonoverbände beim illegalen Kopieren von Musikstücken Strafanzeige stellen, um an den Namen den Internetsurfers hinter der zunächst nur bekannten IP-Adresse zu kommen. Mit den geplanten neuen gesetzlichen Regelungen könnte die Musikindustrie rascher zivilrechtlich gegen Musikpiraten vorgehen, da ihnen die Provider direkt Auskunft über die Nutzerinformationen geben müssten. Allerdings konnte sich die Musikindustrie bislang nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, dass nicht zunächst ein Richter über die Weitergabe der persönlichen Daten entscheiden soll. Ein Dorn im Auge ist ihr auch, dass das Bundesjustizministerium die Abmahngebühren bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzern auf 50 Euro pro Fall beschränken will.

Die Staatsanwaltschaften sehen sich momentan bereits mit Strafanzeigen etwa aus der Logistep-Maschinerie überschüttet. Eine Erhöhung der Schlagzahl ist daher heftig umstritten. Für den neuen Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), Christian Sommer, etwa sind derlei Massenverfahren nicht die Lösung des Problems. "Nicht nur, dass durch solche Massenverfahren die Strafverfolgungsbehörden instrumentalisiert und die Überlastung der einzelnen Dienststellen und Staatsanwaltschaften billigend in Kauf genommen werden" beklagt der Vertreter der Filmindustrie. Das Vorgehen schade auch generell "einem kooperativen Klima nachhaltig".

Schon jetzt haben Sommer zufolge zahlreiche Strafverfolgungsbehörden die Grenze, von der an Strafverfahren tatsächlich eingeleitet werden, massiv erhöht. Dies habe zur Folge, "dass nur noch in den seltensten Fällen die Chance auf ein Urteil besteht." Dies gehe soweit, dass bereits in naher Zukunft "die Verfolgung von Piraterie durch strafprozessuale Maßnahmen nicht mehr möglich sein könnte." Die sinkende Anzahl an Strafverfahren bei gleichzeitiger Steigerung der Einstellungen an Verfahren und das Setzen auf Vergleichszahlungen durch die Anzeigen-Maschinerien würden einer "Dekriminalisierung von Urheberrechtsverletzungen" gleichkommen.


Aus: "Musikindustrie verteidigt geplante Massenanzeigen gegen P2P-Nutzer" (14.01.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/83670

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« Reply #4 on: January 22, 2007, 10:43:50 AM »

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[...] Wie IFPI, der internationale Dachverband der Musikindustrie, schon im gerade veröffentlichten Jahresbericht andeutete, will man künftig im Kampf gegen die Online-Piraterie auch die Zugangs-Provider stärker in die Pflicht nehmen. Wie das geschehen soll, ließ der Bericht aber offen.

Dafür erklärt nun der Vorstand des Verbandes, John Kennedy, gegenüber der britischen Times, wie man sich diese Unterstützung vorstellt: Die Provider sollen künftig jenen Kunden, die wiederholt eine Tauschbörse benutzen, einfach den Zugang sperren. Sonst will der Verband gegen die Provider selbst rechtlich vorgehen.

Womit zumindest bewiesen wäre, wie maßlos dieser Industriezweig seine eigenen Möglichkeiten und Ansprüche überschätzt und wie niedrig gleichzeitig die Bereitschaft ist, geltendes Recht anzuerkennen - solange es nicht dem eigenen Vorteil dient. Denn was Kennedy von den Providern verlangt, kommt der Aufforderung zum Rechtsbruch gleich.

Die Provider müssten rechtswidrig - weil ohne richterliche Autorisierung - den Datenverkehr ihrer Kunden überwachen. Und das nicht nur auf technischer Ebene (z.B. Protokolle, Ports), sondern auch mit inhaltlichen Prüfungen. Schließlich ist die Nutzung eines P2P-Verfahrens nicht per se illegal oder verboten.

Strafbar ist es allenfalls, wenn dabei durch den Tausch geschützter Werke das Urheberrecht verletzt wird. Diese Verletzung ist aber nur nachweisbar, wenn die getauschten Daten inhaltlich bekannt sind und ihr Transfer vom Rechteinhaber nicht genehmigt wurde. Dieser Nachweis kann also weniger vom Provider als vielmehr vom jeweiligen Rechteinhaber erbracht werden.

Man muss daher annehmen, dass sich hinter Kennedys Forderung der rosarote Wunschtraum der gesamten Branche verbirgt: Daten-Transfer im Internet ja, aber nur mir Kontrolle aller Daten durch die Musikindustrie.


Aus: "Provider sollen P2P-Nutzer sperren" (intern.de; Donnerstag, 18. Januar 2007)
Quelle: http://www.intern.de/news/neue--meldungen/--200701181121.html

Quelle #2: http://business.timesonline.co.uk/article/0,,13130-2553030.html

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« Reply #5 on: April 18, 2007, 09:31:55 AM »

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[...] Auf ihrem Parteitag haben die norwegischen Liberalen einen Antrag ihrer Jugendorganisation angenommen, der die Interessen von Kunstschaffenden und Gesellschaft wieder ins Gleichgewicht bringen soll. Statt "eine ganze Generation zu kriminalisieren", sollten neue Wege gegangen werden, um Künstler angemessen für die Nutzung ihrer Werke zu bezahlen. Dazu gehört die Legalisierung von Filesharing bei gleichzeitiger Einführung neuer Kompensationsmodelle. Internationale Gesetze und Verträge, so fordern die Liberalen, müssten entsprechend angepasst werden.

[...] Die Verwendung kleiner Teile aus Werken anderer Künstler zur Schaffung neuer Werke solle vereinfacht werden, lautet eine weitere Forderung. Das heute gültige, restriktive Recht "macht Musikern, Filmproduzenten, Schriftstellern und anderen Künstlern das Leben schwer, wenn sie vorhandenes Material bearbeiten wollen, um daraus etwas Neues zu schaffen". Als Ausweg schlagen die Liberalen vor, den Anwendungsbereich von Ausnahmebestimmungen für die "faire Nutzung" von Werken auszuweiten.

Das norwegische Urheberrecht schützt ebenso wie das der meisten anderen Länder Urheberrechte bis zu 70 Jahre nach dem Tod der Urheber. Zwei oder mehr Generationen können auf diese Weise von den schöpferischen Leistungen ihrer Vorfahren profitieren, ohne selbst kreative Leistungen vollbringen zu müssen. Diese 70-Jahre-Frist ist den norwegischen Liberalen zu lang: "Das ist unsinnig. Der urheberrechtliche Schutz sollte eine bessere Balance zwischen Innovation und Verbreitung kultureller Leistungen anbieten. Die liberale Partei setzt sich für eine Verkürzung der Schutzfrist ein."

Und schließlich soll DRM verboten werden, denn "alle, die das Nutzungsrecht für ein Produkt bezahlt haben, müssen es zu technologisch neutralen Bedingungen nutzen können. Das bedeutet, dass es nicht sein darf, dass Distributoren kontrollieren, wie die Bürger ihre digitale Musik abspielen." Zu diesem Zweck solle der Einsatz von DRM verboten werden, wenn er verhindert, dass "Konsumenten Informationen und kulturelle Werke frei nutzen und weiterverbreiten können". Im Bewusstsein, wie schwierig die Durchsetzung eines solchen Verbots unter den gegenwärtigen internationalen Bedingungen wäre, fordern die Liberalen als Minimalvariante, dass "Produkte mit DRM deutliche Hinweise über den Umfang der DRM-Maßnahmen tragen müssen".

Die norwegischen Liberalen sind mit zehn Sitzen im Parlament vertreten und konnten bei der letzten Wahl 5,9 Prozent der Stimmen erringen.

Aus: "Norwegens Liberale wollen Filesharing legalisieren - "Das Urheberrecht ist nicht mehr zeitgemäß"" Robert A. Gehring (ji) (17.04.2007)
Quelle: http://www.golem.de/0704/51726.html

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« Reply #6 on: May 21, 2007, 08:49:33 AM »

Quote
[...] Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar will im Streit um den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur besseren zivilrechtlichen Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte verhindern, dass die persönlichen Daten einer Vielzahl von Tauschbörsen-Nutzern ohne rechtsstaatliche Schranke "einfach" an die Musik- und Filmindustrie herausgegeben werden. "Die durch die Anbieter von Telekommunikationsdiensten gespeicherten Daten über die Nutzung des Internets unterliegen dem Fernmeldegeheimnis", betont der oberste Hüter der Privatsphäre der Bundesbürger. "Sie dürfen nur auf Basis verfassungsrechtlich einwandfreier gesetzlicher Regeln für andere Zwecke verwendet werden."

Schaar wendet sich mit der Klarstellung gegen Forderungen der Musik- und Filmindustrie, im Rahmen des heftig umkämpften Gesetzes zur Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie beim Verdacht auf Urheberrechtsverletzungen einen "Direktzugang" zu Informationen wie Name und Anschrift von Internetnutzern über die Zugangsprovider zu erhalten. Für den Datenschützer ist bei den geplanten zivilrechtlichen Auskunftsansprüchen gegen die Netzanbieter auf jeden Fall ein Richtervorbehalt vorzusehen. Zudem dürften sich diese nicht auf "gelegentliche Teilnehmer" von Tauschbörsen beziehen. Ich warne vor einer "Kriminalisierung der Schulhöfe", erklärte Schaar am heutigen Freitag in diesem Zusammenhang. Es sei völlig inakzeptabel, die Personendaten sporadischer, nicht gewerbsmäßig handelnder Filesharer bei ausgemachten Rechtsverstößen ohne weiteres herauszugeben.

Zur Untermauerung seiner Forderungen verweist der Datenschutzbeauftragte auf die "häufig unklare Urheberrechtslage im Internet". Dort würden sich auch eine Vielzahl von nicht geschützten Werken wie etwa Musikstücken befinden. Es sei daher zu befürchten, "dass gutgläubige Nutzer sich dem Generalverdacht einer strafbaren Handlung ausgesetzt sehen oder zu Unrecht mit erheblichen finanziellen Forderungen bedroht werden". Weiter unterstrich Schaar, dass der Zugriff auf Verbindungsdaten, die im Rahmen der geplanten verdachtsunabhängigen Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten von den Providern sechs Monate vorgehalten werden sollen, bei Urheberrechtsverletzungen nicht zu gestatten sei. Dieser müsse vielmehr auf die Verfolgung schwerer Straftaten beschränkt bleiben.

Die Regierung will es mit ihrem Vorstoß einfacher machen, Rechtsverletzer zu identifizieren und gegen sie leichter in zivilrechtlichen Verfahren vorzugehen. Dazu sollen Provider auf Basis des neuen Auskunftsanspruches die zu einer IP-Adresse gehörenden Bestands- und Nutzerdaten herausgeben,­ wenn ein Richter dem zustimmt. Bei der 1. Lesung des Gesetzesentwurfs im Bundestag hatten unter anderem Rechtspolitiker von der CDU/CSU-Fraktion sowie von der FDP erklärt, dass die von der Musik- und Filmindustrie gewünschten Informationen aber nicht vom Fernmeldegeheimnis betroffen seien und der Umweg über das Gericht daher nicht erforderlich sei.

Der Rechtehalter habe ja bereits die IP-Adresse des mutmaßlichen Verletzers und damit das Verbindungsdatum ermittelt, hatten die Abgeordneten ausgeführt. Es gehe danach allein um die Zuordnung einer Internetkennung zu Name und Anschrift des Nutzers. Damit habe die IP-Adresse keine andere Funktion als die Nummer eines gewöhnlichen Telefonanschlusses. Die Abfrage der Bestandsdaten sei somit einer Telefonauskunft gleichzustellen. Die Provider selbst laufen insgesamt Sturm gegen die Schaffung von Auskunftsansprüchen. Mit einem automatisierten Verfahren ohne Richtervorbehalt würden Rechteinhaber und Privatunternehmen ähnliche Befugnisse wie der Staatsanwalt beanspruchen, beklagt die Branche.


Aus: "Datenschützer pocht auf enge Regelung beim Auskunftsanspruch gegen Provider" Stefan Krempl (18.05.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/89890

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lemonhorse
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« Reply #7 on: June 14, 2007, 09:03:47 AM »

Quote
[...] Im Kampf gegen "Internet-Piraterie" hat die Musikindustrie auch in Deutschland inzwischen eine härtere Gangart gegen Nutzer von Internet-Tauschbörsen eingelegt. Allein im vergangenen halben Jahr verfolgte die Industrie mit 25.000 Strafanzeigen Musikfans, die im Internet Songs vermutlich illegal heruntergeladen oder vertrieben haben. Von dem strafrechtlichen Vorgehen verspricht sich die Plattenindustrie ein wirksames Mittel gegen den illegalen Musiktausch.

[...] Die Musikindustrie-Verbände in den USA und in Deutschland gehen bei der Verfolgung von illegalem Musiktausch ganz ähnlich vor. Die Ermittler forschen bei Verdacht im Internet auf Tauschbörsen und gegebenenfalls über die Internet-Provider nach den IP-Adressen der auffällig gewordenen Computer. Darüber lassen sich die Nutzer beziehungsweise Eigentümer eindeutig identifizieren. Diese Informationen werden dann für die Strafverfolgung an die Staatsanwalt übergeben. Für eine effektivere Fahndung befürworten die Verbände deshalb auch die aktuellen Pläne des Bundesrates. Danach könnten gespeicherte Verbindungen bei den Internet-Providern auch zu zivilrechtlichen Zwecken verwendet werden. (Renate Grimming, dpa) / (vbr/c't)

Quote
13. Juni 2007 19:36
Richtig so, denn...
SpäMMy.DX (321 Beiträge seit 20.05.06)

...Raubkopierer sind bekanntlich Verbrecher - und gehören streng
Bestraft!
Es ist erschreckend wie lasch bis jetzt mit den Raubkopierern
umgegangen wurde, ein härteres Durchgreifen halte ich zum Schutze
unserer Kultur für dringend erforderlich. Ideen müssen endlich wieder
an Wert gewinnen, aber bei so einem zahnlosen Tieger von
Urheberrecht, wie wir es hier haben wird das leider nichts.

Es muss endlich eine härtere Gangart im Umgang mit diesen
Netzparasiten gewählt werden. Vorallem aber muss mehr gegen die
sogenannten "Privatkopierer" vorgegangen werden anstatt sich nur auf
die großen Fische zu beschränken. Der größte Schaden ensteht schon
lange nicht mehr durch den Verkauf illegaler Kopien sondern durch den
massenhaften, illegalen Download aus dem P2P-Sumpf im Internet.
Diesen gilt es nun nachhaltig trockenzulegen und den Weg für den
Siegeszug des Originals zu eröffnen!

Quote
13. Juni 2007 20:26
Bewertung: [++]
LosUr (40 Beiträge seit 02.03.06)

Nur die Ironietags hast du vergessen. ;-)


Quote
13. Juni 2007 20:26
Polisten auf Schulhöfen einsetzen...
Kaux (29 Beiträge seit 18.10.06)

Um die Musik-Piraten auch außerhalb des überwachten Internet dingfest
zu machen. Sinnvoll wäre auch eine gesetzlich vorgeschriebene Kamera
im eigenen Haus installieren zu müssen, um auch sicher zu gehen, das
man keine CD’s zuhause kopiert.
Naja, wenn erstmal der "Staatstrojaner" kommt, dann wird alles
anders!

Wie viel zahl eigentlich die Musiklobby so an „Spenden“ indirekt an
die Regierung?

Quote
13. Juni 2007 20:59
Re: Polisten auf Schulhöfen einsetzen...
Marktwo (10 Beiträge seit 15.05.07)

Kaux schrieb am 13. Juni 2007 20:26

> Um die Musik-Piraten auch außerhalb des überwachten Internet dingfest
> zu machen. Sinnvoll wäre auch eine gesetzlich vorgeschriebene Kamera
> im eigenen Haus installieren zu müssen, um auch sicher zu gehen, das
> man keine CD’s zuhause kopiert.

wer nichts zu verbergen hat, sollte schon heute freiwillig eine Cam
installieren und der MI Zugriff darauf geben. Auch ein wöchentlicher
remote scan aller Datenträger im Haushalt würde hier endlich
Fortschritt bringen.

Ein subventionierter VDSL Zwangsanschluss - RFID Chips mit DNA Infos
im Ausweis + Nacken und ich könnte endlich wieder angstfrei ins
Bettchen gehen.


Quote
14. Juni 2007 1:19
Jugendarrest
o815 (mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.05)

Wesentlich härtere Strafen sind IMO das effizienteste Mittel, dem
milliardenfachen Diebstahl Einhalt zu gebieten. Ein 14-Jähriger, der
einmal ein Wochenende im Jugendgefängnis zugebracht hat, wird in
Zukunft mit Sicherheit nicht mehr so schnell ehrliche Menschen
bestehlen. Eine ganz ähnliche Auffassung hat vor kurzem ein
Staatsanwalt in einem Spiegel-Interview geäußert. Er sagte sinngemäß,
man solle Jugendliche, die sich den ganzen Tag nur auf der Straße
herumtreiben und Straftaten begehen, viel schneller mal für ein paar
Tage ins Gefängnis stecken, die meisten kämen nämlich wie verwandelt
heraus und würden nicht mehr rückfällig. _Auch hört man diese Meinung
von vielen Jugendlichen, die schon im Gefängnis saßen!_ Sie sagen,
das Gefängnis hätte sie auf den richtigen Weg gebracht!

Quote
14. Juni 2007 1:32
Re: Jugendarrest
Marcusson (219 Beiträge seit 28.06.04)

Die ernst gemeinte Studie, die diese These unterstützt und nicht in
der Bildzeitung abgedruckt wurde, möchte ich mal sehen ;)

Mal ganz abgesehen davon, dass es in dem Artikel primär um nicht
geschäftsfähige Personen ging und diese sind in Deutschland AFAIK gar
nicht strafmündig. Ergo ist eine solche Forderung völlig unsinnig.

Und ich glaube die Aussage des Anwalts bezog sich auf Straftaten wie
bspw. schwere Körperverletzung und nicht auf das unerlaubte Kopieren
einer Datei ohne gültige Lizenz ;)

Quote
14. Juni 2007 8:04
Re: Jugendarrest
DasMarX (mehr als 1000 Beiträge seit 03.06.04)

> Wesentlich härtere Strafen sind IMO das effizienteste Mittel, dem
> milliardenfachen Diebstahl Einhalt zu gebieten.
Quatsch: In USA gibts die Todesstrafe und gleichzeitig viele Morde.

> ... wird in Zukunft ... nicht mehr so ... ehrliche Menschen bestehlen.
Ehrliche Menschen? Die Musikindustrie ist ehrlich? Muhahahaha. Ha!

> Er sagte ... man solle Jugendliche, die sich den ganzen Tag nur auf
> der Straße herumtreiben und Straftaten begehen...
Na ja, die Leute, die sich Musik über P2P besorgen sind aber selten
die, 'die sich den ganzen Tag nur auf der Straße rumtreiben und
Straftaten begehen'. Insofern hinkt der Vergleich nicht nur gewaltig,
er ist auch keiner.

Dein Post ist so dermaßen bescheuert, das man den Mantel der
Nächstenliebe über ihn ausbreiten sollte, nur damit ihn keiner mehr
lesen muss.

Quote
14. Juni 2007 8:43
Please stop feeding the troll!
Mistreder (191 Beiträge seit 29.08.02)

(oder: keine Angst, der will nur spielen!)





Aus: "Härtere Gangart gegen "Musik-Piraten" auch in Deutschland" (13.06.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/91122

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« Reply #8 on: July 11, 2007, 12:29:22 PM »

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[...] Die Torrent-Suchmaschine "The Pirate Bay" wird nun offenbar doch nicht auf eine schwarze Liste der Behörden gesetzt, mit der schwedische Provider Websites mit kinderpornografischen Inhalten blockieren. Das teilt die Pirate Bay auf ihrem Blog mit. Das für diese Woche erwartete Update der Liste werde die Pirate Bay nicht enthalten, heißt es in dem Eintrag. Unklar ist allerdings, ob dies auch für zukünftige Updates der Liste gilt. Die schwedischen Behörden hatten zunächst angekündigt, den Torrent-Tracker auf die Sperrliste zu setzen.

Die Betreiber der Website hatten die Vorgehensweise der Polizei scharf kritisiert und den Verdacht, an der Verbreitung von Kinderpornografie beteiligt zu sein, zurückgewiesen. Sie werfen den Behörden vor, nach der erfolglosen Polizeiaktion mit Razzia und zeitweiliger Stilllegung des Angebots nun zu jedem denkbaren Mittel zu greifen, um die ungeliebte Piratenbucht trocken zu legen. Jetzt werde überlegt, gegen die Verantwortlichen bei den Behörden Klage wegen Rufschädigung oder Fehlverhalten im Amt einzureichen, heißt es weiter.

Unterdessen hat das schwedische Justizministerium am Montag einen neue Gesetzesinitiative vorgelegt, nach der die Inhaber von Urheberrechten erweiterte gerichtliche Unterstützung bei der Verfolgung von mutmaßlichen Urheberrechtsverletzungen erwarten können. Wie die englischsprachige Nachrichtenseite The Local berichtet, könnten die Provider durch ein entsprechendes Gesetz gerichtlich gezwungen werden, die Identitäten hinter mutmaßlich illegalen Filesharings den Rechteinhabern preiszugeben. (vbr/c't)

Quote
10. Juli 2007 20:16
"Mutmaßliche" Urheberrechtsverletzungen?
besserwiss0r (79 Beiträge seit 28.06.07)

Das ist ja fast so schön wie "Vorbeugehaft". :)


Aus: "Pirate Bay wird offenbar doch nicht gesperrt" (10.07.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/92502

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« Reply #9 on: August 22, 2007, 01:29:03 PM »

Quote
[...] "Wir sind zurück". Die BitTorrent-Seite Suprnova.org ist wie Anfang des Monats berichtet wieder da. Fast drei Jahre, nachdem der ursprüngliche Betreiber die Seite vom Netz genommen hatte, ist die beliebte Anlaufstelle für Filesharer unter dem Banner der Piratenbucht wieder eröffnet worden, zunächst als Beta. "Suprnova war wegen starken Drucks der Copyright-Lobby einige Jahre down", heißt es zur Begrüßung. Jetzt schmeißt ThePirateBay, selbst schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten, den Laden und gibt sich wie üblich selbstbewusst: "Wir beugen uns niemandem!"

Unter einem Werbebanner für Sexuallockstoffe finden sich dann die erwarteten Inhalte: "Transformers", "The Hills Have Eyes 2", "28 Weeks Later" und "Mallorca Summer Hits". Ärger mit den Rechteinhabern scheint da vorprogrammiert. Doch ist die Rechtslage alles andere als eindeutig. Auf Suprnova selbst liegen nur die Torrent-Dateien, in denen Informationen über die zum Download vorgesehene Datei und die Adresse eines Tracker genannten Servers enthalten sind. Der Tracker organisiert dann den Download der gewünschten Datei von zufällig ausgewählten Quellen im P2P-Netz. So hatte der ursprüngliche Betreiber auch Besuch von der Polizei, die Ermittlungen wurden aber schließlich eingestellt. Auch bei der PirateBay kamen die schwedischen Behörden trotz einer spektakulären Razzia nicht zum Erfolg.

Entsprechend selbstbewusst richten die Piraten einige Worte an die "Unternehmen, die das Internet nicht lieben": "Was auch immer ihr versenkt, bauen wir wieder auf. Für wen auch immer ihr verklagt rekrutieren wie zehn neue Piraten. Wo immer ihr hingeht, wir sind euch schon voraus. Ihr seid die Vergangenheit und vergessen, wir sind das Internet und die Zukunft". Das kann man ein weinig selbstgerechtes Pathos nennen. In den Rechtsabteilungen der Film- und Musikindustrie wird es wohl eher als Kampfansage verstanden werden. Vielleicht ist es keine so gute Idee, den schon verwundeten Tiger noch zu reizen.

Nicht zuletzt gibt es Bemühungen verschiedener Lobbyisten, das schwedische Gesetz, das die Piratenbucht noch schützt, zu ergänzen oder zumindest strikter auszulegen. Schweden hatte sein Urheberrecht im Sommer 2005 den EU-Richtlinien angepasst. Bisher ist eine BitTorrent-Site auch nach dem neuen Recht nicht verboten. Doch ist das auch Auslegungssache: Sollte ein Filesharing-Fall irgendwann vor dem Obersten Schwedische Gerichtshof landen und die Richter den BitTorrent-Seiten zumindest die Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung attestieren, könnte der Wind für die Piraten plötzlich drehen. (vbr/c't)

Quote
22. August 2007 13:23
Raubkopierer sind Verbrecher!
chilling effects at heise-forum (10 Beiträge seit 13.07.07)

Ob der neueste Kinofilm in der DVD-Abteilung vom Media-Markt geklaut
wird. Oder über Supernove im Internet. - Das ist ja wohl einerlei!

Diebstahl bleibt Diebstahl! Liebe Raubkopierer, da gibt es nix schön
zu reden!

Deshalb bin ich für die gnadenlose Verfolgung und harte Bestrafung
von Raubkopierern!

22. August 2007 13:30
Vollste Zustimmung !!! [++]
Der Kalif von Redmond, (2 Beiträge seit 22.08.07)

sehr wichtiger Beitrag!!!!


Quote
22. August 2007 13:29
RAUBKOPIERER SIND VERBRECHER!!!
Der Kalif von Redmond, opensource_ist_nicht_halal@unterderbruecke.de (1 Beiträge seit 22.08.07)

Es wird Zeit, dass diese Copyright-Terroristen und ihre
Unterstützerszene endlich der Gerechtigkeit zugeführt werden. Man
kann nur hoffen, dass sich unsere amerikanischen Freunde dieser
Landplage endlich annehmen. Da es sich bei dieser bandenmäßig
betriebenen Verletzung von Urheberrechten ganz klar um
Wirtschaftsterrorismus handelt, müssen auch militärische Mittel zur
Anwendung kommen, falls sich das Problem anders nicht in den Griff
bekommen lässt.

Quote
22. August 2007 14:17
Cracker sind Helden!
xtraa (807 Beiträge seit 08.03.01)

sry4 cp :) scnr.

Sicher gibt es feuchte Wunschträume der Hersteller, für eine
Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop auch dem kleinen Grafik-Kiddie
@Home 999 Euro abknüpfen zu wollen.

Sicher werden dies aber auch immer feuchte träume bleiben.

Fakt ist, dass Applikationen wie Cubase, Photoshop, AutoCAD und
ähnliche heute niemals Standard wären, wenn sie nicht vor 10 Jahren
per Crack verfügbar gemacht worden wären.

Denn nur so war es möglich, sich die generation heranzuzüchten, die
heute mit eben diesen Programmen arbeitet und die hauptverantwortlich
dafür ist, dass diese programme heute Marktführer bzw. Standard sind.

Auch wenn es vielleicht nicht auf den ersten Blick in unser
Marktwirktschaftliches Bild passt, so zeigt es ganz klar, dass die
Firmen davon profitieren. Anders sieht es natürlich aus, wenn eine
Software gewerbsmäßig genutzt wird, das ist klar und da braucht man
nicht drüber zu diskutieren.

Aber haben die Cracker für ihre freiwillige Promotion jemals Kohle
gesehen? Dafür, dass sie oft tagelang vorm Debugger saßen und den
Firmen damit letztendlich in die Tasche gearbeitet haben? Nein, und
ist auch ok so, denn als Lohn reichte ihnen stets Skills und
Anerkennung und der simple Umstand, das Programm einfach real nutzen
zu können.

Betrachtet man es von der Seite, und da gibt es keine verschobene
Wahrnehmung sondern einfach die tatsache dass es sich tatsächlich so
entwickelt hat, dann ist das gar nicht mehr so unehrenhaft, was die
Groups da machten und machen, insbesondere, wenn man das Risiko
dazuzählt unter dem sie arbeiten.

Wie gesagt, ich differenziere hier zwischen privater und gewerblicher
Nutzung. Gute Programme setzen sich immer durch, wenn den Menschen
nur die Möglichkeit gegeben wird, diese auch zu nutzen.

Die gesamte technische Entwicklung hinsichtlich dem Aufbau von
Websites bis hin zur Weiterentwicklung diverser Software mit neuen
Features, wäre ohne Cracks Jahre hinter dem Stand zurückgeblieben,
auf dem sie sich heute befindet.

Das man das alles keinem Juristen erzählen kann, ist mir klar. Aber
ehrlich auch genauso scheißegal :)

Gruß,

xtraa



Aus: "Suprnova in der Piratenbucht" (22.08.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/94711

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« Reply #10 on: September 05, 2007, 09:04:35 AM »

Quote
[...] In der Piratenbucht stehen die Zeichen weiter auf Sturm, und wieder sorgt die schwedische Justiz für Wellengang. Nach einigen erfolglosen Versuchen, die rund um den Globus beliebte Torrent-Suchmaschine vom Netz zu nehmen, sondiert die schwedische Staatsmacht weiter ihre Optionen. In einer offiziellen Bestandsaufnahme für die Regierung empfiehlt die Berufungsrichterin Cecilia Renfors, die Zugangsanbieter bei der Bekämpfung der Piraterie stärker in die Pflicht zu nehmen. In dem Bericht "Musik und Film im Internet – Bedrohung oder Chance?" spricht sich die Juristin dafür aus, dass Provider ihren Kunden, die mit ausgedehntem Filesharing auffallen, den Zugang sperren sollten.

Renfors schlägt vor, "dass Internetprovider verpflichtet werden sollten, ihren Beitrag zur Beendung sämtlicher Urheberrechtsverletzungen zu leisten". Damit meint sie keinen finanziellen Beitrag: Den Vorschlag, die Zugangsanbieter mit einer pauschalen Urheberrechtsabgabe zu Gunsten der Inthalteindustrie zu belegen, lehnte die ehemalige Vorsitzende der schwedischen Rundfunkkommission ab. Mit einer solchen Gebühr würden Rechteinhaber zwar entschädigt, aber der Kontrolle ihrer Rechte beraubt. Stattdessen sollten die Provider den Zugang von Kunden sperren, "die das Internet nutzen, um urheberrechtlich geschütztes Material in großem Stil zu verteilen". Zwar sei auch der Download nicht gerade erlaubt, doch solle ein solcher Verstoß nicht ausreichen, um den Zugang zu sperren. Unklar bleibt indes, was "in großem Stil" in diesem Zusammenhang bedeutet. Doch geht es offenbar um Intensiv-Sharer, die ihren Esel rund um die Uhr knechten: Eine solche Sperre, meint die Richterin, würde es vielleicht ein paar Mal pro Jahr geben.

Immerhin sollen die ISPs nach Renfors Vorstellungen nicht selbst nach besonders aktiven Filesharern fahnden. Vielmehr sollen sie nur auf Initiative der Rechtinhaber tätig werden. Sollten die Provider dem allerdings nicht nachkommen, soll der Rechteinhaber vom ISP eine Entschädigung verlangen können. Kein Wunder, dass die Branche nicht gerade euphorisch reagiert. "Das ist ein schlechter Vorschlag, ineffektiv und vom Prinzip her falsch", sagte der Chef des schwedischen Providers Bredbandsbolaget, Marcus Nylen, der Online-Zeitung The Local. Der Manager fragt sich zudem, wie das in der Praxis funktionieren soll. Ein Zugangsanbieter habe keine polizeilichen Befugnisse und könne nicht prüfen, wo sich die Kunden im Netz gerade rumtreiben. Der Verband der schwedischen IT-Industrie hat eine Anfrage von heise online bisher nicht beantwortet.

Der auf Initiative von Justizministerin Beatrice Ask entstandene Bericht setzt die bisher erfolglosen Bemühungen der schwedischen Regierung fort, dem Filesharing in Schweden neue Grenzen zu setzen. Das relativ liberale schwedische Recht macht es den Behörden bisher sehr schwer, effektiv gegen massive Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Schweden ist dank dieser Gesetzeslage Heimat eines der Erzfeinde der Film- und Musikindustrie: ThePirateBay, einer der größten Bittorrent-Seiten der Welt, operiert keck unter schwedischer Jurisdiktion. Wie zum Spott der Inhalteanbieter, die seit Jahren vergeblich gegen die schwedischen Freibeuter vorzugehen versuchen, hat sich die PirateBay zuletzt einen Zwilling zugelegt. Auch der beliebte Tracker Suprnova, nach Ärger mit den Behörden Ende 2004 vom Netz genommen, segelt nun unter schwedischer Piratenflagge. Bei der Vorstellung der Betaversion sparten die Betreiber nicht mit Provokationen für die Inhalteindustrie, die sie für einen scheintoten Riesen ohne Zukunft halten.

Auch wenn ähnliche Theorien, weniger krass formuliert, von durchaus seriösen Beobachtern geteilt werden, führt die provokative Haltung der PirateBay-Betreiber in einen Konflikt, den sie auf Dauer nicht gewinnen können. Die Tatsache, dass insbesondere die Musikindustrie zu einem großen Teil die Verantwortung für ihre eigene Misere trägt, macht die unberechtigte Weitergabe von Musik nicht legitim und schon gar nicht legal. Dass der moralische Kompass der PirateBay nicht mehr ganz eingenordet ist, zeigt auch die jüngste Aufregung um vermutlich kinderpornografische Torrents, die mit Kenntnis der Administratoren zwei Wochen verfügbar gewesen sein sollen. Anstatt anzuerkennen, dass massives Filesharing ein gesellschaftliches Problem ist, zieht sich die Szene gerne auf juristische Spitzfindigkeiten zurück. Natürlich finden sich auf Torrent-Sites selbst keine geschützten Inhalte, sondern nur die Informationen, wo diese zu finden sind. Doch ist Bittorrent auch nicht deshalb so populär, weil es dort nur Selbstgemachtes und Kochrezepte gibt.

Diese ignorante Haltung führt zu einem Wettrüsten mit Justiz und Politik, bei dem die Justiz zu fragwürdigen und manchmal verzweifelten Mitteln greift: Kinderpornografie und Rechtsextremismus waren zwei der Aufhänger, mit denen die Justiz zuletzt gegen PirateBay vorgegangen war. Der Gesetzgeber steht nicht nur in Schweden unter dem enormen Druck der einflussreichen Inhalteindustrie, deren Lobbymacht trotz des Schwundes wirtschaftlicher Bedeutung nicht abgenommen hat. Überall gibt es Bestrebungen, den freien Umgang mit Inhalten zunehmend einzuschränken. Oder schlimmer noch: Der Staat zieht sich machtlos zurück und gibt den Begehrlichkeiten der Industrie nach. In diesem Fall sollen die Provider zum verlängerten Arm der Inhalteindustrie gemacht werden; auch hierzulande wünscht sich die Musikindustrie nichts sehnlicher, als direkten Zugriff auf die Kundendaten der Provider. Den Kalten Krieg ums Copyright verlieren so am Ende nicht nur die Piraten in der Bucht, sondern die ganz normalen Verbraucher. (vbr/c't)

Quote
4. September 2007 15:59
Der Zusammenhang zwischen Raubkopierern und . . .
seseoB (41 Beiträge seit 25.11.05)

HarzV Schmarotzern ist doch offensichtlich!

Können sich das gute Vista nich leisten und Saugen daher illegal!

~~seseoB~~

Quote
4. September 2007 16:05
Re: Der Zusammenhang zwischen Raubkopierern und . . .
Xyrus (mehr als 1000 Beiträge seit 10.06.05)

seseoB schrieb am 4. September 2007 15:59

> Können sich das gute Vista nich leisten und Saugen daher illegal!
>
> ~~seseoB~~

Saugt man denn jetzt mit Vista (Lizenz) legal?

Quote
4. September 2007 16:50
Re: Der Zusammenhang zwischen Raubkopierern und . . .
Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04)

Natürlich, Vista macht das sogar von alleine, habe ich schon oft in
englischprachigen Foren gehört: Vista sucks.




Quote
4. September 2007 16:14
Knickt Schweden nun doch ein?
Captain Data (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.03)

Wenn ich sehe, dass auf der einen Seite immer wieder immer mehr
"liberalisiert" werden soll und auf der anderen Seite der Kunde dank
Copyright & co quasi in Ketten gelegt wird, schwillt mir dann doch
der Kamm.

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: So wie das Urheber- und
Patentrecht, das Copyright, also im Prinzip das "Intellectual
Property" gehandhabt wird, ist dies gewissermassen das Ende von
Kunst, Kultur und Fortschritt. Das Problem ist dabei einfach, dass
diese Rechte nicht an den Urheber gebunden sind, sondern veraeussert
werden koennen, zusaetzlich dazu noch die ewig lange Schutzzeit. Dies
muss abgestellt werden, damit ein faires und vor allen Dingen
sinnvolles System installiert werden kann.

1. Schutzzeiten werden eingedampft auf hoechstens 5 Jahre. Waehrend
dieser Zeit kann der Urheber (und nur der) mit seinem Produkt tun und
lassen was er will.

2. Die Rechte sollten nicht laenger uebertragbar sein, alleiniger
Urheber ist der oder die Person oder die Firma, in deren Auftrag
mindestens eine Forschergruppe das Produkt entwickelt hat. (Das
wuerde dann bedeuten, dass z.B. die Musikindustrie hoechstens die
Vermarktungsrechte vom geistigen Urheber eines Musikstueckes erwerben
kann, nicht aber das Urheberrecht selbst!)

3. Nach Ablauf der Frist muss das Produkt "open-source" werden, d.h.
zugaenglich fuer alle und darf nur noch zum Selbstkostenpreis
vermarktet werden.

4. Dies gilt insbesondere fuer medizinische und medizintechnische
Produkte: am Leid anderer darf hoechstens waehrend der Schutzzeit
Geld verdient werden, danach muss das Produkt der Allgemeinheit
zugaenglich gemacht und zum Selbstkostenpreis angeboten werden.

Vorteile?

- Produktkosten sinken
- Innovationen muessen wieder getaetigt werden um Umsaetze zu
generieren
- Niemand kann sich mehr ausschliesslich durch den Besitz von
Geistigen Eigentumsrechten bereichern.

Quote
4. September 2007 16:32
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Th.Posso (mehr als 1000 Beiträge seit 18.05.00)

Von was schreibst Du nun eigentlich? Urheberrecht? Patentrecht? Oder
was, oder wie?

tp

Quote
4. September 2007 16:53
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Captain Data (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.03)

Von allem ein bisschen, weil auch sehr stark verwandt. Es darf mE in
einer Zivilisation des Fortschritts und der geistigen Aufgeklaertheit
kein ewig waehrendes Recht auf geistige Eigentuemer geben.

Andererseits gibts auf dem Planeten keine solche Zivilisation. Nur
eigentumsfixierte Primaten ...


Quote
4. September 2007 17:05
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Th.Posso (mehr als 1000 Beiträge seit 18.05.00)

Captain Data schrieb am 4. September 2007 16:53

> Von allem ein bisschen, weil auch sehr stark verwandt. Es darf mE in
> einer Zivilisation des Fortschritts und der geistigen Aufgeklaertheit
> kein ewig waehrendes Recht auf geistige Eigentuemer geben.

Wo sind Deine ganzen Erfindungen für die Welt veröffentlicht, die
diesen Fortschritt bringen?

tp

Quote
4. September 2007 17:20
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Captain Data (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.03)

MEINE Erfindungen sind es nicht, aber wenn ich an patentfreie
Erfindungen / Entdeckungen denke, sehe ich das Rad vor meinen Augen.
Die Erfindung des Werkzeugs in Form des Faustkeils. Die Bestielung
desselbigen. Die Entdeckung des Feuers usw usf.

Oder Kunst und Kultur vor dem 20. Jahrhundert: Alle moeglichen
Kuenstler haben unglaubliche geistige Leistungen und Talent erbracht,
um der Kultur tolle Kunstwerke beizusteuern. Dass die meisten davon
zeitlebens nie besonders reich waren, ist eine ganz andere Kiste.
Letztendlich haben viele davon nicht nur wegen des Broterwerbs ihre
Kunst dargeboten, sondern eben auch um sich selbst zu verwirklichen.
Heute hat man eher den Eindruck, es wird nur noch des Geldes wegen
entwickelt und erfunden, nur nicht, um die Gesellschaft
weiterzubringen. Oder hat, um mal ganz konkret zu fragen, der
Fernseher oder das Mobiltelefon die Gesellschaft irgendwie verfeinert
und kulturell aufsteigen lassen?

Quote
4. September 2007 17:31
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Th.Posso (mehr als 1000 Beiträge seit 18.05.00)

Captain Data schrieb am 4. September 2007 17:20

> MEINE Erfindungen sind es nicht,

Aha. Aber anderen vorschreiben wollen, was die mit ihren Erfindungen
machen sollen, möchtest Du schon. Das ist interessant.

> Oder Kunst und Kultur vor dem 20. Jahrhundert: Alle moeglichen
> Kuenstler haben unglaubliche geistige Leistungen und Talent erbracht,
> um der Kultur tolle Kunstwerke beizusteuern.

Eigentlich haben die meisten Sachen erbracht, weil sie einen
Auftraggeber hatten, der das Zeug bezahlt hat.

> Oder hat, um mal ganz konkret zu fragen, der
> Fernseher oder das Mobiltelefon die Gesellschaft irgendwie verfeinert
> und kulturell aufsteigen lassen?

Keine Ahnung, was für Dich ein kultureller Fortschritt ist und was
nicht. Für Menschen, die z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht in
die Kirche gehen können, oder für Menschen, die aus finanziellen
Gründen nicht in die Oper gehen können, scheint mit das Fernsehen mit
entsprechenden Angeboten sehr wohl hilfreich. Gut, vielleicht bist Du
der Meinung, dass es kein kultureller Fortschritt ist, irgendein
Konzert aus der Met daheim empfangen zu können, oder bist der
Meinung, dass derartige Konzerte nur den Wohlhabenden vorbehalten
sein sollten, aber der Meinung muss man sich nicht anschließen.

tp

Quote
4. September 2007 17:35
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Captain Data (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.03)

Also ausgerechnet Kirchenbesuche haette ich nicht als Beispiel
angebracht - gerade die Kirchen sind ja nun grad heute ein Beispiel
fuer Unkultur. Wie unzivilisiert die einzelnen Religionen miteinander
umgehen braucht man ja kaum zu erwaehnen.

Ansonsten respektiere ich deine Meinung, aber ich erwarte auch, dass
du die meine respektierst.

Quote
4. September 2007 17:46
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Th.Posso (mehr als 1000 Beiträge seit 18.05.00)

Captain Data schrieb am 4. September 2007 17:35

> Also ausgerechnet Kirchenbesuche haette ich nicht als Beispiel
> angebracht - gerade die Kirchen sind ja nun grad heute ein Beispiel
> fuer Unkultur. Wie unzivilisiert die einzelnen Religionen miteinander
> umgehen braucht man ja kaum zu erwaehnen.
>
> Ansonsten respektiere ich deine Meinung, aber ich erwarte auch, dass
> du die meine respektierst.

Warum sollte ich nicht? Nur ist es - nun sagen wir mal -
verwunderlich, dass Du gerade die Kirchen, als historisch eigentlich
unbestritten mit die bedeutensten, prägenden Bestandteile jeglicher
Kultur, nicht zur Kultur zählst.

tp

Quote
4. September 2007 19:20
Re: Knickt Schweden nun doch ein?
Captain Data (mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.03)

Ich traue den Religionen nicht wirklich über den Weg und mache sie
für viel Leid in der Welt verantwortlich. Aber auch das ist meine
Meinung, die niemand teilen muss. Das sehe ich schon als Unkultur an.
Abgesehen davon definiere ich, was "Gut" und "Schlecht" ist, nicht
ausschliesslich danach ein, was war, sondern vor allen Dingen, was
ist und was sein wird. Und da machen die Religionen, aber auch die
weltlichen Anführer, keinen guten Eindruck.










Quote
4. September 2007 15:34
"massives Filesharing ein gesellschaftliches Problem"
score365 (215 Beiträge seit 04.12.01)

Filesharing hat nichts, aber auch gar nichts mit Raubkopien zu tun.
Nicht zwangsläufig. Filesharing ist ein technisches Konzept, Dateien
gemeinsam zu nutzen. Auf Filesharing wollen neue legale
Video-Downloaddienste setzen damit die legalen Videos schneller
heruntergeladen werden können und nicht die Serverfarm des Anbieters
auschließlich belasten. Filesharing soll nach mancher Meinung dafür
sorgen, dass das Wissen der Menschheit erhalten bleibt und zwar durch
gemeinsames Filesharing enormer Datenmengen. Filesharing ist eine
Zukunftstechnologie und kein  totzuwünschendes Übel oder gar ein
"gesellschaftliches Problem" - ihr Idioten!

Quote
4. September 2007 15:55
Re: "massives Filesharing ein gesellschaftliches Problem"
Roland Weber, Roland Weber (mehr als 1000 Beiträge seit 05.07.02)

score365 schrieb am 4. September 2007 15:34

> Filesharing hat nichts, aber auch gar nichts mit Raubkopien zu tun.

Stimmt. Da fehlt im Artikel der Zusatz "von durch den
Urheberrechtsinhaber nicht freigegebenen Daten" oder
so ähnlich. Schon eine Mail an den Autor geschrieben?

Denn daß das Problem nicht korrekt benannt wurde ändert
nichts daran, daß es eines ist.

ciao,
  Roland


Quote
4. September 2007 16:11
Re: "massives Filesharing ein gesellschaftliches Problem"
Desiatox (mehr als 1000 Beiträge seit 20.06.00)

score365 schrieb am 4. September 2007 15:34

> Filesharing hat nichts, aber auch gar nichts mit Raubkopien zu tun.
> Nicht zwangsläufig.

Zwischen diesen beiden Aussagen ist ein großer Unterschied.

Natürlich hat Filesharing mit Raubkopien zu tun. Die meisten
'geshareten files' sind nun mal illegitime Kopien. Es ist der
Haupt-Anwendungszweck. Bittorrent wird zwar gerne auch für
Linux-Distributionen genutzt, aber vergleiche das mal mit
Porno-Torrents.

Mit gleicher Berechtigung könnte man sagen "Outlook hat nichts mit
Email zu tun, es ist ein Groupware-Client."

Quote
4. September 2007 15:52
"einflussreichen Inhalteindustrie"
kawumman, kawumman@quaan.dhs.org (166 Beiträge seit 01.03.01)

Ja, die sind so einflußreich wie wir dumm sind ;-)



Aus: "Schweden will Provider im Kampf gegen Filesharing einspannen" (04.09.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/95454

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« Reply #11 on: September 20, 2007, 09:30:31 AM »

Quote
[...] Wie gewinnt man den Kampf gegen Filesharer? Die US-Firma MediaDefender setzt nicht auf langwierige Klagen oder fragwürdige Abschreckungskampagnen, sondern geht ganz pragmatisch vor: Nicht klagen, plagen! Das Unternehmen überschwemmt im Auftrag von Platten- und Filmfirmen die Filesharing-Netze mit verstümmelten Songs und zerhackten Videos, sogenannte Decoys und Spoofs.

Wer nach dem neusten Blockbuster oder Charthit sucht, soll an ihrer Stelle die gleichnamigen aber defekten Dateien herunterladen und irgendwann genervt die ganze Dateitauscherei aufgeben. Eine effektive Gegenmaßnahme sei das, die nicht in die Privatsphäre der User eingreife, so die MediaDefender-Website. Als zusätzlichen Service für Platten- und Filmfirmen bietet man zudem den "Leak Alert" an, der den Auftraggebern stets mitteilt, welche Werke gerade von Cyber-Piraten auf Filesharing-Seiten verteilt werden. Am Wochenende jedoch drehten die Datentauscher den Spieß um, das US-Unternehmen geriet selbst in das Visier von Filesharing-Aktivisten.

Ein bislang beispielloser Hack-Angriff auf das Antipiraterie-Unternehmen sorgt seitdem für Aufruhr in der Filesharing-Szene. Hat die bislang unbekannte Hacker-Gruppe MediaDefender-Defenders wirklich 700 Megabyte an internen E-Mails entwendet, zumindest ein Telefongespräch zwischen dem Unternehmen und dem Büro der New Yorker Staatsanwaltschaft mitgeschnitten und das Ganze auch noch auf der Piratenseite The Pirate Bay veröffentlicht?

Ein Blick in die Dateien überzeugt: Das sieht echt aus, eine solche Masse an internen Details, Kontaktdaten und anderen Informationen kann man von außerhalb der Firma kaum recherchieren. MediaDefender selbst sagt zu der Sache gar nichts: Anfragen von SPIEGEL ONLINE blieben dort ohne Antwort, auch das "Wall Street Journal" biss auf Granit. Während sich das US-Unternehmen wegduckt, herrscht derweil Konsens: Die Daten sind echt, tickerte nicht nur die Nachrichtenagentur AP um die Welt.

Binnen Stunden hatten sich die geklauten Dateien im Internet verbreitet, Websites bereiteten die E-Mails als Internetseite auf und veröffentlichten das Gesprächsprotokoll. Blog-Autoren durchsuchen seitdem die Mails nach interessantem Material, Betreiber von Filesharingseiten hoffen auf Firmengeheimnisse, die es ihnen erleichtern, die Antipiraterie-Störenfriede von ihren Seiten zu verbannen.

Die Mails strotzen nur so vor heiklen Details: Die Sozialversicherungsnummern der Angestellten sind dort ebenso zu finden wie Gehaltslisten, Analysen der P2P-Strukturen und die Summen, die Medienunternehmen für die Arbeit von MediaDefender zu zahlen bereit sind - 4000 Dollar Schutzgebühr pro Album pro Monat, 2000 Dollar für einen bestimmten Track. MediaDefender behauptet, zu jeder Zeit ungefähr zwölf Millionen Filesharer mit ihren Taktiken auf den fünfzehn populärsten P2P-Netzen zu erreichen: Gnutella, eDonkey, BitTorrent, Soulseek, Shareaza, FastTrack, IRC, Usenet, DirectConnect, MP2P, Kademlia und Overnet.

Der E-Mail-Verkehr umfasst neun Monate - darunter sind freilich auch viele private Informationen oder gar Statusmeldungen vom Bürokühlschrank: "Bitte nehmt Euer Essen aus dem Kühlschrank nach Hause. Ein Salat musste wegen Schimmel auf dem Essen weggeschmissen werden. Schimmel kann allergische Reaktionen und Atemwegsprobleme hervorrufen."

Die ungewollte Veröffentlichung, ein sogenannter Leak, ist jedoch nicht nur eine schwere Panne im Kampf gegen die Filesharer, sondern beschädigt die Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens gleich in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen fliegt MediaDefender zumindest vor den Torrent-Fans als Lügner auf: Vor zwei Monaten wurde bekannt, dass die gerade frisch gestartete Filmseite Miivi.com nur eine Falle ist, Filmfans zum Download einer dubiosen Software zu verleiten. Im Juli, nachdem die Filesharing-Seite Torrentfreak.com erstmals über Miivi.com berichtete, ließ MediaDefender noch verlauten, dass die Videoseite nur zu Testzwecken online und nicht für normale Surfer gedacht war. Aus dem internen Mailverkehr zieht man bei Torrentfreak nun andere Schlüsse.

Ein wichtiger Vorwurf gegen MediaDefender lässt sich nach den Mails jedoch kaum halten. Die Meldung, dass die Miivi-Software auch die Festplatte der arglosen Nutzer in einer Art Online-Durchsuchung nach raubkopierten Filmen durchstöbert, kommentiert ein Miivi-Entwickler belustigt: "Ich wusste gar nicht, dass wir so gerissen sind."

An anderer Stelle leitet MediaDefender-Boss Randy Saaf eine Anfrage vom Medienkonzern Universal an fünf Untergebene weiter: Hat die Klagewelle gegen Uni-Absolventen irgendeinen Rückgang bei den Filesharing-Aktivitäten von .edu-Adressen bewirkt? Randys Kommentar: "Darüber könnt ihr mal einen Moment lang lachen."

Als besonders brisant stellt sich im Nachhinein der E-Mail-Wechsel zwischen MediaDefender und dem Büro der Staatsanwaltschaft von New York heraus. Zum einen wird damit eine bislang unbekannte Zusammenarbeit offenbar, die jetzt möglicherweise hinfällig ist. Zum anderen dokumentiert sie eine krasse Fehleinschätzung.

Am 30. August, das geht aus den Mails hervor, zeigte sich Sonderermittler Michael G. McCartney noch besorgt über einen Login-Versuch aus Schweden, der in den Log-Dateien protokolliert wurde und offenbar über übliche Zufallsversuche von Hackern hinaus ging. Vermutlich etwas später folgte das Telefonat, das auch bei The Pirate Bay veröffentlicht wurde: Wieder zeigte sich der Vertreter des Büros der Staatsanwaltschaft von New York besorgt über den Datenschutz bei MediaDefender.

Zusammen mit dem Unternehmen wollte man Jagd auf Verteiler von Kinderpornographie machen. Um die kompromittierenden Daten jedoch vor Gericht verwenden zu können, müssen diese hieb- und stichfest sein. Ein Hacker könnte Daten nachträglich manipulieren - allein die Möglichkeit, dass so etwas geschieht, könnte das Vorhaben obsolet machen.

Damals beschwichtigte MediaDefender noch: "Oh, jaja, wir haben unseren E-Mail-Server überprüft und unser E-Mail-Server ist nicht gefährdet." Ganz geheime Gespräche könne man ja auch per Telefon erledigen. Dass sowohl die E-Mails, als auch das Telefon-Protokoll nun das Gegenteil beweisen, ist mehr als nur peinlich. Weder der betreffende Staatsanwalt noch MediaDefender bezogen bisher Stellung zu dem Vorgang.

Aber wie konnte so ein massiver Hack samt Telefon-Abhören überhaupt funktionieren?

Die Hacker selbst erläutern in einer kurzen Erklärung, die dem Download beiliegt, wie sie vorgegangen sind: Der Hack-Angriff gelang nur, weil ein MediaDefender-Mitarbeiter all seine Arbeits-Mails an ein Gmail-Konto weiterleitete, das angeblich leicht zu knacken ist. Von dort soll es ein Kinderspiel gewesen sein, in die Server von MediaDefender einzudringen: In den Mails wurden Rechneradressen und Zugangsdaten verbreitet. Vermutlich konnten die oder der Hacker mit diesen Daten auch die Voice-over-IP-Gespräche der Angestellten abhören. Wer einmal im System ist, kann dort relativ unbemerkt stöbern.

Als Erstes erfuhr der Betreiber des Filesharing-Blogs Torrentfreak.com von dem Leak - eine anonyme Quelle wies ihn auf die brisanten Dateien hin. Wohl, weil er schon in der Vergangenheit über, vor allem aber auch gegen MediaDefender schrieb. Er deutet die Veröffentlichung der Mails und des Telefongesprächs als Kampfansage an die Unterhaltungsindustrie.

Unter dem Namen Ernesto - seinen Klarnamen will er lieber nicht verraten - schreibt der Holländer auf Torrentfreak.com vor allem über die Angriffe der Platten- und Filmindustrie. Er war es auch, der in Amerika anrief und MediaDefender auf die Veröffentlichung hinwies. Das Unternehmen zeigte sich schockiert, sicherte Ernesto aber ein Interview zu, sobald sich der Staub um den Leak gelegt hat.

Das jedoch könnte noch eine Weile dauern - die MediaDefender-Defenders haben bereits angekündigt, noch viel mehr heißes Material zu haben, das sie "zur richtigen Zeit" veröffentlichen wollen.

Derweil sieht es auch um den Aktienkurs der Muttergesellschaft von MediaDefender nicht rosig aus. Nach dem Bekanntwerden des Hacks stürzte der Artistdirect-Kurs von 2,24 Dollar um knapp 20 Prozent auf 1,80 Dollar. Viel schlechter ging es dem Kurs nur im Januar. Kurz nachdem Torrentfreak das erste Mal von den MediaDefender-Taktiken berichtete.


Aus: "FILESHARING: Angriff auf die Copyright-Verteidiger" Von Felix Knoke (19. September 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,506455-2,00.html

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« Reply #12 on: September 20, 2007, 10:36:15 AM »

Quote
[...] Musikpiraterie wird schärfer bestraft. Jeder, der einen Server mit illegalen Angeboten betreibt, muss mit deutlich höheren Strafen als bisher rechnen. Dies geht aus einem jetzt veröffentlichten Urteil des Landgerichts Hamburg hervor. Im dem verhandelten Fall legten die Richter den Streitwert für jedes einzelne angebotene Musikstück auf einem Server im Tauschnetzwerk eDonkey auf 20.000 Euro fest. Bei 50 angebotenen Titeln liegt der Streitwert bereits bei einer Million Euro.

Höhere Streitwerte bedeuten gleichzeitig höhere Strafzahlungen für ertappte Raubkopierer. Denn nach dem Streitwert richtet sich das Honorar der Anwälte der Musikindustrie - und dieses müssen überführte Musikpiraten in jedem Fall begleichen. "Bereits bei einem Streitwert von 20.000 Euro kann der Anwalt 839,80 Euro für seinen Abmahnbrief in Rechnung stellen", rechnet Rechtsanwalt Arndt Joachim Nagel, Mitarbeiter der Münchner IT-Recht-Kanzlei, vor. Liegt der Streitwert bei einer Million Euro, kostet die Post vom Anwalt bereits 5844,80 Euro.

Möchte sich der Serverbetreiber vor Gericht verteidigen und sollte er dabei unterliegen, muss er auch noch die Gerichtskosten tragen. Deren Höhe richtet sich ebenfalls nach dem Streitwert, genauso wie das Honorar für den eigenen Rechtsberater. Damit nicht genug: "Hinzu kommen Schadensersatzforderungen der Musikindustrie, die schnell im vierstelligen Bereich liegen", erklärt IT-Anwalt Nagel.

Das Hamburger Urteil bezieht sich auf Betreiber von File-Sharing-Servern, auf denen nicht selten Tausende Lieder und Filme zum Download bereitliegen. Bei Privatpersonen sind die Streitwerte niedriger, aber immer noch abschreckend genug: 6000 Euro für das erste Musikstück, 3000 Euro für das zweite bis fünfte, 1500 Euro für das sechste bis zehnte und 600 Euro für jedes weitere.

 Auch als Privatperson wird man schnell zum Anbieter illegaler Kopien und läuft Gefahr, sich finanziell zu ruinieren. Oft genug sogar unabsichtlich: Bei den meisten Tauschprogrammen landen alle Downloads automatisch in einem Ordner, der wiederum für andere Nutzer freigegeben ist.

Das eDonkey-Netzwerk ist zur Zeit eine der meistgenutzten Quellen für illegale Downloads. Die zugehörige Software wird zwar seit September 2006 nicht mehr vertrieben, Nutzer können jedoch über neue Clients wie eMule weiter Musik tauschen.

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19.09.2007 13:58:25

FrankBlack: Selbst ist der Server

Mal von allen Grundsatzdiskussionen abgesehen, denen ich zustimme, kommt mir am Artikel irgendwas komisch vor.

Auf den Servern lagern im eDonkey-Netz keine Dateien, diese stellen lediglich die Verbindungen zwischen den Clients her. Also verstehe ich nicht, was das mit dem "Streitwert für jede auf dem Server angebotene Datei" soll? Außer, man bezeichnet Clients, die länger online sind und viele Dateien anbieten, als "Server". Dann ist die Unterscheidung zu den "Privatpersonen", die ihren Client nur benutzen, um Dateien runterzuladen, allerdings fließend, da man, während man online ist, die Dateien, die man gerade herunterlädt oder schon heruntergeladen hat, auch anderen anbietet.

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19.09.2007 11:27:40

TheBORG: Unglaublich..

Hamburg mal wieder.. Aber es ist ja allgemein bekannt dass Hamburg und Köln sich längst zu den "Hu*en" der Musikindustrie gemacht haben. Nichts gegen Urheberrechte und deren Schutz, aber man hat hier vollends den Sinn für Verhältnismässigkeit verloren. Hier geht es um fiktive Summen die lediglich den Anwälten zugute kommen und schon vor einer eigentlichen Verhandlung so manchen Familie in den Ruin treiben könnten, wenn die Kiddies mal wieder mit eDonkey rumgespielt haben.

Vergessen wir nicht, wie Abmahnungen gezielt eingesetzt werden, um "kleine Fische" fertig zu machen, die es sich nicht leisten können, überhaupt ihr Recht einzufordern.

Quote

19.09.2007 12:57:23

spektator:

Es ist an der Zeit, dass dieses Thema zum politisiert wird!
Es ist eben nicht nur ein Thema der Gesetzgebung, sondern ein genuin politisches, wie in der Zeit digitaler Kommunikation mit geistigem Eigentum umgegangen wird.
Bisher hat man den Eindruck, dass das Thema so niedrig gehängt wird, dass die Musikindustrie nach Belieben Einfluß auf die gesetzliche Absicherung ihres Vorgehens nehmen kann. DIe Politik fürchtet anscheinend nicht, dass Wähler ihre Stimmabgabe von dieser Frage abhängig machen.
Ich denke, die Mehrzahl der Bürger ist an einer Massenkriminalisierung, abstrusen Forderungen und Anwaltsgeschnüffel nicht interessiert. Die Musikindustrie ist in dieser Verfassung im ökonomischen Todeskampf und wird nur noch durch Gesetze am Leben erhalten.
Es ist an der Zeit, die Schranken zu öffnen und die Industrie den Bedingungen des Internets ohne besondere rechtliche Absicherung auszusetzen. Niemand hat an etwas anderem ein Interesse, außer die Industrie selbst.

Quote


19.09.2007 12:20:11

Einzelmeinung: Jedes Tönchen ein Milliönchen

Da erinnert man sich doch gerne an die Musikpiraten der CDU, die auf ihren Inaugurationsveranstaltungen im letzten Wahlkampf einen Stones-Song ("Angie") rauf und runter spielten; dem heftigen Widerspruch der Rechteinhaber zum Trotz.

Zu welchem Preis dieser Widerspruch letztendlich und geräuschlos abgewehrt wurde und ob die Musikindustrie hier einen 'intelligenten' Deal machte... man weiß es nicht.

Man weiß nur, daß die ehemalige Ablehnung der 'Kriminalisierung der Schulhöfe' im Geschwätz der Lobbyisten unterging. Heute fordert die Industrie ungeniert, aber nicht ohne begründete Zuversicht, den Zugang zu Providerdaten - als sei der gemeine Downloader ein Terrorist. Man sollte sich dieser Wendung erinnern, wenn Mautdaten und ähnliches angespochen werden.

Quote

19.09.2007 13:57:02

trendsetzer: Serienbriefe...

von großen Anwaltskanzleien werden wohl ab 2008 an alle Haushalte verschickt?

Ähnlich wie die Versandhauskataloge, kommen Einschreiben ins Haus geflattert, mit der Aufforderung zu der Allgemeinen Grundsatzbeschuldigung des illegalen Kopierens und/oder Herunterladens urheberrechtlich geschützter Musik-/Video-/Film-/Programmdateien
Stellung zu nehmen. Falls innerhalb von 14 Tagen keine schriftliche Erklärung an Eides statt eingeht, gilt der Generalverdacht als bestätigt und ein Pauschalurteil zu rund 900,00 Euro Schadensersatz wird fällig. Zuzüglich der Anwalts- und Gerichtsgebühren.

Oder kennen sie jemanden, der sich noch nie einen Musiktitel heruntergeladen, von Freundes CD kopiert oder eine selbstgebrannte CD verschenkt hat? Nein?

Schuldig!

Wir brauchen doch keine Online-Überwachung und die eh schon längst praktizierte Datenschutzverletzung. Es gilt der Grundsatz des Generalverdachts. Der Einzelne wird in die Beweispflicht genommen, so einfach ist das. Im Grunde ist jede popelige Steuererklärung ein Beweismittel der Steuerehrlichkeit. Und die wird monatlich, viertel-, halb-, dreiviertel und ganzjährlich von staatswegen abgefordert. Oder nicht?

Quote
19.09.2007  13:42:03

Diego666:

Oh, Mann eure Zensur ist hohl

Wen interessiert es?
Es ist doch so, dass es DIE Musikindustrie nicht gibt.
Die Industrie, die Schwach*sinnsmucke, blondierter Möchtegernstars mit den Moralvostellungen einer ********* (auf der Strasse stehend und auf Kundschaft wartend) vertreiben und Musik, die selbst wenn sie ursprünglich gut war, so überproduziert ist, dass man sie nach dreimaligen Hören nicht mehr ertragen kann, die regen sich über Tauschbörsen auf.
Kleine Labels mit guter Musik dagegen, können froh sein, dass es so Tauschbörsen gibt und die werden sich hüten, etwas degegen zu unternehmen.
Das Argument, Tauschbörsen würden jungen Künstlern schaden, zieht doch nicht.
Kleine Labels profitieren extrem davon, dass man die Bands, die keiner kennt, dort runterladen kann. Wenn sie gut sind, werden sie auch gekauft.
Tauschbörsen sind Riesenwerbeplattformen für kleine Labels, die kein Geld haben, um Radiosender und Fernsehsender zu kaufen und zu bestechen.
[...]


Quote

19.09.2007 13:24:51

Diego666:

Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.




Aus: "Geldregen für Anwälte - 20.000 Euro pro Lied" Neue Streitwerte für illegale MP3s: Das Hamburger Landgericht legte in einem Präzedenzfall 20.000 Euro fest - für jedes einzelne Musikstück auf dem Server - Von Christian Wölbert (19.09.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/648/133399/

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« Reply #13 on: September 23, 2007, 06:16:29 PM »

Quote
[...] Die Betreiber der BitTorrent-Site PirateBay wollen zahlreiche Unternehmen aus der Musik- und Filmindustrie wegen Computersabotage verklagen. Grundlage dafür sind interne E-Mails eines für die Motion Picture Association of America (MPAA) tätigen Unternehmens, die im Internet aufgetaucht waren. Man habe nun Beweise, dass die Musik- und Filmindustrie professionelle Cracker, Saboteure und DDoS-Initiatoren bezahle, um das Angebot von PirateBay zu sabotieren. Man habe die Namen der beteiligten Firmen der Polizei weitergemeldet, heißt es.

Ob aus der Anzeige tatsächlich eine Anklage wird, bleibt abzuwarten. Das dürfte unter anderem davon abhängen, ob eine Datei mit angeblichem E-Mail-Verkehr als Beweis dienen kann. PirateBay ist indes immer wieder selbst Ziel von Ermittlungen gewesen. Im vergangenen Jahr waren bei einer Razzia Server beschlagnahmt worden, sodass der Dienst vorübergehend offline war. (uma/c't)

Quote
23. September 2007 15:04
Backbord hart Steuerbord Kanonen bereit - hisst die Flagge
proforma (mehr als 1000 Beiträge seit 12.06.03)

Es wird zurückgeschossen :)


Quote
23. September 2007 16:18
Wo kommen wir denn da hin?!
SpäMMy.DX (390 Beiträge seit 20.05.06)

Jetzt verklagen auch noch die Verbrecher ihre Opfer? Dreister geht es
nun wirklich nicht. Selbst wenn die Unterhaltungsindustrie wirklich
versucht haben sollte, Piratebay zu hacken, so währe dies überaus
berechtigt. Die Rechte der dort illegalerweise bereitgestellten
Dateien liegen schließlich bei der Unterhaltungsindustrie und nicht
bei den hinterhältigen Netzparasiten.

Es wird wirklich mal zeit, dass den Betreibern der Piratenbucht ein
für alle mal ihr schmutziges Handwerk gelegt wird. Immerhin wirkt
dieses illegale Portal maßgeblich an der Verbreitung von Raubkopien
mit und verursacht somit milliardenschäden bei Musik- und
Filmindustrie.

Euer,
SpäMMy.DX
Besinnliche und trollfreie Diskussionen. Knallrote Fakten, die jeder
gerne liest.

Quote
23. September 2007 16:32
Re: Wo kommen wir denn da hin?!
Spackie (61 Beiträge seit 02.06.05)

SpäMMy.DX schrieb am 23. September 2007 16:18
Die Rechte der dort illegalerweise bereitgestellten
> Dateien liegen schließlich bei der Unterhaltungsindustrie und nicht
> bei den hinterhältigen Netzparasiten.

Wer keine Ahnung hat, soll mal die Klappe halten. Pirate Bay ist
nciht verwantwortlich für die Bereitstellung illegales Material. Du
verstehst das Prinzip von Bittorent nicht.

Die Dateien werden letztendlich von PRivaten Nutzern zur Verfügung
gestellt. Pirate Bay ist nur ein Dienst, der wie als Suchmaschine für
die Trakcer der Dateien dient.

So ist mein Kenntnisstand. Wenn ich falsch liege, dann malt mich rot
an ...
Wenn icht, grün braucht ihr mir nicht geben ;)


Quote
23. September 2007 16:33
Re: Wo kommen wir denn da hin?!
kajott (552 Beiträge seit 05.07.00)

SpäMMy.DX schrieb am 23. September 2007 16:18

> Die Rechte der dort illegalerweise bereitgestellten
> Dateien liegen schließlich bei der Unterhaltungsindustrie und nicht
> bei den hinterhältigen Netzparasiten.

Man merkt, das du Dumpfbacke nicht den Hauch von Ahnung hast.
Auf PirateBay liegen torrentfiles. Diese haben keinen Inhalt, der die
Rechte von Rechteverwertern berühren würde!

Quote
23. September 2007 16:47
Re: Wo kommen wir denn da hin?!
GeneticAngel (71 Beiträge seit 07.07.04)

SpäMMy.DX schrieb am 23. September 2007 16:18

> Jetzt verklagen auch noch die Verbrecher ihre Opfer?

Klaro. Rechtsstaatlichkeit eben. In Schweden haben TPB nichts
illegales gemacht, was man von der Unterhaltungsindustrie aber nicht
sagen kann, sollten sich die "Mails" als Beweis verwerten lassen.

> Dreister geht es nun wirklich nicht.

Das fanden einige dreist, was man so in diesen "Emails" lesen konnte.

> Selbst wenn die Unterhaltungsindustrie wirklich
> versucht haben sollte, Piratebay zu hacken, so währe dies überaus
> berechtigt.

Selbstjustiz ist berechtigt?
Ich möchte gar nicht wissen, was Sie, mit welcher Verantwortung auch
immer, beruflich tun und was passiert, wenn man Ihnen mal frische
Atemluft zuführt.

> Die Rechte der dort illegalerweise bereitgestellten
> Dateien liegen schließlich bei der Unterhaltungsindustrie und nicht
> bei den hinterhältigen Netzparasiten.

Kann schon sein. Nur ist es in Schweden legal, Torrent-Dateien zu
verlinken und anzubieten.

> Es wird wirklich mal zeit, dass den Betreibern der Piratenbucht ein
> für alle mal ihr schmutziges Handwerk gelegt wird. Immerhin wirkt
> dieses illegale Portal maßgeblich an der Verbreitung von Raubkopien
> mit und verursacht somit milliardenschäden bei Musik- und
> Filmindustrie.

Mich hat TPB schon einige male davor bewahrt, mehr als mir lieb ist
und mehr als es mir wert ist, in die Unterhaltungsindustrie zu
investieren.

Ich betrachte TPB als Anlaufstelle für Leute, die gerne testen bevor
sie kaufen. Wenn das "Produkt" der Unterhaltungsindustrie wirklich so
gut ist, kaufe ich es mir. Ist es hingegen bescheiden, so wird es
wohl von der UI in den angeblichen "Milliardenschaden"
hineingerechnet.

Wenn Produkte eine bescheidene Qualität haben, kauft sie niemand.
Nur die Unterhaltungsindustrie hat wohl das Privileg, es den
"Downloadern" in die Schuhe zu schieben.

> Euer,
> SpäMMy.DX
> Besinnliche und trollfreie Diskussionen. Knallrote Fakten, die jeder
> gerne liest.

Digitale Grüße

Quote
23. September 2007 18:21
Kreti und Pleti geben ihren Senf ab
Gedanken-Terrorismus, alexander.orlov@loxal.net (28 Beiträge seit 26.05.07)

SpäMMy.DX schrieb am 23. September 2007 16:18

> Jetzt verklagen auch noch die Verbrecher ihre Opfer? Dreister geht es
> nun wirklich nicht. Selbst wenn die Unterhaltungsindustrie wirklich
> versucht haben sollte, Piratebay zu hacken, so währe dies überaus
> berechtigt. Die Rechte der dort illegalerweise bereitgestellten

Ich halte es für "überaus berechtigt" dir auf die Nase zu schlagen
und kann das also tun, ohne die Befürchtung zu haben von dir verklagt
zu werden? Das wäre natürlich zu schön... Im übrigen sprichst du hier
Selbstjustiz an, die in rechtsstaatlichen Demokratien verboten, in
Bananenrepubliken jedoch ein gängiges Mittel ist, "seine Rechte"
durchzusetzen. Dort gilt "das Recht" des Stärkeren und ich bezweifle,
dass gerade du in einer solchen Gesellschaft glücklich werden
könntest.

> Dateien liegen schließlich bei der Unterhaltungsindustrie und nicht
> bei den hinterhältigen Netzparasiten.

Der Nazijargon steht dir sehr gut und hört sich bei dir auch recht
authentisch an.

> Es wird wirklich mal zeit, dass den Betreibern der Piratenbucht ein
> für alle mal ihr schmutziges Handwerk gelegt wird. Immerhin wirkt
> dieses illegale Portal maßgeblich an der Verbreitung von Raubkopien
> mit und verursacht somit milliardenschäden bei Musik- und
> Filmindustrie.

Dir ist schon klar, dass die Aussage in dieser Form völliger Blödsinn
ist? MÖGLICHE Einbußen in der Gewinnbilanz sind keine Schäden sondern
bloße Spekulationen.

Wenn man sich überlegt, dass solche Birnen wie du die
Mehrheitsmeinung in dieser Gesellschaft vertreten, kann einem schon
schlecht werden.


Quote
23. September 2007 15:20
Ladendieb verklagt Polizei wegen Nötigung
Pinguinforscher, Andreas Müller (5 Beiträge seit 17.09.07)

Vollkommen richtig, dass die Musik- und Filmindustrie sich zur Wehr
setzt.
Solange wir nicht auf das Instrument der Onlinedurchsuchung
zurückgreifen können müssen sich die Geschädigten (MI/FI) eben selber
helfen.
Der Richter wird hoffentlich die groteske Klage von Piratebay
abweisen.

Quote
23. September 2007 15:22
Re: Ein Fisch für den Pinguinforscher
jackobli (325 Beiträge seit 05.10.00)

Ein Fisch für den Trollversuch

Quote
23. September 2007 15:36
Wohl eher: Ladendieb zeigt prügelnde Ladendetektive bei Polizei an
montred (255 Beiträge seit 27.03.07)

Dein Vergleich hinkt gewaltig. Das Gewaltmonopol liegt hier und in
anderen rechtsstaatlichen Ländern allein bei der Polizei. Demzufolge
wäre es mitnichten OK, wenn die gewisse Unternehmen hier zur
Selbstjustiz greifen würden und selbst versuchen mittels Angriffen
Rechner vom Netz zu bekommen, die ihnen persönlich nicht in den Kram
passen. Wenn sie meinen, dass dort illegale Dinge passieren, dann
sollten sie dies - zusammen mit eventuellen Beweisen - zur Anzeige
bringen. Der Rest liegt allein im Ermessen der jeweiligen
Ermittlungsbehörden.

Insoweit machen die Piratebay-Betreiber vor, wie es geht. Sie haben
Kenntnis erhalten, dass jemand systematisch Angriffe auf ihre Rechner
durchführt. Sie übergeben diese Erkenntnisse der Polizei und warten
nun ab, was passiert.






Quote
23. September 2007 15:26
"Das dürfte unter anderem davon abhängen...
Sarcan (260 Beiträge seit 23.09.02)

...ob eine Datei mit angeblichem E-Mail-Verkehr als Beweis dienen
kann."

...angeblich können es die selbstgestrickten Logfiles von Logistep
und Co doch auch, und genügen ja immerhin für Abmahnungen und
Klageerhebungen... oder gilt das nur für manche?



Aus: "PirateBay will Musik- und Filmindustrie verklagen" (23.09.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96396

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« Reply #14 on: October 09, 2007, 08:40:33 AM »

Quote
[...] Jammie Thomas geht in Berufung. Die 30-jährige Amerikanerin, die von einem Geschworenengericht in der vergangenen Woche wegen der unerlaubten Verbreitung von 24 Musikstücken zu insgesamt 222.000 US-Dollar Schadensersatz verurteilt worden war, will sich auf dem Rechtsweg weiter gegen die klagenden Labels wehren. Wie Thomas auf ihrer MySpace-Seite mitteilt, hat ihr Anwalt Brian Toder in einem Interview mit CNN angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

[...] Die Reaktionen auf das Urteil fallen unterschiedlich aus. Für den Beauftragten der US-Regierung für die internationale Durchsetzung geistigen Eigentums, Chris Israel, belegt das Urteil die Wirksamkeit des US-Copyrights. "Fälle wie dieser zeigen, dass die strikte Verfolgung ein wesentlicher Teil unserer Anstrengungen gegen die Piraterie ist, und dass wir in den Vereinigten Staaten ein effektives Rechtssystem haben, das Rechteinhabern den Schutz ihres geistigen Eigentums ermöglicht", sagte der Regierungsbeamte gegenüber CNet News.

Auch Kritiker des Urteils räumen ein, dass die Indizien in diesem Fall deutlich auf Thomas hinweisen. Doch deute das Urteil auf die Schwäche des US-Copyrights hin, das für solche Fälle keine angemessene Behandlung vorsehe. Das US-Gesetz bevorteile die Interessen der Inhalteindustrie und schränke die faire Nutzung über Gebühr ein. Die von der Jury festgesetzten Summen stünden in keinem Verhältnis zum entstandenen Schaden. Darüber hinaus dürfte sich der Erfolg der RIAA als Pyrrhussieg entpuppen: Eine gewonnene Schlacht, doch der Krieg sei längst nicht mehr zu gewinnen. Ungeachtet dessen will die RIAA die Klagekampagne, die nach Aussagen einer Sony-Managerin im Prozess gegen Thomas "Millionen" verschlingt, weiter an dieser Politik der Abschreckung festhalten.

Abschreckung ist auch ein Teil der Strategie der deutschen Musikindustrie. Doch dürfen die Labels in Deutschland, so sie denn vor Gericht gehen, nicht mit Summen wie in den USA rechnen. "Schadensersatzzahlungen in den USA sind mit deutschen Verhältnissen grundsätzlich nicht vergleichbar", erklärt der Geschäftsführer des frisch getauften Bundesverbands Musikindustrie, Stefan Michalk. "Trotzdem hat das Urteil Signalwirkung über die USA hinaus: Erstens ist Musikdiebstahl kein Kavaliersdelikt und zweitens ist es besser, sich außergerichtlich zu einigen, wenn man erwischt wurde. In Deutschland halten wir an der Strategie fest, dass die Strafen zwar spürbar sein sollen, die Betroffenen aber nicht an den Rand des Ruins treiben." (vbr/c't)

Quote
8. Oktober 2007 19:31
Die Abschreckung funktioniert tatsächlich
stardrifter (mehr als 1000 Beiträge seit 15.03.04)

Wer sowas liest schreckt erst recht davor zurück, bei denen noch was
zu kaufen...

Quote
8. Oktober 2007 19:37
Hätte sie sich vorher überlegen müssen
csrss.exe (mehr als 1000 Beiträge seit 07.09.06)

Es ist schließlich nicht erst seit gestern bekannt, dass illegales
Kopieren nicht gern gesehen wird.


Quote
8. Oktober 2007 20:43
Perverses Rechtsverständnis der Musikindustrie
evil_eddie (mehr als 1000 Beiträge seit 05.05.05)

Nur um es mal festzuhalten: Es geht hier um eine
Schadensersatzzahlung, also eine grundsätzlich zivilrechtliche Sache
und der Wicht von der Musikindustrie hat nichts anderen zu verkünden
als "In Deutschland halten wir an der Strategie fest, dass die
Strafen zwar spürbar sein sollen, die Betroffenen aber nicht an den
Rand des Ruins treiben.".

Vielleicht sollte man dem Herrn mal etwas davon erzählen, dass ein
Schadensersatz _nicht_ zum Strafen da ist, sondern, wie der Begriff
schon sagt, um einen durch ein Unrecht erlittenen Schaden wieder "gut
zu machen". Das BGB definiert ihn ganz eindeutig als "Ersatz des ...
entstehenden Schadens" Für Strafen sind ausschliesslich die Gerichte
in Strafverfahren zuständig, nicht der Geschädigte in einem
Zivilprozess.

Das ist in den USA etwas anders, daher auch die astronomische Summe,
aber wir sind hier nunmal in der BRD.

Was dieser nette Herr Michalk hier verkaufen zu versucht, ist, dass
seine Lobbymannschaft hier in Deutschland nicht ganz so drakonisch
Selbstjustiz (man könnte es auch treffender "Rache" nennen) übt, wie
die Kollegen in den USA. Ich nenne das eine schizophrene,
alttestamentarische Rechtsauffassung.

Man muss sich mal überlegen, worum es hier geht: Für das mögliche
Kopieren einiger Musikstücke und dem möglichen Schaden von maximal
ein paar Dollar (wobei neutrale Experten ja eher von exakt $0,00
Schaden ausgehen) wird eine Frau mit voller Absicht in den Ruin
getrieben, um ein Exempel zu statuieren.

Fehlt nur noch, dass die Köpfe von Ladendieben vor dem Kaufhaus
aufgespiesst werden - das würde ja auch abschrecken, tolle Sache
also. Im Ernst: Das hat nichts mehr mit Rechtsstaat zu tun, das ist
Barbarei. Und Herr Michalk rühmt sich noch dessen, dass er ein
halbwegs zivilisierter Barbare sei.

Pfui, Teufel. Ekelig ist das.

Quote
9. Oktober 2007 8:47
Re: Perverses Rechtsverständnis der Musikindustrie
gonzo9876 (12 Beiträge seit 17.08.07)

evil_eddie schrieb am 8. Oktober 2007 20:43

> Man muss sich mal überlegen, worum es hier geht: Für das mögliche
> Kopieren einiger Musikstücke und dem möglichen Schaden von maximal
> ein paar Dollar (wobei neutrale Experten ja eher von exakt $0,00
> Schaden ausgehen) wird eine Frau mit voller Absicht in den Ruin
> getrieben, um ein Exempel zu statuieren.

Also nichts für ungut, aber Leute mit dieser Auffasssung verstehe ich
nicht. Stell Dir vor Du schreibst einen potentiellen Bestseller und
vertreibst/verkaufst ihn als pdf. Du kannst mir nicht weismachen,
dass Du Dich nicht ärgern würdest und dagegen vorgehen würdest, wenn
jemand 1 Exemplar kauft und dann das pdf  zum freien Download auf
seine Webseite stellen würde.

Nur weil etwas immateriell ist, kann doch durch Weitergabe von Kopien
Schaden entstehen! Worüber man natürlich streiten kann, ist wie der
Schaden berechnet wird.


Quote
8. Oktober 2007 20:47
Grandioser Sieg der Musikindstrie
Magnar Hirschberger, Magnar Hirschberger (586 Beiträge seit 19.05.05)

Die Musikindustrie will uns die wirtschaftliche Hinrichtung einer
alleinerziehenden Mutter als großen Sieg unserer Rechtsordnung (bzw.
der der USA) verkaufen. Das sagt eigentlich alles über dieses
perverse Pack!

Wenn die sich nicht mal zu Tode siegen ...

Magnar Hirschberger


Quote
9. Oktober 2007 8:16
Bereithaltung ohne Copyright ist vollkommen zu Recht verboten
ADie (mehr als 1000 Beiträge seit 09.05.01)

Es ist richtig und konsequent, bereits die Bereitstellung von Musik,
für die man nicht das Copyright hat, in einem über das Internet
zugänglichen Ordner zu bestrafen. Das ist genau so, als würde man sie
auf einer Website zum Download anbieten.

Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, warum man so etwas tun
sollte, außer natürlich den, dass man illegalerweise Musik tauschen
will.

Über die Höhe der Strafzahlung kann man natürlich streiten. Die ist
sicher im Augenblick zu hoch. Wenn allerdings diese dumme Frau nicht
auf ihren geldgeilen Anwalt hören, sondern den Kompromiss mit den
Rechteinhabern suchen würde, käme sie sicher mit einem weit
geringeren Betrag davon.

All denjenigen, die hier gegen die "Musikindustrie" wettern, kann ich
nur sagen: Wenn Ihr wirklich wollt, dass die ihre Macht verlieren und
neue, gerechtere  Vertriebssysteme entstehen, dann boykottiert Alles
von denen. Kauft weder deren CD's noch klaut illegal deren Musik,
denn damit gebt Ihr ja zu, dass sie etwas leisten, was etwas wert
ist. Holt Euch stattdessen die Musik von Plattformen, deren
Vertriebsmodell ihr als gerecht empfindet (Jamendo, Magnatune,
usw..). Eure Konsumentenmacht ist größer, als Ihr glaubt.

Eine Haltung, die den illegalen Musiktausch mit einer angeblich
moralischen Begründung "Musikmafia, Ausbeuter, ..." rechtfertigen
will, ist einfach nur scheinheilig und verlogen. Denn letzten Endes
schadet man damit sowohl den Künstlern als auch den ehrlichen
Käufern.


Aus: "Jammie Thomas will Filesharing-Urteil anfechten" (08.10.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/97095

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