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« on: September 02, 2006, 05:07:32 PM » |
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[...] Der Begriff Schizophrenie bedeutet frei übersetzt Spaltungsirresein.
[,,,] Der Name Schizophrenie bezeichnet [ ] eine Spaltung der psychischen Funktionen, eine mangelnde Einheit, eine Zersplitterung und Aufspaltung des Denkens, Fühlens und Wollens und des subjektiven Gefühls der Persönlichkeit, oft begleitet von inadäquater oder verflachter Affektivität (Gefühlslage). Nicht zur Schizophrenie gehört die oft in Filmen und Büchern dargestellte "multiple Persönlichkeitsstörung", bei der in einer Person je nach Situation unterschiedliche Persönlichkeiten, wie beispielsweise in der Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde, vorliegen. Die Diagnose „multiple Persönlichkeit“ oder „dissoziative Identitätsstörung“ ist in der neuen Literatur umstritten. Es wird diskutiert, ob es diese Form der Erkrankung so überhaupt gibt, einige Fallschilderungen haben sich nachträglich als Fälschung herausgestellt.
Die Schizophrenie hingegen führt zu Störungen und Veränderungen des Denkens, Fühlens, Handelns und des Ich-Erlebens. Vorher vertraute Dinge und Personen werden unheimlich. Diese Veränderungen flößen dem Betroffenen meist Angst ein, er zieht sich in der Folge aus Misstrauen mehr und mehr von anderen Menschen zurück. Selbst Menschen aus dem engsten familiären Umfeld werden oft als Feindbilder gesehen.
"Schizophrenie ist ein Kampf um Integration, der scheitert, weil die Kraft fehlt, die eigene Wahrheit in einer feindlichen Umwelt zu leben." - Arno Gruen - Der Wahnsinn der Normalität
[...] Als Erklärungsmodell zur Ätiologie der schizophrenen Psychosen geht man derzeit von einem multifaktoriellen Modell aus, bei dem genetisch-biologische und psychosoziale Ursachen in einem Wechselspiel eine Schizophrenie auslösen können. Als zentral wird eine Störung der Regulation der Informationsverarbeitung angesehen.
Bruchstueck aus: "Schizophrenie" (09/2006) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie#Definition-.- [...] Autismus (v. gr. αυτός „selbst“), von der Weltgesundheitsorganisation als eine tiefgreifende Entwicklungsstörung klassifiziert, wird als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirnes beschrieben.
[...] Die Symptome und die individuellen Ausprägungen des Autismus sind sehr vielfältig, sie können von leichten Verhaltensproblemen an der Grenze zur Unauffälligkeit (z. B. als "Schüchternheit" verkannt) bis zur schweren geistigen Behinderung reichen.
Allen autistischen Krankheitsbildern sind Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens gemeinsam (z. B. Schwierigkeiten, mit anderen Menschen zu sprechen, Gesagtes richtig zu interpretieren, Mimik und Körpersprache einzusetzen, eintönige Prosodie).
Kernsymptomatik bei allen autistischen Behinderungen ist meistens die Schwierigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren (1. und 2. Diagnosekriterium). Alternativ werden stereotype oder ritualisierende Verhaltensweisen (3. Diagnosekriterium) bei allen autistischen Behinderungen als Kernsymptomatik erforscht. Autistische Menschen zeigen grundlegende Unterschiede in der Verarbeitung von Sinneseindrücken und in der Art von Wahrnehmung und Intelligenz. Die unterschiedliche Wahrnehmung wird auch als Kernsymptomatik des Autismus erforscht.
Das Ausmaß und die Auswirkungen dieser Probleme sowie die spezielle Form, in der sie sich zeigen, sind sehr unterschiedlich.
[...] Begriffsbildung:
Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler hatte den Begriff Autismus 1911 geprägt. Er sah in ihm ein Grundsymptom der Schizophrenie - die Zurückgezogenheit in die innere Gedankenwelt des an ihr Erkrankten.
Leo Kanner (Lit.: Kanner 1943) und Hans Asperger (Lit.: Asperger 1938) nahmen den Begriff – unabhängig voneinander – auf und beschrieben ein Störungsbild eigener Art. Sie unterschieden von Menschen mit Schizophrenie, die sich aktiv in ihr Inneres zurückziehen, jene von Geburt an in einem Zustand der inneren Zurückgezogenheit Lebenden. Das verschob die Bedeutung des Begriffs „Autismus“.
Kanner fasste den Begriff „Autismus“ eng, was im Wesentlichen dem heute so genannten frühkindlichen Autismus entsprach: das erlangte internationale Anerkennung und wurde zur Grundlage der weiteren Autismusforschung. Die Veröffentlichungen Aspergers hingegen beschrieben „Autismus“ etwas anders und wurden zunächst international kaum rezipiert: zum einen wegen des Zweiten Weltkriegs, zum anderen, weil Asperger auf Deutsch publizierte und man seine Publikationen jahrzehntelang nicht ins Englische übersetzte. Hans Asperger selbst nannte das von ihm beschriebene Phaenomen "Autistische Psychopathie". Die englische Psychologin Lorna Wing (Lit.: Wing 1981) führte sie in den 1980er Jahren fort und fuehrte die Bezeichnung Asperger-Syndom ein. Erst in den 1990er Jahren erlangten die Forschungen Aspergers internationale Bekanntheit in Fachkreisen.
Aus: "Autismus" (04/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus
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« Last Edit: April 05, 2007, 01:01:16 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #1 on: September 19, 2006, 12:34:49 PM » |
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[...] Psychologen schreiben vermehrt über Gemeinsamkeiten zwischen Autisten und Psychopathen, die sie angeblich gefunden haben. J. Arturo Silva konstatiert „eine Assoziation zwischen der Psychopathologie des autistischen Spektrums und dem Verhalten von Serienmördern“. Pierre Flor-Henry schreibt: „Asperger-Syndrom und Psychopathie … teilen sich einige Charakteristika, insbesondere die völlige Abwesenheit jeglicher menschlicher Empathie.“
[...] In den 1980ern teilte man Empathie noch in zwei Bereiche: kognitive Empathie, nämlich die Fähigkeit, mental in die Haut eines anderen zu schlüpfen, und affektive Empathie, nämlich die emotionale Reaktion auf einen beobachteten Gemütszustand. Letzteres entspricht dem, was man unter Mitgefühl versteht.
„Die empathischen Kapazitäten beim Asperger-Syndrom sind zwar zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt, doch niemand hat bisher versucht, zwischen diesen Punkten zu unterscheiden“, erklärt Kimberley Rogers. Die Untersuchungen konzentrierten sich fast ausschließlich auf den kognitiven Aspekt. Dabei gibt es seit über zwanzig Jahren ein Verfahren, das beide Komponenten mit 28 Fragen misst: den vom Sozialpsychologen Mark H. Davis entwickelten interpersonellen Reaktivitätsindex (IRI) .
[...] Im Center for Brain Health an der NYU beantworteten 21 Erwachsene mit Asperger-Syndrom diese Fragen. Ging es um die kognitive Empathie, schnitten sie tatsächlich schlechter ab als die 23 zum Vergleich herangezogenen „normalen“ Testpersonen. Bei den Fragen zur affektiven Empathie hingegen offenbarten sich keine Unterschiede. Im Gegenteil, emotionsgeladene Situationen versetzten Asperger-Probanden oft stärker in inneren Aufruhr als die psychisch unauffälligen Teilnehmer.
Allerdings hat der IRI eine große Schwäche: Ob die Testpersonen etwa „oft ein Gefühl der Sorge für Leute empfinden, die wenig Glück im Leben haben“, schätzen sie selbst auf einer Skala ein. Es besteht die Gefahr, dass sie so antworten, wie es ihnen sozial erwünscht scheint. Also entwickelten die Forscher ein Verfahren, das sich an konkreten Situationen orientiert, in denen Menschen üblicherweise empathisch reagieren. Die Probanden bekommen Fotos gezeigt, etwa ein weinendes Kind vor einem abgebrannten Haus. Zunächst sollen sie sagen, wie sich das Kind fühlt – es wird also die kognitive Empathie geprüft. Die passende Antwort lautet „elend, kläglich“, und die bekommen die Teilnehmer auch mitgeteilt, bevor es mit den Fragen zur affektiven Empathie weitergeht: Wie sehr wühlt Sie das Bild auf? Fühlen Sie sich selbst beim Betrachten elend?
17 Probanden mit Asperger-Syndrom durchliefen den Test und bestätigten, was sich zuvor angedeutet hatte: Mitgefühl und Anteilnahme waren bei ihnen ebenso ausgeprägt wie bei jedem anderen. Schwer fällt ihnen dagegen, zu erkennen, was in jemanden vor sich geht. Denn sie können die sozialen Zeichen, die unser Inneres nach außen tragen – also Gesten, Gesichtsausdruck, Tonfall – schlechter „lesen“. Dass Menschen mit autistischen Störungen oft teilnahmslos wirken, liegt also sehr wahrscheinlich daran. Mit Unfähigkeit zu Mitgefühl hat es nichts zu tun.
„Die längste Zeit wurde Autismus als Empathiestörung bezeichnet – in ebenso fälschlicher wie unverantwortlicher Weise“, kritisieren die New Yorker. „Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse dazu beitragen, Autisten den Platz im empathischen Spektrum zu geben, den sie verdienen.“ Der ist jedenfalls nicht auf der Seite von Psychopathen. Denn diese besitzen in der Regel eine sehr gute soziale Wahrnehmung. Zu erfassen, was in anderen vor sich geht, bereitet ihnen keinerlei Probleme. Charakteristisch ist vielmehr, dass sie diese Fähigkeit einsetzen, um ihre Opfer zu manipulieren. Psychopathen fehlt die affektive Empathie, sie empfinden also tatsächlich kein Mitleid.
Beim Asperger-Syndrom verhält es sich andersherum, wie die Wissenschaftler jetzt erstmals zeigten. Daraus ergeben sich auch Konsequenzen für den Umgang mit den Betroffenen. Denn sobald diese wissen, was andere denken und fühlen, können sie das auch nachempfinden. Man muss es ihnen nur sagen: „Mir geht es schlecht, ich brauche deine Hilfe“ – sein Innerstes so deutlich nach außen zu kehren ist in unserer Gesellschaft unüblich. Doch Autisten und Asperger-Patienten würden solch offene Worte im zwischenmenschlichen Bereich vieles erleichtern.
Aus: "Das Mitleid der Teilnahmslosen" Von Ulrich Kraft und Isabel Dziobek (HANDELSBLATT, Donnerstag, 31. August 2006) Quelle: http://www.handelsblatt.com/news/Wissenschaft-Debatte/Naturwissenschaften/_pv/_p/301118/_t/ft/_b/1129076/default.aspx/das-mitleid-der-teilnahmslosen.html
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« Last Edit: June 25, 2009, 11:08:09 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #2 on: October 01, 2006, 10:14:18 PM » |
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Spaltsäge für Längsschnitt; Spaltsägen; Spaltsparrendach; Spaltstück; Spalttiefe; Spaltung; Spaltungen; Spaltungsebene; spaltungsirre; Spaltungsirresein...
Spaltungsirre nach der Vereinigung
Joker schrieb zu Spaltungsirre: Doppelspalt schaltet den Schmerz ab. Schnell.
Der Begriff Schizophrenie bedeutet ,,spaltungsirre sein". Symptome dieser psychischen Störung sind Denkstörungen in Form von unzusammenhängendem Denken...
Ich würde da spaltungsirre werden. Aber besser man hat Probleme im göttlichen als im menschlichen Spaltungsirresein.
Der spaltungsirre Gründgens wird von zwei Tänzern gezeigt. Im Bild Roland Renner als der empfindsame, gern leidende Gustaf.
vorschlag ein freies gelände für spaltungsirre, anhänger von weltverschwörungstheorien
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« Reply #3 on: February 07, 2007, 04:31:00 PM » |
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>Ingredienzen einer Doppelbindungskonstellation >>Das Paradoxon als notwendige Ingredienz >>>Die notwendigen Ingredienzen
einer Doppelbindungsituation sind:
1. Kommunikation 1. Zwei oder mehr Personen, die miteinander kommunizieren 2. Wiederholte Kommunikationserfahrungen (zum Etablieren bzw. Erlernen eines Reiz-Reaktions Musters) 2. Ein primäres negatives Gebot, das 1. durch Strafen oder Signale (Sanktionen) verstärkt wird, währenddessen die Einhaltung des Gebotes für das Überleben essentiell ist und 2. mit dem sekundären Gebot auf einer abstrakten Ebene in Konflikt steht 3. Ein sekundäres Gebot, das 1. durch Strafen oder Signale (Sanktionen) verstärkt wird, währenddessen die Einhaltung des Gebotes für das Überleben essentiell ist und 2. mit dem primären negativen Gebot auf einer abstrakten Ebene in Konflikt steht 4. Ein tertiäres Gebot, das 1. dem Opfer den Versuch der Metakommunikation über die Beziehung oder Kritik und Metakommunikation verbietet und 2. es dem Opfer unmöglich erscheinen lässt, den Schauplatz zu verlassen bzw. ihm zu entfliehen
* Schließlich ist die gesamte Menge von Ingredienzien nicht länger erforderlich, wenn das Opfer die Reiz-Reaktionsmuster hinreichend internalisiert hat (d. h. hinreichend konditioniert ist), sich die Reaktionsmuster somit einer bewussten Kontrolle und einer bewussten Selbstreflexion mehr oder weniger entzogen haben oder sich sogar im Zuge einer klassischen Konditionerung zunehmend generalisiert haben und das Opfer damit eine Selbsteuerungsmöglichkeit in dieser Hinsicht sukzessive verliert.
* Der wichtigste Unterschied zwischen einer widersprüchlichen und einer paradoxen Handlungsvorschrift besteht darin, dass man im Fall der ersteren die Alternativen bewusst wahrnehmen und wählen kann und mit der Wahl einer Option aber die andere verliert und damit den Verlust bewusst auf sich nimmt. Dieses Ergebnis kann höchst unerfreulich sein, aber es bleibt eine logische Wahlmöglichkeit. Die paradoxe Handlungsvorschrift dagegen macht die Wahl (wegen der Unmöglichkeit der Erfüllung; z. B.: "Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass" (= Metapher)) selbst unmöglich.
[...] Formale Darstellung: * Die Person muss sich an das Gebot oder Verbot X halten * Die Person muss sich an das Gebot oder Verbot Y halten * Y widerspricht X * Die Person darf weder X noch Y ignorieren * Jeder Kommentar bezüglich der Absurdität der Situation ist streng verboten * Ein Verlassen der Situation ist oder erscheint unmöglich
[...] Gedankenexperiment: Das Problem der unmöglichen Anpassung kann sehr leicht anhand eines Gedankenexperiments visualisiert werden. Man stellt sich vor, man müsse eine Zeitbombe entschärfen. Der Timer der Bombe zeigt an, dass bis zur Detonation noch 30 Sekunden verbleiben. Die Bombe kann nur entschärft werden, wenn man entweder den blauen oder den roten Draht durchtrennt. Man befindet sich nun in einer klassischen Doppelbindungsituation: Verzweifelt sucht man nach Kriterien, die einen Hinweis darauf geben könnten, welcher Draht der Richtige ist. Die hochkomplexe elektronische Schaltung überfordert die eigenen kognitiven Fähigkeiten. Man muss aber die Logik der elektronischen Schaltung verstehen, um den harmlosen Draht identifizieren zu können.
Diese bekannte Klischeehandlung mag banal sein, aber sie zeigt dennoch klar und verständlich die psychologische Situation auf. Aus Spielfilmen dürfte auch die psychische Verfassung des Helden bekannt sein, der eine solche Situation meistern konnte, und dies obwohl sie nur einige Sekunden gedauert hat. Man kann sich also ungefähr vorstellen, in welchem Zustand sich das neuronale System eines Kindes befinden muss, das mehrere Jahre lang täglich solche Situationen durchzustehen hatte. Äußerlich mögen diese Kindheitssituationen unscheinbar sein, aber aus der Perspektive des Kindes werden sie erlebt, so wie der Held die Bombenentschärfung erlebt, und das ohne Ende.
[...] Situationsparadoxon: Die paradoxe Situation ergibt sich nicht allein aus dem logischen Widerspruch auf der Inhaltsebene, sondern aus der Unvereinbarkeit von "Ich muss etwas tun" mit "Ich habe keine Information". Eine Anpassung setzt Spielregeln voraus, die sowohl bekannt als auch anwendbar sein müssen. Werden die Spielregeln zunehmend komplexer, so wird das Subjekt auch zunehmend mental gefordert. Eine gewisse Konsistenz der Spielregeln ist dazu erforderlich. Eine Anpassung ist nicht möglich, wenn die Spielregeln immer wieder verändert werden und sich sogar widersprechen. Wenn Spielregeln vorhanden sind, aber vom Subjekt nicht als solche identifiziert werden können, so ist dies gleichbedeutend mit einer chaotischen Situation. Eine unvorhersehbare, mental nicht simulierbare Situation verursacht, wenn sich vergleichbare Situationen als gefährlich erwiesen haben, meistens Angst. Siehe: Kontiguität
Es spielt keine Rolle, ob die Spielregeln wirklich paradox oder nur pseudoparadox sind. Das Kind geht davon aus, dass die Anforderungen, die von der Autoritätsperson gestellt werden, prinzipiell erfüllbar sind. Das ist so, weil das Kind an die Autorität glaubt und sie als moralischen Maßstab akzeptiert hat.
Möglicherweise ist ein Anspruch mathematisch logisch, aber physikalisch unmöglich. Vielleicht ist er physikalisch möglich, aber biologisch unmöglich. Vielleicht ist er biologisch möglich, aber für den Menschen unmöglich, oder für den Menschen möglich, aber nicht für einen Menschen im Kindesalter.
Es gibt also ein breites Feld an potentiellen Widersprüchen, die sich auf der Ebene der mathematischen Logik nicht wirklich widersprechen. Entscheidend ist nur die Unerfüllbarkeit durch das Kind, also die subjektive Wahrnehmung einer Überforderung im Bewusstsein des Kindes. Eine Aufgabe mag das Kind überfordern, solange aber für das Kind nicht die Notwendigkeit besteht, diese Aufgabe lösen zu müssen, kann das Kind die komplexe Situation mit einer gelassenen Neugier, also konfliktfrei, betrachten und daraus lernen.
[...] Verdeckt widerstreitende Interessen: Ein Beispiel, dass auch von widerstreitenden Interessen, die innerhalb einer Gruppe vorliegen, pathogene (krankmachende) Wirkungen ausgehen können, führt John H. Weakland in seinem Artikel Double-Bind Hypothese und Dreier-Beziehung aus. Eine solche Negativwirkung hat widerstreitende Interessen; insbesondere dann, wenn der Konflikt auf einer bewussten Ebene als nicht vorhanden dargestellt, geleugnet wird oder versucht wird diesen nicht offenkundig werden zu lassen. Als Beispiel wird ein Ärzteteam benannt, das sich über die Behandlungsstrategie für eine Patientin in einem verdeckten Widerstreit befand. Aus dem Familienkontext wird ein Beispiel angeführt, in dem sich die Eltern eines Kindes in einem Konflikt miteinander befinden, diesen Konflikt aber gegenüber dem Kind (ggf. vorgeblich zum Wohle dessen) nicht offenkundig werden lassen wollen. Das Kind erlebt in einem solchen Fall, dass auf einer bewussten Ebene bestehende Harmonie dargestellt wird, auf einer unbewusste Ebene mag es aber eine Disharmonie wahrnehmen und diese gegensinningen Wahrnehmungen nicht in Einklang miteinander bringen.
[...] Paradoxe Informationsübermittlung: Eine paradoxe Informationsübermittlung wird umgangssprachlich als Heuchelei bezeichnet. Dabei werden auf unterschiedlichen Ebenen der Kommunikation sich widersprechende Informationsinhalte übermittelt. Der auf der bewussten Ebene mitgeteilte Informationsanteil deckt sich nicht mit dem objektiv vorhandenen Sachverhalt. Falls dem Empfänger der Botschaft und der Kommunikationssignale der wahre Sachverhalt nicht bekannt ist, er den auf der vor- oder unbewussten Ebene (ggf. durch Körpersprache) kommunizierten Anteil aber bewusst oder unbewusst wahrnimmt, entsteht eine kognitive Dissonanz beim Empfänger, die ggf. mangels weiterer korrekter Sachinformationen nicht aufgelöst werden kann. Für den Fall, dass der Empfänger der Botschaft die auf der unbewussten Ebene kommunizierte Botschaft nicht wahrgenommen hat, entsteht hingegen mehr Irrtum und Täuschung über den wahren Sachverhalt.
Bruchstücke aus: "Doppelbindungstheorie" (02/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Double-bind
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« Reply #4 on: April 05, 2007, 01:10:17 PM » |
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[...] Vielleicht verweist uns gerade der Begriff „Autismus” wie kein anderer darauf, dass das wechselseite Misslingen der Annäherung die Verhältnisse beschreibt, in deren Licht wir die Verhaltensweisen des Anderen als autistisch bewerten. Als jene, die die Definitionsmacht haben, delegieren wir unsere Anteile des Scheiterns am und mit dem anderen an diesen und vergegenständlichen es in unserer Konstruktion seiner Behinderung, seines Autismus.
[...] Wir haben es also mit zwei Wirklichkeiten zu tun: Mit dem unabdingbaren Austausch des Menschen mit seiner Welt und mit der internen Konstruktion seiner Wirklichkeit nach Maßgabe dieses Austausches, die er mit seinen Mittel - seinem Gehirn und seiner Psyche - leistet. Sie sind sowohl Produkt dieses Prozesses wie ein Werkzeug zur Bewältigung desselben!
[...] Wenn ein Mensch aufgrund hochgradiger interner Isolation (wie das bei Autismus der Fall ist) und zusätzlich noch durch externe Bedingungen der Isolation ohne quantitativ und qualitativ ausreichende Austauschprozesse bleibt, gerät er existenziell in einen Grenzbereich. Er muss die entstehende informationelle und soziale Deprivation kompensieren, seine intrasystemische Eigen- Zeit durch Rückgriff auf die eigene (rhythmisch strukturierte) Tätigkeit generieren, dadurch, dass er sich selbst zum Objekt des Austausches macht, schaukelt, sich schlägt, schreit, um sich zu hören. Das führt zu dissoziativen psychischen Zuständen und zur Entflechtung des Körperselbstbildes, wie das schon deutlich durch die von RENÉ SPITZ (1963) beobachteten hospitalisierten Säuglinge dokumentiert ist, die keine Bedingungen interner Isolation zu bewältigen hatten, sondern von den für sie lebensnotwendigen Beziehungen und Bindungen, von ihren primären Bezugspersonen getrennt worden waren. Um die interne Ordnung seines Systems zumindest so weit wahren zu können, dass unter extremen Bedingungen der Isolation ein Überleben möglich ist, muss die ordnende Zeit selbst geschaffen werden - genial und in allen Lebenssituationen anwendbar - durch rhythmisch strukturierte Bewegungen, die im System Information generieren, es triggern und dadurch stabilisieren, was in positiven Emotionen resultiert. Das bedrohende Chaos wird gemindert und dadurch Angst reduziert. Solches Handeln macht subjektiv „Sinn” und nur auf dessen Basis werden dann die Bedeutungen konstituiert, die der betroffene Mensch seinen stereotypen, selbstverletzenden oder aggressiven und destruktiven Handlungen und den Vorgängen in seiner Umwelt zumisst, was verdeutlicht, weshalb an ihnen ohne Alternative so sehr festgehalten wird.
Aus: "Schwere Krisen bei Menschen mit Autismus-Syndrom" Von GEORG FEUSER (11/2004) Quelle: http://www.feuser.uni-bremen.de/texte/Aut%20Kris.pdf
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« Reply #5 on: October 24, 2010, 01:10:58 PM » |
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[...] Niggemeiers Frage: "Ist es denkbar, dass einer der wichtigsten Medienmanager Deutschlands über Monate in diesem Blog unter einer Vielzahl wechselnder Pseudonyme eine dreistellige Zahl von teils irren Kommentaren abgibt, in denen er auf eigene Beiträge verweist, mich und seine Konkurrenz beschimpft, wüste Verschwörungstheorien strickt und seine verschiedenen Identitäten miteinander diskutieren lässt?"
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Aus: "Blog-Affäre: Konstantin Neven DuMont "Konstantingate" - Verleger zieht sich zurück" (23.10.2010) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/medien/verlag-konstantin-neven-dumont-konstantingate-verleger-zieht-sich-nach-blog-affaere-zurueck-1.1015261
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