COMMUNICATIONS LASER #17
May 18, 2012, 06:57:52 AM *
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Author Topic: [Genetische Manipulation... (Notizen)]  (Read 2858 times)
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« Reply #15 on: May 22, 2007, 12:05:42 PM »

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[...] Der Überfall auf das Maisfeld kam nicht überraschend. Die Wissenschaftler um Professor Wolfgang Friedt vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung mussten nach einer Drohung auf einer einschlägigen Internetseite mit Übergriffen rechnen. Angesichts dessen war die Polizei gebeten worden, regelmäßig auf dem Maisfeld nach dem Rechten zu sehen. Um den Acker aber rund um die Uhr bewachen zu lassen, fehlte es den Forschern nach seinen Worten am nötigen Geld.


Aus: "Landwirtschaft: Feld mit Gen-Mais zerstört" Von Thorsten Winter (21. Mai 2007)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~EF87B9F258E494F8ABCE7E87287E5323E~ATpl~Ecommon~Scontent.html


« Last Edit: February 18, 2008, 06:27:24 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #16 on: February 18, 2008, 07:03:51 PM »

Quote
[...] Seit Mitte der 90er Jahre hat Monsanto um die 150 amerikanische Bauern wegen Verletzung seiner Patente auf genetisch modifiziertes Saatgut verklagt. Hierbei geht es in der Regel um den Vorwurf, die Bauern würden Samen aus der Ernte aufbewahren, um sie im nächsten Jahr zur Aussaat zu verwenden, was aufgrund ihrer Verträge mit Monsanto unzulässig ist. Monsanto bemüht sich aktiv, solche Fälle aufzudecken, und hat zu diesem Zweck auch Landwirte um ihre Mithilfe gebeten, eine kostenlose Hotline zum Melden von Verstößen eingerichtet und Detektive engagiert. Nach Angaben des Unternehmens wird jährlich etwa 500 Verdachtsfällen nachgegangen.

In Kanada erregte ein Fall Aufsehen, der bis zum obersten Gerichtshof ausgefochten wurde. Monsanto beschuldigte 1998 den Landwirt Percy Schmeiser, unberechtigt und unter Verletzung eines Monsanto-Patents die genetisch modifizierte Raps-Variante „Roundup-Ready Canola“, die gegen das Herbizid Roundup resistent ist, angebaut zu haben. Offenbar war ein Teil von Schmeisers Getreide durch Samen kontaminiert worden, die von vorbeifahrenden Lastwagen gefallen oder von nahen Feldern anderer Bauern herübergeweht worden waren. Er hatte sie dann gezielt auf einer besonderen Fläche angebaut und kommerziell verwertet. Die 2004 gefallene höchstrichterliche Entscheidung legte dem Landwirt keine Lizenzzahlungen und keinen Strafschadensersatz auf, da er nicht von den besonderen Eigenschaften der Roundup-resistenten Rapssorte profitiert hatte, hielt aber fest, dass er prinzipiell nicht das Recht hatte, die patentierte Sorte wissentlich anzubauen, nur weil sie zufällig auf seinem Land aufgetaucht war.[4]

Auch außerhalb Nordamerikas versucht Monsanto, die entgeltlose Benutzung seiner genetisch modifizierten Saaten zu unterbinden. Ein besonderes Augenmerk richtet Monsanto auch auf Argentinien, wo nach Angaben des Unternehmens 30 Prozent der Sojabohnenproduzenten illegal Monsanto-Produkte benutzen.[5]

2004 setzte sich Monsanto gerichtlich gegen eine Werbekampagne der Molkerei Oakhurst Dairy in Portland, Maine zur Wehr, die damit warb, dass die verwendete Milch von Kühen stammte, die nicht das Wachstumshormon rBGH von Monsanto bekommen hatten. Monsanto hielt diese Werbeaussage für geschäftsschädigend. Die beiden Firmen einigten sich außergerichtlich auf eine veränderte Formulierung.

...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto (02/2008)

-.-

Quote
[...] Hamburg - Der Brief kam per Einschreiben und der Inhalt machte keine Freude: Vor gut zwei Wochen untersagte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) dem amerikanischen Agrarkonzern Monsanto per Bescheid, Saatgut der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 weiterhin zu verkaufen. Es sei denn, so heißt es in dem Erlass des BVL, der SPIEGEL ONLINE vorliegt, es liege ein "Plan zur Beobachtung der Umweltauswirkungen" vor.

Eine Entscheidung, die bei Monsanto auf wenig Gegenliebe stieß. Denn bislang ist MON 810 der einzige Genmais, der in Deutschland angebaut werden darf. Er ist resistent gegen den sogenannten Maiszünsler, einen schmetterlingsartigen Schädling, der die Standfestigkeit und damit die Entwicklung der Maispflanze beeinträchtigt.

Kaum war der Bescheid - der auf den 27. April datiert ist - bei dem US-Biotechkonzern eingegangen, startete der Konzern die Gegenoffensive. An den unterschiedlichsten Stellen im Verbraucherschutzministerium, zu dem die Bundesbehörde gehört, wurde Druck gemacht. So soll es nach Informationen von SPIEGEL ONLINE bereits kurz vor dem EU-USA-Gipfel Anfang Mai einen Anruf bei einem Referatsleiter gegeben haben. Außerdem soll sowohl von Seiten Monsantos als auch der amerikanischen Botschaft Kontakt zu Staatssekretär Gert Lindemann aufgenommen worden sein, um Einfluss zu nehmen.

"Mittlerweile ist bereits die amerikanische Botschaft im Kanzleramt vorstellig geworden. Von vielen Ebenen wird da gehörig Druck aufgebaut", sagt auch Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen. "Monsanto ist berüchtigt dafür, dass sie mit harten Bandagen und ohne Rücksicht versuchen, ihre Geschäftsinteressen durchzusetzen – auch bei Produkten, die massiv in der Kritik stehen." Höhn fordert deshalb, dass sich der zuständige Minister beim "notwendigen Mon 810-Stopp nicht von den starken Lobbyversuchen beeinflussen" lasse.

"Auch wir haben Informationen aus politischen Kreisen, dass Vertreter der US-Botschaft und von Monsanto in den vergangenen Tagen Kontakt mit der Bundesregierung aufgenommen haben", sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte bei Greenpeace. Schon die Ankündigung des Beschlusses habe dafür gesorgt, dass Monsanto aktiv geworden sei. "Das ist kein ungewöhnlicher Vorgang, wir wissen auch aus anderen Ländern, zum Beispiel aus Ungarn, dass Monsanto dort gezielt Druck auf die Regierung ausgeübt hat."

[...] Monsanto hat allerdings eine ganz andere Erklärung für die rasche Kontaktaufnahme nach der Zustellung des Bescheids: "Wir wollten den Hintergrund erfahren, das waren rein informelle Gespräche", sagte Monsanto-Deutschland-Sprecher Andreas Thierfelder zu SPIEGEL ONLINE. Dabei sei es vor allem um eine Klarstellung gegangen, was der Bescheid für die derzeitige Aussaat bedeutet, man habe damit einer Verunsicherung der Landwirte und Kunden vorbeugen wollen. Dass man versucht habe, den Bescheid zu beeinflussen, bestreitet Thierfelder. "Das liegt außerhalb unserer Möglichkeiten."

Dabei ist Lobbying grundsätzlich nicht verboten. "Allein gegen die Tatsache, dass Monsanto-Vertreter einen Termin im Kanzleramt gehabt haben sollen, ist noch nichts einzuwenden", sagt Christian Humborg, Geschäftsführer der Anti-Korrpuptions-Organisation Transparency International Deutschland. Die Frage sei, welche Folgen der Besuch gehabt hat. Grundsätzlich sei es allerdings problematisch, dass es in Deutschland eine Grauzone im Bereich Lobbying gebe: "Es muss klarer werden, was in Ordnung ist und was nicht." Humborg würde es deshalb begrüßen, wenn in diesem Fall offen gelegt wird, wer im Kanzleramt wen getroffen hat und um welche Themen es ging.

Dabei ist die Richtlinie sowieso überflüssig, wenn man Gentechnik-Experte Then glaubt: "Die Saat für dieses Jahr ist draußen und damit kommt der Erlass von Seehofer zu spät." Dass das ein Zufall ist, daran glaubt Then nicht: Seehofer habe einen Zeitpunkt gewählt, von dem er genau gewusst habe, dass er zu spät sei - er könne sich damit aber trotzdem als Verbraucherschützer geben. "Er tut damit so als ob er was tut."

"Ich bin insgesamt über Zeitpunkt und Inhalt der Auflagen für den MON 810 stark irritiert", sagt auch Höhn. "Mir kann niemand erklären, warum die jetzt vom Ministerium geäußerten Risiken und Bedenken erst im nächsten Jahr Konsequenzen haben sollen. Wenn man den Mais für bedenklich hält, dann muss jetzt gehandelt und der Genmais von den Feldern geholt werden."

Warum der Bescheid erst jetzt verschickt wurde, obwohl schon 2006 eine Studie empfohlen hat, den Anbau zu beaufsichtigen, weiß man auch im Verbraucherministerium nicht. Dies sei ein interner Vorgang, zu dessen zeitlichen Ablauf man nichts sagen könne, heißt es von einem Sprecher. Dass es Gespräche zwischen dem Kanzleramt und dem Konzern sowie dem Kanzleramt und der US-Botschaft gegeben habe, bestätigt ein Regierungssprecher. Das Ministerium habe sich aber bei seiner Entscheidung "ausschließlich auf vorliegende Risikoeinschätzungen gestützt" und sei "nicht von Dritten" beeinflusst worden.



Aus: "LOBBYING: Wie Genmais-Gigant Monsanto Politik macht" Von Susanne Amann (10. Mai 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,482238,00.html

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Quote
[...] Als 1996 die ersten genmanipulierten Sojabohnen nach Europa kamen und in unsere Nahrungsmittel Einzug hielten, war in der Politik wie in den Medien noch "freie Fahrt" für die Gentechnologie angesagt. Doch damals begann Greenpeace seine Aufklärungskampagne gegen die "Monsanto-Bohnen". Greenpeace hat es geschafft, die europäische Öffentlichkeit zu sensibilisieren, Proteste zu stimulieren und den "mündigen Verbraucher" mit Informationen handlungs- und verweigerungsfähig zu machen. Ohne jene Initiative der Umweltschützer von 1996 wäre die Entwicklung in der EU anders verlaufen, und die ab April 2004 geltende Kennzeichnungs­verordnung hätte es wohl nie gegeben.



Gentechnik - alles unter Kontrolle ?

Ratten-Gen im Salat,
Motten-Gen im Apfel,
Kuh-Gen in der Soja-Bohne:


Die Gentechnik Konzerne behaupten gerne, sie hätten die Gene unter Kontrolle.

Das Gegenteil ist der Fall:
Das Zusammenspiel der Gene in einer Zelle ist extrem komplex und viele grundlegende Prozesse in einer Zelle sind den Wissenschaftlern heute noch ein Rätsel. Die Wissenschaftler können noch nicht einmal erklären, warm der Reis doppelt so viele Gene hat wie der Mensch.

...


Aus: "Gentechnik" (greenpeace.de/aachen/gentechnik, Stand 02/2008)
Quelle: http://gruppen.greenpeace.de/aachen/gentechnik.html

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Quote
[...] Brasilien (AFP) — In Brasilien darf erstmals gentechnisch veränderter Mais angebaut werden. Die nationale Biotechnologiekommission der Regierung gab grünes Licht für zwei Genmaissorten des Bayer-Konzerns und der US-Firma Monsanto, sagte Forschungsminister Sergio Rezende laut Nachrichtenagentur Agencia Brasil. Mit den neuen Zulassungen dürfen nun vier gentechnisch veränderte Organismen in Brasilien angebaut werden: 2005 waren eine Baumwollsorte und eine Sojaart des Monsanto-Konzerns zugelassen worden. Umweltschützer haben Proteste gegen die jüngste Entscheidung angekündigt.


Aus: "In Brasilien darf erstmals Genmais angebaut werden" (AFP, 2008)
Quelle: http://afp.google.com/article/ALeqM5i5MH8bxJHZi8M1uOB6N3ypPBqF7Q

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Quote
[...] Kaum ein Thema wird so emotional diskutiert wie der Anbau von Genpflanzen. Während sich die Hersteller Milliardengeschäfte erhoffen, stehen in Deutschland große Teile der Bevölkerung der Gentechnik in der Landwirtschaft nach wie vor skeptisch bis ablehnend gegenüber. Dennoch findet sich auf deutschen Äckern bereits eine ganze Reihe gentechnisch veränderter Pflanzen - von Erbsen über Sojabohnen bis zum Winterweizen. Sie alle dürfen allerdings bislang nur auf sehr kleinen Flächen zu Forschungszwecken angebaut werden. Nach den Untersuchungen werden sie vernichtet.
 
Einzige Ausnahme ist bisher der Genmais MON810 des US-Konzerns Monsanto, der bereits seit einigen Jahren die Zulassung der Europäischen Union (EU) für den kommerziellen Anbau hat. Im vergangenen Jahr wuchs in Deutschland auf einer Fläche von 2685 Hektar Monsanto-Genmais - das entspricht etwa 3650 Fußballfeldern oder 0,15 Prozent der mit Mais bepflanzten Fläche. Für dieses Jahr haben Landwirte bereits eine Fläche von rund 2800 Hektar für Genmais angemeldet. An diesem Freitag entscheidet der Bundestag über das neue Gentechnikgesetz, im Februar der Bundesrat. "Der Anbau wird nicht abgewürgt", sagt Monsanto-Sprecher Andreas Thierfelder.

Mit der BASF-Genkartoffel Amflora könnte in diesem Jahr eine zweite Pflanze in den regulären Anbau kommen. Der Ludwigshafener Konzern wartet allerdings noch auf die endgültige Zulassung der EU-Kommission. Spätestens bis April erhofft sich das Unternehmen eine positive Entscheidung. "Danach wäre es für einen Anbau noch in diesem Jahr zu spät", sagt die Sprecherin der BASF-Tochter Plant Science, Susanne Benner. Kommt die Zulassung rechtzeitig, soll Amflora laut Benner auf einigen hundert Hektar angebaut werden. Als mögliche Standorte nennt sie Deutschland, Schweden und Tschechien.

Amflora wurde gentechnisch so verändert, dass die Kartoffel besser für die Produktion von Stärke geeignet sein soll. Auf den Tellern der Verbraucher soll sie nicht landen. Die Überreste will BASF auch zur Tierfütterung nutzen. Das neue Gentechnik-Gesetz sieht BASF sehr skeptisch. "Wir sind davon ausgegangen, dass die Regierungskoalition Erleichterungen hinsichtlich der Entwicklung und Nutzung von Gentechnik bringt", sagt Benner. Nun sei aber eher das Gegenteil der Fall. Auch Monsanto hält das Gesetz für zu restriktiv. Dagegen warnen Umweltverbände vor Risiken.


Die Produzenten der Genpflanzen müssen sich an mehreren Fronten bewähren - gegenüber der EU und den Mitgliedsstaaten. Die Staaten setzen die Vorgaben aus Brüssel nicht einheitlich um. Frankreich, Österreich und andere Länder haben den Anbau des Maises MON810 trotz EU-Zulassung gestoppt, weil ihnen die Risiken zu groß erscheinen. In Deutschland darf MON810, der ein Gift gegen den Schädling Maiszünsler enthält, nur unter verschärfter Beobachtung angebaut werden.

Wichtigstes Anbaugebiet für Genmais in Deutschland war 2007 Brandenburg. Der Schwerpunkt liegt bislang in Ostdeutschland. Den großen Agrargenossenschaften dort fällt es nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit leichter, die künftigen Vorgaben umzusetzen, etwa den Mindestabstand des Maises zu gentechnikfreien Feldern.

Monsanto-Sprecher Thierfelder will noch keine Prognose wagen, wie sich die Anbaufläche in Deutschland 2008 entwickeln wird. Die Gentechnik-Expertin von Greenpeace, Ulrike Brendel, sagt: "Wir gehen davon aus, dass die Anbaufläche weiter zunimmt." Neben dem Osten zeichne sich für dieses Jahr Bayern als weiterer möglicher Schwerpunkt ab. "Das neue Gentechnik-Gesetz kann offenbar den Anbau in Gebieten mit kleinteiliger Landwirtschaft nicht unterbinden", kritisiert Brendel. Dabei sei dort die Gefahr einer Vermischung von Genmais mit gentechnikfreien Pflanzen noch höher.


Aus: "Milliardengeschäft mit Gegnern: Gentechnik auf dem Acker" Von Marc Strehler, dpa (Donnerstag, 24. Januar 2008)
Quelle: http://www.n-tv.de/908563.html

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Quote
[...] 01.02.2008
Frage von Fr. Polinski
 

   Sehr geehrter Herr Bleser,

jetzt ist der Anbau des GenMais MON 810 der US-Firma Monsanto bereits erlaubt.
Wurde inzwischen der von BVL angeforderte "Plan zur Beobachtung der Umweltauswirkungen" vorgelegt?

Vielen Dank für die Antwort.

-.-


04.02.2008
Antwort von
Peter Bleser

Bild: Peter Bleser

   Sehr geehrte Frau , Polinski

gerne beantworte ich Ihre Frage vom 01. Februar 2008 wegen MON 810.

Kurz zur Vorgeschichte: Ein Beobachtungsplan (Monitoring) ist EG-rechtlich seit 2003 für Neuzulassungen vorgeschrieben, gilt aber nicht für Altgenehmigungen wie MON 810.

Die Firma Monsanto hat als Reaktion auf den Bescheid des Bundes­amtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom 27. April 2007 einen Monitoring-Plan beim BVL und einen Plan zu dessen Durchführung in Deutschland vorgelegt. Aufgrund der Nach­forderung des BVL wurde der Plan insbesondere um die Einbezie­hung nationaler Umweltbeobachtungsnetzwerke ergänzt. Auf Anre­gung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hat Monsanto den vor­gelegten Plan um die Einbeziehung von Rohdaten und Bodenbeo­bachtungsnetzwerken ergänzt. Gleichzeitig wird das BVL im Rahmen der allgemeinen Überwachung die Auswirkungen von Bt-Toxinen auf den Boden, aquatische Ökosysteme und Nicht-Ziel-Schmetterlinge prüfen lassen.

Aus Sicht des BVL sind damit die Anforderungen des Bescheids an ein Monitoring durch Monsanto erfüllt, sodass MON 810-Saatgut wieder vermarktet werden kann. Monsanto erhielt am 5. Dezember 2007 einen entsprechenden schriftlichen Bescheid. Die Bundesre­gierung hat die Vorgehensweise der Beteiligten begrüßt.

Noch ein Hinweis: Unter der Internetadresse www.biosicherheit.de können Sie unter dem Stichwort "MON 810" alle einschlägigen Un­tersuchungen zu diesem Thema nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Bleser, MdB


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29.01.2008
Frage von
Mathias Renner

Sehr geehrter Herr Bleser,

ich bin Schüler in der gymnasialen Oberstufe in Bamberg und beschäftige mich seit längerem im Fach Biologie mit der "Grünen Gentechnik". Aufgrund meiner Recherchen v. a. über Agro-Gentechnik in den USA, wo der Konzern Monsanto führend ist, kam ich zu dem Schluss, dass diese Gentechnik keineswegs ein positiver, innovativer Schritt in die Zukunft ist, sondern vielen Bauern den Untergang bereitet - und den großen Konzernen enorme Gewinne verschafft.

Als ich jedoch auf Ihre Rede vor dem Bundestag und das folgende Interview mit Journalisten gestoßen bin, war ich sehr überrascht, wie positiv Sie die "Grüne Gentechnik" darstellen. Deswegen frage ich Sie: Wie kommen Sie dazu, die "Grüne Gentechnik" als etwas positives, zukunftsweisendes zu betrachten, wenn doch die schlimmen Auswirkungen und Folgen längst bekannt und durch Studien belegt sind? So frage ich weiter: Werden Sie dafür bezahlt, dass sie diese Informationen verbreiten, wenn ja, von wem? Ich erwarte eine ehrliche Antwort.

MfG,
M. Renner

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01.02.2008
Antwort von
Peter Bleser

Sehr geehrter Herr ,

hiermit beantworte ich Ihre Frage, die Sie über "abgeordnentenwatch" am 30. Januar d. J. an mich gestellt haben.

Wenn Sie meine Rede gelesen haben, habe ich mehrere, nachprüfbare Beispiele des Nutzens der grünen Gentechnik angeführt und dafür plädiert, die Chancen dieser Biotechnologie unter Berücksichtigung etwaiger Risiken zu nutzen. Offensichtlich haben Sie auch meinen Hinweis auf das enorme Einsparpotential von Pflanzenschutzmitteln in den USA nicht wahrgenommen. Ich kann dies noch ergänzen: Am 22.09.2007 berichtete Dr. Gregory Roth von der Pennsylvania State University vor Agrar- und Ernährungsjournalisten in Bonn, dass der Anbau von GVO-Mais, GVO-Baumwolle und GVO-Soja folgende Vorteile hat: Deutlich weniger Herbizideinsatz, Verzicht auf den Pflug, mehr organische Masse im Boden, weniger Erosion. Der Kraftstoffverbrauch auf den Betrieben sinkt dadurch um Zweidrittel, die Arbeitszeit um 60 %. Der auf den Hektar bezogene Erlös fällt bei genetisch veränderten Sorten schätzungsweise um 50 bis 60 US$ höher aus als bei konventionellen Sorten; das sind rund 36 bis 43 mehr. Ich frage mich, wo Sie Ihre USA-Recherchen durchgeführt haben. Ich will es dabei bewenden lassen und Sie auf einige Informationsquellen hinweisen:

www.biosicherheit.de wird vom Ministerium für Bildung und Forschung gefördert,
www.transgen.de (Mitarbeit der Verbraucherzentralen),
Artikel vom 1. November 2007 in der "Welt", dies ist ein Interview mit dem Friedensnobelpreisträger Norman Borlaug,
Artikel vom 7. November 2007 in der "FAZ"; dort wird über Einsatz von GVO-Pflanzen in Indien berichtet mit dem Erfolg, dass der Einsatz von Insektiziden in 5 Jahren auf den Baumwollfeldern um fast 20 % zurückgegangen ist.

Landwirte bauen eine Kultur nur an, wenn sie für ihren Betrieb daraus einen Nutzen ziehen können. Man sollte den Millionen von Landwirten auf der ganzen Welt, die GVO-Pflanzen nutzen, schon zutrauen, dass sie wirtschaftliche vernünftige Entscheidungen treffen können.
Der zweite Teil Ihrer Frage ist schlicht und einfach eine Unverschämtheit. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich besser zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Bleser

[Peter Bleser (CDU)
Jahrgang, 1952

Berufliche Qualifikation: Landwirtschaftsmeister, Ausgeübter Beruf und Arbeitgeber: Mitglied des Deutschen Bundestages, Wahlkreis WK 202: Mosel / Rhein - Hunsrück, direkt gewählt]


http://www.abgeordnetenwatch.de/peter_bleser-650-6036--f96814.html#frage96814



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« Reply #17 on: October 23, 2008, 03:32:06 PM »

Quote
[...] Bordeaux - Der französische Bauernführer José Bové ist ein weiteres Mal wegen der Zerstörung von Genpflanzen verurteilt worden. Das Strafgericht von Bordeaux verhängte am Mittwoch gegen den 55-Jährigen eine Geldstrafe von 12.000 Euro, weil er sich im November 2006 an einer Protestaktion auf einem Bauernhof im südwestfranzösischen Lugos beteiligt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Monate Haft gefordert. Elf weitere Genpflanzen-Gegner wurden zu Bewährungsstrafen von drei Monaten verurteilt.

Bestraft wurde auch der Besitzer des Bauernhofs, Marc Giblet. Er hatte versucht, durch einen Schuss aus einer Jagdflinte die Eindringlinge zu vertreiben, und muss nun 9600 Euro zahlen. Bei der Aktion hatten die Aktivisten einen Teil der in Silos gelagerten 2000 Tonnen Genmais durch das Ausschütten einer gefärbten Flüssigkeit unbrauchbar gemacht. (APA/AFP)


Aus: "Französischer Bauernführer Bové wegen Genmaiszerstörung verurteilt" (22. Oktober 2008)
Geldstrafe von 12.000 Euro - Elf Kompagnons zu Bewährungsstrafen veurteilt
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=1224256189124

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« Reply #18 on: February 19, 2009, 11:34:00 AM »

Quote
[...] Magdeburg/Quedlinburg (epd). Wegen der Zerstörung eines Versuchsfeldes mit Genpflanzen in Gatersleben bei Quedlinburg müssen sich sechs Umweltaktivisten vor Gericht verantworten. Voraussichtlich am 26. Februar werde am Magdeburger Landgericht in einem Zivilprozess eine Klage auf Schadensersatz in Höhe von 170.000 Euro verhandelt, sagte ein Gerichtssprecher am 17. Februar auf epd-Anfrage. Kläger sei das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben.

Bei der Aktion im April 2008 hatten Mitglieder der Initiative "Gendreck weg" auf einem eingezäunten Versuchsfeld des Instituts den Boden umgegraben und gentechnisch veränderten Weizen herausgerissen. Sechs Teilnehmer aus Thüringen, Niedersachsen und Hessen, die zur Tatzeit zwischen 22 und 31 Jahre alt waren, wurden von der Polizei vorübergehend festgenommen. Gegen sie richtet sich die Schadensersatzklage.

Die "Feldbefreier" würden die Verhandlung dazu nutzen, auf den "Skandal der Freisetzung" und seine möglichen Folgen aufmerksam zu machen, sagte Simone Ott von der Initiative "Gendreck weg" dem epd im hessischen Gießen. Anwalt der Gegenseite sei ausgerechnet der ehemalige Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Horst Rehberger (FDP), der dem Lobby-Verein "Innoplanta" angehöre. In seiner Amtszeit habe er die Ansiedlung von Biotechnologie-Firmen auf dem Gelände der Gaterslebener Forschungsanstalt maßgeblich vorangetrieben.

Die Gentechnik-Kritiker befürchten eine Verseuchung der pflanzlichen Genreserven der Instituts-Anlagen mit manipulierten Pollen. Mit einem Bestand von 150.000 Mustersamen aus mehr als 3.000 Arten zählt die Gaterslebener Genbank nach eigenen Angaben zu den weltweit größten Einrichtungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Strafrechtlich hatte die Aktion im April 2008 laut Ott noch keine Konsequenzen. Es sei zwar wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ermittelt worden, eine Anklage liege bislang aber nicht vor. Zu dem Zivilprozess plane die Initiative eine Kundgebung sowie eine Demonstration durch die Magdeburger Innenstadt. Als Teilnehmer kündigte sie unter anderem Landwirte mit Traktoren an. Die Protestaktion finde auch dann am 26. Februar statt, wenn der Gerichtstermin verlegt werden sollte. Internet: www.gendreck-weg.de (0838/17.02.2009)



Aus: "Hohe Schadensersatzklage gegen Gentechnik-Gegner: 170.000 Euro für Zerstörung eines Versuchsfeldes mit genverändertem Weizen" (17.02.2009)
Quelle: http://www.epd.de/ost/ost_index_62303.html

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« Reply #19 on: February 25, 2009, 10:47:21 AM »

Quote
[...] Der Mais war den Azteken heilig. Entsprechend viele Götter wachten über die Pflanze, die die Ureinwohner aus der Grassorte Teosinte gezüchtet hatten: Centeotl war der Gott des Mais, Xilonen die Göttin des frischen Maiskolbens und Ilametecuhtli die Göttin des trockenen Maiskolbens. Bis heute ist Mais in Mexiko das wichtigste Nahrungsmittel.

Die Bauern pflanzen mindestens 60 verschiedene Sorten an. Daneben gibt es unzählige wild wachsende Arten. Das Land gilt als Zentrum der biologischen Mais-Vielfalt. Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais wurde daher bereits im Jahr 1998 verboten.

Trotzdem haben Wissenschaftler der Universität von Mexiko-Stadt soeben Erbgut von gentechnisch veränderten Maissorten auf Feldern im Bundesstaat Oaxaca gefunden. Das Forscherteam um die Molekularbiologin Elena Alvarez-Buylla untersuchte fast 2000 Proben aus der Region Sierra Juarez. Etwa ein Prozent davon enthielt DNS-Sequenzen, die nur in gentechnisch veränderten Maissorten vorkommen (Molecular Ecology, Bd.18, S.750, 2009).

Die Wissenschaftler bestätigen damit das Ergebnis einer heftig umstrittenen Studie, die zwei amerikanische Forscher im Jahr 2001 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten. Ignacio Chapela und sein damaliger Doktorand David Quist hatten sechs Maisproben aus Oaxaca untersucht; in vier von diesen fanden sie Erbgut aus gentechnisch verändertem Mais, wie er auf Millionen Hektar in den USA angebaut wird.

Eine der bekanntesten Gentech-Sorten ist der Mais Mon810 der Firma Monsanto. Ins Erbgut dieser Pflanze, die auch in Deutschland angebaut wird, wurde ein Gen aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis eingeschleust. Die Pflanzen sind daher in der Lage, ein Gift herzustellen, das die Larven eines gefährlichen Schädlings, des Maiszünslers, tötet.

Die Studie von 2001 wurde von vielen Wissenschaftlern kritisiert, bis sich schließlich auch der zuständige Nature-Redakteur distanzierte und die Veröffentlichung als Fehler bezeichnete. Die aktuelle Untersuchung der mexikanischen Biologen scheint jedoch den beiden amerikanischen Forschern Recht zu geben.

Aber wie konnten die fremden Gene des Hightech-Mais auf die Felder der abgelegenen Region Oaxaca kommen? Theoretisch vorstellbar ist, dass der Wind die Gentech-Pollen aus den USA bis nach Mexiko getragen hat. Wie weit der Wind Maispollen transportieren kann, ist unter Forschern umstritten.

Es gibt Angaben von mehreren hundert Kilometern am Tag. Doch in der Praxis konnten bei einer Untersuchung in den USA schon 300 Meter von einem Feld mit transgenem Mais entfernt keine Spuren des manipulierten Erbguts mehr nachgewiesen werden. Zudem sind Maispollen ziemlich schwer und nur etwa 24 Stunden lang befruchtungsfähig. Dass die fremden Gene aus den USA bis nach Oaxaca geflogen sind, ist daher unwahrscheinlich.

Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin bei Greenpeace, vermutet vielmehr, dass sie aus Gentech-Mais stammen, der in mexikanischen Supermärkten als Nahrungsmittel verkauft wird. Anders als der Anbau, ist der Import genmanipulierter Maissorten in Mexiko erlaubt. Das Land führt jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen davon aus den USA ein.

"Es ist gut vorstellbar, dass Pollen des Supermarkt-Mais aus den USA mexikanische Sorten befruchten, so dass sich die beiden vermischen", sagt Töwe. Eine dritte Erklärung wäre, dass Bauern in Mexiko den aus den USA stammenden Gentech-Mais illegal angepflanzt haben.

Welche Auswirkungen die fremden Gene auf den Mais in Mexiko haben können, ist umstritten. Gentechnik-Kritiker wie Stephanie Töwe sehen sie als Gefahr für die Artenvielfalt. "Die unkontrollierte Ausbreitung solcher Gene kann die Eigenschaften der ursprünglichen Sorten verändern und unter Umständen sogar die Ernte und die Existenzgrundlage der mexikanischen Bauern gefährden", sagt Töwe.

Befürworter der Grünen Gentechnik argumentieren, dass sich Erbgutschnipsel aus den Hightech-Mais nur in Mexiko etablieren können, wenn sie die Eigenschaften der dortigen Arten verbessern. Ohnehin würden sich die vielen verschiedenen Maissorten in Mexiko ständig verändern, da die Bauern seit Jahrtausenden verschiedenste Pflanzen miteinander kreuzen.


Aus: "Gentech-Mais: Das Rätsel von Oaxaca" (24.02.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/815/459457/text/

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« Reply #20 on: November 24, 2010, 11:14:51 AM »

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[...] Das Gesetz, das 2008 verabschiedet wurde, regelt den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft. Mit seinem Grundsatzurteil hat das Gericht bestätigt, dass Landwirte in vollem Umfang für Schäden haften müssen, wenn genverändertes Material in konventioneller Ernte gefunden wird und diese dadurch nicht mehr oder nur eingeschränkt verwertbar ist. Dies gilt unabhängig davon, ob sich der konkrete Verursacher nachweisen lässt (Az.: 1 BvF 2/05).

Auch das Bundesregister, in dem Bauern den Standort von Feldern mit genmanipulierten Pflanzen veröffentlichen müssen, ist demnach zulässig. Darüber hinaus greife das Gesetz nicht unzulässig in die Berufsfreiheit von Gentechnik-Landwirten ein.

Die Verfassungshüter verwiesen zur Begründung des Urteils auf den Schutz des Gemeinwohls vor den Gefahren der Gentechnik. Sie verändere das Erbgut von Pflanzen und greife damit "in die elementaren Strukturen des Lebens ein".Die Ausbreitung einmal in die Umwelt ausgebrachten gentechnisch veränderten Materials sei nur schwer oder auch gar nicht begrenzbar."Angesichts des noch nicht endgültig geklärten Erkenntnisstandes der Wissenschaft bei der Beurteilung der langfristigen Folgen eines Einsatzes von Gentechnik trifft den Gesetzgeber eine besondere Sorgfaltspflicht."

... Bei der Anhörung von Sachverständigen war zur Sprache gekommen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit zwar inzwischen auf 134 Millionen Hektar angebaut werden, europaweit waren es 94.000. In Deutschland sind es derzeit 15 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern, die mit der genveränderten Amflora-Kartoffel angebaut werden, deren höherer Stärkegehalt für die Papier-, Garn- oder Klebstoffindustrie von Nutzen sein soll. Der Genmais MON 810 war 2009 wegen Anzeichen für schädigende Auswirkungen auf Kleintiere verboten worden.

Die damalige Begründung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU): Der Genmais stelle eine Gefahr für die Umwelt dar.

(Reuters/dapd/AFP/mcs/mati)


Aus: "Karlsruhe: Urteil zum Gentechnikgesetz - Bauern haften für ihre Pollen" (24.11.2010)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/urteil-in-karlsruhe-gentechnikgesetz-ist-verfassungsgemaess-1.1027655

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« Reply #21 on: January 05, 2011, 09:26:59 PM »

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[...] Hamburg - Der Unmut der US-Regierung über das Zögern einiger EU-Länder, den Import und Anbau von Genmais zuzulassen, ist groß - das geht aus den von WikiLeaks veröffentlichten US-Depeschen hervor. Dem britischen "Guardian" zufolge empfahl der US-Botschafter in Paris seiner Heimatregierung in Washington, den Widerstand der "schlimmsten Übeltäter" gegen Genpflanzen zu bestrafen.

Diskutiert wurde eine "Vergeltungsliste", die Druck auf sich sträubende EU-Länder ausüben sollte, damit diese genmanipulierte Mais- und Getreidesorten auf europäischen Märkten zulassen. "Indem wir Vergeltung üben, machen wir deutlich, dass sich die EU mit ihrer Widerstandshaltung nur selbst schadet", zitiert die Zeitung aus den Dokumenten.

Frankreich hatte die amerikanische Genmaissorte MON 810 Ende 2007 verboten. Der Zeitung zufolge wandte sich der US-Botschafter in Frankreich, Craig Stapleton, wenig später an die Regierung in Washington und forderte, die EU für solchen Widerstand zu bestrafen.

In der Depesche heißt es dem "Guardian" zufolge: "Wir empfehlen, dass wir eine Vergeltungsliste ausarbeiten, die einige Schmerzen in der EU bereitet." Zugleich müsse man sich auf "die schlimmsten Übeltäter" konzentrieren - offenbar jedes EU-Land, das sich offen gegen die Einfuhr der genveränderten Gewächse stemme.

Zu den gemeinten "Übeltätern" zählt wohl auch die Bundesregierung, auch wenn sie in der Depesche nicht namentlich erwähnt wird. Deutschland ist neben Frankreich, Griechenland, Österreich, Ungarn und Luxemburg das sechste EU-Land, das den Anbau von MON 810 verbietet. Die EU hat die Sorte des US-Konzerns Monsanto schon vor Jahren zugelassen, mittlerweile die Einfuhr von fünf neuen Genmaissorten erlaubt. Deutschland und die anderen fünf Länder nutzen eine Schutzklausel, um sich der EU-Gesetzgebung zu entziehen.

Welche Strafmaßnahme konkret ergriffen werden sollte, geht aus den Depeschen nicht hervor. Der Botschafter empfahl laut "Guardian": Die Aktionen sollten eher maßvoll denn bösartig sein, allerdings langfristig wirksam und nachhaltig angelegt, "angesichts der Tatsache, dass wir keinen schnellen Sieg erwarten können".

Ende Dezember hatte WikiLeaks Dokumente veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die USA auch den Vatikan instrumentalisieren wollten, um die internationale Skepsis gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen abzubauen. In den Depeschen aus dem Jahr 2001 äußerten Diplomaten die Hoffnung, der Papst könne mit einer Pro-Gentechnik-Haltung mehr als eine Milliarde Anhänger der römisch-katholischen Kirche beeinflussen.

Die US-Regierung hatte in der Vergangenheit das deutsche Anbauverbot offen kritisiert: Amerikanische Regierungsvertreter warnten etwa im Jahr 2009, das Verbot lasse den falschen Eindruck entstehen, die Lebensmittelzulassung in den USA und in der EU funktioniere nicht. Washington machte mehrfach deutlich, man sehe in dem MON-810-Verbot einen Fall von unzulässigem Protektionismus.

amz


Aus: "US-Diplomaten wollten EU für Genmais-Blockade bestrafen" (05.01.2011)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737814,00.html

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