COMMUNICATIONS LASER #17
May 18, 2012, 06:57:02 AM *
Welcome, Guest. Please login or register.

Login with username, password and session length
News: LASER#17 | TEXT MEMORY UNIT | ZITAT MONTAGEN | TEXT DATENBANK
=> BRUCHSTUECK-TEXT, SELEKTIVES GEDANKEN ARCHIV, UNGEORDNETE FELDFORSCHUNG, AMBIVALENZ, MENTALITAETSGESCHICHTE, GEHIRN ESKAPADEN, ZITATE, SPUREN, ASSOZIATIONEN, TUNNELREALITAET
 
   Home   Help Search Login Register  
Pages: [1] 2   Go Down
  Print  
Author Topic: [Genetische Manipulation... (Notizen)]  (Read 2858 times)
0 Members and 1 Guest are viewing this topic.
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« on: August 23, 2006, 10:11:11 AM »

Quote
[...] NEW YORK - Es ist der Fall, vor dem Umweltschützer und Gegner von genmanipulierten Landwirtschaftsprodukten immer gewarnt haben. In den USA hat sich erstmals Gras, das in einem biotechnologischen Labor gezüchtet wurde, unkontrolliert in der Wildnis ausgebreitet. Es handelt sich um sogenanntes Creeping Bentgras, das für Golfplätze entwickelt wurde und gegen das Pestizid Roundup resistent ist. Vorteil: Die Golfanlagen können öfter und stärker gegen Unkraut behandelt werden. Doch nun droht eine ungewisse Entwicklung. Das Gras wird vermutlich die Resistenz auf andere Gräser und Pflanzen übertragen. Experten wollen jedoch nicht von einer Umweltbedrohung sprechen: "Dies ist keine Killer-Tomate oder ein Spargel, der ganze Landstriche auffrisst", sagt Norman Ellstrand, Genforscher an der Universität von Kalifornien. Er gesteht jedoch ein: "Im schlimmsten Fall muss in der Landwirtschaft künftig stärkeres Gift eingesetzt werden", Umweltschützer halten dies für schlimm genug. Wie das Gen-Gras in der Gegend von Portland (Oregon) in die Wildnis gelangte, ist noch ungeklärt. Eine Ladung Saat war vor mehreren Jahren aus einem Lager verschwunden, wo sie nach der Ernte neben unbehandelter Saat getrocknet wurde.


Aus: "Gen-Gras vermehrt sich unkontrolliert" (Hamburger Abendblatt; 21. August 2006)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2006/08/21/600550.html


-.-

Quote
[...] Am Wochenende hatten US-Behörden bekannt gegeben, dass in mehreren US- Bundesstaaten herkömmlich angebauter Reis mit der von BAYER CropScience hergestellten Sorte LL 601 kontaminiert ist. Der jüngste Skandal in den USA belege, dass sich die Risiken von modifizierten Pflanzen nicht kontrollieren ließen, so die CBG. Zudem werde erneut klar, dass genau jene Befürchtungen der Gentech-Gegner, nämlich eine zufällige Auskreuzung, offensichtlich nicht verhindert werden könne.

"Dieser Fall bestätigt alle Befürchtungen. Eine nicht zugelassene gentechnisch veränderte Reis-Sorte landet in der Nahrungskette, und niemand weiß, wie sie dort hineingelangt ist", so Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren im pressetext-Gespräch. Derzeit sei der Umfang der Verunreinigung ebenso unklar wie die gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher. "Dieser Fall muss Konsequenzen für die Zulassung von Gen-Reis in der EU haben", fordert Mimkes. Die Import-Zulassung des gentechnisch veränderten Reis der Sorte LL 62 in der EU sei bereits seit drei Jahren von Bayer beantragt worden und soll noch 2006 erfolgen. Insgesamt neun EU-Mitgliedstaaten äußerten Bedenken, weswegen die European Food Safety Authority (EFSA) bis heute keine Zulassung erteilt hat "Wenn die EU diesen Gen-Reis zulässt wird das auch für andere Länder mit weit reichenden Konsequenzen verbunden sein." Besonders problematisch sei es, dass es keine Informationen über die Auswirkungen gebe.

[...] BAYER ist weltweit zweitgrößter Anbieter von gentechnisch verändertem Saatgut. In Europa will das Unternehmen gentechnisch veränderte Pflanzen wie Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais in den Markt drücken. "Die weltweit folgenschwerste Entscheidung betrifft jedoch die Zulassung von Gen-Reis. Neben den Risiken für die Konsumenten stehen dabei besonders die Auswirkungen in den Anbau-Ländern, vornehmlich in Asien, im Blickpunkt", betont Mimkes. "Die Einführung von Gen-Reis hätte dramatische Konsequenzen, da Millionen Bauern in südlichen Ländern, die bislang durch Tausch und Eigenzüchtungen ihr Saatgut selbst produzieren, in Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu geraten drohen." Die Verwendung der Ernte als Saatgut wäre nämlich wegen des Patentschutzes künftig verboten.


Aus: "Experten fordern weiterhin Verbot von Gen-Reis in der EU - Kontaminierter Reis in herkömmlichen Sorten in den USA gefunden" (Düsseldorf (pte/22.08.2006/14:54))

Quelle: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=060822034
« Last Edit: March 13, 2007, 10:19:03 AM by lemonhorse » Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #1 on: August 27, 2006, 03:30:41 PM »

Quote
[...] Berlin 24. August 2006 Der neue Bio-Einkaufsführer für Berlin-Brandenburg mußte ohne eine Anzeige der Initiative "Save our Seeds" zur Reinhaltung des Saatguts von Gentechnik erscheinen. "Save our Seeds ersatzlos streichen", lautete die lapidare Anweisung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an den Herausgeber, die "Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin und Brandenburg" (FÖL). Das Ministerium ko-finanziert die Informationsbroschüre, von der 700.000 Exemplare verteilt werden, und machte die Druckfreigabe von der Zensur abhängig.

Die auf Einladung der FÖL gestaltete Anzeige, weist darauf hin, daß künftig in biologischem wie konventionellem Saatgut Spuren von Gentechnik ungekennzeichnet enthalten sein dürfen, wenn es nach dem Willen der Saatgut-Industrie geht. Dies wertete das BMELV als unzulässigen Angriff. Tatsächlich ist die Forderung nach Gentechnik-Grenzwerten im Saatgut über 0,3% auf den Internet-Seiten des "Bundes Deutscher Pflanzenzüchter" und der "European Seed Association" (1) nachzulesen.


Aus: "Bio-Zensur - Landwirtschaftsministerium verbietet Anzeige zur Gentechnik in Berliner Bio-Einkaufsführer" (Berlin 24. August 2006)
Quelle: http://www.saveourseeds.org/de/frame.php?page=biozensur1

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #2 on: September 13, 2006, 08:51:05 AM »

Quote
[...] Jetzt sehen sich die US-Reisbauern mit einem Ausmaß an Verunreinigungen konfrontiert, das sie so nie erwartet hätten. LL601 Reis wurde nie kommerzialisiert und nur im Feldversuch zwischen 1998 und 2001 getestet. Der US-Landwirtschaftsminister bestätigte allerdings, dass kontaminierter Reis in einer Ernte 2005 auftauchte. Grundsätzlich können Verunreinigungen sowohl durch Pollenflug, schlampiger Saatgutselektion, gemeinsamer Nutzung von Landwirtschaftsmaschinen oder Lagerräumen etc. entstehen. Was bei LL601 genau passiert ist, wird erst noch zu klären sein.


Aus: "Der Reis, den keiner wollte - Jede fünfte Probe Langkornreis in Europa enthält illegalen Gentech-Reis LL601 aus dem Hause Bayer" (Brigitte Zarzer; TP; 13.09.2006)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23538/1.html
Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #3 on: September 19, 2006, 09:49:11 AM »

Quote
[...] Ursprünglich hatte Bayer BioSciene NV schon im Jahr 1997 die Markzulassung für die Raps-Linien Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 beantragt, die gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel widerstandsfähiger sind. Nach der Reform der EU-Vorschriften über die Freisetzung genveränderter Organismen 2001 ging der Antrag 2003 erneut bei der Kommission ein. Da die Behörde im zuständigen Fachausschuss Ende 2005 keine ausreichende Unterstützung für die Zulassung erhielt, legte sie den Fall nun dem Ministerrat vor. Dort können die Vorschläge der Brüssel Behörde aber nur mit einer "qualifizierten Mehrheit" von mindestens 232 der insgesamt 321 nach Ländergröße vergebenen Stimmrechte abgelehnt werden.

Neben Deutschland stimmten im Rat laut Diplomaten auch Belgien, Großbritannien, die Niederlande, Finnland und Portugal für die Zulassung. Irland, Spanien, Schweden, Tschechien und die Slowakei hätten sich der Stimme enthalten, die anderen Länder hätten dagegen votiert.

Angesichts der Skandale um die illegalen Einfuhren von genverändertem Reis wäre es Zeit für die Mitgliedstaaten gewesen "scharfe Konsequenzen" zu ziehen, erklärte Breyer. Bei Raps sei die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung noch größer als beim Reis, weil sich der Rapspollen mit dem Wind über mehrere Kilometer ausbreiten könne.


Aus: "EU lässt neue genveränderte Raps-Sorten auf den Markt" (18. September 2006)
Quelle: http://de.news.yahoo.com/18092006/286/wissenschaft-eu-l-sst-genver-nderte-raps-sorten-markt.html
Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #4 on: September 19, 2006, 09:55:09 AM »

Quote
[...] Das Umweltinstitut München hat dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute mehr als 27.000 Einwendungen gegen einen geplanten Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) überstellt. Das BVL als zuständige Genehmigungsbehörde wird dringend aufgefordert, den entsprechenden Antrag des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben abzulehnen. Nie zuvor hat das BVL mehr Einwendungen gegen einen Freisetzungsversuch erhalten.

Die manipulierten Weizenpflanzen verfügen angeblich über einen erhöhten Protein-Gehalt. Sie sind zusätzlich resistent gegen ein Totalherbizid des Bayer-Konzerns und die Antibiotika Ampicillin und Streptomycin. Der Versuchsacker des mit Steuergeldern finanzierten IPK liegt in weniger als 500 Meter Entfernung zu den Anbauflächen einer der weltgrößten Getreide-Genbanken, die ebenfalls auf dem Institutsgelände angesiedelt ist. Dort lagern Tausende alter Weizensorten und -arten, die zu ihrer Erhaltung regelmäßig im Freiland angebaut werden müssen. Saatgut der Genbank wird unter anderem von Züchtern zur Einkreuzung wichtiger neuer Eigenschaften verwendet. Kontaminierte Weizenpflanzen könnten auf diese Weise in alle Welt verbreitet werden. "Das ist ein Rezept für ein Desaster", kritisiert Andreas Bauer, Agrarwissenschaftler und Gentechnikreferent beim Umweltinstitut München. "Schon eine einmalige Auskreuzung könnte genügen, um eine schleichende Kontamination der fast 65.000 Getreidesorten und -arten der Genbank einzuleiten. Genmanipulierte Pflanzen auf dem Gelände der Genbank sind ein leichtfertiges Spiel mit der Ernährungssicherheit zukünftiger Generationen."

Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München, warnt: "Die aktuelle großflächige Kontamination der US-Reisindustrie durch manipulierten Reis zeigt, welche ökonomische Katastrophen die Agro-Gentechnik auslösen kann. Die Verunreinigung von Weizenbeständen durch den Versuch in Gatersleben wäre für heimische Lebensmittelunternehmen verheerend."


Aus: "Rekordzahl an Einwendungen: 27.000 gegen Gen-Weizen - Umweltinstitut München fordert Stopp für hochriskanten Freisetzungsversuch in Sachsen Anhalt" (18. September, Umweltinstitut München)
Quelle: http://www.cbgnetwork.org/1569.html
Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #5 on: October 11, 2006, 12:13:51 PM »

Quote
[...] Brüssel - Kritiker und Gegner gentechnisch veränderter Agrarerzeugnisse müssen sich darauf einstellen, dass ein nationales Anbau- und Verkaufsverbot von der EU-Kommission gekippt wird.

Im konkreten Fall geht es um den Bann der Genmaissorten Mon 810 und T 25 in Österreich. Die EU-Kommission hält - auf der Basis eines Gutachtens ihrer Lebensmittelbehörde - die landwirtschaftlichen Produkte für unbedenklich und pocht deshalb darauf, dass sie auch in Österreich erlaubt werden. Mon 810 wird bereits großflächig in Spanien und Frankreich angebaut und auf einer wachsenden Zahl von Feldern auch in Deutschland.

Die Brüsseler Behörde wird das Dossier an den Umweltministerrat überweisen. Der kann der erzwungenen Zulassung zustimmen oder sie ablehnen, benötigt aber in beiden Fällen nicht nur die einfache Mehrheit, sondern eine qualifizierte. Gelingt ihm weder ein eindeutiges Ja noch ein eindeutiges Nein - und genau damit rechnen Experten -, dann geht die Sache zurück zur EU-Kommission.

Die dürfte dann anordnen, dass der Anbau und der Vertrieb der beiden Genmais-Sorten in Österreich zulässig ist - auch wenn sowohl Österreichs Bevölkerung als auch die Regierung dagegen sind.


Aus: "Verbot von Genmais gerät ins Wanken" (10.10.2006)
Quelle: http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?sid=f415701b0e4726b1daa8ee768a4c33c0&em_cnt=985878

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #6 on: October 20, 2006, 10:36:43 AM »

Quote
[...] Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftskammer hat jahrelang mit genetisch verändertem Mais experimentiert, ohne die damalige Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne) darüber zu informieren. Auch jetzt fließt die Information nur unter Druck: Die Grüne und die SPD-Fraktion im NRW-Landtag hatten in der vergangenen Woche parlamentarische Anfragen an die Landesregierung gestellt. "Wir haben es für nicht so wichtig gehalten, weil die Flächen nur ganz klein waren", sagt Bernhard Rüb, Sprecher der Landwirtschaftskammer. Sie erhält jährlich 98 Millionen Euro vom Land und untersteht dem Landwirtschaftsministerium. "Frau Höhn hätte ja auch fragen können, sie hat uns zu anderen Themen mit Anfragen überschüttet."

[...] Minister Uhlenberg sieht das anders. Er nennt das Verhalten der Landwirtschaftskammer "juristisch korrekt" und will es ansonsten nicht kommentieren. "Wir haben keine Probleme mit der Kammer", sagt sein Sprecher Markus Fliege.

Juristisch korrekt ist das Verhalten der Kammer tatsächlich. Flächen mit genetisch veränderten Pflanzen müssen erst seit 2005 in ein öffentlich zugängliches Register im Internet eingetragen werden.


Aus: "Staatlicher Genmais
Auf zehn Feldern in NRW wurde jahrelang heimlich Gentechnik ausprobiert. Jetzt kommt heraus: Betreiberin war auch die Landwirtschaftskammer. "Juristisch korrekt", sagt Minister Uhlenberg" VON MIRIAM BUNJES (taz NRW vom 20.10.2006, S. 1, 101 Z.)
Quelle: http://www.taz.de/pt/2006/10/20/a0006.1/text

Logged
lemonhorse
Administrator
Full Member
*****
Offline Offline

Posts: 179


« Reply #7 on: November 23, 2006, 01:02:00 PM »

Quote
[...] Unter Geheimhaltung sind in den Jahren 1999 und 2002 auf dem zentralen Versuchsfeld in Bönnigheim gentechnisch veränderte Mais-Sorten ausgebracht und getestet worden. Dies hat der zuständige Referent beim Landwirtschaftsministerium gestern auf Anfrage bestätigt.

Wenigstens einmal im Jahr gibt der Staat ganz offiziell den Blick auf seine Versuchsfelder frei, wo neu entwickeltes Saatgut angebaut und studiert wird. Bei solchen Begehungen informieren die Landwirtschaftsämter über Sinn, Zweck und Erfolg der Forschungen. So auch 1999 in Bönnigheim, als Bauern und Pressevertretern die "hervorragende Entwicklung" bei Neuzüchtungen von Kartoffeln, Erbsen, Sonnenblumen oder Silo- und Körnermais präsentiert wurde.

Mit keinem Wort erwähnt haben die Verantwortlichen damals, dass auf mindestens einer der 440 Einzelparzellen des Bönnigheimer Versuchsfeldes auch gentechnisch veränderter Mais angebaut wurde. Mehr noch: Weder der Eigentümer der Testflächen noch benachbarte Grundstücksbesitzer oder die Stadtverwaltung waren über die brisante Aussaat in Kenntnis gesetzt worden. Immerhin werden gentechnische Manipulationen seit jeher kontrovers diskutiert. Erklärte Gegner wie die Umweltorganisation Greenpeace warnen unermüdlich vor Risiken und Folgen, die die Eingriffe ins Erbgut für Gesundheit und Umwelt haben könnten. Sogar die meisten Bauern lehnen den Umgang mit Gentechnik-Produkten ab. Auch in Bönnigheim hat der laut Obmann Frank Sartorius "überwiegende Teil der Haupterwerbslandwirte" schriftlich erklärt, die Gemarkung "gentechnikfrei" halten zu wollen.

Für das Land Baden-Württemberg längst kein Grund, auf eigene Experimente zu verzichten. Es durfte nur niemand davon erfahren. Dass die staatlich durchgeführte Versuchsreihe in Bönnigheim mit so genanntem Gen-Mais nach Jahren der Geheimhaltung doch noch publik wurde, geht auf eine aktuelle Anfrage des örtlichen Grünen-Landtagsabgeordneten Franz Untersteller bei Landwirtschaftsminister Peter Hauk zurück (wir berichteten). Mit Hinweis auf kürzlich enthüllte Anbauversuche im oberschwäbischen Aulendorf und auf eine Anbau-Liste des Bundessortenamtes, in der auch Bönnigheim aufgeführt ist, verlangte Untersteller unter anderem Auskunft darüber, warum die Öffentlichkeit bislang nie über die Testreihen mit gentechnisch verändertem Mais informiert wurde.


Vor allem auf Druck der Medien hat das Ministerium schon gestern reagiert: Sowohl 1999 als auch 2002 habe das Land Baden-Württemberg unter anderem auch in Bönnigheim jeweils einjährige Testreihen mit gentechnisch verändertem Mais der Zuchtstämme "Windsor" und "PR38F71" durchgeführt, so die Stellungnahme von Thomas Würfel, Referent für Saatgutversuche und Gentechnik beim baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium, gegenüber der Bietigheimer Zeitung. Dass diese Versuche unter Verschluss gehalten wurden, sieht Würfel ganz im Einklang mit der damals noch geltenden Rechtslage: Erst die 2005 in Kraft getretene Änderung des Gentechnikgesetzes schreibe eine Informationspflicht über die Standorte der Anbauflächen mit Gen-Mais vor.

Hauptgrund für die behördliche Geheimniskrämerei war laut Würfel aber die Angst vor einer möglichen Zerstörung der umstrittenen Anbauflächen. Insbesondere Ende der 90er Jahre habe es Beispiele genug gegeben, "dass Versuchfelder einfach platt getrampelt wurden". Oberstes Ziel, auch im Sinne der involvierten Saatgutindustrie, sei jedoch gewesen, "dass die Versuche erfolgreich beendet werden konnten". Die Frage nach einem Hinweis wenigstens an die Stadtverwaltung hat sich nach Darstellung Würfels überhaupt nicht gestellt: "Ich wüsste nicht, warum die Stadt davon betroffen sein sollte".


Aus: "Ministerium gibt Anbau von Gen-Mais zu" VON RÜDIGER MARGGRAF (bietigheimerzeitung.de; 22. NOVEMBER 2006)
Quelle: http://www.bietigheimerzeitung.de/html/news/artikel_stadt.php4?artikel=2543676

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #8 on: December 06, 2006, 10:26:54 AM »

Quote
[...] Die Affäre um den Anbau von gentechnisch verändertem Raps, der ohne Wissen von benachbarten Bauern ausgesät wurde, weitet sich aus. Der Samen ist nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" an mindestens 15 Orten in Deutschland ausgebracht worden. Zwei davon sollen in Hessen liegen.
 
Das Bundessortenamt bestätigte FR-Informationen, denen zufolge sich der Raps-Anbau im Rahmen von Wertungsprüfungen für die Sortenzulassung nicht allein auf zwei Orte in Nordrhein-Westfalen beschränkte. Nach einer der FR vorliegenden Liste, die sich allein auf das Raps-Konstrukt MS1xRF1 bezieht, gab es Freiland-Wertprüfungen an 15 Orten in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern sowie im hessischen Echzell. In einem Schreiben, das dem Bioland-Anbauverband vorliegt, ist zudem von Adelshausen bei Melsungen die Rede. In einem dritten Fall bei Riedstadt handelte es sich um eine wissenschaftlich begleitete, mit besonderen Schutzvorkehrungen versehene Freisetzung.
 
Nach Angaben des Sortenamtes wurden auch an anderen Orten weitere Gen-Raps-Konstrukte im Rahmen der Sortenzulassung angesät. Unklar ist, auf wie vielen Feldern der Gen-Raps zur Wertprüfung verwendet wurde, ohne dass benachbarte Bauern, die zur gleichen Zeit oder in späteren Jahren konventionellen Raps anbauten, informiert wurden. Es seien jedoch abschirmende Mantelsaaten und Mindestabstände zu benachbarten Rapsfeldern eingehalten worden, so das Sortenamt. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hat wegen des problematischen Ausbreitungsverhaltens der Ölsaat den regulären Anbau von Gen-Raps ausgeschlossen.


Aus: "Überall in Deutschland gesät - Gen-Raps-Felder entdeckt" (Montag, 4. Dezember 2006)
Quelle: http://www.n-tv.de/740493.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #9 on: February 06, 2007, 01:59:26 PM »

Quote
[...] EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou nahm die Unterschriften in Brüssel entgegen und sicherte zu, die EU-Kommission werde diese «starke Meinungsäusserung» ernsthaft in ihre Überlegungen einbeziehen. Konkrete Zusagen machte Kyprianou nicht. Man müsse prüfen, ob eine solche Kennzeichnung wissenschaftlich gerechtfertigt sei, fügte er an.

Greenpeace argumentiert in der Petition, die Bürgerinnen und Bürger aus 21 EU-Staaten unterschrieben, mit der Wahlfreiheit. Gemäss der Umweltorganisation landen EU-weit jedes Jahr bis zu 20 Millionen Tonnen Gentech-Pflanzen im Futtertrog.

Gefordert wird «eine verpflichtende Kennzeichnung von tierischen Produkten, die auf GVO basieren, weil das Menschenrecht auf Information ein grundsätzliches Recht der Europäischen Union ist».

Die Schweiz passte 2005 ihre Kennzeichnungsbestimmungen derjenigen der EU an. Und in der Vernehmlassung zur entsprechenden Änderung der Lebensmittelverordnung hatte ebenfalls genau diese fehlende Deklarationspflicht bei Konsumentenorganisationen Kritik ausgelöst.

Falls ein Produkt im gesamten Herstellungsprozess ohne GVO auskommt, besteht jedoch in der Schweiz die Möglichkeit einer Negativ-Deklaration mit dem Zusatz «ohne Gentechnik hergestellt». Bei Bio-Produkten wird zudem ebenfalls auf Gentech-Fütterung verzichtet.


Aus: " BRÜSSEL: 1 Million Bürger will Gentech-Kennzeichnung" (05.02.2007)
Quelle: http://www.azonline.ch/pages/index.cfm?dom=2&id=101482171&rub=100004699&arub=100004868&nrub=0&sda=1

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #10 on: February 06, 2007, 02:02:41 PM »

Quote
[...] Chemiekonzern Bayer will in seinem Teilkonzern CropScience das Geschäft mit Saatgut und Pflanzenbiotechnologie bis 2015 erheblich ausweiten. "Unser Ziel ist es, das Bioscience-Geschäft langfristig auf eine Milliarde Euro auszubauen", sagte Spartenchef Friedrich Berschauer zu Euro am Sonntag. 2005 hatte Bayer bei Bioscience nur 328 Millionen Euro umgesetzt. Das waren rund 5,5 Prozent des gesamten CropScience-Umsatzes. Die Zahlen für 2006 werden am 15. März bekannt gegeben.

Hintergrund: Das Geschäft mit Saatgut und Pflanzengentechnologie legt stärker zu als der kommerzielle Pflanzenschutz. Außerhalb Europas treffen Genpflanzen zudem auf weitaus größere Akzeptanz als hier. (tsc)


Aus: "Bayer will bei Saatgut wachsen" (04.02.2007 Ausgabe 05/07)
Quelle: http://www.finanzen.net/eurams/archiv/berichte_detail.asp?berichtNr=143088
Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #11 on: February 18, 2007, 01:03:17 PM »

Quote
[...] Das Bundesforschungsministerium und das Land Sachsen-Anhalt fördern die Entwicklung wirkungsloser Pharma-Erbsen durch die ostdeutsche Gentechnikfirma Novoplant mit weit über einer Million Euro Steuergeldern. Dies ergaben Recherchen des Umweltinstituts München. Die genmanipulierten Pflanzen sollen in diesem Jahr in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) angebaut werden.

[...] Die manipulierten Erbsen enthalten Mäuse-Gene und sollen ein Medikament gegen bakterielle Durchfallerkrankungen von Schweinen produzieren. Dem Futter beigemischt, sind sie als Ersatz für die mittlerweile verbotene vorbeugende Gabe von Antibiotika gedacht. Durch die Verfütterung der Gen-Erbsen an künstlich infizierte Versuchstiere wurde aber "kein einziger positiver Effekt auf den Infektionsverlauf erreicht", heißt es in einer Fütterungsstudie der Universität Hannover, die dem Umweltinstitut München vorliegt. Dieses Ergebnis wurde von Novoplant jedoch unterschlagen, als das Unternehmen im vergangenen September den Genehmigungsantrag beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einreichte.

Andreas Bauer, Agrarwissenschaftler und Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, kritisiert: "80 Prozent der Bundesbürger wollen keine Gen-Pflanzen auf dem Acker, schon gar nicht solche, die riskante Pharmazeutika produzieren. Es ist ein Skandal, dass nun mit Steuergeldern subventionierte Pharma-Erbsen einer Firma, die schlechte Testergebnisse einfach totschweigt, auf freiem Feld wachsen sollen. Das BVL darf diesen Freisetzungsversuch nicht genehmigen." Pharma-Erbsen könnten, so Bauer weiter, zum Beispiel durch Insektenbestäubung traditionelle Erbsenfelder kontaminieren und damit in die Nahrungskette gelangen. Zudem bestehe die große Gefahr einer gentechnischen Verschmutzung der Genbank Gatersleben.

Der von Novoplant beantragte Versuch soll auf dem Gelände der Genbank Gatersleben stattfinden. Dort lagern unter anderem etwa 5500 traditionelle Erbsensorten, von denen jährlich Hunderte zur Erhaltung ihrer Keimfähigkeit im Freiland angebaut werden müssen. Der Abstand der Pharma-Erbsen zu den Flächen der Genbank soll lediglich 500 Meter betragen. Die gentechnische Verunreinigung dieser unersetzbaren Bestände hätte katastrophale Folgen für zukünftige Züchtungsbemühungen und die Ernährungssicherheit kommender Generationen.

"Keine Steuergelder für Pharma-Pflanzen", fordert Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München: "Wir rufen die Bundesregierung und das Land Sachsen-Anhalt auf, gefährlichen Unsinn wie die Entwicklung von Pharma-Pflanzen nicht weiter mit Steuergeldern zu fördern. Statt sich weiter in die Risikotechnologie Gentechnik zu verrennen, sollten Bund und Länder entsprechende Gelder in die Förderung des Bio-Landbaus stecken. Dieser schafft, im Gegensatz zur Rationalisierungstechnologie Agro-Gentechnik, Tausende von sinnvollen Arbeitsplätzen im ländlichen Raum." Gleichzeitig appelliert Nestler an alle Bürgerinnen und Bürger, gegen den geplanten Versuch einzuwenden.


Aus: "Gentechnik-Skandal in Ostdeutschland" (Quelle/Autor: Andreas Bauer, Dipl.-Ing. agr. (FH) erschienen am: 2007-02-18)
Quelle: http://www.umweltruf.de/ticker/news_druck0.php3?nummer=1686



Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #12 on: March 08, 2007, 01:41:16 PM »

Quote
[...] Die Reissorte Clearfield 131 von BASF soll eigentlich frei von genetischen Veränderungen sein. Dennoch wurden im Test einer privaten Firma Spuren von genetischem Material entdeckt. Das kam in den USA bereits vor. Neu dagegen ist, dass niemand sagen kann, um welche Genvariante es sich bei den Spuren handelt. Die zuständige Behörde des US-Landwirtschaftsministeriums stoppte den Vertrieb und die Aussaat bis auf Weiteres.

Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace, sagt dazu: Bis die zuständigen US-Behörden reagierten, musste erst alles vollständig außer Kontrolle geraten. Die gentechnische Verunreinigung mit einer weiteren Gen-Reisvariante macht deutlich, dass die Industrie die Gen-Pflanzen ganz und gar nicht unter Kontrolle hat und die Behörden der Situation hilflos gegenüberstehen.

Zwar ist der Anbau einiger genetisch veränderter Reissorten in den USA legal, dennoch werden sie von den Bauern gemieden. So wird die Sorte Cheniere nach Beschluss der Reisbauern boykottiert, weil im Saatgut Spuren des Bayer-Genreises LL601 gefunden wurde - und Gen-Reis ist auf den Lebensmittelmärkten schwer abzusetzen.

Während in der EU die illegale gentechnische Verunreinigung von US-Reis hohe Wellen schlug, versuchten die US-Behörden die Angelegenheit herunterzuspielen. Sie erteilten dem vergangenes Jahr in der Reis-Ernte entdecktem Gen-Reis LL601 von Bayer sogar schnell noch eine nachträgliche Zulassung, so Brendel weiter.

Clearfield 131 und Cheniere wurden 2006 auf über einem Viertel der Reisanbaufläche von Arkansas gepflanzt. Durch den Verzicht auf diese beiden Sorten droht im Frühjahr eine Saatgutknappheit.

Die US-Reisindustrie bemüht sich seit geraumer Zeit nachzuweisen, dass ihr Saatgut gentechnikfrei ist. Die US-Regierung stuft den Verzehr genetisch veränderter Lebensmittel als unbedenklich ein, doch auf den Exportmärkten finden diese keinen Absatz. Besonders in der EU wehrt sich die Bevölkerung gegen die Einfuhr der Risiko-Produkte.


Aus: "Nicht identifizierbares Gen-Material in US-Reis entdeckt" (07.03.2007)
Quelle: http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/nachrichten/artikel/nicht_identifizierbares_gen_material_in_us_reis_entdeckt/
Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #13 on: March 14, 2007, 02:15:14 PM »

Quote
[...] Frankfurt - Der französische Wissenschaftler Gilles-Eric Séralini von der Forschergruppe Criigen wies am Dienstag in Berlin auf Tierversuche mit dem Gen-Mais Mon 863 hin: Mit dem Mais gefütterte Ratten hätten Vergiftungssymptome und Schädigungen von Leber und Nieren aufgewiesen. Dies belege, dass diese Sorte nicht als sicher eingestuft werden könne und die bislang für die Marktzulassung notwendigen Tests nicht ausreichten.

Die Forscher um Séralini beziehen sich bei ihren Aussagen auf eine Studie, die der Hersteller, der US-Konzern Monsanto, über Mon 863 selbst angestellt hatte und die von den französischen Experten ein weiteres Mal analysiert wurde. Die Studie war der Umweltschutzorganisation Greenpeace zugänglich gemacht worden, nach dem sie erfolgreich auf die Herausgabe der Monsanto-Tierversuchsdaten geklagt hatte. Seralini, der an der Universität Caen arbeitet, warf Monsanto vor, bei der Auswertung der Daten Schäden der Tiere an Leber und Nieren sowie Veränderungen im Urin und beim Gewicht nicht ausreichend begutachtet und zum Teil sogar "unter den Tisch fallen" gelassen zu haben.

Greenpeace verlangt, den Mais Mon 863, der ein Insektizid gegen den Maiswurzelbohrer produziert und der ein Antibiotikaresistenz-Gen aufweist, wegen der bestehenden Gesundheitsrisiken vom Markt zu nehmen.

Monsanto hingegen verweist auf die letzte Stellungnahme der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit vom Mai 2005, wonach Mon 863 "genauso sicher" sei wie sein konventionelles Pendant. Die über 90 Tage durchgeführte Studie habe "keine schädlichen Auswirkungen" auf die Ratten gehabt.

Mon 863 wird in den USA und Kanada angebaut. Der Mais darf zwar in der EU auch in Lebensmitteln verwendet werden, was in der Praxis aber nicht geschieht. Allerdings wird dieser Mais für Tierfutterzwecke in die EU importiert.



Aus: "Gen-Mais mit Risiko" Greenpeace und Monsanto legen Ratten-Studie verschieden aus - Von Stephan Börnecke (13.03.2007)
Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?sid=2a97ae19f316c8fbeafac6baae2d1897&em_cnt=1094110

-.-

Quote
[...] Die mit einem eingebauten Insektengift ausgestattete Sorte MON863 ist seit Januar 2006 für den Import in die EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Der Genmais-Hersteller Monsanto und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sehen hingegen keinerlei gesundheitliche Bedenken für Ratten oder Menschen.

Das BVL erklärte, eine Wirkung des genveränderten Mais auf die Ratten könne aus der Fütterungsstudie nicht abgeleitet werden. Vom Unternehmen hieß es: "MON863 ist gründlich von Hunderten von unabhängigen Wissenschaftlern geprüft worden." Er sei in vielen Ländern als Lebensmittel zugelassen.


Aus: "Wie gefährlich ist der Genmais MON863?" (14. März 2007)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2007/03/14/705899.html

-.-

Quote
[...] Die Experten sind sich uneins: Ist gentechnisch veränderter Mais ein Risiko für die Gesundheit?

Andreas Bauer: Risiken sind jedenfalls nicht auszuschließen. Beim Gentransfer im Zuge der Herstellung kommt es immer wieder zu Änderungen der Erbinformation und damit zu Mutationen. Wider Erwarten produzieren die Pflanzen dann allergene oder giftige Stoffe. In Australien wurden Erbsen verändert, indem ein Bohnen-Gen eingesetzt wurde. Das mag harmlos klingen. Doch bei dem Transformationsprozess entstand durch eine minimale Veränderung ein toxischer Stoff, der bei vielen Versuchstieren Lungenentzündungen auslöste.

Warum finden sich dann in amtlichen Studien über genveränderte Pflanzen keine Hinweise auf Gefährdungen für den Menschen?

Bauer: Das liegt an der Zusammensetzung der Genehmigungsbehörden und an der Art der Untersuchungen. Es gibt noch immer keine belastbaren Langzeitstudien über Gesundheitsprobleme durch Gen-Pflanzen. Die Fütterungsstudien laufen nur über 90 Tage, früher waren sogar nur 21 Tage gefordert. Damit kann man relativ sicher ausschließen, etwas zu finden. Bei Pflanzenschutzmitteln sind die vorgeschriebenen Untersuchungen viel umfangreicher: Pestizide werden an mehreren Tierarten über mehrere Jahre und Generationen getestet.

Bayern ist ein Agrarland, aber bei Gen-Mais äußerst zurückhaltend. Warum liegen von 3600 Hektar deutscher Anbaufläche nur neun im Freistaat?

Bauer: Schädlinge wie der Maiszünsler treten in Bayern kaum in Erscheinung, weil die Böden gut bestellt sind. Die bäuerliche Landwirtschaft garantiert eine gute Fruchtfolge, die Schädlinge fernhält. Im Osten Deutschlands, wo viele Großbetriebe angesiedelt sind, sieht die Lage anders aus. Dort wird deshalb auch häufiger Gen-Mais eingesetzt. Die kleinräumigen Strukturen in Bayern erlauben es kaum, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen, ohne dabei andere Felder zu schädigen. Außerdem: Wer würde in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft seine Nachbarn diesem Risiko aussetzen? Nicht zuletzt lehnen 75 bis 80 Prozent der Verbraucher Gen-Produkte ab. Auch die Bauern nehmen Gentechnik als Bedrohung wahr.

Welche gentechnisch veränderten Lebensmittel begegnen uns im Alltag?

Bauer: Alle Produkte mit einem Anteil von mehr als 0,9 Prozent genveränderter Organismen müssen gekennzeichnet werden. Das gängigste gekennzeichnete Produkt ist Soja-Öl in der Großgastronomie. Viele Gaststätten verwenden diese Öle, ohne in Speisekarten darauf hinzuweisen. Das ist illegal, aber leider Praxis. Ansonsten finden Verbraucher kaum Produkte mit Gen-Anteilen. Die Lebensmittel-Industrie hat kapiert, dass die Verbraucher das ablehnen. Deshalb wird auf dem Markt von heute weniger Gentechnik verkauft als noch vor fünf Jahren.


Aus: "Gentechnik-Experte warnt vor Gefahren: „Immer wieder Mutationen”" Interview: Holger Eichele (14.03.2007)
Quelle: http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/aktuell/art297,773309.html?fCMS=0575db6d33bb23a40f38e6fe6dd787f0


Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #14 on: March 14, 2007, 02:20:23 PM »

Quote
[...] "Nutztiere sind in das Fadenkreuz der Agrar-und Biotechnologie-Industrie geraten. Dutzende von Patenten auf normale Zucht, geklonte und genmanipulierte Tiere sind beantragt, viele vergeben. Das Europäische Patentamt in München hat erstmals ein Patent auf eine genmanipulierte Kuh erteilt."

Die Inhaber des Patents E P1330552, belgische und neuseeländische Forscher, lassen sich Verfahren zur Züchtung von Kühen schützen, die mehr Milch oder Milch mit veränderten Inhaltsstoffen geben. "Das Alarmierende ist, dass die Gene von normalen Kühen und die Zucht mit normalen Kühen mit patentiert worden sind", so Then, der kürzlich im Zentrum für seltene Nutztierrassen, der "Arche Warder", nicht ausschloss, dass Greenpeace gegen das Patent vorgeht. Sonst drohe Rinderzüchtern das Schicksal, das bald die Schweinezüchter ereilen könnte.

"Werden allein die vom US-Agrar-Konzern Monsanto beantragten Patente auf die Züchtung von Schweinen erteilt, müssen die konventionellen und ökologischen Züchter Patentgebühren bezahlen."

Greenpeace enthüllte mit der Münchner Organisation "Kein Patent auf Leben" und Schweinezüchtern aus Dänemark, dass Monsanto ein Dutzend Patente bei der Weltpatentbehörde eingereicht hat. Diese hat der Agrar-Multi umfassend formuliert. So fordert er mit dem Patent WO 2005/078133, ganze Schweinebestände und deren Nachkommen zu patentieren. Noch weitreichendere Folgen könnte die Erteilung des Patents WO 2005/017204 haben, das ein Verfahren zur Gendiagnose schützen soll. "Ausgehend von den im Patent beschriebenen Ansprüchen haben wir geprüft, wie häufig die genannten Gene im Erbgut europäischer Schweine vorkommen", so Then. Das Ergebnis: Von neun Schweinerassen fielen Tiere von acht Rassen unter die Patentansprüche von Monsanto.

Darunter seien häufig in der Zucht genutzte Rassen: "Deutsche Landrasse (Large-White)", "Yorkshire" und "Hampshire (Duroc)". Auch seltene Nutztierrassen wie "Angler Sattelschwein", "Rotbuntes Husumer Schwein" oder "Schwäbisch-Hällische Schweine" könnten nicht mehr frei gekreuzt werden. Nach heftigem Protest schränkte Monsanto den Anspruch ein. Then: "Wir bestehen darauf, dass das Patent ganz zurückgezogen wird."

Tiere zu patentieren, das lehnt auch Dr. Karl Fikuart von der Bundestierärztekammer ab. "Das deutsche Tierschutzrecht sieht das Tier als Mitgeschöpf, es ist keine Erfindung des Menschen und darf nicht auf die Funktion eines reinen Produktionsmittels reduziert werden. Patente auf Tiere oder deren Erbanlagen sind aus ethischen Gründen abzulehnen." Außerdem hätten die Tiere bereits ihre Leistungsgrenzen erreicht. "Die angemeldeten Patente zielen aber darauf ab, diese Grenzen zu überschreiten. Daher sind sie auch aus tierschutzrechtlichen Bestimmungen abzulehnen." Das verbietet Qualzuchten. Zudem gebe es keine wirtschaftliche Notwendigkeit. "Die konventionelle Tierzucht steht in Deutschland auf sehr hohem Niveau. Daran haben zahlreiche (Familien-)Betriebe ihren Anteil." Noch können die Züchter aus einem großen Genpool schöpfen. Würden Tiere aus den 100 europäischen Rinderrassen patentiert, würde der Genpool drastisch reduziert. "Dann ist eine verantwortungsvolle Tierzucht nicht mehr möglich", warnt der Tierarzt, "und die Betriebe werden industrieabhängig." Deshalb seien Patente auf Tiere abzulehnen.

Doch ausgehend von dem 1992 erteilten Patent auf eine "Krebsmaus" gab das Europäische Patentamt (EPA) seitdem mehr als 200 Patenten auf Tiere statt - 5000 weitere sind angemeldet, einige davon im Rahmen staatlich geförderter Forschungsvorhaben.


Aus: "Auf jede Kuh ein Patent? - Konzerne versuchen, Nutztiere schützen zu lassen. Protest kommt auch von der Bundestierärztekammer" Von Angela Grosse (1. März 2007)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2007/03/01/698031.html

Logged
Pages: [1] 2   Go Up
  Print  
 
Jump to:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.16 | SMF © 2011, Simple Machines Valid XHTML 1.0! Valid CSS!