COMMUNICATIONS LASER #17
May 18, 2012, 06:52:54 AM *
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Author Topic: [Körperdaten... (Datenbanken, Genetik und Biometrie)]  (Read 3298 times)
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« Reply #15 on: August 10, 2008, 09:23:23 AM »

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[...] Immer mehr dänische Nachtclubs und Diskotheken verlangen beim Einlass von ihren Gästen Fingerabdrücke. Damit sollen Gewalttäter besser identifiziert, aber auch Gewalt vermieden werden, berichtet die Tageszeitung Stuttgarter Nachrichten aus Kopenhagen. Als erstes hat das Crazy Daisy in Viborg im Juni vom Datenschutzamt Datatilsynet die Genehmigung für ein Gästeregister mit Fingerabdrücken bekommen. Nun wollen weitere Nachtclubs wie zum Beispiel das Luux in Kopenhagen folgen.

Gäste, die das erste Mal das Crazy Daisy besuchen, müssen eine Vereinbarung unterschreiben, dass sie mit der Speicherung ihrer Daten einverstanden sind. Für das Register werden sie fotografiert und ihre Fingerabdrücke genommen. Außerdem werden neben dem Namen die Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht und Anmeldezeitpunkt erfasst – sowie ein Vermerk über ein eventuelles Hausverbot. Auf diese Daten soll im Fall einer Straftat die Polizei zugreifen dürfen.

Das Erfassungssystem im Crazy Daisy stammt von der dänischen Firma MCB. Derzeit werden die Daten lokal auf einem PC erfasst und auf einem externen Server verschlüsselt abgespeichert. Die Interessenorganisation Nox, dem auch das Crazy Daisy angehört, würde gerne die Daten aller Clubs in einer Datenbank vereinen, die dann für alle Nachtlokale zugänglich sein soll. Ein solches Vorhaben war für die Website Glubbin.com geplant, doch das lehnte das dänische Datenschutzamt im Juli ab.

Zudem sind nicht alle dänischen Nachtclubbetreiber mit den Plänen einverstanden. Übermäßige Überwachung könne den Gästen den Spaß verderben, lautet die Begründung. Juristen merken außerdem an, viele Gäste seien zu betrunken, wenn sie in einen Nachtclub wollen. Ihre Unterschrift zur Erfassung der Fingerabdrücke sei daher rechtlich nicht bindend.

Die Betreiber des Crazy Daisy hatten gegenüber dem Datenschutzamt angegeben, die einheitliche Kontrolle von 800 bis 1000 Gästen in kurzer Zeit sei nicht möglich. Das Kontrollsystem solle auch eingesetzt werden, um die Warteschlangen zu verkürzen, in denen sich sonst Frustration staue und es zu gewalttätigen Übergriffen kommen könne.

Im Luux soll die moderne Zugangskontrolle in einem Monat eingeführt werden. Einer der Mitarbeiter erläutert laut dem Bericht, es sei auch für die Eltern der 18-Jährigen wichtig zu wissen, was für Leute in den Clubs sind, in denen ihre Kinder verkehren. Diese Generation sei dank Facebook und anderen Internetanwendungen bereits daran gewöhnt, sich mit Personalien und Bildern zu registrieren. (anw/c't)

Quote
8. August 2008 14:10
Was sind das für Begründungen?
LosUr (146 Beiträge seit 02.03.06)

"Einer der Mitarbeiter erläutert laut dem Bericht, es sei auch für
die Eltern der 18-Jährigen wichtig zu wissen, was für Leute in den
Clubs sind, in denen ihre Kinder verkehren. Diese Generation sei dank
Facebook und anderen Internetanwendungen bereits daran gewöhnt, sich
mit Personalien und Bildern zu registrieren."

1. Was geht die Eltern es an, was ihre Kinder machen? Vor allem wie
können die auf die Daten zugreifen um so zu wissen, was für Leute in
dem Club sind?

2. Nur weil Facebook etc. gerne Daten sammeln, die die User
bereitstellen, müssen es Discos etc. nicht auch noch machen...


Quote
8. August 2008 14:11
Diesmal sind es "nur" Nachtclubs...
The Independent (mehr als 1000 Beiträge seit 26.07.00)

...morgen könnten es Bibliotheken oder öffentliche Verkehrsmittel
werden. Wehret den Anfängen! Schützt eure Privatsphäre!


Quote
8. August 2008 14:16
Die Eltern von 18jaehrigen ... (Editiert vom Verfasser am 08.08.08 um 14:16)
copyandpaste (257 Beiträge seit 22.04.08)

... geht es einen Dreck an was ihre Erwachsenen "Kinder" machen. 18
jahre heisst selbstaendig, und da haben auch Eltern kein Recht zu
schnueffeln.


Quote
8. August 2008 14:52
Man muss ja nicht in diese Clubs gehen.
FrogmasterL (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

Nur wird langsam echt spürbar, dass die unüberwachten Freiräume immer
enger werden. Zumal nach nach einem Verbrechen im näheren Umkreis um
so einen Club bestimmt die Polizei Einsicht in die Datenbanken haben
will.


Quote
8. August 2008 14:26
London -> idscan biometrics
init6 (111 Beiträge seit 14.11.03)


"Clubscan is a voluntary system where customers agree to have their
id scanned to create, safe, secure and enjoyable environments, where
both customers and staff can enjoy a wonderful nights entertainment."

>> http://www.idscan.co.uk/

Schon laenger im Einsatz, netzwerkfaehig. Club X mag Dich nicht mehr,
Club Y und Z koennen das sehen und Dir ebenfalls den Eintritt
verwehren.

Gruss,
init6





Aus: "Biometrische Einlasskontrolle in dänischen Nachtclubs" (08.08.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Biometrische-Einlasskontrolle-in-daenischen-Nachtclubs--/meldung/114026

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« Reply #16 on: April 20, 2009, 09:07:21 AM »

Quote
[...] Die US-Polizeibehörden weiten einem Bericht der "New York Times" ("NYT") zufolge die Speicherung von DNA-Profilen massiv aus.

Demnach werden in den Datenbanken der Ermittler nicht nur die DNA-Muster verurteilter Straftäter gespeichert. Seit Anfang April sei die Bundespolizei FBI dazu übergangen, auch die DNA-Profile von Angeklagten und festgehaltenen Einwanderern zu speichern, so die Zeitung.

Das FBI verfügt laut "NYT" über eine Datenbank mit 6,7 Millionen DNA-Profilen. Derzeit wachse das Register jährlich um 80.000 Einträge. Angesichts der Speicheroffensive dürfte das Wachstum bis 2012 aber auf 1,2 Millionen Profile neue DNA-Profile pro Jahr ansteigen.

Auch in immer mehr US-Bundesstaaten setzten die Ermittler auf die Massenspeicherung von DNA. Laut "NYT" erstellen 16 US-Bundesstaaten sogar bei kleinen Vergehen und Ordnungswidrigkeiten DNA-Profile. In einigen Staaten wie Kalifornien reiche eine Festnahme aus, um in den DNA-Datenbanken der Polizei zu landen. In 35 US-Staaten werde auch die DNA von minderjährigen Straftätern gespeichert.

Die Strafverfolgungsbehörden argumentieren, dass durch eine Ausweitung der DNA-Datenbanken mehr Gewaltverbrechen aufgeklärt werden könnten. DNA-Proben hätten dabei geholfen, Tausende Kriminelle zu überführen und mehr als 200 unschuldig Verurteilte zu entlasten.

Scharfer Protest kam von einem Anwalt der Bürgerrechtsbewegung ACLU, der ein solches Vorgehen bei geringfügigen Vergehen - etwa das Ausstellen ungedeckter Schecks und Ladendiebstahl - für verfassungswidrig hält.


Quote
hat aber lange gedauert bis die Westeuropäer

buccsdenpirat, vor 13 Stunden, 59 Minuten

und die USA endlich draufgekommen sind das das Überwachungssystem in der Sowjetunion und der DDR doch gut für den Staat war und nicht so schlimm wie man damals tat. Reisefreiheit, Wahlrecht reicht aus. Sind wir doch mal ehrlich: Wer nichts krummes dreht hat nichts zu befürchten! Die Behörden sollten auch das Recht erhalten nach eigenen ermessen jede Wohnung genau inspiezieren zu dürfen, auch ohne richterlichen Beschluss. Mir ist leiber 2x am Tag wird meine Wohnung vond en Behörden auf den Kopf gestellt als ich falle einen Bombenanschlag z.B. bei Interspar oder im Rathaus zum Opfer. Wie gesagt: Wer ehrlich ist, hat nix zu befürchten!

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    *
      Wer nichts zu verbergen hat...

      oberklugscheisser, vor 11 Stunden, 3 Minuten

      ... ist Scientologe oder nicht ganz dicht! Die ehrlichen haben sehr wohl etwas zu befürchten: Missbrauch von gespeicherten Profilen als auch falsche Anschuldigungen und Verurteilungen aufgrund von Irrtümern, oder weil ihre Fingerabdrücke oder DNA aus irrelevanten Gründen zufällig am Tatort vorhanden ist. Meine Fingerabdrücke und meine DNA gehören MIR! Und die habe ich sehr wohl aus den genannten Gründen zu verbergen, auch als ehrlicher Mensch!



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Unter diesen Umständen,

ldir, vor 19 Stunden, 25 Minuten

hätte ich wohl auch mehr Angst vor dem Staat als vor Verbrechern.
In dem Zusammenhang interessant: Vor einigen Wochen gab es ein Interview bei dem enthüllt wurde dass ein Verbrecher Taschentücher und Zigarettenstummel auf der Straße gesammelt hat, um sie dann an seinen Arbeitsstellen (er ist Einbrecher) zu hinterlassen, mit der Absicht die DNA Datenbank absurd zu machen.
Demnach dürften DNA-Beweise gar nicht mehr so zuverlässig sein. Bin gespannt wie viele bereits wegen falschen DNA Analysen im Knast sitzen.
Dass 200 Leute in USA entlastet wurden, ist schön und gut, aber wie viele davon waren es nach vollstreckten Todesstrafen?


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noch nie war es einfacher zu virtualisieren

cyana, vor 21 Stunden, 35 Minuten

Der Slogan des MS-Ads, das wohl zufällig neben diesem Artikel steht, trifft punktgenau das Dilemma. Noch nie war es einfacher, Identitäten durch Daten zu ersetzen. Im Reisepass. Im Polizeiakt. In der Medizin. In der res publica.

Und nie war es leichter, Identitäten zu stehlen. Zu missbrauchen.

Deine genetischen Spuren am Tatort, auch wenn du nie dort warst. Deine Festplatte voller Kinderpornos, auch wenn du nicht einmal wüßtest, woher du dieses Material beziehen könntest, selbst wenn du es wolltest.

Wir werden erpressbar. Leicht. Subtil. Sauber. Elegant. Willkommen im Dritten Rei.. *ahm* Jahrtausend

Quote
joeduck, vor 10 Stunden, 13 Minuten

      erwähnt man das aber wird das immer abgetan als das Werk einiger weniger Spinner, das einem selbst ja ausserdem sowieso niemals trifft.

      Das schlimmste an der ganzen Sache finde ich ist, das die Politiker sich dieser Probleme scheinbar gar nicht bewusst sind, sonst würde man DNA Profile, etc nicht so gedankenlos pushen und als DAS Mass der Dinge anpreisen.






Aus: "ÜBERWACHUNG - USA weiten DNA-Datenbanken aus" (19.04.2009)
Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/1602464/

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« Reply #17 on: September 19, 2009, 08:01:15 AM »

Quote
[...] Gleich zu Beginn der BIOSIG 2009 redete Richard Rinkens Klartext. Rinkens ist als "Biometric Matching System Manager" bei der EU mit dem Aufbau des Visa Informationssystems VIS beschäftigt, das etwa ab Juni 2010 im Schengener Informationssystem II (SIS II) ein einheitliches Vorgehen aller EU-Staaten erforderlich macht.

"Machen wir uns nichts vor", sagte Rinkens, "die neuen ePässe sind praktisch nutzlos, soweit es die Fingerabdrücke anbelangt. Diese Fingerabdrücke können leicht von Gläsern und anderen Gegenständen kopiert werden. Mein Sohn kann das vormachen." Auch das Einkopieren der Daten in die Pässe sei von Hackern demonstriert worden. Darüber hinaus habe ein Test mit getauschten ePässen von zehn Personen gezeigt, dass man damit ohne Probleme die Passkontrollen eines Flughafens passieren kann. Nach dem Fälschen der Fingerabdrücke werde sicher das Fälschen der biometrischen Gesichtsinformationen folgen, danach das Fälschen der DNA. Eine mögliche Lösung in diesem Dauerrennen zwischen Behörden und Fälschern nannte Rinkens: "Multi-modal, high-quality Biometrics .... in central databases."

Diese zentralen Datenbanken, die von besonders geschulten Spezialisten für die Abnahme von Fingerabdrücken gefüllt werden, sollen zunächst einmal dem Visa-Betrug Einhalt gebieten. Rinkens spielte in seinem Referat mehrere Szenarien durch, wie heute Emigranten nach Europa einreisen, dann ihren Pass (mit Aufdruck-Visum) "verlieren" und anschließend in mehreren Ländern "Asyl" beantragen und daneben womöglich "als Terroristen oder Mafia-Killer arbeiten". Gegen all diese Bedrohungen könne nur ein Visa-System helfen, in dem erstklassige Fingerabdrücke von allen zehn Fingern in sämtlichen Konsulaten jedes EU-Landes erst national gespeichert und anschließend einer zentralen Datenbank zugeführt würden. Das zentrale VIS mit qualifizierten Fingerabdrücken müsse auch dann befragt werden, wenn EU-Fremde Europa verlassen, so Rinkens. Wer die Kontrollschlangen vermeiden wolle, werde sich rechtzeitig bei einem Programm wie der Border Control in Frankfurt anmelden müssen.

Die Kritik des EU-Experten am ePass bildete den einen Teil der Klammer, die den ersten Tag der BIOSIG 2009 einrahmte. Am Ende des Tages wurde über das neue niederländische Passgesetz diskutiert, das seit dem 1. September in Kraft getreten ist und allgemein als europäischer Vorreiter gilt: Alle Fingerabdrücke für den Reisepass werden zentral gespeichert und können von den Behörden abgefragt werden. Dieses System solle vor allem die Arbeit der niederländischen Ermittler in Katastrophenfällen und bei Großschadenslagen erleichtern, bei denen viele Tote zu beklagen sind, betonte Diskussionsleiter Max Snijder vom European Biometrics Forum. Daneben soll die Zentraldatenbank für Fahndungszwecke bei Kapitalverbrechen, aber auch allgemein in Situationen abgefragt werden können, die die innere Sicherheit des Staates bedrohen. Dem Datenschutz soll dadurch Rechnung getragen werden, dass Rasterabfragen nicht erlaubt sind, sondern nur 1:n-Abfragen der Art, ob ein Fingerabdruck gespeichert ist.

Gegen das System wandte Thomas Probst vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein ein, dass Begehrlichkeiten anderer (ausländischer) Behörden geweckt würden. Außerdem könnte auf die Speicherung von Fingerabdrücken die Speicherung biometrischer Gesichtsbilder folgen: "Die Privatsphäre wird Schritt für Schritt aufgelöst", kritisierte Probst. Klaus Keus vom BSI bezweifelte hingegen, dass ein vergleichbares System in den nächsten 10 bis 15 Jahren in Deutschland eingeführt werde, weil die Ängste der Bevölkerung zu groß seien. Ganz anders argumentierte Michiel van der Veen von priv-ID, einem Spin-off des niederländischen Philips-Konzerns. Er verglich die zentrale Fingerabdruck-Datenbank mit dem Banksystem, dem viele Menschen vertrauen würden. Von den Veranstaltern machte Christoph Busch darauf aufmerksam, dass ein solches System nur Templates von Fingerabdrücken speichern kann und damit ein gewisser Schutz der Privatsphäre vorhanden sei.

Inwieweit der niederländische Vorstoß eine Verpflichtung für andere EU-Partner bedeutet, ebenfalls eine zentrale Datenbank zu installieren, wurde nicht diskutiert. Immerhin beruft sich die niederländische Regierung auf die Verordnung 2252/2004 des EU-Rats vom 13. Dezember 2004, die ihrer Ansicht nach eine klare Aufforderung zu Gemeinschaftsmaßnahmen bei der zentralen Speicherung von Fingerabdrücken enthält.

(Detlef Borchers) / (pmz/c't)


Quote
18. September 2009 15:31
Ach machen wir uns doch nichts vor
Kressmann (543 Beiträge seit 25.09.07)

War doch eh klar, daß das früher oder später so kommt.

Der Resignation nahe,

Euer Kressmann





Aus: "BIOSIG 2009: Auf dem Weg zur zentralen biometrischen Bürgerdatenbank?" (18.09.2009)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/BIOSIG-2009-Auf-dem-Weg-zur-zentralen-biometrischen-Buergerdatenbank--/meldung/145519

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« Reply #18 on: November 18, 2009, 11:29:31 AM »

Quote
[...] Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Montag eine Abstimmung in der Knesset kurzfristig abgesagt, bei der es um die Verabschiedung eines Gesetzes gehen sollte, das die biometrische Erfassung der israelischen Bevölkerung vorsieht. Laut der Tageszeitung Jerusalem Post reagierte Netanjahu damit auf Proteste von Parteifreunden im Likud-Block sowie der Arbeitspartei (Avoda), die zu den sechs politischen Kräften gehört, die derzeit die Regierungskoalition bilden. Bürgerrechtler hatten zudem angekündigt, Klage beim höchsten israelischen Gericht einzureichen, sollte das Gesetz verabschiedet werden.

Das vom früheren israelischen Innenminister Meir Sheetrit (Kadima-Partei) angestoßene Gesetz sieht vor, dass Lichtbilder und jeweils zwei Fingerabdrücke von allen Israelis erfasst und in einer zentralen Datenbank gespeichert werden. Genutzt werden sollen die biometrischen Informationen – ähnlich wie in anderen Ländern – unter anderem für die Ausstellung neuer elektronischer Identitätsdokumente. Als Besonderheit in Israel ist jedoch geplant, dass es zwei getrennte Datenbanken geben soll: eine für die biometrischen Daten und eine, in der Namen und Anschriften der ePass- oder ID-Card-Inhaber hinterlegt sind. Zusammenführen will man die Datensätze über Codes.

Die Protagonisten des Gesetzes versprechen sich von der Trennung eine Erhöhung der Sicherheit: Hackt ein Angreifer die Biometrie-Datenbank, könne er mit den Informationen nur wenig anfangen, da ihm der Schlüssel für die Zuordnung zu einer bestimmten Person fehle. "Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt unser Schutz bei 11", zitiert die Jerusalem Post Sicherheitspolitiker Sheetrit, der derzeit dem Technologie- und Wissenschafts-Komitee der Knesset vorsteht. Doch daran glauben nicht alle: "Das System schafft eine Atmosphäre der Angst vor dem Verlust unserer persönlichen Daten", warnt etwa der Likud-Minister Michael Eitan. Laut der Jerusalem Post könnte das Gesetz bereits in der kommenden Woche erneut auf der Abstimmungsagenda der Knesset stehen. (pmz/c't)




Aus: "Streit um Biometrie-Datenbank in Israel" (16.11.2009)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Streit-um-Biometrie-Datenbank-in-Israel-860902.html

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« Reply #19 on: November 25, 2009, 10:04:40 AM »

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[...] Die britische Polizei nimmt nach Erkenntnissen einer Regierungskommission immer wieder Unschuldige ausschließlich zur Gewinnung ihrer DNA-Daten fest. Mittlerweile seien auf diese Weise die genetischen Profile von knapp drei Vierteln aller schwarzen Männer zwischen 18 und 35 Jahren in der britischen DNA-Datenbank gespeichert, wie die Kommission für Humangenetik am Dienstag mitteilte. Derzeit seien darin die DNA-Profile von rund 5,9 Millionen Menschen zu finden, was einem Anstieg um 40 Prozent binnen zwei Jahren entspreche. Es handelt sich um die größte derartige Datenbank der Welt.

Einige ethnische Gruppen sind der Kommission zufolge in der Datenbank unverhältnismäßig stark vertreten und die jungen Schwarzen sogar "sehr stark überrepräsentiert". Wie die Experten weiter mitteilten, enthält die 1995 gegründete Datenbank die genetischen Merkmale von etwa einer Million Menschen, die sich nichts zu Schulden kommen ließen. Der Kommission liege ein Schreiben eines ehemaligen Polizeikommissars vor, wonach die Festnahme von Menschen nur zur Gewinnung von DNA-Proben mittlerweile die Norm sei. Dabei gehe die Polizei davon aus, dass die Festgenommenen früher oder später Verbrechen begehen könnten.

Nach aktuellen Gesetzesplänen sollen die genetischen Profile festgenommener, aber nicht verurteilter Menschen für sechs Jahre gespeichert werden können. Nach derzeit gültigem Gesetz werden alle Daten auf unbegrenzte Zeit gespeichert. Die Kommission für Humangenetik spricht sich in einer Mitteilung vom Dienstag dafür aus, dass die DNA-Datenbank der Polizei endlich von einem unabhängigen Gremium kontrolliert werden solle.

(AFP)


Aus: "GB: Kritik an DNA-Sammelstrategie der Polizei" (24.11.2009)
Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/1632593/

-.-

Quote
[...] Jonathan Montgomery, Vorsitzender der die britische Regierung beratenden Human Genetics Commission (HGC), hat anlässlich der Vorstellung eines Berichts seiner Kommission über die Gendatenbank der britischen Polizei am gestrigen gefordert, diese zumindest auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Mit derzeit über fünf Millionen Einträgen handle es sich um die größte vergleichbare Datensammlung weltweit, für diees aber keinen klaren Parlamentsbeschluss gebe, moniert die Kommission.

DNA-Daten spielten eine wichtige Rolle für die Strafverfolgung, räumte Montgomery ein. Es sei aber nicht erwiesen, dass darauf basierende Verbrecherprofile die Polizeiarbeit verbesserten. Es müsse eine Balance zwischen den Anstrengungen zur Identifizierung von Straftätern und dem Datenschutz gefunden werden. Vor allem die Privatsphäre unschuldiger Bürger müsse gewahrt bleiben. Die britische Polizei speichert trotz eines gegenteiligen Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in dem System routinemäßig auch Genproben Unschuldiger, was Montgomery britischen Medienberichten zufolge scharf kritisiert.

Die HGC appellierte an die Politik, klare Richtlinien für die Abnahme von DNA-Proben aufzustellen und deren Verwendung zu überwachen. Zugleich warnte sie davor, die gesamte Bevölkerung in der Datenbank zu erfassen. Die DNA-Profile von Polizeimitarbeitern selbst sollten aber aufgenommen werden. Generell seien die Auswirkungen des Computersystems auf den Gleichheitsgrundsatz zu überdenken. So seien darin junge schwarze Männer deutlich überrepräsentiert. Nicht zuletzt müssten Verfahren zum Austausch von Geninformationen europaweit abgestimmt und standardisiert werden. (Stefan Krempl) / (vbr/c't)




Aus: "Genetik-Kommission kritisiert DNA-Datenbank der britischen Polizei" (25.11.2009)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Genetik-Kommission-kritisiert-DNA-Datenbank-der-britischen-Polizei-869185.html

« Last Edit: November 26, 2009, 09:41:12 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #20 on: December 01, 2009, 09:54:21 AM »

Quote
[...] Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die neuesten Zahlen zur deutschen DNA-Analysedatei veröffentlicht. Demnach umfasste die Datei mit Ablauf des dritten Quartals 2009 genau 820.194 Datensätze gegenüber 799.544 DNA-Datensätze drei Monate zuvor. Jeden Monat kommen etwa 10.000 Datensätze neu hinzu, gleichzeitig werden andere gelöscht – seit 1998 etwa 104.000 Datensätze –, etwa weil die Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wächst die Zahl der gespeicherten Datensätze monatlich um  bis zu 9000.

Die DNA-Datei enthält 658.525 Personendatensätze, also DNA-Identifizierungsmuster, bei denen die Namen bekannt sind, und 161.669 Spurendatensätzen, also Muster von DNA-Spuren, die beispielsweise an einem Tatort sichergestellt wurden und die noch keiner Person zugeordnet werden konnten. Jeder Personendatensatz steht für einen Menschen, aber Spurendatensätze können mehrfach eingegeben sein, etwa wenn ein Serieneinbrecher bei jedem Einbruch seine DNA hinterlässt.

Die deutsche DNA-Analysedatei wurde am 17. April 1998 eingerichtet. Bis zum 18. Mai 2009 wurden laut Bundesinnenministerium 709 Tötungsdelikte, 1381 Sexualstraftaten, 4127 Fälle von Raub oder Erpressung und 48.648 Diebstähle über die Datei aufgeklärt. Wie viele dieser Straftaten auch ohne DNA-Analyse beziehungsweise -Datei aufgeklärt worden wären, ist nicht bekannt.

Ende 1998 enthielt die Datei 643 Datensätze, heute sind es über 1200 Mal so viel. Die Zunahme hat mehrere Gründe, beispielsweise die Etablierung der DNA-Analyse als Ermittlungsmethode und verbesserte Möglichkeiten zur Spurensicherung. Außerdem erlaubt mit dem Gesetz zur Novellierung der forensischen DNA-Analyse vom 12. August 2005 ein stark erweiterter Paragraph 81 g StPO, einem Beschuldigten Körperzellen zu entnehmen, um das DNA-Identifizierungsmuster festzustellen. Dies ist auch möglich, wenn eine Person schon verurteilt wurde. Allerdings werden Identifizierungsmuster, die bei einem Massengentest erstellt werden, laut BKA nicht mit der DNA-Analyse-Datei abgeglichen.

(Ulrike Heitmüller) / (anw/c't)




Aus: "Deutsche DNA-Analysedatei enthält über 800.000 Datensätze" (30.11.2009)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-DNA-Analysedatei-enthaelt-ueber-800-000-Datensaetze-872080.html

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« Reply #21 on: April 19, 2010, 09:35:28 AM »

Quote
[...]  In Washington unterzeichneten der Staatssekretär im Bundesinnenministerium (BMI), Klaus-Dieter Fritsche, und Deputy Secretary Jane Holl Lute vom U.S. Department of Homeland Security (DHS) am Mittwoch eine Absichtserklärung zur Verknüpfung von Grenzkontroll-Programmen beider Länder, die es biometrisch registrierten und sicherheitsüberprüften Personen erlauben, Identitätskontrollen bei Grenzübertritten an Flughäfen schneller zu durchlaufen.

In Deutschland wurde zu diesem Zweck im Jahr 2004 die "Automatisierte und Biometriegestützte Grenzkontrolle" (ABG) am Flughafen Frankfurt/Main eingeführt. ABG-Teilnehmer hinterlegen im Enrollment-Center am Terminal 1 zunächst einen Referenzdatensatz ihrer Iris-Struktur und können später im Abflugbereich sogenannte Autocontrol-Spuren nutzen. Dort weisen sie sich mit einem für ABG registrierten Personaldokument maschinell aus und authentifizieren sich zusätzlich an einem Iris-Scanner. Eine Kontrolle durch Grenzbeamte entfällt. BMI-Angaben zufolge haben sich bislang etwa 24.500 Personen für das Verfahren der automatisierten und biometriegestützten Grenzkontrolle angemeldet.

Das korrespondierende Verfahren in den USA trägt den Namen "Global Entry" und wird von der U.S Customs and Border Protection (CBP) betreut. Voraussetzung für eine Teilnahme ist hier eine Registrierung der Fingerabdrücke; zudem werden ein persönliches Gespräch und eine Sicherheitsüberprüfung durchgeführt. Wer für Global Entry zugelassen wird, kann die Passkontrolle an zahlreichen Flughäfen in den USA an einem "Global Entry Kiosk" selbst durchführen. Laut dem Department of Homeland Security haben sich seit Einführung des Programms im Jahr 2008 mehr als 42.000 Teilnehmer in den USA dafür registriert. Seit Mai 2009 ist die Nutzung des Systems auch für Niederländer möglich, die am Privium-Programm (Iris-Check) teilnehmen.

"Eine Verknüpfung unserer biometrischen Programme für überprüfte Reisende mit den entsprechenden Programmen Deutschlands wird den rechtmäßigen Handel und Reisen zwischen unseren beiden Ländern vereinfachen und gleichzeitig der Polizei ermöglichen, sich auf die wichtigsten Sicherheitsrisiken an den Grenzübergängen in unserem Land zu konzentrieren", sagte die stellvertretende Heimatschutzministerin Lute. Staatssekretär Fritsche, früher Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz und anschließend Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt, führte aus, dass das gemeinsame Programm den transatlantischen Luftverkehr erleichtere und ihn "gleichzeitig sicherer" mache. (pmz)

Quote
16. April 2010 14:10
Nächster Schritt: Buttplug mit RFID Chip
proforma (mehr als 1000 Beiträge seit 12.06.03)

Diese Reisenden brauchen dann kein Gepäck mehr aufzugeben und können
mit dem Taxi bis an die Gangway fahren. Ausserdem bekommen sie aus
praktischen Überlegungen eine eigene Toilette.

Danach ist in Planung ist das Lobo2000, welches direkt im
Hirnimplantiert wird. Wer das in Anspruch nimmt, braucht weder durch
die Kontrollen, noch hat er eine Anreise. Der Urlaub (zum Mars z.B.)
wird einfach direkt eingespielt. Die Vorbestellungen laufen schon.



Aus: "Deutschland und USA verknüpfen biometrische Grenzkontroll-Programme" (15.04.2010)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutschland-und-USA-verknuepfen-biometrische-Grenzkontroll-Programme-978825.html

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« Reply #22 on: August 29, 2011, 08:05:00 AM »

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[...] Der Prümer Vertrag sieht vor, dass EU-Mitgliedstaaten gegenseitig leichten Zugriff auf ihre gesammelten Datenbestände von Fingerabdrücken, DNA-Daten, Fahrzeugzulassungen und “Gefährdern” bekommen. Dafür sollen auch die nationalen DNA-Datenbanken vernetzt werden.

...

Quote
Philipp
Erstellt am 25. August 2011 um 17:30 | Permanent-Link

Ich glaube aber im Prinzip ist mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei zu befürworten.. Kriminalität macht auch keinen Halt an der Grenze..


Quote
Demokrates
Erstellt am 25. August 2011 um 17:44 | Permanent-Link

Im Prinzip schon. Wenn man DNA oder Bilder von gesuchten Verbrechern austauscht dann ist daran ja auch nichts auszusetzen.

Nur wenn letztendlich Bürger auf verdacht in den Datenbanken landen, dann wäre das glaube ich nicht so lustig. Gibt genug Staaten wie z.B. GB wo die DNA von Bürgern mehr oder weniger willkürlich von der Polizei auf der Straße eingesammelt werden kann.

...


Quote
foo
Erstellt am 25. August 2011 um 18:08 | Permanent-Link

Mal ketzerisch gefragt:

Wo ist das Problem? In Deutschland entstehen im Rahmen der Nationalen Biobanken-Initiative in allen größeren Klinika und Biotech-Forschungseinrichtungen Gewebebanken, bei denen die Ärzte auf den Altruismus der Donoren (hier: Patienten) plädieren, um dann bei der nächsten routinemäßigen OP ein Stückchen Gewebe “abknabsen” zu können. Da liegt bereits jetzt tonnenweise DNA in der Gegend herum, das Patienten *freiwillig* abgeben und das Tolle … es gibt für Biobanken noch keine gesetzliche Grundlage – siehe Stellungnahme des Deutschen Ethikrats (http://www.ethikrat.org/presse/pressemitteilungen/2010/pressemitteilung-2010-05).

In Schweden wurde der Möder der damaligen Aussenministerin Anna Lindh mit Hilfe der dortigen Nationalen Biobank gefasst.

Soviel zum Thema Datenschutz und DNA-Datenbanken.


...


Aus: "Aktion gegen die EU-weite DNA-Datenbank"
Von Linus Neumann | Veröffentlicht am: 25.08.2011 um 15:50h
Quelle: http://netzpolitik.org/2011/aktion-gegen-die-eu-weite-dna-datenbank/

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