COMMUNICATIONS LASER #17
May 18, 2012, 06:51:39 AM *
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Author Topic: [Wasser... (Notizen, H2O)]  (Read 1542 times)
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« on: August 22, 2006, 09:58:44 AM »

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[...] Weltweit leidet ein Drittel der Weltbevölkerung unter Wassernot, wie eine umfassende, internationale Studie belegt. Ein Mangel, der nicht sein müsste. Denn Wasser sei weltweit genug vorhanden. „Nur politische Konflikte und fehlende Infrastruktur verhindern die gerechte Verteilung“, sagt Frank Rijsberman vom Internationalen Institut für Wassermanagement (IWMI) in Sri Lanka. Etwa 98 Prozent der Wasserknappheit gehen seiner Meinung nach auf das Konto des Menschen. Nur etwa zwei Prozent der Dürren haben natürliche Ursachen.

[...] Erstmals hat ein internationales Expertenteam aus 700 Wissenschaftlern untersucht, wie sich die Wassernutzung in den vergangenen 50 Jahren verändert hat, und weiter entwickeln wird. Die Zahlen alarmieren...


Aus: "Das durstige Drittel" (21.08.06)
Quelle: http://aktuell.focus.msn.de/wissen/wissenschaft/umwelt_nid_34040.html

« Last Edit: November 28, 2007, 10:14:41 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: August 22, 2006, 10:05:44 AM »

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[...] jeder Deutsche verbraucht etwa 4000 Liter Wasser am Tag. Diese Menge ist erforderlich, um all die Waren zu produzieren, die wir täglich kaufen, vom Steak bis zum Autoreifen. Dafür hat J. A. Allan vom King's College in London den Begriff "virtuelles Wasser" geprägt.

Es hat ein Jahrzehnt gedauert, bis sich dieses Konzept in der Wissenschaft durchsetzte, in Politik und Wirtschaft steht dies noch aus. "Virtuelles Wasser hat nur einen kleinen Platz im Denken der Mächtigen", sagte Allan kürzlich bei einer Tagung des Instituts für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main.

[...] Wissenschaftler des Instituts haben in jüngster Zeit viele Daten veröffentlicht, die einen fundierten Einblick in den virtuellen Wasserverbrauch erlauben. Demnach verbergen sich in jeder Tasse Kaffee 140 Liter virtuelles Wasser.

[...] In der Bilanz gehört Deutschland zu den Top-Ten der Nettoimporteure von virtuellem Wasser. Nach den Untersuchungen der Unesco liegt das vor allem an der Einfuhr wasserintensiv produzierter Agrarprodukte wie Tee, Kaffee und Kakao.


Aus: "Der Wasser-Fußabdruck
140 Liter für eine Tasse Kaffee

Vom Steak bis zum Computerchip: Forscher haben berechnet, wie viel Wasser für die Produktion verschiedener Waren verbraucht wird" (Von Frank Kürschner-Pelkmann; SZ vom 22.8.2006)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/251/83168/

« Last Edit: March 25, 2008, 10:08:21 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #2 on: November 09, 2006, 12:52:44 PM »

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[...] In den letzten zwei bis drei Jahren sind tatsächlich rund um den Globus die Wassermultis auf dem Rückzug. Wenn man nach Lateinamerika oder Afrika schaut, dann sieht man, daß reihenweise die Verträge vorzeitig beendet oder nicht verlängert werden. Manchmal ziehen sich die Konzerne zurück, manchmal werden sie regelrecht rausgeworfen. Aufgrund der massiven Proteste, die es in den letzten zehn Jahren in vielen Ländern gegeben hat, merken viele Regierungen, daß es politisch nicht sehr schlau ist, Wasser zu privatisieren.

[...] in Johannesburg hat Suez sich jetzt zurückgezogen, weil es aufgrund des Widerstandes in den armen Stadtteilen Geld verloren hat. Die Geschäftsidee von Suez bestand darin, Zähler einzuführen, für die man im voraus bezahlte Chipkarten brauchte. Besonders in Soweto und anderen armen Townships sollten diese in jedem Haushalt installiert werden. Aber die Leute haben einfach die Zähler zerstört. Das Programm startete 2002 und sollte in diesem Jahr abgeschlossen sein. Doch nicht einmal zehn Prozent der Haushalte haben funktionierende Zähler. Umgerechnet mehrere 100 Millionen Euro wurden in dieses Programm gesteckt, aber aufgrund des Widerstandes in den Townships hat Suez eine Menge Geld verloren. Im Juni diesen Jahres ist der Vertrag mit Suez ausgelaufen, aber der Konzern hatte offenbar den Appetit verloren und zeigte an der Verlängerung kein Interesse.


Aus: "»Die Leute haben einfach die Zähler zerstört«
Widerstand gegen Privatisierung der Trinkwasserversorgung verdirbt Groß­konzernen den Appetit. Ein Gespräch mit Dale T. McKinley" Interview: Wolfgang Pomrehn (jw; 09.11.2006)
Quelle: http://www.jungewelt.de/2006/11-09/056.php

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« Reply #3 on: August 14, 2007, 08:45:40 AM »

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[...] BERLIN. Werden die Kriege des 21. Jahrhunderts um Wasser statt um Öl geführt? Manche Experten halten das durchaus für möglich. Schließlich reichen die Vorräte in vielen Ländern schon heute nicht mehr aus, um alle Haushalte mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen, die Felder zu bewässern und die Industrie am Laufen zu halten. Der Klimawandel wird den Mangel noch verschärfen. So rechnet eine UN-Studie damit, dass Mitte des Jahrhunderts in mindestens 48 Staaten Wasserknappheit herrschen wird. Über solche bedrohlichen Entwicklungen diskutieren 2 500 Experten aus 140 Ländern seit gestern in Stockholm auf der Weltwasserkonferenz.

Eigentlich müssten die globalen Wasservorräte gut für die gesamte Bevölkerung reichen. Schließlich stehen im Durchschnitt für jeden Erdenbürger - für sein Trinkwasser, für die Herstellung seiner Lebensmittel, für die Produktion der von ihm genutzten Industriewaren - im Jahr zwischen fünf und sechs Millionen Liter zur Verfügung. Schon 1,7 Millionen würden genügen, um sämtliche Bedürfnisse eines Menschen zu befriedigen. Doch da die Vorräte nicht gleichmäßig über den Globus verteilt sind, hat derzeit ein Drittel der Weltbevölkerung mit Wasserknappheit zu kämpfen.

Kritisch ist die Lage etwa in der Mittelmeerregion. Im Westen und in den Gebirgslagen Griechenlands können dort, wie eine Studie der Umweltorganisation WWF zeigt, pro Quadratmeter in einem Jahr durchaus mehr als 2 000 Liter Niederschlag fallen, das ist die doppelte Regenmenge von München. Die griechischen Inseln dagegen müssen sich in manchen Jahren mit 200 Litern pro Quadratmeter begnügen. In diesem Sommer haben die Behörden dort mancherorts schon den Wassernotstand ausgerufen.

Allerdings hat die Wasserknappheit im Mittelmeerraum nicht nur klimatische Ursachen. So hat der boomende Tourismus vielerorts einen gewaltigen Bedarf geschaffen, der aus den lokalen Vorräten kaum zu decken ist. Auf den Balearen zum Beispiel ist der Wasserverbrauch zwischen 1980 und 1995 auf das 15-fache angestiegen. Auch die Landwirtschaft verschlingt mehr und mehr der kostbaren Ressource. Im Jahr 2000 wurden mehr als 20 Millionen Hektar Felder rund ums Mittelmeer bewässert - das ist knapp doppelt so viel wie 1961.

Besonders stark klaffen Bedarf und Angebot im Nahen Osten auseinander. So stehen einer Studie aus dem Jahr 2000 zufolge jedem Israeli jährlich 250 000 Liter Wasser zur Verfügung. Die Palästinenser in den besetzten Gebieten hingegen müssen mit 115 000 Liter pro Kopf auskommen. Konflikte sind da programmiert.

Die Frage, wie sich die Wasserprobleme dieser politisch instabilen Region lösen lassen, wird einer der Schwerpunkte der Stockholmer Konferenz sein.


Aus: "Jeder dritte Mensch leidet unter Wassermangel: Ungleiche Verteilung der begehrten Ressource beschäftigt UN-Konferenz in Stockholm" Kerstin Viering (Berliner Zeitung, 13.08.2007)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/677347.html
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« Reply #4 on: March 25, 2008, 10:07:53 AM »

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[...] Anders als beim Öl, bei dem noch Alternativen denkbar sind, ist das Wasser durch nichts zu ersetzen, womit sich erklärt, dass die Kriege ums Wasser auf den verschiedensten Ebenen längst begonnen haben.
Erinnert sei an die bolivianische Stadt Cochabamba, wo die Wasserversorgung erst nach blutigen Kämpfen im Jahr 2001 wieder in öffentliches Eigentum rück überführt werden konnte, nachdem der US-Konzern Bechtel die Wasserpreise exorbitant erhöht hatte.

Oder die täglichen Wasserkämpfe im Israel-Palästina Konflikt, über die man wenig liest, die aber an Brutalität gegenüber wasserbedürftigen Palästinensern dem vorher Gesagten in nichts nachstehen.
Wasserstreit findet man auch in den USA, wo der deutsche RWE-Konzern vor einigen Jahren die Wasserversorgung von 29 US-Bundesstaaten aufgekauft hatte, um groß ins Wassergeschäft einzusteigen. Nun möchte RWE alles wieder verkaufen, meistbietend an der Börse und gegen den Widerstand ungezählter US-Bürger, die ihre Wasserversorgung wieder in öffentlicher Hand halten möchten.
Wasserkämpfe können aber auch völlig anders geartet sein, wie derzeit die Kämpfe um den Ilisu-Mega-Staudamm, der in der Osttürkei am Tigris gebaut werden soll, zeigen. Tausende Militärs sind vor Ort und sollen über 50.000 Bewohner aus dem Gebiet »entfernen«; wertvolle Grabungsstätten sowie die über 9000 Jahre alte Stadt Hasankeyf sollen überflutet werden; den Nachfolgestaaten Syrien und Irak wird, ohne Konsultation, förmlich das Wasser abgegraben und internationale Auflagen werden nicht eingehalten. Trotzdem gab die Bundesregierung eine 100-Millionen Hermes Bürgschaft und der Baukonzern ZÜBLIN freut sich auf einen Großauftrag.
Ob im ehemaligen Mesopotamien, im indischen Narmada-Tal, oder am Jangtse-Fluss in China: hunderte von Großstaudamm-Projekten verursachen soziale Probleme, wie die Vertreibung der Bewohner und ungezählte ökologische Probleme.

Im brasilianischen Sobradinho wird derzeit ein ähnlicher Kampf gekämpft. Präsident Lula will gleich einen ganzen Fluss, den Rio Sao Francisco umlenken und 700 km in ein neues Flussbett verlegen, um damit der durstigen Agro-Industrie einen gefallen tun. Gegen dieses Mega-Projekt wehrte sich Dom Luiz Cappio, Bischof von Barra, mit einem Hungerstreik und tausende Brasilianer, auch indigene Stämme, mit andauernden Demonstrationen, was aber Lula offensichtlich unbeeindruckt lässt.

Nicht nur in der »Dritten Welt«, sondern auch im behüteten Deutschland finden Auseinandersetzungen um das Wasser statt. So wollen die Berliner ihre Wasserversorgung rekommunalisieren, von der 49.9 Prozent an die Konzerne RWE und Veolia verkauft wurde und fordern die Offenlegung aller Geheimverträge. Trotz eines erfolgreichen Volksbegehrens verweigert sich die Politik mit dem Argument, eine mit den Konzernen vereinbarte Geheimhaltung habe Vorrang vor dem Bürgerwillen.

In Stuttgart sieht es nicht besser aus: 2002 hatte die Stadt ohne Not ihre gesamte Gas-, Strom- und Wasserversorgung an den EnBW-Konzern verkauft, hält Verträge geheim und stellt sich vehement gegen die Bürger, die eine Rückführung in öffentliche Hand fordern.
Die Beispiele im In- und Ausland ließen sich beliebig fortsetzen und Institutionen wie die Welthandelorganisation WTO und die EU tun ihr mögliches, um durch Verordnungen, Richtlinien und Beschlüsse die Privatisierung des Wassers zugunsten von Konzernen weiter zu forcieren. Den Bürgern wird dazu gebetsmühlenartig erklärt, dass dies notwendig, effektiv und für den härter werdenden Wettbewerb und die leeren Haushaltskassen notwendig sei.

Auch die von der UN-Generalversammlung im Jahr 2000 ausgerufene so genannte Milleniumskampagne zielt in eine ähnliche Richtung. Hinter der Vorgabe, bis 2015 die Zahl derer zu halbieren, die keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und zu Trinkwasser haben, verbirgt sich unter anderem eine klare Privatisierungsagenda, verbunden mit dem Argument, es gäbe nicht genügend öffentliches Geld, um den Menschen zu helfen, was jedoch zynisch anmutet. Schon ein Bruchteil der für Kriege und Zerstörung ausgegebenen Milliarden würde ausreichen, um bequem die gesteckten Ziele zu erreichen.
Eine andere Gefahr für das Trinkwasser ist die zunehmende Verschmutzung und Kontamination mit verschiedensten Giften. So werden in der Landwirtschaft, mit über 70 Prozent dem größten Wasserverbraucher, immer mehr Totalherbizide eingesetzt, wie z.B. Glyfosat, von Monsanto, die nicht genmanipulierte Pflanzen sowie viele Insekten töten und zudem krebserregende- und Unfruchtbarkeit auslösende Wirkung haben. Ähnliche Herbizide wie z.B. Diuron oder Bromacil, setzt die Bundesbahn ein, um die Gleise Pflanzenfrei zu halten. Diesen »Pflanzenschutzmitteln« ist gemeinsam, dass sie früher oder später in die Wasserleiter gelangen und so über lange Zeit unser Grundwasser nachhaltig verseuchen.
Noch gravierender ist die Kontamination des Wassers mit radioaktiven Substanzen, die sowohl bei der »friedlichen Nutzung« der Kernenergie anfallen, als auch bei der Verwendung in Kriegen. So schlummern auf dem Meeresgrund ungezählte Atomsprengköpfe und in den gegenwärtigen Kriegen werden tonnenweise Waffen mit abgereichertem Uran eingesetzt, deren Feinstaub hochgiftig, lungengängig und wasserlöslich ist und damit letztlich weit über die Landesgrenzen hinaus das Trinkwasser verseucht. Bei der »friedlichen Nutzung« ist vor allem die Endlagerung des radioaktiven Mülls ein ungelöstes Problem. So lagern im Salzbergwerk Asse 2 bei Wolfenbüttel derzeit über 125.000 Fässer mit radioaktivem Abfall, der früher oder später in die Wasserleiter gelangt, weil seit 1988 Wasser in das Bergwerk einbricht, und damit ein nicht mehr nachvollziehbares Verbrechen gegen die Umwelt darstellt.

Die zuständigen Politiker sind derzeit offensichtlich nicht in der Lage, auch nur halbwegs vernünftig klingende Lösungen anzubieten.
Auch hier ließe sich die Liste der Wasser gefährdenden Stoffe endlos fortsetzen und sollte uns zeigen, wie unendlich wichtig ein guter Umgang mit dem Wasser ist, wenn wir weitere Kriege ums Wasser vermeiden- und eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere Nachkommen sicherstellen wollen.






Jens Loewe, 1958 in Bochum geboren, ist neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor Mitbegründer des »Stuttgarter Wasserforums« sowie des Städtebündnisses »Wasser in Bürgerhand« und unterstützt weltweit zahlreiche Initiativen zur Verhinderung und Rückabwicklung der Trinkwasserprivatisierung. In seiner Vortrags- und Seminartätigkeit befasst er sich mit den Themenschwerpunkten Wasser, Abwasser, Wasserprivatisierung und Kommerzialisierung, sowie mit Demokratisierungs- und Globalisierungsfragen. Sein aktuelles Buch »Das Wasser-Syndikat« ist erschienen im Pforte Verlag.

Aus: "»Kriege ums Wasser haben längst begonnen«: Jens Loewe, Autor und Begründer des Stuttgarter Wasserforums" Von Jens Loewe (23 März 2008)
Quelle: http://diegesellschafter.de/tagebuch/eintrag.php?eid=777#more

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« Reply #5 on: March 25, 2008, 10:13:15 AM »

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[...] Mehr als eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,6 Milliarden müssen ohne sanitäre Einrichtungen leben. "Täglich sterben 5000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, weil sie und ihre Eltern nicht wissen, dass unsauberes Wasser krank macht und den Tod bedeuten kann", teilte die Welthungerhilfe am Mittwoch in Bonn mit. Die Organisation forderte zum Weltwassertag am 22. März deshalb mehr Einsatz für Sanitärversorgung und Hygiene. Experten verwiesen darauf, dass sich die Versorgungslage bei Wasser durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahrzehnten nochmals deutlich verschärfen wird.

[...] "Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen einer Krankheit, die durch mangelhafte Hygiene, verschmutztes Wasser oder mit Fäkalkeimen verunreinigte Nahrung verursacht wird", erklärte Karin Kortmann vom Entwicklungshilfeministerium. "Damit tötet Hygienemangel weltweit mehr Kinder als HIV/Aids." Insgesamt leben heute laut Uno-Angaben 2,6 Millionen Menschen "ohne grundlegende Sanitärversorgung".

Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. Die Uno hatte es sich 2002 zum Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der Menschen zu halbieren, denen ein Zugang zu sauberem Wasser fehlt. Experten halten dies aber schon jetzt nicht mehr für erreichbar. Hauptproblem ist, dass Wasser ungleich verteilt ist. "Vereinfacht gesagt, gibt es dort genug, wo keine Menschen leben", sagte der französische Wasserexperte Pierre Chevallier vom Pariser Institut de recherche pour le développement (IRD). "Mit dem Klimawandel wird das nicht besser werden. Er wird die Verdunstung und das Abschmelzen der Gletscher fördern und die verfügbare Wassermenge verringern."

Wie stark der Klimawandel die Trinkwasser-Reserven der Menschheit bedroht, hatten erst kürzlich Wissenschaftler der Ohio State University herausgefunden. Ein steigender Meeresspiegel führt nämlich auch dazu, dass Küstengebiete weltweit überflutet werden. Das eindringende Salzwasser mindert dabei die Wasservorräte.

Der französische Wasserexperte Chevallier verwies auf ein weiteres Problem: das rasante Bevölkerungswachstum auf dem Globus. Nicht nur die Weltbevölkerung wachse, auch die Anforderungen der Menschen in den großen Entwicklungsländern erhöhten sich. Das Uno-Umweltprogramm Unep schätzt demnach, dass Indien im Jahr 2050 mit einer auf 1,5 bis 1,8 Milliarden gewachsenen Bevölkerung 30 Prozent mehr Wasser benötigt als heute. Technisch sei das nicht unmöglich, sagt Chevallier. Dafür seien aber "riesige Investitionen" nötig.

[...]


Aus: "UNSAUBERES WASSER: Täglich sterben weltweit 5000 Kinder" (19. März 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,542456,00.html

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« Reply #6 on: April 01, 2008, 09:38:37 AM »

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[...] American Water meldete am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC 64 Millionen Aktien für den geplanten Börsengang in New York an. Das sind lediglich 40 Prozent der American-Water-Anteile. Zusätzlich gibt es eine Mehrzuteilungsoption von 9,6 Millionen - einschließlich dieses Greenshoes würden 46 Prozent an die Börse gebracht.

American Water nannte der SEC einen Schätzpreis von 24 bis 26 Dollar je Aktie. Das Unternehmen bewertet sich also mit vier Milliarden Dollar. Der Börsengang der US-Wassertochter könnte ein Volumen von 1,54 bis 1,912 Milliarden Dollar haben, umgerechnet sind das derzeit 974 Millionen bis 1,21 Milliarden Euro.

Geld für die Aktionäre:

Die Börsenpläne für American Water gibt es schon länger. RWE hatte im vergangenen November aber den Gang der US-Tochter aufs Parkett wegen des schwachen Kapitalmarkts auf dieses Jahr verschoben. Im Februar hatte der neue RWE-Chef Jürgen Großmann noch ein Fragezeichen hinter den Zeitplan gesetzt. Theoretisch sei der Börsengang im Frühjahr möglich, der genaue Zeitpunkt sei aber offen. Einen genaueren Zeitplan nannte American Water auch in seiner Pflichtmitteilung an die SEC nicht.

Mit dem Verkauf von American Water will der Konzern die Fokussierung auf das Kerngeschäft abschließen. Zuvor hatte sich RWE bereits von Thames Water getrennt. Den Erlös will RWE laut früheren Angaben an die Aktionäre ausschütten.
bs


Aus: "RWE macht Ernst bei American Water" (01.04.2008)
Quelle: http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_284882


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« Reply #7 on: August 05, 2008, 08:20:57 AM »

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[...] In manchen betroffenen Gemeinden werden die Werte durch Mischung mit unbelastetem Wasser korrigiert, andere setzen auf Filteranlagen, bei denen zum Beispiel bestimmte Harze zum Einsatz kommen, die das Uran entfernen, den Rest des trinkwassers aber nicht beeinflussen. Und in wieder anderen passiert gar nichts: "Report München" berichtet, die Ostsee-Gemeinde Palmzin der Kommune Semlow in Mecklenburg-Vorpommern habe etwa erst durch die Nachfrage der Journalisten von der hohen Uran-Belastung mit Werten über 23 Mikrogramm erfahren. Das zuständige Gesundheitsamt sei zwar schon seit 2006 über die Messung informiert worden, habe aber seither nicht reagiert.


Aus: "SCHWERMETALL-BELASTUNG - Verbraucherschützer warnen vor Uran im Trinkwasser" Von Christoph Seidler  (04.08.2008)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,570010,00.html

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« Reply #8 on: February 22, 2009, 11:05:39 AM »

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[...] Peking - Rund eine Millionen Bewohner der ostchinesischen Stadt Yancheng sind seit Freitag ohne Trinkwasser, nachdem eine Chemiefabrik giftiges Phenol in einen Fluss abgelassen hatte. Wegen der massiven Umweltverschmutzung im Manshe Fluss seien zwei der drei Wasserwerke der 1,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt in der Provinz Jiangsu seit Freitag nicht in Betrieb, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Arbeiter müssten die Leitungen reinigen. Die Wasserbehörden hätten Schleusentore öffnen lassen, um die Chemikalie aus dem Flusswasser zu spülen.

Das privat betriebene Biaoxin Chemiewerk sei geschlossen und die Besitzer in Gewahrsam genommen worden, berichtete Xinhua. Die Vergiftung war Freitagmorgen durch den Gestank des Wassers in den Aufbereitungsanlagen Chengxi und Yuehe entdeckt worden. Die Wasserversorgung wurde unterbrochen, so dass die meisten Bewohner und die Industrieproduktion in der Stadt betroffen waren. Die Menschen versuchten, sich mit Mineralwasser einzudecken. Einige Geschäfte versuchten Profit aus der Nachfrage zu schlagen und hätten den Preis für Wasserflaschen mehr als verzehnfacht, berichtete die "China Daily".

dpa




Aus: "Chemikalien vergiften Fluss - Eine Million Chinesen ohne Trinkwasser" (21. Februar 2009)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/21/1058408.html

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