COMMUNICATIONS LASER #17
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Author Topic: [Zum Selbstverständnis des LASER#17... ]  (Read 9710 times)
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lemonhorse
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« Reply #15 on: October 28, 2007, 06:24:54 PM »

Quote
[...] Der Kritische Rationalismus ist eine von Karl R. Popper begründete philosophische Denkrichtung. Er ist aus eigener Sicht eine Lebenseinstellung, „die zugibt, daß ich mich irren kann, daß du recht haben kannst und daß wir zusammen vielleicht der Wahrheit auf die Spur kommen werden“

[...] Eine grundlegende Position des Kritischen Rationalismus ist die im Alltagsverstand selbstverständliche Überzeugung, dass es die Welt wirklich gibt, und dass sie vom menschlichen Erkenntnisvermögen unabhängig ist. Das bedeutet beispielsweise, dass sie nicht zu existieren aufhört, wenn man die Augen schließt. Der Mensch aber ist in seiner Erkenntnisfähigkeit dieser Welt durch seine Wahrnehmung begrenzt, so dass er sich keine endgültige Gewissheit darüber verschaffen kann, dass seine Erfahrungen und Meinungen mit der tatsächlichen Wirklichkeit übereinstimmen (Kritischer Realismus). Er muss daher davon ausgehen, dass jeder seiner Problemlösungsversuche falsch sein kann (Fallibilismus). Das Bewusstsein der Fehlbarkeit führt einerseits zu der Forderung nach der ständigen kritischen Prüfung von Überzeugungen und (wissenschaftlichen) Theorien, andererseits zum methodischen und rationalen Vorgehen bei der Lösung von Problemen (Methodischer Rationalismus).

Der Kritische Rationalismus fragt also zum Beispiel nicht, wie man eine wissenschaftliche Theorie beweisen kann, sondern wie man herausfinden kann, ob und wo sie fehlerhaft ist, und was man tun sollte, wenn man einen Fehler gefunden hat. Ein starkes Argument dafür, die Suche nach Beweisen für eine Theorie aufzugeben, ist die Ablösung der Gravitationstheorie von Isaac Newton durch die von Albert Einstein. Newtons Theorie war nach ihrer Entdeckung 200 Jahre lang durch Beobachtung immer wieder ausnahmslos bestätigt worden. Wenn man also von überhaupt einer bewiesenen wissenschaftlichen Theorie hätte sprechen können, wäre es mit großem Abstand die newtonische gewesen. Dennoch stellte Einstein mit seiner eigenen Theorie die kühne Vermutung auf, dass die newtonische nur auf einem sehr beschränkten Bereich Gültigkeit besaß. Demnach wäre sie also falsch, was auf eine grundsätzliche Fehlbarkeit menschlichen Wissens deutet. Statt jedoch Verfahren anzugeben, wie seine neue Theorie zu beweisen sei, schlug er anspruchsvolle Experimente zu ihrer Überprüfung vor und gab damit Gegebenheiten an, unter denen er sich gezwungen sehen würde, die neue Theorie als Irrtum zu verwerfen. Er verzichtete so auf den Anspruch, dass eine Beweisbarkeit seiner eigenen Theorie überhaupt möglich sei.

Diese Grundidee, dass auch die sicherste Theorie falsch sein könnte, bildet den Ausgangspunkt des Kritischen Rationalismus.


Aus: "Kritischer Rationalismus" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Rationalismus

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Quote
[...] Der Agnostizismus (latinisierte Form des altgriechischen ἀγνωστικισμός agnōstikismós, von ἀγνoεῖν a-gnoein „nicht wissen“; vergleiche Gnostizismus) bezeichnet die philosophische Ansicht, dass bestimmte Annahmen – insbesondere theologischer Art, welche die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens wie beispielsweise eines Gottes betreffen – entweder ungeklärt, grundsätzlich nicht zu klären oder für das Leben irrelevant sind (letztere Haltung wird auch als Ignostizismus bezeichnet).

Der Agnostizismus ist eine Weltanschauung, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens betont. Die Möglichkeit der Existenz transzendenter Wesen oder Prinzipien wird vom Agnostizismus nicht bestritten. Agnostizismus ist sowohl mit Theismus als auch mit Atheismus vereinbar, da der Glaube an Gott möglich ist, selbst wenn man die Möglichkeit der rationalen Erkenntnis Gottes verneint.


Aus: "Agnostizismus" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostiker

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Quote
[...] In Begriffen wie Geworfenheit, Selbstentwurf, Freiheit und Selbstbestimmung zeigt sich die Zentrierung des Existentialismus auf das Problem der Befreiung des Menschen zu seinen eigenen Möglichkeiten hin. Die Notwendigkeit dieser Möglichkeit zu sein, zeigt sich in den Erfahrungen von Absurdität, Ekel, Angst, Sorge, Tod und Langeweile und zeigt eindrucksvoll auf, dass gerade dieses subjektive Empfinden das Leben des Menschen bestimmt, Objektivitätsansprüche vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen verblassen.

    „Der atheistische Existentialismus, für den ich stehe, ist zusammenhängender. Er erklärt, dass, wenn Gott nicht existiert, es mindestens ein Wesen gibt, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dass dieses Wesen der Mensch oder, wie Heidegger sagt, die menschliche Wirklichkeit ist. Was bedeutet hier, dass die Existenz der Essenz vorausgeht? Es bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert.” (Jean Paul Sartre, 'Der Existenzialismus ist ein Humanismus')


Aus: "Existentialismus" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Existentialismus

« Last Edit: October 28, 2007, 06:32:26 PM by lemonhorse » Logged
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