COMMUNICATIONS LASER #17
May 18, 2012, 06:15:34 AM *
Welcome, Guest. Please login or register.

Login with username, password and session length
News: LASER#17 | TEXT MEMORY UNIT | ZITAT MONTAGEN | TEXT DATENBANK
=> BRUCHSTUECK-TEXT, SELEKTIVES GEDANKEN ARCHIV, UNGEORDNETE FELDFORSCHUNG, AMBIVALENZ, MENTALITAETSGESCHICHTE, GEHIRN ESKAPADEN, ZITATE, SPUREN, ASSOZIATIONEN, TUNNELREALITAET
 
   Home   Help Search Login Register  
Pages: 1 ... 9 10 [11] 12   Go Down
  Print  
Author Topic: [Zur Zensur... (Informationskontrolle)]  (Read 17387 times)
0 Members and 5 Guests are viewing this topic.
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #150 on: May 21, 2011, 08:34:21 AM »

Quote
[...] Facebook, Yahoo, MSN und Wikipedia werden in Pakistan wieder einmal gesperrt. Wie die Non-Profit-Organisation Association for Progressive Communication (APC) nun mitteilte, entschied der Lahore High Court Ende vergangener Woche, dass die Seiten der Portale und sozialen Netzwerke gegen das pakistanische Blasphemie-Verbot verstoßen. Beantragt hatte die Sperrung laut dem von APC veröffentlichten Gerichtsbescheid eine Gruppe islamischer Anwälte.

Die Anwälte hatten argumentiert, dass die fortdauernde Verunglimpfung des Propheten Mohammed im Internet auch internationalem Recht widerspreche. Es sei niemandem gestattet, die Persönlichkeiten einer Glaubensgemeinschaft zu diffamieren. Sie warnten davor, dass Verunglimpfungen gewalttätige Auseinandersetzungen zur Folge haben könnten. Sperren seien auch in anderen islamischen Ländern wie Saudi-Arabien und Iran üblich, aber auch in China.

Die Gerichtsentscheidung ergingt fast genau ein Jahr nach der Protestaktion "Zeichne-Mohammed-Tag" am 20. Mai 2010 unter anderem auf Facebook, die seinerzeit bereits zu einer zweiwöchigen Sperre mehrerer sozialer Netzwerke in Pakistan führte. Bilder, die im Rahmen dieser Aktion entstanden, sind zum Beispiel in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu finden.

Vor einem Jahr wurden laut APC 12.000 einzelne Webseiten gesperrt. Das sei eine eklatante Verletzung von Grund- und Menschenrechten, erklärte Joy Liddicot, ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter in Neuseeland und Leiter der APC-Kampagne für Grundrechte im Internet. Die Plattformen seien ein wichtiges Medium für gesellschaftliche und politische Aktionen und den Informationsaustausch.

(Monika Ermert) / (anw)

Quote
20. Mai 2011 12:11
He-he... Diffamierung...
khdummy1

Die haben wohl noch nicht Richard Dawkins gelesen...???
Viele _nennen_ es Diffamierung.

Aber _da_ wird Diffamierung groß geschrieben.
- Koran
- Bibel/das Alte Testament
- Tanach
- Shruti
- [beliebige religiöse Textsammlung]



Aus: "Pakistan sperrt erneut Facebook" (20.05.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Pakistan-sperrt-erneut-Facebook-1246623.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #151 on: May 23, 2011, 11:07:08 AM »

Quote
[...] Nur wenige Tage, nachdem der "Verein für Anti-Piraterie" (VAP) den österreichischen Provider UPC gerichtlich dazu verpflichten konnte, den Zugang zu der Website Kino.to zu sperren, ist die Seite für die Kunden des Providers offenbar wieder erreichbar: Über das Forum cinecommunity.to wird eine neue Adresse kommuniziert. Die Betreiber weisen ausdrücklich daraufhin, selbst keine Filme zum Download anzubieten, sondern lediglich Links bereitzustellen.

In einer Stellungnahme gegenüber Gulli.com schreibt Werner Müller, Geschäftsführer des VAP, dass das Vorgehen der Kino.to-Betreiber so zu erwarten gewesen sei. Er fährt fort: "Trotz allem – auch wenn kino.to aus dem digitalen Abbottabad weiter arbeitet, wird die Urheberseite langfristig gewinnen – einfach, weil sie im Recht ist." Im pakistanischen Abbottabad erschossen US-Truppen Osama bin Laden. (axv)

Quote
22. Mai 2011 12:37
Der Vergleich ist einfach nur geschmacklos ...
Aracon (295 Beiträge seit 12.07.03)

... ihr widert mich an.


Quote
22. Mai 2011 12:47
thekork

Für die Position der VAP ist 'digitales Stalingrad' viel treffender!
(kwt)


Quote
22. Mai 2011 14:42
Der Mann hat Recht (Editiert vom Verfasser am 22.05.11 um 14:44)
cw173 (90 Beiträge seit 15.08.07)

Natürlich wird die Urheberrechtsseite gewinnen, ist doch klar! Das
zeigt doch ein Blick in die Geschichte:

1998 - Napster wird geboren, zum ersten Mal wird Filesharing populär,
die Labels kämpfen mit allen Mitteln, erst mit Filterlisten (madona
statt madonna suchen..*haha*..) , und dann wird die Seite irgendwann
ganz dicht gemacht. Man wähnt sich am Ziel.

2000 - Morpheus tritt als direkter Nachfolger auf den Plan, und
später Kazaa. Auch hier schaut man dem Treiben gezwungenermaßen ein
paar Jahre zu, bis man den Betreiber schließlich vor den Gerichten zu
fassen bekommt und die Seite dicht macht. Man wähnt sich am Ziel.

2001 - Kazaa wird veröffentlicht, was auf dem selben Prinzip basiert,
leicht genervt geht die Industrie ein weiteres Mal in den Kampf,
diesmal dauert es aber schon 2-3 Jahre, da die Eigentümerstruktur
sehr undurchsichtig ist. Die Software wird irgendwann so verkrüppelt
mit Filterlisten dass sie nicht mehr benutzbar ist. Man wähnt sich am
Ziel.

2002 - Emule erscheint, es gibt keinen Betreiber, nur viele, viele
Hauptserver, über die die User in Verbindung treten. Das Netzwerk ist
bis heute aktiv, man hat zwar versucht einige Hauptserver
auszuschalten, aufgrund der rechtlichen Problematik (der Server weiß
nicht was für Daten getauscht werden) ist die ganze Sache etwas
schwierig. Man kommt ins Grübeln, bekommt allerdings Schützenhilfe
von unerwarteter Seite: Einige "findige" Rechtsverdreher merken, dass
man anhand der IP Adresse den User mit Fantasiewerten abmahnen kann,
und als Anwalt hier immer im Recht ist und seine Kosten erstattet
bekommt. Das multipliziert mit der Anzahl der User mit jeweils
demselben Formschreiben: Voila, die sichere Einnahmequelle und dieser
User werden für ihr ganzes Leben verschreckt nie wieder eine Datei
herunterladen. Man wähnt sich am Ziel.

2004 - bis heute - Die sogenannten One-Click Hoster treten auf den
Plan. Erst vom Pionier rapidshare, dann von hunderten Nachahmern, hat
es man es hier mit einem rechtlich sehr sicheren Konstrukt zu tum,
bei dem der Hoster nicht weiß was die User hochladen, während man die
User nicht zu greifen bekommt da man die IP Adressen nicht mehr
sieht. Man flüchtet sich in allgemeine Gerichtsverfahren ("rapidshare
ist böse"), hat damit aber im Prinzip keinen Erfolg und feilt bis
heute an einer Strategie, dem ganzen Herr zu werden. Zum 1. Mal geben
selbst Vertreter der Branche zu: "das wird schwierig". Man wähnt sich
erstmals nicht sofort am Ziel.

2008 - Die Seite kino.to tritt auf, clever die Lücke im Gesetz
nützend, dass das bloße Abspielen der Filme (nicht das speichern) ja
straffrei ist. Natürlich sieht die Industrie das anders, man kämpft
seit 2008 dagegen, und 2011 kann man stolz verkündigen, mittlerweile
zu wissen dass der Server in Russland steht und das man "vermutet,
dass die Betreiber aus dem deutschen Raum stammen aufgrund der
domain". Man wähnt sich auf einem guten Weg.

17.05.2011 - Die Seite kino.to ist von Österreich aus für UPC Kunden
gesperrt. Man wähnt sich am Ziel.

21.05.2011 - Die Seite kino.to ist von anderen Domains aus wieder
erreichbar.

22.05.2011 - Man gibt zu, dass die Seite nach wie vor erreichbar ist,
aber man wird "langfristig gewinnen, weil man im Recht ist".


...


 

Aus: "Kino.to-Sperre: Website offenbar über andere Adresse wieder erreichbar" (22.05.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kino-to-Sperre-Website-offenbar-ueber-andere-Adresse-wieder-erreichbar-1247397.html

-.-

Quote
[...]Am 8. Juni 2011 wurde die Website vom Netz genommen. Ermittler der Polizei in Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden führten zahlreiche Razzien in Wohnungen, Geschäftsräumen und Rechenzentren durch. 13 Personen wurden verhaftet, nach einer weiteren Person wird gefahndet. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen in über einer Million Fällen.[5][6][7][8]

...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kino.to (13. Juni 2011)

« Last Edit: June 14, 2011, 08:28:00 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #152 on: June 14, 2011, 08:25:22 AM »

Quote
[...] Geht es nach dem britischen Innenministerium, sollen Websperren auf der Insel künftig deutlich erweitert werden. Es sei zu überlegen, wie "gewalthaltige und rechtswidrige" Inhalte auf die freiwillig von Providern eingesetzten nationalen Filterlisten gesetzt werden könnten, schreibt das Ressort in einem Strategiepapier (PDF-Datei: http://www.homeoffice.gov.uk/publications/counter-terrorism/prevent/prevent-strategy/prevent-strategy-review?view=Binary) zur Terrorismusbekämpfung. Eingeschlossen werden sollte auch das Verzeichnis zu blockierender Webseiten, das die Internet Watch Foundation (IWF) erstellt. Die zivilgesellschaftliche Organisation arbeitet eng mit den großen britischen Zugangsanbietern beim Sperren kinderpornographischer Angebote zusammen.

Der Einsatz von Internetfiltern sei gerade im öffentlichen Bereich "essenziell", heißt es in dem Papier weiter. Nutzer in Schulen, Bibliotheken, an Ausbildungsstätten oder in Immigrationszentren sollten nicht auf rechtswidriges Material zugreifen können. Das Innenministerium will dafür eng mit anderen Ressorts, dem regionalen Breitbandkonsortium und der "Filterindustrie" zusammenarbeiten. Welche konkreten Inhalte unter den Begriff der Rechtswidrigkeit fallen sollen, erklärt das Innenministerium nicht. Zuvor war bekannt geworden, dass die britische Regierung und die Internetwirtschaft an einem neuen Verhaltenskodex arbeiten, demzufolge Webseiten gesperrt werden sollen, die Urheberrechtsverletzungen "erleichtern".

Der Vorstoß ist Wasser auf die Mühlen der Websperren-Gegner, die eine schleichende Ausdehnung der zur Belämpfung der Kinderpornographie gedachten Maßnahmen befürchten. Die britischen Provider sorgen sich nun vor allem um die Kosten für die Implementierung der neuen Filterlisten. Sie fordern zudem, dass ein Gericht über die zu blockierenden Seiten entscheidet. Hierzulande hat sich die Bundesregierung klar gegen Websperren ausgesprochen. Die Länder arbeiten aber an einem Staatsvertrag, mit dem Zugangsanbieter zur Blockade ausländischer illegaler Glücksspielseiten gezwungen werden sollen. (Stefan Krempl) / (vbr)

Quote
10. Juni 2011 19:42
"Der Einsatz von Internetfiltern ist essenziell"
Neodyne

Wodurch unterscheidet sich GB dann noch von China, das vom Westen als
Feind des Internet angeprangert wird? Deren Führung ist auch dieser
Meinung. Die Geschwindigkeit, mit der der Westen in den
Totalitarismus abgleitet, ist atemberaubend.



Quote
10. Juni 2011 19:45
Erinnert ein wenig an "Das Leben des Brian"
WinstonS., Winston.Smith@online.de

Aus Sicht der "unabhängigen" Organisation Nationwide Festival of
Light war der Film Blasphemie und gehörte in dessen Weltbild als
kriminelles Attentat auf den Glauben sicherlich verboten.

http://tinyurl.com/nxydrm

Ich mag ja gar nicht daran denken, ob Filme von Roman Polanski in den
USA gezeigt wurden. Filme eines flüchtigen Verbrechers! Warum gab es
keine Kinosperren?

Natürlich verbindet das Internet Computer von Verbrechern. Genauso
wie das Straßennetz Häuser von Kriminellen erreichbar macht. Das man
nun die Straßen zu diesen Häusern kappt habe ich noch nicht gehört.

Und wenn ein Verbrechen stattfindet, gibt es ein ganz einfaches
Verfahren:

-Anzeige
-Täter, Mittäter und Taten ermitteln
-Gerichtsverfahren
-und bei Schuld Strafe

Da die Politik aber immer betont, dass die Wirtschaft, der Bürger im
weltweiten Wettbewerb steht, muss ich aber sagen, dass auch die
Politik im weltweiten Wettbewerb steht. Dazu muss gehören ein
identisches Verständnis zu Straftaten zu finden. Es kann nicht sein,
dass in Land 1 das Handeln A verboten ist und in Land 2 dieses
erlaubt ist. In einer globalen Gesellschaftsordnung ein Unding. Da ja
aller Politiker häufig mit den selben Themen die Zensur begründen,
sollte ein gemeinsames Rechtsverständnis in diesen "wichtigen"
Bereichen gefunden werden. Aber vielleicht verfolgt man ja andere
Ziele. Natürlich mag ein Ermittlungsverfahren aufwendiger werden,
wenn der Webserver im Ausland betrieben wird, aber ersten warum
sollen meine Rechte eingeschränkt werden, nur weil die Politik
versagt und zweitens ist ein Ermittlungsverfahren nicht unmöglich,
sondern nur aufwendiger. Ein Sperren schützt ja leider nicht die
Opfer der Straftaten; es verdeckt nur die Abgründe die Menschen
schaffen können.


Quote
11. Juni 2011 13:24
Re: Erinnert ein wenig an "Das Leben des Brian"
Hundnase

WinstonS. schrieb am 10. Juni 2011 19:45
> Ich mag ja gar nicht daran denken, ob Filme von Roman Polanski in den
> USA gezeigt wurden. Filme eines flüchtigen Verbrechers! Warum gab es
> keine Kinosperren?

Weil sie dann auch alle Wesley Snipes Filme aus dem Programm ziehen
müssten :-)


Quote
11. Juni 2011 16:58
Erschreckend ist diese Selbstverständlichkeit
Queerdenker

In dem Land, welches so stolz auf seine bürgerlichen Rechte ist,
wütet dumpfe Diktatur. Ich habe mich manchmal gefragt, woher die
Gründungsväter des Liberalismus ihren sektiererischen Eifer nahmen,
wenn sie z.B. die Arbeitshäuser  oder das Design der Benthamschen
Prügelmaschine entwarfen. In diesem aktuellen Papier wird ganz
selbstverständlich davon gesprochen, dass das Internet allein deshalb
eine Gefahr darstellt, weil sich dort Nutzer untereinander
austauschen und dabei ihre einseitige Weltsicht verstärken. Es ist
die Rede davon den Nutzer zu erziehen, ihn vor ungesetzlichen
Inhalten zu bewahren und sicher zu stellen, dass er an keinem
öffentlichen Ort mit ungesetzlichen oder gefährlichen Informationen
in Kontakt kommt.

Das ist Adam Smith und John Bentham pur. Da maßt sich eine
Herrenrasse an genau zu wissen, was für ihre Untertanen gut ist und
setzt dieses kraft eigenen Amtes durch. Das hat nichts mit Demokratie
mehr zu schaffen. Die Wahlen lassen nur noch lediglich die Wahl
zwischen den Henkern zu. Erschreckend ist die Selbstsicherheit und
Selbstverständlichkeit der Verfasser für die unzweifelhaft feststeht,
dass eine Zensur ausgeübt werden muss. Es wird gar nicht nachgefragt,
ob dies rechtsstaatlichen oder demokratischen Grundsätzen zuwider
läuft. Diese Frage ist bereits entschieden. Es wird auch ganz
deutlich von Prävention gesprochen. Ja es ist die Rede davon, dass
der Bürger vor sich selbst geschützt werden muss. Da fehlt ja nur
noch der Begriff "Schutzhaft". Das dritte Reich lässt grüßen.

Das Vereinigte Königreich hat sich damit auf dieselbe Stufe der
Despoten vom Schlage Myanmar, China, Nordkorea, etc. begeben. Das
sollte uns sehr stark zu Denken geben. Denn man kann getrost davon
ausgehen, dass in UK ausprobiert wird, was später auf ganz Europa
übertragen werden soll. Noch ist es Zeit dem Wahnsinn ein Ende zu
bereiten.



Aus: "Britische Regierung drängt auf Ausweitung von Websperren" (10.06.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Britische-Regierung-draengt-auf-Ausweitung-von-Websperren-1259238.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #153 on: September 13, 2011, 09:10:10 AM »

Quote
[...] Ein Internet-Provider ist nach Ansicht des Landgerichts (LG) Köln nicht für Rechtsverletzungen Dritter verantwortlich zu machen. Das Gericht hat daher die Klage einer Plattenfirma gegen einen Provider abgewiesen (28 O 362/10). Die Namen der Parteien gehen aus der Mitteilung des LG nicht hervor; nach Darstellung des Magazins Musikwoche handelte es sich um EMI und Hansenet.

Der Telekommunikationsdienstleister ist nach Meinung der Plattenfirma verantwortlich für Downloads eines Kunden über die Filesharing-Plattform eDonkey. Das sah das LG Köln anders und wies die Klage als unbegründet ab. "Wollte man die Beklagte für sämtliches rechtswidriges Verhalten Dritter bzw. die von ihnen angebotenen oder abgerufenen Dienstleistungen verantwortlich machen, hätte dies eine Überdehnung der Grundsätze der Störerhaftung zur Folge, die nach den Grundsätzen der Rechtsprechung des BGH in Bezug auf Dritte gerade nicht gerechtfertigt ist", schrieb das Gericht.

EMI hatte vor Gericht verlangt, dass Hansenet als Vorsorgemaßnahme DNS- und IP-Sperren für Links auf Tauschbörsen einer bestimmten Internetseite einrichtet. Dadurch hätte die Beklagte Einsicht in die Datenkommunikation ihrer Kunden bekommen, führte das Gericht aus. Filter und Sperren aber könnten aber nicht ohne gesetzliche Grundlage eingerichtet werden. Hier stehe das in Artikel 10, Absätze 1 und 2 des Grundgesetzes garantierte Fernmeldegeheimnis entgegen.

Websperren seien außerdem kein geeignetes Mittel, um weiteren Rechtsverletzungen vorzubeugen, meint das Gericht. Da nicht sämtliche Seiten des Internetanbieters, der Links zu Musikstücken vorhält, gesperrt werden könnten, wodurch auch zulässige Angebote betroffen wären, führe "bereits die Änderung eines Zeichens der URL dazu, dass das gleiche rechtswidrige Angebot von Musiktiteln unter der gleichen Internetdomain, wenn auch mit einer anderen URL abrufbar bliebe". So habe auch der Kläger seinen Klageantrag mehrfach auf immer neue URL erweitern müssen. "Die Beklagte vor diesem Hintergrund dazu zu verpflichten, die technische Infrastruktur zu schaffen und entsprechendes Personal vorzuhalten, erscheint [...] unangemessen", schrieb das Gericht. (anw)

Quote
12. September 2011 13:41
*Der gewünschte Filter ist in Ihrem Land leider nicht verfügbar*
Hundnase

*bitte ziehen Sie nach China, USA oder Nordkorea um*



Aus: "Hansenet muss keine Internet-Filter installieren" (12.09.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hansenet-muss-keine-Internet-Filter-installieren-1341099.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #154 on: October 05, 2011, 08:11:41 AM »

Quote
[...] Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat gestern das Berufungsgericht in Antwerpen in einem Urteil der belgischen Anti-Piracy Federation (BAF) Recht gegeben. Die Internetserviceprovider Telenet und Belgacom müssen nun innerhalb der nächsten 14 Tage DNS-Sperren für insgesamt 11 URLs des Pirate Bay einsetzen. Das Berufungsgericht entschied jedoch gegen eine Verpflichtung für die Provider zu überwachen, ob ihre Kunden die Sperren eventuell umgehen.

Die belgische Net Users’ Rights Protection Association (NURPA) bedauerte in einer gestrigen Pressemitteilung die Entscheidung sowie die daraus resultierende unverhältnismäßige Einschränkung der Meinungsfreiheit, da nun auch Inhalte mit freien Lizenzen auf der Seite des Pirate Bay in Belgien nicht mehr zugänglich sein werden. Die Organisation warnte weiterhin vor den möglichen Gefahren und Kollateralschäden für Grundrechte und Demokratie.

Währenddessen empfiehlt The Pirate Bay in ihrem Blog, einfach den DNS-Server zu wecheln.


Aus: "Internetsperren für The Pirate Bay in Belgien"
Von Kirsten | Veröffentlicht am: 04.10.2011 um 14:52h
Quelle: http://netzpolitik.org/2011/internetsperren-fur-the-pirate-bay-in-belgien/

https://thepiratebay.org/blog/195

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #155 on: October 05, 2011, 12:21:44 PM »

Quote
[...] Statt den von Freiwilligen geschriebenen Artikeln bekommen Leser der italienischen Wikipedia nur noch eine Stellungnahme zu lesen, in der die Autoren davor warnen, ein neues Gesetz zu verabschieden, das derzeit im italienischen Parlament debattiert wird. "Es besteht die Gefahr, dass die italienischsprachige Wikipedia nicht mehr den nützlichen Service, den der Leser bisher erwarten konnte, erbringen kann", heißt es in dem Statement.

Insbesondere eine geplante Pflicht für Webseitenbetreiber, innerhalb von 48 Stunden missliebige Informationen ohne Richtervorbehalt entfernen zu müssen, stößt auf Empörung. Die Wikipedianer sehen ihr Freiwilligenprojekt gefährdet. Ob die Wikipedia wirklich von dem neuen Gesetz betroffen wäre, ist aber unklar, da die US-Stiftung als Betreiber nicht den italienischen Gesetzen unterliegt. Trotzdem befürchten Wikipedia-Administratoren Repressalien. So laufe derzeit eine Klage gegen Wikimedia Italien, obwohl die Länderorganisation formal keine Rolle beim Betrieb der Online-Enzyklopädie spielt. Auch gegen Wikimedia Deutschland wurde mehrfach geklagt.

Die Abstimmung zur Total-Blockade wurde in weniger als einem Tag durchgezogen, weniger als 50 Wikipedianer stimmten dem Antrag zu, bevor Administratoren die Online-Enzyklopädie schlossen. Die Wikimedia Foundation, die die Server der Wikipedia von den USA aus betreibt, wurde nicht in die Entscheidung eingebunden. Wie lange die Protestaktion dauern wird, ist noch unklar. Bei einer Facebook-Gruppe haben sich mittlerweile über 150.000 Unterstützer angemeldet.

Die US-Stiftung unterstützt den Protest der Italiener: "Dieses Gesetz würde die Arbeit von Projekten wie Wikipedia behindern", erklärt Wikimedia-Sprecher Jay Walsh auf Anfrage von heise online. Zudem sei die Möglichkeit, im Internet seine Meinung zu sagen und an einer demokratischen Debatte teilzunehmen, durch das geplante Gesetz gefährdet. Auf der Mailingliste der Wikimedia Foundation gab es jedoch auch kritische Stimmen, die die Aktion als übertrieben bezeichnen. Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner stellte sich jedoch relativ schnell hinter die Initiatoren des Protests und bezeichnete das Zustandekommen als "guten Community-Prozess".

Diese Bewertung ist für die Wikimedia Foundation selbst nicht unproblematisch – stehen ihr doch selbst derzeit mehrere solcher Community-Proteste ins Haus. So hat die deutsche Community in einem Meinungsbild der Einführung der von der Wikimedia Foundation beschlossenen Filter gegen kontroverse Bilder klar widersprochen. Auch in anderen europäischen Wikipedia-Communities regt sich Widerstand. Wie Wikimedia diesen Konflikt auflösen will, soll in den kommenden Tagen geklärt werden. (Torsten Kleinz) / (anw) 

Quote
5. Oktober 2011 11:49
Re: Italien auf dem Weg nach Ungarn (Editiert vom Verfasser am 05.10.11 um 11:54)
Wolfgang Nohl, Wolfgang Nohl (mehr als 1000 Beiträge seit 12.05.03)

dingodog schrieb am 5. Oktober 2011 11:42

> Toll, jetzt fangen die Italiener auch damit an, wie in Ungarn Zensur
> auf das Internet auszudehnen (die Rundfunkmedien und teilweise die
> Presse sind ja schon länger unter Berlusconi-Kontrolle).
>
> Das Land ist reif zum Entern...

So so.
Und wo ist die Meinungsvielfalt in den deutschen Medien?
Linke Presse gibt es schon lange nicht mehr.
Eine der letzten Zeitungen wurde gerade "abgewickelt":
> http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Rundschau#.C3.9Cbernahme_der_FR_durch_DuMont_und_Zusammanarbeit_mit_der_Berliner_Zeitung

Hast du z.B. schon mal eine Talkshow im deutschen TV gesehen,
bei der Die Linke gut wegkam und die CDU schlecht?

Aber natürlich, es gibt tatsächlich im ÖR
ein paar regierungskritische Alibi-Sendungen.

Die bekannteste dürfte derzeit "Nues aus der Anstalt" sein:
> http://anstalt.zdf.de/

Aber wie gesagt, das sind nur ein paar Alibiveranstaltungen,
wo ein par "Kasper" ihre Possen reißen.
In der täglichen Berichterstattung gibt es keine wirklich
regierungskritischen Sendungen.

mfg Wolfgnag Nohl



Aus: "Italienische Wikipedia streikt" (05.10.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Italienische-Wikipedia-streikt-1354725.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #156 on: November 22, 2011, 09:30:06 AM »

Quote
[...] Diese Woche soll in Pakistan eine Zensur gegen "obszöne" SMS eingeführt werden. Auf dem Index mit rund 1700 Wörtern und Wortgruppen in Englisch (PDF: http://content.bytesforall.pk/sites/default/files/content%20filtering%20ENGLISH_0.PDF) und Urdu stehen auch "Jesus" und "Fußpilz". Eine Anordnung (PDF: http://content.bytesforall.pk/sites/default/files/PTA%20Letter%20on%20Content%20filtering_0.pdf) dazu hat die Regulierungsbehörde des Landes (PTA) vor einer Woche erteilt. Bytes for All (B4A: http://content.bytesforall.pk/moral_policing) hat die Unterlagen veröffentlicht und bereitet eine Verfassungsbeschwerde vor.

Die Anordnung sollte binnen sieben Tagen umgesetzt werden, mithin am heutigen Montag. Doch die Netzbetreiber sind wenig erbaut und bezweifeln, dass die Verfügung juristisch wirksam ist. Zudem fürchten sie um die Stabilität ihrer Systeme. Sie verlangen weitere Diskussionen, bevor sie die Blockaden aktivieren. Die PTA reagierte darauf mit einer Art Verschiebung: Samstag und Sonntag seien in die siebentägige Frist nicht einzurechnen, die Zensur müsse also erst am Mittwoch starten. Genutzt werden sollen die ursprünglich zur Spam-Bekämpfung eingerichteten Filtersysteme.

Auf der englischen Liste finden sich vor allem Wörter mit Bezug zu Körperteilen, Krankheiten, Geschlechtsverkehr und anderen Körperfunktionen (Kondom, bisexuell, Syphilis, kein Sex, Vagina, Periode, Flatulenz), vulgäre Ausdrücke, Schimpfwörter (Idiot) und rassistische Beleidigungen. In manchen Fällen sind auch Varianten (ID10T) und Tippfehler erfasst, sodass man etwa nicht mehr über das Land oder den Fluss Niger schreiben kann. Augenscheinlich haben in Pakistan auch Kaufhäuser (K Mart), Geldverfügungen (Deposit), Suizid und Fußpilz (Athletes Foot, sic) obszöne Bedeutungen. Sogar "Jesus Christ" steht auf dem Index, wobei die PTA hier den Gegenspieler gleich behandelt (Teufel, Satan).

Pakistan versucht laufend, den Zugriff auf pornografische und "blasphemische" Webseiten zu blockieren. Davon waren auch schon Wikipedia, Facebook, YouTube und andere prominente Onlinedienste betroffen. Seit dem Sommer sind verschlüsselte Verbindungen verboten. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)

Quote
21. November 2011 15:55
Fußpilz
billsux

Da haben sie Recht die Pakistanis: Fußpilz braucht wirklich kein
Mensch! :)


Quote
21. November 2011 16:01
"Seit dem Sommer sind verschlüsselte Verbindungen verboten."
Platoon-Leader

Der feuchte Traum aller westlichen Politiker. Bin mal gespannt, wann
entsprechende Forderungen hierzulande erhoben werden.



Quote
21. November 2011 16:04
Jezus, that mohterf*cking T9 killz all the fun in Phootpils.
pianola

So what babi, are wo gunne have se6 ton8?
Just bolh my peecog till i chuuuuuuuuuuuum, yeah like that.


Quote
21. November 2011 16:06
1700 Wörter - das ist bestimmt erst der Anfang. Am Ende steht die Whitelist.
Crystal

2030 - Pakistan führt eine Whitelist ein, mit Gedanken, die gedacht
werden dürfen.

--
Crystal


Quote
21. November 2011 16:10
Wow, was die Zensoren für ein Vokabular drauf haben.
TFTD

Die gehören Glatt weg gesperrt. Wo lernt man solche Begriffe?


Quote
21. November 2011 16:14
Vokabelliste im PDF-Format
chillkroete78

Als Vorlage für die Liste diente wohl das automatisch ergänzte
T9-Wörterbuch von Bushidos Handy...


Quote
21. November 2011 16:41
Der Beitrag ist gesperrt
neueraccount (217 Beiträge seit 21.10.09)

Bisexuellkondomhodenpenisvaginasexidiotnegerdepositsuizidflatulenzteufeljesusfußpilz.

In your face, Pakistan.



Quote
21. November 2011 16:56
You [16] do not speak about the [264] [566]. [410]
T-rohrrist

Danke für die PDF-Liste. Man muß jetzt nur noch die Zahlen nutzen um
die Wörter zu schreiben. Wenn sich das durchsetzt, werden bald auch
Zahlen verboten.

Edit:
Demnächst in pakistanischen Foren: "You [544], I do need this [264]
[627] for my [62].



Quote
21. November 2011 17:29
GODDAMNMUTHAFUCKER
JimBoe (34 Beiträge seit 26.11.10)

Nr. 480. Ist ja auch falsch geschrieben. Also zurecht auf der Liste.
Weiß doch jeder, dass das GODDAMNMOTHERFUCKER heißt! Oder war´s
GODDAMNMOTHAFUCKA? Oder eher GODDAMNMUTHAFUCKR? Und was ist mit
G0DD4MNMU7H4FUCK3R?

Hach, jetzt bin ich verwirrt... Auf jeden Fall muß die Liste wohl
noch erweitert werden...21. November 2011 17:29
GODDAMNMUTHAFUCKER
JimBoe

Nr. 480. Ist ja auch falsch geschrieben. Also zurecht auf der Liste.
Weiß doch jeder, dass das GODDAMNMOTHERFUCKER heißt! Oder war´s
GODDAMNMOTHAFUCKA? Oder eher GODDAMNMUTHAFUCKR? Und was ist mit
G0DD4MNMU7H4FUCK3R?

Hach, jetzt bin ich verwirrt... Auf jeden Fall muß die Liste wohl
noch erweitert werden...


Quote
21. November 2011 20:41
Unterhaltung bei der Pakistanischen Zensurbehörde:
T C

A: "Ich schlage vor, wir nehmen "Jesus" mit auf die Liste!"

B: "Ohje... wenn das nicht in irgendwelche religösen Diskussionen
ausartet... ganz ehrlich: Jesus können wir auf der Liste so gut
gebrauchen wie Fusspilz!"

A: "Fusspilz? *schulterzuck* Na wenn du meinst.... *Jesus und
Fusspilz notier*"


Quote
21. November 2011 20:56
G e s p e r r t schreiben :-)
Andreas Delleske

Jesusmariaundjosef (zensiert)




Aus: "Von Jesus bis Fußpilz: Pakistan verordnet Zensur "obszöner" SMS" (21.11.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Von-Jesus-bis-Fusspilz-Pakistan-verordnet-Zensur-obszoener-SMS-1382214.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #157 on: November 28, 2011, 09:47:33 AM »

Quote
[...] In der Türkei herrscht Meinungsfreiheit, zumindest dem Gesetz nach. Beim Staatsgründer Mustafa Kemal hört diese aber genauso auf wie bei den Themen Kondome oder Kurden. Schon seit Jahren werden tausende Internetseiten, darunter Angebote wie YouTube, ganz oder zeitweise gesperrt.

Nun wird daraus offensichtlich eine eindeutige Zensur: Die Regierung hat am vergangenen Dienstag eine neue Verbraucherschutz-Verordnung in Kraft gesetzt. Sie enthält eine Liste mit Wörtern, die künftig nicht mehr in Domainnamen vorkommen dürfen. Türkische Provider müssen die entsprechenden Seiten demnach sperren.

Auf der Liste mit insgesamt 138 "schädlichen" Wörtern stehen unter anderem englische Ausdrücke wie "gay", "free" oder "adult" und türkische Übersetzungen von "nackt", "heiß" oder "Schwiegermutter". Auch die Zahl "31" ist demnach verboten, weil sie im Türkischen ein Slangausdruck für Masturbation ist. Die englische Kurzbezeichnung "pic", die für Pictures, also Bilder steht, darf nicht mehr verwendet werden, weil das Wort auf türkisch Bastard heißt. Konsequenterweise ist das türkische Wort "yasak" nun auch verboten – es heißt verboten.

Seit die Sperrliste aktiv ist, sind unter anderem Seiten von Kondomherstellern oder von Unterwäschefirmen nicht mehr erreichbar, berichtete die türkische Zeitung Haberturk.

Als Begründung heißt es, das Internet solle damit sicherer und sauberer werden. Von vielen Türken aber wird es klar als Zensur empfunden. Seit Monaten gibt es im Land Proteste unter dem Motto "Fasst unser Internet nicht an".

Am Donnerstag hatte die türkische Telekommunikationsbehörde TIB diese Liste an die Provider des Landes mit der Aufforderung verschickt, alle Websites zu sperren, die solche Ausdrücke im Domainnamen tragen. Bei Zuwiderhandlung sind Sanktionen angedroht. Jedoch hat die TIB wohl nicht erklärt, welche Strafen denn im Zweifel verhängt werden.

Überhaupt scheint die Lage konfus zu sein. So gibt es, wie Daily News, die englische Ausgabe der türkischen Zeitung Hurriyet schreibt, verschiedene Seiten, die eher zufällig eines der verbotenen Wörter im Namen tragen. Beispielsweise könne in der Domain "donanimalemi.com", was übersetzt hardwareworld.com heißt, das englische Wort "animal" gelesen werden. Auch das steht auf der Verbotsliste.

Die Verwirrung aber geht weiter. Die Nachrichtenagentur AFP zum Beispiel meldet: "Das am Dienstag in Kraft getretene System 'Sicheres Internet' bietet Internet-Nutzern auf Wunsch einen Filter 'Familie' und einen namens 'Kinder'. Für Nutzer, die keinen Filter wollen, bleibt alles wie bisher." In anderen Berichten jedoch ist von Freiwilligkeit keine Rede, im Gegenteil.

Das türkische Gesetz Nummer 5651 erlaubt es Gerichten, die Sperrung einzelner Websites zu verhängen, ohne dass es einer Anhörung oder eines Verfahrens bedarf. Ursprünglich verabschiedet, um Kinderpornografie zu bekämpfen, wird es seit Jahren benutzt, um gegen Seiten von Homosexuellen oder von politischen Gegnern vorzugehen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisiert die Türkei dafür seit Jahren. Die Organisation Reporter Ohne Grenzen (ROG) führt die Türkei deswegen in ihrer Liste der "Internetfeinde" als ein Land, das es zu beobachten gilt. In ihrem Jahresbericht 2011 schreiben ROG, in den vergangenen Jahren sei die Zahl der blockierten Seiten in der Türkei immer weiter gestiegen und läge derzeit wohl bei mehr als 8.000 Domains.

Dieses Gesetz 5652 dient nun auch als Begründung der neuen Sperrliste. Allerdings schreibt Hürriyet, dass das Gesetz es Unternehmen nicht erlaube, von sich aus Seiten zu sperren. Artikel 5 schreibe lediglich vor, dass sie illegale Inhalte entfernen müssten, wenn sie auf diese hingewiesen werden. Von sich aus müssen Netzanbieter keine Inhalte durchforsten.

Die Behörde TIB scheint die Lage dabei noch undurchsichtiger zu machen. Habe sie doch, laut Hürriyet, nach ersten heftigen Protesten erklärt, die Liste nur aus Informationsgründen an die Provider verschickt zu haben.

Daily News berichtet, dass die Provider unsicher sind, was sie denn nun tun müssten oder auch nicht. Das Vorgehen der TIB stimme nicht mit den entsprechenden Gesetzen und Verordnungen überein, zitiert Hürriyet Daily News Devrim Demirel, den Gründer und Chef von BerilTech, dem führenden türkischen Domainverwalter. Man sei völlig verwirrt und wisse nicht, was Netzanbieter jetzt zu tun hätten.

Quote
    mahkay
    28.11.2011 um 0:43 Uhr

Wenn der Mensch sein Glauben verliert, dann glaubt er irgend wann nur noch an Geld und Sex.
Die Moral bleibt auf der Strecke. Die soziale Kompetenz ebenfalls.
Die Jugend muss daher geschützt werden, wie vor gefährlichen Inhalten aus dem Internet.

Ich finde die Zensur etwas überzogen, was die Türkei da ausführt.
Jedoch bin ich auch der Ansicht, das mann die Jugend vor unmoralischen Inhalten im Internet schützen sollte, bis sie Erwachsen werden.

Die Eltern sind mit der Technik überfordert, um hier ausreichend schützen zu können. Deshalb gut, dass der Staat eingreift.

Die Freiheit ist ein großes Gut. Trotzdem gibt es auch andere Werte, wie die Moral, die man schützen muss.


Quote
    tim-struppi
    28.11.2011 um 1:15 Uhr

... „Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave.“ – Aristoteles


Quote
    hdgfjsfgksu
    27.11.2011 um 18:32 Uhr

wenn das Internet mit dem Buchdruck vergleichbare Kulturrevolution ist was ist dann eigentlich deren Äquivalent zur Bücherverbrennung..?


Quote
    zusi
    28.11.2011 um 8:44 Uhr

55. "Als Begründung...

Entfernt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Äußerungen. Die Redaktion/ag


...


Aus: "Türkei dehnt Zensur des Internets aus" Von Kai Biermann (27.11.2011)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2011-11/tuerkei-internet-zensur

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #158 on: December 17, 2011, 10:39:47 AM »

Quote
[...] Die chinesischen offiziellen Medien spielen die Unruhen in Wukan herunter. Die Zensurbehörde filtert Suchbegriffe wie Wukan aus dem Netz. Über Chinas größtes soziales Netzwerk "Weibo" kommunizieren User mittlerweile über eine "Geheimsprache". Sie benutzen Metaphern oder Abkürzungen, wenn sie über die Vorfälle in Wukan diskutieren.

...


Aus: "Massenproteste gegen Zwangsenteignung" (17.12.2011)
Quelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6681096,00.html
Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #159 on: December 17, 2011, 10:48:43 AM »

Quote
[...] Der Bundesrat hat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr mehrere Gesetze abgesegnet, mit denen unter anderem Sperrbefugnisse im Web getilgt [wurde] .... . So wurde das Zugangserschwerungsgesetz von 2009 aufgehoben, was der Bundestag Anfang Dezember mit breiter Zustimmung beschlossen hatte. Damit sind die Vorgaben für Websperren im Kampf gegen sexuelle Missbrauchsbilder, die mit dem lange umkämpften Regelwerk verknüpft waren, endgültig Geschichte. Statt auf Blockaden setzt die Politik auf das verstärkte Löschen von Kinderpornographie direkt an der Quelle. Über die Erfolge soll die Bundesregierung dem Parlament von 2013 an Bericht erstatten.

...

(Stefan Krempl ) / (jh)


Aus: "Bundesrat besiegelt Aus für Websperren " (16.12.2011)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesrat-besiegelt-Aus-fuer-Websperren-1397274.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #160 on: January 05, 2012, 01:34:51 PM »

Quote
[...] Auch die EMMA hat einen Auftritt bei Facebook, und hat dort gerade erfahren müssen, wie man im Internet Zensur unterworfen werden kann: Da das als Profilbild verwendete Cover der aktuellen Ausgabe u.a. eine nackte Frau zeigt, verstieß es gegen die Facebook-Richtlinien. Dort heißt es:

    We have a strict “no nudity or pornography” policy. Any content that is inappropriately sexual will be removed. Before posting questionable content, be mindful of the consequences for you and your environment.

Folglich wurde das Bild entfernt. Das neue Profilbild ist eine vermilchglaste Variante des alten.

Offizieller Kommentar zu dem Vorgang:

    Wer sich gewundert hat, warum beim EMMA-Facebook-Account statt des aktuellen Covers nur noch ein Fragezeichen zu sehen war: Wir sind den Facebook-Richtlinien zum Opfer gefallen, die keinen Unterschied machen zwischen einem nackten Körper und Pornografie. Überhaupt sorgt das Titelbild der aktuellen EMMA für hitzige Debatten, siehe auch http://forum.emma.de/showthread.php?7228-1-12-Titelbild-der-neuen-EMMA

Bei allem bewundernswerten Engagement der Redakteure fiel die Zeitschrift in der Vergangenheit ja bekanntlich mehrmals mit seltsamen Meinungen bei netzpolitischen Themen auf – zuletzt mit der Berichterstattung zur Piratenpartei [http://cymaphore.net/journal/59-EMMA-berichtet-uber-das-Thema-Frauen-in-der-Piratenpartei]. Praxiserfahrung mit bevormundenden Mechanismen kann ja vielleicht in der Zukunft hilfreich bei der Beurteilung von Vorgängen auf diesem Gebiet sein.

Quote
Jan Dark
Erstellt am 4. Januar 2012 um 22:14

Zynismus von Emma am Rande: Auf dem Titel von Emma steht “Die Frau ist nicht zu kaufen”. Stimmt. Emma schleudert nackte Titten kostenlos über Facebook in die Welt. Man hätte vermuten können, dass das Kampfblatt unserer Bundesverdienstkreuzträgerin Schwarzer etwas sensibler mit der Vermarktung nackter, weiblicher Haut ist. Aber nun macht es Emma dem Playboy nach: Nackte Titten auf den Titel, damit sich das Käseblättchen verkauft. ...


Quote
Carsten
Erstellt am 5. Januar 2012 um 12:20

Ich frag mich was an “no nudity” schwer zu verstehen ist. Wenn jegliche Abbildungen von nackten Körpern strikt von Facebook gelöscht werden, zeigt die Beschwerde über fehlende Differenzierung zwischen Nacktheit und Pornografie nur, dass die Richtilinien weder gelesen, noch verstanden wurden.



Aus: "Facebook zensiert EMMA"
Von kilian | Veröffentlicht am: 04.01.2012 um 19:23h
Quelle: http://netzpolitik.org/2012/facebook-wirft-emma-pornografie-vor/
Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #161 on: January 14, 2012, 07:52:18 PM »

Quote
[...] Der Initiator eines umstrittenen US-Gesetzvorschlags zum Schutz von Urheberrechten will vorerst auf die darin vorgesehenen DNS-Sperren verzichten. Der demokratische Senator Patrick Leahy reagiert damit auf die heftige Kritik der vergangenen Wochen. Der Gesetzesvorschlag für seinen "Protect IP Act" (PIPA) liegt derzeit im US-Senat. Beobachter rechnen damit, dass nun auch der im Repräsentantenhaus debattierte und nicht minder umstrittene "Stop Online Piracy Act" (SOPA) entschärft werden dürfte.

Zu den verschiedenen Maßnahmen, die PIPA gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz in Stellung bringen will, zählen auch DNS-Sperren. Auf richterliche Anordnung sollen Netzbetreiber gezwungen werden können, den Zugang zu inkriminierten, im Ausland gehosteten Websites auf Ebene des Domain Names Systems (DNS) zu blockieren. "Ich habe ebenso wie die anderen Unterstützer die Bedenken von Ingenieuren, Menschenrechtsgruppen und anderen gegen die DNS-Regelung zur Kenntnis genommen", teilte Leahy am Donnerstag mit. Der Senator will sich nun dafür aussprechen, die DNS-Sperren erst einmal aus dem Vorschlag herauszunehmen.

"Ich werde daher vorschlagen, dass die positiven und negativen Auswirkungen dieser Regelung vor der Umsetzung untersucht werden", erklärte Leahy. "So können wir uns auf die anderen wichtigen Aspekte dieses Gesetzes konzentrieren". Vertreter der US-Unterhaltungsindustrie zeigten sich laut Medienberichten enttäuscht von der Entscheidung des Senators. "Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die DNS-Filterung ein wichtiges Werkzeug ist, das in zahlreichen Ländern bereits erfolgreich eingesetzt wird", zitiert CNet News einen Sprecher des US-Verbands der Filmbranche (MPAA).

PIPA war Sommer 2011 einstimmig vom Rechtsausschuss des Senats verabschiedet worden. Leahys Parteikollege Ron Wyden will das Vorhaben im Senat allerdings blockieren. Der Senator aus dem US-Bundesstaat Oregon hatte zusammen mit dem republikanischen Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses Darrell Issa im Dezember einen eigenen Gesetzesvorschlag in beide Kammern eingebracht. Der "Online Protection and Enforcement of Digital Trade Act" will den Schutz immaterieller Güter ohne Websperren, Domain-Beschlagnahme und zentrale Filterverfahren sichern.

Der vorläufige Rückzieher von Leahy nährt bei Kritikern die Hoffnung, dass auch der im Repräsentantenhaus diskutierte SOPA noch entschärft wird. Auch dieses Gesetz sieht DNS-Sperren auf Gerichtsbeschluss vor. Darüber hinaus sollen Suchmaschinen inkriminierte Websites aus ihren Indizes tilgen. Nach heftiger Kritik auch aus dem Lager der IT-Branche hatte der Gesetzesvorschlag zuletzt einige Unterstützer verloren. Unter anderem hatte sich der große US-Hoster Go Daddy distanziert, nachdem das Unternehmen den Vorschlag zunächst öffentlich befürwortet hatte. (vbr)




Aus: "US-Senator will DNS-Sperren aus geplantem Copyright-Gesetz tilgen" (13.01.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Senator-will-DNS-Sperren-aus-geplantem-Copyright-Gesetz-tilgen-1412840.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #162 on: February 02, 2012, 09:34:46 AM »

Quote
[...] Seit dem gestrigen Donnerstag hat Twitter nach eigene Aussage die Möglichkeit, einzelne Beiträge in bestimmten Ländern zu blockieren. Wie der Online-Kurznachrichtendienst in der Nacht zum Freitag in einem Blogeintrag mitteilte, könnten Beiträge jetzt in einzelnen Ländern blockiert werden. Damit wolle man sich an nationale Gesetze halten, Inhalte aber trotzdem für so viele Nutzer wie möglich verfügbar halten können. Bislang war es lediglich möglich, Beiträge komplett zu entfernen.

Als Begründung für den Schritt nannte das Unternehmen die unterschiedlichen Grenzen der Meinungsfreiheit in verschiedenen Staaten der Welt. Manche seien so restriktiv, dass Twitter dort nicht existieren könne, andere Regeln seien gleich, würden aber aus historischen oder kulturellen Gründen bei bestimmten Themen Einschränkungen setzen. So seien in Deutschland und Frankreich beispielsweise "pro-Nazi"-Inhalte verboten.

Nach eigener Aussage wurde die neue Möglichkeit bis jetzt noch nicht genutzt. Sollte sie aber nötig werden, so wolle man versuchen, den Nutzer zu informieren und die Sperrung des Beitrags kennzeichnen. Informationen über Anfragen wolle man außerdem gesondert veröffentlichen, so dass sie leichter gefunden werden können.

Im Internet und vor allem auf dem Kurznachrichtendienst selbst regte sich gleich nach Bekanntwerden der Maßnahme erste Kritik. So war von Zensur die Rede und viele Nutzer zeigten sich enttäuscht von dem Unternehmen, das die entsprechende Meldung mit "Die Tweets müssen fließen" betitelt hatte. Der Blogger Jannis Kucharz etwa befürchtet, dass sich Twitter nun vorbeugend den Gesetzen in Ländern wie Syrien oder China anpassen will."Twitter wird nicht dazu beitragen, dass Menschen in China davon erfahren was in Tiananmen geschehen ist", schreibt Kucharz. "Eine Twitter Revolution wird es nicht mehr geben."

[Update: Auf Nachfrage von Heise Online stellte Rachel Bremer, die europäische Pressesprecherin von Twitter, klar, dass der Standort des Nutzers anhand der IP-Adresse festgestellt werde. Weiter sagte sie "da diese Technik aber nicht perfekt ist, geben wir dem Nutzer die Möglichkeit, sein Land selbst einzustellen, wenn Twitter sich geirrt hat". Werde in dem Auswahlfenster "Worldwide" ausgewählt, was eigentlich für Nutzer gedacht ist, deren Land nicht in der Liste steht, würden auch nur Inhalte blockiert, die weltweit gesperrt sind.] (mho)

Quote
28. Januar 2012 01:24
Was meint denn der Guttenberg dazu....
rjba

...in seiner Eigenschaft als EU-Spezialexperte für die weltweite
Meinungsfreiheit im Internet?



Aus: "Twitter setzt auf Selbstzensur" (27.01.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Twitter-setzt-auf-Selbstzensur-1423105.html

-.-

Quote
[...] Ähnlich wie Twitter will die Blogplattform von Google künftig Inhalte, die in bestimmten Ländern juristisch beanstandet werden, dort auch blockieren können. Aus einem Supportdokument von Anfang Januar geht hervor, dass Blogger.com dazu die Besucher von bei Blogger.com gehosteten Blogs auf länderspezifische Top Level Domains umleiten will. Statt wie bisher [blogname].blogspot.com bekommt also ein deutscher Besucher die URL [blogname].blogspot.de zu Gesicht.

Als Antwort auf die bald nutzertypische Frage: "Warum wird mein Blog zu einer länderspezifischen URL umgeleitet?" erklärt Google Absichten und Vorgehensweise auf der Supportseite: "Indem wir uns Top Level Domains mit Ländercode zunutze machen, können wir je nach Land das Entfernen von Inhalt managen, was die Wirkung auf die kleinstmögliche Menge von Nutzern begrenzt." Nutzern aus Ländern, in denen der jewelige Blogeintrag gegen Gesetze verstößt und beanstandet wurde, würde der Blogeintrag künftig nicht mehr angezeigt, anderen schon.

Um Probleme bei dem Ranking der Blogs durch beispielsweise Google Search zu vermeiden, will Google das Attribut "rel=canonical" setzen, was Crawlern signalisiert, das hier die unterschiedlichen Domains auf den gleichen Inhalt verlinken. Nutzer, bei denen die Domain nicht richtig umgeleitet wird, können laut dem Supportdokument "ncr" an die URL anhängen. So werde der Blogeintrag mit der englischen Top-Level-Domain angezeigt. (rzl)

Quote
1. Februar 2012 12:31
Vom Internet zu abgeschotteten Nationalen Netzen
Samuel Creshal

Und wieder einen Schritt weiter…


Quote
1. Februar 2012 13:05
Re: Vom Internet zu abgeschotteten Nationalen Netzen
CaHeRe

Aber sich das Mäntelchen eines "Zensurwächters" umhängen bei SOPA und
PIPA.

Was für eine Heuchelei.


Quote
1. Februar 2012 14:03
Re: Vom Internet zu abgeschotteten Nationalen Netzen
7bit

Tyler Durden schrieb am 1. Februar 2012 13:21
> Wenn Blogger.com nicht auf die Zensurmassnahmen in den einzelnen
> Ländern reagiert:
> Was passiert dann deiner Meinung nach?

Nichts passiert. Das betreffende Land wird sich selber und auf eigene
Kosten vom Rest der Welt abschotten müssen. Und die Einwohner des
Landes wissen genau wer das angeordnet hat, wer das durchführt und
wen sie entfernen müssen um diesen Zustand zu beenden.

Wenn jedoch Google (und andere Internetgrößen) und der Rest der Welt
in *vorauseilendem* Gehorsam die willfährigen Handlanger des
Unrechtsregimes spielen dann bedeutet das für die Einwohner dieses
Landes daß das Internet sich von ihnen abschottet und nicht
umgekehrt! Auf wen sollen sie dann primär ihre Wut konzentrieren?
Versetz dich mal in deren Lage!


Quote
1. Februar 2012 14:32
Re: Vom Internet zu abgeschotteten Nationalen Netzen
Backdoor

CaHeRe schrieb am 1. Februar 2012 13:05

> Aber sich das Mäntelchen eines "Zensurwächters" umhängen bei SOPA und
> PIPA.

Wenn die unterschiedlichen (politischen, wirtschaftlichen,
religiösen...) Gründe dann in den "nationalen jusristischen
Beanstandungen" doch noch zu einer gemeinsamen Formulierung
zusammenfinden, hat man auch endlich einen Abstraktionslevel
erreicht, der Demokratien von Unrechtssystemen kaum noch
unterscheidbar macht.
Vielleicht ist auch alles nur eine Frage von Begriffsdefinitionen.

> Was für eine Heuchelei.
Besonders wenn man auf andere Länder zeigen kann, weil die eigenen
"juristischen Beanstandungen" um so vieles besser, plausibler,
sinnvoller oder was auch immer sind.

BD



Aus: "Blogger.com bereitet länderspezifische Sperren vor" (01.02.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Blogger-com-bereitet-laenderspezifische-Sperren-vor-1426017.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #163 on: March 21, 2012, 09:41:57 AM »

Quote
[...] In Indien hat das oberste Gericht in Delhi eine Klage gegen Microsoft wegen der Veröffentlichung von "anstößigen Inhalten" abgewiesen. Medienberichten zufolge war Microsoft mit seiner Argumentation erfolgreich, dass der Konzern in der Beschwerde gar nicht erwähnt werde. Außerdem würde der US-Softwarehersteller keine Plattform bereitstellen, auf der Nutzer Beiträge verfassen dürften. Dem folgte das Gericht, räumte dem Kläger jedoch das Recht ein, eine neue Beschwerde einzureichen, sollte er glaubhafte Beweise gegen Microsoft finden.

In dem Prozess gegen mehrere große Unternehmen und Betreiber sozialer Netzwerke geht es um unerwünschte Inhalte auf deren Internetplattformen. Die Beiträge würden religiöse Gefühle verletzen und müssten von den Unternehmen gelöscht werden, fordert der Kläger. Nachdem die Anklage gegen Yahoo bereits fallen gelassen worden war, bleiben neben einer Reihe von kleineren Seiten nun Facebook und Google als Hauptangeklagte übrig. Deren Anträge gegen eine Fortführung des Prozesses will das Gericht am 3. Mai hören, berichtet das Wall Street Journal. Das Verfahren selbst soll am 23. Mai fortgeführt werden. (mho)




Aus: "Zensurauflagen: Indisches Gericht weist Klage gegen Microsoft zurück" (19.03.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zensurauflagen-Indisches-Gericht-weist-Klage-gegen-Microsoft-zurueck-1474927.html

« Last Edit: March 31, 2012, 03:20:22 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 5999

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #164 on: March 31, 2012, 03:24:05 PM »

Quote
[...] Hamburg - Chinas Internet ist ohnehin stark zensiert - seit Freitag ist es noch ein wenig unfreier. Die Firma Sina, einer der größten Web-Konzerne des Landes, hat die Kommentarfunktionen für seine Nutzer gesperrt. Die Firma betreibt das Mikroblog Weibo, einen Dienst, der dem Kurznachrichtendienst Twitter ähnelt und nach eigener Darstellung rund 300 Millionen Nutzer hat.

Diese können zwar weiterhin Kurznachrichten absetzen und die Kurznachrichten anderer Nutzer weiterleiten (Twitter-Sprech: "Retweeten") - sie können aber keine gebündelten Diskussionen mehr führen. In einer Nachricht an die Nutzer schreibt Sina, die Sperre diene dazu, "illegale Kommentare" und wuchernde "Gerüchte" von den Seiten des Unternehmens zu tilgen. Die Säuberungsaktion soll bis zum 3. April dauern.

Die Aktion ist Teil einer größeren Zensur-Offensive. So wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua 16 Web-Seiten gesperrt. Das Pekinger IT-Blog "Technode" berichtet gar von "mehr als tausend" Web-Seiten, die nicht mehr erreichbar seien. Die Regierung versuche, Gerüchte über einen Putschversuch aus dem Netz zu filtern. Es gab Gerüchte über Militärfahrzeuge in der Hauptstadt Peking; allerdings gibt es keine Anzeichen für ungewöhnliche Truppenbewegungen.

Insider im Land selbst sind ratlos. "Alle großen und wichtigen Web-Seiten sind weiterhin erreichbar", sagte ein Mitarbeiter einer Pekinger IT-Firma SPIEGEL ONLINE am Samstagmorgen am Telefon. "Die Attacke richtet sich offenbar gegen Blogger, die in ihren Artikeln die Regierung zu hart angegangen sind."

...


Aus: "China verschärft Internet-Zensur" Von Stefan Schultz (31.03.2012)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,824927,00.html

-.-


Quote
[...] In der Volksrepublik China wurde am heutigen Karfreitag der Zugriff auf mindestens drei beliebte politische Webseiten gesperrt. Betroffen sind unter anderem "Utopia" und "Maoflag", die einen linken Kurs sowie die Einhaltung maoistischer Prinzipien propagieren.

Die herrschende Kommunistische Partei will mit der Zensur offenbar politische Diskussionen vor dem geplanten Führungswechsel im Herbst unterbinden. "China ist kein demokratisches Land, und die Übergabe an die nächsten Führer ist schwierig" sagte der Politikwissenschaftler Zhang Ming von der Peking-Universität.

In Diskussionsforen auf Utopia und Maoflag hatten Nutzer beispielsweise viel Sympathie für den abgelösten Parteichef der Stadt Chongqing, Bo Xilai, geäußert. Dessen Absetzung am 15. März hatte Gerüchte über interne Macht- und Fraktionskämpfe in der Kommunistischen Partei ausgelöst.

Auch die Seite Chinaelections.org, die demokratische Reformen vorantreiben will, wurde gesperrt. China hatte nach Gerüchten über einen Putsch zuvor bereits soziale Netzwerke zensiert. (dpa) / (ssu)


Aus: "China sperrt beliebte Internetseiten" (06.04.2012)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/China-sperrt-beliebte-Internetseiten-1517343.html

« Last Edit: April 07, 2012, 09:39:19 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
Pages: 1 ... 9 10 [11] 12   Go Up
  Print  
 
Jump to:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.16 | SMF © 2011, Simple Machines Valid XHTML 1.0! Valid CSS!