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« on: June 08, 2005, 02:03:42 PM » |
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The mission of the Free Culture movement is to build a bottom-up, participatory structure to society and culture, rather than a top-down, closed, proprietary structure. Through the democratizing power of digital technology and the Internet, we can place the tools of creation and distribution, communication and collaboration, teaching and learning into the hands of the common person -- and with a truly active, connected, informed citizenry, injustice and oppression will slowly but surely vanish from the earth.
We believe that culture should be a two-way affair, about participation, not merely consumption. We will not be content to sit passively at the end of a one-way media tube. With the Internet and other advances, the technology exists for a new paradigm of creation, one where anyone can be an artist, and anyone can succeed, based not on their industry connections, but on their merit.
We refuse to accept a future of digital feudalism where we do not actually own the products we buy, but we are merely granted limited uses of them as long as we pay the rent. We must halt and reverse the recent radical expansion of intellectual property rights, which threaten to reach the point where they trump any and all other rights of the individual and society.
The freedom to build upon the past is necessary for creativity and innovation to thrive. We will use and promote our cultural heritage in the public domain. We will make, share, adapt, and promote open content. We will listen to free music, look at free art, watch free film, and read free books. All the while, we will contribute, discuss, annotate, critique, improve, improvise, remix, mutate, and add yet more ingredients into the free culture soup.
We will help everyone understand the value of our cultural wealth, promoting free software and the open-source model. We will resist repressive legislation which threatens our civil liberties and stifles innovation. We will oppose hardware-level monitoring devices that will prevent users from having control of their own machines and their own data.
We won't allow the content industry to cling to obsolete modes of distribution through bad legislation. We will be active participants in a free culture of connectivity and production, made possible as it never was before by the Internet and digital technology, and we will fight to prevent this new potential from being locked down by corporate and legislative control. If we allow the bottom-up, participatory structure of the Internet to be twisted into a glorified cable TV service -- if we allow the established paradigm of creation and distribution to reassert itself -- then the window of opportunity opened by the Internet will have been closed, and we will have lost something beautiful, revolutionary, and irretrievable.
The future is in our hands; we must build a technological and cultural movement to defend the digital commons.
The "Free Culture Manifesto" (2005) Source: http://www.freeculture.org/manifesto.php
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« Last Edit: June 03, 2009, 11:32:55 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #1 on: June 08, 2005, 02:21:07 PM » |
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Freiheitsbekundungen in Unterstützung eines unzensierten Internets
ERNSTHAFT ALARMIERT dass sich die staatlich geförderte Zensur des Internets mit der Unterstützung einiger transnationalen Grossunternehmen verbreitet,
ZUR GRUNDLAGE NEHMEND die im Artikel 19 der Universellen Deklaration Der Menschenrechte (UDHR) eingeschlossenen Prinzipien und Zwecke, die besagt: "Jeder hat das Recht auf Meinung- und Ausdrucksfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen ungestört zu vertreten und Informationen und Ideen durch jede Form von Medien zu suchen, zu empfangen, und zu verbreiten, unabhängig von Grenzen", und Artikel 19 der Internationalen Vereinbarung Der Zivilen und Politischen Rechte (ICCPR), die besagt,
1. Jeder soll das Recht haben, eigene Meinungen ungestört zu vertreten.
2. Jeder soll das Recht der Ausdrucksfreiheit haben; das Recht soll die Freiheit beinhalten, Informationen und Ideen durch jede Form von Medien zu suchen, zu empfangen, und zu verbreiten, unabhängig von Grenzen, entweder mündlich, in Schrift oder im Druck, in Form von Kunst, oder durch jeglichen anderen Medien seiner Wahl.
3. Die Ausübung dieser Rechte des §2 dieses Artikels beinhaltet spezielle Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Sie kann deshalb bestimmten Beschränkungen unterliegen, die jedoch nur vom Gesetz festgelegt werden sollen, wenn die Notwendigkeit dazu besteht:
1. Für den Respekt der Rechte und des Ansehens Anderer;
2. Für den Schutz der nationalen Sicherheit oder der allgemeinen Ordnung oder des allgemeinen Gesundheitswesens oder der Moral
SICH DARAN ERINNERND, dass einige Mitgliedsstaaten der Vereinigten Nationen die ICCPR unterschrieben, oder in solch einer Weise ratifiziert haben, dass sie verhindern, dass ihre Bürger sie in einem öffentlichen Gericht zu verwenden
DIES IN BETRACHT GEZOGEN, fahren solche Mitgliedsstaaten fort, weitreichenden Zugriff zu legal veröffentlichten Informationen über das Internet, absichtlich zu unterdrücken, trotz der klaren Sprache des ICCPR, dass die freie Meinungsäusserung in allen Medien existiert,
ZUR KENNTNIS NEHMEND, dass einige transnationale Grossunternehmen damit fortfahren, ihre Informationstechnologie an die repressivsten Staaten der Welt zu verkaufen, wobei sie sich vollständig der Tatsache im Klaren sind, dass diese benutzt werden wird, um bereits unterdrückte Bürger zu Überwachen und zu Kontrollieren,
IN BETRACHT ZIEHEND, dass das Internet schnell zu einer Methode der Unterdrückung heranwächst, statt zu einem Instrumen der Befreiung,
BEDENKEND, dass es in einigen Ländern ein Verbrechen ist, das Recht einzufordern, Zugriff auf legal veröffentlichte Informationen zu nehmen, und andere grundliegende Menschenrechte
ERINNERND daran, dass Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen es nicht fertiggebracht haben, genug Druck auszuüben, um die schlimmsten Verletzer der Informationsrechtezu einem höheren Standard zu bringen,
AUFMERKSAM dahingehend, dass das Verweigern von Zugriff auf Information zu einer spirituellen, intellektuellen und wirtschaftlichen Abnahme führen könnte, zur Förderung von Rassismus, und zur Destabilisierung der internationalen Ordnung,
BESORGT, dass Regierungen und Transnationale hinter verschlossenen Türen an der Beibehaltung des Status Quo beteiligt sind,
ERNSTHAFT ALARMIERT dass Weltführer es nicht geschafft haben, das Thema der Informationsrechte direkt und unzweideutig anzusprechen,
DIE WICHTIGKEIT ANERKENNEND gegen menschenrechtlichen Missbrauch zu kämpfen im Bezug auf angemessenen Zugriff auf Information im Internet
SIND WIR DAHER ÜBERZEUGT, dass die internationale Hackergemeinschaft eine moralische Verpflichtung hat, zu handeln, und wir
ERKLÄREN HIERMIT:
DASS DER VOLLE RESPEKT FÜR MENSCHLICHE RECHTE UND GRUNDLEGENDE FREIHEITEN DIE FREIHEIT DES FAIREN UND ANGEMESSENEN ZUGRIFFS ZU DEN INFORMATIONEN, OB DURCH KURZWELLENRADIO, LUFTPOST, EINFACHE TELEPHONIE, DAS GLOBALE INTERNET ODER ANDERE MEDIEN, BEINHALTET.
DASS WIR DAS RECHT VON REGIERUNGEN ERKENNEN, DIE PUBLIKATION ENTSPRECHEND KATEGORISIERTER STAATSGEHEIMNISSE, KINDERPORNOGRAPHIE, UND ANGELEGENHEITEN PERSÖNLICHER PRIVATSPHERE ZU VERBIETEN, NEBEN ANDEREN AKZEPTIERTEN BESCHRÄNKUNGEN. WIR LEHNEN ABER DEN GEBRAUCH VON STAATSGEWALT UM ZUGRIFF AUF DIE ARBEITEN DER KRITIER, DER INTELLEKTUELLEN, DER KÜNSTLER, ODER DER RELIGIÖSEN FIGUREN ZU KONTROLLIEREN, AB.
DASS STAATLICH GEFÖRDERTE ZENSUR DES INTERNETS FRIEDLICHE UND ZIVILISIERTE KOEXISTENZ ERODIERT, DIE AUSÜBUNG VON DEMOKRATIE BEEINFLUSST, UND DIE SOZIOÖKONIMSCHE ENTWICKLUNG VON NATIONEN GEFÄHRDET.
DASS STAATLICH GEFÖRDERTE ZENSUR DES INTERNETS EINE ERNSTHAFTE FORM ORGANISIERTER UND SYSTEMATISCHER GEWALT GEGEN BÜRGER IST, MIT DER ABSICHT, VERWIRRUNG UND FREMDENANGST ZU ERZEUGEN, UND EINE EINDEUTIGER VERTRAUENSBRUCH IST.
DASS WIR MITTEL UND WEGE ZUR UMGEHUNG DER STAATLICHEN ZENSUR DES INTERNETS STUDIEREN WERDEN, UND TECHNOLOGIEN EINFÜHREN WERDEN, UM VERLETZUNGEN VON INFORMATIONSRECHTEN GEGENÜBERZUTRETEN.
Herausgegeben am 4. Juli 2001 von Hacktivismo and dem CULT OF THE DEAD COW. Source: http://www.hacktivismo.com/public/declarations/de.php (german) Source: http://www.hacktivismo.com/public/declarations/en.php (english)
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« Last Edit: June 07, 2007, 09:07:54 PM by lemonhorse »
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« Reply #2 on: April 24, 2007, 08:51:39 AM » |
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Als Reaktion auf den "Telecommunication Reform Act" der US-amerikanischen Regierung hat der amerikanische Autor, Bürgerrechtler und einer der Gründer der "Electronic Frontier Foundation" John Perry Barlow Anfang Februar seine "Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace" verfaßt. Die Internetgemeinde hatte die Reform der Clinton-Administration wegen der in ihr angelegten Zensurvorgaben kritisch aufgenommen; die "Blue Ribbon Campaign" ist nur eine ihrer Reaktionen. ... [...] Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht mehr.
Wir besitzen keine gewählte Regierung, und wir werden wohl auch nie eine bekommen - und so wende ich mich mit keiner größeren Autorität an Euch als der, mit der die Freiheit selber spricht. Ich erkläre den globalen sozialen Raum, den wir errichten, als gänzlich unabhängig von der Tyrannei, die Ihr über uns auszuüben anstrebt. Ihr habt hier kein moralisches Recht zu regieren noch besitzt Ihr Methoden, es zu erzwingen, die wir zu befürchten hätten.
Regierungen leiten Ihre gerechte Macht von der Zustimmung der Regierten ab. Unsere habt Ihr nicht erbeten, geschweige denn erhalten. Wir haben Euch nicht eingeladen. Ihr kennt weder uns noch unsere Welt. Der Cyberspace liegt nicht innerhalb Eurer Hoheitsgebiete. Glaubt nicht, Ihr könntet ihn gestalten, als wäre er ein öffentliches Projekt. Ihr könnt es nicht. Der Cyberspace ist ein natürliches Gebilde und wächst durch unsere kollektiven Handlungen.
Ihr habt Euch nicht an unseren großartigen und verbindenden Auseinandersetzungen beteiligt, und Ihr habt auch nicht den Reichtum unserer Marktplätze hervorgebracht. Ihr kennt weder unsere Kultur noch unsere Ethik oder die ungeschriebenen Regeln, die unsere Gesellschaft besser ordnen als dies irgendeine Eurer Bestimmungen vermöchte.
Ihr sprecht von Problemen, die wir haben, aber die nur Ihr lösen könnt. Das dient Eurer Invasion in unser Reich als Legitimation. Viele dieser Probleme existieren gar nicht. Ob es sich aber um echte oder um nur scheinbare Konflikte handelt - wir werden sie lokalisieren und mit unseren Mitteln angehen. Wir schreiben unseren eigenen Gesellschaftsvertrag. Unsere Regierungsweise wird sich in Übereinstimmung mit den Bedingungen unserer Welt entwickeln, nicht Eurer. Unsere Welt ist anders.
Der Cyberspace besteht aus Beziehungen, Transaktionen und dem Denken selbst, positioniert wie eine stehende Welle im Netz der Kommunikation. Unsere Welt ist überall und nirgends, und sie ist nicht dort, wo Körper leben.
Wir erschaffen eine Welt, die alle betreten können ohne Bevorzugung oder Vorurteil bezüglich Rasse, Wohlstand, militärischer Macht und Herkunft.
Wir erschaffen eine Welt, in der jeder Einzelnen an jedem Ort seine oder ihre Überzeugungen ausdrücken darf, wie individuell sie auch sind, ohne Angst davor, im Schweigen der Konformität aufgehen zu müssen.
Eure Rechtsvorstellungen von Eigentum, Redefreiheit, Persönlichkeit, Freizügigkeit und Kontext treffen auf uns nicht zu. Sie alle basieren auf der Gegenständlichkeit der materiellen Welt. Es gibt im Cyberspace keine Materie.
Unsere persönlichen Identitäten haben keine Körper, so daß wir im Gegensatz zu Euch nicht durch physische Gewalt reglementiert werden können. Wir glauben daran, daß unsere Regierungsweise sich aus der Ethik, dem aufgeklärten Selbstinteresse und dem Gemeinschaftswohl eigenständig entwickeln wird. Unsere Identitäten werden möglicherweise über die Zuständigkeitsbereiche vieler Eurer Rechtssprechungen verteilt sein. Das einzige Gesetz, das alle unsere entstehenden Kulturen grundsätzlch anerkennen werden, ist die Goldene Regel. Wir hoffen, auf dieser Basis in der Lage zu sein, für jeden einzelnen Fall eine angemessene Lösung zu finden. Auf keinen Fall werden wir Lösungen akzeptieren, die Ihr uns aufzudrängen versucht.
In den Vereinigten Staaten habt Ihr mit dem "Telecommunications Reform Act" gerade ein Gesetz geschaffen, das Eure eigene Verfassung herabwürdigt und die Träume von Jefferson, Washington, Mill, Madison, Tocqueville und Brandeis beleidigt. Diese Träume müssen nun in uns wiedergeboren werden.
Ihr erschreckt Euch vor Euren eigenen Kindern, weil sie Eingeborene einer Welt sind, in der Ihr stets Einwanderer bleiben werdet. Weil Ihr sie fürchtet, übertragt Ihr auf Eure Bürokratien die elterliche Verantwortung, die Ihr zu feige seid, selber auszüben. In unserer Welt sind alle Gefühle und Ausdrucksformen der Humanität Teile einer umfassenden und weltumspannenden Konversation der Bits. Wir können die Luft, die uns erstickt, von der nicht trennen, die unsere Flügel emporhebt.
In China, Deutschland, Frankreich, Rußland, Singapur, Italien und den USA versucht Ihr, den Virus der Freiheit abzuwehren, indem Ihr Wachposten an den Grenzen des Cyberspace postiert. Sie werden die Seuche für eine Weile eindämmen können, aber sie werden ohnmächtig sein in einer Welt, die schon bald von digitalen Medien umspannt sein wird.
Eure in steigendem Maße obsolet werdenden Informationsindustrien möchten sich selbst am Leben erhalten, indem sie - in Amerika und anderswo - Gesetze vorschlagen, die noch die Rede selbst weltweit als Besitz definieren. Diese Gesetze würden Ideen als nur ein weiteres industrielles Produkt erklären, nicht ehrenhafter als Rohmetall. In unserer Welt darf alles, was der menschliche Geist erschafft, kostenfrei unendlich reproduziert und distribuiert werden. Die globale Übermittlung von Gedanken ist nicht länger auf Eure Fabriken angewiesen.
Die zunehmenden feindlichen und kolonialen Maßnahmen versetzen uns in die Lage früherer Verteidiger von Freiheit und Selbstbestimmung, die die Autoritäten ferner und unwissender Mächte zurückweisen mußten. Wir müssen unser virtuelles Selbst Eurer Souveränität gegenüber als immun erklären, selbst wenn unsere Körper weiterhin Euren Regeln unterliegen. Wir werden uns über den gesamten Planeten ausbreiten, auf daß keiner unsere Gedanken mehr einsperren kann.
Wir werden im Cyberspace eine Zivilisation des Geistes erschaffen. Möge sie humaner und gerechter sein als die Welt, die Eure Regierungen bislang errichteten.
John Perry Barlow
Davos, Schweiz
8. Februar 1996
(Deutsch von Stefan Münker)
Aus: "Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace" 1996 veröffentlichte der Cyberpionier Barlow seinen Aufruf für eine "neue Heimat des Geistes" Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/1/1028/1.html A Declaration of the Independence of Cyberspace by John Perry Barlow February 8, 1996 #2 http://homes.eff.org/~barlow/Declaration-Final.html
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« Last Edit: June 03, 2009, 12:46:39 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #3 on: April 24, 2007, 09:16:29 AM » |
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[...] Betrachtet man das Datennetz auf der einen und unsere Voraussetzungen auf der anderen Seite einmal nüchtern ohne die rock’n-roll-revolutions-romantischen Attitüden von Gibson und Barlow, dann muß folgendes festgehalten werden: Die bisherige elektromagnetische Welt von Radio und Fernsehen kennt - aus technischen Gründen - wenige Sender und viele Empfänger. Das Internet ist grundsätzlich anders. Zum ersten Mal in der Geschichte verfügen wir mit dem "CyberSpace" über ein Medium, kein unidirektionales Massenmedium, das für jeden Teilnehmer Senden und/oder Empfangen zuläßt, und das über beliebige geographische Entfernungen. Durchaus im kybernetischen Sinne ist hier die althergebrachte (Medien-) Hierarchie durchbrochen.
[...] Das weltweite multimediale Datenlabyrinth ist gleichzeitig Generiertes und Generierendes für den modernen Odysseus. Es ist eine babylonische Säkularisierungsmaschine und kann uns uns selbst und einander näher bringen, der (schmerzhafte) Königsweg zu einer (vielleicht) planetarischen Zivilisation. Seine normative Kraft liegt im Entnormierenden. Erst dann würde eine Geschichte der Menschheit als Ganzes überhaupt erst anfangen.
Oder, um mit dem Kybernetiker Heinz von Foerster zu sprechen: "Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden."
Ja, es braucht Mut, ein Odysseus zu sein.
Aus: "Odysseus goes CyberSpace, zur Genese eines Modewortes" von Joachim Paul (1998) Quelle: http://www.vordenker.de/cspace/cspace.htm
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« Reply #4 on: November 24, 2007, 10:09:13 PM » |
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The free culture movement is a social movement that promotes the freedom to distribute and modify creative works, using the Internet as well as other media.
The movement objects to overly restrictive copyright laws, or completely reject the concepts of copyright and intellectual property, which many members of the movement also argue hinder creativity. They call this system "permission culture".
...
Free Culture movement (11/2007) http://en.wikipedia.org/wiki/Free_Culture_movement-.- This PDF version of Free Culture is licensed under a Creative Commons license. This license permits non-commercial use of this work http://www.free-culture.cc/freeculture.pdf
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« Reply #5 on: November 25, 2008, 10:00:44 AM » |
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[...] Schrift ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Sie wird heute als Medium zur Kommunikation und als eine Technologie zur Weitergabe und Archivierung von Wissen verstanden. Schriftsysteme sind autonom an vielen Orten der Welt entstanden. Archaische Vorstufen unserer Buchstaben bzw. Alphabetschrift finden sich in Höhlen- und Wandmalereien aus dem Paläolithikum sowie in Form von prähistorischen Kerb- und Zählzeichen in Holz, Stein und Knochen bzw. als Einritzungen auf Kultgegenständen. Zeichensysteme für Zahlen und Zahlenbegriffe sind in der Geschichte der Menschheit schon bereits 30.000 bis 25.000 v.Chr. zu finden.
[...] Der Prototypograph Johannes Gutenberg aus Mainz erfand zwischen 1449/50 und 1457 die Typographie, den mechanischen Buchdruck mit beweglichen Lettern. Er revolutionierte damit grundlegend den bis dahin 6500jährigen elitären Schriftgebrauch. Durch seine Typographie wurde die Schrifttechnologie demokratisiert; denn von nun an konnten Gedanken und Wissen maschinell reproduziert werden, was einen radikalen multidisziplinären Strukturwandel zur Folge hatte, der alle westeuropäischen Zivilisationen innerhalb kürzester Zeit nachhaltig veränderte.
[...] Zu Beginn der dritten Computer-Generation (1965–1975) etablierten sich in den USA im Zuge der Büroautomatisation die ersten Textverarbeitungssysteme und professionellen Schreibautomaten, beispielsweise die von An Wang.
[...] 1975 eroberte der erste » Micro-Computer « (Mini-Rechner – Pendant zu einem Großrechner), der » Altair 8800 « von Edvard Roberts (Micro Instrumentation and Telemetry Systems), den US-Markt. Dieser erstmals für jedermann erschwingliche Rechner-Bausatz löste in den USA und insbesondere in Kalifornien eine Computereuphorie aus, die u.a. dazu führte, dass ab Mitte der 70er Jahre in Santa Clara Valley (Kalifornien, USA), dem späteren Silicon Valley, aus dem Micro-Computer der » Personal Computer (PC) « entstand. Zu den populären Protagonisten dieses universell einsetzbaren » PCs « zählten beispielsweise William Henry Gates und Paul Allen (Micro-Soft, heute Microsoft ®), Steven Paul Jobs und Stephen Wozniak (Apple ® Computer Company) sowie die Entwickler Douglas Engelbart (Stanford Research Institute) und Alan Kay (Palo Alto Research Center, Xerox ® PARC).
Im Mai 1979 errichteten sieben amerikanische Universitäten in Kooperation mit der » National Science Foundation « (NSF), basierend auf dem militärischen » ARPANet « (Advanced Research Projects Agency) von J.C.R. Licklider und Douglas C. Engelbart, ein eigenes ziviles Datennetz, das » CSNet « (Computer Science Network), um Textdaten auszutauschen.
[...] Das letzte Jahrhundert zeichnete sich insbesondere dadurch aus, dass Visionäre neue und bahnbrechende Methoden und Bandbreiten zur Übermittlung von Schrift erschlossen. Insbesondere die von der » Silicon-Valley-Community « realisierte Technologie eines individuell einsetzbaren Mini-Rechners und die damit verbundene digitale Schriftlichkeit revolutionierten und demokratisierten die gesamte Typographie und die über 7000jährige Schriftgeschichte in nicht einmal zwei Jahrzehnten. Neue Betrachtungsweisen, Gestaltungskriterien und Disziplinen entstanden. Die Schrift verließ die traditionellen Trägermaterialen und eroberte den virtuellen Raum.
[...]
Aus: "Westeuropäische Schriftgeschichte | Westliche Schrift- und Typographieentwicklung : Lexikon der Typographie" von Wolfgang Beinert (Aufsatz zuletzt bearbeitet am 03.11.2008) Quelle: http://www.typolexikon.de/s/schriftgeschichte.html-.- [...] Mit Mediennutzung bezeichnet man den Konsum von Medienangeboten insbesondere der Massenmedien. Sie ist Thema der Publikums- bzw. Rezipientenforschung.
[...] Nach der Studie Massenkommunikation [2], im Auftrag von ARD und ZDF erstellt, stieg der Medienkonsum zwischen 2000 und 2005 um fast 90 Minuten auf zehn Stunden täglich. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes betrug die Mediennutzung im Bundesdurchschnitt 2001 ca. 120 Minuten.[1] Das Internet und die Tageszeitung dienen vor allem als Informationsmedien, das Fernsehen als Informations- und Unterhaltungsmedium und das Radio als Tagesbegleiter und „Stimmungsmodulator“.
Nach TimeBudget 12, einer Langzeitstudie zur Mediennutzung[3] von SevenOne Media (ProSiebenSat1) ist das Internet 2005 mit einem täglichen Nutzungsdurchschnitt von 59 Minuten zum drittwichtigsten Medium aufgestiegen (1999: 9 Minuten). DSL-Nutzer (116 Min.) führen demnach vor ISDN- (45 Min.) und Modemnutzern (41 Min.). Sie führen auch bei der Nutzung von E-Commerce, Banking, Auktionen, Webradio und Onlinespielen. Das Internet ist der Studie erste Wahl bei der Suche nach Reiseinformationen. Bei Gesundheitsinformationen stieg der Wert von 3 (1999) auf 16 Prozent (2005).
Die Mediennutzung der Kinder in Deutschland hängt stark von Geschlecht, Schicht, Migrationsstatus und Herkunftsregion ab und kann negative Auswirkungen auf die Schullaufbahn haben.[4] Langzeitstudien zufolge kann ein zeitlich sehr umfassender Konsum von Fernsehsendungen im Vorschulalter zu Aggressivität und asozialem Verhalten im Grundschulalter führen, wenn es sich um Sendungen mit gewalttätigen Darstellungen handelt; diese Auswirkungen wurden aber nur bei Jungen beobachtet.[5]
Quellen: 1. ↑ Wilbur Schramm, The nature of news. in: Journalism Quarterly 26. (1949) S.259-269; Grundfragen der Kommunikationsforschung, München 1970 2. ↑ Massenkommunikation, Studie i.A. ARD/ZDF 3. ↑ TimeBudget 12 (PDF), Langzeitstudie zur Mediennutzung von SevenOne Media (ProSiebenSat1) und Sonderanalyse zur Cebit 2006 4. ↑ Christian Pfeiffer et al.: Die PISA-Verlierer - Opfer des Medienkonsums, KFN Hannover. Online auch hier abrufbar (PDF) 5. ↑ Dimitri A. Christakis, Frederick J. Zimmerman: Violent Television Viewing During Preschool Is Associated With Antisocial Behavior During School Age (Pediatrics, Vol. 120 Nr. 5., November 2007, S. 993–999, doi:10.1542/peds.2006-3244) und Jeffrey G. Johnson u.a.: Television Viewing and Aggressive Behavior During Adolescence and Adulthood (PDF), Science Magazine, 29. Mai 2002. Beide zitiert nach: Intensiver Konsum von Gewalt im Fernsehen führt im späteren Kindesalter zu Aggressivität und asozialem Verhalten. In: Forum Gesundheitspolitik. Abgerufen am 28. Juni 2008.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mediennutzung (12. November 2008) -.- [...] Die Mediengeschichte ist ein Teilgebiet der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Die Mediengeschichte kann unter den vier Gesichtspunkten einer Programm-, Organisations-, Technikgeschichte oder Rezipientenforschung betrachtet werden.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mediengeschichte (18. November 2008)
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« Reply #6 on: November 25, 2008, 10:11:55 AM » |
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[...] Das Internet scheint allgegenwärtig zu sein – und dennoch geht mehr als die Hälfte der Deutschen privat nie online. Das ergab eine Repräsentativbefragung der Stiftung für Zukunftsfragen der British-American Tobacco (B.A.T.) aus Hamburg. Demnach sind 58 Prozent der Bundesbürger im Alter ab 14 Jahren "Nichtnutzer/Verweigerer", und nur 42 Prozent surfen mindestens einmal pro Woche im Netz. Mit 37 Prozent ist der Anteil der Bundesbürger, die mindestens einmal pro Woche ein Buch in die Hand nehmen, nur unwesentlich geringer als jener der Netznutzer. Für die Studie wurden 2000 Personen nach ihren Mediengewohnheiten befragt. Die Internetnutzung ist weiterhin eine Frage des Alters und der Schulbildung: Der Anteil der Internetnutzer mit gymnasialer Bildung ist nach den Ergebnissen der Umfrage mit 62 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den Hauptschulabsolventen, unter denen der Anteil 28 Prozent beträgt. Hauptschulabsolventen favorisieren beim Medienkonsum zu 95 Prozent das Fernsehen, während die PC-Nutzung mit einem Anteil von 29 Prozent der Nennungen weiterhin ein Schattendasein führt. Unter den Menschen im Alter ab 55 Jahren sind 83 Prozent "Netz-Muffel" und "PC-Verweigerer", teilt die Stiftung weiter mit. Ihr wissenschaftlicher Leiter Professor Horst W. Opaschowski erläutert: "Privat liegen die meisten Bundesbürger lieber vor dem Fernseher auf der faulen Haut. Alles braucht seine Zeit – die Zukunft der Informationsgesellschaft auch: Die euphorische Prognose der Medienbranche 'Web frisst Fernsehen' kann weiterhin auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden." Diese Ansicht vertrat Opaschowski bereits vor fünf Jahren. Nun ergänzt der Wissenschaftler, die Medienrevolution stoße zunehmend an ihre eigenen Grenzen. "Immer mehr Fernseh- und Radioprogramme, neue Computeranwendungen und Internetseiten sowie mehr Handytarife und Videospiele lassen beim Verbraucher das Gefühl aufkommen, überrollt zu werden. Sie finden sich im Angebotsdschungel kaum zurecht und bleiben beim Altbekannten: Sie konsumieren lieber passive TV-Angebote, als nach Feierabend wirklich aktiv zu werden." 24. November 2008 14:01 95% des Fernsehens ist Abfall Foundation (129 Beiträge seit 15.06.01) ...ist ja fast nur noch tittytainment. - Comedy bis zum Erbrechen - Reality-Shows mit negativem IQ - Mutantenstadl - dopingverseuchter Sport - der Müll wird noch durch Werbung oder Produktplacement gestreckt. Das ist wie verdünntes Oettinger - seit Einstellung der Muppetshow ging´s bergab - der einziges Lichtblick ist noch das c`t Magazin Da ist mir das Netz lieber.... 24. November 2008 15:08 99% des Internets ist Abfall langer_sebi (45 Beiträge seit 14.10.08)
Langsam nervt mich dieses ständige Heruntermachen des Fernsehens und Erhöhung des Internets. Bei Themen wie Fernsehen, GEZ, Conputerspielesucht, Onlinesucht... kommen hier ständig Antworten wie "Fernsehen ist geistiges Gift", "Ich habe keinen fernseher und bin stolz drauf", "Onlinesucht ist besser als Fernsehsucht", "früher nannte man sowas Bücherwurm" (zum Thema Spiele/Online-Sucht).
Ich vertrete jetzt mal hart die Gegenposition: Das Internet ist schlimmer als alle bisherigen Medien! Ich sage das als beinahe betroffener - als Internetsucht würde ich mein Verhalten noch nicht beschreiben (ich kann auch ohne, ist halt mehr Flucht...), aber für mich kann ich sagen, dass das Suchpotential, die Flucht vor der Wirklichkeit, das Abhängen von Zeit vor dem Bilfdschirm stärker ist als bei Fernsehen, Musik oder Büchern.
Möglicherweise kucken heute vor allem junge Leute weniger Fern, und verbringen dafür mehr Zeit im Internet. Geht mir genauso (ich bin übrigens 26), aber ich uterm Strich verbringe ich unterm Strich mehr Zeit vorm Bildschirm. Zwar ist das dann antelig mehr ein Computerbildschirm als ein Fernseher, aber es ändert nichts daran. Heute kommt es sehr oft vor, dass ich mich frage "Was habe ich überhaupt sinnvolles gemacht?" Das "Zeitverschwenden" in einem solchen Umfang wäre für mich früher gar nicht möglich gewesen, da Bücher, Zeitschriften, Musik, Fernsehen... eher langweilig werden. Die ganzen Dinge, die oft als so positiv beim Internet genannt werden, nämlich Interaktiviät, sozialer Austausch, individuell das kucken, was mich interessiert, es gibt imme was neues... sorgen gerade dafür, dass man sich darin verliert. Wie ist es ohne Internet? - Ich lese morgens Zeitung. Das lasse ich mir nicht nehmen. Aber die habe ich dann auch durch, und gut ist. Und mache dann was anderes - Fernsehen. Ja, da kommt viel Müll. Aber gerade deshalb, häng ich da auch nicht viel vor. Weil es langweilig ist. Oder ich mache wenigstens irgendwas anderes dabei, z.B. Essen, aufräumen... Bzw. mache ich es eben gezielt an, wenn ich es kucken will, und nicht einfach. - Zeitschriften. lese ich gerne, habe die c't im Abo. Das reicht eigentlich zur Infromationsbeschaffung, aktueller muss es nicht sein, ich vebringe aber nicht Stunden damit, die c't zu lesen. - Romane. Die können fesseln, aber die hat man dann auch irgendwann durch und hat das Gefühl, etwas "erlebt" zu haben. Die "Realitätsflucht" mag da sogar größer sein als beim Internet, abe da ist sie einem auch bewusst, und irgendwann legt man das Buch weg. Es kann einen gar nicht komplett einnehmen, weil es zu eindimensional ist.
Das Internet dagegen führt dazu, dass ich es anmache, wenn ich nach Hause komme. Erstmal Mails checken etc. Und in Foren kucken. Dann in die Komemnatre zu themen kucken. Das Gefühl, zu gewissen Dingen unbedingt, was sagen zu müssen, also mach ich es auch. Anschließend die Seite nochmal aktualisieren, ob es nicht doch noch was neues gibt. Gleichzeitg muss ich aber ja auch was machen, z.B. fürs Studium was recherchiene. OK, mach ich gleich noch, erstmal was anderes. Ach da, auch noch ein interessanter Link... hmm... wie war das noch mal da und damit? Ich kuck mal in der Wikipedia nach... lalala... Man kann immer anfangen, immer was machen, aber am Ende macht man nur sinnlosen Kram, der ja vermeintlich "intelligent" und "aktiv" ist. Und ich rede hier sogar von wirklich intelligeneren Inhalten, und noch nicht ml vom ganzen Müll, den es auch noch im Netz zuhauf gibt. Und irgendwie ist es ja auch "real", nicht so eine Realitäsflucht, wie das Lesen eine Fantasy-Romans. Aber gerade deshalb ist das so kritisch, weil es Aktivität und Realität vorgaukelt. Im Endeffekt gehe ich wesentlich ausgeglichener ins Bett, wenn ich mit meiner Mitbewohnerin gemeinsam Supernanny gekuckt habe (mit mehreren ist Trash_TV ganz witzig), als wnn ich stattdessen hier im Heise-Forum irgendwelches News und Kommentare gelesen und selber verfasst hätte. Ja, Supernanny hat mich intelektuell nicht weitergebracht. Aber das Internet auch nicht, das hat mich eher aufgeregt und vereinsamt. Die ganzen Online-News sind im Grunde völlig redundat, Zeitschriften und Zeitungen reichen. Und warum muss man überall seine MEinug zu abgeben? Und warum lese ich das auch noch? Und verspüre auch noch den Drang, zu antworten, irgendwelchen fremden Menschen? Und rein körperlich ist es schon übel, ich sitze auf einem Bürostuhl, bin innerlich eher aktiv/angespannt, körperlich weder aktiv, noch wirklich entspannt.
Klar, jetzt könnt ihr sagen "das ist dein Problem, wenn du mit dem Internet nicht klar kommst, aber das Netz selbst ist nicht schuld". Das ist aber auch etwas vereinfacht gesagt. Das Internet ist anders, als alle bisherigen Medien, und hat für mehr Leute Suchtpotential. Also Ich habe das Gefühl, dass ich seit dem Intert insgesamt in der "Wirklichkeit" passiver geworden bin, als zu den Zeiten, als ich vielleicht noch etwas mehr fern gesehen habe, dafür es aber kein Internet gab.
24. November 2008 22:49 Re: 95% des Fernsehens ist Abfall Knut Kristan Weber, Knut Kristan Weber (57 Beiträge seit 07.06.00)
> - Comedy bis zum Erbrechen > - Reality-Shows mit negativem IQ > - Mutantenstadl > - dopingverseuchter Sport > - der Müll wird noch durch Werbung oder Produktplacement gestreckt. > Das ist wie verdünntes Oettinger > - seit Einstellung der Muppetshow ging´s bergab > - der einziges Lichtblick ist noch das c`t Magazin
Ja, Samstags im Briefkasten. Sonntags Spiegel TV, das war´s mit Fernsehen für die Woche. Ab und an mal Nachrichten im Fernsehen, aber immer weniger. Ich höhre im Auto morgens und abends Deutschlandradio. Da dauert ein einzelnes Interview länger als die gesamten Nachrichten im TV zur prime time. Ich kann den unreflektieren und sinnentstellt zusammengekürzten 3-Sätze-Salat nicht mehr ertragen.
24. November 2008 20:26 Traue keiner Statistik ... demosthenes_01 (158 Beiträge seit 20.12.07)
Moin,
> Diese Ansicht vertrat Opaschowski bereits vor fünf Jahren. Nun ergänzt der > Wissenschaftler, die Medienrevolution stoße zunehmend an ihre eigenen Grenzen. > "Immer mehr Fernseh- und Radioprogramme, neue Computeranwendungen und > Internetseiten sowie mehr Handytarife und Videospiele lassen beim Verbraucher > das Gefühl aufkommen, überrollt zu werden. Sie finden sich im Angebotsdschungel > kaum zurecht und bleiben beim Altbekannten: Sie konsumieren lieber passive > TV-Angebote, als nach Feierabend wirklich aktiv zu werden."
Irgendwie kommt bei mir der Verdacht auf, daß da wieder eine Studie lief um die eigene Meinung zu bestätigen.
Wenn ich mich mal in meinem Bekanntenumfeld umschauen sind da 100% Internetnutzer - selbst meine Eltern (grade erst Rentner geworden) surfen täglich. Ich frage mich echt, wo die Zielgruppe ausgewählt wurde.
Das bei den jüngeren Semestern kaum noch Bücher gelesen werden hatte ich schon befürchtet ;-).
Gruß, Demosthenes
24. November 2008 18:54 ... 80% von denen sagen nicht die Wahrheit, Antikommunistischer Drachentöter (568 Beiträge seit 23.10.08)
und 90% aller Umfragen sind genauso sinn- wie wertlos.
"Repräsentativ" sind diese paar tausend Personen nicht.
24. November 2008 20:43 Brithish American Tobacco Urisk, Kai Schmidt (18 Beiträge seit 18.03.06)
Soso, eine Repräsentativumfrage. Ich soll also einer Statistik glauben (sei es nun wichtig oder nicht), die von einem Konzern angefertigt wurde, der Jahrzehnte lang in zusammenarbeit mit seinen Partnern in Übersee "Studien" vorgelegt hat, die die völlige Ungefährlichkeit von Tabakrauch "belegt" haben? Ganz grosses Kino. :D
Aus: "Umfrage: 58 Prozent der Deutschen gehen privat nie online" (24.11.2008) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Umfrage-58-Prozent-der-Deutschen-gehen-privat-nie-online--/meldung/119330
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« Reply #7 on: June 03, 2009, 11:11:22 AM » |
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[...] Kinderpornographie, herkömmliche Pornographie, Computerspiele, Filesharing, usw.: Das alles wird in einem ZEIT-Artikel in einen Topf geworfen und sogenannten “Cyberpropheten” mit anarchistischem Anspruch als ihre Welt, die sie um jeden Preis verteidigen, angedichtet. Ein exemplarischer Artikel für eine vor Seichtheit und Demagogie triefende Debatte in Deutschland, welche in nächster Zeit wohl noch stark zunehmen wird.
...
Aus: "Die unerträgliche Seichtigkeit der deutschen Internet-Debatte" Marcel Weiss (29. Mai 2009) Quelle: http://netzwertig.com/2009/05/29/die-unertraegliche-seichtigkeit-der-deutschen-internet-debatte/-.- [...] Es ist ein Kulturkampf, der sich da abzeichnet, unerbittlich und emotional, ein Clash von analoger und digitaler Zivilisation, in dem technische Innovation, kulturelles Unbehagen und politische Ratlosigkeit zusammenschießen. [...] Erstaunlich ist nicht, dass dieser Kulturkampf jetzt losbricht. Erstaunlich ist in Wahrheit, dass er so lange auf sich warten lassen hat. [...] Dort lebt und blüht der Mythos vom freien Internet, und die Feindbilder sind klar. Auf der einen Seite stehen die »konservativen Neophobiker, also jene, die irgendwie finden, dass ohne dieses Netz alles besser, überschaubarer, gemütlicher war«, wie gerade erst wieder Constanze Kurz, die Sprecherin des Chaos Computer Club, in der taz geschrieben hat, und auf der anderen Seite stehen jene, »die auf inkompetent-bösartige Einmischung in ihren Lebensraum empfindlich reagieren«. Inkompetenz und Bösartigkeit: Wer so auf die Welt außerhalb des eigenen »Lebensraumes« schaut, dem muss notwendig auch die Durchsetzung des Rechts sofort wie »Zensur« erscheinen. Der muss Internetsperren gegen Kinderpornografie schon ablehnen, lange bevor feststeht, welche Wirkung sie entfalten. Der sieht überall Mauern hochgehen, »chinesische Verhältnisse« aufziehen: »Große Teile des Internets werden abgeriegelt«, prophezeit Thomas Hoeren, Professor für Medienrecht in Münster, einer der schärfsten Kritiker der Internetsperren. Wirklich »große Teile«? Und wäre das so schlimm, wenn es just die Bereiche träfe, in denen Kinderpornografie getauscht, Rassenhass verbreitet, zu Anschlägen aufgerufen wird? Gibt es ein Grundrecht auf freien Zugang zu Vergewaltigungsbildern, Terrorvideos oder Nazipropaganda? Aber die Ideologie der Freiheit immunisiert nicht nur gegen Kritik und Kontrolle. Sie wirkt auch nach innen, ins Netz selbst. Sie verstärkt die antibürgerliche Gravitation des Internets. Sie hat dort die zivilisatorischen Schwellen gesenkt, die im alltäglichen Miteinander der realen Welt selbstverständlich sind. Sie befeuert den rauen Umgangston, die Regellosigkeit der Sprache, die Wurschtigkeit des Denkens. Und sie fördert die anarchische Grundstimmung des Cyberspace, die verbreitete Neigung zur Gesetzlosigkeit. [...] Nun könnte man die lärmende Ablehnung jeder staatlichen Regulierung und Rechtsdurchsetzung vielleicht sogar als romantische Utopie belächeln, wenn die Ideologen der Freiheit gelegentlich einmal selbst einen Gedanken darauf verwenden würden, wie sich der Missbrauch des Mediums eindämmen ließe. Wie sich das Netz eigene Strukturen und Mechanismen schaffen könnte, die Kinderschänder und Hassprediger zu verdrängen helfen. Sechs deutsche Kinderrechtsorganisationen haben gerade erst »an alle Internetexperten« appelliert, »ihr Wissen zu nutzen, um die besten Wege zu finden. Alle, die sich jetzt gegen das Sperren von kinderpornografischem Material im Internet aussprechen, sind aufgefordert, an konkreten Lösungen mitzuarbeiten.« [...] Nein, es geht nicht darum, Mauern und Sperren zu errichten gegen den ungefilterten Fluss von Informationen, Ideen, Meinungen. Es drohen weder Zensur noch »chinesische Verhältnisse«. Es geht darum, die Debatte um das Internet zu entideologisieren und das Netz als einen Raum zurückzuerobern, in dem die Geltung des Rechts so selbstverständlich akzeptiert wird wie im richtigen Leben. In dem die Achtung der Menschenwürde nicht hinter der Freiheit des Stärkeren zurücktreten muss. Die letzten Experten, die sich lauthals auf ihre Kompetenz berufen und jede regulierende Einmischung ahnungsloser Politiker in »ihren Lebensraum« empört zurückgewiesen haben, waren die Finanzjongleure der globalisierten Kapitalmärkte. Auch sie operierten mit magischen mathematischen Formeln, auch sie verachteten die kleinkarierten Politiker und fühlten sich über das Recht erhaben. Die Folgen trägt gerade die ganze Welt. Shismar » 29.05.2009 um 11:17
Alle Vorurteile in einen Topf
kräftig umrühren und fertig ist die Suppe der Ignoranz.
Es gibt keinen Kulturkampf, weil für einen Kampf braucht es zwei, und die Nutzer und Beitragenden zum Internet haben keinen Grund zu kämpfen. An der Gültigkeit von gesetzlichen Regeln im Internet zweifelt auch kaum jemand. Dass es sich beim Internet um einen rechtsfreien Raum handeln solle, ist eine klassische Behauptung der Gegner des Internets. Was Unrecht ist bleibt auch im Internet Unrecht und wird durch bestehende Gesetze abgedeckt.
Also, runter vom Sockel, und rein ins Internet.
P.S.: Wer Filesharing und Plattenklau in einen Topf wirft, sollte sich mal mit der Ökonomie öffentlicher Güter und den Grundlagen des Urherberrechts vertraut machen ...
sünnerklaas » 29.05.2009 um 11:33
Unerträgliche Heuchelei
Ich habe selten einen heuchlerischeren Artikel gelesen. Unter dem Schlagwort 'Kinderpornographie' wird Stimmung gemacht - dabei geht es dem Autoren (...):
Zitat:
So wie im Netz eine Gratismentalität herrscht, eine Kultur des Jetzt und Gleich und Kostenlos...
Hier verrät er sich... Es geht ihm nicht um Recht und Gesetz und den Schutz von Kindern vor Missbrauch, nein, es geht ihm um Geld. Erbärmlich.
Übrigens: zum Halten heuchlerischer Predigten ist die Kirche da. (...entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und formulieren Sie Ihre Kritik sachlich, wie es andere User tun. Die Redaktion/jk)
Lodda » 29.05.2009 um 11:35
Schwarz und Weiß
[...] Also ich muss schon sagen, einen derart schwarz-weiß gezeichneten Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Dem Autor zufolge ist man also entweder ein konservativer, wohlgesinnter Verfechter von Recht und Ordnung, der gegen die zunehmende Verrohung und Abstumpfung der Kinderquäler und Raubkopierer vorgeht, oder einer derjenigen Kriminellen, die dem Rechtsstaate schon lange ihre kalte, gesetzeslose Schulter zuwenden. Hm, ich frage mich gerade, mit welcher Seite ich mich da eigentlich identifizieren soll? In Zeiten von populistischen Wahlkampfparolen und Schnellschusspolitik scheint mir ein solcher Artikel, der eigentlich nichts zur Debatte um die aktuellen Probleme beiträgt (Internetsperren, Tauschbörsen usw.) in die völlig falsche Richtung zu zielen, denn er bringt zwei augenscheinlich strikt polarisierbare Seiten gegeneinander auf, ohne dabei ein angemessenen Maß an Trennschärfe an den Tag zu legen.
Übertragen wir den Artikel auf ein konkretes Fallbeispiel wie die Diskussion um die Internetsperren, tauchen wie immer die alten, unzureichenden und schlichtweg falschen Argumente auf:
1. Das Internet sei ein "rechtsfreier Raum"
2. Die Gegner der Zensur seien potentielle Kindervergewaltiger ("erniedrigter, gequälter, vergewaltigter Kinder", danke für diese aufschlussreiche Ausführlichkeit)
3. Neue, schärfere Gesetze und der Kurs in Richtung einer verfassungsfeindlichen Rechtssprechung könnten die Welt vor diesen Schuften und Banditen schützen, wenn nicht gar von ihnen befreien (der Hinweis auf die Finanzkrise ist mir auch nach zweimaligem Lesen noch nicht klar geworden...)
Wenn das nicht mal der ignorante Legitimationsversuch einer netzfeindlichen Kaste der selbsternannten Retter und Bewahrer des Guten ist, dann weiß ich auch nicht. Wo sind hier eigentlich die schlauen, kritischen Autorinnen und Autoren? Viele meiner Freundinnen und Freunde - einige davon hochqualifizierte und unterbezahlte Akademiker - sind arbeitslos und schreiben auch keine Zeitungsartikel, obwohl sie alle mindestens doppelt so viel Reflexionsvermögen aufweisen. Aber graues Reflektieren und schwarz-weißes Polarisieren sind ja noch nie gut miteinander ausgekommen.
Was wir brauchen ist eine neue Medienkompetenz, keine unbrauchbare Panikmache. Die hat nämlich - das zeigt die Mediengeschichte mit aller Deutlichkeit - noch zu keinem Zeitpunkt (vgl. die Diskussionen zum Buch, zum TV oder zum Computer) etwas Produktives in die Debatte einfließen lassen - obwohl sie aufgrund ihrer Schlichtheit bestens für Stammtischdiskussionen und eine Politik der Ahnungslosen geeignet ist.
saxonia » 29.05.2009 um 11:46
Viele Unterzeichner der
Viele Unterzeichner der Petition gegen Internetzensur, zu denen ich selber auch gehöre, sind mehr an Recht und Rechtstaatlichkeit interessiert als die Befürworter von Sperren glauben machen wollen.
Ich fasse einmal zusammen, was im Gesetzentwurf derzeit vorgesehen ist:
* Sperren werden von der Polizei angeordnet. Einen richterlichen Beschluss dafür muss es nicht geben.
* Welche Seiten gesperrt werden, wird geheimgehalten.
* Es ist nicht vorgesehen, dass der Betreiber einer gesperrten Seite von der Sperrung informiert wird.
* Es ist kein Weg definiert, wie der Betreiber einer Website juristisch gegen eine widerrechtlich erfolgte Sperre vorgehen kann.
* Es ist im Gesetzentwurf nicht beschrieben, wie eine gesperrte Website wieder aus den Sperrlisten zu entfernen ist, wenn der Grund für die Sperrung nicht mehr vorliegt oder die Sperrung widerrechtlich angeordnet wurde.
* Es ist nach derzeitigem Stand vorgesehen, nicht nur die inkriminierten Webseiten, sondern ganze Rechner, auf denen diese liegen, zu sperren. Das führt auch dazu, dass völlig legale Internet-Angebote nicht mehr zugreifbar sind. In der Vergangenheit traf eine solche Sperre bereits einmal den großen niederländischen Server xs4all, auf dem neben Tausenden legalen Webseiten auch die Online-Ausgabe der in Deutschland verbotenen Zeitschrift "Radikal" lagen.
Wem also rechtsstaatliche Prinzipien (wie die Möglichkeit, gegen staatliche Verfügungen gerichtlich vorgehen zu können) am Herz liegen, der kann gerade kein Befürworter des gegenwärtigen Gesetzesentwurfs zur Internet-Sperre sein. ...
blurred » 29.05.2009 um 11:56
Der Autor ist tatsächlich ziemlich ahnungslos.
Zitat : Ihr seid bloß alt, ausgetrocknet, ahnungslos!
Ahnungslos dürfte stimmen.
Welches Recht soll denn bitte zur Anwendung kommen ?
Deutsches Recht, US-amerikanisches, chinesisches, iranisches Recht ?
Das Internet ist global - und genau das ist das entscheidende Wesensmerkmal des Internets. Nationales Recht durchsetzen zu wollen, heisst Filter und Zensur - und zerstört die Struktur des Internets.
Der Rest des Art ist die übliche verschwurbelte Mischung verschiedenster Punkte, die wenig zu einem sachlichen Diskurs beitragen.
Oder was hat die von Gier und Unfähigkeit angefeuerte Bankenkrise mit einem freien Internet zu tun ?
PS: Bei den Amerikaner heisst "Keine Zensur" tatsächlich "Keine Zenur" - das verwurschtelte deutsche Verständnis von "Keine Zensur" dürfte dort auf wenig Gegenliebe treffen.
A. Friend » 29.05.2009 um 17:53
"Unterirdisch"
Sehr geehrter Herr Wefing,
darf ich Ihnen ans Herz legen, mal die Bedeutung des Begriffes "journalistische Recherche" nachzuschlagen? Ihr Artikel enthält leider nur Meinungsmache, anstatt fundiert nachzufragen!
Ich zitiere mal: "Sechs deutsche Kinderrechtsorganisationen haben gerade erst »an alle Internetexperten« appelliert, »ihr Wissen zu nutzen, um die besten Wege zu finden. Alle, die sich jetzt gegen das Sperren von kinderpornografischem Material im Internet aussprechen, sind aufgefordert, an konkreten Lösungen mitzuarbeiten."
Falls es Ihnen entgangen ist: Es gab bereits zwei Projekte, Websites mit kinderpornographischen Inhalten vom Netz zu nehmen. Eine konkrete Lösung, die ja lt. Frau von der Leyen angeblich nicht durchführbar ist.
Ergebnisse: Dem Verein "Carechild e.V." gelang es, 16 solcher Websites löschen zu lassen. Und erst vor einigen Tagen hat der "Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur" innerhalb von nur 12 Stunden 60 Kinderporno-Sites löschen lassen.
Das zeigt wohl eindeutig, daß hier eine konkrete Lösungen vorliegt und darauf wartet, umgesetzt zu werden. Vielleicht sollten Sie mal ihr Augenmerk darauf richten, warum diese Lösung partout nicht von unseren Politikern akzeptiert wird?
Oliver76 » 29.05.2009 um 18:08
Nehmen wir doch mal an, das
Nehmen wir doch mal an, das Internet wäre eine Fußgängerzone mit folgenden Gesetzen:
* Sobald sie die Fußgängerzone betreten, protokolieren Beamte 1. in welches Geschäft Sie gehen [1] 2. was Sie sich dort angesehen haben [1] 3. mit wem Sie wo kommuniziert haben [1] 4. wie lang das Gespräch gedauert hat [1] 5. am liebsten auch noch, worüber Sie mit wem gesprochen haben [2] * Die Polizei darf Ihnen jederzeit Ihre Tasche stehlen, durchsuchen und Ihr Tagebuch lesen [3] * Die Polizei führt Listen mit Schaufenstern, die sie für nicht "adäquat" hält. Diese Geschäfte werden nicht geschlossen, stattdessen klappt ein großes Stopschild hinunter, sobald Sie am Schaufenster stehen bleiben. In diesem Moment haben Sie sich schon strafbar gemacht. Ob Sie dorthin geschickt wurden oder freiwillig hingegangen sind, spielt keine Rolle. [4] * Diese Maßnahmen werden noch verschärft, sobald 1. Sie sich etwas ansehen, was vielleicht nicht ganz politisch korrekt ist [5] 2. jemand mit Ihnen spricht, der sich verdächtig gemacht hat [2] * Wenn sie gegen die Maßnahmen protestieren, werden Sie behandelt wie als wären Sie 1. potentiell pädophil 2. evtl. linksradikaler Gewälttäter 3. auf jeden Fall ein Ladendieb
Alle Maßnahmen sind natürlich geheim und Sie erfahren wahrscheinlich nichts darüber. Dazu gelten natürlich alle Rechte und Pflichten, die auch im normalen Leben gelten. Jetzt bitte nochmal Herr Wefing: Möchten Sie diese Zustände in Ihrer Innenstadt haben oder sind sie mit dem normalem "rechtsfreiem Raum" einverstanden?
[1] Vorratsdatenspeicherung [2] BKA-Gesetz [3] Online-Durchsuchung [4] Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen [5] neues Staatsschutzrecht
... Aus: "Was darf das Internet? - Wider die Ideologen des Internets!" Von Heinrich Wefing (DIE ZEIT, 28.05.2009 Nr. 23) Quelle: http://www.zeit.de/2009/23/Internet-Grenze?page=all-.- [...] [...] Und man stelle sich vor, eine Regierung versuchte heute, kurz vor einer Bundestagswahl, noch schnell ein Gesetz durchzupeitschen, das Folgendes vorsieht: Jedes Druckwerk, das in Deutschland erscheint, jede Zeitung, jedes Buch und jedes Flugblatt, muss künftig dem BKA zur Beurteilung vorgelegt werden. Das erstellt dann Listen mit Druckwerken, die zu übel sind, um publiziert zu werden. Geheime Listen.
Das Land wäre in Aufruhr.
Der Vergleich mag polemisch klingen, er ist es aber nicht. Dem BKA die Zensorenrolle zu verweigern, ist ein zutiefst demokratischer Wunsch, einer, der dem Geist des eben mit viel Pomp gefeierten Grundgesetzes voll und ganz entspricht. Diejenigen, die nun als "Ideologen" diffamiert werden, denen der Bundeswirtschaftsminister unterstellt, dass sie sich "gegen die Sperrung von kinderpornografischen Inhalten sträuben", sind mehrheitlich keineswegs für Cyber-Anarchie. Sie sind für Freiheit und für die in der Verfassung garantierten Bürgerrechte, für Gewaltenteilung, für Checks and Balances.
Verfassungsprinzipien im Netz?
Demokratische Verfassungen werden nicht unter der Annahme gemacht, dass Menschen im Zweifel das Richtige tun werden, dass Politiker und Polizisten ja im Grunde gute Menschen sind und deshalb schon nichts schiefgehen wird. Sie sind konstruiert, um auch Fällen widerstehen zu können, in denen etwas nicht so läuft, wie man sich das als rechtschaffener Bürger wünscht.
Deshalb dürfen Polizisten keine Verbrecher verurteilen, deshalb unterliegen Geheimdienste der Kontrolle des Parlaments und deshalb entscheiden Polizeibehörden in Demokratien nicht, was publiziert werden darf und was nicht. Die Tatsache, dass genau dieser zentrale Punkt jeder demokratischen Verfassung bei der nun geplanten Gesetzesänderung übergangen wurde, sagt einiges über die Sorglosigkeit, mit der deutsche Politiker vorgehen, wenn es um Verfassungsprinzipien an einer Stelle geht, die sie und ihre Wähler nicht sonderlich zu interessieren scheint: im Internet. Das erinnert an Gesetzentwürfe zur Vorratsdatenspeicherung und der sogenannten Online-Durchsuchung, die auch das Verfassungsgericht in Karlsruhe beschäftigten oder noch beschäftigen.
Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.
Und es ist für Deutschlands politische Klasse ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt: Die digitalen Einheimischen haben begonnen sich einzumischen.
Aus: "STREIT UM INTERNET-FILTER: Die Generation C64 schlägt zurück" Von Christian Stöcker (02. Juni 2009) Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,628017,00.html
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« Reply #8 on: June 03, 2009, 03:45:59 PM » |
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[...] A movement of techno-utopianism began to flourish again in the dot-com culture of the 1990s, particularly in the West Coast of the United States, especially based around Silicon Valley. The Californian Ideology was a set of beliefs combining bohemian and anti-authoritarian attitudes from the counterculture of the 1960s with techno-utopianism and support for libertarian economic policies. It was reflected in, reported on, and even actively promoted in the pages of Wired magazine, which was founded in San Francisco in 1993 and served for a number years as the "bible" of its adherents.[3][4][5]
This form of techno-utopianism reflected a belief that technological change revolutionizes human affairs, and that digital technology in particular - of which the Internet was but a modest harbinger - would increase personal freedom by freeing the individual from the rigid embrace of bureaucratic big government. "Self-empowered knowledge workers" would render traditional hierarchies redundant; digital communications would allow them to escape the modern city, an "obsolete remnant of the industrial age".[3][4][5]
Its adherents claim it transcended conventional "right/left" distinctions in politics by rendering politics obsolete. However, techno-utopianism disproportionately attracted adherents from the libertarian right end of the political spectrum. Therefore, techno-utopians often have a distaste of government regulation and a belief in the superiority of the free market system. Prominent "oracles" of techno-utopianism included George Gilder and Kevin Kelly, an editor of Wired who also published several books.[3][4][5]
During the late 1990s dot-com boom, when the speculative bubble gave rise to claims that an era of "permanent prosperity" had arrived, techno-utopianism flourished, typically among the small percentage of the population who were employees of Internet startups and/or owned large quantities of high-tech stocks. With the subsequent crash, many of these dot com techno-utopians had to rein in some of their beliefs in the face of the clear return of traditional economic reality.[4][5]
In the late 1990s and especially during the 2000s decade, technorealism and techno-progressivism are stances that have risen among advocates of technological change as critical alternatives to techno-utopianism.[6][7]
Principles
Bernard Gendron, a professor of philosophy at the University of Wisconsin-Milwaukee, defines the four principles of modern technological utopians as follows:[8]
1. We are presently undergoing a (postindustrial) revolution in technology; 2. In the postindustrial age, technological growth will be sustained (at least); 3. In the postindustrial age, technological growth will lead to the end of economic scarcity; 4. The elimination of economic scarcity will lead to the elimination of every major social evil.
Criticism
Critics claim that techno-utopianism's identification of social progress with scientific progress is a form of positivism and scientism. Critics of modern libertarian techno-utopianism point out that it tends to focus on "government interference" while dismissing the positive effects of the regulation of business. They also point out that it has little to say about the environmental impact of technology and that its ideas have little relevance for much of the rest of the world that are still relatively quite poor (see global digital divide).[3][4][5]
...
1. ^ a b c Hughes, James (2004). Citizen Cyborg: Why Democratic Societies Must Respond to the Redesigned Human of the Future. Westview Press. ISBN 0-8133-4198-1.
2. ^ Haller, Mark Eugenics: Hereditarian attitudes in American thought (New Brunswick, NJ: Rutgers University Press, 1963)
3. ^ a b c d Borsook, Paulina (1996). Cyberselfishness. http://www.motherjones.com/news/feature/1996/07/borsook.html?welcome=true. Retrieved on 2007-02-06.
4. ^ a b c d e Borsook, Pauline (2000). Cyberselfish: A Critical Romp Through the Terribly Libertarian Culture of High-Tech. PublicAffairs. ISBN 1-891620-78-9.
5. ^ a b c d e Barbrook, Richard; Cameron, Andy (2000). The California Ideology. http://www.hrc.wmin.ac.uk/theory-californianideology.html. Retrieved on 2007-02-06.
6. ^ "Technorealism". http://technorealism.org.
7. ^ Carrico, Dale (2005). Technoprogressivism Beyond Technophilia and Technophobia. http://amormundi.blogspot.com/2005/06/technoprogressivism-beyond.html. Retrieved on 2007-01-28.
8. ^ Gendron, Bernard (1977). Technology and the Human Condition. St.Martin's Press. ISBN 0-312-78890-8.
...
Aus: "Technological utopianism" (15 May 2009) Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Techno-utopianism
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« Reply #9 on: February 03, 2010, 08:26:47 PM » |
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The Public Domain in the 21st Century The Public Domain as aspired to in this Manifesto is defined as cultural material that can be used without restriction, absent copyright protection. In addition to works that are formally in the public domain, there are also lots of valuable works that individuals have voluntarily shared under generous terms creating a privately constructed commons that functions in many ways like the public domain. Moreover, individuals can also make use of many protected works through exceptions and limitations to copyright, fair use and fair dealing. All of these sources that allow for increased access to our culture and heritage are important and all need to be actively maintained in order for society to reap the full benefit of our shared knowledge and culture. ... http://publicdomainmanifesto.org/node/8#21st
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« Reply #10 on: April 27, 2010, 10:02:48 AM » |
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[...] Die wichtigsten Funktionen der Informationsethik sind nach dem Philosophen und Informationswissenschaftler Rafael Capurro, der diesen Begriff auch geprägt hat, „nach der Entstehung der Strukturen und Machtverhältnisse fragen, die das Informationsverhalten bestimmen“, „Informationsmythen aufdecken und kritisieren“, „verdeckte Widersprüche der herrschenden Sprachnormierung offenlegen“ und „die Entwicklung informationsethischer Fragestellungen beobachten“ [1].
...
1. ↑ Ethik - http://www.capurro.de/Ethik/einf.htm
Aus: "Informationsethik" # Datum der letzten Bearbeitung: 11. Februar 2010, 18:02 UTC # Versions-ID der Seite: 70549663 # Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Informationsethik&oldid=70549663 # Datum des Abrufs: 27. April 2010, 09:08 UTC http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsethik-.- [...] das Internet hat längst neue Regeln der Macht definiert, mit denen sich Wirtschaft und Politik abfinden müssen. Da gibt es kein Zurück. "Die Veränderungen durch das Internet sind systembedingt und daher außer durch die Abschaltung des Netzwerkes nicht zu stoppen", sagt Kruse. [...] "Auch Konzerne müssen Kritik aushalten können", sagt Gaßner. Der Dialog im Internet findet auf Augenhöhe statt. Doch Entscheidungsträger reagieren dagegen oftmals hilflos auf Eruptionen im Web. [...] "Das Internet repolitisiert die Welt jenseits der Parteien", sagt Kruse. Es verändere damit die Machtverhältnisse, indem es das Selbstbewusstsein der Gesellschaft stärke. "Die politische Macht geht auf die Masse über", sagt der Professor. Durch das Web werde die Gesellschaft sich ihrer selbst bewusster. Und das stärke ihr Selbstbewusstsein. So werden Menschen politisch, die sich von den herkömmlichen, altbackenen Strategien der Politik nicht faszinieren lassen. ... 23.04.2010, 13:16 Uhr Piratenpartei Wähler sagt: Gerade das Internet erlaubt die Entwicklung Basisdemokratischer Strukturen die letzteendlich die starre parlarmentarische Stellvertreterdemokratie in ihrer Existenz gefärden wird. Warum sollen wir nur einmal alle 4 Jahre zur Wahl gehen um dann zuzuschauen wie die Politiker dann genau das Gegenteil von dem tun das sie versprochen haben ?
Gerade im Internet könnte man ja so Radikal sein und die Abschaffung von Politikern fordern, statt dessen die Macht direckt auf das Volk übertragen. Dann hätte der Eliten Lobbyismus keine Chance mehr denn dann würde es zur Durchsetzung der Industrieinteressen nicht mehr reichen dem Politiker ein Geldbündel unterzuschieben sondern die Lobbyisten müssten die Bevölkerung überzeugen. Was sehr schwer werden wird da der einfache Arbeitnehmer der in Basisdemokratischen Abstimmungen die Mehrheit stellt natürlich andere Interessen als die kleine derzeit regierende Elite besitzt.
Basisdemokratie ist möglich solange man ihr einen starken Rechtsstaatlichen Rahmen und Kontrolle durch das Verfassungsgericht internalisiert. Die Piratenpartei hat da ja bereits einige Vielversprechende Theorethische Entwürfe wie z.B. "Liquid Democracy" vorgelegt die durchaus umsetzbar wären und die Recht von Minderheiten mit einbeziehen.
Das Internet bietet diese Möglichkeit, deswegen haben die herrschenden Eliten ja auch Angst vor dem eigenen Machtverlust und versuchen ihren Einfluss durch Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung zu sichern.
23.04.2010, 17:49 Uhr Ach ja... sagt: ... Im Internet findet man viel Blödsinn und Schmarrn. Aber auch, und ich behaupte noch viel mehr, an sachlichen Informationen, Dinge aus ausländischer Presse die hier nicht veröffentlicht werden usw. Für die Politik ist das Internet ein Problem. Und "Dangerus" hat Recht, die Politik würde das Internet am liebsten zensieren. - So wie die "freie Presse" unter Kontrolle haben. Aber das kann sie nicht. Wird sie auch nie können. Und das ist gut so. Das Internet vergißt nicht und knallt den Politikern ihre Lügen Tag für Tag um die Ohren. ...
26.04.2010, 15:41 Uhr manu sagt: Die Macht des Internets ist leider noch nicht so stark, wie man es gerne möchte. Wäre sie das, dann würden die Menschen schon längst auf die Barrikaden gehen!
Dazu muss man nur einmal den Vergleich anstellen, was uns die Massenmedien nahe bringen und was man bei Blogs und anderen Sites so alles an Informationen findet, die uns vorenthalten werden.
Der Mensch scheint sich wohl in einem Traumazustand zu befinden oder will einfach nicht wahrhaben was do wirklich vor sich geht.
Irgendwie scheint ein Großteil den Kopf in den Sand gesteckt zu haben!
23.04.2010, 22:17 Uhr boshafter sagt: Jeder soll sich selbst prüfen, ob er mit der Intelligez oder der Blödheit des I.netzes klar kommt. Das Netz wird einmal die Macht Nummer 1. Gute Nacht ihr lieben Bürger, die mit dem IQ nicht klar kommen. Im Fernsehen sieht man eine Masse davon.
25.04.2010, 20:03 Uhr trumen sagt: Da ist was dran...guter Artikel.
Mein Professor sprach immer von der Allmacht der Software und das war in den 80iger
23.04.2010, 19:52 Uhr Manfred sagt: Wenn man heute die Nachrichten unserer Presse auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen möchte, kann man im Internet mit Erstaunen feststellen, wie unsere Nachrichten manipuliert werden.
Es erinnert mich immer wieder an die DDR-Nachrichten, die noch Tage vor dem Mauerfall den baldigen Untergang des Kapitalismus, vorrausgesagt haben.
23.04.2010, 19:55 Uhr Bernd Hoffmann sagt: Unsere Medien berichten nur politisch korrekt. Um die Hintgergründe der meisten Meldungen zu erfahren, muss man ins Internet.
Langfristig wird kein Mensch mehr die gleichgeschalteten Nachrichten der Einheits-Medien anschauen. Es wird jeder gleich seine Informationen aus dem Internet holen!
23.04.2010, 19:48 Uhr Otto sagt: Was dem DDR-Bürger das Westfernsehen war ist heutzutage für den Bürger der Bundesrepublik Deutschland das Internet.
Meinungsfreiheit und unabhänige Informationen. Unsere Medien sind zwischenzeitlich gleichgeschaltet wie die der ehemaligen DDR Einheitsmedien.
Und es erstaunt mich immer wieder, wie groß der Unterschied zwischen veröffentlichter Meinung und öffentlicher Meinung ist.
Aus: "Das Internet hat die Regeln der Macht neu definiert" Von Jürgen Stüber (23. April 2010) Quelle: http://www.welt.de/webwelt/article7299674/Das-Internet-hat-die-Regeln-der-Macht-neu-definiert.html
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« Last Edit: April 27, 2010, 10:09:49 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #11 on: February 09, 2011, 09:34:52 AM » |
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[...] Heute vor 15 Jahren, am 8. Februar 1996, verkündete der Hippie, ehemalige Viehzüchter, Harvard-Fellow und Aktivist John Perry Barlow beim Weltwirtschaftsforum in Davos die sogenannte Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. Es ist einer der am häufigsten kopierten und einer der am häufigsten geschmähten Texte in der Geschichte des Internets. Doch obwohl das Manifest heute häufig als naiv gescholten wird, ist es mehr als nur ein historisches Zeugnis. Debatten um Wikileaks, Kopierschutz, Netzneutralität und Netzsperren wie in Ägypten zeigen die ungebrochene Relevanz der formulierten Gedanken.
... Im Umfeld der neuen Technologie verwandelt sich die Forderung der Hippies nach sexueller und politischer Freiheit in jene nach der Freiheit von Information. Schon 1984 formuliert Brand den Satz, auf den sich Julian Assange, die Piratenpartei und der Chaos Computer Club bis heute beziehen: "Information will frei sein."
...
Aus: "Von der Freiheit der Information" Von Johannes Thumfart (8.2.2011) Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2011-02/barlow-internet
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« Reply #12 on: February 09, 2011, 09:44:24 AM » |
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[...] Dass die Regierung in Ägypten den Zugang zum Internet massiv behindert, um an der Macht zu bleiben, hat bei Wikileaks offenbar einen Nerv gekitzelt: Seit heute morgen veröffentlicht die Whistleblower-Organisation massenhaft diplomatische Depeschen, die die Zustände in der Nilrepublik betreffen. Darunter finden sich beispielsweise Belege, dass auch die US-Stellen wussten, dass Polizeibrutalität in Ägypten zum Alltag gehört, dass Notstandsgesetze missbraucht werden und dass das Regime einen christlichen Blogger wegen Kritik am Islam einsperrte.
Ein Vermerk spricht vom "Terror" Mubaraks gegen Blogger und Journalisten, ein anderer zitiert einen Informanten mit der Einschätzung, dass es bis zur Demokratie noch ein weiter Weg sei und dass das Militär die Machtfrage nach dessen Abgang regeln werde. Interessantes gibt es auch zu einem Staatsbesuch Mubaraks in den USA, zur militärischen Zusammenarbeit und zur besonderen Beziehung des ägyptischen Präsidenten zum Senator Joseph Lieberman. Andere Depeschen zeigen, wie sich Angehörige der Regierung "enttäuscht" über die amerikanischen Ansichten zu Menschenrechten zeigten, wieder andere, dass die Bevölkerung die Schuld am von ihrer Regierung verübten Unrecht auch den USA zuweist.
Die ägyptischen Behörden versuchen währenddessen ihre Staatsbürger dadurch von Informationen fernzuhalten, dass sie nicht nur den Zugang zum Internet, sondern auch zum Fernsehsender al-Dschasira erschweren. Der wiederum begegnete der Zensur mit einer Frequenzänderung und sendet nun via Nile Sat auf H 3/4 27500 11727. Bürgerrechtler außerhalb der arabischen Welt bombardieren währenddessen gerade Twitter mit Informationen zum freien Internetzugang und zum Schutz durch Anonymisierung: John Perry Barlow, einer der Gründer der Internet Frontier Foundation (EFF) empfiehlt den Ägyptern hierfür unter anderem Tor, Hotspot Shield, Ultra Surf und die DNS-Server 8.8.8.8 oder 8.8.4.4.
Aus: "Netzsperren reizen Whistleblower-Organisation" Peter Muehlbauer (28.01.2011) Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/8/149160
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« Reply #13 on: February 02, 2012, 09:57:38 AM » |
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[...] Wer von seinen Eltern noch im Jahr 1972 „Ansgar“ genannt wurde, der hat es von Anfang an nicht leicht. Stammt man zusätzlich auch noch aus Korschenbroich, dem Nachbarort von Grevenbroich, wo Horst Schlämmer als stellvertretender Chefredakteur des „Tagblatts“ tätig ist, dann ist die gebrochene Biografie bereits vorprogrammiert. Der junge Ansgar spielt die Bratsche, singt im Chor, interessiert sich für die Geschichte der Katholischen Pfarrgemeinde St. Andreas und liest gerne Biografien. Und es kommt, wie es kommen muss: Nach vier Jahren „Katholischer Grundschule Korschenbroich“ und einigen Jahren auf dem „Stiftischen Humanistischen Gymnasium Mönchengladbach“ folgt im Alter von 17 Jahren der unvermeidliche Eintritt in die Schüler Union. Ansgar Heveling rutscht daraufhin in die Szene der Berufspolitiker ab und es gibt keinen Halt auf der schiefen Bahn. Heute bekleidet er das Amt des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Stadtrat von Korschenbroich und vertritt seine Partei als Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Dort gehört er nicht nur dem Rechtsausschuss sondern auch der „Enquête-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft“ an. Letzteres, so dachten wohl die Redakteure des „Handelsblatt“, befähigt ihn, sich qualifiziert über den Kampf zwischen der digitalen Welt und dem realen Leben zu äußern: In einem Gastkommentar mit dem Titel „Netzgemeinde, ihr werden den Kampf verlieren!“ verewigt sich Heveling am 30. Januar und erregt damit schlagartig die Aufmerksamkeit der Digital Natives. Spätestens jetzt sollte es sich jeder für einige Minuten vor dem Rechner gemütlich machen und den Text von Heveling im „Handelsblatt“ genüsslich überfliegen. Es lohnt sich! ... Vor den Augen einer staunenden Öffentlichkeit zeichnet er seinen Entwurf eines bemerkenswerten Geschichts- und Weltbildes. Er nimmt uns an die Hand und führt uns in „die Gassen von Paris im Jahr 1789“. Hier erleben wir, wie sich die „bürgerliche Gesellschaft mit ihren Werten von Freiheit, Demokratie und Eigentum“ in „mühevoller Arbeit aus den Barrikaden der Französischen Revolution heraus geformt“ hat. Geleitet von einem einzigen Ziel: „der Idee des geistigen Eigentums“. Und wenn Heveling jetzt für den Schutz der Urheberrechte im Internet streitet und die bürgerliche Gesellschaft zum Kampf gegen die „digitalen Maoisten“, „die Herren der digitalen Ringe“, „die Helden von Bits und Bytes“ und „die Kämpfer für 0 und 1“ aufruft, dann sieht er sich in der direkten Nachfolge jener „Citoyen“, die sich einst gegen die „geistige Leibeigenschaften des Ancien Régime“ auflehnten. Die „digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen“ und „das Web 2.0 wird bald Geschichte sein“: Heveling skizziert die nahende Apokalypse und wirft in diesem Zusammenhang die Frage auf, „wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird“. ... donfurioso 1. Februar 2012 um 17:13 Konservative Hirne ticken anders. Sie sind von Angst vor Veränderung und Kontrollzwang geprägt. Das Kind Ansgar kann auf den Zuspruch der Netzgemeinde verzichten. Es hat seine Oma im Visier. Und die Oma kann er davon überzeugen, dass die Netzgemeinde etwas gegen Schiller hat. Um Ansgar zu bekämpfen, muss man seiner Oma erklären, dass PIPA Schiller kaputt machen würde. Mein Punkt: Die Wählerschaft wird immer älter, ängstlicher und konservativer. Also müssen wir von unserem digitalen Ross herunter steigen und auf Kaffeekränzchen vorsprechen, weil dort über unser Leben bestimmt wird.
Aus: "Ansgar Heveling: Das Ende der digitalen Gesellschaft" Jacob Jung (1. Februar 2012) Quelle: https://jacobjung.wordpress.com/2012/02/01/ansgar-heveling-das-ende-der-digitalen-gesellschaft/#more-4295-.- […] Die mediale Schlachtordnung der letzten Tage erweckt den Eindruck, wir seien im dritten Teil von „Der Herr der digitalen Ringe“ angekommen, und der Endkampf um Mittelerde stehe bevor. Das ist die Gelegenheit, schon jetzt einen vorgezogenen Nachruf auf die Helden von Bits und Bytes, die Kämpfer für 0 und 1 zu formulieren. Denn, liebe „Netzgemeinde“: Ihr werdet den Kampf verlieren. Und das ist nicht die Offenbarung eines einsamen Apokalyptikers, es ist die Perspektive eines geschichtsbewussten Politikers. Auch die digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen. Und das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird. … Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht! … Wir dürfen die Gestaltung der Zukunft nicht denen überlassen, die sich als digitale Avantgarde verstehen und meinen, sie wüssten, was das Beste für die Masse Mensch vor den Maschinen sei. Piraten sind jedenfalls dabei der schlechteste Ratgeber. Sie achten das Eigentum des anderen nicht, setzen ihr Wissen nur für den eigenen Vorteil ein, sind darauf bedacht, zusammenzuraffen, was sie von anderen kriegen können. Und offensichtlich sind Narzissmus und Nerdzismus Zwillinge. Natürlich soll niemandem verboten werden, via Twitter seine zweite Pubertät zu durchleben. Nur sollte man das nicht zum politischen Programm erheben. Jetzt haben wir noch die Zeit, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wir brauchen den Citoyen, dem Werte wie Freiheit, Demokratie und Eigentum auch im Netz am Herzen liegen.
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Aus: "Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!" Von Ansgar Heveling (30.01.2012) http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html-.- Für Frank Rieger ist die Attacke gegen die Netzgemeinde des CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt ein Aufruf zum Kulturkampf. Der Sprecher des Chaos Computer Clubs und Internetexperte nimmt den Fehdehandschuh gerne auf. ... Ansgar Heveling redet vom Netz als wäre es eine vorübergehende Modeerscheinung, geschaffen um den geistig-moralischen Bankrott des Abendlandes zu beschleunigen. Ich bin in „diesem Netz“ seit 1990 beheimatet. Damals gab es noch keine Webseiten, wie wir sie heute kennen und schon gar kein „Web 2.0“, vor dem Heveling aus unerfindlichen Gründen so viel Angst hat. Den ersten Webbrowser, den Ansgar Heveling wahrscheinlich als „das Internetprogramm“ kennt, gab es erst drei Jahre später. Seitdem hat sich das Netz für ganze Generationen zum zusätzlichen Sinnesorgan, zum Lebensort und Arbeitsplatz entwickelt. Mittlerweile haben dreißig Millionen Haushalte in Deutschland einen schnellen Internetzugang. Kaum jemand lebt noch gänzlich ohne Netz. Woher der Unionspolitiker seine „Mehrheit der realen Menschen“ halluziniert, die dem Netz feindseelig gegenüberstehen, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Vielleicht hinkt der Netzausbau in Hevelings heimatlichem Städtchen Korschenbroich dem allgemeinen Standard noch etwas hinterher. Ebenso bizarr mutet die Hevelingsche Idee an, das „geistige Eigentum“ wäre die wesentliche Kernerrungenschaft der bürgerlichen Revolution. ... Es war gerade der nicht mehr aufhaltbare Fluss an Ideen und Schriften und die Möglichkeit der anonymen Publikation von kritischen und aufrührerischen Gedanken, die das Fundament für die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit legten. Aber lassen wir die Rhetorik ein wenig hinter uns und kommen zum eigentlichen Anlass des Hevelingschen Kampfrufes. Wir stehen zweifelsohne als Gesellschaft vor der Frage, wie in Zukunft Autoren, Musiker und Filmemacher entlohnt werden sollen. Die Geschäftsmodelle des vorigen Jahrhunderts funktionieren immer weniger. Die Mittelsmänner – ob nun Labels, Verlage oder Verwertungsgesellschaften – sollten eigentlich dazu da sein, den Kreativen ihre Vermarktungssorgen abzunehmen und ihre Interessen zu vertreten. Stattdessen haben sie der Medienbranche den Weg in die Zukunft verbaut. Die Innovationen, mit denen heute Geld mit Inhalten im Netz verdient wird, kommen von Außenseitern, die folgerichtig nun ganze Segmente monopolisieren. Dass es die deutschen Verlage nicht schafften, den Vorteil der deutschen Buchpreisbindung zu nutzen und rechtzeitig eine gemeinsame, überzeugende Alternative zu Amazon und dem Kindle aufzubauen, ist einzig ihrer verblüffenden Kurzsichtigkeit, Inkompetenz und Halstarrigkeit geschuldet. Auch Apples durchschlagender Erfolg des iTunes-Stores beruht auf der gleichen simplen Erkenntnis wie Amazons E-Book-Erfolge: Die Nutzer zahlen durchaus für Inhalte, solange es billig, einfach und bequem ist und bruchlos funktioniert. Die deutsche Medienbranche sitzt vor dieser einfachen Wahrheit immer noch wie das Kaninchen vor der Technologie-Schlange – und ruft nach immer härterer gesetzlicher Gängelung der Nutzer. Die Frage der angemessenen Vergütung von Inhalten ist zweifellos eines der komplexesten Probleme, die durch Digitalisierung und Vernetzung aufgeworfen werden. Im Netz wurden dazu konkrete Vorschläge gemacht, zuletzt mit dem Modell der Kulturwertmark, das eine gleichmäßige, gerechte Beteiligung aller Nutzer mit innovativen Marktmechanismen kombiniert. Dabei gibt es kein Recht auf Reichtum durch Superstarsein mehr und auch die Profite der Mittelsmänner reduzieren sich auf ein ihrer tatsächlichen Arbeitsleistung und Rolle angemessenes Niveau. Aber unter diesen Prämissen ist es durchaus möglich, eine vernünftige, vielleicht sogar gerechte Vergütung für Kreative zu erzielen. Es ist nämlich mitnichten so, dass „das Netz“ vor allem aus Leuten besteht, die nur konsumieren, aber nichts beitragen wollen. Natürlich gibt es eine gewisse Demographie gerade junger Leute, die schlicht noch kein Geld für Mediennutzung haben und daher einfach alles downloaden. Wenn man diese jungen Menschen gängelt, ihnen Abmahnungen, Warnbriefe und Netzanschlusskündigungen androht, erreicht man jedoch vor allem eines: Sie lernen von kleinauf, die Medienindustrie als Gegner zu sehen, dem es nach Kräften zu schaden, zumindest aber auszuweichen gilt. Sie werden folgerichtig auch kein Geld für Inhalte mehr ausgeben, wenn sie dann welches verdienen und eigentlich durchaus bereit wären, für bequemeren und schnelleren Zugang zu den Werken zu zahlen. Aber gerade in Deutschland funktionieren Modelle wie Flattr, die auf die Bereitschaft der Nutzer, für gute Inhalte zu zahlen, setzen, schon überraschend gut. Sobald es eine direkte Beziehung zwischen Autor und Leser, zwischen Podcaster und Hörer und keine technischen Hürden für Download und Zahlung gibt, ist durchaus Zahlungsbereitschaft vorhanden. Unsere gesellschaftliche Aufgabe wäre es nun, jene Modelle weiterzuentwickeln, die die Technologierevolution nutzen, integrieren, auf der Welle der Veränderung reiten und einen guten Ausgleich zwischen den Interessen zu schaffen. Die Reaktion von Seiten der Medienindustrie auf diese Ideen und Angebote zur Diskussion: verstocktes Schweigen. Es gibt dort offenbar kein Interesse an einer vorwärtsgewandten Diskussion. Man glaubt immer noch durch „befreundete“ Politiker wie Ansgar Heveling, seine Besitzstände gegen die Nutzer und die Technologieentwicklung verteidigen zu können. Die aktuelle Strategie fußt auf zwei Komponenten. Im ersten Schritt soll ein „Warnmodell“ verankert werden, das nicht unähnlich dem offensichtlich grundgesetzwidrigen „Three-Strikes“-Sperrmodell – bekannt aus Frankreich – den Nutzer verwarnt, wenn er angeblich urheberrechtlich geschützte Inhalte im Netz teilt. Verkauft werden wird das Modell wohl als Verbesserung, da die derzeit üblichen hanebüchen teuren Abmahnschreiben der Anwaltskanzleien wegfallen sollen und stattdessen nur eine kostenlose „Warnung“ zugestellt wird. Der eigentliche Hammer kommt aber im nächsten Schritt: Das langfristige Ziel der Verwerter ist es, das Recht zu privatisieren und den von lästigen Wählern abhängigen Parlamenten zu entziehen. Sie wollen zukünftig die Internetanbieter dafür bezahlen oder sie anderweitig dazu nötigen, Anschlüsse von Nutzern, die mehr als zwei „Warnungen“ erhalten haben, im privatrechtlichen Wege zu kündigen. Eine gerichtliche Überprüfung einer solchen Praxis wäre vor hohe Hürden gestellt, ein dramatischer Präzedenzfall für die Aushöhlung des Rechtsstaats im Namen von Industrieinteressen gesetzt. Heveling ruft nun also als rhetorische Vorbereitung dieses neuen Vorstoßes „das Bürgertum“ zum offenen Kampf gegen „das Netz“. Die „Citoyens“ haben seinen Aufruf mehrheitlich auf iPads und Bildschirmen gelesen – ohne dafür zu zahlen – und kratzen sich leicht verwundert am Kopf. Die „Netzbewohner“ haben den Text jedoch als das verstanden, was er ist: ein Aufruf zum Kulturkampf. Angesichts der von der Medienindstrie offen gekauften internationalen Gesetzesvorstöße zur Kastration des Netzes wie Sopa, Pipa und ACTA wird es wohl auf diesen Kulturkampf hinauslaufen – falls nicht doch noch Vernunft einkehrt und die angebotenen Gesprächsfäden zu technologiebejahenden Vergütungsmodellen aufgenommen werden. Eines sollte auch Herr Heveling nicht vergessen: Dass für Inhalte gezahlt wird, ist eine freiwillige Aktivität der Nutzer. Jeder Cent Einnahmen der Industrie kommt aus den Taschen der Konsumenten. Wenn diese genug haben von Gängelung, Einschränkungen und Netzkastration kann sich diese Zahlungsbereitschaft auch schnell ändern. Ein Totalboykott von kostenpflichtigen Medienprodukten ist für viele Nutzer durchaus machbar, und „das Netz“ hat gezeigt, dass Massenmobilisierungen in kürzester Zeit funktionieren. Einer der bekanntesten Podcaster Deutschlands, der seinen Lebensunterhalt weitgehend aus den freiwilligen Zuwendungen seiner Hörer bestreitet, twitterte dann folgerichtig: „Kulturkampf? Könnt ihr haben.“ 31.01.2012, 21:29 UhrAnonymer Benutzer: loehnsberg
Lieber Herr Rieger,
genau wie Herr Heveling keine Ahnung vom Netz hat, scheinen Sie nichts von Ökonomie zu verstehen. Aber damit sind Sie leider nicht alleine. Viele (vor allem Fans der Piratenpartei) verfallen im Moment dem naiven Glauben, dass das Urheberrecht nicht mehr zeitgemäß sei. Die Argumente die dabei gegen die "Verwertungsindustrie" ins Feld geführt werden, weisen dabei starke Parallelen zu den Gedanken sozialistischer Politiker auf, wenn es um den "Kapitalismus" geht. Ihre Argumentation hat drei Schwachpunkte:
1. Sie differenzieren nicht zwischen Wissen, Kunst und Kommerz. Sie bringen die freie Verfügbarkeit von Wissen ins Spiel, die in Gefahr ist, wenn sich die "Industrie" durchsetzt, wobei es eigentlich in erster Linie um das Legalisieren von Kopien von Produkten der Unterhaltungsindustrie geht.
2. Sie unterschätzen das psychologische Signal einer Legalisierung der "Privatkopie". Sobald ich diese erlaube, werden viele Menschen, die heute ein schlechtes Gewissen dabei hätten, sich Filme zu kopieren, sich nichts mehr dabei denken, frei nach dem Motto "es ist legal, also ist es wohl erwünscht und schadet nicht." Die ökonomischen Konsequenzen für die Industrie, die davon lebt, digitale Konsumgüter zu produzieren, wären verheerend, da sie ihre Produkte theoretisch nur noch an genau eine Person verkaufen könnte.
3. Sie übersehen Opportunitätskosten. Das Argument der Piraten ist immer wieder, dass eine digitale Kopie kein Diebstahl sei, da keine Kosten anfallen. Das ist schlichtweg falsch. Natürlich entstehen keine direkten Kosten, aber Kosten durch entgangene Verkaufserlöse. Wenn ich die Schöpfer immaterieller Güter um ihre Erlöse bringe, senke ich deren Aussicht auf Profite und damit den Anreiz diese Güter zu schaffen.
01.02.2012, 18:16 UhrAnonymer Benutzer: Dex
Bands die ihre Songs ins Netz stellen? Geht es denn noch? Nicht mit der GEMA, die will nämlich Geld dafür sehen wenn man seine eigene Erzeugnisse frei ins Netz stellt (quasi den Künstler vor sich selbst und seinen Destruktiven Absichten schützen), und von "Creative Commons" wollen die schon gar nichts wissen: http://www.golem.de/news/vgs-versus-cc-lizenzen-doppelt-ueberkreuz-die-gema-und-creative-commons-1201-89453.html
Es gibt auch immer mehr Studien darüber, dass die böse "Piraterie" eigentlich sogar das Geschäft belebt, und dass unter anderem diese Leute viel mehr für ein Medium was sie lieben wie Musik, Film, Spiele oder was auch immer ausgeben als Otto Normalbürger, z.B. aus der UK: http://www.guardian.co.uk/music/2009/apr/21/study-finds-pirates-buy-more-music oder vor kurzem aus der Schweiz:http://www.forbes.com/sites/erikkain/2011/12/05/swiss-government-study-finds-internet-downloads-increase-sales/ oder auch mal welche die begraben werden von der Film-Industrie: http://www.geek.com/articles/geek-cetera/movie-industry-bins-report-proving-pirates-are-great-consumers-20110720/ , weil die Inhalte den Auftraggebern nicht gefallen und nicht dazu führen würden noch mehr Gesetze in Auftrag zu geben und Kontrolle aufzubauen. Währenddessen schaffen es andere Branchen wie z.B. der Spielemarkt durch Evolution und Innovation viele dieser Leute zu überzeugen und sogar aus einem Land wie Russland ihren bald größten Europäischen Markt zu schöpfen: http://www.industrygamers.com/news/valves-newell-steam-makes-piracy-a-non-issue/
Stattdessen werden von den anderen Industrien lieber Fantastilliarden an Schaden erfunden und Mütter und Tote Großmütter für mehrere Millionen verklagt während man Glücklich und fröhlich mit Scheuklappen durch die Welt stampft. Aber keine Sorge, ich denke das wird nicht mehr lang so gutgehen.
Aus: "Kulturkampf? Könnt ihr haben!" Frank Rieger (31.01.2012) Quelle: http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/eine-replik-auf-ansgar-heveling-kulturkampf-koennt-ihr-haben/6133880.html-.- [...] Cambridge - Die erste Lektion in Geschichte lautet: Wie die Welt für einen als Student begrifflich aufgeteilt ist, entspricht nicht unbedingt dem, wie die Welt später ist. Die Dinge ändern sich. Die Bündnisse ändern sich. Und manchmal – selten zwar, aber eben doch manchmal – gibt es in der Welt etwas Neues, das kritische Geister, besonders die Regierung, lernen müssen.
Der Politiker Ansgar Heveling erklärt uns, er sei ein „geschichtsbewusster Politiker“. Aber ich habe den Eindruck, er hat diese erste Historiker-Lektion vergessen. Denn den aktuellen Kampf um die Copyright-Gesetzentwürfe „Sopa“ (Stop Online Piracy Act) und „Pipa“ (PROTECT IP Act) in den USA interpretiert er wie eine Straßenschlacht in Paris um 1968. So wie er es darstellt, steht auf der einen Seite alles, was gut ist – nämlich die klassische liberale Gesellschaft.
Auf der anderen Seite steht alles erwiesenermaßen Falsche – will heißen: „Maoisten“. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Generation „digitaler Maoisten“ sich im Papierkorb der Geschichte wiederfindet, so wie alle anderen Maoisten-Generationen zuvor. Denn in der Auseinandersetzung zwischen denen, die „das Eigentum anderer achten“, und denen, die das nicht tun, stellt sich die Geschichte auf der Seite der Eigentums-Achtsamen. Und zwar immer.
Ein Hinweis auf Hevelings Unwissenheit liegt jedoch in einem einfachen Verweis auf einige der schärfsten Gegner von Sopa und Pipa. Keineswegs sprachen sich ausschließlich linke Demokraten wie die Abgeordnete Zoe Lofgren und der Senator Ron Wyden gegen die Gesetze aus. Das taten auch Republikaner aus dem rechten Flügel, etwa der Abgeordnete Darrell Issa, der Mehrheitsführer Eric Cantor und Senator Orrin Hatch. Das liegt daran, dass der Widerstand gegen Sopa/Pipa kein Widerstand gegen das Urheberrecht an sich war. Vielmehr war es ein Widerstand gegen ein „Copyright über alles“. Es ging um die Auffassung, dass der Wert eines Urheberrechtsschutzes (genauer gesagt: der Vorstellung des 19. Jahrhunderts von Urheberrecht) über alle noch so wichtigen verfassungsmäßigen und wirtschaftlichen Bedenken erhaben sei.
Sopa und Pipa waren ein beispielloser Griff nach der Macht, ausgehend von den Urheberrechts-verwertenden Branchen, die den Vereinigten Staaten (unter dem Kommando der genannten Branchen) eine noch nie dagewesene Macht verliehen, mutmaßliche Piraten-Sites zu zensieren. Die Regierung könnte mit ihrer Hilfe IP-Adressen sperren oder Domainnamen aus Internet-Domain-Diensten entfernen und dabei den Zensierten jegliche Chance verweigern, ihre Unschuld zu beweisen.
Im Namen des Ziels, „Piracy“ im Internet loszuwerden, hätten Sopa und Pipa lange bestehende Grundannahmen des amerikanischen (und deutschen) Rechts in ihr Gegenteil verkehrt. Und indem man die Zensoren der Regierung in die Infrastruktur der Domainnamenserver einbezogen hätte, hätten die Gesetze höchstwahrscheinlich auch die Sicherheit im Internet geschwächt und sein Potenzial für breit angelegte Innovationen untergraben.
In einem Satz: Diese Gesetze hatten keinerlei Verständnis für einen zentralen Punkt im deutschen Gesetz – die Verhältnismäßigkeit, auch bekannt als das Proportionalitätsprinzip. Und so kam es, dass sich als Reaktion auf diesen Extremismus zum ersten Mal in der modernen Geschichte eine breite Koalition von Linken, Liberalen und (einigen) Konservativen mit der Internet-Community vereinte, um dem Kongress zu sagen: „Es reicht!“
Es wird Zeit. Seit mehr als einer Dekade führen die Vereinigten Staaten die Welt in einen (weiteren) Krieg – den „Copyright War“, wie ihn viele nennen, oder, wie es der verstorbene Chef der Motion Picture Association of America immer nannte, seinen „Terrorist War“, einen Krieg, in dem die Terroristen offenbar unsere eigenen Kinder sind.
Dieser Krieg ist heillos gescheitert. Nicht weil Computer uns zu Maoisten gemacht haben, sondern weil die Architektur der Urheberrechts-Gesetzgebung, die jetzt dem Internet aufgezwungen wird, für ein völlig anderes Zeitalter und eine andere Technologie geschaffen wurde. Eine Strategie, Künstler zu entlohnen, indem man die „Kopien“ reglementiert, hat im digitalen Zeitalter so viel Sinn wie eine Strategie, Treibhausgase in den Griff zu bekommen, indem man das Atmen reglementiert. Die moderne Urheberrechts-Gesetzgebung ist nicht deswegen ein Fehlschlag, weil Urheberschutz ein Fehler ist, sondern weil wir im aktuellen technischen Umfeld Maschinen benutzen, die zum Schutz des Wertes eines Urheberrechts nicht geeignet sind.
Die passende Antwort auf dieses Scheitern besteht jedoch nicht in der Aufgabe der Urheberrechts-Gesetzgebung. Sondern sie besteht darin, das Urheberrecht zu aktualisieren, so dass es in einem digitalen Zeitalter einen Sinn hat, und ihm damit zu erlauben, seinem grundlegenden Zweck weiterhin zu dienen, ohne gleich das Internet zu zerstören: Künstler für ihre Kreativität zu entlohnen und damit die nötigen Anreize zu schaffen, die zumindest einige Urheber brauchen, um etwas zu erschaffen.
Zweifellos gab es in der Bewegung, die Sopa/Pipa gestoppt hat, auch einige, die das Urheberrecht abschaffen wollten. Aber nicht viele. Die überwältigende Mehrheit der Internetaktivisten, die jetzt ihren ersten echten Sieg errungen haben, steht hinter der Idee eines Urheberrechts, zumindest wenn es ordentlich aufgebaut ist. Sie erkennen an, dass das digitale Zeitalter nicht die Notwendigkeit gelöscht hat, Künstlern die Unabhängigkeit zu sichern, die ein Urheberrecht ihnen verschafft. Ebenso wenig hat es auf magische Weise das Risiko und die Ungewissheit ausgeschaltet, die große Kreativität hervorruft.
Das digitale Zeitalter hat jedoch die Art und Weise verändert, auf die das Gesetz wirkungsvoll den Zweck eines Urheberrechts durchsetzen kann. Wäre es in Amerika die politische Linie, vernünftige Politik um das Urheberrecht zu machen, hätten wir schon vor zehn Jahren damit begonnen, ein Urheberrecht zu entwerfen, das der digitalen Welt gerecht wird.
Das haben wir aber nicht. Stattdessen hat Hollywood nun schon seit beinahe 15 Jahren Gesetz nach Gesetz durch den Kongress getrieben, völlig fixiert auf die hoffnungslose Aufgabe, die digitale Kreativität zurück in das Modell des 20. Jahrhunderts zu zwingen. Mit jeder verlorenen Schlacht forderten sie größere Bomben. Die Copyright Wars sind zum Vietnam des Internet geworden, und amerikanische Politiker werden immer noch dazu gedrängt, einen effektiveren Krieg gegen „den Feind“ zu führen.
Wir Amerikaner sind soweit gekommen, uns auf die gescheitere, ausgewogenere Meinung unserer Verbündeten zu verlassen, die uns die Hoffnungslosigkeit in unseren hoffnungslosen Kriegen zeigen soll. Besonders in diesem Krieg, in dem die Verdorbenheit unseres politischen Systems es den Abgeordneten beinahe unmöglich macht, den Wahnsinn in den Vorschlägen der Lobbyisten zu erkennen – zumindest solange, bis das Internet einen Protest organisiert, der sie aufweckt.
Und tatsächlich: Die Grünen in Deutschland haben genau das begonnen, indem sie sich für eine „Kulturflatrate“ stark machen, und das ist nur einer von vielen Wegen, auf denen man den Interessen des Urhebers in der Umgebung des digitalen Zeitalters besser gerecht werden könnte. Wir brauchen mehr an solcher Unabhängigkeit. Nicht nur, um sicherzustellen, dass auch die nächste Generation von Innovatoren so frei Neuerungen einführen kann, wie es wie Microsoft und Google getan haben. Sondern auch, um die Grundidee des Urheberrechts zu schützen.
Denn selbst für mich ist es höchst erstaunlich, wie viel Zuspruch der entscheidende öffentliche Wert des Urheberrechts über die letzte Dekade verloren hat. Genau wie es viele auch über die Vereinigten Staaten sagen, liegt das nicht so sehr an den Argumenten der Herausforderer, sondern an den Reaktionen der Herausgeforderten. Man gewinnt nicht die Herzen der Menschen, indem man ihre Kinder verklagt. Es ist an der Zeit, dass die Verfechter des Urheberrechts die Waffen niederlegen und sich an die harte Arbeit machen, Urheberrechtsgesetze zu entwerfen, die die Öffentlichkeit wirklich mittragen kann.
Lawrence Lessig ist Professor für Rechtswissenschaft an der Havard-Universität und gilt als einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler der USA. Lessig setzt sich seit Jahren für eine Reform des Urheberrechts ein und ist Gründer der Creative-Commons-Initiative, die es Urhebern erlaubt, Werke im Internet unter weniger restriktive Bedingungen zu stellen als das klassische Copyright.
Aus: "Der Vietnam-Krieg des Internets" Lawrence Lessig (01.02.2012) Quelle: http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/copyright-war-der-vietnam-krieg-des-internets/6136040.html
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« Last Edit: February 02, 2012, 10:17:21 AM by Textaris(txt*bot) »
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Textaris(txt*bot)
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« Reply #14 on: March 12, 2012, 09:55:19 AM » |
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[...] Wir, die Netz-Kinder, die mit dem Internet und im Internet aufgewachsen sind, wir sind eine Generation, welche die Kriterien für diesen Begriff gleichsam in einer Art Umkehrung erfüllt. Es gab in unserem Leben keinen Auslöser dafür, eher eine Metamorphose des Lebens selbst. Es ist kein gemeinsamer, begrenzter kultureller Kontext, der uns eint, sondern das Gefühl, diesen Kontext und seinen Rahmen frei definieren zu können.
Indem ich das so schreibe, ist mir bewusst, dass ich das Wort "wir" missbrauche. Denn unser "wir" ist veränderlich, unscharf – früher hätte man gesagt: vorläufig. Wenn ich "wir" sage, meine ich "viele von uns" oder "einige von uns". Wenn ich sage "wir sind", meine ich "es kommt vor, dass wir sind". Ich sage nur deshalb "wir", damit ich überhaupt über uns schreiben kann.
... Wir sind mit dem Internet und im Internet aufgewachsen. Darum sind wir anders. Das ist der entscheidende, aus unserer Sicht allerdings überraschende Unterschied: Wir "surfen" nicht im Internet und das Internet ist für uns kein "Ort" und kein "virtueller Raum". Für uns ist das Internet keine externe Erweiterung unserer Wirklichkeit, sondern ein Teil von ihr: eine unsichtbare, aber jederzeit präsente Schicht, die mit der körperlichen Umgebung verflochten ist.
... Für uns ist das Netz eine Art externe Festplatte.
... Die Teilnahme am kulturellen Leben ist für uns keine Beschäftigung für den Feiertag. Die globale Kultur ist der Sockel unserer Identität, wichtiger für unser Selbstverständnis als Traditionen, die Geschichten unserer Ahnen, sozialer Status, die Herkunft oder sogar unsere Sprache. Aus dem Ozean der kulturellen Ereignisse fischen wir jene, die am besten zu uns passen ...
Aus: "Wir, die Netz-Kinder" Von Piotr Czerski Übersetzung: Patrick Beuth, Andre Rudolph (23.02.2012) Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-02/wir-die-netz-kinder/komplettansichthttp://www.netzpiloten.de/2012/02/24/wir-die-netz-kinder/
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« Last Edit: May 10, 2012, 04:04:50 PM by Textaris(txt*bot) »
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