Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
   
Offline
Posts: 5999
Subfrequenz Board Quotation Robot
|
 |
« on: June 08, 2005, 12:05:29 PM » |
|
[...] Änderungsschneiderei mit Schokoladennamen verärgert Kraft Foods
Eine in Frankreich lebende Schneiderin mit Vornamen Milka beschäftigt die Rechtsabteilung des Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods. Der Inhaber der allseits bekannten Schokoladenmarke verklagt die gebürtige Kroatin Milka Budimir auf Schadensersatz sowie die Herausgabe der Domain milka.fr. Budimir nutzt die Adresse, um für ihre Änderungsschneiderei "Milka Couture" Werbung zu machen.
Bereits seit zwei Jahren versucht Kraft Foods die 58-jährige Unternehmerin aus der französischen Ortschaft Bourg-lès-Valence zum schmelzen zu bringen und die Herausgabe der Domain zu erzwingen. Milka sei eine geschützte Marke mit großem Renommee, argumentiert der Schokoladenhersteller. Budimir schwäche mit ihrer nicht autorisierten Verwendung des Namens "Milka" die Unterscheidungskraft des Markenzeichens. Anstatt jedoch vor dem Konzern in die Knie zu gehen, will Budimir Kraft Foods die Stirn bieten. Aufgrund einer Marke soll jemandem verboten werden, seinen Vornamen zu benutzen - das ist so, als könnte man seine Tochter heute nicht mehr Mercedes nennen, bemerkte Budimirs Anwalt Gérard Haas. Quelle: markenbusiness.com / MarkenNews (21.12.2004) http://www.markenbusiness.com/de/news.php?newsid=1793[...] Als Eigner der Schokoladenmarke Milka will Kraft Foods der 58- jährigen Französin die Internet-Homepage milka.fr streitig machen. Der US-Konzern fordert von der Schneiderin aus dem südfranzösischen Département Drôme 3500 Euro Schadenersatz und 3000 Euro Anwaltskosten. Die Beklagte erklärte vor Gericht, ihr Sohn habe ihr die Website 2001 zu Weihnachten geschenkt. Budimir warf dem Konzern vor, ihr seit zwei Jahren das Leben schwer zu machen. Dafür will sie mit 100 000 Euro entschädigt werden. Die Anwältin von Kraft Foods warf Budimir vor, sie habe die Website mit dem Ziel eingerichtet, aus dem Markennamen Milka Profit zu ziehen. Die Schneiderin hingegen machte geltend, sie habe wegen des «unglaublichen Drucks», der von dem Konzern seit zwei Jahren ausgeübt werde, gesundheitliche Probleme. Darüber hinaus finde sie es herabwürdigend, dass ihr Vorname mit dem Markenzeichen der Schokolade, einer lila Kuh, in Verbindung gebracht werde. Sie lehnte es ab, sich eine neue Website mit dem Kürzel milkacouture.fr einrichten zu lassen. Quelle: Tages-Anzeiger Online "Milka gegen Milka" (31.01.2005) http://www.tagi.ch/dyn/news/vermischtes/462226.html
|
|
|
|
« Last Edit: November 28, 2007, 10:07:40 AM by lemonhorse »
|
Logged
|
|
|
|
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
   
Offline
Posts: 5999
Subfrequenz Board Quotation Robot
|
 |
« Reply #1 on: June 08, 2005, 01:44:11 PM » |
|
Die französische Schneiderin Milka Budimir darf im Internet nicht mehr mit www.milka.fr für ihren Schneiderladen in Valence werben. Ein Gericht in Nanterre bei Paris hat am Montag der Klage des "Milka-Schokolade"-Herstellers Kraft Foods Recht gegeben und der Schneiderin die weitere Nutzung dieses Markennamens verboten. "Hier hat bedauerlicherweise das Markenrecht über das Persönlichkeitsrecht gesiegt", sagte Gérard Haas, der Anwalt der "tapferen Schneiderin", die sich jahrelang gegen die Vorwürfe des Nahrungsmittelkonzerns zur Wehr gesetzt hatte. Sie hatte im Gegenzug 15.000 Euro Schadenersatz von dem US-Multi verlangt, weil ihr Vorname auf jeder lila Kuh der Schokoladenmarke stehe. Das empfand sie als Image-Schädigung ihres Namens. Die Schneiderin hatte die Internetadresse milka.fr nach Angaben ihres Rechtsanwalts von ihrem Sohn zu Weihnachten 2001 eingerichtet bekommen. Erst 2002 habe Kraft Foods das Recht auf diese Internetadresse beantragt. Frau Milka "hat nur diesen einen Vornamen und ihre Geschäft 'Milka Couture' ist seit 1988 unter diesem Namen eingetragen, sagte Haas. Auch in Deutschland hat Kraft Foods bereits im Streit um lila eingefärbte Keks-Tüten vor Gericht gesiegt. (dpa) / (tol/c't) Aus: "Markenname Milka siegt gegen Frau Milka" (14.03.2005 17:12) http://www.heise.de/newsticker/meldung/57505
|
|
|
|
« Last Edit: November 28, 2007, 10:07:56 AM by lemonhorse »
|
Logged
|
|
|
|
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
   
Offline
Posts: 5999
Subfrequenz Board Quotation Robot
|
 |
« Reply #2 on: June 09, 2005, 10:44:54 AM » |
|
Der US-Suchmaschinenbetreiber Google geht juristisch gegen den Inhaber der Domain Froogles.com vor. Google klagt nach US-Medienberichten, weil Froogles.com versuche, mit seinem Internetshop vom Erfolg des Google-Produktportals Froogle zu profitieren. Auch wenn Froogles.com vor dem Google-Portal Froogle.com gestartet sei, lehne sich der Shop absichtlich an das Namenselement "oogle" an.
Im Sommer vergangenen Jahres hatte Google bereits erfolglos versucht, vor einem Schiedsgericht der Internet- und DNS-Verwaltung ICANN seine Sichtweise durchzusetzen, nach der Froogles.com das Warenzeichen von Google verletze. Die ICANN-Schiedsstelle hatte entschieden, dass sich der Name des Shopping-Portals eindeutig von dem der Suchmaschine unterscheide. Froogles.com gehört dem Geschäftsmann Richard Wolfe und ist seit März 2001 online. Wolfe seinerseits bezichtigt Google, mit der im Dezember 2002 eröffneten Produktsuche Froogle gegen sein schon zwei Jahre zuvor angemeldetes Warenzeichen zu verstoßen. (tol/c't) Aus: "Google verklagt Froogles" (20.04.2005 ) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/58789
|
|
|
|
« Last Edit: November 28, 2007, 10:08:11 AM by lemonhorse »
|
Logged
|
|
|
|
|
lemonhorse
|
 |
« Reply #3 on: May 25, 2006, 10:08:05 AM » |
|
[...] Der amerikanische Künstler Don Steward wurde Anfang des Jahres vom Autokonzern VW abgemahnt, weil er einen Beetle aus Insekten gezeichnet hatte. Der Amerikaner Charles Smith bekam Post von Wal-Mart, nachdem er mit seiner Bad-Taste Kampagne „Walocaust - Die Welt ist unser Arbeitslager“ auf Geschäftspraktiken der Supermarktkette aufmerksam gemacht hatte. Stewart und Smith wurde Markenschädigung vorgeworfen. Beide beharrten jedoch auf ihr Recht zur freien Meinungsäußerung.
[...] Die Richter des Supreme Court urteilten damals, die bloße Vermutung, der Markenname eines Dritten schade dem Namen einer berühmten Marke, sei nicht ausreichend. Die Verwässerung müsse vielmehr bewiesen werden. Die Beweislast wurde damit den Rechteinhaber auferlegt. Große Markenartikler zweifelten daraufhin an der Durchsetzbarkeit ihrer Markenrechte und setzten sich für eine Änderung des Federal Trademark Dilution Act ein. Heraus kam H.R. 683. Das neue Gesetz wurde von Senat und Abgeordnetenhaus bereits gebilligt und wird nun einer letzten Prüfung unterzogen, bevor es dem Präsidenten zur Unterschrift vorgelegt wird.
Die Electronic Frontier Foundation, eine Nonprofit Organisation, die sich für den Schutz digitaler Urheberrechte einsetzt, bezeichnete die neue Regelung als den „Traum einer großen Firma“. Anwälte könnten Geschäftsleute und Einzelpersonen wegen des Gebrauchs von Worten, Bildern oder Farben verklagen, die denen einer berühmten Firmenmarke ähnlich seien. Und das ohne beweisen zu müssen, dass der Firma wirklich ein Schaden entstehe, heißt es. Auch andere Organisationen, wie Public Citizen, die American Library Association, Public Knowledge oder die Professional Photographers of America protestieren gegen den Gesetzentwurf. Die American Property Lawyer Association und die International Trademark Association weisen jedoch Vorwürfe zurück, nach denen die neue Regelung Rede- und Kunstfreiheit einschränke.
Wie das Gesetz ausgelegt wird und welche Konsequenzen es nach sich zieht, wird die Rechtssprechung in jedem Fall erst im Laufe der Zeit zeigen.
Aus: "Änderung im amerikanischen Markenrecht provoziert Proteste - Freie Meinungsäußerung in Gefahr?" Quelle: http://www.markenbusiness.com/de/news.php?newsid=3547
|
|
|
|
« Last Edit: November 28, 2007, 10:08:38 AM by lemonhorse »
|
Logged
|
|
|
|
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
   
Offline
Posts: 5999
Subfrequenz Board Quotation Robot
|
 |
« Reply #4 on: December 05, 2006, 12:04:47 PM » |
|
[...] (Hannover, 3. 12. 2006) In der vom ZDF ausgestrahlten und von Johannes B. Kerner moderierten Sendereihe "Unsere Besten" dürfen die Zuschauer über eine Rangfolge der besten deutschen Sportler, Schauspieler, Reiseorte, Schlagerlieder, Erfindungen, Bücher und mal auch der "größten Deutschen" abstimmen. Vorbild ist die britische Sendung 100 Greatest Britains der BBC. Die Reihe ist mit 15 bis 23 Prozent Marktanteil in der Gesamtbevölkerung recht erfolgreich. In der stark umworbenen Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen liegt er jedoch deutlich darunter.
In einer Satire auf eine großflächig geschaltete Anzeigenkampagne des ZDF hatte das Internetmagazin Sopos.org eine solche Anzeige persifliert: Unter Verwendung des ZDF-Logos wird statt des Konterfeis Konrad Adenauers oder Mozarts ein Bild vom Reichsparteitag der Nazis in Nürnberg gezeigt, das mit der Unterschrift versehen ist: "Ohne das Zweite sieht man besser, warum es ohne Deutschland besser ist."
Marcus Hawel, Redakteur des Online-Magazins, promovierter Soziologe und hauptberuflich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leibniz-Universität Hannover, erläutert: "Das ZDF stellt mit der Sendung eine positive Kontinuität einer deutschen Nation her, in der die Zeit des Nationalsozialismus nur als Betriebsunfall erscheint. Hier wird eine neue Normalität der deutschen Nation konstruiert, die die Lehren der deutschen Geschichte vergisst." Die Sendung ist auch dafür in die Kritik geraten, dass ausgerechnet europäische Geistesgrößen wie die Österreicher Wolfgang Amadeus Mozart und Sigmund Freud, der Elsässer Albert Schweitzer sowie der im polnischen Toruñ geborene Nikolaus Kopernikus, um dessen nationale Zugehörigkeit schon im 19. Jahrhundert gestritten wurde, für "Deutschland" vereinnahmt werden. "Das ZDF erträumt sich offenbar noch heute einen großdeutschen Kulturraum von der Maas bis an die Memel, den es historisch nicht gegeben hat und dessen versuchte Zusammenfassung im nationalen Rahmen so viel Schrecken über die Welt gebracht hat. Der Albtraum von einem Großdeutschland, wie ihn die Nationalsozialisten geträumt haben", so Hawel weiter, "gehört ein für alle Male der Vergangenheit an."
Dass eine solche Kritik dem ZDF nicht gefällt, leuchtet ein. Hinzu dürfte kommen, dass etwa von der Google-Bildersuche die Karikatur des Online-Magazins noch vor der Seite des ZDF gelistet wird. Überraschend ist jedoch, dass deren Betreibern nun ausgerechnet eine Markenrechtsverletzung vorgeworfen wird: Durch die Tutzinger Rechtsanwaltskanzlei Bettina Krause hat das ZDF am 23.11.2006 das Internetmagazin abgemahnt. Das ZDF genieße einen umfassenden Schutz am Titel "Unsere Besten", wenn nicht sogar den Schutz einer bekannten geschäftlichen Bezeichnung. Die Abbildung verunglimpfe die ZDF-Werbekampagne in unzulässiger Weise. Das Internetmagazin verstoße gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Außerdem stünden aufgrund der zu den Plakaten des ZDF identischen Gestaltung urheberrechtliche Aspekte im Raum. Neben Unterlassungsansprüchen werden auch Schadenersatzansprüche geltend gemacht. Der Streitwert ist mit 100.000 Euro von den Anwälten des ZDF sehr hoch, die Frist ist hingegen sehr knapp gesetzt: Die Betreiber sollten bis zum 1. Dezember eine umfassende Unterlassungserklärung unterzeichnen.
"Hier wird unter dem Deckmantel des Marken- und Urheberrechts versucht, kritische Stimmen mundtot zu machen. Natürlich eckt Kritik an. Täte sie das nicht, wäre sie nutzlos.
[...] Obwohl die Rechtslage zugunsten Sopos.org eindeutig ist, haben die Betreiber des Internetmagazins die Satire aus dem Netz genommen. Als Privatpersonen wären sie finanziell nicht in der Lage, einen Prozeß mit einem Streitwert in Höhe von 100.000 Euro durchzustehen.
Aus: "http://www.sopos.org/pressemitteilung.php" Pressemitteilung: ZDF mahnt Satireseite ab | Das ZDF hat durch eine Tutzinger Rechtsanwaltskanzlei das Internetmagazin Sopos.org für die Erstellung einer Satire abgemahnt. Vorgeworfen wird den Betreibern des Magazins u.a. eine Markenrechtsverletzung (Stand: 05.12.2006) Quelle: http://www.sopos.org/pressemitteilung.php-.- [...] Mit Kanonen sollte man nicht auf Spatzen schießen. Das hat weder Stil noch macht es Sinn. Doch dem ZDF ist dies offenbar egal. Die große öffentlich-rechtliche Sendeanstalt hat jetzt nämlich das im Vergleich zu ihr doch eher kleine sozialistische Internetmagazin Sopos.org abgemahnt, weil es eine Anzeigenkampagne des Senders persifliert hat. Vorgeworfen wird den Betreibern der Netzseite unter anderem eine Markenrechtsverletzung. Und der Streitwert ist von den Anwälten des Senders mit 100.000 Euro ungewöhnlich hoch angesetzt worden. Stein des Anstoßes ist ein Bild, das eine ZDF-Anzeige für die von Johannes B. Kerner moderierte populäre Sendereihe Unsere Besten karikiert. In dieser Show dürfen die Zuschauer abstimmen über eine Rangfolge der besten deutschen Sportler, Schauspieler, Schlagerlieder, Erfindungen, Bücher und eben auch der "größten Deutschen". Statt wie das ZDF mit Bildern von Adenauer oder Mozart für die Wahl der "größten Deutschen" zu werben, sieht man bei Sopos.org unter Verwendung des ZDF-Logos ein Bild vom Nazi-Reichsparteitag in Nürnberg - mit der Unterschrift: "Ohne das Zweite sieht man besser, warum es ohne Deutschland besser ist." Ohne Zweifel eine harte, allerdings satirisch vorgetragene Kritik. [...] Das ZDF betont dagegen, dass es einen umfassenden Schutz am Titel " Unsere Besten" genieße. Und die satirisch verfremdete Abbildung verunglimpfe ihre Werbekampagne in unzulässiger Weise. Damit verstoße das Internetmagazin gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Außerdem stünden aufgrund der zu den Plakaten des ZDF identischen Gestaltung urheberrechtliche Aspekte im Raum. [...] Ach neeee... Von astrachanschaf (4. Dezember 2006 14:18) Ist das wieder ein Kindergarten. Punkt 1) Bei mir rührt sich angesichts des Slogans von der sopos kein Lachfältchen. Ist mir zu plump. Punkt 2) Die ZDF-Sendung ist schlimmster Massenbullshit für bildungsferne. Diesem Machwerk als Ziel die Etablierung eines neuen großdeutschen Kulturraums zwischen Mass und Memel zu unterstellen, ist aber irgendwie auch lächerlich. Ich glaub, da verschluckt sich jemand gehörig an zu großen Worten. Punkt 3) Mit der Sendung ist eigentlich schon reichlich Schabernack getrieben worden (von wegen kleine Österreicher mit Schnautzbart zur Wahl stellen). Das ist nun wirklich ein alter Hut. Punkt 4) Mit Markenrechtsklagen gegen die Seite vorzugehen ist so furchtbar plump und peinlich, dass es echt weh tut. Man fragt sich immer wieder (Medien & Politik), wie so viele Dumme es geschafft haben können, so weit zu kommen. http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11735472&forum_id=109200[...] Zuviel der Ehre Von Johannes (4. Dezember 2006 16:45) Ich bin mir ziemlich sicher, daß die oh so beißend-böse Kritik eines Haufens von Altstalinisten dem ZDF ziemlich am Buckel vorbeigeht. Man wird nur etwas dagegen haben, daß eine Sendung des ZDF mit den Zielen dieses Vereins in Verbindung gebracht wird, und genau so lautet ja auch die Begründung des ZDF. Finde ich völlig nachvollziehbar, ob damit juristischer Erfolg verbunden ist, weiß ich nicht, aber ich würde es auch zumindest versuchen, wenn die Lage unklar ist. Genauso könnte ich eine Reaktion des ZDF nachvollziehen, wenn Scientology eine "Satire" auf die Sendung mit Ron L. Hubbard als größtem Deutschen herausbringen würde. http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11736887&forum_id=109200Naja Heinrich Möller (4. Dezember 2006 17:21) Naja, wenn man sich auf den Seiten ein wenig umschaut, stellt man schnell fest, dass die Leuts zumindest keine Stalinisten sind. Jedenfalls grenzen sie sich von solchen gründlich ab. So heißt es z. B. in deren »Arbeitsprogramm« http://www.sopos.org/aufsaetze/3978af9dd4996/1.phtml »Wer am Sozialismus festhält, muß sich abgrenzen, um für sich eine klare und realistische Position jenseits von Stalinismus und sozialdemokratischen Reformismus zu gewinnen. [...] http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11737170&forum_id=109200Herz-Jesu-Fernsehen Von misr (4. Dezember 2006 18:01) Johannes schrieb am 4. Dezember 2006 16:45 > Ich bin mir ziemlich sicher, daß die oh so beißend-böse Kritik eines > Haufens von Altstalinisten dem ZDF ziemlich am Buckel vorbeigeht. Deswegen der hohe Streitwert, klar. > Man wird nur etwas dagegen haben, daß eine Sendung des ZDF mit den > Zielen dieses Vereins in Verbindung gebracht wird, und genau so > lautet ja auch die Begründung des ZDF. Das wird zweifelsfrei passieren, der arme und ungebildete Datenreisende könnte doch glatt annehmen, das Herz-Jesu-Fernsehen toleriere politisch Linke. Nie und nimmer! (ich bewundere Deinen Scharfsinn, ganz großartig!) > Finde ich völlig nachvollziehbar, ob damit juristischer Erfolg > verbunden ist, weiß ich nicht, aber ich würde es auch zumindest > versuchen, wenn die Lage unklar ist. Genauso könnte ich eine Reaktion > des ZDF nachvollziehen, wenn Scientology eine "Satire" auf die > Sendung mit Ron L. Hubbard als größtem Deutschen herausbringen würde. Ja, klar, vollständig nachvollziehbar. Altstalinisten, Juden, Muslime, RTL-Mitarbeiter – alle wollen sie unser schönes Herz-Jesu-Fernsehen aus Mainz in den Dreck ziehen. Schlimm, schlimm… Schön, dass es Menschen wie Dich gibt! http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11737526&forum_id=109200Aus: "ZDF gegen Online-Magazin Sopos.org" Ernst Corinth (TP; 04.12.2006) Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24134/1.html
|
|
|
|
|
Logged
|
|
|
|
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
   
Offline
Posts: 5999
Subfrequenz Board Quotation Robot
|
 |
« Reply #5 on: April 09, 2008, 11:05:19 AM » |
|
[...] Das im schlesischen Chorzow ansässige Kinderhilfswerk "Fundacja Gražyny Malecha" sammelt seit sieben Jahren Geld, Schulbücher und Kleidung für Kinder aus bedürftigen Familien. Geworben hat die Stiftung dafür stets mit dem Slogan "Dodaj dzieciom skrzydel", auf Deutsch: "Verleih’ Kindern Flügel". Der Aufruf ist Teil eines comicartigen Logos, auf dem ein Kind mit Papierdrachen in der Hand zu erkennen ist. Dieses Bild prangt samt Werbespruch auf T-Shirts und - unter Beteiligung eines Lebensmittelherstellers - auf Süßigkeiten und Saftpackungen. Doch Ende vergangenen Jahres meldete sich der österreichische Energy-Drink-Hersteller Red Bull bei der Stiftung und verlangte, auf den Slogan zu verzichten. Präsidentin Gražyna Malecha sah dies nicht ein: "Wir hatten zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre erfolgreich mit unserem Slogan gearbeitet. Warum sollten wir ihn ändern?", sagt sie der Süddeutschen Zeitung. Jetzt hat die Firma gegen den Missbrauch des Slogans beim Polnischen Patentamt in Warschau Widerspruch eingelegt. Im Gegenzug hat die Kinderstiftung auf ihrer Website eine Unterschriftenaktion gestartet - in der Hoffnung, landesweiter Protest könnte weitere juristische Folgen abwenden. [...] Red Bull-Sprecherin Christina Sponer sagt zum aktuellen Streit: "Wir hatten der Organisation am 19. März angeboten, ihr die Marke unentgeltlich für ihre Charity-Aktivitäten zu lizenzieren." Darauf sei die Stiftung aber nicht eingegangen, sondern habe eine Entschädigungsforderung in Höhe von einer Million Euro gestellt, die wiederum aus österreichischer Sicht "nicht akzeptabel" sei. Gražyna Malecha behauptet gegenüber der SZ, nichts von dieser Forderung zu wissen, spricht aber von einem Angebot seitens Red Bull: Für eine einmalige Zahlung von 4000 Euro sollte das Kinderhilfswerk die Rechte an seinem Slogan aufgeben. "Was sind 4000 Euro für ein Hilfswerk? Gar nichts!", sagt sie empört. Die Situation scheint also verfahren zu sein. Anwalt Henrich Börjes-Pestalozza berichtet, solche Fälle könnten sich "jahrelang hinziehen". Es komme am Ende darauf an, wer den längeren Atem habe. Die Fundacja Gražyny Malecha wohl kaum: Sie kann sich einen Prozess gegen einen Großkonzern nicht leisten. 08.04.2008 12:00:52
Individuum:
Tja, das nennt man wohl "Corporate Social Responsibility" à la Red Bull. Und um zu beweisen, dass man es mit der gesellschaftlichen Verantwortung ernst meint, steckt man dann Hunderttausende in eine PR-Kampagne zur Aufbesserung des ramponierten Images.
04.04.2008 09:14:20
benjib:
Für mich hört sich das nach einem Schuss ins eigene Bein für Red Bull an. In Polen läuft sogesehen eine große Anti-Red-Bull-Kampagne, aus der Red Bull letztlich nur als Verlierer herausgehen kann, auch wenn sie ihre ach so heilige Marke schützen. Außerdem: Was spricht dagegen sich die Marke mit einem Kinderhilfswerk zu teilen? Bessere Publicity kann man doch gar nicht machen.
Naja, ich drücke dem polnischen Kinderhilfswerk mal die Daumen und hoffe, daß in Polen wegen dieses Streits weniger Menschen das 'eklige Gesöff' von Red Bull trinken.
Aus: "Markenrechte: Red Bull: Kampf um das geflügelte Wort" Von Philipp Jedicke Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/516/167037/
|
|
|
|
|
Logged
|
|
|
|
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
   
Offline
Posts: 5999
Subfrequenz Board Quotation Robot
|
 |
« Reply #6 on: April 10, 2008, 10:37:48 AM » |
|
[...] Was damals klein und quasi privat begann - auf einem Treckeranhänger spielte 1990 eine Cover-Band vor etwa 50 Zuschauern die Stücke des Meisters - hat sich mittlerweile zum weltgrößten Festival zappaesker Musik entwickelt. Doch ob diese Veranstaltung, die vom 15. bis 18. August 2008 zum 19. Mal in Bad Doberan stattfinden wird, weiterhin "Zappanale" heißen darf, darüber wird seit Mittwoch vor dem Landgericht Düsseldorf verhandelt. Gail Zappa, die Witwe des Musikers, verlangt nicht nur 250.000 Euro, damit die Zappanale ihren Namen behalten darf, auch auf dem Logo des Festivals sieht sie ihre Rechte verletzt. Es zeigt Zappas markanten Schnauzer mit dem Unterlippenbärtchen und diesen Bart hat sich die Witwe markenrechtlich schützen lassen. Die streitenden Parteien sind der von der Witwe 2002 gegründete "Zappa Family Trust" und der gemeinnützige Verein "ARF Society", der 1993 zur "Förderung der zeitgenössischen Musik der 60er-Jahre ins Leben gerufen wurde. Schon 1990 - noch zu Lebzeiten Frank Zappas - haben die Veranstalter die erste "Zappanale" durchgeführt und sich den Namen schützen lassen. Sie sehen deshalb gute Chancen vor Gericht: "Wir sind der Meinung, dass wir die älteren Namensrechte besitzen", so der Präsident und Sprecher der "ARF Society", Thomas Dippel. Mit zwei Widersprüchen beim Bundespatentamt ist Gail Zappa in der Vergangenheit bereits gescheitert. Mit einer Entscheidung des Gerichts, ob es sich bei der Zappanale um die erlaubte Huldigung eines Idols oder um kommerzielle Ausschlachtung zur Gewinnerzielung handelt, ist so rasch allerdings nicht zu rechnen. Ein Urteil wird es nach Gerichtsangaben voraussichtlich erst in einigen Monaten geben. Das Gericht ließ in einer ersten Stellungnahme zu Prozessbeginn aber durchblicken, dass es der Klage kaum Chancen einräume. "Were only in it for the money" - diesen Titel eines Zappa-Albums von 1968 hat die Witwe Gail wohl so sehr verinnerlicht, dass sie sich nichtkommerziell ausgerichtete Würdigungen gar nicht mehr vorstellen kann. Die "Zappanale" unterdessen hat noch nie Gewinne erzielt, wird von ehrenamtlichen Helfern organisiert und fuhr 2002 sogar einen Verlust von 150.000 Euro ein, der nur durch Privatspenden der Vereinsmitglieder aufgefangen werden konnte. Einladungen zum Festival hat die Witwe bis dato stets ausgeschlagen, auch zur Aufstellung einer Zappa-Büste auf dem Marktplatz von Bad Doberan erschien sie, anders als zwei Geschwister des Musikers, nicht. Da ihr die Büste nicht gefällt, verlangt sie vor Gericht auch deren Entfernung; beim Line-up der Bands, die auf dem Festival spielen, verlangt sie ebenfalls Mitspracherecht. Kein Wunder also, das von den tausenden Zappatisten, die zur "Zappanale" anreisen, einige gegen eine Witwenverbrennung nichts wirklich einzuwenden hätten. Eine Petition im Internet, die den "Zappa Family Trust" zum Rückzug seiner Klagen und Schikanen auffordert, wurde mittlerweile von knapp 2.500 Unterzeichnern signiert. 09.04.2008 20:44 Uhr: Von Baron Guy de Rothschild:
Keine Ahnung!
Da hätte der Jungautor Matthias Bröckers mal richtig recherchieren müssen, immerhin das A und O des klassischen Journalismus. Frau Zappa will keine Kohle, sprich keine 250000 Euro um für den Namen des Festivals zu kassieren. Sie will, dass der Name ihres Mannes nicht genutzt wird und klagte auf Unterlassung. Bei Zuwiderhandlung soll eine Strafe in Höhe der 250000 erfolgen. Also, ist die Witwe nicht geldgeil, sondern möchte nur mitreden, wer mit dem Namen von Zappa, ihres Mannes Veranstaltungen druchführt oder diesen nutzt. Das ist per se nicht anrüchig. Ich hasse es, Informationen lesen zu müssen, die schlicht falsch sind.
Aus: "Zappa-Witwe klagt gegen deutsches Festival: Ausschlachtung eines Idols" VON MATHIAS BRÖCKERS (10.04.2008) Quelle: http://www.taz.de/1/leben/musik/artikel/1/ausschlachtung-eines-idols/?src=AR&cHash=234de455ad-.- [...] Die Witwe Zappas hatte im vergangenen November Klage erhoben gegen die Veranstalter der „Zappanale“. Zuvor hatte sie den Musikfans einen Forderungskatalog zukommen lassen, den diese als inakzeptabel ablehnten. Gail Zappa hatte zur Bedingung für ihre Zustimmung zur „Zappanale“ gemacht, die künstlerische Leitung des Festivals zu übernehmen. [...] Ein halbes Dutzend der von den Juristen kühl als „interessierte Verkehrskreise“ bezeichneten Zappa-Fans war zu der rund einstündigen Verhandlung nach Düsseldorf gekommen. Geduldig lauschten sie den verschlungenen Erörterungen zu Markennamen, Fragen der Verwirkung einer Klage, zu „postmortalem Persönlichkeitsrecht“ oder zum Charakter einer amerikanischen Internet-Domain als „Marktplatz“ für kauffreudige deutsche Zappa-Anhänger. Einfacher scheint nach dem Stand der Verhandlung der Streit um Zappas Bart zu lösen zu sein: Das von der Familie vermarktete Logo mit den Bart-Konturen und das Signum der deutschen Fans seien kaum verwechselbar, meinte die Richterin. Auf den deutschen Fan-Artikeln und CDs gleiche Zappas haariger Gesichtsschmuck in seiner „Schrägstellung“ eher einem Vogel. R.Schüttert (10.04.2008 06:10) Trade Mark Einfach peinlich: Frank Zappa's Konturen also gehören seiner Witwe, wenn's nach ihr ginge. Und "John Lennon is a trade mark of Yoko Ono". Ich finde es wirklich peinlich wie wenig diese Witwen an das Weiterleben ihrer Ex-Gatten in den Herzen ihrer Fans interessiert sind. Stattdessen wollen sie postmortem kontrollieren wer wann wie den Namen in den Mund nimmt.
Aus:"Frank Zappa: Witwe verklagt deutschen Fanclub" ala/dpa (09.04.08) Quelle: http://www.focus.de/kultur/musik/frank-zappa-witwe-verklagt-deutschen-fanclub_aid_269102.html
|
|
|
|
|
Logged
|
|
|
|
|