INPOL-neu ist das bundesländerübergreifende Informationssystem der Polizei beim Bundeskriminalamt, das 2003 das veraltete System INPOL ablöste. INPOL-neu ist als Verbunddatei aufgebaut. Das Verbundsystem besteht aus den beiden Bereichen: INPOL-zentral beim Bundeskriminalamt und das bei der jeweiligen Landespolizei betriebene System INPOL-Land (oft auch als POLAS oder POLIS bezeichnet). ...
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Kosten:
Die mangelhafte Abstimmung zwischen Bund und Ländern kostete den Steuerzahler rund 50 Millionen Euro[5]. Der Bundesrechnungshof hat die Kosten für INPOL-neu auf etwa 60 Millionen Euro beziffert.
Laut dem Magazin Focus sollen (unter Berufung auf BKA-Insider) mindestens 140 Millionen Mark zu den vorgesehenen Kosten von 100 Millionen Mark hinzugekommen sein.[6]
Inhalte, Aufbau, Aufgaben:
Alle wichtigen Meldungen über Straftaten und Straftäter, die nicht nur lokalen oder regionalen Charakter haben, werden in INPOL-neu gespeichert.
Beispielsweise werden Angaben über Straftäter, Kriminalakten, Fälle und Haftstrafen gesammelt und gespeichert.
Über INPOL-neu werden zwei Datenbanken zur Verfügung gestellt: eine für kriminalpolizeiliche Recherchen sowie eine Datei für Standardanfragen. Neben einer schnellen und unkomplizierten Bewältigung polizeilichen Anwendungen sollen auch Querbezüge zwischen mehreren Tatverdächtigen, Tatorten und -waffen möglich sein.
INPOL-neu soll auch automatisiert Beziehungsgeflechte zwischen gesuchten Personen, Gegenständen und offenen Fällen herstellen können.[7]
Das System ermöglicht Anfragen, beispielsweise für eine Funkstreife vor Ort oder bei einer Grenzkontrolle an einem deutschen Flughafen zu folgenden Fragestellungen: Wer wird gesucht? Wonach wird gefahndet? Besteht ein Haftbefehl? Fahndet das Ausland? Liegt der Verdacht der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation vor? Ist das Fahrzeug gestohlen?
Zu den Aufgaben und Funktionen von INPOL-neu gehören:
* Fahndungssystem
* Informations- und Recherchesystem
Zugriffe, Datenaustausch und Datenübermittlung:
Der Zugriff auf INPOL-neu erfolgt entweder über die spezifische Zugangssoftware AGIL (genauer: über die in der Arbeitsgruppe INPOL-Land abgestimmte Software) oder unmittelbar über das Vorgangsbearbeitungssystem des Bundeslandes.
Angeschlossen an INPOL-neu sind:
* das Bundeskriminalamt (BKA),
* die Landespolizeien mit ihren Polizeidienststellen,
* die Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz) und
* die Zollbehörden.
Die Mitarbeiter dieser Behörden haben unterschiedliche Zugriffe auf INPOL-neu. Der unterschiedliche Zugang zu der Datenbank soll über hierarchische Zugangsberechtigungen geregelt sein, sodass nicht jeder Nutzer jede Information erhalten kann.
Der weitaus größte Teil der insgesamt in INPOL-neu verarbeiteten Daten stammt aus der Anbindung der bei den Länderpolizeien betriebenen Datenbanken.
Über INPOL-neu existiert der Zugriff auf nationale und internationale Datenbestände:
* Schengener Informationssystem (SIS)
* Europäisches Informationssystem (EIS) bei Europol
Zudem besteht die Möglichkeit für unmittelbaren Zugriff auf polizeiexterne Datenquellen:
* Zentrales Verkehrsinformationssystem (ZEVIS) beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg
* Ausländerzentralregister (AZR) beim Bundesverwaltungsamt (BVA) in Köln
Daten und Fakten:
Von 270.000 Arbeitsplätzen[8] in ganz Deutschland können Polizisten auf INPOL-neu zugreifen. Im Idealfall ist jeder polizeiliche Arbeitsplatz angeschlossen.
Die INPOL-Personenfahndungsdatei beinhaltete Ende 2006[9] u. a. folgende Bestände:
* 628.200 Festnahmeersuchen
* 178.200 Ausschreibungen zur Aufenthaltsermittlung
In der INPOL-Sachfahndungsdatei sind etwa 10,66 Mio. Gegenstände erfasst, die wegen eines möglichen Zusammenhangs mit Straftaten gesucht werden. In der Sachfahndung enthalten sind etwa:
* 4.500.000 Ausweispapiere, Führerscheine usw.
* 811.000 Fahrräder
* 225.000 Schusswaffen
* 176.500 Personenkraftwagen
Im April 2001[10] waren
* 790.000 Personenfahndungen, davon 580.000 auf Ausweisungsverfügungen gegen untergetauchte Ausländer gespeichert.
In der Sachfahndungsdatei waren 2001 rund 8 Millionen Gegenstände erfasst, die im Zusammenhang mit Straftaten standen:
* 3,6 Millionen verschwundene Ausweispapiere
* 1 Million Fahrräder
* 160.000 gesuchte Schusswaffen
* 40.000 Lastwagen
* 37.000 Krafträder
Technik:
Das Bundeskriminalamt verfügt über insgesamt zehn HP/UX-Server mit insgesamt mehr als 20 CPUs und mehr als 20 Gigabyte Arbeitsspeicher. Daran hängen, laut Auskunft eines Entwicklers, „etliche Terabyte an Plattenkapazität“.[1]
Aus Kunden-Referenzen und Profilen ist bekannt, dass u.a. folgende Systeme und Technologien eingesetzt werden bzw. wurden:
* HP-UX 11.0
* Oracle 8i (Oracle Parallel Server, OPS) - RDBMS
* MC/ServiceGuard
* EMC²-Storage
* Omniback (Datensicherung)
* Application Server BEA Weblogic; BEA Tuxedo
* Java, Swing, JavaBeans
* XML
* CORBA
* Sun Solaris
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Aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/INPOL-neu# Datum der letzten Bearbeitung: 8. Januar 2010, 12:33 UTC
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