COMMUNICATIONS LASER #17
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Author Topic: [Handy Hintertüren ("Vodafone-Gate", etc...)]  (Read 5328 times)
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« on: February 23, 2006, 04:06:07 PM »

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[...] Von einem "neuen Watergate", "Greek-Gate" oder "Vodafone-Gate" sprechen griechische Medien. Vom Juni 2004 bis zum März 2005 wurden mehr als 100 Handys von Spitzenpolitikern, Journalisten, Rechtsanwälten, Polizeifunktionären und Bürgerrechtlern abgehört.

[...] Seither ermittelt die Justiz unter strengster Geheimhaltung. Nennenswerte Ergebnisse förderte man nicht zutage. Premier Karamanlis wird scharf kritisiert, weil er es mehr als zehn Monate nicht einmal für nötig gehalten hatte, die Führer der Oppositionsparteien oder den Staatspräsidenten zu informieren.

Unklar ist noch immer, wer hinter der Abhöraktion steckt.

[...] Nun wird auch der mysteriöse Selbstmord eines 39-jährigen "Vodafone"-Angestellten untersucht. Er erhängte sich nur zwei Tage, nachdem die illegale Software in seiner Firma entdeckt wurde.


Aus: "'Vodafone-Gate' erschüttert Griechenland - Premier Karamanlis bildete Regierung nach dem Auffliegen des Abhörskandals um" (DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2006)
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=2344905
« Last Edit: July 17, 2007, 11:09:55 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: April 05, 2006, 02:33:01 PM »

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[...] Neben den Handys des Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis und seiner Frau Natascha, vier weiterer Kabinettsmitglieder und führender Militärs hörten die unbekannten Lauscher auch das Autotelefon des Chefs des griechischen Geheimdienstes EYP und die Mobiltelefone fast der gesamten Polizeiführung ab. Das räumte der Minister für öffentliche Ordnung, Jorgos Voulgarakis, jetzt vor einem Parlamentsausschuss ein.

Die griechische Regierung hielt den Fall fast ein Jahr geheim – um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wie es offiziell heißt. Erst als eine Athener Zeitung vergangene Woche den Skandal aufdeckte, bestätigte Regierungssprecher Theodoros Roussopoulos den Vorgang.

Unterdessen kommen der betroffene Netzbetreiber Vodafone und sein Vorstandschef Jorgos Koronias immer stärker in die Kritik. Wie Justizminister Anastassios Papaligouras sagte, hatten Techniker des Unternehmens die Spyware, mit der 103 Vodafone-Mobilfunkanschlüsse abgehört wurden, bereits am 4. März 2005 entdeckt. Warum Koronias erst am Abend des 10. März das Büro des Ministerpräsidenten informierte, ist bisher unbeantwortet. Unklar ist auch, wie sich die unbekannten Lauscher Zugang zu den Vodafone- Computern verschaffen konnten und warum Koronias die Spyware eigenmächtig abschalten ließ, statt zunächst die Staatsanwaltschaft zu informieren.

Der Justizminister bestätigte auch, es gebe „unbeantwortete Fragen“ im Zusammenhang mit dem Tod eines leitenden Vodafone-Softwaretechnikers. Der 39-Jährige war am 9. März 2005 erhängt in seiner Wohnung aufgefunden worden. Verwandte und Freunde äußern Zweifel, dass es sich, wie seinerzeit von Gerichtsmedizinern angenommen, um Selbstmord handelte.

Wer hinter der Abhöraktion steckt, ist bisher unklar. Griechische Medien spekulieren über eine mögliche Verwicklung amerikanischer Dienste. Rekonstruieren konnten die Ermittler anhand der Verbindungsdaten immerhin, dass sich die 14 für die Abhöraktionen benutzten Handys alle bewegungslos in einem Gebiet in Athen befanden, das von drei Mobilfunk-Antennen begrenzt wird. Ziemlich genau im Mittelpunkt dieses Dreiecks befindet sich die Botschaft der USA. Deren Stellungnahme zu der Abhöraffäre ist ebenso knapp wie nichts sagend: „No comment“. Nikos Athanassakis, Sprecher der sozialistischen Opposition, zieht indes das Fazit: „Die Regierung Karamanlis kann die Sicherheit der griechischen Bürger nicht garantieren.“

Aus: "Lauschangriff auf die griechische Regierung - Die Handys prominenter Politiker wurden im Olympiajahr von Unbekannten monatelang abgehört" Von Gerd Höhler, Athen
Quelle: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/10.02.2006/2344274.asp
« Last Edit: October 16, 2007, 12:20:54 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #2 on: April 05, 2006, 02:45:12 PM »

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[...] «Flexispy» nennt sich eine neue Software für Mobiltelefone, die alle Aktivitäten auf dem Gerät überwacht. Erhältlich für «Symbian»-Handys und demnächst auch für Blackberry-Geräte wird das Programm als Werkzeug für Eltern vermarktet - aber auch zur Überwachung untreuer Ehepartner.

Hersteller ist der Anbieter Vervata aus dem thailändischen Bangkok - er verkauft die Software für rund 50 Dollar über das Internet. Gespeichert werden unter anderem die Rufnummern geführter Telefonate, abgeschickte SMS sowie Internet-Verbindungen. Der Benutzer kann diese Informationen dann auf einer von Vervata angebotenen Website abfragen, zu der nur der Kunde Zugang hat, wie die Firma verspricht.

Sicherheitsunternehmen wie der finnische Anti-Viren-Spezialist F-Secure stufen die Software allerdings als Trojaner ein - weil der Gerätebesitzer von der Überwachung nichts merkt.

Aus: "Software überwacht Handys" (NZ; 30. Mär 2006 16:49)
Quelle: http://www.netzeitung.de/internet/389864.html
« Last Edit: October 16, 2007, 12:21:11 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #3 on: July 03, 2006, 09:05:37 AM »

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[...] Costas Tsalikides, Leiter der Software-Entwicklung und der Netzwerkplanung bei Vodafone Griechenland, hatte sich im März 2005 in seinem Badezimmer erhängt. Einen Tag zuvor wurden bei Vodafone umfangreiche Abhörvorrichtungen entdeckt. Laut ADAE steht sein Tod in direktem Zusammenhang mit den Vorgängen. Auch eine weibliche Technikerin des Infrastruktur-Providers Ericsson soll in die Sache verwickelt sein.

106 Mobiltelefone waren während der Olympischen Spiele in Athen in 2004 von den Abhörmaßnahmen betroffen, doch die implementierte Technik war in der Lage, 4.000 Anschlüsse zu observieren, so der ADAE-Bericht weiter. Das Vodafone-Management sei zudem in der Lage gewesen, seit ihrer Aktivierung am 10. August 2004 die Abhöraktivitäten zu entdecken. "Es gab aber keine Reaktion von dem Unternehmen", so die ADAE weiter. Die Manager der Landestochter des britischen Konzerns hatten im Gegenteil nach der Aufdeckung der Konspiration eilig versucht, alle Spuren des illegalen Codes zu beseitigen.

Der Untersuchungsbericht war den Landesbehörden nach viermonatigen Ermittlungen übergeben worden. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage für weitere Ermittlungen und die Strafverfahren gegen die Verdächtigen. "Der Bericht enthält Indizien, die, wenn man sie ernsthaft weiterverfolgt, auch zu den Drahtziehern und Hintermännern der gesamten Operation führen werden", sagte ADAE-Chef Andreas Lambrinopoulos.

In den Skandal, der zum ersten Mal im Februar ruchbar wurde, sollen insgesamt 33 Vodafone-Beschäftigte verwickelt sein. 14 verdeckte Mobiltelefone dienten als Auslösegerät, um Telefongespräche in einer zentralen Datenbank zu erfassen. Die Geräte wurden per SMS aus mindestens sieben ausländischen Staaten gesteuert, darunter Großbritannien, Australien und aus den Vereinigten Staaten. Das Abhörnetzwerk war zweimal aktiviert worden: In der Zeit von August bis September 2004 und zwischen Oktober und März 2005, bei der Entdeckung der Vorrichtungen.

Vodafone hat jeden Kommentar zu dem ADAE-Bericht abgelehnt. (as)


Aus: "Abhörskandal: Namen der Verantwortlichen bei Vodafone Griechenland benannt
Management wusste Bescheid - lehnt Kommentar ab" (Sonntag, 02.07.2006, 19:26)
Quelle: http://de.internet.com/index.php?id=2043884&section=Marketing-News

« Last Edit: October 16, 2007, 12:21:39 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #4 on: August 22, 2006, 12:35:46 PM »

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[...] Investigations into the alleged suicides of both Adamo Bove and Costas Tsalikidis raise questions about more than the suspicious circumstances of their deaths. They point to politicized, illegal intelligence structures that rely upon cooperative business executives. European prosecutors and journalists probing these spying networks have revealed that:

    * The Vodaphone eavesdropping was transmitted in real time via four antennae located near the U.S. embassy in Athens, according to an 11-month Greek government investigation. Some of these transmissions were sent to a phone in Laurel, Md., near America's National Security Agency.

    * According to Ta Nea, a Greek newspaper, Vodaphone's CEO privately told the Greek government that the bugging culprits were "U.S. agents." Because Greece's prime minister feared domestic protests and a diplomatic war with the United States, he ordered the Vodafone CEO to withhold this conclusion from his own authorities investigating the case.

    * In both the Italian and Greek cases, the spyware was much more deeply embedded and clever than anything either phone company had seen before. Its creation required highly experienced engineers and expensive laboratories where the software could be subjected to the stresses of a national telephone system. Greek investigators concluded that the Vodaphone spyware was created outside of Greece.

    * Once placed, the spyware could have vast reach since most host companies are merging their Internet, mobile telephone and fixed-line operations onto a single platform.

    * Germany's Federal Intelligence Service, BND, recently snooped on investigative journalists. According to parliamentary investigations, the spying may have been carried out using the United States's secretive Bad Aibling base in the Bavarian Alps, which houses the American global eavesdropping program dubbed Echelon.

Were the two alleged suicides more than an eerie coincidence? A few media in Italy -- La Stampa, Dagospia and Feltrinelli, among others -- have noted the unsettling parallels. But so far no journalists have been able to overcome the investigative hurdles posed by two entirely different criminal inquiry systems united only by two prime ministers not eager to provoke the White House's wrath. In the United States, where massive eavesdropping programs have operated since 9/11, investigators, reporters and members of Congress have not explored whether those responsible for these spying operations may be using them for partisan purposes or economic gain.


From: "Two Strange Deaths in European Wiretapping Scandal" By Paolo Pontoniere and Jeffrey Klein, New America Media. Posted August 19, 2006.

Source: http://www.alternet.org/story/40485

« Last Edit: October 16, 2007, 12:21:53 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #5 on: September 21, 2006, 09:01:18 AM »

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[...] Die bis heute unbekannten Lauscher klinkten sich per Software-Modifikation nur in ein einziges Handynetz ein: Der griechischen Vodafone-Tochter droht in der Folge laut der Telekom-Aufsicht ADAE ein Bußgeld von bis zu 170 Millionen Euro. Ein ADAE-Sprecher warf dem Konzern laut dem "Guardian" vergangene Woche anhaltend mangelnde Kooperationsbereitschaft vor: Zunächst soll Vodafone die Spionage-Software sofort nach der Entdeckung gelöscht haben, was die Rückverfolgung der Täter verhinderte, anschließend und bis heute soll das Unternehmen bei der Aufklärung des Skandals mauern.

Sollte Vodafone sein Verhalten in der Sache nicht ändern, dürften die Lauscher wohl auf ewig unbekannt bleiben, da sie äußerst raffiniert vorgingen: Sie nutzten schlicht die in die Telefon-Server von Ericsson integrierte Abhörfunktion - die Vodafone Griechenland pikanterweise gar nicht bestellt hatte, aber offensichtlich einfach mitgeliefert bekam.

Die Lauschschnittstelle, eigentlich nur für autorisierte Strafverfolgungsbehörden gedacht, ist wiederum keine reine Erfindung von Ericssons Netzwerksparte, stattdessen beruht sie auf Richtlinien der europäischen Normungs-Organisation ETSI (European Telecommunications Standards Institute).

In der ETSI-Arbeitsgruppe Lawful Interception (gesetzlich legitimierte Überwachung) werden die nötigen Schnittstellen von Geheimdiensten und Herstellern definiert - eine Praxis, die von Datenschützern wegen mangelnder Kontrollmöglichkeiten schon lange kritisiert wird.

Die Ereignisse in Griechenland illustrieren nun recht plastisch, wie die standardisierten Mithörschnittstellen missbraucht werden können: Durch die eingeschleuste Software wurden sie immer dann aktiviert, wenn eines der Ziel-Handys verwendet wurde, und die Gespräche auf Wertkarten-Handys umgeleitet. Vodafone Griechenland will denn Fall derzeit nicht kommentieren, hat aber angekündigt, im Zweifelsfall gegen das von der ADAE angekündigte Bußgeld durch alle Instanzen zu klagen.


Aus: "ABHÖRSKANDAL - Vodafone droht 170-Millionen-Bußgeld" Von Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler (SPON; 20. September 2006)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/telefonkultur/0,1518,438072,00.html

« Last Edit: October 16, 2007, 12:22:50 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #6 on: December 04, 2006, 01:22:28 PM »

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[...] Die Mikrofone von Mobiltelefonen können von Polizei und Geheimdiensten aktiviert werden, um Gespräche der Besitzer zu belauschen. Das wurde jetzt im Rahmen von Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI gegen die Genovese-Familie, eine der einflussreichsten Gruppen in der Mafia, öffentlich bekannt. Laut einem aktuellen Bericht des US-Branchendienstes 'CNet' wurde der Einsatz des als "Roving Bug" bezeichneten Verfahrens vom Justizministerium genehmigt.

Durch die pflichtgemäße Veröffentlichung von Gerichtsdokumenten des US-Bezirksrichters Lewis Kaplan wurde bekannt, dass die FBI-Ermittler das Handy von John Ardito, einem der Oberhäupter der Mafia in den USA, aktivierten und dessen Gespräche mit seinem Anwalt belauschten. Kaplan hatte entschieden, dass der Einsatz von "Roving Bug" durch die US-Gesetzgebung abgedeckt ist.

Den Angaben des Gerichts zufolge kann die Technik auch genutzt werden, wenn das Mobiltelefon abgeschaltet ist. Viele Handys, wie beispielsweise Modelle von Nokia, fahren bei Deaktivierung lediglich in einen Stand-by-Modus, der beispielsweise die Reaktivierung bei einem eingestellten Weckalarm ermöglicht. Sicherheit vor fremden Lauschern besteht damit erst, wenn der Akku entfernt wurde.

Laut Abhör-Experte James Atkinson können Samsung-Handys und das Motorola Razr leicht mit einer Hintertür versehen werden, über die das Mikrofon aktiviert wird. Aber auch Handys, die von Nextel mit zusätzlicher Software versehen wurden, sind angreifbar. Physischer Zugriff auf die Geräte wird dabei nicht benötigt. (ck)


Aus: "Handy-Mikrofone können aus der Distanz aktiviert werden - FBI belauschte Mafia-Oberhaupt über dessen Mobiltelefon" (de.internet.com; 02.12.2006)
Quelle:  http://www.de.internet.com/index.php?id=2046552&section=Security

« Last Edit: October 16, 2007, 12:24:21 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #7 on: December 19, 2006, 12:50:55 PM »

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[...] Die griechische Datenschutzbehörde hat Vodafone Hellas erstinstanzlich mit 76 Millionen Euro Bußgeld abgestraft. Grund: Fahrlässiger Umgang mit der ETSI-Überwachungsschnittstelle, Equipment: Ericsson. In Folge wurden der Ministerpräsident und praktisch die gesamte Regierung ein Jahr lang abgehört. Ach ja, und einen Toten gab es dabei auch. Ein leitender Techniker von Vodafone.gr hat sich erhängt.


Aus: "GR: Der Fluch der ETSI-Schnittstelle" (quintessenz.org; 2006-12-18T20:28:49)
Quelle: http://www.quintessenz.org/d/000100003765

-.-

Quote
[...] Zehn Monate nach Bekanntwerden eines Abhörskandals in Griechenland ist das griechische Mobiltelefonie-Unternehmen Vodafone zu einer Strafe von 76 Millionen Euro verurteilt worden. Vodafone habe seine Kunden nicht ausreichend vor Abhöraktionen durch Unbekannte geschützt, teilte die für Fernmeldegeheimnisse zuständige Behörde am Donnerstagabend mit.

Zudem habe das Unternehmen verspätet die Behörden benachrichtigt, obwohl es Beweise gefunden habe, dass zwischen 2004 und 2005 die Handys Dutzender Menschen - darunter auch des griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis und einiger Minister - abgehört wurden, wie das staatliche Fernsehen weiter berichtete. Vodafone-Griechenland kündigte an, gegen das Urteil juristisch vorgehen zu wollen.

Der Lauschangriff hatte im Februar 2006 landesweit Schlagzeilen gemacht. Unklar ist bis heute, wer hinter der Aktion stand. Eine Untersuchungskommission des griechischen Parlaments kam in den vergangenen Monaten zu keinem Ergebnis.


Aus: "76 Millionen Euro Strafe für Vodafone in griechischem Abhörskandal" (14. Dezember 2006)
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=2696713

« Last Edit: July 02, 2007, 02:38:10 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #8 on: February 02, 2007, 10:05:49 AM »

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[...] Über Internetanbieter wie trackyourkid.de und mister-vista.de können Eltern ihre Kinder über deren Handys orten und damit jederzeit kontrollieren, wo sie sich aufhalten. Voraussetzung für den Dienst ist, dass sich der Nutzer anmeldet und von dem zu ortenden Handy eine SMS-Kurzmitteilung schickt. Danach findet der Anbieter über den jeweiligen Mobilfunk-Sendemast das zu ortende Telefon - laut Anbieter-Homepage zwischen 50 und 300 Meter genau.

Dem NDR-Bericht zufolge schließen die Anbieter selbst Missbrauch nicht aus. Allein bei trackyourkid.de seien rund 25.000 Kunden angemeldet. Natürlich sei es auch schon vorgekommen, dass ein eifersüchtiger Ehemann das Handy seiner Partnerin geortet habe, wurde ein namentlich nicht genannter Firmensprecher zitiert.

Wenn in den nächsten Jahren die meisten Handys mit dem Satellitenortungssystem GPS ausgerüstet sind, wird auch metergenaues Orten technisch problemlos möglich sein.


Aus: "HANDY-ORTUNGSDIENSTE: Datenschützer warnt vor Missbrauch" (02. Februar 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,463814,00.html

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« Reply #9 on: February 12, 2007, 12:02:30 PM »

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[...] Da die Infizierung mit dem HandyTrojaner via SMS vonstatten geht, müssen die Ermittler das Gerät selber nicht in ihren Besitz bekommen. Für die gezielte Infektion muss lediglich die Handynummer des Opfers bekannt sein. Die Belauschten sollen von der Modifizierung ihrer Mobilfunktelefone zur tragbaren Wanze nichts mitbekommen - die Benutzeroberfläche sieht so aus wie immer. Ausnahmen gibt es nicht, der Trojaner soll auf jeglichen Handytypen funktionieren. Selbst verschlüsselte Geräte, bei Politikern und Managern häufiger in Gebrauch, sollen vor dieser Form der Datenspionage nicht sicher sein.

[...] Meldungen über Handyviren, Trojaner und Sicherheitslücken im Mobilfunkbereich gingen in der Vergangenheit tatsächlich leider nur sehr sporadisch durch die Medien. Die Gründe dafür liegen auf der Hand - welche ermittelnde Behörde oder Detektei hat schon Lust, sich bei der Arbeit so detailreich auf ihre Finger schauen zu lassen? Auch die Hersteller können an der Veröffentlichung von solch umfangreichen Sicherheitslücken ihrer Geräte kein Interesse haben. Die mobile Überwachung funktioniert nur dann pefekt wenn sich die Abzuhörenden mit ihren Geräten völlig sicher fühlen.


Aus: "Hack per SMS Handytrojaner verwandelt jedes europäische Mobiltelefon in eine Wanze" (11. Februar 2007)
Quelle: http://www.gulli.com/news/hack-per-sms-handytrojaner-2007-02-11/

« Last Edit: July 02, 2007, 02:38:47 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #10 on: July 15, 2007, 05:06:54 PM »

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[...] Mitschnitte von Handytelefonaten, Kurznachrichten sowie die protokollierten Verbindungsdaten stehen den polizeilichen Ermittlungsbehörden in der Verbrechensbekämpfung offen – einen entsprechenden richterlichen Beschluss vorausgesetzt. Doch einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge geht die Polizei noch einen Schritt weiter und manipuliert Mobiltelefone derart, dass sie unbemerkt von deren Besitzer als Wanze zur Abhörung eingesetzt werden können.

Über Funksignale sei es den Kriminalbehörden möglich, die Freisprecheinrichtung des Handys aus der Ferne zu aktivieren, um Geräusche aus dessen unmittelbarer Umgebung mitzuschneiden – solange der Besitzer sein Gerät eingeschaltet habe. Dabei bewegen sich die polizeilichen Ermittler noch im Rahmen der Gesetzgebung, denn die Strafprozessordnung erlaubt den Einsatz beliebiger technischer Mittel für Abhörmaßnahmen.

Laut Experten ist es beispielsweise möglich, Handys derart zu programmieren, dass sie in einen scheinbar ausgeschalteten Zustand wechselten, bei dem Display und Lautsprecher deaktiviert sind, im Hintergrund aber die Mobilfunkverbindung aufrecht erhalten bleibt. Insbesondere in enger Kooperation mit dem jeweiligen Mobilfunkprovider seien für die Ermittlungsbehörden solche Manipulationen leicht zu bewerkstelligen. Aber auch der Zugang durch andere drahtlose Schnittstellen wie Bluetooth, WLAN und Infrarot, über die Schadsoftware wie etwa Trojaner eingeschleust werden können, machten ein Handy grundsätzlich unsicher.

Quote
15. Juli 2007 15:00
Für Wirtschaftsspione ein alter Hut...
Unca Scrooge (199 Beiträge seit 14.09.01)

Das Handys so manipuliert werden können, ist doch bekannt. Viel
interessanter - gerade für die Wirtschaftsspionage - ist das Abhören
von normalen Telefonen. Die werden so gut wie nie vom Stromnetz
getrennt. Beim Handy kann man sich sicher fühlen, sobald man den Akku
rausnimmt.

Quote
15. Juli 2007 16:33
Was erwartet Ihr eigentlich?
oxnoxo (mehr als 1000 Beiträge seit 23.01.02)

Das ein Handy prinzipiell leicht(!) in eine Abhörvorrichtung
verwandelt werden kann, ist keine Neuheit mehr. Ich habe bereits vor
einigen Jahren dazu Artikel gelesen. In einigen Fällen soll das durch
bloßes senden einer sepziellen SMS funktioniert haben. Würde mich
nicht wundern, wenn diese plumpe MEthodik verfeinert wurde.

Das pervertierte an der Sache ist nicht einmal so sehr, das die
Polizei das kann und auch tut. Pervers ist, das die Betroffenen davon
i.d.R. nichts erfahren. Ferner wage ich zu bezweifeln, das es legal
ist, ein Handy derart zu benutzen - denn zwischen "Abhören" und
"Abhören" gibt es Unterschiede.

Ich selbst nutze das Handy, das mir mein Arbeitgeber zur Verfügung
stellt, als Wecker. Das bedeutet: Es liegt in meinem Schlafzimmer.
Prinzipiell könnten also Onanisten unter den Polizisten wunderbar
mithören, wenn ich gerade mit meiner Freundin eine Matrazenschlacht
führe. Ein eindeutiges Eindringen in den Kernbereich privater
Lebensführung. Selbst für die Platzierung klassischer Wanzen sind den
Strafverfolgungsbehörden Grenzen gesetzt, die sie durch die
Zweckentfremdung von Handys prinzipbedingt nicht einhalten können. Es
obliegt der Willkür der Lauscher, ob sie zu Spannern werden oder
rechtzeitig abschalten - wobei die Defintion von "Rechtzeitig" recht
subjektiver Natur ist.

Worüber sich allerdings Handyfreaks mal Gedanken machen sollten, ist
die Tatsache, das eben nicht nur die Polizei Handys zu Wanzen machen
kann, sondern grundsätzlich jeder, der weiß, wie es geht - und das
sind zumindest noch einmal Geheimdienste, Hersteller und ggf.
Netzbetreiber.

Es würde mich ferner nicht wirklich wundern, wenn auch die anderen
Zusatzfunktionen der Handys ferngesteuert werden könnten. Ganz vorne
dabei natürlich die eingebaute Kamera. Zar ist sie mittlerweile bei
vielen Geräte auf der Rückseite angebracht - jedoch kann man dadurch
immerhin noch einen Teil des Umfeldes des Telefonierers erfassen und
so die Lokalisierung ggf. erleichtern.

Insg. sollte sich jeder mal Gedanken machen, ob ständige
Erreichbarkeit überhaupt so erstrebenswert ist. Ich finde: Nein! Denn
wenn man genötigter Weise die mobilen Gespräche mithört, dann sind
diese überwiegend dummes Gefasel der Art "Hallo Schatz, ich bin
gerade in der U-Bahn. Der Empfang ist gleich weg... Lass' uns doch
mal später telefonieren" oder "Hei Du... Ich bin gerade im Kaufhaus.
Bist Du später zuhause? Ja? Ok... Ich ruf' Dich dann vom Festnetz
an". Solche und ähnliche Sabbereien höre ich täglich im Dutzend und
ich frage mich, wozu brauchen diese Sprechspastis ein Handy? Als
Statussymbol? Als Potenzbooster? Ich kann es nicht nachvollziehen.

Privat besitze ich kein Handy. Wer was von mir will, kann mich per
Telefon zuhause anrufen. Und wenn ich nicht da bin: Pech. Dann
versucht man es einfach später noch einmal.

Grüße

OxnoxO



Aus: "Polizei nutzt Handys als Wanzen" (15.07.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/92713

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« Reply #11 on: July 17, 2007, 11:14:58 AM »

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[...] Einem Bericht des IEEE zufolge ist bereits 2005 das erste Rootkit für Telefon-Switches aufgetaucht. Im Rahmen der so genannten „Athen-Affäre“ wurden Mitglieder der griechischen Regierung per Malware direkt an der TK-Hardware abgehört. Bislang konnte der Spionagefall noch nicht geklärt werden. Dennoch ist der Fall aus technischer Sicht interessant.

Die Professoren Diomidis Spinellis und Vassilis Prevelakis haben in einem Artikel des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) das erste Rootkit für Telefon-Switches aufgedeckt. Dies steht im Zusammenhang mit der so genannten „Athen-Affäre“, in deren Rahmen die Mobiltelefone rund 100 hochrangige Regierungsmitglieder sowie des Ministerpräsidenten von Griechenland abgehört wurden.

Dabei scheint es sich um eine klassische Spionageaktion zu handeln, deren Hintergründe immer noch nicht aufgeklärt sind. Während der Untersuchungen kam das erste bekannte Rootkit für Telefon-Switches zum Vorschein. Dieses flog bereits im Januar 2005 auf, als die Spione ihren Schadcode aktualisierten wollten.

 Dabei unterlief den Hackern ein Fehler, der eine Störung bei Textnachrichten verursachte. Eine daraufhin eingeleitete Untersuchung brachte 6.500 Zeilen Schadcode ans Tageslicht, der sich im Telefonsystem eingenistet hatte. Da laut Spinellis großes Expertenwissen zur Erstellung einer derartigen Schadroutine notwendig sei, wird angenommen dass es sich bei den Urhebern nicht um gewöhnliche Hacker handelt.

 Die Schadsoftware hatte sich auf einem Rechner der Telefonanlage versteckt und verhinderte die Entdeckung durch Antivirus-Software. Mittels der Deaktivierung eines Transaktionslogs wurde die Überwachung von insgesamt vier Switches des Herstellers Telefonaktiebolaget LM Ericsson möglich. Diese wurden vom Provider Vodafone in die Infrastruktur integriert. Auf ähnliche Weise gehen auch Strafverfolgungsbehörden vor, wenn sie Gespräche verdächtiger Personen abhören wollen.

Überwachungsfunktionen der befallenen Systeme wurden einfach umgeleitet, um eine vorzeitige Entdeckung durch Systemadministratoren zu vermeiden. Ein zweiter Datenstream leitete die Sprachnachrichten an die Hacker weiter. Laut den beiden Wissenschaftlern sei zur Umgehung der gesetzlich vorgeschriebenen technischen Blockaden im Telefonsystem enorme Arglist und umfassende Programmierkenntnis nötig gewesen.

Kritik ging nicht nur an die griechische Regierung, die sich zum damaligen Zeitpunkt auf ein älteres Telefonsystem verließ, sondern auch an Provider Vodafone, der zur Nachvollziehung der Vorgänge wichtige Daten verlor oder zerstörte. Laut den Wissenschaftlern hätte das Rootkit und die Abhör-Affäre deutlich früher aufgedeckt werden können, sofern eine statistische Analyse der Anrufe erfolgt wäre. Mittlerweile sind derartige Analysen üblich, allerdings aus Sicht der IEEE-Autoren mehr aus Marketing-Gründen, als aus tatsächlichem Sicherheitsbewusstsein.


Aus: "Griechische Regierungsmitglieder per Malware in TK-Anlage abgehört - Professionelle Hacker implementieren Rootkit in Telefon-Switch" | Autor: Martin Hensel (16.07.2007)
Quelle:http://www.searchsecurity.de/themenkanaele/sicherheitsmanagement/rechtermittlungenundmoral/articles/70753/


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« Reply #12 on: October 16, 2007, 12:20:22 PM »

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[...] Der grüne Nationalrat Peter Pilz wirft Innenminister Günther Platter [ÖVP] vor, mit Hilfe einer Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes den Behörden das Abhören von Telefongesprächen via Mobilfunk ohne richterliche Kontrolle ermöglichen zu wollen. Das Innenministerium weicht aus.

Pilz warf am Montag in Wien Platter vor, über eine Novellierung des Sicherheitspolizeigesetzes [SPG] die richterliche Kontrolle bei der polizeilichen Überwachung von Mobilfunkgesprächen ausschalten zu wollen.

Konkret kritisiert Pilz den Vorschlag des Innenministeriums zur Neufassung von Paragraf 53 Abs. 3a SPG. Das Ministerium wolle es den Sicherheitsbehörden ermöglichen, dass sie, wenn Gefahr im Verzug ist, die weltweit einmalige Kennziffer einer Mobilfunk-SIM-Karte [International Mobile Subscriber Identity, IMSI] und die Standortdaten eines "gefährdeten Menschen" vom Provider unverzüglich ermitteln und "technische Mittel zur Lokalisierung" dieser Personen in Stellung bringen können.

Die Begutachtungsfrist für den Entwurf ging am 2. Oktober zu Ende. Im Lauf der kommenden Wochen soll der Vorschlag im Parlament zur Abstimmung kommen.

Laut Pilz geht es dem Innenministerium bei den im Vorschlag erwähnten "technischen Hilfsmitteln zur Lokalisierung" darum, den Sicherheitsbehörden den Einsatz von IMSI-Catchern zu ermöglichen, ohne dass sie vorher um eine richterliche Genehmigung ansuchen müssten.

IMSI-Catcher sind Abhörgeräte, die eine Mobilfunkstation simulieren und es ihrem Betreiber ermöglichen, innerhalb der von ihr simulierten Funkzelle den Mobilfunkverkehr mitschneiden zu können.

Pilz erachtet es auch als problematisch, dass die IMSI-Catcher im Einsatz die gesamte Kommunikation in der von ihnen simulierten Funkzelle erfassen würden und die Behörden damit auch Gespräche mithören könnten, die mit ihren Ermittlungen nichts zu tun hätten. Damit, so Pilz, werde auch gegen das in Paragraf 93 TKG 2003 festgeschriebene Kommunikationsgeheimnis verstoßen.

Die österreichischen Behörden verfügten, so Pilz, bereits über drei IMSI-Catcher; die Anschaffung eines vierten solchen Geräts im Wert von 600.000 Euro sei geplant. Im Vorblatt zur Gesetzesnovelle schreibt das Innenministerium, einen IMSI-Catcher zur Vollziehung des neuen Paragrafen 53 Abs. 3a zu benötigen. Genau hier setzt die Kritik von Pilz an. Ein solcher IMSI-Scanner sei überhaupt nicht dazu notwendig, vermisste Personen über das Mobilfunknetz ausfindig zu machen.

In den Anmerkungen des Ministeriums zur Gesetzesnovelle steht das Argument der Abwehr akuter Gefahren im Mittelpunkt. Damit soll der Einsatz der IMSI-Catcher gerechtfertigt werden. Genau hier sieht Pilz den Mechanismus, mit dem die Sicherheitsbehörden die richterliche Kontrolle aushebeln wollen. Darüber hinaus sei im vorliegenden Entwurf keine zeitliche Beschränkung des Einsatzes vorgesehen.

Pilz ist mit seinen Einschätzungen nicht allein. Der Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts moniert in seiner Stellungnahme:

"Den Sicherheitsbehörden soll es künftig ohne irgendeine justizbehördliche Kontrolle möglich sein, Standortdatenermittlungen Betroffener ohne deren Zustimmung vorzunehmen, obwohl gar keine Straftat oder auch nur ein gefährlicher Angriff vorliegen. Es soll ausreichen, dass aufgrund bestimmter Tatsachen 'eine gegenwärtige Gefahr für das Leben oder die Gesundheit eines Menschen' besteht. Welche Qualität Informationen haben müssen, damit die Sicherheitsbehörden eine gegenwärtige Gefahr im vorstehend genannten Sinne unterstellen können, bleibt unklar."

Auch die Stellungnahmen von Bundeswirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Datenschutzrat kommen zu dem Schluss, dass mit dem Vorschlag des Innenministeriums die Kontrollmechanismen der Strafprozessordnung außer Kraft gesetzt würden.

Pilz spricht sich ausdrücklich für den Einsatz technischer Hilfsmittel in der Terrorismusbekämpfung aus. Die Tätigkeiten der Sicherheitsorgane müssten allerdings stets richterlicher Kontrolle unterliegen.

Auf Anfrage von ORF.at weist Michaela Huber, Sprecherin von Platter, die Vorwürfe von Pilz zurück. "Die Regelung zielt darauf ab, Personen, die in Not geraten sind und wo anzunehmen ist, dass eine gegenwärtige Gefahr für ihr Leben besteht, zu lokalisieren, wenn sie ein Handy bei sich tragen. Es geht niemals um Inhaltsdaten, sondern es geht um den jeweiligen Standort, um verschwundene Wanderer bzw. entführte Personen rasch auffinden zu können", schreibt Huber.

Die Kontrolle der Strafverfolger sei durch den Rechtsschutzbeauftragten gesichert. Das Ministerium habe auch schon auf die eingereichten Stellungnahmen reagiert: "Pilz geht vom Begutachtungsentwurf aus. In der Zwischenzeit hat es dazu auf Anregung des Datenschutzrates eine Runde aus Verfassungsexperten, Datenschützern, Praktikern aus der Exekutive und Vertretern der WK, AK, ISPA und Telekombetreibern unter dem Vorsitz des Innenministeriums gegeben."

Die neue Fassung des Vorschlags, die ORF.at nicht vorliegt, soll, so Huber, am Mittwoch im Ministerrat behandelt werden.

Die Angabe des Ministeriums, man brauche die IMSI, um verirrte Wanderer anzupeilen, sei "absoluter Unsinn", sagt Pilz auf Anfrage von ORF.at. "Sie brauchen die IMSI nicht, um Wanderer im Gebirge anzupeilen." Pilz: "Das Innenministerium soll aufhören, uns anzuschwindeln."

Der inhaltliche Kern des Vorschlags sei einfach, so Pilz: "Der Einsatz der IMSI-Catcher ist nur dann sinnvoll, wenn man ein Gespräch überwachen will." Die IMSI sei im Ernstfall auch sehr schnell und einfach über eine richterliche Genehmigung zu bekommen. Diese rechtsstaatliche Hürde wolle das Innenministerium aber durch die Novelle abschaffen.




Aus: "Von Wanderern und IMSI-Catchern" futurezone | Günter Hack (15.10.2007)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/228823/

-.-

Quote
[...] Im "Kleingedruckten" der Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz wird der "IMSI-Catcher", ein GSM-Überwachungsgerät, das im Volleinsatz mehrere Funkzellen samt Notrufen gleichzeitig lahmlegen kann, als Peilgerät zur Rettung Vermisster dargestellt. Mobilfunker fürchten um die Integrität ihrer Netze.

So gut wie in jedem Novellierungsentwurf zu Gesetzen, in denen die Befugnisse der Polizei geregelt werden, war seit den späten 90er Jahren eine Passage enthalten, durch die bestehende Befugnisse der Polizei in Sachen Telefonüberwachung erweitert werden sollten.

Versteckt waren diese Versuche, die Polizei zu ermächtigen, auch ohne richterliche Genehmigung auf den Telefonverkehr zugreifen zu können, stets in der Umgebung von Verbrechensvorbeugung oder Opferschutz.

War es 1999 die "vorbeugende Gefahrenerforschung" in der Novelle zum Polizeibefugnisgesetz, so ist es 2007 die Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes.

Genauer gesagt sind es die Erläuterungen dazu, denn der Gesetzestext suggeriert ziemlich anderes, als in den Erläuterungen dazu steht - wenn man das "Kleingedruckte", nämlich "Vorblatt und Erläuterungen", liest.

Die "IMSI-Catcher" genannten GSM-Überwachungsgeräte, die seit Jahren auch in Österreich in Verwendung sind, sollen auf eine rechtliche Grundlage gestellt werden.

Das geschieht, ohne das Gerät oder den Vorgang überhaupt beim Namen zu nennen, geschweige denn zu beschreiben, was dieses Gerät tatsächlich macht.

Es zieht den gesamten Handyverkehr in einer Funkzelle und darüber hinaus ab, fälscht Kennungen, beeinträchtigt auch die Telefonie nicht betroffener Anbieter und blockiert einkommende Anrufe, um nur einige "Features" zu nennen.

Quote
Notwendige Anmerkung:
Wir ersuchen höflich um Nachsicht, dass die relativ komplexen technischen Vorgänge auf die absolut relevanten Teile reduziert werden mussten.

Die "IMSI"
Im Gesetzesentwurf wird das Gerät als eine Art Peilanlage zur Rettung Abgängiger dargestellt.

Die SIM-Card jedes Handys enthält die International Mobile Subscriber Identity [IMSI], eine einmalige 15-stellige Zahl, die sich aus den Codes für Netzbetreiber und Länderkennung sowie der Handynummer selbst zusammensetzt.

Die Netzwerksicherheit
Um das elektronische Verfolgen eines Handys durch Unbefugte zu erschweren, wird diese Nummer so selten wie möglich über das Netz versandt.

Sobald sich ein Handy einbucht, erhält es daher eine temporäre Identität [TMSI], die erst in der Datenbank des Netzbetreibers mit der IMSI verknüpft wird.

Der Catcher, der gemeine Funkmast
Der IMSI-Catcher funktioniert ganz ähnlich wie die normalen Handy-Basisstation auf dem gemeinen Funkmast.

Er bringt alle Handys eines Netzbetreibers in einem relativ großen Umkreis dazu, sich bei ihm einzubuchen, indem er sich als sendestärkste Basisstation des Netzbetreibers ausweist.

Verschlüsselung abgeschaltet
Sodann erzwingt das Überwachungsgerät die eingebuchten Handys, ihre IMSI herauszugeben - daher der Name - und schaltet die GSM-Verschüsselung ab, womit die Gespräche abhörbar werden.

Gegenüber der Basisstation gibt sich der IMSI-Catcher als normales Handy aus, das mit dem anderen Teilnehmer des abgehörten Gesprächs telefoniert.

"Mitgeführte Endeinrichtung"
Im Entwurf zur Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes heißt es nun: In Hinkunft soll der polizeiliche Hinweis darauf, dass eine Person gefährdet ist, die Mobilfunkanbieter verpflichten, die Standortdaten eines Handys sowie die Mobilteilnehmerkennung [IMSI] "unverzüglich" herauszugeben. [Paragraf 53, Absatz 3a"].

Also: die Standortdaten "eines Handys" und nicht die Standortdaten "des Handys der gefährdeten Person".

Warum die Übermittlung der IMSI notwendig ist, wird in den Erläuterungen damit erklärt, dass "erforderlichenfalls technische Mittel zur Lokalisierung einer von einem Menschen mitgeführten Endeinrichtung zum Einsatz gebracht werden können".


Technischer Unfug samt Verpeilung
Als Beispiel wird in den Erläuterungen der "immer wieder vorkommende Fall des am Abend nicht zurückgekehrten Tourengehers oder Wanderers genannt, der zwar ein Mobiltelefon mitführt, aber infolge eines Unfalls selbst zu telefonieren nicht mehr imstande ist".

Technisch gesehen ist das glatter Unfug. Um einen Vermissten mit intaktem, eingeschaltetem Handy zu finden, braucht es weder eine IMSI noch Peilgeräte für die Polizei, sondern eine Kreuzpeilung, die nur der Netzbetreiber selbst durchführen kann.

Die Verortung
Je nach Dichte des Netzes kann von mehreren Masten aus das abgängige Handy geortet werden, in gut ausgebauten Teilen beträgt die Abweichung nur wenige Meter, auf dem Lande kann es entsprechend mehr sein.

Handelt es sich um ein Handy mit eingebautem GPS-Empfänger, stehen die Koordinaten ohnehin exakt fest.

Richter nicht gebraucht
Dagegen ist ein anderes Szenario anhand der vorliegenden Gesetzesnovelle sehr realistisch. Ein IMSI-Catcher ist zwar zur exakten Standortfeststellung eines Handys ungeeignet, weil nicht dafür konstruiert.

Ist aber die Funkzelle bekannt - etwa weil die Netzbetreiber "umgehend" Auskunft geben müssen -, in der ein bestimmtes Handy eingebucht ist, kann der IMSI-Catcher physisch vor Ort gebracht werden, um das Handy anhand der IMSI umgehend zu identifizieren und die Telefonate abzuhören.

Das soll nun ohne Prüfung durch einen unabhängigen Richter möglich sein, wenn "Gefahr im Verzug" ist.

Notrufe im schwarzen Loch
Dass ausgerechnet eine Notfallsituation dazu herangezogen wird, um den Einsatz eines IMSI-Catchers auch rechtlich abzusichern, befindet Klaus Steinmaurer, Chef der Rechtsabteilung von T-Mobile Österreich, für paradox.

"Der Catcher ist wie ein schwarzes Loch, das alle Gespräche aufsaugt", sagte Steinmaurer am Montag zu ORF.at. Sollten die Geräte mit voller Sendeleistung von bis zu 40 Watt gefahren werden, werde der Funkverkehr in den umliegenden Zellen zusammenbrechen, so Steinmaurer weiter, "das ist im Ernstfall eine ganze Region. Klarerweise sind auch alle Notrufnummern blockiert."

Die Funkzellen-Blockade
Eines kann das Überwachungsgerät nämlich außerdem nicht: in den jeweiligen Funkzellen eingehende Anrufe aus dem Netz von der Basistation an die Handys weiterleiten.

"De facto stört er die Funknetze", sagt Steinmaurer, und dass derlei Gerät, das für die Netzbetreiber selbst normalerweise unsichtbar ist, nun ohne richterliche Genehmigung eingesetzt werden soll, hält er schlicht für gemeingefährlich.

DieZahl der IMSI-Catcher
Während der Abgeordnete Peter Pilz [Grüne], der am Montag eine Pressekonferenz zum Thema hielt, von drei IMSI-Catchern ausgeht, die bei der Polizei momentan im Einsatz sind, liegen ORF.at andere Informationen vor.

Gewöhnlich gut informierte Quellen nennen eine mehrfach höhere Zahl an einschlägigen Geräten, die in Österreich eingesetzt werden.

Die Novelle soll bei nächster Gelegenheit im Ministerrat verabschiedet werden, heißt es.

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  1999 -8 Jahre her
0stoney0, vor 3 Minuten
In der ZWischenzeit gibt es schon andere Lösungen, sofern das als Lösung bezeichnet werden kann.
--
Bin schon gespannt ob mein Posting gelöscht wird G*
Also.. damit die Polizei, Interpol oder sonst wer mit den mobilen GSM Sniffer Relais keine Chance hat, ein einfacher Lösungsansatz
Der Imsi Catcher, ein wirklich netter Name, ich nenns ab sofort sniffer, muss relativ Nahe am abzhörenden installiert werden. Das kann ein Auto, Wohnung oder sonst was sein.
Die einfachste Lösung das zu umgehen ist eine externe Richtantenne zu nehmen. Diese direkt auf den Mobilfunksender ausrichten. Am besten die Richtantenne noch in den Himmel zeigen lassen, damit ja keine Funksignal vom Boden eempfangen werden.
Bye bye Imsi Catcher
--
Zweite Möglichkeit, zugegeben etwas aufwendiger aber dafür umso eindrucksvoller. Vor allem wenn der Mobilfunkanbieter damit konfrontiert wird.
Spektrum Analyzer ausborgen und ein paar Stunden durchlaufen lassen. Ist die Feldstärke weitaus höher, und das ist sie bei 40 Watt garantiert, dann steht der Sender direkt im Wohnzimmer, oder ein Imsi Catcher in der Nähe.

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  An flynn (von weiter unten):
tomtiger, vor 10 Minuten
Also 1.)
60km2? Für eine einzige Überwachung wird also 15% ganz Wiens (oder das gesamte Wiener Zentrum - je nachdem wo der abgehörte sitzt) vom Mobilfunk getrennt?

Troim waiter!

2.) Nein, es gibt kein Handover bei dem Catcher, aktive Gespräche werden nicht getrennt. Wäre dann sehr auffällig.

3.) Der Mobilfunker kann also nicht auf unverschlüsselte Kommunikation umstellen, der Catcher schon?

Troim waiter die 2.!

Es bleibt dabei, wenn die Mobilfunker nicht mitspielen und die Augen zumachen ist das geschilderte Horrorszenarium nicht realisierbar, reine Hypothese.

Angstmacherei, man könnte glauben, es gibt bald Neuwahlen. Erst die kosovarische Verbrecherfamilie, die als Opfer hochstilisiert wird, jetzt diese Gräuelpropaganda.

Würde mich nicht wundern, wenn noch dieses Jahr die Koalition auseinanderbricht, und nächstes Jahr Neuwahlen stattfinden, und die Grünen und die Roten jetzt schon in den Medien Wahlkampf betreiben.

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  Du solltest Dir mal den oben angeführten Artikel
flynn, vor 6 Minuten
über die Arbeitsweise des Gerätes durchlesen, den der hier so sorgfältig arbeitende Redakteur zur allgemeinen Erleuchtung beigefügt hat.

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  "die freie wirtschaft"
rse0, vor 6 Minuten
hat ja bekanntlich immer für frieden und menschenrechte gesorgt. weil das ja ihr höchstes gut ist. nicht profite nicht rendite, nicht die quartalszahlen - nein die bürgerrechte interessieren die wirtschaft seit neustem. eine wirklich interessante sache.

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  ich versteh Dich vom technischen Standpunkt aus
herb, vor 2 Minuten
Aber sonst kann ich Dir nicht folgen.
Es wird uns hier unter Vorgaukelung falscher Tatsachen (..zum Orten Vermisster notwendig) ein Gesetz unterjubelt, dass Kontrollmechanismen wegfallen lässt. Es ist nicht Aufgabe der Mobilfunk-Provider die Behörden zu kontrollieren.
Es wird immer wieder gepredigt, wer nix zu verbergen habe, brauche auch keine Kontrolle zu fürchten, also sollte auch die Polizei die richterliche Kontrollinstanz nicht zu fürchten brauchen.

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  Weißt Du, Tom,
flynn, vor 1 Minute
ich bin ja auch oft Bereit, vieles als Medienhype und Gräuelpropaganda zu sehen, und oft ist es das ja auch. Aber zufällig weiß ich über handyfunk ein bissel was, und zwar, seit es ihn überhaupt gibt, und die Catcher sind wirklich ziemlich harte Technik, die im Ursprung für electronic warfare vorgesehen waren, um gegnerische Kommunikation lahmzulegen. Das Abhören ist sozusagen ein Bonus, den man damit auch noch hinkriegt.

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  habt ihr etwas anderes gedacht?
hellraiser99, vor 12 Minuten
schaut euch an wie es vor jahren in der udssr und der ddr war, so wird es bei uns in kürzester zeit auch sein.
nur stacheldraht, den brauchen wir nicht, es gibt ja die küsten als natürliche hindernisse...
freundschaft, genossen!

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  wozu IMSI-Catcher?
sirviper, vor 23 Minuten
Es ist doch tausend mal praktischer die Schallwellen direkt am Mund des "Täters" abzuhören. Was ist mit der guten alten Wanze bzw. dem Richtmikrofon passiert? Warum nur der Aufwand?

Back to the roots!
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  und
agenius, vor 18 Minuten
wo krieg ich so einen Catcher her???? lmao

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  Schwarzmarkt
xxixx, vor 13 Minuten
Alte Polizeigeräte taucehn immer nach kurzer Zeit auf dem Schwarzmarkt auf. DEr IMSI Catcher bringt vermutlich sehr viel Geld, daher werden auch viele in den Schwarzmarkt diffundieren.

Quote
  Bei Rhode & Schwartz
flynn, vor 12 Minuten
Einwurf von etwa 700.000 Euro vorausgesetzt, und ich wage mal zu zweifeln, daß die das an jeden verhökern ...

Quote
  Rhode & Schwarz schreibt selbst,
xxixx, vor 9 Minuten
dass diese Geräte gar nicht (so) funktionieren. Daher kann sie jeder kaufen (nur betreiben ist verboten *fg*)

Quote
  Müssen die Politiker
ernstanton, vor 41 Minuten
bei uns in der EU und weltweit eine Scheißangst vor ihren Völkern haben. Wem wunderts eigentlich, wenn ich Politiker von derzeitigem Format wäre, häte ich auch eine scheiß Angst




Aus: ""Handyfresser" als Menschenfreund" futurezone | Erich Moechel (16.10.2007)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/228925/

« Last Edit: October 16, 2007, 12:30:52 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #13 on: March 10, 2008, 10:04:05 AM »

Quote
[...] Der Netzwerkspezialist Babak Pasdar hat mit seiner eidesstattlichen Erklärung (PDF-Datei: http://blog.wired.com/27bstroke6/files/Affidavit-BP-Final.pdf) die US-Geheimdienste beschuldigt, ohne richterliche Genehmigung den gesamten Datenverkehr eines großen Mobilfunkproviders angezapft zu haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um Verizon.

In einem Brief (PDF-Datei: http://www.eff.org/files/newwhistleblower.pdf) machen die Vorsitzenden dreier Ausschüsse des US-Kongress ihre Abgeordneten-Kollegen auf den neuen Skandal aufmerksam. Im Kern geht es um die Aussage Pasdars, bei einem der größeren Mobilfunkanbieter habe es einen Server gegeben, dessen Aktivitäten nicht in einem Log festgehalten wurden und von dem aus Zugang auf alle Gespräche, SMS und Abrechnungsdaten bestand. Dieser sei intern als "Quantico Circuit" bezeichnet worden und habe eine Glasfaserleitung mit 45 GBit/s nach draußen gehabt. Pasdar sei daran gehindert worden, diese Maschine abzusichern. In Quantico, Virginia, hat die für Telefonüberwachung zuständige FBI Academy ihren Sitz. Spekuliert wird auch über eine Weiterleitung der Daten an die NSA.

Zur Zeit setzt sich die Regierung unter George W. Bush für ein Gesetz ein, das den Telecom-Unternehmen "rückwirkende Immunität" gewähren soll. Gegen die Telkos laufen Sammelklagen, den Geheimdiensten ohne ausreichende Gestzesgrundlage Zugang zu ihren Glasfaser-Backbones ermöglicht zu haben. Bereits im Jahre 2006 hatte der ehemaligen AT&T-Techniker Mark Klein (http://www.heise.de/newsticker/meldung/71837/) öffentlich gemacht, wie er im Auftrag seiner Firma den Glasfaser-Backbone anzapfen musste, über den sich sämtliche Gespräche und Datentransfers auslesen lassen. (jes/c't)


Quote
9. März 2008 14:47
Jemand
harlekino (51 Beiträge seit 19.06.03)

der wirklich etwas zu vergergen hat wird sich nicht den modernen
Kommunikationsmittel bedienen - das Beispiel des italienischen
Mafiabosses (Bernardo Provenzano) der dadurch 40 (vierzig) Jahre der
Justiz entkommen kommte spricht Bände!
Wer weiss schon genau wieviele solche Server auch bei unseren grossen
Telkos stehen ...

Just 2 Cents,
harlekino


Quote
9. März 2008 15:03
Zur Erinnerung:
NAcc (60 Beiträge seit 28.09.06)

Sowas gab's doch in ähnlicher Weise schonmal in Italien

> http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-438499,00.html

und Griechenland:

> http://www.stern.de/politik/ausland/:Lauschangriff-Griechische-Regierung/554926.html

Nur für's Protokoll.

NAcc.





Aus: "US-Geheimdienst soll Mobilfunkprovider Verizon abgehört haben" (09.03.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/104780


-.-

http://de.wikipedia.org/wiki/Verizon_Communications

Logged
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« Reply #14 on: May 05, 2008, 10:11:24 AM »

Quote
[...] "Natürlich ist es relativ einfach, Backdoors in Hardware unterzubringen, die Frage ist nur, wie man sie aktiviert, wenn man die Schaltung nicht kennt, in die der entsprechende Chip verbaut ist. Bei FPGAs müsste man so an allen Anschlusskontakten lauschen, da die Nutzschaltung ja erst durch die Programmierung entsteht", sagte der Computer-Forensiker Peter Franck am Sonntag zu ORF.at.

Da diese FPGAs, wie schon ihr Name sagt, "field programmable", also nachträglich umprogrammierbar sind, sieht Franck die Gefahr hier weniger in ab Fabrik eingebauten Hintertüren oder Abschaltfunktionen.

Auslöser der Gefahr könnten bei FPGAs weit eher Personen sein, die physischen Zugang zu militärischem Gerät haben. Ein beliebiges Beispiel wäre, ein FPGA das in Funkgeräten zur Verschlüsselung benützt wird, nachträglich so zu modifizieren, dass der Schlüssel im Klartext mitübertragen wird.

"Anders als bei FPGAs ist die genaue Funktion von ASIC-Bausteinen bereits bei deren Herstellung definiert, daher ist klar, welches Signal an welchem PIN zu erwarten ist. Hier lassen sich natürlich jede Menge Backdoor-Funktionen einbauen", sagt Franck.

"ASICs werden auf Grund ihrer Schnelligkeit häufig in der Signalverarbeitung eingesetzt. In Funkempfangsanlagen lässt sich eine 'Sonderfunktion' der Bausteine durch ein charakteristisches Eingangssignal triggern". Am ehesten sei dies in "Mixed-Mode" ASICs - in analog/digitalen Hybrid-Chips - möglich, wie sie in allen militärischen Radar- und Funkanalagen enthalten sind.

Das könnte etwa dazu führen, dass bestimmte, in Waffensystemen integrierte Halbleiterbausteine sich plötzlich abschalten, wenn sie ein bestimmtes Funksignal empfangen.

Wie die renommierte US-Fachzeitschrift IEEE-Spectrum am Wochenende berichtete, hat das Problem auch bereits einen Namen: "Kill Switch". Einen derartigen Ausschalter in einem leistungsfähigen und entsprechend komplexen Halbleiter zu entdecken, ist alles andere als einfach.

[...] Im IEEE-Spectrum ist auch der jüngste bekanntgewordene Fall von spektakulärem Versagen der Elektronik eines militärischen Geräts zitiert.

Beim Luftschlag der israelischen Armee gegen eine Atomanlage in Syrien vom September 2007 waren eher betagte, israelische F-15 und F-16 Jets ohne Tarnkappenfunktion in den syrischen Luftraum eingedrungen.

Warum das von den Russen gelieferte, neue Radarsystem der Syrer nicht funktioniert hatte, ist seitdem in Diskussion.

Die IEEE-Zeitschrift zitiert einen Insider des Rüstungsgeschäfts, der erwähnte, dass eine französische Rüstungsfirma zum Beispiel manipulierte Chips in ihr Gerät verbaue, um es ferngesteuert zu deaktivieren, falls es in feindliche Hände falle.

[...]


Aus: "Die Chip-Paranoia der US-Militärs" [05.05.2008, futurezone | Erich Moechel]
Quelle: http://futurezone.orf.at/hardcore/stories/275573/

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