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« on: October 17, 2005, 12:43:27 PM » |
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 Aus: "Die Monarchie des goettlichen Rechts" Goldmanns Illustrierte Weltgeschichte (Teil 6, Seite 204) -.- [...] Mit ius primae noctis (lateinisch „Recht der ersten Nacht“; auch Jus primae Noctis; auf französisch droit de seigneur) wird das Recht eines Gerichtsherren bezeichnet, bei der Heirat von Personen, die seiner Herrschaft unterstehen, die erste Nacht mit der Braut zu verbringen. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Ius_primae_noctis (17. Januar 2011) -.- [...] [Thomas Kielinger]: Lassen Sie mich mit Lord Actons berühmten Zitat beginnen: "Alle Macht tendiert dahin, zu korrumpieren; absolute Macht korrumpiert absolut." Gibt es für den Politiker kein Entrinnen aus dieser Falle?
[Außenminister und Arzt] Lord Owen: Bertrand Russel schrieb einmal von der "Trunkenheit durch Macht". Ich denke, dass es hier beileibe nicht nur um Politik und Politiker geht. Vielmehr können auch Unternehmensvorstände dem Hybris-Syndrom, wie ich es nenne, verfallen, wenn nicht sogar noch stärker als Politiker; ich spreche als jemand, der Erfahrung mit Aufsichtsräten hat. [...] Churchill kannte Zweifel, es war bei ihm nicht nur so ein ununterbrochener Strom von Selbstgewissheit. Wie kommt es, dass einige Politiker die Warnung vor dem Zu weit und Zu viel mit sich tragen, andere aber nicht? Ich spüre einem Syndrom nach, das sich im Laufe langer Amtszeiten aufbaut, wenn der Betroffene die Ebene natürlicher Zuversicht in seine Fähigkeiten verlässt und sich äußerster Zuversicht, nicht mehr hinterfragt, hingibt. [...] Ich schreibe gerade an einem Artikel für eine medizinische Zeitschrift, zusammen mit einem amerikanischen Fachmann der neurologischen Psychiatrie, wo wir versuchen, "hybris Syndrom" unter "personality disorder" zu rubrizieren, also Krankheiten der narzisstischen Persönlichkeit. Es ist eine Frage der medizinischen Diagnose, die man nur mit größter Vorsicht angehen kann. [...] Haben nicht viele von uns den Hang zur Hybris? Ich bin einmal als Megalomane betitelt worden, denken Sie nur.
Aus: ""Bush und Blair haben die Demokratie beschädigt"" (31. Oktober 2008) Der ehemalige Außenminister und Arzt Lord Owen über sein Buch zur politischen Hybris Quelle: http://www.welt.de/welt_print/article2653256/Bush-und-Blair-haben-die-Demokratie-beschaedigt.html-.- Sekt fault, 25. Februar 2009 13:28
Das Misstrauen jeglicher Macht gegenüber gehört zu den Konstruktionsprinzipien der Demokratie. ...
Aus: "Europäischer Gerichtshof soll Vorratsdatenspeicherung erneut prüfen" Von Stefan Krempl, pmz/c't, (24.02.2009) Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Europaeischer-Gerichtshof-soll-Vorratsdatenspeicherung-erneut-pruefen--/meldung/133472-.- [...] Konzentration der Macht - Eine Gewaltenteilung gibt es in der Diktatur nicht, so dass die Macht des Diktators, sei es eine einzelne Person oder eine Gruppe, nicht beschränkt werden kann. Der Diktator kontrolliert die traditionellen staatlichen Zwangsmittel selbst: Militär, Justiz, Polizei, und staatliche Behörden. Das Militär wird nicht vom Parlament kontrolliert, sondern vom Diktator, und kann nicht nur zur Landesverteidigung eingesetzt werden, sondern auch im Inneren gegen eine zu Staatsfeinden erklärten Opposition. Die Justiz kann nicht mehr unabhängig urteilen, sondern folgt diktatorischer Gesetzgebung oder direkten Weisungen.
Im geschichtlichen Rückblick zeigt sich, dass diese Zwangsmittel oft nicht zum Machterhalt ausreichen und daher weitere Bereiche der Gesellschaft kontrolliert werden müssen. Die Diktatur unterwirft dann auch die wirtschaftlichen Einrichtungen, das Erziehungswesen, Presse und Medien sowie die Kommunikationsmittel wie Nachrichten- und Datenverkehr. Diese erweiterte Form der Diktatur wird totalitäre Diktatur genannt. Die einfachere Form wird auch autoritäre Diktatur genannt. Die autoritäre Diktatur lässt dem Einzelnen noch Freiräume, wie zum Beispiel die Ausübung der Religion. Die totalitäre Diktatur dagegen versucht, den Einzelnen völlig in Anspruch zu nehmen.
...
Aus: "Konzentration der Macht" (10/2007) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur#Konzentration_der_Macht
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« Last Edit: April 11, 2012, 08:55:18 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #1 on: July 06, 2006, 07:16:46 PM » |
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[...] ZEIT Campus: Herr Professor Chomsky, Sie sind nicht nur einer der meistzitierten Wissenschaftler der Welt, Sie sind seit 45 Jahren politischer Aktivist. Wenn man sich die Politik heute anschaut, muss man sich fragen: Können »public intellectuals« wie Sie überhaupt etwas erreichen?
Noam Chomsky: Wie kommen Sie auf diese Frage?
ZEIT Campus: Es ist Krieg in Afghanistan, die Welt leidet an den Folgen der Wirtschaftskrise, die soziale Schere geht immer weiter auseinander...
Chomsky: Das Problem ist einfach: Die allermeisten Intellektuellen sind Diener der Macht. Sie beraten Regierungen, sie nennen sich Experten, sie streben nach Prestige, übrigens nicht nur heute, sondern seit Jahrhunderten. ...
...
Aus: ""Studenten sollen Anarchisten werden"" Von Manuel J. Hartung | Gabriel Wollner (14.6.2011) Quelle: http://www.zeit.de/campus/2011/04/sprechstunde-chomsky-.- "Mich fasziniert Macht, die Physik der Macht und die Paranoia der Macht. Das Bedürfnis nach Macht existiert, weil es ein Ersatz für die Seele ist." - Dustin Hoffman
Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Paranoia (Quelle nicht mehr gültig bzw. abrufbar / Notiz 08/2009)
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« Last Edit: June 15, 2011, 08:37:01 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #2 on: July 06, 2006, 07:22:22 PM » |
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[...] Joseph Nye: Von ihm stammt das Modell der weichen Macht (soft power). Dieses Konzept bezeichnet die Fähigkeit, einen Akteur durch bestimmte (meist immaterielle) Mittel dahingehend zu beeinflussen, dass er identische Ziele und Bestrebungen entwickelt, wie der handelnde Akteur sie selbst besitzt. Die Mittel, einen anderen Akteur dazu zu bewegen dasselbe zu wollen, was man selbst will, wird als Soft power ressources bezeichnet. Sie sind die Quelle der Macht. (vgl. "Wen man nicht zum Feinde haben will, den soll man sich zum Freunde machen", auch wenn der Spruch etwas abgewandelt ist). Soft power ist zusammengefasst eine Machtkonzeption, die sich aus positioneller, relationaler und struktureller Macht addiert.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Macht (07.2006)
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« Last Edit: June 20, 2007, 02:24:35 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #3 on: July 11, 2006, 12:09:55 PM » |
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Unterwürfigkeit bezeichnet ein Sozialverhalten aus Eigennutz und Selbstschutz, zum Beispiel die (übertriebene) Unterordnung unter Vorgesetzte, "Katzbuckeln" und Schmeichelei. Eine Variante der Unterwürfigkeit ist ein vorauseilender Gehorsam. Er gehört wie die mangelnde Zivilcourage zu den Voraussetzungen totalitärer Systeme.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Unterw%C3%BCrfigkeit (11.07.2006)
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« Last Edit: June 20, 2007, 02:24:45 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #4 on: July 11, 2006, 12:13:32 PM » |
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[...] Als vorauseilenden Gehorsam bezeichnet man die freiwillige Vorwegnahme vermuteten erwünschten Verhaltens im Rahmen gruppendynamischer Prozesse (Gruppenzwang). Eine Gehorsamsleistung wird dann nicht als Resultat von sozialem Druck erbracht, sondern um diesem Druck von vorn herein zu entgehen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vorauseilender_Gehorsam (11.07.2006)
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« Last Edit: June 20, 2007, 02:24:53 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #5 on: July 11, 2006, 12:17:26 PM » |
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Gruppenzwang oder Konformitätsdruck ist Auslöser für eine Veränderung des Verhaltens oder der Einstellung einer einzelnen Person aufgrund des Drucks einer Gruppe. Häufig zeigt die Person betreffende Verhaltensweisen nur innerhalb der Gruppe.
[...] Personen verhalten sich konform mit Gruppen, da sie bei anderen einen erwünschten Eindruck hinterlassen wollen. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher, wenn sie andere Meinungen als die Gruppenmehrheit vertreten. Sie meinen, damit bei anderen Gruppenmitglieder Antipathie und Abneigung hervorzurufen. Der Normative Einfluss bedeutet also, dass Personen sich konform verhalten, um von anderen Menschen als sympathisch beurteilt zu werden.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppenzwang (11.07.2006)
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« Last Edit: June 20, 2007, 02:25:02 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #6 on: July 11, 2006, 12:33:45 PM » |
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[...] »In dem Augenblick, in dem man sich klar geworden ist, daß alle menschliche Erkenntnis, alle menschliche Existenz, alles menschliche Leben und vielleicht das ganze biologische Erbe des Menschen, in Strukturen eingebettet ist, d.h. in eine formale Gesamtheit von Elementen, die beschreibbaren Relationen unterworfen sind, hört der Mensch sozusagen auf, das Subjekt seiner selbst zu sein, zugleich Subjekt und Objekt zu sein. Man entdeckt, daß das, was den Menschen möglich macht, ein Ensemble von Strukturen ist, die er zwar denken und beschreiben kann, deren Subjekt, deren souveränes Bewußtsein er jedoch nicht ist.« (Foucault 1987, S.14f)
Nach Foucault sind es also spezifische Strukturen, die die Subjekte, ihr Denken, Fühlen und Handeln und die damit verbundene Identität erzeugen. Das bedeutet zum einen, daß die Vorstellungen von einem autonomen vorgängigen Subjekt, von abstrakt unabhängigem Denken und freiem Willen, Fiktionen sind.
Diese Hirngespinste sind Kennzeichen vornehmlich der bürgerlichen Welt. Im Gegensatz dazu etwa sah sich die Bevölkerung traditioneller agrarischer bzw. feudaler Gesellschaften - ob nun Bauersleute, KönigInnen oder Pfaffen -, als mehr oder weniger blinde Werkzeuge der Götter bzw. des einen Gottes. Andererseits aber ist dieses moderne Individuum, das sich so selbstbestimmt dünkt und wahrnimmt, geschichtlich produzierte Realität. Es sind dies real existierende Subjekte, die jedes Gegenüber und sich selbst als Objekt behandeln, die die Strukturen der Moderne bewußtlos hervorbringen und bewohnen.
Daß diese vermeintlich autonomen Subjekte zudem strukturell männlich sind (vgl Butler 1991), dazu sagt Foucault relativ wenig bzw. bestimmt er dies nicht durchgängig als grundlegendes Prinzip der bürgerlichen Gesellschaft. Die Analyse von Macht nimmt eine zentrale Stelle in Foucaults Forschungen ein, denn es sind für ihn die entsprechenden Machttechniken, die der »Formung des modernen Individuums sowohl zum Subjekt als auch zum Objekt« (Dreyfus/Rabinow 1987, S.149) zugrunde liegen. Er versteht Macht als Namen, »den man einer komplexen strategischen Situation in einer Gesellschaft gibt« (Foucault 1977, S.114).
Insofern ist ihm Macht kein unveränderliches, ontologisches Prinzip, sondern er richtet seine Aufmerksamkeit auf den historischen Wandel, dem sie unterliegt. Foucault spricht nicht von „der" Macht schlechthin; irgendwo letztbegründet, von wo aus sie ihre Wirkungen entfalten würde. Es gibt keinen punktuellen Ursprung einer zeitlos gedachten Macht, sondern es gilt die verschiedenen historischen Problemlagen zu erfassen, die mit dem Auftauchen spezifischer Machtformen bzw. - techniken verbunden sind.
[...] Die foucaultsche Machtanalyse stellt sich damit quer zu üblichen Machttheorien, die von einer Unterdrückung des Menschen ausgehen, die ausschließlich von "oben" nach "unten" verläuft und so nur negativ wirkt. In diesen Repressionstheorien fungiert das Subjekt einerseits als Ausgangspunkt und selbstbewußter Träger, andererseits als Widerpart der Macht. Am Beispiel der These von der Unterdrückung der Sexualität wäre dieser Widerpart ein Subjekt, welches sich durch eine vermeintlich ursprüngliche, "natürliche" Sexualität auszeichnet; die bekannten "Triebe" etwa, die dann angeblich von den sogenannten "Herrschenden", aus Gründen des Eigennutzes oder zwecks Machtstreben, unterdrückt würden (vgl. etwa Reich 1972).
[...] »Die[se] Macht ist nicht als ein massives und homogenes Phänomen der Herrschaft eines Individuums über andere, einer Gruppe über andere, ... aufzufassen, ... Die Macht funktioniert und wird ausgeübt über eine netzförmige Organisation. Und die Individuen zirkulieren nicht nur in ihren Maschen, sondern sind auch stets in einer Position, in der sie diese Macht zugleich erfahren und ausüben; sie sind niemals die unbewegliche Zielscheibe dieser Macht, sie sind stets ihre Verbindungselemente. Mit anderen Worten: die Macht wird nicht auf die Individuen angewandt, sie geht durch sie hindurch. Es gilt also nicht, das Individuum als eine Art elementaren Kern, primitives Atom, als vielfältige und träge Materie aufzufassen, auf die die Macht angewandt oder treffen würde, eine Macht, die die Individuen unterwerfen oder zerbrechen würde. Tatsächlich ist das, was bewirkt, daß ein Körper, daß Gesten, Diskurse, Wünsche als Individuum identifiziert und konstituiert werden, bereits eine erste Wirkung der Macht. Das Individuum ist also nicht das Gegenüber der Macht; ... Das Individuum ist eine Wirkung der Macht und gleichzeitig - oder genau insofern es eine ihrer Wirkungen ist - ihr verbindendes Element. Die Macht geht durch das Individuum, das sie konstituiert hat, hindurch.« (ebd., S.82f)
[...] »Die Wahrheit ist von dieser Welt; in dieser wird sie aufgrund vielfältiger Zwänge produziert, verfügt sie über geregelte Machtwirkungen. Jede Gesellschaft hat ihre eigene Ordnung der Wahrheit, ihre "allgemeine Politik" der Wahrheit: d.h. sie akzeptiert bestimmte Diskurse, die sie als wahre Diskurse funktionieren läßt; es gibt Mechanismen und Instanzen, die eine Unterscheidung von wahren und falschen Aussagen ermöglichen und den Modus festlegen, in dem die einen oder anderen sanktioniert werden; es gibt bevorzugte Techniken und Verfahren zur Wahrheitsfindung;« (ebd., S.51)
Foucault versteht unter Wahrheit also nicht Sachverhalte oder Zustände, die zu entdecken und als ewige, übergeschichtliche Wahrheiten zu akzeptieren wären. Solche Wahrheiten gibt es für ihn nicht. Vielmehr richtet sich sein Interesse auf »das Ensemble der Regeln, nach denen das Wahre vom Falschen geschieden und das Wahre mit spezifischen Machtwirkungen ausgestattet wird« (ebd., S.53). Die Wahrheit ist in der bürgerlichen Gesellschaft »um die Form des wissenschaftlichen Diskurses und die Institutionen, die ihn produzieren, zentriert« (ebd., S.52).
Bruchstuecke aus: "Michel Foucaults Analytik des modernen Subjekts" (Autor (?); Papiertiger Archive; Datum (?)) Quelle: http://archivtiger.de/Jedi/FOUCAU3.htm
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« Last Edit: October 18, 2007, 09:54:23 PM by lemonhorse »
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« Reply #8 on: September 18, 2006, 12:24:42 PM » |
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[...] Ob der Demütiger sich der Folgen bewußt ist, die er in seiner Machtausübung setzt? Er will ja demonstrieren, wer er ist, für was er steht, und hinter sich Macht, Einfluß, den Staat versammelt zu wissen, ist allemal ein guter Motivator. Nehmen wir an, daß den Demütiger hohe Motive beseelen, also daß er helfen will, erziehen will, daß er vor dem entsetzlichen Dilemma steht, nicht anders helfen zu können als durch eine Demütigung. Man muß sich das so vorstellen [...], daß der Demütiger wie ein Vergewaltiger ist, und wenn er hohe Motive hat, dann will er sozusagen wie ein Vergewaltiger sein, der weiß, es tut der Frau nur gut, wenn er sie mit Gewalt nimmt, es ist zu ihrem Besten. Der Demütiger als Erzieher ist sozusagen wie ein Vergewaltiger, der seine Tat zum Wohle der Vergewaltigten setzt. Man sage jetzt bloß nicht, ich sei zynisch, wenn ich solches schreibe...
Aus: "Demütigung. Motive und Folgen erzieherischen Machterhalts" Ein Essay von Gerhard GELBMANN (Datum ?); Quelle: http://h2hobel.phl.univie.ac.at/~yellow/greet/Demut.html
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« Last Edit: March 19, 2008, 03:48:47 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #9 on: September 19, 2006, 12:42:48 PM » |
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[...] Eine Spielregel auf dem Weg zur Macht ist deshalb die Stromlinienförmigkeit. Statt Ecken und Kanten zu zeigen, gelte es, anpassungsfähig und ständig in Bewegung zu bleiben. „Am besten schützt man sich, indem man so geschmeidig und formlos wie Wasser ist“, sagt Zielke. Denn wer sich gegen den Strom der Zeit stelle, werde in der Regel von der Masse bestraft. Zu dieser Stromlinienförmigkeit gehört auch, keine Position zu ergreifen. Wer sich aber auf keine Seite oder Sache festlege, mache sich auch keinen zum Feind. Das macht nach allen Seiten offen. Zum Beispiel bei Firmenfusionen gelingt es so, unbeschadet von der Verliererseite auf die Siegerseite zu wechseln.
[...] „Eindringliche Bilder und ausdrucksstarke Gesten schaffen eine Aura der Macht, der man sich nur schwer entziehen kann“, sagt Zielke. Auch optische Attraktionen und strahlende Symbole verfehlten ihre Wirkung nicht.
Klingt alles ziemlich schwierig. „Für Machtspiele ist ja auch nicht jeder geeignet, und sie machen auch nicht jedem Spaß.“ So manch einer könne ein solches Verhalten auch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Es kommt eben auf den Typen an. Für manche wirkt die Macht eben wie ein Magnet.
Aus: "Macht im Berufsleben - „Spiele den Deppen, um die Deppen zu überlisten“" Von Kerstin Liesem (Text: F.A.Z., 29.07.2006, Nr. 174 / Seite 53) Quelle: http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E220773D195F64E66B634127C8B4344AD~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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« Last Edit: October 02, 2007, 02:18:53 PM by lemonhorse »
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« Reply #10 on: October 05, 2006, 03:10:33 PM » |
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[...] Vierzig Jahre lang hat der Reporter Jürgen Leinemann im Dienste des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in Bonn und Berlin über Politik berichtet, und dabei Politiker aus nächster Nähe beobachtet - bei Wahlkämpfen, Parteitagen und journalistischen Hintergrundgesprächen. Beobachtet, wie sie umgehen mit Macht und welche Auswirkungen Macht auf sie hat.
Festgestellt hat er bei seinen Beobachtungen einen zunehmenden Wirklichkeitsverlust, eine Abnahme an politischen Überzeugungen und Welt- und Sachkenntnis sowie eine Zunahme an medialen Inszenierungsformen.
[...] Dieser Wirklichkeitsverlust führender Politiker begann, so der von Leinemann zitierte Politologe Wilhelm Hennis, mit Helmut Kohl. Dem Vorbild Adenauers gemäß nicht zimperlich im Umgang mit Gesetz und Verfassung, setzte er illegale Spendenkonten und schwarze Kassen ein als, so Leinemanns Formulierung, "notwendiges Waffenlager im Kampf gegen politische Gegner, die er als Feinde verteufelte". Im System Kohl wurde Macht zur Droge. Kohl, ein typischer Vertreter der Nachkriegsgeneration, stellte als junger Politiker Überblick her und baute ein System auf von Beziehungen und Verbindlichkeiten.
[...] Ein Netzwerk von ähnlich gesinnten Männern in Schlüsselpositionen entstand. Bald gaben sie den Ton an. Politik wurde betrieben als Machttechnik. Das, so Leinemann, durch Ämterpatronage und "Bimbes" erworbene Herrschaftswissen diente dem Machterhalt. Über die Hälfte der Bundestagsabgeordneten und Parteitagsdelegierten, so schätzte Ralf Dahrendorf, waren Helmut Kohl zu Dank verpflichtet "für persönliche Förderung und Gefälligkeiten". Das reichte vom in Aussicht gestellten Amt bis zum Straßenbauprojekt im Wahlkreis.
[...] Politik als Beruf bedeutet für viele nicht "starkes langsames Bohren von harten Brettern", wie Max Weber verlangt hatte, sondern Anpassung und Karriere. Hinzukommt, daß Politik heutzutage zunehmend als Show-Geschäft inszeniert wird. Die Nachkriegsgeneration der Schröder, Stoiber, Lafontaine, Fischer, Möllemann präsentiert immer weniger "Werteskalen" und Inhalte, dafür um so mehr Ehrgeiz und Chuzpe.
[...] Mit der Nominierung Schröders auf dem Leipziger SPD-Parteitag 1998 zum Spitzenkandidaten für die SPD begann, so Leinemann, die mediale Inszenierungskunst. Politik wird vor allem Darstellung, weniger Vermittlung von Inhalten. Der Politiker wird zum Medienstar und Dauer-Talk-Show-Gast. Diese mediale Präsenz verschafft den Akteuren eine eigene Wirklichkeit. Sie wird realer als ihr Handeln. Die politische Klasse wächst so in eine Art Phantomexistenz hinein.
Aus: "Die Macht und ihr Preis: Jürgen Leinemann: Höhenrausch - die wirklichkeitsleere Welt der Politiker" von Stephan Reinhardt (2006) Quelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=8912&key=standard_document_4205306
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« Reply #11 on: October 05, 2006, 03:37:53 PM » |
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[...] Der Begriff der Kontrolle und noch stärker der der Sicherheit wurden im Poststrukturalismus vor allem für die Beschreibung biopolitischer Machtmechanismen verwandt. Dabei wird davon ausgegangen, dass Machtverhältnisse keine Substanz, kein Wesen, kein Zentrum, keine feste Formbestimmung und keine unumkehrbare Tendenz besitzen, sondern dass sie variabel und relativ sind, momentane Querschnitte durch ein ganzes Archiv von Verwertungsstrategien, Regierungstechniken und Subjektivierungsweisen.
[...] Wenn wir uns die neuen Militärdoktrinen anschauen, stoßen wir auf eine Art integriertes Krisenmanagement, in der alle Folgen kapitalistischer Vergesellschaftung zu einer sicherheitspolitischen Herausforderung gemacht werden. Egal, ob wir die neue Nato-Strategie betrachten, die National Security Strategy der USA, die Europäische Sichheitsstrategie, das European Defense Paper, die Verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr - überall gelten ethnische Rivalitäten, die Auflösung von Staaten, die unkontrollierte Bewegung einer großen Zahl von Menschen, Akte des Terrorismus, der Sabotage und des organisierten Verbrechens sowie die Unterbrechung der Zufuhr lebenswichtiger Ressourcen als mögliche Interventionsmomente in einem globalen Raum, in dem die Grenze zwischen Krieg und Kontrolle flexibel gemacht worden ist. Die Militäreinheiten der hegemonialen Staaten werden entsprechend umgerüstet. Auf dem Nato-Gipfel in Prag wurde Ende 2002 die Einrichtung einer mobilen und professionellen Response Force beschlossen, die innerhalb von sieben bis dreißig Tagen an jeden Ort der Welt mobilisierbar sein sollen. Die EU hat 2003 mit dem Aufbau von 60.000 Kriseninterventionskräften nachgezogen, die innerhalb von sechzig Tagen einsetzbar sein sollen. Die militärische Speerspitze bilden Gefechtsgruppen, die nun erstmals im Kongo eingesetzt werden.
In diesem globalen Kriseninterventionsregime geht es darum, Territorien für Waren, Dienstleistungen, Ressourcen und Produktivkräfte durchlässig zu halten und sie in diesem Sinne als Sicherheitsräume zu garantieren. Diese Formen des Krieges können nicht gewonnen werden und müssen notwendigerweise immer extensiver von Kontrollmaßnahmen unterfüttert werden. Das kann man seit dem 11.9. überdeutlich beobachten. Noch bevor die Fahne von Enduring Freedom gehisst war, wurden in fast allen hegemonialen Staaten Sicherheitsgesetze verabschiedet, die den rassistisch und kulturalistisch überdeterminierten war-on-terrorism flankierten. Es ist sinnlos, nach einem ersten Kriegsgrund zu forschen wie Öl, Sicherheit oder Terrorbekämpfung. Polizeikrieg ist ein definitiv hybridisierter Krieg, in dem mehrere materielle, ideologische, kontrollpolitische Stränge gleichzeitig verfolgt werden.
Dieses Interventionsregime wächst an zwei Polen, es banalisiert und verabsolutiert den Krieg. Auf der einen Seite geht es um eine Art polizeiliche Routine, die geostrategische Sicherung von Wasserstraßen, die Aufsicht über Wahlen, die Kontrolle von Grenzen, die militärische Überwachung und Stützung von Bürgerkriegsgesellschaften, der Aufbau von zivil-militärischen Kooperationen, die Unterstützung des Katastrophenschutzes, auf der anderen Seite geht es um die Verabsolutierung des Krieges als humanitäre Maßnahme oder als gerechter Feldzug, der gegen einen Feind geführt wird, der das ethisch absolut Andere darstellt, das Böse, das heute an erster Stelle der islamistische Terrorist verkörpert. An dieser Front des gerechten Krieges wird mit militaristischen, angriffsorientierten Schlägen gearbeitet, bei denen die USA inzwischen den Einsatz von Mini-Atombomben nicht mehr ausschliesst. Beide Normen, die der Humanität und die des gerechten Krieges, maskieren die historischen und die sozialen Entstehungsgründe dessen, was bekämpft werden soll – Krisenerscheinungen des kapitalistischen Imperiums: Armut, Hunger, Bürgerkrieg, Ethnisierung des Politischen, Entwicklung politischer Religionen.
[...] Mit diesem polizeilichen Interventionsregime stellt sich die Frage des Rechts auf neuem Niveau. Auf der einen Seite werden Interventionen verrechtlicht und an Bestimmungen des internationalen Rechts ausgerichtet, auf der anderen Seite werden mehr und mehr außerrechtliche Maßnahmen, Internierungen, Entführungen, Liquidierungen, Präventivschläge, durchgesetzt, denen ein rechtlicher Ausdruck zu verleihen versucht wird. Das heißt, Verrechtlichungsstrategien und ihre Außerkraftsetzungen wachsen gleichzeitig an. Rechtlosigkeit und Rechtssuspendierung werden dabei als Recht dargestellt, was einer Politik des Ausnahmezustandes entspricht.
Aus: "Police War" (Katja Diefenbach's concept (2006)) Quelle: http://dictionaryofwar.org/en-dict/node/514
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« Last Edit: October 02, 2007, 02:19:23 PM by lemonhorse »
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« Reply #12 on: October 07, 2006, 07:50:40 PM » |
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[...] Die Bereitschaft von Normalbürgern, sich Befehlen von Autoritäten auch im Widerspruch zum eigenen Gewissen fast unbeschränkt zu unterwerfen, wurde 1964 aussagekräftig mit Hilfe des berühmten „Milgram-Experiments“ getestet. Versuchspersonen sollten andere, ihnen unbekannte Teilnehmer auf Anweisung eines autoritär auftretenden Versuchsleiters mit Stromstößen traktieren, um den Zusammenhang zwischen „Bestrafung und Lernerfolg“ wissenschaftlich zu untersuchen. Natürlich waren die Stromstöße nicht echt, die „Bestraften“ waren Schauspieler, die ihre Schmerzen nur spielten, wichtig ist hier nur, dass die Versuchspersonen an die Echtheit des Versuchsaufsbaus glaubten. Das Ergebnis des Experiments: 62,5 Prozent der Versuchspersonen waren bereit, ihrem Gegenüber einen Stromstoß von 450 Volt zu versetzen, bei 300 Volt waren es noch 100 Prozent.
[...] Um die Lüge möglichst „flächendeckend“ zu gestalten, so beschreibt es Havel in seinem Aufsatz „Versuch in der Wahrheit zu leben“ sehr schön, versucht das System große Teile des Volkes zu Mitläufern und Komplizen zu machen. Dadurch entsteht ein geistiges Feld der Scham und der (Selbst-)Unterdrückung – vergleichbar der „omertà“, dem Schweigegebot in mafiaverseuchten Landstrichen Italiens. Die Grenze zwischen Tätern und Opfern weicht auf, jeder ist beides zugleich. „Nur ein oberflächlicher Blick erlaubt (…), die Gesellschaft in Herrscher und Beherrschte aufzuteilen“, sagt Havel. In dem posttotalitären System führt diese Linie de facto durch jeden Menschen, denn jeder ist auf seine Art ihr Opfer und ihre Stütze.“ Havel bringt ein Beispiel: In der kommunistischen Tschechoslowakei war er Usus, dass jeder Geschäftsinhaber ein Schild mit der Aufschrift „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“ im Schaufenster platzierte. Jeder, der solcherart seinen Gehorsam gegenüber dem System demonstrierte, übte zugleich Druck auf alle anderen Bürger des Landes aus, sich ebenso zu unterwerfen. Wer ist da Opfer, wer ist Stütze des Systems? Jeder ist beides zugleich. Was den Kommunisten ihr „Proletarier“-Spruch und den Nazis ihr Hitler-Gruß war, das ist im marktradikalen kapitalistischen System unserer Tage vielleicht das Bekenntnis zu grenzenlosem Wachstum und zur „Alternativlosigkeit“ des Sozialabbaus. Wer zum Teil des Systems geworden ist, gegen wen sollte er rebellieren? Etwa gegen sich selbst?
Aus: "Volkskrankheit Gehorsam" von Roland Rottenfußer (04.10.2006) Quelle: http://www.hinter-den-schlagzeilen.info/pm/more.php?id=3760_0_1_0_M
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« Reply #13 on: November 08, 2006, 04:19:46 PM » |
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[...] Das Machtgefüge entscheidet, wer die Droge zu schlucken hat...
[...] Ein weiteres Element in diesem Machtgefüge ist...
[...] Familienstrukturen im Machtgefüge...
[...] Verschiebungen im Machtgefüge...
[..] Der bisherige Ausgleichsmechanismus im föderalen Machtgefüge des Grundgesetzes wurde...
[...] Machtgefüge und Anerkennungskämpfe...
[...] ferner gibt er sich distanziert gegenüber den Mitteln der Machtausübung und ignoriert das bestehende Machtgefüge...
[...] wenn das MACHTgefüge zu kompliziert und undurchsichtig wird...
[...] Kräfteverhältnissen im hierarchischen Machtgefüge unserer Welt...
[...] Machtgefüge und Hierarchien stehen auf dem Spiel...
[...] und das ganze Machtgefüge begänne zu zerbröckeln...
[...] Diese Frage ist sehr spannend, da sie sich mit dem wahren Machtgefüge innerhalb...
[...] Sie irritieren die Machtverhältnisse und die über Jahre aufgebauten Machtgefüge...
[...] Diese vier Machtaspekte im Diskurs existieren nicht losgelöst voneinander, sondern nebeneinander, indem...
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Textaris(txt*bot)
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« Reply #14 on: November 21, 2006, 11:29:19 AM » |
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[...] Autorität ist nicht vornehmlich als Eigenschaft, sondern hauptsächlich als Beziehung zu begreifen; die Autorität bedarf der Anerkennung anderer, das Autoritätsverhältnis ist zweiseitig. Dabei kann es sich um die verschiedensten Beziehungsformen handeln, insbesondere können die Grade der Freiwilligkeit der Anerkennung viele Formen annehmen, insbesondere:
* Freiwillige Bewunderung, Anerkennung und Respekt, bis hin zur Autoritätshörigkeit.
* Faktisch akzeptierte Autorität in gesellschaftlichen Rollen (z.B. Eltern, Lehrer, Vorgesetzte, Polizisten, Richter, Trainer)
* Vortäuschen der Akzeptanz der Autorität nach Außen hin, um Nachteile zu vermeiden, bei gleichzeitiger innerer oder gegenüber Vertrauten dokumentierter Ablehnung
* Erzwungene Anerkennung von Autorität aufgrund körperlicher Unterlegenheit, in Situationen von Gefangenschaft oder Gefängnis- oder allgemein aufgrund von massiven Angstsituationen.
* Auflehnung und Rebellion beispielsweise gegen die Staatsautorität.
[...] Prinzipiell betrachtet, entsteht durch Autorität dennoch ein (wenn auch ein zeitlich, räumlich oder fachlich beliebig eingeschränkt vorstellbares) Machtgefälle bzw. Herrschaftsverhältnis zwischen im elementaren Fall zwei Personen.
[...] Man kann nach Bocheński epistemische und deontische Autorität unterscheiden: Epistemische Autorität ist die Autorität des Wissenden, der sich in einem Fachgebiet besonders gut auskennt und auf den man deswegen bei Fragen, die dieses Fachgebiet betreffen, zu hören gewillt ist. Deontische Autorität bezeichnet die Autorität des Vorgesetzten, der von dieser seiner Position her Weisungen zum Verhalten seiner Untergebenen erteilen kann.
Unter Demonstration von Autorität oder Autoritätsdemonstration wird eine Handlung verstanden, die dazu dienen soll, dass eine Autorität anerkannt und gefestigt wird.
Wird Autorität von einer Gruppe sich zusammengehörig fühlender Personen gleichzeitig demonstriert, so tragen Effekte der Gruppendynamik in der Regel zu einer Stärkung der Intensität dieser Demonstration bei.
Das Milgram-Experiment zeigt, dass eine Deckung in dem Sinne, dass z.B. Vorgesetzte Handlungen zur Demonstration von Autorität allgemein oder im Einzelfall befürworten, weiterhin zur Stärkung der Intensität der Demonstration von Autorität beiträgt. Gibt es möglichst wenig Kontakt (z.B. Gelegenheiten für Mitgefühl) zwischen Demonstrierenden und Betroffenen, so ist dies ebenfalls intensitätssteigernd.
Eine Demonstration von Autorität kann zum Beispiel durch Nachsicht und Respekt oder durch die offensichtliche Suche nach einem gerechten Konsens in Konflikten erfolgen. Dies wird gegenwärtig von vielen Menschen als positiv erachtet, da diese solche Demonstrationen von Autorität als Zeichen intellektueller Überlegenheit sehen.
Es gibt aber auch Methoden, die zur Zeit überwiegend negativ bewertet werden, z.B. durch möglichst beeindruckendes Auftreten (Habitus, Kleidung, z.B. möglichst imposante Uniform, Talar, Abzeichen, Waffe, o.ä., durch Sprache, etwa entschiedener Tonfall, Schreien, auch Drohungen, ("Säbelrasseln"), oder Beleidigungen, sowie durch Gewalt, Androhen oder Zufügen von physischem oder psychischem Schmerz, Qual, Folter. Dazu gehört auch das Verbreiten von Angst und Terror, z.B. demonstrative Verletzung oder Tötung Anderer (Exempel statuieren).
Bruchstücke aus: "Autorität" (wikipedia; 11/2006) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4t-.- [...] Recht und Ordnung (Anglizismus: Law and Order) ist ein politisches Schlagwort, mit dem eine Politik bezeichnet wird, die sich vor allem der inneren Sicherheit als Mittel bedient. Politiker (Legislative) oder Juristen (Judikative) können mit dem Attribut belegt werden, wenn sie Priorität auf höhere Staatsausgaben für Polizei (Exekutive), Gefängnisse und Datensammlung, -verarbeitung und -verknüpfung oder auf strengere Gesetze in der Strafvereitelung, Strafverfolgung und Strafvollstreckung legen.
Kritisiert wird unter anderem, dass durch eine einseitige Betonung auf Sicherheit Grundrechte eingeschränkt oder abgebaut werden können. Dazu gehören etwa ein Abbau von Datenschutz, Versammlungsrecht, Meinungsfreiheit, Unverletzlichkeit der Wohnung etc.
Umstritten sind ebenso Recht und Ordnung-Äußerungen oder Maßnahmen, die zu einer Eskalation im Konfliktfall beitragen können. Nach Meinung der Kritiker werden Ursachen für Kriminalität, Terror oder Unruhen größtenteils ausgeblendet und Repression einer Prävention vorgezogen.
Aus: "Recht und Ordnung (Politik)" (wikipedia; 11/2006) Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Law_and_Order_%28Politik%29
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« Last Edit: October 18, 2007, 09:55:42 PM by lemonhorse »
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